Bücher mit dem Tag "2010"
95 Bücher
- Andreas Eschbach
Das Jesus-Video
(805)Aktuelle Rezension von: lucatrkis„Das Jesus-Video“ vereint zwei Subgenres, die ich unglaublich interessant finde: Religions-Thriller und Archäologie-Thriller. Nicht nur war das Setting in der israelischen Wüste fantastisch, auch die Protagonisten lernte ich sofort lieben. Ob der Trupp aus Stephen und Judith, später mit Yehoshuah, dem Bruder Letzterer, oder der Science-Fiction-Schriftsteller Peter Eisenhardt – selbst die Antagonisten John Kaun und seinen Handlanger Ryan fand ich gut gezeichnet.
Die Zeitreise-Theorie wurde recht früh aufgestellt und sogar als bestätigt angenommen, deren Hintergründe wurden indessen nicht besprochen, was mir als Leser, der mit harter Science-Fiction wenig anfangen kann, gelegen kam. Die stattdessen geschilderte Jagd nach der Kamera inklusive potenzieller Jesus-Aufnahme sagte mir umso mehr zu. Ich fieberte regelrecht mit, als Stephen und Judith einen Brief des Zeitreisenden, den Ersterer zusammen mit der Kamera bei dessen Körper gefunden, jedoch unterschlagen hatte, von Yehoshuah lesbar machen ließen und dem Ablageort so näherkamen.
Immer wieder wurde die Perspektive ihrer Gegner eingestreut, wobei virtuos darauf geachtet wurde, dass man Ryans Vorgehen nicht zu früh antizipieren konnte. Dies löste bei mir Hochspannung aus.
Bisweilen waren die Protagonisten ein wenig leichtfertig, zum Beispiel substituierten sie ihren blauen Fiat mit Peilsender durch einen anderen Wagen der gleichen Autovermietung. Mir war sofort klar, dass Ryan mit seinem Einfluss das entsprechende Kennzeichen erfahren würde.
Das Finale bot noch einmal alles auf, was man sich von einem solchen Roman wünscht, ehe ein längerer Epilog in zwei Zeitschritten folgte. (SPOILER) Das famose Jesus-Video stellte sich als weniger brisant heraus als erhofft, gelangte nicht an die Öffentlichkeit, sondern wurde in einer Untergrundbewegung weitergereicht, wobei manche durch das Ansehen im Geiste vollkommen verändert – „erleuchtet“ – wurden. (SPOILER ENDE) Somit war der Epilog einerseits unbefriedigend, andererseits versäumte es Andreas Eschbach nicht, das weitere Leben jedes einzelnen Charakters zu erzählen, was ich sehr toll fand.
Und am wichtigsten: Es gibt eine Fortsetzung sowie einen dreistündigen Blockbuster-Film von ProSieben!
Fazit: „Das Jesus-Video“ ist ein hochspannender Wüstenthriller mit religiösem Bezug. Keine einzige seiner fast siebenhundert Seiten war langatmig, und insbesondere das Setting gefiel mir unglaublich gut.
- John Katzenbach
Das Rätsel
(452)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerDieses Buch war für mich ein absolutes Highlight. Spannung von Anfang bis Ende. Jedoch teilweise Brutal und nichts für Schwache Nerven. Ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Ich liebe es!
- Linda Castillo
Blutige Stille
(628)Aktuelle Rezension von: Thess12345Inhalt:
In Painters Mill erschüttert ein grausames Verbrechen die gesamte Gemeinde. Auf einer abgelegenen Farm wird eine amische Familie auf brutale Weise ausgelöscht. Polizeichefin Kate Burkholder übernimmt die Ermittlungen und stößt dabei auf immer mehr Hinweise, die das vermeintlich friedliche Leben der Familie in einem neuen Licht erscheinen lassen. Doch je tiefer sie gräbt, desto mehr Geheimnisse kommen ans Tageslicht und die Suche nach dem Täter entwickelt sich zu einem Wettlauf gegen die Zeit.
Meine Meinung:
Auch der zweite Fall rund um Kate Burkholder hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Linda Castillo schafft es erneut, eine bedrückende Atmosphäre zu erschaffen und den Leser mitten in die Ermittlungen hineinzuziehen.
Der Fall ist erschütternd und zählt definitiv nicht zu den leichteren Kriminalfällen. Die Autorin beschreibt die Tatorte und die Folgen der Verbrechen sehr detailliert, wodurch die Grausamkeit der Geschehnisse eindringlich vermittelt wird. Das war stellenweise nichts für schwache Nerven, wirkte auf mich aber nie überzogen. Stattdessen unterstreicht es die Schwere der Taten und macht deutlich, was für ein schreckliches Verbrechen aufgeklärt werden muss.
Besonders gut gefallen hat mir erneut der spannende und flüssige Schreibstil von Linda Castillo. Die Ermittlungen entwickeln sich Schritt für Schritt, ohne jemals langatmig zu werden. Nach und nach werden immer neue Hinweise und kleine Puzzleteile in die Handlung eingeflochten, sodass man gemeinsam mit Kate versucht, die Wahrheit zu entschlüsseln. Gerade weil die Autorin ihre Informationen so geschickt dosiert, bleibt lange unklar, wer hinter den Verbrechen steckt. Ich habe bis zum Schluss mitgerätselt.
Auch das Setting innerhalb der amischen Gemeinschaft hat für mich wieder einen besonderen Reiz ausgemacht. Es hebt die Reihe von vielen anderen Krimis ab und sorgt dafür, dass die Geschichte eine ganz eigene Atmosphäre erhält. Gleichzeitig merkt man, wie sehr Kate der Fall persönlich berührt, was ihre Figur noch authentischer wirken lässt.
Fazit:
Blutige Stille ist ein düsterer, atmosphärischer und durchgehend spannender Kriminalroman, der mit einem schockierenden Fall, gelungenen Ermittlungen und einer konstant hohen Spannung überzeugt. Linda Castillo versteht es, ihre Leser lange im Ungewissen zu lassen und die Auflösung erst nach und nach greifbar zu machen. Für mich war auch dieser zweite Band wieder ein fesselndes Leseerlebnis, sodass ich mich schon sehr auf den nächsten Fall von Kate Burkholder freue.
- Katie MacAlister
Küsst du noch oder beißt du schon?
(388)Aktuelle Rezension von: CasriDie Dozentin Nell wird von Melissande nach Prag eingeladen, um hinter ein Geheimnis zu kommen und die „Dunklen“ von einem Fluch zu befreien, dabei lernt die den Verräter Adrian kennen. Nell soll aber nicht nur das Geheimnis lösen, sie soll auch noch jemanden für Melissande retten. Während der Geschichte findet dann Nell heraus, dass Adrian an den Dämon Asmodeus gebunden ist und sie versucht diese Verbindung zu lösen.
Die Protagonisten in dieser Geschichte sind einfach nur ...ätzend! Ich war von dem ersten Band so begeistert und dann habe ich diese Geschichte gelesen und das Gefühl gehabt, ich lese etwas von einem ganz anderen Autor. Nell verhält sich wie ein kindischer Teenie. Sie ist einfach nervig, ihre Kommentare total daneben und sie ist dauer-notgeil (sie will mit Adrian am liebsten auf der Straße vor all den Leuten Sex haben. WTF?!). Adrian ist der dunkle, heiße Vampire. Er redet dauernd davon, dass er böse ist, und dass er „der Verräter“ sei. Ich hatte das Gefühl, die Dialoge zwischen den beiden haben sich immer wieder wiederholt, um einfach auf eine bestimmte Seitenzahl zu kommen. Die Grundgeschichte, dass Adrian an einen Dämon gebunden wurde, und dass Nell nun versucht diese Verbindung zu lösen, ging für mich unter.
Ich war von dieser Geschichte so enttäuscht.
Da ich die Geschichte in der deutschen Reihenfolge gelesen habe und mich über Christian und seine Freundin gewundert habe, habe ich etwas im Internet nachgeschaut und dabei festgestellt, dass Band 2 und 3 verkehrt veröffentlicht wurden. Dabei kam aber auch heraus, dass die Geschichte zwischen Christian und Allie wohl genauso geschrieben wurde, wie zwischen Nell und Adrian, nur mit vertauschten Namen. Wenn ich so etwas lese, dann frustriert mich das als Leser. - Jean-Christophe Grangé
Das schwarze Blut
(216)Aktuelle Rezension von: Gute_NachtInhalt
Der Serienmörder und vormalige Champion im "free-diving" Jaques Reverdi wartet im Gefängnis von Malaysia auf sein Urteil. Seine seltsamen Ritualmorde ziehen sich wie eine Blutspur durch Südostasien.
Der Pariser Sensationsreporter Mark Dupeyrat plant einen Bestseller über diesen Mann. Er erfindet "Elisabeth", die mit Reverdi schriftlich Kontakt aufnimmt, um sich sein makabres Universum zu erschließen. Als Reverdi Feuer fängt und sich sogar in die unbekannte Briefeschreiberin verliebt, schickt ihm Mark ein Foto von seiner Bekannten Khadidscha. Doch dann entkommt Reverdi aus dem Gefängnis - und ein Alptraum beginnt für Mark und Khadidscha ...
Fazit
Ein äußerst spannender und fesselnder Krimi, den ich in einem Rutsch verschlungen habe. Der Schreibstil liest sich flüssig und angenehm, die Charaktere sind facettenreich und die Handlung temporeich und spannend. Ich habe das Buch gerne gelesen.
- Andrew Sean Greer
Die erstaunliche Geschichte des Max Tivoli
(183)Aktuelle Rezension von: mondschattenEigentlich enthält das Buch nicht mehr als eine Liebesgeschichte. Gut, die Zeit läuft für den Protagonisten verkehrt herum, er wurde also als Greis geboren und wird zusehens jünger. Das ist eigentlich ein origineller Einfall, dient dem Autor aber nur als Staffage für seine vorhersehbare Lovestory.
Der Roman ist flüssig geschrieben und lässt sich leicht lesen, mehr als seichte Unterhaltung bietet er aber nicht. Im Grunde ist die Ursprungsidee mit dem Jünger-werden der einzig erwähnenswerte Punkt. - Elif Shafak
Die vierzig Geheimnisse der Liebe
(88)Aktuelle Rezension von: Hubertus_FeldmannDas ist jetzt nicht despektierlich gemeint, aber das (scheinbar) religiöse Gedudel mag dem einen Leser, der anderen Leserin gehörig „auf den Zweig gehen“. In einem solchen Fall ist man geneigt, diesem opulenten Werk von etwa 500 Seiten nicht seine Lebenszeit zu opfern. Warum es trotz solcher Vorbehalte lohnt, sich hier einzulesen, wird spätestens dann deutlich, wenn einen die Kraft der Sprache, die Opulenz der erzeugten Bilder in ein gedankliches Karussell katapultiert, dem nur schwer zu entkommen ist. Solcherart geflasht, folgt man neugierig den beiden Ebenen dieser Erzählung.
Auf der einen, der im 13. Jahrhundert angesiedelte Geschichte, folgen wir der Freundschaft und den Gesprächen zwischen dem persischen Gelehrten und Sufi-Dichter Rumi und dem Wanderderwisch Schams-e Tabrizi, und auf der anderen einer intensiven Auseinandersetzung zwischen der verheiratet Ella und dem „augenöffnenden“ Disput mit dem Autor des Buches „Süße Blasphemie“, Aziz Zahara. Wie nicht anders zu erwarten, werden hier die universellen Enden der Liebe zu einem offenen Knoten verwebt. Und so ganz nebenbei (so nebenbei ist es auch wieder nicht) bekommt man einen recht unverstellten Blick in die Möglichkeiten der islamischen Religion: „‘Wer die Nisa [Sure an-Nisã, Sure „Die Frauen“] mit offenem inneren Auge liest, erkennt, dass in dieser Sure nicht um Frauen und Männer geht, sondern um Weiblichkeit und Männlichkeit. Und jeder Einzelne von uns, auch du und ich, hat, in unterschiedlichen Graden und Abstufungen, sowohl Weibliches als auch Männliches in sich. Nur wenn wir lernen, beides anzunehmen, erreichen wir das harmonische Einssein.‘“
Es würde dem Buch nicht gerecht, diesen Mehrklang zwischen Leben und Liebe, und alles, was dazwischen liegt, eingebettet in die verschiedenen gesellschaftlichen Zustände/Normen auch nur annährend vorstellen zu können. Einerseits. Andererseits kann man diesen Roman auch mit feuchten Augen lesen, ohne sich von der tiefe der Gedanken irritieren zu lassen. In welcher Form auch immer man sich diesem Buch nähert, man wird überrascht werden von der Weite und Tiefe der angebotenen Gedanken. Zusätzlich wird man mit einer spannenden, auseinandersetzungsreichen Geschichte belohnt.
- Bernhard Hennen
Nebenan
(121)Aktuelle Rezension von: LenaN„Nebenan“ entwirft ein skurriles Spiegelbild unserer Welt: Ein Ritual öffnet unerwartet ein Tor zur Parallelwelt der Märchenwesen, mit Werwölfen, dem Erlkönig, Hexen und einem charismatischen Cagliostro, der es auf den Kölner Dom abgesehen hat. Die Heinzelmännchen, technisch versierte Wächter aus Köln, versuchen mit skurrilem Elan, den Schaden zu begrenzen und liefern sich dabei ein absurdes Wettrennen gegen das Chaos.
Der Roman überzeugt durch seinen satirischen Witz und bunte Figuren, die wie karikierte Märchenhelden wirken, ohne je langweilig zu sein. Die Handlung strotzt vor liebevoll überdrehten Skurrilitäten, die oft überraschend modern und pfiffig wirken.
Anders als in klassischer High Fantasy bleibt die Story stets geerdet. Manchmal wirkt das Ganze überladen, und nicht jede Figur entfaltet Tiefe. Doch genau diese Fülle an absurden Ideen macht das Leseerlebnis unterhaltsam und originell.
Fazit:
Ein liebenswerter Fantasy-Reigen, der zwischen Kölner Alltag und Märchenparodie pendelt. Humorvoll, verspielt und empathisch. Lesenswert, auch wenn nicht jeder Erzählstrang gleich stark trägt. - Karin Slaughter
Unverstanden
(381)Aktuelle Rezension von: Blutmaedchen"Unverstanden" oder wie es im Original heißt "Martin Misunderstood" - dessen Titel ich persönlich bevorzuge - ist ein kleiner Thriller für Zwischendurch mit regulären 163 Seiten und einer kleinen Leseprobe aus Karin Slaughter's anderem Buch "Zerstört".
Weil ich schon ein paar ihrer Bücher gelesen habe, wusste ich, dass sie ihren Charakteren viel Platz einräumt und sehr ins Detail ihrer persönlichen Geschichte geht. Umso irritierter war ich, als ich dieses dünne Buch in der Hand hielt und mich fragen musste, was am Ende fehlen würde, denn bei soviel Informationsfluss braucht man doch mehr Seiten?
Deswegen war ich richtig erleichtert, als ich mit dem lesen begonnen habe und es dieses bekannte leichte lesen war wie immer. Viel Details, viel Persönlichkeit, aber ein Ende, das mir Kopfschmerzen bereitet hat...
"Unverstanden" ist ein Buch, was mir wirklich Kopfschmerzen bereitet hat. Da es wenig Seiten hat, war ich auf alles vorbeireitet. Irgendwas musste ja fehlen, aber Slaughter hat nicht nur eine sehr kuriose Geschichte geschrieben, sondern auch eine ohne großen Ausweg.
Martin ist ein Verlierertyp der härtesten Sorte. Sein Aussehen, sein Auftreten - mit allen ist Slaughter bis an die Grenze gegangen. Dabei ist er eigentlich intelligent genug.
Während die Seiten immer weniger werden, wird es wirklich immer unglaublicher. Dass man einen Menschen so verachtet um ihm einen Mord anzuhängen ist das eine, aber es gibt keine Person, die nicht irgendwas positives über Martin sagen kann. Dass die Menschen auch noch an das glauben, was sie da sagen, verschlägt einem echt die Sprache.
Slaughter hat Martin am Ende aber einen gewissen Frieden geschenkt, denn trotz seiner Lage - oder vielleicht gerade deswegen - wird er auf eine besondere Weise beachtet und eine Person entwickelt Gefühle für ihn, womit man nicht unbedingt gerechnet hätte. Auch wenn es sich angedeutet hat, hätte ich generell nicht mit diesem Ende gerechnet. Es wird niederschmetternd, aber auch frei und friedlich.
Wenn Slaughter mit diesem Buch eines bewiesen hat, dann das man wirklich in die dümmsten Situationen geraten kann, wo eine unerwartete Situation einem direkt den Strick enger um den Hals legen kann, ohne das es eigentlich groß in Verbindung steht.
Martin war am Anfang ein Loser, aber aus ihm ist was geworden - eine große Lüge, die aber aus ihm einen anderen Menschen gemacht hat.
Meine Bewertung war wieder extrem schwierig. Einerseits habe ich mich wieder in die Erzählung fallen lassen können und es hat mir großen Lesespaß bereitet. Allerdings finde ich die Handlung stellenweise unglaubwürdig und besonders das Ende kann ich nicht nachvollziehen. Drei Sterne kamen mir als erstes in den Sinn, wegen Martins Veränderung, aber das wirkt zu krass. Also gibt es für dieses Buch vier Sterne. Einfach weil es Slaughter ist, die mich wieder richtig aus den Latschen gekippt hat! - Lotte Kühn
Das Lehrerhasser-Buch
(81)Aktuelle Rezension von: BeiterSonja
Es liest sich gut & ist ziemlich witzig.
Sie zeigt ein bissl wenig Möglichkeiten auf, wie man die Situation besser gestalten könnte. - Kirsten Heisig
Das Ende der Geduld
(83)Aktuelle Rezension von: HoldenJugendrichterin Heisigs Aufklärungsbuch über Jugendgewalt. Erfreulicherweise wird nicht so getan, als sei die Gewalt vom Himmel gefallen oder bestimmten Bevölkerungsgruppen immanent. Unter den äußerst negativen Lebensbedingungen, unter denen manche der Kinder aufwachsen mußten, wäre es schwer gewesen, die "Kurve zu kriegen". Daß Heisig schreibt, daß bei Heranwachsenden häufig Erwachsenenstrafrecht angewandt werde, kann ich so nicht stehen lassen. Meinem Kenntnisstand wird nur bei Trunkenheitsfahrten das allgemeine Strafrecht angewendet, weil Trunkenheitsfahrten in jedem Alter vorkämen, ansonsten wird immer Jugendstrafrecht angewandt. Im übrigen erstaunlich, in was für Bereichen sich ein Jugendrichter auskennen muß, abseits der reinen Paragraphenarbeit in StGB und JGG. Und manche der Themen, die Heisig nur kurz anreißt, sind inzwischen in den Mittelpunkt der Diskussion getreten, zB Cybermobbing, Social Media und die sog. "Ehrenmorde".
- Antonia Michaelis
Die wunderliche Reise von Oliver und Twist
(13)Aktuelle Rezension von: SeitenwindAm Anfang riecht man bereits eine "fein am Reißbrett entworfene Geschichte": Armer Junge, hilflos und einsam in der Welt. Trifft auf neuen Freund, der hilft ihm und umgekehrt. Alles super...
Das Schema tritt zum Glück durch teils sehr schöne Abenteuer öfters in den Hintergrund, wird aber leider gegen Ende wieder sauber ausgegraben. Gewürzt wird es durch zeitliche Verknappung und angedeutete Grausamkeiten, wobei (zum Glück) fast alles gewaltfrei, fast schon pazifistisch verläuft.
Charakteristisch für das Buch sind die Redebeiträge des Dackels, die überwiegend flach und holprig klingen, aber irgendwie auch auf andere Art liebevoll.
Fazit: Teils hanebüchen, aber überwiegend liebevoll und geschichtenreich.
- Graham Moore
Der Mann, der Sherlock Holmes tötete
(77)Aktuelle Rezension von: AleshaneeBücher, die sich um Sherlock Holmes drehen, reizen mich eigentlich immer. Zum einen mag ich Krimis in der viktorianischen Ära - und natürlich auch der Mythos um den meisterlichen Detektiv hat schon was ganz besonderes.
Der Autor erzählt hier auf zwei Zeitebenen.
Zum einen begleiten wir Harold im Jahr 2010, der ein ebenfalls ein großer Holmes Fan ist und grade als jüngstes Mitglied dem Club der Baker Street Irregulars beigetreten ist. Den Sherlockianern, deren Begeisterung man schon weit mehr als ein Hobby nennen kann.
Zum anderen führt uns Graham Moore ins London des Jahres 1900. An Arthur Conan Doyles Seite erleben wir den Schöpfer der bekannten Figur, der sie gerade sterben ließ. Denn Doyle ist die allgemeine Aufmerksamkeit und Begeisterung für seinen Protagonisten einfach zuviel geworden; da er selbst kaum Interesse wecken kann und scheinbar alle Sherlock Holmes für echter halten als ihn selber.
Der Anfang war etwas gewöhnungsbedürftig, allerdings hab ich mich dann ziemlich gut eingelesen und beide Handlungsverläufe mit Interesse verfolgt. In beiden haben wir es mit der Jagd auf einen Mörder zu tun und um die geheimnisvolle Zeit eben jener wenigen Monate aus dem Leben von Doyle, die bis heute nicht so recht entschlüsselt werden konnten.
Es liest sich sehr flüssig und und ohne besondere Ausschweifungen. Nach einem Drittel war ich sehr gefesselt und die Spannung hat mich wirklich gepackt. Die Spuren, die Rätsel und das auch noch bei zwei unterschiedlichen Fällen, das hat die Neugier geweckt den Drang, der Lösung auf die Spur zu kommen!
Genau das, was einem Krimi ausmacht, wie der Autor bzw. Doyle hier auch gerne erwähnt. Allerdings ist gerade dass dann etwas missglückt. Die Lösung nämlich bzw. wohin das ganze führte, haben mich dann ziemlich ernüchtert und auch logische Ungereimtheiten sind mir immer öfter negativ aufgefallen. Ich habe mir etwas spektakuläreres erhofft oder etwas außergewöhnliches. Ich fand es leider etwas banal und hab auch gegen Ende etwas die Lust verloren, weiterzulesen.
Gefreut hab ich mich allerdings über die Begegnung mit Bram Stoker, der tatsächlich ein guter Freund von Arthur C. Doyle war und den man natürlich von seinem Meisterwerk "Dracula" kennt :)
Übrigens gibts am Ende noch einige Erläuterungen von G. Moore über die überlieferten Tatsachen und die Fiktion, die er hier eingesetzt hat, um diese Geschichte zu konstruieren.
Sehr schön fand ich auch die Zitate, die jedes Kapitel einleiten und viele Verbindungen zu Sherlock Holmes schaffen.
Ich habe die Ermittlungen durch Londons historische Straßen mit Doyle sehr gerne verfolgt und einige wissenschaftliche Neuerungen, die zu der Zeit auftauchten, als schönes Mittel gesehen, um einen authentische Atmosphäre zu schaffen und mir diese Epoche näherzubringen.
Auch mit Harold´s Versuchen, eigene Ermittlungen durchzuführen, hab ich mich gut unterhalten, auch wenn er mir oft etwas zu naiv war - oder andererseits dann "wie aus dem Nichts" auf eine Lösung kam.
So richtig sympathisch wollten sie mir aber beide nicht werden...
3.5 Sterne für eine tolle Idee und einen sehr spannenden Mittelteil! - Richard Matheson
Ich bin Legende
(122)Aktuelle Rezension von: Daniel_VoigtlaenderTatsächlich habe ich das Buch erst nach dem Film "I am Legend" gelesen, da ich vorher nicht wusste, dass der Film auf einem Buch basiert. Ehrlicherweise hat mir sowohl der Film, als auch das Buch gefallen. Das Werk des Autors sogar noch etwas mehr. Ich finde die Beschreibung des Hauptcharakters mehr als gelungen und fühlte sich so nah und real an. Ehrlicherweise hasse ich eigentlich fast alles was mit Horror zu tun hat, es ist nun mal nicht meine Welt. Doch dieses Buch hatte mich von Seite 1 an und ich habe es nicht bereut es gelesen zu haben.
"Ich bin Legende" - diese drei kleinen Worte haben sich in meinen Kopf eingebrannt.
- James Patterson
Der 1. Mord
(341)Aktuelle Rezension von: sengaleinThriller mit superkurzen Kapiteln, daher ein echter Pageturner. Die Brutalität und die kaputte Ermittlerin haben mich an skandinavische Krimis erinnert.
Die Treffen des Mörderclubs haben mich vor allem gegen Ende an die Besprechungen der 3 Fragezeichen oder Pfefferkörner erinnert. Ich konnte sie nicht ernst nehmen.
Das Ende war auch wirklich schlecht: Wer greift den bitten nen Cop in den USA zuhause an. Die sind doch allle bewaffnet...
- Delphine de Vigan
Ich hatte vergessen, dass ich verwundbar bin
(66)Aktuelle Rezension von: BuchstabenliebhaberinAber hier geht es um Mathilde und Thibauld. Ich habe so mitgefiebert mit den beiden! Mathilde, die viele Jahre bestens mit ihrem Chef zusammen arbeitete, wird nach einer Lappalie plötzlich mit seinem Hass konfrontiert. Einem nicht mehr endendem Hass, einem ausschließenden, vernichtenden Hass. Und Delphine de Vigan beschreibt das so gut, wie Mathilde versucht, alles wieder hinzubiegen, wie sie alles probiert, und immer weiter absteigt in der Unternehmenshierarchie, der Willkür eines psychopathischen Chefs ausgesetzt. Mathilde hat das nicht verdient! In ihrer Not konsultiert sie sogar eine Wahrsagerin. Wer hat nicht schon aus Verzweiflung sein Horoskop befragt, in der Hoffnung auf baldige Besserung ...
Und dann Thibauld, der Rettungsarzt, was für ein harter, zermürbender Job, in einer Großstadt, Paris, wo es nur so wimmelt vor einsamen Seelen und knallharten Geschäftsleuten, die sich die Ärzte ins Büro rufen, um Zeit zu sparen. Der bindungsunfähige Mann, der sich in eine noch bindungsunfähigere Frau verliebt. Die ihm so konstant die kalte Schulter zeigt, bis er sich trennt. Und leidet. Und wieder einsam ist.
Delphine de Vigan erzählt wie die beiden den 20. Mai erleben, jeder auf seine Art und Weise, mit vielen Rückblicken. Eine sehr melancholische Betrachtung, sehr sensibel, verletzlich, zwei Leben voller Wunden und Narben. Sie erzählt auf eine besondere Weise, die ich sehr, sehr mag. Vielleicht reduziert und zurückgenommen, und dennoch mit viel Tiefe. Ich hätte noch ewig von den beiden weiterlesen können.
- NEON
Unnützes Wissen Fußball
(12)Aktuelle Rezension von: HoldenDie Fußballausgabe der bekannten Neon-Rubrik, Pflichtprogramm für jeden Fußballbesessenen, aber insgesamt eher Nachschlagewerk als etwas, was man wirklich im Kopf behielte, liegt garantiert auf dem Nachttisch jedes Kicker- und 11 Freunde-Redakteurs. Noch faktenverliebter scheint mir "Fußball unser" zu sein, mehr dazu an gleicher Stelle.























