Bücher mit dem Tag "2014"
87 Bücher
- Jonas Jonasson
Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand
(5.953)Aktuelle Rezension von: Tanja_Wue"Richtig war nicht unbedingt das, was richtig war, sondern das, was von der maßgeblichen Person für richtig erklärt wurde."
Die Geschichte fängt genauso an, wie der Titel es vorhersage. Der Hunderjährige Allan hat keine Lust seinen 100ten Geburtstag zu feiern und stieg aus dem Fenster des Altenheim und verschwand. Was dann passiert ist sowohl skurill und an manchen Stellen humorvoll. Weil ich mir einfach nicht das vorstellen konnte und kopfschüttelnd lachen musste um mir das was gerade passiert sein soll, vorstellen zu können.
Insgesamt war es aber mehr eine Erzählung über Allan, wie er aus dem Fenster stieg und was dann passiert, sowie Rückblicke was alles in seinem Leben passiert ist. Fand durch die Erzählung der Schreibstil sehr monoton und dadurch viel es mir schwer manchmal dran zu bleiben, weil es auch schnell langatmig wurde.
Eine solide und skurille Geschichte, die bestimmt mal was anderes ist!
- Hape Kerkeling
Ich bin dann mal weg
(4.113)Aktuelle Rezension von: Leseratte_09Nach einem Hörsturz und Gallenblasen-OP bricht Hape Kerkeling zusammen. Der bekannte Entertainer ist an einem Scheideweg und entscheidet sich im Sommer 2001 dazu, über den Jakobsweg zu pilgern. Eigentlich kein Wanderer durchlebt er körperliche Herausforderungen, denkt über das Leben nach und lernt die unterschiedlichsten Menschen kennen.
Für ihn wird die Wanderung auch ein Weg zu sich selbst, um sich klar zu werden, was für ihn im Leben wirklich zählt.
Kerkeling erzählt in der ihm eigenen Sprache, selbstironisch, heiter und doch mit viel Tiefgang und hat so ein Buch geschrieben, von dem man sich inspirieren lassen kann. Es muss vielleicht nicht immer die große Reise auf dem Jakobsweg sein, doch zu sich selbst ehrlich zu sein und sich Auszeiten im Alltag zu schaffen kann durch den manchmal turbulenten Alltag jeden Lebens helfen.
- Marc Elsberg
ZERO - Sie wissen, was du tust
(626)Aktuelle Rezension von: _jamii_London. Bei einer Verfolgungsjagd wird ein Junge erschossen. Sein Tod führt die Journalistin Cynthia Bonsant zu der gefeierten Internetplattform Freemee. Diese sammelt und analysiert Daten – und verspricht dadurch ihren Millionen Nutzern ein besseres Leben und mehr Erfolg. Nur einer warnt vor Freemee und vor der Macht, die der Online-Newcomer einigen wenigen verleihen könnte: ZERO, der meistgesuchte Online-Aktivist der Welt. Als Cynthia anfängt, genauer zu recherchieren, wird sie selbst zur Gejagten. Doch in einer Welt voller Kameras, Datenbrillen und Smartphones kann man sich nicht verstecken …
Der Schreibstil ist interessant und packend ab der ersten Seite. Im Verlauf der Geschichte werden mehrere Charaktere begleitet, man muss etwas bei der Sache sein, um jeweils die Hintergründe und Beziehungen untereinander präsent zu haben. Dafür erfährt man aber viel über die Motive der jeweiligen Personen.
Häppchenweise erfährt man mehr über die wahren Motive von Freemee, wenige Fragen werden beantwortet, viele neue tauchen auf. Die Spannung hält sich über das ganze Buch.
Das Thema ist hochaktuell und nicht weniger beängstigend. Dass Grosskonzerne unsere Daten munter sammeln, verwerten und verkaufen ist ja bekannt. Auch dass sie uns entsprechend manipulieren (können). Hier dann zu lesen, was alles daraus resultieren kann, ist erschreckend.
Zero agiert als Organisation im Hintergrund, welche die Menschen auf die Wichtigkeit ihrer Privatsphäre aufmerksam machen will.
Äusserst realitätsnah, erschreckend und spannend!
- Joanne K. Rowling
Ein plötzlicher Todesfall
(778)Aktuelle Rezension von: fayreadsIn der Kleinstadt Pagford stirbt Barry Fairbrother. Die AnwohnerInnen sind erschüttert über seinen plötzlichen Tod, doch mit dem Todestag wird der Abgrund der Stadt deutlich. Fairbrother war ein bedeutendes Gemeinderat-Mitglied und nun ist ein Platz frei, den viele wollen, aber nur einer bekommen kann.
Diese Streitereien bekommen auch die Kinder der Kleinstadt-PolitikerInnen mit und auch sie haben einige Schwierigkeiten in ihrem Leben. Doch sie können nicht tatenlos zugucken und hacken die Homepage des Gemeinderats und offenbaren nach und nach immer mehr Geheimnisse.Fazit:
Durch die Autorin hatte ich gewisse Ansprüche und wurde auch nicht enttäuscht. Anfangs hatte ich eine andere Geschichte erwartet, doch der Kleinstadt-Krieg, den ich bekommen habe, habe ich auch gerne gelesen.
Leider waren es mir zu viele Figuren, da ich die ersten 200 Seiten damit verbracht habe, mich zu fragen, welche Sicht ich gerade lese und wer das noch einmal war.
Außerdem waren mir die Jugendlichen etwas zu gewollt wild geschrieben. Sie dachten eigentlich immer nur an Sex oder wie sie ihre Eltern ruinieren können und das war mir etwas zu viel. Bei den Jugendlichen hätte ich auch gerne mehr über Gaia gelesen, die mir etwas zu kurz kam, obwohl sie eigentlich ein interessanter Charakter war.
Das Ende war extrem deprimierend. Zwischendurch hatte ich die Hoffnung auf ein Happy-End, doch dann wurde ich enttäuscht. Ich hätte mir eindeutig ein anderes Ende gewünscht und wenigstens ein paar Figuren ein schönes Leben gewünscht.
- Cody McFadyen
Der Menschenmacher
(1.163)Aktuelle Rezension von: zickzackDavid, Allison und Charlie wachsen bei Robert Gray auf, ihren Adoptivvater, den sie „Dad“ nennen sollen. Sie sind isoliert von der Außenwelt und bekommen täglich Gewalt, um wie Bob zu sagen pflegt: „Evolviere.“ Schließlich bleibt ihnen nichts Anderes übrig „Dad“ zu töten, um nicht selbst zu sterben.
20 Jahre später hat David sich zum angesehenen Schriftsteller entwickelt und hat seine eigene Foundation gegründet, die sich um Kinder in Not kümmert. Auf einer Wohltätigkeitsveranstaltung bekommt David einen Brief mit einem Wort: „Evolviere!“ Fängt der ganze Wahnsinn von vorn an?
Ich glaube, in dieses Buch wollte der Autor alle Grausamkeiten, die es auf der Welt gibt, hineinpacken. Hier wurde wirklich nichts beschönigt, sondern wenn man schon dachte, dass jetzt der Gipfel erreicht ist, legte er noch eine Schippe drauf. Das verwundert mit bei dem Autor allerdings auch nicht, denn seine Reihe um Smoky Barret ist ja ähnlich gestrickt. Da wurden ja die Opfer auch regelrecht ausgeweidet.
Es fing schon mit der Entführung an und dann das erste Kapitel, als David noch bei seiner Mutter gelebt hat, zwar unter ärmlichen Umständen, aber glücklich. Da war schon der erste Schock, das Ende dieses Kapitels. Damit war zu rechnen, weil irgendwie musste er ja zu Robert Gray kommen, aber wie es dann kam, war doch wie ein eiskalter Eimer Wasser über den Kopf. Einfach nur grausam und traumatisch.
Cody McFadyen schreibt in einem eindringlichen Stil. Er hat mir die drei Geschwister sehr nah gebracht, dass ich mit jeden einzelnen mitgelitten habe. Gleichzeitig sind sie so unterschiedlich. David, der mit den Worten umgehen kann und wie der sensibelste wirkt. Charlie, der eine unglaubliche Wut in sich trägt, gleichzeitig ein loses Mundwerk hat und es schafft andere zu Lachen zu bringen, aber eben auch ein Killer ist. Allison, die am stärksten wirkt, weil sie so beherrscht wirkt und wie der Fels in der Brandung ist, die meisten moralischen Werte in sich trägt und wohl deshalb FBI-Agentin wurde. Gleichzeitig sind ihre Brüder ihr mehr wert, als ihre Karriere.
Das Schönste in dem Buch für mich war der Zusammenhalt zwischen den Geschwistern. Ich fand auch, dass die beste Szene im Buch, die aus dem Klappentext war. Als die drei noch Jugendliche waren und ihren „Dad“ getötet haben. Es war auch der Schlüsselmoment für mich, als mich das Buch komplett gepackt hat und ich es bis zum Schluss nicht mehr aus der Hand legen konnte.
Kritik gibt es von mir nur wenig.
Mich hat etwas gestört, dass man in den Geschehnissen gesprungen ist. Die Rückblenden an sich mochte ich zwar, aber sie kamen manchmal an frustrierenden Stellen. Ich wollte so unbedingt wissen, wie es in der Gegenwart weitergeht und dann klatscht der Autor gerade da eine mehrseitige Rückblende ein.
Zudem fand ich den Schluss etwas drüber. Das Buch hat ja schon die gesamte Zeit an der Grenze gespielt. Wie gesagt, hat der Autor anscheinend alle Grausamkeiten auf der Welt, die ihn bewusst sind, in das Buch gepackt. Es war stellenweise so grausam, dass es selbst für mich als Hartgesottene teils schwer zu ertragen war und ich tief durchatmen musste.
Aber der Schluss… wobei da nicht die Grausamkeit das Problem war, sondern die zu wilden Plottwist.
Es hätte für mich gereicht,
Wenn es nur die Söhne von Robert Gray gewesen wären und nicht noch, dass er einen Zwillingsbruder hat, was schon wild war, sondern dann auch noch der Vater von Bob auftauchte. Da gab es zwar im Buch schon ein paar Andeutungen, dass das passieren kann, aber es war so absurd. Und was er dann noch für einen Stuss von sich gegeben hat…
Wenn es bei dem einen Plottwisst geblieben wäre. Da hat der Autor für mich am Ende zu viel gewollt bzw. einfach übertrieben. Es war für mich nicht rund.
Fazit: Das war ein unglaublich spannendes, wie auch grausames Buch. Ich war ab einen gewissen Punkt komplett gepackt, dass ich kaum noch aufhören konnte. Allerdings fand ich die letzten 40 Seiten doch sehr wild und war das Quäntchen, was zu viel war. 4,5 Sterne.
- Leonie Swann
Garou
(497)Aktuelle Rezension von: FineAndersIn "Garou" von Leonie Swann begleiten wir die Schafherde aus "Glennkill" weiter, diesmal durch Europa mit ihrer neuen Schäferin. Dieser Teil gefiel mir noch besser als der erste Band. Hier gab es mehr Handlung, und besonders die Ziegen waren witzig.
Der Schreibstil war wie gewohnt charmant, spannend, witzig und ein wenig wirr, aber ich mag das so auch mal ganz gerne.
Die Dialoge der Tiere und ihre Logik haben mich wieder sehr zum Lachen aber auch zum Nachdenken gebracht.
- Fredrik Backman
Ein Mann namens Ove
(846)Aktuelle Rezension von: Christin87Ove, 59, seit kurzem im vorzeitigen Ruhestand, hat nur noch einen Wunsch: seiner Frau in den Tod zu Folgen. Ove versucht wirklich alles, um an sein Ziel zu gelangen, doch kommt ihm immer etwas dazwischen. Materialschwäche, einzuparkende Autos, Leben retten, seiner Nachbarin Autofahren beibringen, sich um die Katze kümmern . . . Und dann sind da ja auch noch die ganzen anderen unzurechnungsfähigen Nachbarn, die von nichts eine Ahnung haben, nicht zuletzt Rune, mit dem er Jahrzehnte in leidenschaftlichem Streit verbrachte.
Irgendjemand muss die Welt in der Waage halten. Denn eines liebt Ove fast so sehr wie seine verstorbene Frau: Ordnung! Regeln sind dazu da, um eingehalten zu werden! Doch nach und nach taut der von allen als nervig und pedantisch abgestempelte Ove aus seiner harten Schale auf . . .Das Buch gehört für mich mal wieder in die Kategorie "Lies erst das Buch, schau danach den Film". Und es war eine großartige Entscheidung, denn es ist ein großartiges Buch!
Frederik Backman at his best! Die perfekte Mischung aus Tragik und Komik, über einen Mann, dem das Leben seit seiner Kindheit hart mitgespielt und der in Ordnung und Disziplin seinen Halt gefunden hat. Nur ein Mensch hat diese dicke Schutzmauer je durchschaut: seine Frau Sonja. Sie war und ist sein Ein und Alles. Und so erfahren wir alles vom kleinen Ove, vom jungen Ove, vom verliebten Ove und vom trauernden Ove. Und es ist überhaupt nicht schlimm, dass es der Erzählstil vorsieht, sehr viele Dinge sehr regelmäßig zu wiederholen. Die Art der Erzählung passt perfekt zu den schrulligen Charakteren. Parvaneh ist eine herrliche Gegenspielerin, die das meiste was sie mit Ove tut tut, weil sie seine Absicht schnell durchschaut hat.An nicht wenigen Stellen habe ich mir Textabschnitte markiert, weil die Geschichte mit zahlreichen (einfachen aber existenziellen) Erkenntnissen gespickt ist, die den Sinn des Lebens auf den Punkt bringen.
Wenn ich etwas finden müsste, was ich kritisieren sollte, dann die Tatsache, dass Ove erst 59 ist, aber die Beschreibungen vom ihm und seinem Umfeld einen viel älteren Mann vor dem inneren Auge entstehen lassen.Ein ganz eindeutiges 5 Sterne Buch.
Zumindest der Hollywoodfilm kann den Charme der Geschichte für mich nicht ganz einfangen, trotz Tom Hanks. Mal schauen, wie die Schweden selbst das hinbekommen haben.
- Nele Neuhaus
Im Wald (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 8)
(638)Aktuelle Rezension von: KeksTrommelEin Fuchs und ein Junge verschwinden. Jahre später wird eine totkranke Frau ermordet. Wollte sie ihr Gewissen erleichtern und drohte die Wahrheit ans Licht zu kommen? Oder hat beides nichts miteinander zu tun? Es bleibt nicht der einzige Mord.
Das Cover finde ich ganz passend gestaltet, wenn man mehr von den Geschehnissen Kenntnis erhält.
Es war mein erstes Buch von Nele Neuhaus. Das war aber nicht weiter schlimm, da es ein unabhängiger in sich geschlossener Fall war.
Das Buch wurde aus verschiedenen Sichtweisen erzählt.
Der Fall an und für sich war spannend erzählt, das Ende war schlüssig.
Ganz Ruppertheim war hier im Fokus, weil die ehemaligen Kinder zusammenhielten und über die Geschehnisse der Vergangenheit schweigen. Auch Bodenstein ist tief in den Fall verwickelt.
Mir gefallen die Charaktere. Pia ist noch etwas unsicher, als sie die Leitung übernimmt. Das merkt man ihr an und das ist für mich als Leser nachvollziehbar. Das Bodenstein dennoch ermittelt, weil der damals verschwundene Junge sein Freund und der verschwundene Fuchs sein Haustier war, ist für mich ebenso nachvollziehbar.
Das Buch hat mir viele spannende Lesestunden geboten, auch wenn es am Ende etwas in die Länge gezogen wurde, weshalb ich es weiter empfehlen kann.
- Simona Ahrnstedt
Die Erbin
(437)Aktuelle Rezension von: FeatherstoneInhalt:
Als sich Natalia de la Grip in David Hammar verliebt ahnt sie nicht, dass er ihr etwas Entscheidendes verheimlicht: Viele Jahre zuvor hat Natalias Familie Davids Leben zerstört und er setzt daher alles daran die Familie de la Grip zu ruinieren und sich für das erlittene Unrecht zu rächen. Um dies zu erreichen plant David einen der größten Coups, die die schwedische Finanzwelt bislang gesehen hat. Mit einem hat David jedoch nicht gerechnet: Er muss sich eingestehen, dass er Natalia liebt und seine Rachepläne stehen einer gemeinsamen Zukunft mit ihr entgegen…
Dieser Coup wäre ein Meilenstein, der die Geschichte der schwedischen Wirtschaft für alle Zeit in ein Davor und ein Danach teilen würde. Aus diesem Grund musste er einen kühlen Kopf bewahren. […] Und deswegen durfte ihm nicht andauernd Natalia im Kopf herumschwirren. (S. 235)
Meine Meinung:
Das erste was ich diesem Buch zugutehalten muss ist, dass ich ihm die rund 600 Seiten kaum angemerkt habe und stattdessen den Eindruck hatte ein deutlich kürzeres Buch zu lesen. Das liegt daran, dass eine richtig mitreißende Geschichte erzählt wird, die einem relativ schnell in ihren Bann zieht und einem durch die Seiten fliegen lässt. Es werden große Gefühle und eine Menge Drama und Herzschmerz geboten. Außerdem werden Intrigen gesponnen und es kommen einige Geheimnisse ans Licht. Man fragt sich was David in seiner Vergangenheit widerfahren ist und in ihm den Wunsch nach Rache geweckt hat. Außerdem ist man gespannt wie genau der von ihm geplante unternehmerische Coup aussehen wird mit dem er die Familie de la Grip ruinieren will. Darüber hinaus wird eine wirklich schöne und rührende Liebesgeschichte erzählt, die einem mitfiebern lässt.
Natalia und David schließt man schnell ins Herz und es wird richtig schön beschrieben wie sich die beiden näherkommen und feststellen, dass sie mehr Gemeinsamkeiten haben als es zunächst den Anschein hat. Man bekommt sowohl Einblicke in Natalias als auch in Davids Gefühls- und Gedankenwelt, weshalb man sich in beide sehr gut hineinversetzen kann. Einerseits bangt man mit Natalia, weil sie ihr Herz an David verliert ohne zu ahnen, dass er ihr mit seinem Geheimnis schon bald das Herz brechen könnte. Andererseits geht einem aber auch Davids Schicksal nahe und man kann verstehen, dass er Rachepläne hegt.
Die Liebesgeschichte zwischen Natalia und David wird sehr berührend beschrieben und geht zu Herzen. Zwar verheimlicht David ihr seine Pläne bzgl. der Unternehmensübernahme mit der er ihrer Familie schaden will, aber er nutzt Natalia nicht aus um durch sie an Insiderinformationen zu gelangen. Davids Liebe für Natalia ist aufrichtig und es ist klar, dass sie ihm wirklich etwas bedeutet. Allein deshalb trifft er sich weiterhin mit ihr. Umso herzzerreißender ist es, dass einem trotz der gegenseitigen Zuneigung der beiden klar ist, dass alles unweigerlich auf ein großes Drama hinausläuft, denn sobald David seine Pläne in die Tat umgesetzt haben wird wird Natalia erfahren, dass er ihr Vertrauen missbraucht hat und sie wird seine Gefühle ihr gegenüber in Frage stellen. Diese Situation stützt auch David zunehmend in einen Gewissenskonflikt, denn er will zwar seine Rachepläne um jeden Preis in die Tat umsetzen, aber er beginnt zugleich auch von einer gemeinsamen Zukunft mit Natalia zu träumen, die dadurch bedroht ist.
In einem Nebenhandlungsstrang wird noch eine weitere Liebesgeschichte erzählt, die ebenfalls richtig schön und vor allem auch ziemlich amüsant ist: Die Liebe zwischen Natalias bester Freundin Asa und Davids Geschäftspartner Michel. Diese beiden haben eine etwas komplizierte gemeinsame Vergangenheit. Seit Jahren haben sie Gefühle füreinander, aber Michel und vor allem Asa haben Probleme damit zu diesen Gefühlen zu stehen. Aus Angst verletzt zu werden erscheint es beiden zunächst undenkbar dem jeweils anderen die eigenen Gefühle zu offenbaren. Dementsprechend kracht es mehrmals als die beiden Sturköpfe aufeinandertreffen, aber es fliegen auch die Funken. Vor allem Asa treibt Michel mit ihrer arroganten, provozierenden und aufbrausenden Art in den Wahnsinn. Michel lässt sich davon aber nicht abschrecken und kämpft um sie, denn sie ist für ihn auch nach all den Jahren noch immer seine große Liebe. Er setzt alles daran ihre abweisende und harte Schale zu durchdringen um ein Teil ihres Lebens zu werden.
Es gibt eine Reihe sehr bewegender Momente. So ist es richtig traurig und herzzerreißend wie sehr sich Natalia hintergangen und gedemütigt fühlt als sie hinter Davids Geheimnis kommt. Sie muss befürchten, dass er ihr auch seine Gefühle nur vorgespielt hat und das stürzt sie in tiefste Verzweiflung. Umso schöner und emotionaler ist es dann zu verfolgen wie David später alles gibt um sie von der Aufrichtigkeit seiner Gefühle zu überzeugen und ihr Vertrauen zurückzugewinnen. Natalia macht es ihrem David verständlicherweise nicht ganz leicht als er voll Reue zurückkehrt. Ein weiterer richtig bewegender Moment ist die Enthüllung dessen was David in seiner Vergangenheit zugestoßen ist. Er vertraut Natalia schließlich an welchen Schikanen, Demütigungen, und körperlichen Angriffen er während seiner Internatszeit hilflos ausgeliert war und wie schließlich auch noch seine Schwester ein Opfer seiner grausamen Mitschüler wurde. Das ist umso erschütternder wenn man bedenkt, dass 2013 tatsächlich ein schwedisches Eliteinternat in die Schlagzeilen geraten ist, weil Schüler dort misshandelt wurden (wenn man die Schlagwort „Eliteinternat“, „Bügeleisen“, „Schweden“ und „Anklage“ im Internet eingibt findet man die entsprechenden Zeitungsartikel).
Positiv möchte ich auch noch hervorheben, dass dieses Buch (anders als die vielen anderen dieses Genres) zur Abwechslung mal in Schweden spielt. Neben den Städtenamen fällt einem das dadurch auf, dass sich die Charaktere zuweilen mit „hej“ begrüßen bzw. sich mit „hejdå“ verabschieden. Darüber hinaus bekommt man einen interessanten Einblick in die schwedische Finanzwelt, der sehr gut in die Handlung eingewoben wird, einem zu keinem Zeitpunkt langweilt und auch nicht zu ausführlich geraten ist. Die Pläne rund um die Unternehmensübernahme werden auf für Laien leicht verständlich erklärt. Auch die Einblicke in das Leben der schwedischen High Society haben die Geschichte bereichert.
Die Geschichte hat ein emotionales, versöhnliches und hoffnungsvolles Ende mit einem perfekten Happy End für die Protagonisten. Vielleicht hätte der Drama- und Unterhaltungsfaktor an der einen oder anderen Stelle ein kleines bisschen heruntergefahren werden können. Außerdem ist das Happy End schon fast zu perfekt. Das finde ich aber nicht weiter schlimm, weil einem das Buch richtig schöne Lesestunden schenkt und man manchmal eben einfach eine unterhaltsame Geschichte fürs Herz braucht.
Fazit:
Ich hätte nicht gedacht, dass mich dieses Buch derart gut unterhält. Wer auf der Suche nach einer spannenden und dramatischen Liebesgeschichte mit viel Gefühl, Herzschmerz und Drama ist wird dieses Buch sehr gerne mögen. Man schließt die Protagonisten schnell ins Herz und ihre Liebesgeschichte lässt einem sehr mitfiebern. Außerdem bereichern auch die Nebenfiguren die Geschichte sehr.
Ich werde dem zweiten Band auf jeden Fall auch noch eine Chance geben!
Zum Schluss noch zwei der schönsten Zitate aus dem Buch:
„Du kennst den Spruch, dass es besser ist, geliebt und verloren zu haben, als nie geliebt zu haben? […] Das ist Blödsinn. Nichts ist schlimmer, als diejenigen zu verlieren, die man liebt.“ (S. 471)
„Aber zwischen uns kann doch nie etwas werden“, sagte sie und hörte, dass ihre Stimme nicht recht trug. […] „Nur weil es keine Zukunft für uns gibt, bedeutet es nicht, dass es im Hier und Jetzt nicht gut sein kann“, murmelte er. (S. 421/422)
- Khaled Hosseini
Traumsammler
(527)Aktuelle Rezension von: WafaoooTraumsammler war mein erstes Buch von Khaled Hosseini - und hat mich direkt begeistert.
Die berührende Geschichte von der kleinen Pari und ihrem Bruder Abdullah, die früh getrennt und in völlig verschiedenen Welten aufwachsen, ist fesselnd und emotional.
Hosseini überrascht immer wieder mit unerwarteten Wendungen und zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie grausam das Leben sein kann.
Ein tiergehender, bewegender Roman.
- Harry Mulisch
Die Entdeckung des Himmels
(282)Aktuelle Rezension von: FerrumWas macht der Himmel, wenn er mit den Menschen unzufrieden ist? Richtig, er will seine 10 Gebote zurückholen und somit die Verbindung zur Erde auflösen. Und darum gehts, beginnend vor der Zeugung der Akteure bis hin zum großen FInale in Jerusalem.
Kaum eines der großen gesellschaftspolitischen Themen wird dabei ausgelassen, und dennoch hat man nie das Gefühl, dem hocherhobenen, moralinsaurem Zeigefinger ausgesetzt zu sein. Hat einen ewigen Ehrenplatz in meiner Bibliothek. - Frau Freitag
Chill mal, Frau Freitag
(425)Aktuelle Rezension von: JaniEs ist mal was ganz anderes. Ich konnte lachen, schmunzeln und musste auch das ein oder andere mal den Satz zweimal lesen. Es hat sich so angefühlt als wäre ich wieder in der Schule zurück katapultiert worden. Es kommt einen aus der Schulzeit so vieles bekannt vor. Meine Klasse war auch so eine Problem Klasse bis zum Schluß. Doch wenn was war haben wir gemeinsam dafür gekämpft, egal welche Verhältnisse, Streits oder sonst was war. Also im großen und ganzen war es wie ein klassen Treffen.
- Victoria Schwab
Das Mädchen, das Geschichten fängt
(278)Aktuelle Rezension von: Kitty_CatinaScheinbar habe ich diesen Monat einen echt guten Griff ins Bücherregal gemacht, denn mit diesem hier habe ich nun schon mein zweites Buch in Folge gelesen, welches mich mit einer spannenden Geschichte, tollen Charakteren und einem flüssigen, fesselnden Schreibstil absolut mitreißen konnte.
Dabei ist bereits die Idee hinter diesem Roman einfach großartig, sehr kreativ und zeigt eine große Fantasie der Autorin, wobei sie das Thema Tod auch noch richtig spannend, actionreich und teilweise sogar sehr emotional, umgesetzt hat. Gerade der Zweig der Geschichte, der sich um Macs Familienschicksal und den Verlust eines geliebten Menschen dreht, hat mich wirklich sehr berührt, weil man daran sieht, wie unterschiedlich Menschen damit umgehen und wie es eine Familie und das Familienleben beeinflusst. Ebenfalls fand ich die Rückblicke mit Mac und ihrem Großvater, der ihr sozusagen das Wächteramt vererbt hat, super schön und dadurch erfährt man auch, wie Mac zu einer so jungen Wächterin geworden ist und ebenso, wie alles rund um das Archiv funktioniert. Zudem gibt es noch eine kleine, sehr dezente Liebesgeschichte, die sich so selbstverständlich und ruhig entwickelt, dass sie sehr realistisch auf mich gewirkt hat und irgendwie organisch. Es gibt aber auch einen spannenden Mordfall, welchen Mac entdeckt und unbedingt auflösen will, was sich als gar nicht so einfach herausstellt. Obendrein muss ich sagen, dass ich das doch recht begrenzte Setting richtig gut fand, mysteriös und auch ein bisschen düster, denn die Geschichte spielt komplett in Macs neuem Zuhause, einem alten, zu Wohnungen umgebauten Hotel, dem Coronado, welches auch das Archiv einschließt, welches man sich wie eine Art andere Dimension vorstellen kann.
Sehr gut geschrieben waren für mich auch die einzelnen Charaktere. Mac zum Beispiel fand ich sehr sympathisch und liebenswert. Sie hat für ihr Alter eine riesige Verantwortung, gleichzeitig ist sie aber auch eine typische Teenagerin, welche zudem auch noch um ihren kleinen Bruder trauert. Das führt zu einigen unbedachten Handlungen und Fehlern, die ich aber absolut nachvollziehen konnte und die sie sehr realistisch machen. Auch den geheimnisvollen und selbstbewussten Wes mochte ich wirklich sehr, denn er ist auf eine sehr sympathische Art anders und nicht auf den Mund gefallen. Dazu kommen noch Macs Eltern, einige andere Bewohner des Coronados und auch Mitarbeiter des Archivs, die allesamt einzigartig sind, mal streng, mal kurios, mal geheimnisvoll, manchmal auch irgendwas dazwischen.
Alles in allem finde ich, hat man bisher viel zu wenig von diesem packenden und einfach wundervollen Roman gehört, obwohl er doch schon etwas älter ist. Deshalb bin ich froh, dass ich ihn entdeckt habe und kann ihn auch nur weiterempfehlen, wenn man kreative, leicht düstere Urban Fantasy Geschichten mag.
- Jean-Luc Bannalec
Bretonische Verhältnisse
(609)Aktuelle Rezension von: SatoIn Port Aven, einem idyllischen Künstlerort an der bretonischen Küste, wird ein hochbetagter, angesehener Hotelier erstochen. Dupin, ein aus Paris strafversetzter Kriminalkommissar, übernimmt die Ermittlungen. Überall trifft er dabei auf die Spuren der bekannten Malerkolonie die den Ort einst berühmt gemacht hat. Der bekannteste von ihnen, Gauguin, wohnte einst in dem Hotel, das nun ein Tatort ist. Und es bleibt nicht bei diesem einen Mord.
Das Buch ist eine überzeugende Liebeserklärung an die Bretagne, die wundervolle Landschaft, der etwas eigene Menschenschlag, die Kultur und vor allem die hervorragende Küche. Dieser Lobgesang ist in einen spannend geschriebenen Krimi verpackt mit Dupin als etwas unkonventionellen Ermittler, welcher von interessant aufgebauten Protagonisten umgeben ist. Die Geschichte wird flüssig erzählt, kommt ganz ohne Action und Hektik aus, ist jedoch an keiner Stelle langweilig. Ein toller Einstieg in eine Krimireihe der ich gern folgen werde.
- Roger Willemsen
Der Knacks
(54)Aktuelle Rezension von: sternchen70Roger Willemsen beschreibt ein durchaus interessantes Thema. Seinen Schreibstil allerdings finde ich viel zu schwerfällig und langatmig. Ich hatte immer wieder den Eindruck, er müht sich krampfhaft, sein Buch zu füllen. Nach dem ersten Drittel habe ich entnervt aufgegeben. - Joël Dicker
Das Verschwinden der Stephanie Mailer
(346)Aktuelle Rezension von: Hubertus_FeldmannIm Allgemeinen lese ich immer mehrere Bücher parallel. Zum ersten Mal hatte ich keine Chance dazu. Insofern ist es empfehlenswert, die Lektüre dieses Buches auf ein Wochenende zu legen, ein möglichst störungsfreies dazu.
Nachdem Joel Dicker mit seinem Erstlingswerk „Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert“ eine Steilvorlag im Bereich der Spannungsliteratur gelungen war, dann mit seinem zweiten Roman, „Die Geschichte der Baltimores“, etwas nachgelassen hatte, ist er jetzt wieder zurück: ein fulminantes, ein großartiges Werk für Freunde guter Kriminalliteratur.
Das Buch hat nicht nur die Qualität eine Pageturners, es empfiehlt sich nachgerade, diesem Sog nachzugeben, denn die hier miteinander verquickten Handlungsstränge (Aktuell und zwanzig Jahre zuvor) erfordern das ganze Hirn. Aber keine Sorge, durch die geschickte Erzählweise wird man immer wieder „in die Spur gebracht“, sodass sich quasi zwangsläufig dieser Lesefluss ergibt, die einen guten Roman auszeichnen.
Kurz: Es ist ein Genuss, sich diesem Buch zu überlassen.
(7.4.2019)
- Jessica Sorensen
Die Sache mit Callie und Kayden
(627)Aktuelle Rezension von: KaetherakteSowohl Callie als auch Kayden haben eine schwere Vergangenheit. Das bekommt gleich im Prolog deutlich zu spüren. Die Story bleibt von Seite 1 bis zum Ende sehr bewegend und spannend. Ich liebe es, dass man Callie´s und Kaydens Ansicht lesen kann. Ebenso hat mir gefallen, dass die Handlung nicht vorhersehbar ist. Das Einzige, was ich kritisiere oder eher gesagt wichtig gefunden hätte, wäre eine Triggerwarnung, bevor man dieses Buch liest, da es an manchen Stellen sehr extrem ist.
- Frank Schätzing
Tod und Teufel
(762)Aktuelle Rezension von: alascaSchätzings Debütroman hat inzwischen drei Jahrzehnte auf dem Buckel – und das merkt man ihm leider auch an. Zwar hat der Autor schon damals gründlich recherchiert und sein Wissen mit großem Enthusiasmus in die Geschichte gepackt – aber eben wirklich alles. Egal ob's passt oder nicht, Hauptsache, es ist drin. Diese Freude am Infodump zieht sich durch sein ganzes Werk, nur geriet ihm beim ersten Mal der Einbau nicht sonderlich elegant.
Was aber richtig stark ist: Schätzings Gespür für das mittelalterliche Köln. Vor allem der Dom und seine Baustelle lebt auf jeder Seite. Die gotische Architektur als visionärer Wahnsinn ihrer Zeit – das kommt mit voller Wucht rüber. Eine nächtliche Szene auf der Baustelle ist sogar so eindrucksvoll geraten, dass man sie glatt verfilmen möchte. Köln und sein Dom sind ganz klar die eigentlichen Stars des Romans.
Weniger überzeugend sind leider die menschlichen Figuren. Klischeehaft, eindimensional, und die psychologische Entwicklung funktioniert eher nach dem Motto: Erkenntnis → BÄM → sofortige Veränderung. Persönlichkeitsentwicklung mit dem Holzhammer. Und das große Böse? Natürlich eine alte, blinde, rachsüchtige Frau – die klassische „böse Hexe“, wie aus dem misogynen Baukasten. Ob Schätzing das heute auch noch so schreiben würde? Aus heutiger Sicht ist das mindestens fragwürdig – feministisch betrachtet sogar ein Totalausfall.
Und wie so viele Autor:innen historischer Romane verpasst auch Schätzing seinen Figuren ein modernes Mindset. Jaspar etwa wirkt wie ein Denker der Renaissance, lange bevor die überhaupt begann: Er zweifelt an allem – an Gott, an der Kirche, an der Ordnung der Welt – und feiert Logik und Vernunft. Jacop wiederum gönnt sich zum Schluss eine kleine Auszeit zur Selbstfindung – ganz im Sinne heutiger Selfcare- und Selbstoptimierungs-Philosophie. Und der gedungene Mörder ist ein waschechter Nihilist. Historisch korrekt ist hier im Grunde nur die Kulisse.
Fazit: Dieses Reread war eher ein kleiner Dämpfer. Ich habe „Tod und Teufel“ nur nochmal zur Hand genommen, um gewappnet zu sein für „Helden“, Schätzings neuen Roman, der mich schon vorwurfsvoll vom SUB anstarrt. Jetzt frage ich mich, ob ich dieses Sequel überhaupt lesen will. Aber gut – vielleicht spricht ja aus dem neuen Buch die geballte Wortgewandtheit eines Autors mit 30 Jahren Erfahrung. Hoffen darf man ja.
- Meg Rosoff
So lebe ich jetzt
(87)Aktuelle Rezension von: Tilman_SchneiderMeg Rosoff erhielt für "So lebe ich jetzt" 2005 den Luchs und war für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2006 nominiert. Daisy wird von ihrem Vater von New York nach England geschickt um bei ihrer Tante und ihren Kindern zu leben. Es soll eine unvergessliche und alles verändernde Zeit werden die Daisy erlebt. Nichts ist mehr wie vorher und es wird viel erlebt und durchlebt.
- Marko Leino
Wunder einer Winternacht
(284)Aktuelle Rezension von: KadoIch dachte wirklich, ich hätte meinen Favoriten unter den Weihnachtsbüchern bereits vorher gefunden - doch ich wurde eines Besseren belehrt.
'Wunder einer Winternacht' von Marko Leino ist in Sachen Gefühl und Sinn der Weihnacht kaum zu übertreffen. Zum Jahresende nochmal ein absolutes Highlight - und das ist keineswegs übertrieben. 🥹
Der kleine Nikolas steht nach einem schweren Schicksalsschlag im Alter von gerade einmal fünf Jahren ganz alleine da. Wie schön, dass es die warmherzige Dorfgemeinschaft des kleinen Fischerörtchens Korvajoki gibt. Obwohl jede Familie selbst von Jahr zu Jahr ums Überleben kämpft, treffen sie gemeinsam eine ungewöhnliche Entscheidung: Nikolas soll jeweils ein Jahr bei einer Familie leben und immer an Weihnachten weiterziehen.
Anfangs leidet der Junge sehr unter dieser Situation, doch mit der Zeit helfen ihm die liebevollen Menschen, Vertrauen zu fassen und langsam zu heilen. Als stillen Dank schnitzt Nikolas jedes Jahr kleine Holzgeschenke für die Kinder seiner jeweiligen Gastfamilie - eine liebevolle Geste , die zeigt, wie viel Wärme und Mitgefühl trotz aller Entbehrungen in ihm stecken.
Nach einigen Jahren jedoch kommt ein wirtschaftlich besonders schlechtes Jahr - und der einzige, der Nikolas aufnehmen kann, ist der mürrische, eigenbrötlerische Tischler Iisakki. Für ihn ist Nikolas zunächst nichts weiter als eine billige Arbeitskraft. Doch dann geschieht ein kleines Weihnachtswunder.
Mehr möchte ich gar nicht verraten, denn gerade die leisen, überraschenden Momente machen diese Geschichte so unglaublich zauberhaft.
Während des Lesens war ich traurig, freudig überrascht, voller Mitgefühl und mehrfach zu Tränen gerührt - ein Wechselbad der Gefühle.
Eine wunderschöne Weihnachtsgeschichte, die sich tief in mein Herz eingebrannt hat. Von mir eine ganz klare Leseempfehlung.
Den Film habe ich mir im Anschluss ebenfalls angesehen, doch für mein Empfinden fehlt dort einiges. Vor allem konnte das besondere Gefühl des Buches bei Weitem nicht so intensiv transportiert werden. - Marieke van der Pol
Brautflug
(129)Aktuelle Rezension von: abuelitaAnfang der 50iger Jahre wandern drei junge Frauen aus den Niederlanden nach Neuseeland aus. Sie nehmen den sogenannten Brautflug – die Stadt Christchurch will ihr hundertjähriges Bestehen feiern und zwar mit einem Flugrennen. Die KLM möchte in der Handicap Klasse mitmachen – mit einem Frachtflugzeug das umgebaut wurde und das 64 Menschen mitnehmen kann. Jedem, der sich damals dann als Auswanderer anmeldete, wurde so ein Angebot unterbreitet.
So begegnen sich Ada, Marjorie und Ester – und treffen auch den jungen Frank, dessen Zukunft noch ungewisser ist als die der jungen Frauen. . Niemand ahnt, dass dieser Flug sie für ihr ganzes Leben miteinander verbinden wird….
Mich hat dieses Buch bzw. die Schicksale der Frauen fasziniert. Am wenigsten mochte ich Marjorie – aber so wird wohl jeder Leser seine eigene Vorlieben oder Abneigungen entwickeln…. 😊
Über lange Jahre hinweg begleitet die Autorin diese drei Frauen und Ihr Leben. Beschreibt das sehr genau und einfühlsam und das alles ist auch wirklich spannend.
Kann ich also durchaus empfehlen!
- Holly-Jane Rahlens
Everlasting
(413)Aktuelle Rezension von: UnkreativeKreativeIn einer nahen fernen Zukunft ist Finn Historiker und Spezialist für die ausgestorbene Sprache Deutsch. Die Welt ist deutlich technisiert und auch die generelle Gesellschafts- und Lebensform hat sich entschieden verändert - es wird nicht mehr per Hand geschrieben, Klone sind gängige Mitbürger und Erinnerungen sind konservierbar.
Nun wird er mit der Übersetzung eines Tagebuchs einer Teenagerin aus dem Jahr 2003 betraut, fühlt sich aber zuerst unterfordert und würde den Auftrag am liebsten ablehnen, nimmt ihn dann aber doch an.
Nach einiger Zeit soll er außerdem als Testperson für ein VR Spiel, welches unsere Welt nachbildet, agieren und entdeckt dabei immer mehr Parallelen zu dem Tagebuch des Mädchens. Und schließlich in diesem auch Parallelen zu seinem eigenen Leben.
Besonders interessant ist der Kommunikationsstil der Menschen, der zum Beispiel die Verwendung des Wortes „Ich“ ausschließt, um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken und das Zusammenleben zu bessern. Und dann zu sehen, wie Finn beginnt, anders über diesen Ansatz zu denken, als er merkt, dass es in machen Fällen des Wörtchens „Ich“ bedarf.
Ein nettes Buch für zwischendurch, ab und zu lustig, ab und zu berührend. Und ein interessanter Ausblick auf eine mögliche Entwicklung der Gesellschaft in den nächsten 200 - 300 Jahren. Der Schreibstil ist simpel und dadurch gut verständlich. Einzig das Motiv, weshalb dieser Aufwand betrieben wurde hat sich mir nicht ganz erschlossen, dafür aber die Entscheidungen von Finn umso mehr.
- Martin Sonneborn
Herr Sonneborn geht nach Brüssel
(43)Aktuelle Rezension von: BuecherbaerchenIn Vorbereitung an die anstehenden EU-Wahlen habe ich mir vorgenommen dieses und das nachfolgende Buch von Sonneborn zu lesen. Während man am Anfang oft kichern und schmunzeln muss, so schockiert ist man doch am Ende, wie der politische Alltag in Brüssel abläuft. Klüngelei, undemokratische Verhaltensweisen und Verachtung des Wählers werden hier humoristisch dargestellt, was auch bitter notwendig ist, um nicht vor Wut umzukippen.
- Friedrich Dürrenmatt
Der Verdacht
(347)Aktuelle Rezension von: malins_dagbokDarum gehts: Der Kommissär Bärlach liegt im Krankenhaus und liest einen Artikel über einen Nazi-Arzt, der ohne Narkose Menschen operierte. Ein Freund besucht den Kommissär, diesem kommt der Arzt sehr bekannt vor.
Meinung: Das Buch ist mit 120 Seiten sehr kurz und trotzdem schafft der Autor es, die Personen zu skizzieren, den Verdacht aufzubauen und eine Spannungskurve zu kreieren. Entgegen anderer Werke des Autors hat mir dieses Buch sehr gut gefallen. Das Ende hatte nochmal einen ordentlichen Twist, den ich nicht habe kommen sehen. Wer Klassiker und/oder Kriminalromane mag, sollte sich dieses Buch mal anschauen!























