Bücher mit dem Tag "2019"
652 Bücher
- George R. R. Martin
Game of Thrones
(5.525)Aktuelle Rezension von: Roxy31Das Lied von Feuer und Eis – Die Herren von Winterfell von George R. R. Martin
Es gibt Fantasyromane und dann gibt es Geschichten, die eine ganze Welt erschaffen. Die Herren von Winterfell ist für mich genau so ein Buch. Schon nach den ersten Seiten hatte ich das Gefühl, nicht einfach nur eine Geschichte zu lesen, sondern in eine lebendige Welt einzutauchen, in der jede Entscheidung Konsequenzen hat und jede Figur ihre ganz eigene Geschichte mitbringt.
Obwohl ich die Fernsehserie bereits kannte, war das Lesen des ersten Bandes noch einmal ein ganz besonderes Erlebnis. Das Buch bietet so viele zusätzliche Details, Gedanken und Hintergründe, dass sich selbst bekannte Ereignisse wieder neu anfühlen.
📚 Worum geht es?
Im Mittelpunkt stehen die mächtigen Adelshäuser von Westeros, allen voran das Haus Stark aus Winterfell. Als Lord Eddard Stark die Bitte seines alten Freundes, König Robert Baratheon, annimmt und als neue rechte Hand des Königs nach Königsmund reist, beginnt eine Kette von Ereignissen, die das Schicksal des gesamten Reiches verändern wird.
Während im Süden politische Intrigen gesponnen werden, erwacht im Norden eine uralte Bedrohung jenseits der Mauer. Gleichzeitig kämpfen Mitglieder der Familie Stark an ganz unterschiedlichen Orten um ihren Platz in einer Welt, in der Macht, Loyalität und Verrat oft nur einen schmalen Grat voneinander entfernt sind.
Schon im ersten Band wird deutlich, dass niemand vor den Folgen seiner Entscheidungen sicher ist.
✍️ Schreibstil und Atmosphäre
George R. R. Martin schreibt detailreich und mit einer unglaublichen Liebe zum Weltenbau. Anfangs braucht die Geschichte etwas Zeit, um alle Figuren, Orte und Zusammenhänge einzuführen. Hat man sich jedoch darauf eingelassen, entwickelt sich ein Lesefluss, der einen kaum noch loslässt.
Besonders beeindruckt hat mich die Atmosphäre. Winterfell, die Weite des Nordens, die prachtvollen Hallen von Königsmund und die eisige Mauer wirken so lebendig beschrieben, dass ich vieles direkt vor meinem inneren Auge sehen konnte.
Die wechselnden Perspektiven sorgen dafür, dass man die Ereignisse aus unterschiedlichen Blickwinkeln erlebt. Dadurch entsteht ein vielschichtiges Bild der Welt und ihrer Konflikte.
👥 Figuren und Entwicklung
Die Figuren sind für mich die größte Stärke dieses Buches. Jede einzelne besitzt eine eigene Persönlichkeit, eigene Ziele und nachvollziehbare Beweggründe.
Eddard Stark beeindruckt durch seine Ehre und seinen festen moralischen Kompass. Gleichzeitig merkt man schnell, dass genau diese Eigenschaften in einer Welt voller Intrigen nicht nur Stärke, sondern auch Schwäche sein können.
Auch Catelyn, Jon Schnee, Arya, Sansa, Bran, Robb und Daenerys erhalten bereits im ersten Band erstaunlich viel Tiefe. Jeder von ihnen erlebt eine eigene Entwicklung und genau das macht die Geschichte so spannend.
Besonders gefallen hat mir, dass es keine eindeutig guten oder bösen Figuren gibt. Fast jeder handelt aus seiner eigenen Sicht nachvollziehbar und genau diese moralischen Grauzonen machen den Roman so faszinierend.
⚔️ Spannung und Themen
Dieses Buch lebt nicht von ununterbrochener Action, sondern von politischen Machtspielen, überraschenden Wendungen und der ständigen Unsicherheit darüber, wem man vertrauen kann.
Neben den Intrigen behandelt George R. R. Martin Themen wie Familie, Loyalität, Verantwortung, Macht, Ehre und den Preis persönlicher Entscheidungen. Gerade diese Mischung verleiht der Geschichte eine außergewöhnliche Tiefe.
Immer wieder hatte ich das Gefühl, dass jede noch so kleine Handlung später eine wichtige Bedeutung bekommt. Genau das macht den Roman so fesselnd.
📌 Stärken
Eine außergewöhnlich detaillierte und glaubwürdige Fantasywelt
Vielschichtige und hervorragend ausgearbeitete Figuren
Spannende politische Intrigen und überraschende Wendungen
Ein bildhafter und atmosphärischer Schreibstil
Eine Geschichte, die ständig neugierig auf das nächste Kapitel macht
⚠️ Kleine Schwächen
Der Einstieg ist durch die vielen Figuren und Orte anspruchsvoll
Man sollte sich Zeit nehmen, um alle Zusammenhänge zu erfassen
Wer schnelle Action erwartet, braucht etwas Geduld
🧠 Mein Gesamteindruck
Die Herren von Winterfell hat mich vollkommen in seinen Bann gezogen. Obwohl die Geschichte sehr umfangreich ist, hatte ich nie das Gefühl, dass Details überflüssig wären. Im Gegenteil. Sie machen diese Welt erst so lebendig und glaubwürdig.
Besonders beeindruckt haben mich die Figuren. Jeder Charakter fühlt sich wie ein echter Mensch an, mit Stärken, Schwächen und nachvollziehbaren Entscheidungen. Genau dadurch fiebert man mit jedem Einzelnen mit.
Für mich ist dieser erste Band ein grandioser Auftakt einer der beeindruckendsten Fantasyreihen überhaupt. Er verbindet politische Intrigen, emotionale Momente und eine faszinierende Welt zu einem Leseerlebnis, das noch lange nach der letzten Seite nachhallt.
⭐ Fazit und Bewertung
5 von 5 Sternen ⭐⭐⭐⭐⭐
Das Lied von Feuer und Eis – Die Herren von Winterfell ist ein beeindruckender Auftakt einer epischen Fantasyreihe. George R. R. Martin erschafft eine Welt voller faszinierender Figuren, politischer Intrigen und überraschender Wendungen, die einen von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Wer Fantasy mit Tiefgang, komplexen Charakteren und einer außergewöhnlich lebendigen Welt liebt, sollte sich dieses Buch auf keinen Fall entgehen lassen. Für mich war es ein absolutes Highlight und ein perfekter Einstieg in eine der größten Fantasygeschichten unserer Zeit.
- Markus Zusak
Die Bücherdiebin
(4.704)Aktuelle Rezension von: JosefineEin Meisterwerk.
Was macht dieses Buch so besonders? Alles!
Markus Zusaks Schreibstil ist unglaublich und wunderschön, leider findet man so etwas zur Zeit selten. Das Buch ist ja nun auch fast schon 20 Jahre alt.
Die Charaktere: sie haben Ecken und Kanten, Eigenheiten, sie werden lebendig und man denkt, tatsächlich am Leben dieser Menschen teilhaben zu können. Auch die Sprache mit dem Bayrischen Ausdrücken ist unglaublich gut recheriert, hier merkt man dass der Autor deutsche bzw. österreichische Wurzeln hat. Es gibt den Charakteren große Glaubwürdikgeit, es wäre nicht passend in einer ländlichen Gegend in der Nähe von Münschen seine Protagonisten lumpenreines Hochdeutsch sprechen zu lassen.
Die Story: es gibt schöne Momente und absolut tragische. Liesels Leben während der Zeit des zweiten Weltkrieges wird aus der Sicht eines jungen heranwachsenden Mädchens erzählt. Nach und nach erweitert sich ihre Sichtweise. Das Buch hat mich oft schmunzeln lassen und zum Weinen gebracht.
Die Perspektive des Todes: Zu Beginn, sehr gewöhnungsbedürftig, aber es bereichert das Buch umso mehr.
Die Bücherdiebin gehört in jeden Bücherschrank. Ich finde es schade, das Buch erst jetzt gelesen zu haben. - Cornelia Funke
Tintenwelt 1. Tintenherz
(10.919)Aktuelle Rezension von: Nicole_ThoeneManchmal trifft einen eine Geschichte nicht sofort – sie braucht Zeit, um ihr Herz zu öffnen. So ging es mir mit Tintenherz von Cornelia Funke*. Die ersten Seiten fühlten sich fremd an, fast so, als würde ich vor einer verschlossenen Tür stehen. Ich habe gezweifelt, gezögert – mich sogar gefragt, ob ich vielleicht zu alt geworden bin für diese Art von Magie.
Doch dann, ganz leise, hat sich etwas verändert.
Ab etwa der Mitte begann die Geschichte, mich einzuhüllen wie ein warmer, vertrauter Mantel. Meggie, mit ihrer stillen Sehnsucht, und Mo, der mehr in sich trägt, als Worte je ausdrücken könnten – sie sind mir Stück für Stück ans Herz gewachsen. Und auch Elinor, diese eigenwillige, zunächst so schwer greifbare Figur, entpuppte sich als jemand, den man nicht mehr loslassen möchte.
Ja, es ist ein Kinderbuch. Und ja, man merkt es an der klaren, einfachen Sprache. Aber genau darin liegt seine Kraft. Es braucht keine komplizierten Worte, um etwas Tiefes zu erzählen. Es ist die Atmosphäre, die sich langsam entfaltet, die einen gefangen nimmt – still, aber unaufhaltsam.
Staubfinger und die anderen Fremden wirkten anfangs wie Schatten, die nicht in unsere Welt gehören. Doch je weiter man liest, desto deutlicher wird: Sie sind genau dort, wo sie sein müssen. Und plötzlich verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Geschichte, zwischen Leser und Buch.
Vielleicht hätte ich Tintenherz früher bedingungslos geliebt. Heute liebe ich es anders – mit einem Hauch Wehmut, mit Nostalgie, mit dem Wissen, wie selten solche Geschichten sind. Es hat mich nicht sofort verzaubert. Aber als es soweit war, hat es mich umso tiefer getroffen.
Dieses Buch ist eine Liebeserklärung an das Lesen selbst. An die Magie von Worten. Und an die leisen, kostbaren Momente, in denen eine Geschichte dein Herz findet – ganz egal, wie alt du bist.
- Sarah J. Maas
Das Reich der sieben Höfe − Sterne und Schwerter
(2.166)Aktuelle Rezension von: AlyshareadsbooksAlle Acotar Fans bekommen hier endlich noch mehr Tiefe zu den Charakteren und deren Geschichte. Alle Geschehnisse, die in den ersten beiden Teilen angeschnitten wurden, werden hier aufgegriffen und ausführlich vertieft. So wächst die Familie einem so richtig ans Herz, wenn das nicht eh schon passiert ist.🥹
Wenn ich euch sage, dass es sich anfühlt, als würde man mit allen zusammen am Hofe der Nacht sein, dann ist es so. In diesem Teil kommt man so richtig an und möchte nicht mehr gehen.
Für alle Fantasy Fans ist hier vor allem eine Sache viel mehr vertreten und im kleinen Detail ausgearbeitet: Kriegsführung und Politik. Es findet reger Austausch der Höfe und der verschiedenen Reiche statt. Erinnerte mich ein bisschen an Romane wie Daughter of no Worlds und Das Drachentor.
Die Spannung wird hier auf jedenfall super aufrecht erhalten. Besonders in dem letzten Drittel des Buches. Dennoch kam einem das Buch an manchen Stellen etwas lange gezogen vor. Jedoch mangelte es hier nicht an Qualität. Alles hatte seinen Sinn und Zweck und war wichtig für die gesamte Geschichte und ihre Entwicklung.
Ich glaube man muss nicht allzuviel sagen zu dem Buch. Die Reihe ist einfach ein Meisterwerk. Und vor allem die letzten 50 Seiten laden zu einer Achterbahn der Emotionen ein. Legt euch Taschentücher und das Handy an eurer Seite, damit ihr euren Bookbestie schreiben könnt, um die Sache zu debriefen.
- Carlos Ruiz Zafón
Der Schatten des Windes
(5.836)Aktuelle Rezension von: Christian_FisDer Roman beginnt äusserst vielversprechend. Dem Leser eröffnet sich die Komplexität der beiden fein miteinander verwobenen Handlungsebenen: die Geschichte von Daniel Sempere und jene von Julián Carax, dem Schriftsteller, dessen Bücher auf mysteriöse Weise verschwinden und offenbar von einer Figur aus seinen eigenen Romanen verbrannt werden.
Dies mag zu Beginn etwas verwirrend sein. Ein Personenverzeichnis hilft dabei, die zahlreichen Figuren auseinanderzuhalten, insbesondere, weil die beiden Handlungsebenen und ihre Figuren im Verlauf der Geschichte zunehmend miteinander verschmelzen.
Leider greift Zafón im «Bericht über Erscheinungen» von Nuria Monfort zu einem recht plumpen Stilmittel. Er verlässt die Perspektive des Ich-Erzählers Daniel und erklärt darin das Geheimnis beinahe vollständig. Damit geht viel von der zuvor so wirkungsvoll aufgebauten mystischen und unterschwelligen Spannung verloren.
Der Schluss wirkt schliesslich geradezu hollywoodesk und überladen. Schade – hier hat Zafón meines Erachtens eine Chance vergeben, einen wirklich grossen Roman zu schreiben. Dennoch habe ich den Roman sehr gerne gelesen. Seine dichte Atmosphäre, die starken Figuren und der gelungene Einstieg machen ihn trotz dieser Schwächen zu einer lohnenden Lektüre.
- Joanne K. Rowling
Harry Potter und die Kammer des Schreckens (Harry Potter 2)
(11.565)Aktuelle Rezension von: LiJenMit der Kammer des Schreckens ist es eine gelungen Fortsetzung.
Für mich persönlich sind Spinnen der absolute Graus und es ist recht duster und wegen der Spinnen ist es nicht gerade mein Lieblings Teil der Reihe aber definitiv kann ich das Buch allen nur empfehlen.
Ich persönlich finde man lernt auch viel in diesen Büchern.
- George R. R. Martin
Das Lied von Eis und Feuer 02
(2.033)Aktuelle Rezension von: buchgestapelWorum geht’s?
Auch wenn ein verheerender Krieg aufzuziehen droht, glaubt Eddard Stark noch immer daran, dass sich alles zum Guten wenden wird. Nachdem dann auch noch König Robert stirbt, droht das gesamte Reich unterzugehen – wenn es nicht eine Chance gäbe, die rebellierenden Völker wieder zu vereinen.
Meine Meinung
Band eins der Reihe konnte mich auf jeden Fall überzeugen, auch wenn die vorherrschende Gewalt natürlich ein Punkt war, der nicht unbedingt jeden ansprechen wird und auch mich nicht immer begeistert hat. Nichtsdestotrotz war ich schon sehr gespannt darauf, wie es mit Familie Stark, ihren Anhängern und ihren Feinden weitergeht, deswegen konnte ich Band zwei dann auch nicht wirklich lange im Regal liegen lassen.
Die wechselnden Perspektiven haben mir auch hier wieder gut gefallen, primär weil die Handlung an unterschiedlichen Orten nun insgesamt an Fahrt aufgenommen hat und es somit kaum Momente gab, die sich für meinen Geschmack zu sehr in die Länge gezogen haben. Da ich mich mittlerweile auch wesentlich besser innerhalb des Settings zurechtgefunden habe, habe ich mich gleichzeitig auch wesentlich leichter damit getan, der eigentlichen Geschichte zu folgen und war wesentlich weniger darauf angewiesen, mir die Karten und die Anhänge anzuschauen.
Auch die Figuren selbst fand ich mittlerweile wesentlich interessanter, da man bei den meisten schon die ein oder andere Motivation erkennen konnte und es somit wesentlich spannender war, ihr Handeln und ihre Interaktion mit anderen Charakteren zu beobachten. Da man zumindest den Großteil der Figuren schon einen Augenblick lang begleitet hat, war die Charakterentwicklung hier dann auch wesentlich interessanter, als das zu Beginn für mich der Fall war.
Überzeugen konnte mich auch das Tempo der Geschichte, da der durchaus monumentale Charakter zwar konstant geblieben ist, ich mich beim Lesen aber trotzdem nicht gelangweilt habe. Teilweise war ich sogar sehr positiv überrascht davon, wie kurz mir das Buch insgesamt vorgekommen ist. Die Gesamtseitenlänge war nichtsdestotrotz nötig, um die Handlung insgesamt im Buch unterzubringen – auch wenn ich persönlich sehr froh darüber bin, dass die Bände in der deutschen Übersetzung nicht ganz so lang sind wie in der Originalfassung bzw. auf zwei Bücher aufgeteilt wurden.
Fazit
Bisher konnte mich diese Reihe auf jeden Fall überzeugen, auch wenn ich persönlich kein allzu großer Fan der vorherrschenden Gewalt in dieser Geschichte bin. Die zahlreichen Figuren, ihre Ränkespiele und Motivationen untereinander fand ich aber wirklich spannend zu verfolgen, weshalb ich jetzt schon sehr gespannt auf Band drei der Reihe bin.
Dafür gibt es viereinhalb Bücherstapel von mir.
- Kerstin Gier
Silber - Das erste Buch der Träume
(7.471)Aktuelle Rezension von: IgniswingEine wirklich tolle Geschichte die ich immer wieder gerne lese oder höre. Es verliert nie die Leichtigkeit und Witz und ist trotzdem spannend und macht neugierig. Liv Silber ist erst 15 und ich finde es toll, dass man das auch merkt.
Was mich in vielen Jugendbücher heutzutage stört, ist dass man mit 15 oder jünger plötzlich bereits die Welt retten muss, super dramatische Handlungen bekommt und oft so viel klüger als die Erwachsenen ist. Und dann auch oft bereits "so erwachsen" sein soll. In diesem Buch findet Liv erst heraus, dass die Liebe vielleicht doch nicht so doof ist, wie sie gedacht hat. Ihre Gedanken sind nicht hochkomplex oder feinstes literarisches Meisterwerkt, schließlich denk keine 15-jährige so, aber dennoch ist es wunderschön geschrieben und wirklich toll zum lesen. Kompliment an Kerstin Gier hier den, aus meiner Sicht, Balance-Akt zu halten.
Die Silber-Triologie sind Bücher die ich immer wieder gerne lese oder mir das (sehr gelungene) Hörbuch anhöre.
Absolute Empfehlung für Jung und Alt
- Mary E. Pearson
Der Kuss der Lüge
(1.563)Aktuelle Rezension von: Melone77Kuss der Lüge hat mich sofort gepackt, weil die Geschichte mit einer starken, verletzlichen und gleichzeitig starrköpfigen Protagonistin beginnt, die vor ihrem Schicksal flieht – und damit eine Kette von Ereignissen auslöst, die sie selbst kaum begreifen kann. Kurz gesagt: Ein Mädchen läuft vor einer arrangierten Ehe davon, zwei Männer folgen ihr – und niemand ist, wer er zu sein scheint. Genau dieses Spiel mit Identitäten macht den Einstieg so spannend.
Was mir besonders gefallen hat, war das Gefühl, das das Buch auslöst. Die Handlung ist nicht nur spannend, sondern auch emotional dicht. Ich mochte, wie sehr man miträtselt, wer der Prinz und wer der Attentäter ist, und wie man sich dabei selbst immer wieder täuscht. Das Love Triangle funktioniert hier richtig gut, weil beide Männer etwas Echtes in der Protagonistin – und in mir als Leserin – berühren. Ich habe mich mehr als einmal dabei ertappt, wie ich ihr innerlich zugerufen habe, sie solle endlich die richtige Entscheidung treffen.
Die Charaktere sind vielschichtig, und ihre Motive wirken nachvollziehbar. Besonders schön fand ich, dass niemand eindimensional ist: Jeder trägt seine eigene Wahrheit, seine eigenen Wunden und Geheimnisse mit sich herum. Das macht die Geschichte lebendig und glaubwürdig.
Gelernt habe ich vor allem, wie sehr Mut und Wahrheit zusammenhängen – und dass Weglaufen manchmal nur der erste Schritt ist, um herauszufinden, wer man wirklich sein möchte.
Empfehlen würde ich das Buch allen, die Fantasy mit Herz, starken Figuren, Spannung und einem emotionalen Love Triangle lieben. Besonders Leserinnen und Leser von Young Adult-Fantasy werden hier voll auf ihre Kosten kommen.
- Kerstin Gier
Silber - Das dritte Buch der Träume
(3.083)Aktuelle Rezension von: sozicuIch muss sagen, dass „Silber“ für mich mit jedem Buch abgenommen hat. Teil 1 hat mich begeistert, Teil 2 war eher meh und Teil 3 hat mir noch weniger gefallen.
Das liegt aber nur teilweise am Buch. Ich bin einfach zu alt für Jugendbücher dieser Art und ich habe Vergissmeinnicht vor Silber gelesen (Silber definitiv zuerst lesen, wenn ihr beides wollt).
Die Story wird mir zu wirr erzählt. Livs Gedanken machen zu viele Sprünge in verschiedene Situationen.
Die Handlungen der Figuren sind für mich nicht immer ganz nachvollziehbar und mehr Tiefe haben sie auch nicht wirklich bekommen.
Es ist auch wieder echt unangenehm in Livs Kopf zu stecken. Bei Teil 2 dachte ich noch, dass mein jüngeres Ich das gemocht hätte. Hier bin ich mir sicher: Ich hätte mich auch damals schon super fremd geschämt, wenn ich das gelesen hätte.
Die Silber-Trilogie setzt eine richtig schöne Idee zu Träumen um. Im Jugendalter sicher keine verkehrte Lektüre. Als Erwachsene*r kann man es auslassen.
- Ursula Poznanski
Erebos (Limited Edition)
(3.815)Aktuelle Rezension von: _jamii_Nick ist besessen von Erebos, einem Computerspiel, das an seiner Schule von Hand zu Hand weitergereicht wird. Die Regeln sind äußerst streng: Jeder hat nur eine Chance, Erebos zu spielen. Er muss dabei immer allein sein und darf mit niemandem über Erebos reden. Wer dagegen verstößt oder seine Aufgaben nicht erfüllt, fliegt raus und kann das Spiel nicht mehr starten. Was aber am merkwürdigsten ist: Erebos erteilt Aufträge, die in der realen Welt ausgeführt werden müssen. Und dann befiehlt das Spiel Nick, einen Menschen umzubringen.
Den Schreibstil fand ich am Anfang eher zäh, die Geschichte hat sich recht in die Länge gezogen. Ab der Hälfte etwa hat sich das dann geändert, und ich konnte kaum noch aufhören zu lesen. Allerdings waren mir während des ganzen Buches die Szenen innerhalb von Erebos doch etwas zu lang, ohne dass sie für mich wirklichen Mehrwert für die Geschichte brachten.
Die ganze Dynamik der Schülerinnen und Schüler, ihr sich ändernder Umgang miteinander, je länger das Spiel im Umlauf ist, ist unglaublich spannend und gut erzählt.
Je länger ich lese, umso mehr habe ich mich gefragt, wo das ganze wohl hinführen wird. Wurde das Spiel so programmiert, oder hat es tatsächlich ein Eigenleben entwickelt?
Den Schluss fand ich ein bisschen seltsam, ich habe irgendwie ein bisschen mehr erwartet. Trotzdem fand ich die Grundidee und die Umsetzung äusserst gelungen.
Guter Start in eine vielversprechende Reihe, ich bin gespannt, auf den zweiten Teil!
- George R. R. Martin
Das Lied von Eis und Feuer 03
(1.622)Aktuelle Rezension von: buchgestapelWorum geht’s?
In Westeros ziehen dunkle Zeiten auf, als nach dem Tod von König Robert die Frage um seine Nachfolge geklärt werden soll. Vier Könige sind dabei drei zu viel – und so muss Robb Stark nicht nur alles dafür tun, um als König des Nordens zu bestehen, sondern auch seine Familie beschützen, die in den Händen der Lennisters alles andere als sicher ist.
Meine Meinung
So lange wie ich diese Reihe vor mir hergeschoben habe, mit umso mehr Begeisterung arbeite ich mich aktuell durch die Bände. Auch Band drei hat mich wieder gut unterhalten, wobei ich noch immer ein paar Probleme dabei habe, die zahlreichen Nebenfiguren und Schauplätze sauber auseinanderzuhalten.
Mit dem Schreibstil komme ich mittlerweile sehr gut zurecht und lese ihn tatsächlich auch gerne, was es leicht macht, recht schnell voranzukommen. Auch der Handlungsbogen konnte mich hier recht schnell packen, da die häufigen Perspektiv- und Ortswechsel eine hohe Dynamik mit sich bringen und praktisch keine unnötigen Längen zulassen.
Schwierig wurde es für mich daher tatsächlich nur bei den Allianzen, Intrigen und taktischen Schachzügen, da ich noch immer ein relativ großes Problem mit den Namen der zahlreichen Nebenfiguren habe und mich nicht so leicht mit der Orientierung tue. In Hinblick auf das Geschehen ist zwar bisher noch nicht weltbewegend viel passiert, Tempo und Ereignisse haben mich aber trotzdem auf keinen Fall gelangweilt und machen neugierig darauf, was mit Familie Stark und ihren Gegenspielern noch so alles passieren wird.
Fazit
Auch wenn ich mich bei den ganzen Namen ehrlicherweise noch immer ein bisschen orientierungslos fühle, hatte ich auch hier wieder viel Freude beim Lesen. Für das Setting und den Handlungsbogen lohnen sich die kleinen Unsicherheiten daher in meinen Augen auf jeden Fall, auch wenn man so wirklich aufpassen muss, um der Geschichte folgen zu können.
Dafür gibt es vier Bücherstapel von mir.
- Cornelia Funke
Tintenwelt 2. Tintenblut
(3.540)Aktuelle Rezension von: Isika0510Eine gelungene Fortsetzung, mit Höhen und Tiefen.
Sehr gut geschrieben, man konnte sich wirklich super in die Geschichte und die Charaktere hineinversetzen!
Mit manchen Szenen rechnet man nicht, umso spannender macht es das Buch natürlich.
mich bin sehr gespannt, wie es denn weitergeht und was noch auf einen zukommt! - Sebastian Fitzek
Der Insasse
(1.736)Aktuelle Rezension von: Buchsucht_deTill Berkhoff ist Zahnarzt, Ehemann, Vater. Sein sechsjähriger Sohn Max kommt eines Tages nicht aus der Schule nach Hause. Verschwunden, spurlos, kein Zeugenaufruf, keine Leiche. Wochen und Monate vergehen, und Till und seine Frau Ricarda zerbrechen jeder auf seine eigene Weise an der Ungewissheit. Dann taucht ein Name auf: Guido Tramnitz, verurteilt wegen des Mordes an zwei anderen Kindern und in die forensische Psychiatrie „Steinklinik“ eingewiesen. Die Ermittler:innen halten ihn auch für Max' Entführer. Aber Tramnitz schweigt. Und Till entwickelt einen Plan, der so wahnsinnig ist, dass ihn eigentlich niemand ernst nehmen dürfte. Er lässt sich selbst in die Steinklinik einweisen. Undercover. Als Insasse. Um Tramnitz das Geständnis abzuringen, das die Polizei nicht bekommen hat.
Was Fitzek aus dieser Ausgangslage macht, ist einer seiner düstersten und emotional wuchtigsten Romane. Die Grundidee ist psychologisch echt. Fitzek konstruiert kein reines Genre-Gimmick, sondern arbeitet mit einer elterlichen Wahrheit, die in jeder Zeile spürbar bleibt. Till ist kein trainierter Ermittler, kein cooler Rächer, sondern ein Zahnarzt aus Berlin, der schlicht die Kraft verliert, weiterzuleben, ohne zu wissen, was mit seinem Sohn passiert ist. Diese Kraftlosigkeit macht ihn nicht schwach, sondern gefährlich, denn ein Mensch, der nichts mehr zu verlieren hat, ist der unberechenbarste Gegner überhaupt.
Die Steinklinik selbst ist nicht bloß Kulisse, sondern eine eigene Figur mit eigenen Regeln. Fitzek arbeitet mit allen Sinnen. Man riecht die desinfizierte Luft, hört das Klacken der Schlüssel im Schloss, sieht die spärlich beleuchteten Flure, spürt die Enge der Zellen. Dazu kommt eine doppelte Machtstruktur, offiziell zwischen Personal und Insassen, informell zwischen den Insassen selbst, in der Till sich in beiden Systemen zurechtfinden muss. Ich habe das Buch teilweise mit angezogenen Beinen im Sessel gelesen, weil ich das Gefühl hatte, selbst gleich vom Klinikpersonal kontrolliert zu werden. Für mich gehört die Steinklinik auf eine Stufe mit dem Fährschiff aus „Passagier 23“ oder der Klinik aus „Die Therapie“.
Und dann die Fitzek-typischen Twists. Wer glaubt, verstanden zu haben, in welche Richtung sich die Handlung entwickelt, dem wird mindestens einmal, wahrscheinlich mehrmals, der Boden unter den Füßen weggezogen. Die Wendungen sind erzählerisch fair, mit Details gestreut, die man beim ersten Lesen für Belanglosigkeiten hält und die sich später zu einem Bild zusammenschließen, das man nicht kommen sah. Es ist nicht der eine Big Twist am Ende, sondern gestaffelte Enthüllungen, die den Sog konstant hoch halten. Kurze, dichte Kapitel mit kleinen Cliffhangern ziehen einen so mit, dass ich das Buch in zwei Sitzungen verschlungen habe.
Ehrlich gesagt: „Der Insasse“ ist emotional harte Kost. Das Thema Kindesentführung darf man nicht unterschätzen, und wer sensibel darauf reagiert, sollte gut abwägen. Auch die Darstellung der forensischen Psychiatrie ist erzählerisch überhöht, Realismus-Puristen werden an manchen Stellen die Augenbrauen heben. Beides sind für mich winzige Fußnoten, keine echten Kritikpunkte.
Für Fitzek-Fans absolute Pflichtlektüre. Für Genre-Einsteiger:innen neben „Die Therapie“ der ideale Startpunkt. Ein Meisterwerk seines Genres.
- Sebastian Fitzek
Das Paket
(2.841)Aktuelle Rezension von: NicoleK1975Emma ist Psychiaterin und hat sich in eine geschlossene Anstalt eingeschlichen, um Versuche an Patienten aufzudecken. Nachdem sie ihren Bericht auf einer Fachtagung präsentiert hatte, begab sie sich in ihr Hotelzimmer. Sie war glücklich mit Philipp verheiratet, der sie unterstützte und hatte vor kurzem erfahren, dass sie endlich schwanger ist. In der Nacht wurde sie geweckt, betäubt, rasiert und vergewaltigt…
Ein halbes Jahr später klingelt der Postbote und brachte Pakete…
Der Schreibstil ist sehr detailliert und ich konnte mir alles bildlich vorstellen. Mir fehlte allerdings nach den ersten paar Seiten ein bisschen die durchgehende Spannung. Irgendwie plätscherte es so vor sich hin, dadurch hat mein Lesefluss etwas gelitten. Das wurde erst kurz vor der Hälfte besser.
Emma war mir sympathisch. Sie litt manchmal immer noch unter den Dämonen ihrer Kindheit. Nach der Vergewaltigung verbarrikadierte sie sich im Haus. Ein halbes Jahr später brachte ihr der Briefträger, der einzige Mensch zu dem sie außer Philipp Kontakt hat, ihre Pakete und bat sie auch um die Annahme für einen Nachbarn. Den sie nicht kannte. Die Panik kam und die Paranoia wurde noch stärker.
Emma wurde nicht wirklich ernst genommen. Ihre Verletzungen waren da, aber es gab Unstimmigkeiten: ihr Hotelzimmer gab es nicht, sie wusste nicht wie sie zur Bushaltestelle kam wo sie gefunden wurde und der Mann, der als Friseur durch die Presse ging hat nach der Vergewaltigung und Rasur keine der Frauen am Leben gelassen. Seit dem Vorfall verbrachte sie die Tage zu Hause, sie igelte sich ein und wollte zu niemanden Kontakt haben. Ab da wurde das Buch ruhiger, mir fehlte die Spannung beim Lesen. Alles dümpelte vor sich hin.
Kurz vor der Hälfte bekamen die Vorkommnisse für mich eine erschreckend gefährliche Bedeutung. Ab da hat es mich etwas gefesselt - aber der Nervenkitzel hat gefehlt, für den der Autor so gefeiert wird. Ich hab schon Bücher gelesen, die mir den Schlaf geraubt haben - dieses hier gehört aber nicht dazu.
Ein interessantes Buch mit Höhen und Tiefen. Am Ende kam dann einiges ans Licht, aber manches blieb für mich auch unklar. Durch eine List wurde der Täter entlarvt. Ich gebe diesem Buch gute 3 Sterne.
- Kerstin Gier
Silber - Das zweite Buch der Träume
(4.662)Aktuelle Rezension von: IgniswingNormalerweise erwarte ich mir nicht viel von einem zweiten Band. Besonders bei einer Triologie.
Ich habe für mich die Erfahrung gemacht, dass mir der zweite Band eher selten gefällt.Hier trifft diese These überhaupt nicht zu.
Tatsächlich würde ich sogar sagen, ist der zweite Band mein Lieblingsbuch der Trilogie.Ich mag die Handlung und was inhaltlich passiert. Auch die Dynamik der Charaktere miteinander ist toll geschrieben.
Besonders Grayson mag ich in diesem Buch.
*SPOILER*
Das einzige was ich schade finde, ist dass Jasper nicht dabei ist.
Er hat der Gruppe irgendwie etwas gegeben, was mir fehlt.*SPOILER FÜR BAND 3*
Vor allem, da er im dritten Band zwar zurück kommt, aber trotzdem vergleichsweise wenig vorkommt. - Laura Kneidl
Someone New: Special Edition
(1.684)Aktuelle Rezension von: Christineleifert1Die Geschichte von Micah und Julian war super schön und das Julian sich seinen Freunden öffnet in bezug auf seine Geheimnisse die er verbergen wollte aus angst vor den Reaktionen fand ich auch richtig gut. Ich kann dieses Buch immer wieder lesen es gehört zu meinen lieblings Büchern. Kann ich wirklich nur empfehlen
- Margaret Atwood
Der Report der Magd
(903)Aktuelle Rezension von: TigerkatziIn einer fiktiven Zukunft Nordamerikas, können immer weniger Frauen Kinder bekommen, ein Umsturz findet statt, ein neuer Staat wird gegründet, neue Gesetze treten in Kraft. Dies ist der Bericht einer, sogenannten Magd, einer Frau, die nur dafür benutzt wird, einem hochrangigem Paar ein Kind zu gebären.
Margaret Arwood schildert in diesem Roman so beklemmend, wie es nur sein kann, von genau diesen Begebenheiten. Immer wieder gibt es auch kurze Rückblicke in die Vergangenheit und wie alles kam, immer wieder fürchtet man als Leser/in um das Leben der Erzählenden.
Der Stil ist eher knapp gehalten, nicht ausgeschmückt, aber sehr authentisch. Die Zuklunftsvision ist erschreckend, aber kaum überraschend.
Sehr empfehlenswert zu lesen. - Sebastian Fitzek
Noah
(2.129)Aktuelle Rezension von: ButtaIch muss zugeben,dass es ein paar sehr wahre und interessante Aspekte hatte und obwohl Überbevölkerung und die Reichen etc immer wieder Thema sind, gab es keine wirkliche Lösungsalternative zu den Problemen. Dafür hatte ich wieder das Gefühl als wären andere bekannte Ideen in einem Mixer gepackt worden und das kam dabei raus. Davon mal abgesehen, dass mal wieder kein Charakter sympatisch war, fand ich die Frauendarstellung Len auch alle fragwürdig oder dürftig. Es hat sich alles unlogisch und chaotisch angefühlt, die zeitliche Abfolge unrealistisch, es ist zu überladen und was mit Oskar war fand ich auch unnötig. Für mich ist ein interessantes Grundkonzept nicht nur schlecht umgesetzt worden sondern auch in eine schwurblige Richtung voller Verschwörungstheorien samt zwillingstrope, eine seltsame Krankheit und diese Vater-Sohn Sache abgedriftet. Hat mir wirklich nicht gefallen und diese Musik CD die dabei war wirkte auch echt experimentell.
- Cornelia Funke
Tintenwelt 3. Tintentod
(2.960)Aktuelle Rezension von: Isika0510Der dritte Band hat mich leider, in den verschiedenen Sequenzen und Charakteren, nicht mehr so überzeugen können, wie die ersten beiden Teile.
Es war dennoch teilweise spannend und unterhaltsam, in Teilen aber auch etwas langatmig und dadurch für mich schwer dranzubleiben.
Die Geschichte und die Tintenwelt an sich, sind trotzdem wahnsinnig faszinieren und toll zu Papier gebracht!
- Cassandra Clare
Lord of Shadows
(503)Aktuelle Rezension von: FreyaJueptnerNatürlich habe ich mich gefreut, Jace und Clary wiederzusehen. Auch Simons Auftritt hat mich begeistert. Diese Begegnungen schlagen eine schöne Brücke zu den „Chroniken der Unterwelt“, ohne Emma, Julian und die Blackthorns aus dem Mittelpunkt ihrer eigenen Geschichte zu verdrängen.
Emmas und Julians Entwicklungen werden konsequent weitergeführt. Beide versuchen auf sehr unterschiedliche Weise, mit ihren Gefühlen, ihrer Verantwortung und den Folgen ihrer bisherigen Entscheidungen umzugehen. Dabei beginnen wir allmählich zu verstehen, weshalb die Liebe zwischen Parabatai nicht nur durch ein beliebiges Gesetz verboten ist. Hinter dem Verbot stehen Zusammenhänge, die tief in die magische Ordnung und damit gewissermaßen in die mythologische Biologie der Schattenjäger hineinreichen.
Marks Geschichte hat mir einige Tränen abgerungen. Seine Erfahrungen bei der Wilden Jagd und seine schwierige Rückkehr in die Familie lassen sich nicht einfach abschütteln. Er gehört zu zwei Welten und in gewisser Weise zu keiner vollständig. Cassandra Clare zeigt sehr eindringlich, wie sehr diese Zerrissenheit seine Beziehungen und sein Selbstbild prägt.
Auch Kit bringt sein eigenes Geheimnis mit. Mehr werde ich darüber nicht verraten – das soll jede Leserin und jeder Leser selbst entdecken.
Besonders am Herzen liegt mir Cristina. Sie ist klug, loyal und bemerkenswert mutig. Auch ihr Geheimnis werde ich nicht vorwegnehmen. Ich war jedoch beeindruckt, dass Cassandra Clare sich überhaupt an das damit verbundene Thema heranwagt und ihm innerhalb einer Jugendfantasy Raum gibt.
Clare bleibt ihrem Stil treu: Wieder werden Jugendliche mit Ermittlungen, polizeiähnlichen Aufgaben und schließlich sogar Kriegshandlungen betraut. Das ist innerhalb der Schattenjägerwelt längst normalisiert, wirkt aber bei genauerem Hinsehen erschreckend. Daneben behandelt der Roman Rassismus, Homophobie und gesellschaftliche Ausgrenzung. Aktuelle Konflikte unserer Welt werden in eine Fantasygesellschaft übertragen und unter einer Teenagerromanze verborgen.
Wer die „Chroniken der Unterwelt“ nicht gelesen hat, wird der Haupthandlung zwar vermutlich folgen können, aber viele Zusammenhänge, Wiederbegegnungen und politische Hintergründe nicht vollständig verstehen. Das ist bei einem inzwischen so großen und komplexen Universum kaum zu vermeiden.
„Die dunklen Mächte“ führt nicht nur die Liebesgeschichte fort. Der Roman vertieft die Verletzungen seiner Figuren, erweitert die politischen Konflikte und zeigt, wie eng persönliche Entscheidungen mit den Regeln dieser Gesellschaft verknüpft sind.
- Sarah J. Maas
Das Reich der sieben Höfe – Frost und Mondlicht
(1.220)Aktuelle Rezension von: BunnyreadsZu dem Buch kann ich gar keine lange und ausführliche Rezension schreiben. Es war ganz cool, mal die POVs der anderen Charaktere zu haben, aber es war zu kurz, um ihr Innenleben wirklich kennenzulernen.
Insgesamt bin ich aber sehr froh, dass das Buch nicht so lang war. Auch wenn es seine süßen Momente hatte, war es einfach super langweilig. Ich habe viele Passagen nur Überflogen und das Buch hat mich leider etwas demotiviert weiterzulesen.
Zumal sich das Ende von Band 3 für mich eigentlich wie ein richtiges Ende angefühlt hat und meiner Meinung nach da gut hätte Schluss sein können.
- Anna McPartlin
Die letzten Tage von Rabbit Hayes
(1.208)Aktuelle Rezension von: pudelohnekern"Die letzten Tage von Rabbit Hayes" von Anna McPartlin (übersetzt von Sabine Längsfeld) erzählt die Geschichte von der gleichnamigen Protagonistin Rabbit Hayes, die schon seit einigen Jahren gegen Brustkrebs kämpft. Nun scheint dieser Kampf verloren. Ihre Mutter bringt sie in ein Hospiz und die Ärzte prognostizieren, dass ihr nur wenige Tage bleiben. Ihre Familie, Freunde und Freundinnen stehen ihr in dieser Zeit zur Seite. Dabei behandelt das Buch den Weg zur Akzeptanz des Unausweichlichen, den Umgang der Beteiligten mit dieser schweren Situation und all die Schicksale und Erlebnisse, die Rabbit in ihren letzten Tagen beschäftigen.
Jedes Kapitel widmet sich einer anderen Person aus dem sozialen Nahfeld von Rabbit. Dadurch verstehen wir mehr über die Geschichten, die Ängste und die Gedankenwelt aller Beteiligten. Das Leben von Rabbit Hayes und ihre letzten Tage setzen sich so wie ein Puzzle zusammen, das unterschiedliche Perspektiven einfängt und zu einem Gesamtbild zusammensetzt. Das ist meiner Meinung nach die große Stärke, aber gleichzeitig auch die Schwäche des Romans.
Einerseits konnte der Roman zeigen, dass die Welt auch für den Tod eines geliebten Menschen nicht stillsteht, wie die eigenen Erfahrungen aller Beteiligten den Umgang mit dem Tod formen und dass ein Schicksal, wie das von Rabbit Hayes, viele Menschen berührt. Andererseits gab es mein Empfinden jedoch zu viele Charaktere und zu viele Nebenschauplätze. Der Fokus der Geschichte verlor sich dadurch immer wieder und es war teilweise schwierig, die Charaktere auseinanderzuhalten (Wie viele Personen, deren Name mit J beginnt, können in einem Buch vorkommen?).
Nichtsdestotrotz gefällt mir der zugängliche und gleichzeitig sensible Schreibstil der Autorin sehr. Dadurch fällt es leicht mit den Figuren zu fühlen, zu lachen und zu weinen. Obwohl das Buch ein trauriges Thema hat und mich stellenweise zu Tränen gerührt hat, ist die Stimmung auch tröstlich und humorvoll. Dadurch bekommt der Roman seine Tiefe ohne schwermütig zu werden.
Insgesamt ein wundervoller Roman über den Umgang mit Trauer, über Familie, Freundschaft und Liebe. Ich kann ihn zur Auseinandersetzung mit dem Thema Tod in der Familie empfehlen, aber auch einfach als Buch, das berührt.
Anmerkung zum Schluss: Bei der Übersetzung war ich mir stellenweise unsicher, ob da nicht ein anderes Wort passender gewesen wäre. Besonders aufgefallen ist es mir als an einer Stelle race mit Rasse übersetzt wurde. Ich habe eine Ausgabe von 2016 und hoffe, dass dies in späteren Auflagen überarbeitet wurde.
- Sarah J. Maas
Throne of Glass – Der verwundete Krieger
(737)Aktuelle Rezension von: NefinaGanz ehrlich? Ich war am Anfang extrem skeptisch. Nach dem Ende von Die Sturmbezwingerin wollte ich eigentlich nur wissen, wie es mit Aelin weitergeht und hatte überhaupt keine Lust auf ein ganzes Buch über Chaol. Er war für mich lange einer der Charaktere, mit denen ich am wenigsten anfangen konnte.
Und dann hat Sarah J. Maas es tatsächlich geschafft, meine Meinung komplett zu ändern.
Der verwundete Krieger ist viel mehr als nur eine Nebengeschichte. Es ist ein Buch über Heilung, Schuld, Vergebung und darüber, seinen Platz im Leben wiederzufinden. Chaol muss sich hier nicht nur seinen körperlichen Verletzungen stellen, sondern vor allem seinen eigenen Fehlern, seiner Vergangenheit und seinem Selbsthass. Gerade diese Entwicklung hat ihn für mich endlich greifbar gemacht. Ich konnte ihn zum ersten Mal wirklich verstehen und am Ende habe ich ihn deutlich mehr ins Herz geschlossen als je zuvor.
Yrene war für mich ebenfalls ein absolutes Highlight. Sie ist stark, klug, mitfühlend und lässt sich von niemandem kleinmachen. Die Dynamik zwischen ihr und Chaol entwickelt sich langsam und glaubwürdig. Nichts wirkt überstürzt und genau deshalb konnte ich jede gemeinsame Szene genießen.
Mindestens genauso begeistert hat mich aber Nesryn. Ich fand es schön, dass sie endlich die Aufmerksamkeit bekommen hat, die sie verdient. Sie ist so viel mehr als nur Chaols Begleitung und bekommt endlich ihre eigene Geschichte. Auch die neuen Charaktere und der südliche Kontinent haben frischen Wind in die Reihe gebracht. Das Setting hat sich komplett anders angefühlt als die bisherigen Bücher und hat die Welt von Throne of Glass noch einmal enorm erweitert.
Und obwohl Aelin kaum vorkommt, hatte ich nie das Gefühl, dass dieses Buch überflüssig ist. Im Gegenteil. Viele Zusammenhänge werden klarer, neue Informationen kommen ans Licht und man merkt wieder, wie unglaublich durchdacht Sarah J. Maas diese ganze Reihe aufgebaut hat.
Und jetzt muss ich natürlich noch über Manon sprechen. Ich liebe diese Frau einfach abgöttisch. Selbst mit vergleichsweise wenigen Momenten schafft sie es jedes Mal, mich komplett einzunehmen. Jedes Kapitel mit ihr ist für mich ein Highlight und inzwischen freue ich mich fast am meisten auf ihre Entwicklung.
Sarah J. Maas schafft es immer wieder, Figuren, die mich zunächst kaum interessiert haben, zu absoluten Lieblingscharakteren zu machen. Genau das ist hier mit Chaol passiert. Dieses Buch hat ihm die Geschichte gegeben, die er gebraucht hat, und mir gezeigt, warum so viele Leser ihn lieben.
Für viele ist dieser Band nur ein Zwischenstopp vor dem Finale. Für mich war er viel mehr als das. Er hat der Geschichte noch mehr Tiefe gegeben, großartige neue Figuren eingeführt und einen Charakter, den ich lange nicht besonders mochte, komplett neu in meinem Herzen verankert.
Jetzt bleibt eigentlich nur noch eins: Auf ins Finale.























