Bücher mit dem Tag "20er jahre"
152 Bücher
- Lucinda Riley
Die sieben Schwestern
(1.319)Aktuelle Rezension von: reading_squirrelIch kenne die 7 Schwestern Reihe schon, wollte aber anlässlich meiner Südamerika-Reise unbedingt Maia‘s Geschichte - die teilweise in Brasilien spielt - ein weiteres Mal lesen.
Riley verknüpft geschickt zwei verschiedene Zeitebenen miteinander, es ist jedes Mal ein Genuss. Und ihre Figuren haben eine unglaubliche Authenzität! Sie schafft es immer wieder, dass ich mich komplett in ihren Büchern verliere.
Der Autorin gelingt es wunderbar, tiefe Gefühle auf berührende Art & Weise und mit wenigen Details zu schildern, ohne dabei obszön zu werden - ich liebe das.
Ein weiteres Highlight dieser Reihe ist für mich Pa Salt und all die Geheimnisse, die sich um seine Person ranken.
Ich habe das Buch bestimmt nicht zum letzten Mal gelesen und jeder, der es noch nicht kennt, verpasst eindeutig etwas.
- F. Scott Fitzgerald
Der große Gatsby
(1.205)Aktuelle Rezension von: itwt69Das Buch erzählt eine unmögliche Geschichte über einen Mann, der - um einer Frau zu gefallen - Reichtum vorgibt. Diesen hat er Jahre später unter mysteriösen Umständen erreicht. Doch die Frau ist längst verheiratet, und so setzt "der große Gatsby" alles daran, um sie für sich zu gewinnen. Die Tragödie nimmt ihren Lauf...
- Luca Di Fulvio
Der Junge, der Träume schenkte
(1.154)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerDer Junge, der Träume schenkte ist nichts für schwache Nerven – es enthält auch sensible Themen wie Gewalt und sexuelle Inhalte. Luca Di Fulvios Schreibstil ist einzigartig: Man taucht sofort tief in die Geschichte ein und kann das Buch kaum weglegen. Er schafft es, selbst die vermeintlich langweiligsten Themen spannend und fesselnd zu erzählen. Die Motivation und der Ehrgeiz der Hauptfigur ziehen einen förmlich in den Bann, sodass man als Leser mitfiebert, ob er seinen Traum erfüllen kann. Die berührende Geschichte über Hoffnung, Mut und Freundschaft zeigt schwierige Lebensrealitäten ehrlich und regt zum Nachdenken an.
- F. Scott Fitzgerald
The Great Gatsby
(443)Aktuelle Rezension von: BuchBoxBirgitEin Klassiker, und er scheint eine kurze Geschichte zu erzählen: Gatsby liebt Daisy, doch als er im Krieg war hat sie einen anderen geheiratet. Jetzt treffen sie sich wieder- werden sie glücklich? Doch das ist hier nur die glänzende Oberfläche der Erzählung. Es geht um Klassengrenzen, Arm und Reich, um Beziehungen zwischen Männern und Frauen und am Ende einfach um die Sehnsucht, die uns alle vorantreibt. Erkennen wir, wann es Zeit ist, von einem Wunschtraum Abschied zu nehmen?
- Volker Kutscher
Der nasse Fisch (Sonderausgabe Ein Buch für die Stadt Köln 2023)
(450)Aktuelle Rezension von: Renate1964Das Cover passt gut und die Reihe mit Kommissar Gereon Rath von Volker kKuscher geht auch sehr fundiert auf die Zwischenkriegszeit ein. Die Kämpfe zwischen den politischen Parteien sowie alte Seilschaften werden sehr spannend beschrieben Gereon und Charlie verbinden gekonnt Berufliches und Privates
- Joanne K. Rowling
Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind: Das Originaldrehbuch
(1.537)Aktuelle Rezension von: Buecherengel_Ich habe vor diesem Drehbuch das Orignaldrehbuch "Das verlorene Kind" gelesen und hatte da ehrlich gesagt auch wenig Hoffnung, dass es gut sein könnte. Es hatte mich aber überaus positiv überrascht.
Dementsprechen enttäuscht war ich nun vom Drehbuch von "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind". Ich liebe den ersten Film, aber das Drehbuch liest sich eben genau so, wie ein Drehbuch. Und wo ich im Drehbuch "Das verlorene Kind" noch Spannung und mitfiebern erlebt habe, so habe ich mich bei diesem Drehbuch nun kaum durchringen können es fertig zu lesen. Das war wirklich Schade.
Im Regal macht es sich aber unglaublich schön :-) - Daphne du Maurier
Rebecca
(437)Aktuelle Rezension von: TheblackswanRebecca ist eines der interessantesten Bücher, die ich je gelesen habe. Nicht nur, weil es zurecht ein absoluter Klassiker ist, sondern auch weil ich noch nie einen solchen Erzählstil gelesen habe. Wir folgen hier einer Protagonistik, die wir als Person gar nicht wirklich Kennenlernen, sie ist nur das Gefäß, durch das wir die "andere Frau" sehen. Und dadurch entsteht eine Geschichte über Projektion und Obsession, die so spannend und auch irritierend ist. Wir sehen wie die Bilder, die wir von anderen erschaffen unser miteinander verändern können und uns im Falle der Protagonistin obsessive auffressen.
Und das alles verpackt in einen Schreibstil, der mir sehr filmisch vorkam, oft passiert nicht viel aber die Dialoge sind so realistisch, ich mochte das total gerne. Das einzige was mir zu einem perfekten Buch gefehlt hat, war besseres Pacing. Ich fand die Erzählgeschwindigkeit an manchen Stellen nicht gut getimed - Libba Bray
Diviners – Aller Anfang ist böse
(358)Aktuelle Rezension von: Tanja_LammBevor ich zum Fazit komme, möchte ich erst übers Cover und Innenleben sprechen.
Ich finde das Cover einfach mega. Normalerweise mag ich keine menschlichen Gesichter auf Covern, aber dieses hat mich sofort angesprochen. Es strahlt die Zeit aus in der die Geschichte spielt. Auf der Vorder und Rückseite wird das Blumenmuster fortgesetzt und ein wichtiges Detail in den Fokus gerückt.
Mein Fazit:
The Diviners ist eine Geschichte, die Thriller und Mystery auf faszinierende Weise mit einer historischen Atmosphäre verbindet. Der Beginn der 1920er-Jahre wird so lebendig beschrieben, dass man komplett in diese Zeit eintaucht. Das Buch ist düster, beklemmend und gleichzeitig magisch – eine Urban-Mystery-Thriller-Fantasy, die mit unglaublich viel Liebe zum Detail geschrieben ist.Ich habe beim Lesen oft die Luft angehalten. Die Spannung baut sich stetig auf, die Gänsehautmomente kommen Schlag auf Schlag, und selbst in den ruhigen Passagen weiß man: Gleich passiert wieder etwas. Der Schreibstil ist leicht und flüssig, zieht einen sofort hinein und hält einen dort fest. Besonders die vielen kleinen, präzise gesetzten Details lassen die Welt intensiv und greifbar wirken.
Evie fand ich großartig! Sie ist eine junge, impulsive Teenagerin, die gerne mit dem Kopf durch die Wand geht – aber genau das macht sie so lebendig. Gleichzeitig ist sie mutig, nervenstark und trägt eine Gabe in sich, die sie selbst in Gefahr bringen kann: Sie kann Gegenstände „lesen“ und taucht dabei in die Erinnerungen der Menschen ein. Diese Fähigkeit verstärkt die Spannung zusätzlich, denn jedes Eindringen in diese fremde Welt kann Konsequenzen haben.
Stück für Stück kommen neue Hinweise ans Licht, sodass man permanent miträtselt: Wer ist der Täter? Warum tötet er? Und was steckt wirklich dahinter? Bis zum Ende bleibt alles fesselnd und atmosphärisch dicht. Besonders mochte ich, wie die Protas ihren Weg suchen, um die nächste Tat zu verhindern.
Und ja, es gibt sogar eine kleine Lovestory – überraschend, süß und so nicht vorhersehbar.
Für mich ist The Diviners ein absolutes Highlight: eine packende Mischung aus Thriller, Mystery und historischem Setting, die einen bis zur letzten Seite nicht loslässt. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!
- Thomas Mann
Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull
(319)Aktuelle Rezension von: MarcelloThomas Manns Felix Krull glänzt – wie viele seiner Werke – durch eine hochartifizielle, gewählte Ausdrucksweise. Doch was diesen Roman im Vergleich zu seinen anderen Arbeiten besonders auszeichnet, ist der durchgehend ironische Tonfall. Der feine, mitunter sarkastische Humor ließ mich beim Lesen oft schmunzeln – manchmal sogar laut auflachen.
Der Protagonist und Ich-Erzähler Felix Krull berichtet in einer kunstvoll geschönten, selbstverliebten Sprache über seine „Entwicklung“. Doch diese ist keine klassische Bildungsreise hin zu moralischer Reife oder geistiger Erleuchtung – vielmehr erleben wir die raffinierte Perfektionierung der Täuschung und des Spiels. Felix stilisiert sich dabei auf geradezu absurde Weise zum Genie in allen Lebenslagen – mit einer Selbstsicherheit, die so überzogen ist, dass sie komisch wirkt.
Krull ist ein wahrer Meister der Selbstdarstellung. Er spricht mit charmantem Pathos und nutzt Sprache als Werkzeug der Verführung – elegant, wortgewandt, oft theatralisch. Sein Aufstieg gelingt nicht durch Fleiß oder Tugend, sondern durch Charme, Lüge und ein tiefes Verständnis für die Schwächen seiner Mitmenschen.
Gerade diese Konstellation erzeugt den eigentümlichen Humor des Romans: Der Leser erkennt die Absurdität und Eitelkeit des Erzählers besser als dieser selbst. Diese dramatische Ironie schafft Distanz – aber auch ein leises, durchdachtes Vergnügen.
Der Ton ist über weite Strecken leicht misanthropisch – nie laut, nie verletzend, sondern stets mit Eleganz und feinem Gespür für sprachliche Nuancen. Es ist ein entlarvender Humor, gespeist aus Intelligenz, Formgefühl und ironischer Weltbetrachtung. Besonders reizvoll ist dabei der Sprachwitz, der aus der Gegenüberstellung pseudo-tiefsinniger Reflexionen mit banalen oder lächerlichen Inhalten entsteht.
Der Humor in Felix Krull ist gebildet, ironisch, subversiv und mit einem Hauch sarkastischer Eleganz durchzogen. Thomas Mann nutzt ihn nicht, um bloßzustellen oder zu verspotten, sondern um das Genre des Bildungsromans, die bürgerliche Gesellschaft und die menschliche Identitätskonstruktion auf kluge Weise zu hinterfragen. Das Leben erscheint bei ihm als Bühne – und Felix ist kein Held und kein Schurke, sondern ein Spieler, der die Masken des Daseins mit Lust wechselt.
Ich bin überzeugt, dass man die lange Entstehungsgeschichte des Romans (1910–1954) im Text spürt – sowohl stilistisch als auch thematisch. Der Reifeprozess des Autors spiegelt sich in der Vielschichtigkeit der Sprache und im ambivalenten Porträt des Protagonisten wider.
Ich habe diesen Roman sehr genossen und bedaure, dass Thomas Mann die „Bekenntnisse“ nicht fortgeführt hat. Gerne hätte ich Felix Krulls weitere Reise begleitet.
- Alena Schröder
Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid
(393)Aktuelle Rezension von: Gaia_SoliskoIch bin begeistert von diesem Buch und konnte es kaum aus der Hand legen.
Dieser Roman erzählt eine berührende und auch immer wieder erschütternde Familiengeschichte über ein Jahrhundert hinweg. Beeindruckend fand ich vor allem die Beschreibung der zunehmenden Unsicherheit und Verfolgung von Juden zu Beginn der NS-Zeit sowie die Tragik der nachfolgenden Jahre.
Aber auch insgesamt hat mir das Buch ausgesprochen gut gefallen, es war trotz der zum Teil schwierigen Thematik flüssig zu lesen und die handelnden Personen wirkten real. Der rote Faden durch das Buch, die Suche nach einem in der NS-Zeit verschollenem Gemälde, war hoch interessant und gut umgesetzt.
Ich kann dieses Buch nur jedem ans Herz legen!
- Erich Kästner
Fabian
(335)Aktuelle Rezension von: LolyZum Inhalt:
Dr. Jacob Fabian ist Germanist und arbeitet als Werbetexter in Berlin. Er stürzt sich in erotische Abenteuer, trinkt mit Reportern und versucht, im stürmischen Treiben der Großstadt an seinen Idealen festzuhalten. Doch die Stadt bewegt sich im Zickzack und die demokratischen Grundlagen der Weimarer Republik geraten zunehmend ins Wanken. Als Fabian die junge Anwältin Cornelia in einem Bildhaueratelier kennenlernt, verändert sich sein Leben und die beiden verlieben sich – doch ihre Liebe soll nicht von Dauer sein.
Mein Eindruck:
Ich habe in diesem Wintersemester ein Seminar zu Erich Kästner belegt und dafür dieses Buch gelesen, doch das Cover ist mir schon eine ganze Weile vorher gelegentlich in der Buchhandlung aufgefallen, weswegen es mich gefreut hat, es auf der Lektüreliste zu finden.
Besonders nach ‚Emil und die Detektive und Emil und die drei Zwillinge‘ und ‚Das fliegende Klassenzimmer‘ war ich gespannt darauf, wie anders Kästner für seine erwachsene Leserschaft geschrieben hat und ein Unterschied war definitiv erkennbar. Wo in seinen Kinderbüchern die Hoffnung und die Kraft des Guten einen großen Raum einnehmen, ist diese in ‚Fabian‘ so gut wie gar nicht zu finden. Mir ist bewusst, dass es sich um eine gesellschaftskritische Perspektive handelt und es gefiel mir, wie unverblümt er manche Umstände und Situationen geschildert hat. Doch irgendwie wurde die triste Atmosphäre, in der selbst die kleinste Flamme der Hoffnung sofort erlischt, nach einigen Seiten langweilig und fade. Sie deprimierte und frustrierte mich, da Fabian kein flacher, schlecht konstruierter Charakter ist. Er hätte die Umstände, die seinen Alltag geprägt haben, definitiv verändern können, wenn er es genug gewollt und die Energie dafür aufgebracht hätte.
Fabian hat interessante Ansichten in Bezug auf das Leben und die Gesellschaft, deshalb war es für mich nicht ganz verständlich, warum er tatenlos zugesehen hat, wo er doch genau wusste, was die Probleme sind. Das hat die Authentizität seiner Ideale für mich aufgehoben, denn er hat sich so verhalten, als wäre die Tatenlosigkeit zu bequem für ihn und die Aussicht auf Besserung seine Energie nicht wert. Es hat den Eindruck erweckt, er würde sich dieser Welt, die er kritisch betrachtet, nicht wirklich zugehörig fühlen – als wäre er ein unbeteiligter Beobachter.
Genau da hat Kästner meiner Meinung nach alles richtig gemacht, denn die Geschichte hat mich mehrmals zum Nachdenken angeregt. Gleichzeitig hat es sich für mich so angefühlt, als hätte er es sich mit diesem Werk zu leicht gemacht und als würde ein bedeutender Teil zur endgültigen Vollendung fehlen. Hier sollte ich erwähnen, dass ich die zensierte Version und nicht ‚Fabian oder Ein Gang vor die Hunde‘ gelesen habe. Vielleicht würde meine Einschätzung anders ausfallen, hätte ich diese Version gelesen – wer weiß.
‚Fabian‘ zu lesen war auf jeden Fall interessant, besonders im Hinblick auf den Kontrast zu seinen Kinderbüchern. Kästners Schreibstil strahlt eine gewisse Intelligenz aus, was mir sehr gut gefällt, doch in diesem Werk hat mir, wie bereits erwähnt, einfach etwas gefehlt, um es genauso gut finden zu können, wie die anderen Bücher, die ich bereits von ihm kenne. An Fans seiner Arbeit würde ich es auf jeden Fall weiter empfehlen.
(https://book-souls.com/2025/05/19/fabian-von-erich-kaestner/)
- F. Scott Fitzgerald
Zärtlich ist die Nacht
(68)Aktuelle Rezension von: fm_winkelMit über 500 S. ist das der längste Fitzgerald Roman. Damals war er nach 9 Jahren Arbeit ca. 40, wie der Protagonist am Ende, er nahm sich selbst als Modell. Und genau das macht es für mich schwierig, einige Storylines objektiv zu lesen. Denn es geht unter anderem um die Schwärmereien für Teenagerinnen & bei der späteren Affäre mit Rosemary ist er fast doppelt so alt wie sie. Das finde ich einfach problematisch und durch diese Assoziation Autor-Prota z.T. unangenehm zu lesen.
Genauso wie er den M1ssbrauch an seiner Frau gar nicht richtig reflektiert und viel zu kameradschaftlich mit dem Vater als Täter plaudert. 1st thought: arme Zelda.
Zwar ist der Roman bald 100 Jahre alt, aber besser macht es das auch nicht.
Wenn ich das jetzt einmal ausklammere, mochte ich den Plot selbst gern. Es ist sehr anspruchsvoll geschrieben, z.T. auf französisch, was für mich persönlich total ok war. Seine anderen Romane fand ich einfacher zu lesen.
Man taucht direkt in die Atmosphäre des reichen Frankreichs ein, die Figuren waren derart realistisch, greifbar und individuell, dass man einfach merkt, dass sie aus seinen Beobachtungen bzw. seinem echten Leben stammen.
Der erste Teil ist aus Rosemarys Sicht geschrieben, weshalb ich irritiert war, dass wir dann zu Dick wechseln und Rosemarys Stimme gar nicht mehr vorkommt. Psychologisch und dramaturgisch fand ich beide sehr interessant, der Roman ist wie eine Studie über Charakterentwicklung.
Durch die "verborgenen Geheimnisse des Psychiaters" im Klappentext habe ich mehr erwartet als das Trauma seiner Frau, zugegeben. Letztlich war aber alles sehr stimmig und das Ende hat mir richtig gut gefallen, weil wir da diese riesige Ladung Emanzipation der beiden Frauen hatten & sie über den Protagonisten triumphierten.
Hinten haben wir einen sehr langen Anhang mit spannenden Interpretation. Das ist eines dieser Bücher, die man in der Uni bis ins kleinste Detail zerlegen würde. Ich mag diese anspruchsvollen Diogenes Bücher generell sehr :) - Hanni Münzer
Heimat ist ein Sehnsuchtsort
(107)Aktuelle Rezension von: KleinerVampirBuchinhalt:
Schlesien, 1928: Nach dem Tod des Vaters muss der Komponist Laurenz den elterlichen Hof übernehmen. Mit seiner Frau Annemarie und den beiden Töchtern Kathi und Franzi findet Laurenz auch als Bauer sein Glück und die beiden Kinder wachsen auf dem elterlichen Hof auf. Während Kathi mathematisch hochbegabt ist, leidet Franzi an einer seltenen Krankheit und kann nicht sprechen. Als die Nationalsozialisten im Deutschen Reich die Macht übernehmen, scheint auch die dörfliche Idylle, in der die schlesische Familie lebt, zusehends betroffen. Denn Kathi gerät in den Fokus der Behörden, als sie einen Mathematikwettbewerb gewinnt und auch Annemarie hütet ein großes Geheimnis....
Persönlicher Eindruck:
Hanni Münzer erzählt im ersten Band ihrer Heimat-Dilogie vom Leben einer schlesischen Bauersfamilie. Das Leben auf dem Land, das Aufwachsen der beiden Kinder und die politischen Gegebenheiten, die Ende der 1920er Jahre zweifelsohne einen Umbruch in der Geschichte des Deutschen Reiches bringen, sind allesamt Thema dieses spannenden und mitreißenden Romans.
Im Mittelpunkt stehen letztendlich die beiden Töchter der Sadlers, Kathi und Franzi. Kathi ist schon seit früher Kindheit ein Wunderkind – sie interessiert sich für komplexe Zusammenhänge, liebt Mathematik und Physik. Ihre kleine Schwester Franz hingehen leidet an einer seltenen Krankheit, weshalb sie auch nie sprechen lernt und sich mit Kathi lediglich durch Summen verständigt. Zudem scheint Kathi auch geistig etwas zurückgeblieben, wird aber dennoch von allen geliebt und wächst scheinbar glücklich und unbeschwert auf dem elterlichen Hof auf.
Die Erzählung ist eingängig, der Schreibstil sehr mitreißend und man kann das Buch kaum aus der Hand legen. Die Figuren sind mit Tiefe und Profil angelegt und man kann sich ein gutes Bild machen von diesem Stück Deutschland, das so sehr mit Polen verbunden war.
Gut gefallen hat mir Dorota, die polnische Haushälterin der Sadlers. Sie ist ein mütterlicher Charakter für de Familie und für die beiden Kinder der Mittelpunkt ihrer Kindheit.
Im Laufe der Handlung schwingt der Roman ein bisschen ins Übersinnliche um, denn Dorota hat das „zweite Gesicht“ und öfter Visionen, die ihr die Zukunft verschiedener Personen voraussagen. Wenn ich ehrlich bin fand ich diese „Zufälle“ etwas zu sehr konstruiert. Ebenso die Tatsache, dass die Nationalsozialisten – nach allem, was man inzwischen über sie weiß – sich so rein gar nicht für die behinderte Franzi interessieren und eine kurze Rückmeldung an den Bürgermeister genügt, um sie aus dem Fadenkreuz zu bringen. Auch die Kommunikation von Franzi mttels Summen halte ich für unrealistisch - vor allem, dass dann auch nur Kathi diese Art der "Verständigung" verstehen soll und "übersetzen" muss. In meinen Augen schon sehr an den Haaren herbeigezogen, mit Verlaub. Ein bisschen zu viel Fantasy und Hokuspokus.....
Die über allem stehende Antagonistin der Familie ist die Frau eben dieses Bürgermeisters, eine überzeugte Nationalsozialistin und ein Biest wie es im Buche steht. Gerade deshalb wundert mich umso mehr, dass die Familie ihre jüngere Tochter bei sich behalten darf.
Kindheit und Jugend der beiden Mädchen sind sehr gut und unterhaltend geschildert, kleine und große Tragödien wechseln ab mit glücklichen Sommern, der Freundschaft zu anderen Kindern und auch zu Tieren, so hier der Hofhund oder ein zahmer Rehbock, den Kathi mit der Flasche aufzieht.
Gegen Ende des Romans kommt dann Annemaries Geheimnis aus ihrer Vergangenheit zum Tragen und die beiden Mädchen geraten in den Fokus der Roten Armee, was letztendlich in einem Cliffhanger zum zweiten Band überleitet. Jedenfalls bin ich sehr gespannt, wie die Geschichte weiter geht und kann hier trotz einiger Kritikpunkte eine Leseempfehlung aussprechen für alle, die historische Romane aus der Zeit der Weltkriege mögen und mehr über Schlesien uund seine Bewohner erfahren möchten.
- Libba Bray
Diviners – Die dunklen Schatten der Träume
(63)Aktuelle Rezension von: Jo_CobaltDie Diviners in New York werden in eine mysteriöse Situation hineingezogen und wir lernen neue Diviners kennen und unsere bisherigen Charaktere noch besser. Ich freu mich dass die Autorin so gut im Ecken und Kanten schreiben ist. Leute wie Evie sind kompliziert und nicht einfach in eine Schublade zu stecken. Mein Dream team aus Henry und Theta hatte es wahrlich nicht leicht in diesem Teil, es wird sehr feinfühlig und wenig voyeuristisch über Gewalt, Rassismus und Menschenhass gesprochen, ihne ins Plakative oder Belehrende zu kippen. Die Story ist wirklich spannend und die ganze Zeit fragt man sich, wo und wie das alles mit dem Großen Ganzen zu tun hat, dem Mann mit dem Zylinder, Jake Marlowe, Will…? Die Nebencharaktere sind oft echt sus, zB Addie und Blind Bill, auch das macht es nochmal wirklich spannend. Außerdem sind die anbändelnden Pärchen authentisch, zart und realistisch durch Unsicherheiten… freue mich sehr auf Band 3!
- Anne Stern
Fräulein Gold: Schatten und Licht
(237)Aktuelle Rezension von: liceys_buecherwunderland[𝕦𝕟𝕓𝕖𝕫𝕒𝕙𝕝𝕥𝕖 𝕎𝕖𝕣𝕓𝕦𝕟𝕘]
𝕋𝕚𝕥𝕖𝕝: Fräulein Gold - Schatten und Licht (Die Hebamme von Berlin 1)
𝔸𝕦𝕤 𝕕𝕖𝕣 𝔽𝕖𝕕𝕖𝕣 𝕧𝕠𝕟: Anne Stern
𝕍𝕖𝕣𝕝𝕒𝕘: Rowohlt // Argon Verlag (Hörbuch)
𝔾𝕖𝕤𝕡𝕣𝕠𝕔𝕙𝕖𝕟 𝕧𝕠𝕟: Anna Thalbach
𝔾𝕖𝕝𝕖𝕤𝕖𝕟/𝔾𝕖𝕙𝕠𝕖𝕣𝕥 𝕒𝕦𝕗: Deutsch
𝔽𝕣𝕒𝕘𝕖: Magst du Bücher die in Deutschland spielen?
𝔻𝕣𝕖𝕚 (𝕠𝕕𝕖𝕣 𝕞𝕖𝕙𝕣) 𝕎𝕠𝕖𝕣𝕥𝕖𝕣 𝕫𝕦𝕞 𝔹𝕦𝕔𝕙:
Spannend - Gut - Kurzweilig
𝕀𝕟𝕙𝕒𝕝𝕥:
1922: Hulda Gold hat schon das ein oder andere Kind auf die Welt gebracht und unzählige Schwangere betreut. Da kommt es schonmal vor, dass man in die Angelegenheiten anderer hineingezogen wird. Diesmal hat es die Hebamme jedoch in einen Mordfall verwickelt, der sie nicht los lässt. Und während sie Ermittlungen anstellt, gerät die unerschrockene Frau in Gefahr...
𝕄𝕖𝕚𝕟𝕖 𝕄𝕖𝕚𝕟𝕦𝕟𝕘:
Die Geschichte rund um Hulda Gold ist spannend und kurzweilig. 😊
Während man am Fall miträtselt, lernt man die Hebamme und die Menschen in ihrer Umgebung immer besser kennen - und will unbedingt auch mehr wissen.
Egal ob man sich in die düsteren Ecken Berlins verirrt oder mit Hulda entspannt in einem Kaffee sitzt, es wird nicht langweilig. 😁
Dabei bleibt der Stil immer locker und leicht zu lesen und man fliegt durch die Seiten.
Auch in das Hörbuch habe ich reingehört. Denn dieses wird von Anna Thalbach gelesen - eine der wenigen weiblichen Sprecher die ich gerne höre.
𝕃𝕖𝕤𝕖𝕖𝕞𝕡𝕗𝕖𝕙𝕝𝕦𝕟𝕘?
Von mir gibt's eine Leseempfehlung für Leute, die eine gute Geschichte über eine starke Frau suchen.
𝔼𝕦𝕣𝕖 𝕃𝕚𝕔𝕖𝕪 ☘️
- Kelly Mullen
Die Einladung – Mord nur für geladene Gäste
(183)Aktuelle Rezension von: Petzi_Maus3,5 Sterne
Die 77jährige Mimi MacLaine lebt auf der kleinen und ruhigen Insel Mackinac Island im Huronsee, nahe der Grenze zu Kanada.
Eines Tages erhält sie überraschend eine Einladung ihrer Nachbarin Jane Ireland zu einer Auktion auf deren Familienanwesen, das in vergangenen Zeiten als Schmuggelplatz und Flüsterkneipe genutzt wurde.
Jedoch nicht nur, dass Mimi zu Jane keinen Kontakt hatte, ist die Einladung auch noch eine Erpressung: wenn sie nicht erscheint und ein bestimmtes Manga ersteigert, wird Mimis dunkles Geheimnis veröffentlicht.
Also schnappt sich Mimi als Verstärkung ihre Nichte Addie, eine Gamedesignerin, mit der sie jedoch schon länger keinen Kontakt mehr hatte, und verbringt neben 7 weiteren Gästen (die natürlich auch alle Geheimnisse haben) den verschneiten Abend mit den Gastgebern Jane Ireland und deren Lebensgefährten Matthew (der auch ihr Schwiegersohn ist).
Bis es einen Mord gibt - und zwar die Gastgeberin höchstselbst!
Das alte Anwesen und die eisigkalten Wetterbedingungen des Schneesturms, aufgrund dessen die Gäste eingeschlossen sind und die Polizei nicht kommen kann, sind eindrücklich beschrieben. Ich hatte oft Gänsehaut, weil ich alles genau vor Augen hatte. Und die Geschichte des Schmuggels zur Zeiten der Prohibition ist mit dem alten Anwesen der Irelands spannend erzählt.
Die vielen handelnden Figuren hatten mich anfangs oft durcheinander gebracht; ich fand einige schwer zuzuordnen. Die Hilfreichen Steckbriefe in den Buchklappen habe ich leider erst nach Beenden der Lektüre gefunden ;)
Da die Gesellschaft von der Außenwelt abgeschnitten ist, glaubt Mimi, ermitteln zu müssen. Addie kommt aufgrund ihrer Arbeit auch schnell auf den Geschmack - immerhin entwickelt sie die Storylines eines beliebten Locked-Room-Online-Games.
Die Erwähnung des Spiels "Murderscape" und warum Addies Gedankengänge so sind, wie sie sind, hätte für meinen Geschmack nicht ständig sein müssen. Nach zweimaliger Erwähnung war mir schon klar, dass Addie eine Krimi-Spiel-Entwicklerin ist und eben so denkt, wie es in ihrem Game notwendig ist. Auch wenn es hier echte Todesfälle gab, war ihre Denkweise manchmal nützlich - auch wenn es einem so vorkam, als würde gefühlt nur Mimi ermitteln. Oder nein, ermitteln tun beide Frauen, aber Mimi fällt alles Ungewöhnliche auf und Mimi kombiniert diese Dinge zu einem sinnvollen roten Faden. Manchmal hatte ich wirklich das Gefühl, Addie wäre gar nicht nötig gewesen. Obwohl doch SIE die Krimi-Game-Entwicklerin ist.
Leider bin ich mit den beiden Hauptfiguren nicht so ganz warm geworden; auch die anderen Figuren blieben eher blass.
Die Ermittlungsarbeit selbst war für mich zu viel "Herumgehüpfe", ich bin mit den Handlungs- und Gedankensprüngen oft gar nicht mehr mitgekommen.
Und auch die Gedankengänge von Addie und Mimi zur Auflösung konnte ich nicht soo ganz nachvollziehen. Wieso wussten sie plötzlich, wer der Mörder war? Trotz Erklärung blieb mir das etwas rätselhaft.
Die Auflösung selbst (also das Motiv) war dann nachvollziehbar, aber leider wenig spektakulär.
Alles in allem ein netter Locked-Room-Krimi für kalte Tage, der mich aber nicht so ganz überzeugen konnte.
Fazit:Ein Locked-Room-Krimi im Stil 'Whodunit' à la Agatha Christie mit zwei speziellen Ermittlerinnen, deren Handlungs- und Gedankensprünge mich manchmal verwirrt haben. Auch die Auflösung konnte mich nicht so ganz abholen.
- Maria Nikolai
Die Schokoladenvilla – Goldene Jahre
(163)Aktuelle Rezension von: KiraNearTitel: Die Schokoladenvilla - Goldene Jahre
Autor*in: Maria Nikolai
Erschienen in Deutschland: 2019
Originaltitel: -
Erschienen in -: -
Übersetzer*in: -
Weitere Informationen:
Genre: Historisch, Hetero, Drama, Slice of Life
Preis: € 10,00 [D] | € 10,30 [A]
Seiten: 718
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-328-10406-3
Verlag: Penguin Verlag
Rezensionsexemplar: Nein
Inhalt:
Stuttgart, 1926: Die junge, abenteuerlustige Serafina zieht zu ihrem Halbbruder Victor in dessen prächtiges Familienanwesen, das alle nur "Die Schokoladenvilla" nennen. Denn die Rothmanns sind weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt für ihre feinen Schokoladenkreationen, von denen sich auch Serafina nur zu gern verführen lässt. Mit ganzen Herzen stürzt sie sich in die Verlockungen der aufregenden neuen Zeit, und als sie den attraktiven Anton kennenlernt, verliebt sie sich Hals über Kopf. Doch Anton ist im Begriff, sich mit einer anderen zu verloben. Derweil wird das Schokoladenimperium der Rothmanns durch heimtückische Sabotageakte bedroht - und Serafina von einem dunklen Kapitel ihrer Vergangenheit eingeholt ...
Meinung (Achtung, möglicherweise Spoiler!):
Das hier ist der einzige Band der Reihe, das ich selbst besitze, sowohl Band 1 als auch 3 habe ich mir aus der Bibliothek ausgeliehen. Genau kann ich es nicht mehr sagen, aber ich glaube, das Buch hier war bei den vielen Büchern dabei, die ich im Herbst 2023 geschenkt bekommen habe. Zumindest ist es meine größte Vermutung, auch, ich hab es mal irgendwo günstig kaufen können, da es sich um ein preisreduziertes Mängelexemplar handelt.
Mal unabhängig davon habe ich ja vor kurzem den ersten Band gelesen und da er mir doch recht gut gefallen hat, wollte ich natürlich dann auch den zweiten Band lesen. Ganz ehrlich, ich bin froh, dass ich den Aufwand betrieben und mir die beiden anderen Bände aus der Bibliothek geholt habe. Klar, der Fokus liegt in diesem Buch auf Serafina, und nicht mehr wie im ersten Band auf Judith, dennoch gab es sehr viele Ereignisse, die im ersten Band passieren und auf diese baut der zweite Band auf, sprich, ich hätte sehr viele Wissenslücken gehabt. All das zu kennen, besonders die Geheimnisse, die auch noch im zweiten Band existieren, war dagegen erfrischend und hilfreich. Wie oft hatte ich beim Lesen das Gefühl, als hätte ich was verpasst, bis ich dann enttäuscht herausfand, dass es noch Bücher davor gibt? Zu oft, ganz ehrlich.
Hier war wenigstens auf der Innenseite des Einbands gekennzeichnet, dass es sich hierbei um den zweiten Band handelt, ich wäre sonst echt böse auf die Nase gefallen.
Btw, böse auf die Nase fallen, irgendwie bin ich das dann doch, was einfach daran liegt, dass hier viel zu viele Personen eine wichtige Rolle spielen, es damit viel zu viele POVs gibt und auch viel zu viele Handlungsstränge. Da gibt es Serafina, die neben ihrem finsteren Geheimnis auch mit Problemen in der Liebe zu kämpfen hat. Dazu sieht man auch die Perspektive einer Helferin von ihr. Außerdem auch von Anton und Karl, Viktoria und Hélène. Und natürlich ihre entsprechenden Subplots. So wird es besonders beim Liebeschaos ziemlich schnell unübersichtlich und ich wusste für eine kurze Zeit lang nicht mehr, wer jetzt nun auf wen steht oder nicht. Erst später wird mal Klartext gesprochen und es wird eine Lösung für alle Beteiligten gefunden. Es ist zwar ein bisschen zu glatt, zu schnell abgehandelt worden, aber ich bin recht froh, dass es bei dieser Sache keinen Verlierer gibt.
Was mir auch ein bisschen zu schnell ging, war die Auflösung der beiden wichtigsten Storyteile. Beide Teile werden über den Verlauf der Geschichte langsam und geduldig aufgebaut, spielen natürlich die größten Rollen und nehmen dementsprechend viel Platz im Text ein. Wie das Ganze dann aber jeweils aufgelöst wird, ist dagegen irgendwie ungeduldig schnell, so abrupt. Als hätte die Autorin beim Schreiben gemerkt, dass es zu viele Seiten werden und ist dann in die Eisen gestiegen, um noch unter 800 Buchseiten zu bleiben. Ist jetzt natürlich nur eine haltlose Vermutung, aber so kommt es mir halt vor. Und das ist schade. Den einen oder anderen Showdown hätte dem Buch echt gut getan. So gibt es statt drei spannenden Stellen nur eine.
Fazit:
Ja, das Buch ist ein bisschen chaotisch und ich bin ehrlich, der eine oder andere Nebenstrang (oder der eine oder andere Charakter) weniger hätte dem Buch vielleicht gut getan. So musste ich mich oft geistig umorientieren, und überlegen, wer nochmal die Person war, das war nicht immer spaßig. Klar, ich hatte Spaß beim Lesen, aber nicht so sehr wie beim ersten Band. Trotzdem bin ich neugierig, wie der letzte Band der Reihe sein wird.
Von mir bekommt das Buch drei Sterne, sorry, es hat mir leider nicht so gut gefallen wie der Vorgänger :/
- Christof Weigold
Der Mann, der nicht mitspielt
(96)Aktuelle Rezension von: Katl2Ein erfolgloser Schauspieler ist in Hollywood keine Seltenheit. Hardy Engel ist nur einer von vielen. Sein Versuch, als Privatdetektiv über die Runden zu kommen, ist ebenfalls nicht von Erfolg gekrönt. Bis eines Tages eine attraktive, rothaarige Frau um eine Audienz bei ihm bittet. Und mit einem Schlag ändert sich im Leben von Hardy Engel alles. Seine Ermittlungen führen ihn hinter die Bühnen und Scheinwerferlichter von Hollywood zu den dunklen und verdorbenen Geheimnissen der Filmwelt. Schnell wird ihm klar, dass hier nichts so ist, wie es scheint und dass es manche Vorfälle gibt, die nie in das Licht der Öffentlichkeit geraten sollen.
Der Detektiv
Hardys Wunsch, ein Komiker zu werden, ist nicht sonderlich von Erfolg gekrönt und so beschießt er, sich seine Erfahrungen als Polizist zunutze zu machen und beschließt, Privatdetektiv zu werden, anfangs mit einer niedrigen Beschäftigungsrate. Ein unscheinbarer Auftrag ändert dann alles. Seine Hartnäckigkeit und sein Talent, stehts zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein, stoßen den zynischen und sturköpfigen Hardy mitten hinein in die Welt des Filmes, wo es von Geheimnissen und Unwahrheiten nur so wimmelt. Doch für Hardy Engel ist klar, dass er letztendlich nur der Wahrheit dient. Und die will er finden, koste es was es wolle.
Ein Platz, an dem Träume zur Wirklichkeit werden
Hollywood – ein Platz voller Träume, berühmter Persönlichkeiten und ein Himmel auf Erden. Zumindest scheint es so. Christof Weigold malt ein anderes Bild von Hollywood. Drogen, Alkoholismus und sexuelle Vergnügungen stehen an der Tagesordnung der großen Stars. Die vermittelte Illusion existiert nicht, und doch kämpft die Filmbranche darum, eben jene Illusion aufrecht zu erhalten. Doch der Skandal, der durch den Tod von Virginia Rappe ausgelöst wird, lässt die Fassade bröckeln und ermöglicht den Medien einen Blick hinter die sorgsam verborgenen Kulissen. Die Aufregung ist groß. Zeitungen erkennen ihre Chance zu Massenabnahmen ihrer Schlagzeilen, die Filmproduzenten fürchten um ihren Ruf, Schauspieler und Produzenten haben Angst um ihre Karriere. Am Ende ist sich jeder selbst der nächste. Und, wie Hardy später klarstellt: Im Krieg und im Film ist die Wahrheit das erste Opfer.
Fazit
Ein spannungsgeladener, actionreicher Kriminalroman der 1920er Jahre. Unerwartete Richtungsänderungen und Entwicklungen machen die Handlung unberechenbar und sorgen für eine fesselndes Leseereignis. Hardy Engel ist ein symphytischer Ermittler, der sich seiner eigenen Schwächen und Fehler durchaus bewusst ist und mit seinem zynisch-ironischen Blick auf die übertriebene Welt um ihn herum, einen angenehmen Gegenpol zu den undurchsichtigen Persönlichkeiten des Buches bildet. Ich habe diesen Ausflug in die Goldenen Zwanziger genossen, jede einzelne Seite davon. Für Menschen, die verwickelte Handlungsstränge lieben, ein absolutes Muss.
- Tanja Kinkel
Unter dem Zwillingsstern
(51)Aktuelle Rezension von: FilzblumeKlappentext: Schon als kleines Mädchen weiß Carla Fehr, dass sie Schauspielerin werden will. Und in dem jungen Robert König findet sie einen Gleichgesinnten, dem sie ein Leben lang in intensiver Freundschaft verbunden bleiben wird. Trotz unterschiedlicher Lebenswege eint sie die Liebe zu Theater und Film gegen ihre Familien und durch die bewegten zwanziger Jahre, durch Naziterror und Exil. 🔹Ein Teil der Handlung des Romans spielt in Deutschland (München, Berlin). Verlagert wird die Handlung in die USA, Hollywood und New York. Wir erleben starke Charaktere, sowie Hauptakteure und Nebenakteure sind authentisch. Wir bewegen uns auf den Bühnen der Welt mit fiktiven und vielen realen Personen der Theaterwelt und des Filmgeschäfts. Hier kann die Autorin auf ihr umfangreiches Wissen zurückgreifen. Sie hat sehr gut recherchiert und der Roman liest sich sehr spannend und hatte für mich nur wenige Längen ( manchmal zu viele Theaterdialoge). Politische Hintergründe sind gut in die Handlung eingebaut — Emigrieren, Flucht, Bleiben oder Sterben -ging es damals in Deutschland vielen Menschen. Die Figuren des Robert König und Carla Fehr sind sehr gut gezeichnet und entwickeln sich in dem Roman vom Kind zum Erwachsnen parallel zur Geschichte. Unter dem Zwillingsstern ist sehr gute Unterhaltung mit Gefühl und bietet wunderbare Dialoge zwischen den Akteuren. Was mir persönlich nahe ging war die Figur des Martin Goldmann, Roberts Ziehvater, Arzt, Jude und Deutscher, der alle Hoffnung auf ein Ende des „Spuks“ hatte, um dann doch die bittere Wahrheit erkennen zu müssen. Der Roman bietet geschichtlichen Hintergrund, auch was die Emigration der Deutschen in das Ausland anging, die oft zurückgewiesen, nicht ernst genommen und in den Tod geschickt wurden. ⭐️⭐️⭐️⭐️4,5 Sterne. Ich habe dieses Buch als eBook gelesen, das 2014 im dotbooks Verlag erschien. - Corina Bomann
Die Farben der Schönheit – Sophias Hoffnung (Sophia 1)
(276)Aktuelle Rezension von: LeoLorisLifeDer erste Teil der Trilogie hat mich ein wenig mitgenommen. Der Rauswurf bei ihren Eltern, der Verlust des Kindes, die Entfremdung ihrer Freundin, Liebe & die plötzlichen Nachrichten, die alles ändern könnten, dass ein Mensch das alles so wegsteckt ohne komplett daran zu zerbrechen ist bewundernswert. Sie war am Boden und hat es doch wieder hochgeschafft. Für mich ist Sophia eine unfassbar starke Frau.
- Adriana Popescu
Paris, du und ich
(212)Aktuelle Rezension von: rose7474Die Romane von Adriana Popescu mag ich sehr und lese immer mal wieder was von ihr.
Dieser Jugendroman konnte mich gleich fesseln. Die Atmosphäre von Paris kam sehr gut rüber und konnte mir alles wunderbar vorstellen. Emma und Vincent mochte ich sehr gerne. Der Roman konnte mich wunderbar unterhalten und hatte wie ich es von Adriana Popescu gewöhnt bin auch etwas Tiefgang. Die Handlung war ziemlich vorhersehbar. Ich hätte mir etwas mehr Wendungen gewünscht. Jedoch ein wunderschöner Jugendroman für zwischendurch.
Daher 4 Sterne von mir und eine Leseempfehlung.
- Ulrike Renk
Das Lied der Störche
(149)Aktuelle Rezension von: MarinaHEs ist schon das dritte Buch, welches ich von Ulrike Renk lese und ich muss sagen, sie ist nicht wirklich meine Lieblingsautorin. Ich hatte mir etwas anderes unter diesem Buch vorgestellt, man kann es gut lesen, aber bei mir wird es nicht in Erinnerung bleiben.
Der Schreibstil ist sehr flüssig und einfach, man kommt gut durch das Buch und es gibt keine Probleme damit. Auch zieht sich keine Stelle zu lang, die Aufteilung hat mir auch gefallen.
Leider konnte ich die verschiedenen Charaktere durch das Buch nur mäßig kennenlernen. Der Hauptcharakter hat sich überhaupt nicht ihrem Alter entsprechend verhalten. Sie kam mir nicht so vor als wäre sie 19, sondern Mitte 40.
Die Geschichte an sich hat mir nicht gefallen, es gab keinen richtigen Spannungsbogen und unter dem “dunklen Geheimnis” von Ax habe ich mir wirklich etwas anderes vorgestellt.
Es war nun meine dritte Chance, die ich der Autorin gegeben habe, aber ich glaube es war damit auch meine letzte.
Die Reihe werde ich auch nicht mehr weiterlesen. - Annabel Abbs
Die Tänzerin von Paris
(73)Aktuelle Rezension von: MarinaHDas Buch war sehr ansprechend, ich habe genossen es zu lesen. Lucia Joyce hatte ein schreckliches, anstrengendes Leben, man konnte sich gut in ihre Verzweiflung und auch die Liebe reinversetzten.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr schön, ich fand es sehr interessant wie die Zeitsprünge im Buch gestaltet wurden.
Die Handlung war flüssig und bis zum Ende spannend gehalten. Das Buch bliebt im Gedächtnis, auch noch mehrere Wochen nach dem Lesen.
Ich konnte mich gut in Lucias Lage reinversetzten und mit ihr mitleiden. Es war angenehm ein Buch aus der ‚Ich-Form‘ zu lesen.
Es ist schön, wie die Autorin den Blick im Buch auf Lucia, nicht auf ihren Vater lenkt.Fazit: Tolles Buch über eine Persönlichkeit, die zu wenig Aufmerksamkeit bekommt.
- Jessica Fellowes
Die Schwestern von Mitford Manor – Unter Verdacht
(210)Aktuelle Rezension von: Carry1980Lange schon wollte ich den 1. Band der Mitford Schwestern lesen. Das Buchcover hat mich sehr angesprochen und ist die Autorin doch eine Nichte des berühmten Autors von Downton Abbey. Der Einstieg ins Buch gelang leicht und wie man sich einen Roman um die Jahrhundertwende vorstellt. Es treffen zwei Welten aufeinander - Louisa ein Arbeiterkind und Halbwaise und Nancy die älteste Tochter aus vornehmen Hause. Louisa wird Kindermädchen und Gesellschaftsdame und trotz aller Klassenunterschiede freunden sich beide Mädchen an. Als dann noch ein mysteriöser Mord passiert, fangen beide Mädchen mit den Ermittlungen an.
Hier war dann ein leichter Spannungsfaktor, ansonsten plätscherte das Buch etwas vor sich hin. Es las sich gut, keine Frage, aber einige Figuren waren doch - meiner Meinung nach - nicht gut ausgearbeitet. Z. b. die Ladyschaft kam immer angenervt rüber und Lord Mitford wie ein dumme Tölpel. Irgendwie etwas platt. Auch Guy, der junge Polizist der ebenfalls ermittelt und ein Auge auf Louisa geworfen hatte kam mir ständig nervös vor und nicht wie ein Held, so wie er am Ende des Romanes dann beschrieben wird.
An für sich ein gutes Buch für zwischendurch, es ist Band 1 der Reihe. In jedem Buch wird ein weiteres Kind der Mitford Geschwister beschrieben. Ich selbst werde kein weiteres Buch dieser Reihe lesen, dafür war mir das 1. Band jetzt einfach zu seicht.























