Bücher mit dem Tag "21. jahrhundert"
187 Bücher
- Dan Brown
Inferno - Filmbuchausgabe
(1.530)Aktuelle Rezension von: LiviaaIch hatte mich auf Inferno gefreut, aber ich bin dann doch nicht reingekommen. Der Anfang in Florenz war stark, geheimnisvoll, spannend, schnell mitten im Geschehen. Auch die Schauplätze sind wieder ein Highlight. Man merkt, dass der Autor sich auskennt und Lust auf Details hat.
Trotzdem hat mich das Buch nicht so gepackt wie die früheren. Die Struktur ist dieselbe wie in den Vorgängern. Das funktioniert grundsätzlich, aber diesmal hat es sich für mich zu vertraut angefühlt. Ich wusste, was als Nächstes passiert, und dadurch ging Spannung verloren.
Der Mittelteil zieht sich. Manche Erklärungen über Dantes Göttliche Komödie, Kunst und Biotechnologie fand ich interessant, andere haben mich eher ausgebremst. Ich hatte immer wieder den Eindruck, dass die Figuren vor allem gebraucht werden, um Informationen zu liefern, nicht, um emotional zu tragen.
Was bleibt, ist ein gutes Buch mit guten Ideen, einem spannenden Thema (Überbevölkerung, Ethik, Wissenschaft) und schönen Bildern im Kopf, aber ohne die Intensität, die Sakrileg oder Illuminati für mich hatten.
- Dan Brown
Das verlorene Symbol
(2.046)Aktuelle Rezension von: RamonaFroeseMir hat das Buch sehr gut gefallen... Manche fragen inm Buch regen sehr dazu an darüber nach zu denken, bei anderen denke ich mir was zur Hölle...
Die Gechichte als solches um die Jagd nach dem Verlorenen wissen bzw altem Wissen ist sehr gut gemacht.
Ich interessiere mich generell für Geheimbünde und und Logen und da passte das Buch sehr gut.
- Maja Lunde
Die Geschichte der Bienen
(1.084)Aktuelle Rezension von: i1arieIch muss gestehen, dass „Die Geschichte der Bienen“ schon über 4 Jahre bei mir im Schrank lag. Jetzt allerdings habe ich mich bereit für den Roman von Maja Lunde gefühlt.
In dem Roman geht es vereinfacht gesagt um Bienen. Die Geschichte der Bienen wird von drei Generationen betrachten. Dem 1870er, dem 2007 und der 2098. Konkret der Vergangenheit, der Gegenwart und auch der Zukunft.
Es geht um die Beginne der Bienen und der Imkerei. Das spielt vorwiegend in der Vergangenheit. Wie die Bienen nützlich sind und wie man als Menschen und Bevölkerung von ihnen profitiere kann.
Die Gegenwart betrachtet das Absterben der Bienen durch Krankheiten. Diese sind ausgelöst durch den Klimawandel und haben Auswirkungen auf die Welt und Lebensmittel.
Der letzte Abschnitt ist die Zukunft. Hier sind die Bienen schon gestorben und es gibt keine mehr. Die Gesellschaft muss die Pflanzen händisch bestäuben, um noch den Prozess am Laufen halten zu können.
Es ist wirklich sehr spannend und zeigt die Tragweite der Bienen und auch die Folgen mit dem Verlust dieser. Wirklich eine sehr wichtige Lektüre, welche gelesen werden sollte.
Auf dem Cover ist eine kleine süße Biene abgebildet.
- Gillian Flynn
Gone Girl - Das perfekte Opfer
(1.734)Aktuelle Rezension von: Deborah-N-MayIch bin mit ziemlich hohen Erwartungen an dieses Buch herangegangen, vor allem weil es so viel Lob bekommen hat und auch die Verfilmung sehr bekannt ist. Leider hat es mich nie wirklich gepackt.
Die Geschichte hat durchaus interessante Ansätze, vor allem auf der psychologischen Ebene. Die Spannung ist stellenweise gut aufgebaut, und es gibt einige Wendungen, die ich so nicht erwartet habe – das wertet das Buch auf.
Trotzdem konnte ich keine echte Verbindung zu den Figuren aufbauen. Beide Hauptcharaktere waren mir eher unsympathisch, was es für mich schwierig gemacht hat, wirklich mitzufiebern. Auch die Sexszenen empfand ich als überflüssig und eher störend für den Lesefluss.
Ein weiterer Punkt: Für meinen Geschmack wird das zentrale „Geheimnis“ zu früh aufgelöst. Gerade hier hätte man die Spannung noch länger halten und deutlich mehr daraus machen können.
Insgesamt ein psychologisch interessanter Thriller mit guten Twists, der für mich aber hinter seinem Hype zurückbleibt.
- Michelle Obama
BECOMING
(378)Aktuelle Rezension von: annalog… für die USA und für die Welt.
Becoming gibt ganz aufrichtige Einblicke in die Geschichte der zielstrebigen ehemaligen First Lady Michelle Obama. Sie gibt Einblicke in den Weg, wie sie sich als junge Anwältin entwickelt, ihre eigenen Werte und Missionen entdeckt. Wie so den jungen Barack kennen und später auch lieben lernt. Mit welchen Auswirkungen ein politisches Amt und mehrere Wahlkampagnen eine junge Familie umzugehen hat.
Die Welt braucht mehr dieser idealistischen Realisten, die über ihren eigenen Nutzen hinweg a das Wohl vieler Menschen denken und Schotte unternehmen, um dieses zu verbessern. Unglaublich sympathisch geschrieben, lässt mich dieses Buch in der aktuellen Zeit leider melancholisch zurück.
- E. L. James
Grey - Fifty Shades of Grey von Christian selbst erzählt
(1.147)Aktuelle Rezension von: Xenia_FFast niemand ist an der Erfolgsserie Fifty Shades of Grey vorbei gekommen. Das Buch erzählt die Handlung des ersten Bandes aus Sicht von Christian.
Der zurückgezogene und kalte Christian wird zufällig mit Anastasia konfrontiert als sie ihn interviewen soll. Was beide nicht ahnen, es beginnt ein Monat voller emotionaler Achterbahnfahrten. Anastasia weckt Christians Interesse und je näher sich die beiden kommen, desto mehr bricht er seine selbst auferlegten Regeln. Die beiden feiern lauter Premieren: die erste Frau im Helikopter, die erste Frau, die in seinem Bett schlafen darf, die erste die seine Familie kennen lernt …..Doch als Christian ihr sein wahres Gesicht zeigt, verlässt Ana ihn. Sie macht so viele Eingeständnisse und er nicht. Doch bis er erkennt, dass er sie liebt, ist sie bereits weg.
Im Vergleich zum Pendant fand ich es zunächst schwieriger einen Zugang zu den Charakteren zu erhalten. Dies hat sich erst im Lesefluss ergeben. Zudem fand ich es etwas befremdlich, dass Christian mit sich selbst in der dritten Person spricht. Es erweckt aber auch unglaublich viel Mitgefühl, als geschildert wird wie sehr er leidet als Ana ihn verlässt.
Das Highlight ist natürlich die Gedankenwelt des verschlossenen Mister Grey. Man erfährt was er seinem Therapeuten, seiner Familie und natürlich Mrs. Robinson erzählt. Ideal für neugierige Leser.
Das Buch ist für alle geeignet, die Gefallen an den Originalen gefunden haben und sich manches Mal fragten - was denkt er nur oder was wurde hier gesprochen.
- Juli Zeh
Unterleuten
(681)Aktuelle Rezension von: Hubertus_FeldmannUm es vorwegzusagen: Dieses Buch ist zum Wiederlesen geeignet, auch zum Verschenken. Ja, auch zum Verschenken, trotz seiner über 600 Seiten und erst recht, aus dem Gefühl heraus, es könnte dem Beschenkten nicht gefallen. Diese Gefahr besteht hier kaum. Eher besteht die Gefahr, dass der Beschenke dieses Buch bereits gelesen hat.
Für die Erstleser empfiehlt sich ein gut gespitzter Bleistift, denn hier wird nicht nur eine äußerst vielseitige und vertrackte Geschichte (es sind eher Geschichten, die zueinanderfinden) aufgeblättert, sondern es kommt so manche Lebensweisheit zum Zuge oder ins „Gespräch“, die den Leser einnimmt, ihn aufrüttelt und ein stückweit begleitet – bis zum nächsten Highlight. Und dies alles in einer Sprache, die komponiert erscheint, in denen die Worte stilsicher zueinander finden, die das Lesen als solches schon zu einem Genuss machen.
So werden beim Lesen Verstand und Emotionen vielfach gefordert, ohne zu überfordern. Mal staunt man über die „Hartnäckigkeit“ (oder ist es Sturheit, Überforderung, Verletztheit, Traurigkeit?) mancher Akteure, mal über die Leichtigkeit, mit der Dinge angepackt werden. Wären da nicht diese Einflüsse von außen, so könnte die Geschichte sicher endlos weitergesponnen werden. So aber kann sich auch Unterleuten nicht weiter wegducken und das Lebensspiel „unter sich“ ausmachen. Wie die sich daraus ergebenden alten Fälle in die neuen hineinschleichen, wie all dies verwoben ist, dafür gibt es nur einen Begriff: brillant.
(20.11.2018)
- Dan Brown
Der Da Vinci Code
(8.230)Aktuelle Rezension von: LuliaIm Zentrum der Geschichte steht der Symbolologe Robert Langdon der nach dem Tod des Louvre Museumsdirektors eine Reihe kryptischer Hinweise gemeinsam mit der Kryptologin Sophie Neveu lösen muss. Die Spur aus Codes, Anagrammen und kunsthistorischen Rätseln führt die beiden quer durch Paris und später nach London. Die detailreiche Handlung ist sehr realitätsnah und als Leser hat man das Gefühl als wäre man an den Orten live dabei. Nur zum Ende hin wird es etwas zäh.
Bei den Protagonisten steht der clevere und etwas nerdige Robert Langdron im Mittelpunkt der Geschichte, der mit Ruhe, Logik und einem Faible für Kunstgeschichte die Handlung vorranging vorantreibt. Relevante Nebenprotagonisten wie die Kryptologin Sophie Neveu oder der fanatische Mönch Silas bereichern die Handlung und sorgen für ein ausgewogenes Facettenreichtum.
Wer temporeiche Thriller mit Fokus auf Verschwörungstheorien, Rätsel, Codes und kunsthistorische Geheimnisse mag, wird hier fündig.
Der Schreibstil ist schnörkellos, rasant und stark auf Spannung ausgelegt.
Einziger Minuspunkt: Der bereits erwähnte etwas zähe Endteil der Handlung ist etwas zäh und nimmt ein wenig den Lesespaß.
Insgesamt kann ich das Buch empfehlen. - Paula Hawkins
The Girl on the Train (English Edition)
(735)Aktuelle Rezension von: Tilman_SchneiderRachel fährt jeden Tag mit dem Zug. Sie lebt in London und im Zug kann sie gut nach draußen sehen und fährt an schönen Häusern, tollen Gärten und glücklichen Paaren und Familien vorbei. Aber dann beobachtet sie etwas komisches. Ein Paar scheint Probleme zu haben und eine schöne Frau steht mit einem anderen Mann auf dem Balkon. Was geht hier vor sich? Was passiert in der vermeindlichen Idylle? Rachel ist alarmiert und fängt an Nachforschungen anzustellen und kommt doch etwas ganz furchtbarem auf die Spur, nämlich sich selbst und ihrer eigenen Geschichte. Das Buch packt einen von der ersten Seite an und jede weitere Angabe würde das Lesevergnügen und den Spannungsbogen vermiesen.
- Dörte Hansen
Altes Land
(757)Aktuelle Rezension von: ratherbehappythandignifiedIn „Altes Land“ von Dörte Hansen geht es um Vera, die in jungen Jahren mit Ihrer Mutter aus Ostpreußen in das Alte Land bei Hamburg flüchtet. Vera wächst dort in einem alten Bauernhaus auf und fühlt sich unglaublich verwurzelt, aber doch nie wie angekommen in diesem Haus. In Dörte Hansen Roman erfahren wir wie Vera aufwächst, aber erhalten auch Einblicke in die Leben ihrer Nachbarn und Familienmitglieder. Das Leben für Vera nimmt noch einmal eine Wendung, als ihre Nichte bei ihr einzieht. Auch diese hat einige Erfahrungen in ihrem Leben machen müssen. Doch schweißt das die Beiden zusammen?
Mir hat „Altes Land“ an sich gut gefallen, nur fand ich es sehr schwer in die Geschichte reinzukommen. Man fühlt sich als Leser:in manchmal etwas allein gestellt, denn es werden von Anfang an sehr viele Personen genannt, die man erst einmal allein versuchen muss einzuordnen. Wir werden richtig in die Handlung reingeworfen und hat man den einen Teil sortiert, ist man schon wieder eine Zeitebene weiter. Doch wenn man hier erst einmal einen roten Faden gefunden hat, macht die Geschichte wirklich Spaß und hat einen Tiefgang, der einen wirklich in seinen Bann zieht. Im Laufe der Seiten werden dann noch weitere Figuren vorgestellt, die das Leben auf dem „Alten Land“ in humorvoller Weise einmal mehr veranschaulichen. Ich fand es insgesamt ein schönes Buch und auch jetzt, Tage nach dem Lesen, kann ich mich noch an Vera und ihre Nichte zurückerinnern und mit ihnen mitfühlen.
- Yuval Noah Harari
21 Lektionen für das 21. Jahrhundert
(121)Aktuelle Rezension von: Hoffe63Es ist einfach nur beneidenswert, diesen Gesamtüberblick zu haben und diese Verknüpfungen zu erstellen. Und dabei schreibt er, anders als der hochgelobte deutsche TV Neuphilosoph, völlig unaufgeregt und weitestgehend wertungsfre. Alle 3 Werke von ihm konnte ich kaum zur Seite legen und mindestens jedes schon 2x gelesen.
- Christina Dalcher
Vox
(427)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer"Vox" von Christina Dalcher wollte ich eigentlich schon vor einigen Jahren lesen, doch irgendwie sind dann doch immer wieder andere Bücher in den Fokus gerutscht.
Mittlerweile gibt es schon zahlreiche Rezensionen und Bewertungen zu dem Buch, in denen die Geschichte nur durchschnittlich abschneidet und hinter den Erwartungen vieler Leser zurückbleibt.
Ich bin also voller Neugier in die Welt eingetaucht, in denen Frauen um ihre Worte beschnitten werden.
"Ihr könnt uns die Wörter nehmen, aber zum Schweigen bringen könnt ihr uns nicht!"
Zitat Klappentext
Insgesamt war das Buch gut zu lesen. Oft empfand ich gerade zum Ende hin die Story als zu schnell abgehandelt und oberflächlich. Einige Szenen und Situationen ergaben nicht wirklich Sinn, bzw. hätte ich mir hier eine tiefere Ausarbeitung gewünscht.
Da ich vor kurzem erst die Serie "The Handmaid´s Tale" nach der Romanvorlage von Margaret Atwood gesehen habe, hatte ich beim Lesen oft das Gefühl, eine Kopie dessen zu lesen.
Zwar ist die Geschichte der Wissenschaftlerin Jean McClellan eine Andere, doch tauchen in meinen Augen zu viele Parallelen zu der umfeierten TV-Serie auf. Sei es nun die Gründung eines neuen Amerikas aufgrund religiöser Fanatiker, die Unterdrückung und Beschneidung der Frauen, pastellfarbene Twinsets oder eine Rebellin, die durch ihren Liebhaber Unterstützung findet, um das System zu stürzen.
Hier hatte ich tatsächlich häufig den Eindruck eine Fanfiction zu lesen.
Im Ganzen nett zu lesen, aber die Geschichte begleitet leider einen faden Beigeschmack, wenn man die preisgekrönte Dramaserie um die Protagonistin June Osborne kennt.
- Vanessa Sangue
Cold Princess
(340)Aktuelle Rezension von: Leni_Melia_EbertSaphira ist die mächtigste Frau in Italien. Sie ist wahrscheinlich die einzige Frau in diesem Land das so viel Macht hat. Denn sie führt eine Familia. Einer ihrer Leibwächter regt Gefühle in ihr die sie nicht verspüren sollte. Und ihre kalte Maske bekommt ein paar Risse. Doch dann……. Wird es lebensgefärlich….
- Dan Brown
Diabolus
(1.698)Aktuelle Rezension von: kaetheWie üblich bei Dan Brown gibt es ein spannendes Setting und interessante Protagonisten. Die Story ist nicht mehr up to date, in 26 Jahren hat sich in der IT eben viel getan. 😉
Die Geschichte ist aber ein gutes Beispiel für den Sinn von Teamarbeit, durch das verheimlichen von Zielen und Absichten kommt es zur menschlichen und technischen Katastrophe.
Als Strandbuch durchaus noch geeignet. - Max Bentow
Der Federmann
(766)Aktuelle Rezension von: lesen_hoeren_rezensierenNils Trojan ermittelt in einem brutalen Fall, in dem junge Frauen bestialisch ermordet und entstellt werden. Schon bald erkennt er ein Muster und gerät in den Fokus des Mörders.
Wie so häufig, hat auch Trojan seine privaten Dämonen und wir erfahren in Band 1 der Reihe erste Bruchstücke. Das Team kommt für mich ein wenig zu kurz und der ein oder andere Alleingang von Trojan ist „unglaubwürdig“ aber das Buch seigt gleich mit ordentlich Spannung ein. Bis zum Schluss war nicht klar, wer der Täter ist, das war toll konstruiert.
Das Ende kam mir ein wenig zu plötzlich und das Motiv bleibt für mich unklar. Hier hätte es für mich ein wenig mehr über den Täter sein dürfen.
Fazit:
Spannender Reihenauftakt, blutig und brutal mit kleinen Längen. Das Ende ist ein echter Pageturner, der leider ein paar Fragen offen lässt. Alles in allem wurde ich gut und spannend unterhalten. - Giles Blunt
Gefrorene Seelen
(198)Aktuelle Rezension von: Liz_ElisaEins der wenigen Bücher das ich tatsächlich schon 3x gelesen habe. Es ist absolut großartig geschrieben & von der ersten Seite war ich sofort gefesselt. Viele spannende Wendungen & mit dem Ende habe ich bis zum Schluss nicht gerechnet.Absolute Leseempfehlung. - Petra Hartlieb
Meine wundervolle Buchhandlung
(328)Aktuelle Rezension von: nessaboDieses Buch empfand ich als eine echte Umarmung - nicht nur als Buchliebende, sondern auch als Teehändlerin, der der unabhängige Einzelhandel am Herzen liegt. Diese Orte haben eine ganz besondere Wichtigkeit und sind innerhalb eines kapitalistischen Systems für mich langfristig die einzige Option, um diese Wirtschaftsform lebenswert zu gestalten.
Petra Hartlieb erzählt in ihrem Roman sehr flüssig und mit nüchternem Humor von ihrem Leben als Buchhändlerin - und von allem, was auf dem Weg dahin passierte. Als einzigen Kritikpunkt möchte ich anmerken, dass mir ihre Privilegiertheit ein wenig zu unreflektiert behandelt wurde. So gut vernetzt, dass der Bekanntenkreis mal eben eine fünfstellige Summe leihen kann oder so gut situiert, dass Kredite relativ problemlos vergeben werden, sind wohl nur wenige Menschen.
Abgesehen davon spricht Hartlieb aber über vielfältige Themen, schneidet die Problematik des großen A* deutlich an und gibt uns einen ehrlichen Einblick in den unabhängigen Einzelhandel - mit allen Absurditäten und Liebenswürdigkeiten. Ganz klar getragen wird die Geschichte nämlich auch von den Menschen der Buchhandlung. Ob Kund*in oder Händler*in - hier werden sicher viele eine sanfte Erinnerung daran erhalten, dass wir nun einmal soziale Wesen sind und Freundlichkeit sowie Hilfsbereitschaft von unermesslichem Wert. Wie in Hartliebs Buchhandlung ausgeholfen wird, kam mir manchmal fast unglaubwürdig vor, aber ich möchte sehr gern daran glauben, dass es dieses Maß an Unterstützung gibt.
Bei den Schilderungen zum Weihnachtsgeschäft haben mir direkt die Füße geschmerzt, aber diese Ambivalenz von Erschöpfung und großer Verbundenheit durch das gemeinsame Arbeiten und viele tolle Begegnungen trifft es für mich auf den Punkt. Ich habe die Geschichte also sehr genossen und wurde neben einigen Lachern auch einfach exzellent unterhalten.
4,5 ⭐️
- Jan Seghers
Die Braut im Schnee
(138)Aktuelle Rezension von: SatoIch habe im Vorfeld nicht gewusst, dass dieses Buch der 2. Teil einer Reihe um den Frankfurter Kommissar Marthaler ist. Normalerweise vermeide ich Quereinstiege wie diesen, jedoch kann man der Handlung auch ohne Teil 1 problemlos folgen und die Protagonisten werden ausreichend vorgestellt. Zweitens habe ich im Nachgang gelesen, das der Autor ein großer Fan von Henning Mankell ist und ja der Ermittler Robert Marthaler hat Ähnlichkeit mit dem bekannterem Kurt Wallander. Und auch er ist ein zerrissener Charakter, oft cholerisch und den Kollegen gegenüber ungerecht um sich im nächsten Moment in einen liebevollen Teddy zu verwandeln - leider nicht so mein Ding.
Die Geschichte ist sehr gut aufgebaut, ein bizarrer Mord an einer jungen Zahnärztin über deren Background zunächst nichts herzubekommen ist. Nur langsam dringen die Ermittler in ihre Vergangenheit vor - doch da geschieht schon ein zweiter Mord, diesmal an einer vermeidlich wichtigen Zeugin. Schon früh ist dem geübten Krimileser klar wohin die Spuren weisen, nur Marthaler und sein Team drehen sich tapsig im Kreis - und als sie endlich den gleichen Verdacht haben wie die Leserschaft, kommt plötzlich alles ganz anders. Es ist ein solide gemachter Krimi, gute Story, einige Überraschungen und viel Lokalkolorit aber irgendwie fehlte mir der Fluss, die Handlung läuft teilweise sehr zäh, der Autor widmet unbedeutenden Nebensträngen der Erzählung zu viel Raum, was die Geschichte immer wieder einbremst. Naja und dieser Marthaler hat mich auch nicht so richtig begeistern können - aber das ist ja halt Geschmackssache.
- Samuel P. Huntington
Kampf der Kulturen
(39)Aktuelle Rezension von: HypochrisyDer amerikanische Politikwissenschaftler Huntington stellt in seinem Buch die Frage nach den weltpolitischen Entwicklungen im 21. Jahrhundert. Statt eines harmonischen Zusammenwachsens in einer zunehmend vernetzten Welt sieht er neue Konflikte globalen Ausmaßes entstehen: Konflikte zwischen den Kulturen. Er unterscheidet die zeitgenössische Welt in sieben große Zivilisationen: die chinesische, japanische, hinduistische, islamische, westliche, lateinamerikanische und afrikanische. Die Weltpolitik des 21. Jahrhunderts wird nicht von Auseinandersetzungen ideologischer oder wirtschaftlicher Natur bestimmt sein, sondern vom Konflikt zwischen Völkern und Volksgruppen unterschiedlicher kultureller Zugehörigkeit. - Angela Lehner
Vater unser
(116)Aktuelle Rezension von: Agnes_AutorinAls Eva in Wien von der Polizei in die Psychiatrie gebracht wird, behauptet sie, eine ganze Kindergartenklasse mit einer Pistole erschossen zu haben. Ihr Vater habe sich umgebracht und ihre Mutter sei sowieso tot. Nur Bernhard, ihr magersüchtiger Bruder, der ebenfalls in der Klinik – nur auf einer anderen Station untergebracht ist – scheint Eva lieb und teuer. Sie will Kontakt zu Bernhard, er offenbar nicht. Eva erzählt aus der Ich-Perspektive in der Gegenwart, wie sie sich „einlebt“, in der Klinik, ihrem Zimmer und vor allem an die Gespräche mit Doktor Korb „gewöhnt“. Zwischendurch springt sie in die Vergangenheit, in ihre und Bernhards Kindheit, in der sie oft viel zu viel Verantwortung für den Bruder übernehmen musste. Sie erinnert sich an den Vater, der stets rauchend hinter verschlossenen Türen lebte, und an die Mutter, die arbeitend und das Geld verdienend, oft ganz abwesend war.
Doch Eva ist kein Kind von Traurigkeit, kein Opfer, im Gegenteil. Aktiv geht sie auf die Pflegekräfte und Ärzte zu, versucht ihren Bruder mit unlauteren Methoden davon zu überzeugen, dass sie zusammengehören, dass sie für ihn sorgen kann und wird und – dass sie gemeinsam den Vater töten müssen.
Moment!? An der Stelle blättert man zurück. Hatte sie Doktor Korb gegenüber nicht behauptet, ihr Vater habe sich umgebracht? Ja, was denn nun? Spätestens hier wird einem bewusst, dass die Ich-Erzählerin nicht nur das Krankenhaus-Personal an der Nase herumführt, sondern auch mich als Leserin. Doch wann tut sie dies bewusst und wann unbewusst? Ihren Bruder irgendwann im Schlepptau erinnert das Buch, das aus drei Teilen besteht (der Vater, der Sohn, der Heilige Geist), an den Roadtrip à la Herrndorfs „Tschick“. Vollkommen angetan von Evas Persönlichkeit, ihrer vulgären Sprache und ihrem unsicheren, zerbrechlichen Kern folgt man ihr erst neugierig, was sie als nächstes anstellen und wird und begibt sich dann mit ihr auf die Suche nach der Wahrheit, die erst ganz am Ende steht.
Nicht zuletzt durch ihren Humor, der die Schwere der Tatsachen zu übertünchen versucht (mit Erfolg!) erinnert mich Evas Geschichte an die meiner Protagonistin Josy in „Unberührt“. Auch der Sprung zwischen den Zeitebenen, ganze Redewendungen wie „Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei“, der Besuch der Protagonistin im Ziegengehege sowie der Umgang mit einem kleinen Tier, das in den eigenen Händen aufhört zu atmen – hat mich immer wieder aufhorchen lassen. Und, es ist Angela Lehners Debüt gewesen! Ganz, ganz stark!
Ich werde Angela Lehner, die 1987 in Klagenfurt geboren wurde und jetzt in Berlin lebt, eine Nachricht schreiben, dass ich mich mit ihr verbunden fühle. Dass ich ihr Buch wunderbar finde, dass ich gelacht und geweint habe, dass ich es weiterempfehlen und Eva und Bernhard noch eine ganze Weile mit mir tragen werde. Absolute Empfehlung!
„Vater unser“ von Angela Lehner, dtv, 2021
Passend zum Roman las ich vorher ein Kapitel aus „Wahnsinns Frauen“ (hrsg. von Sybille Duda und Luise F. Pusch) – und zwar über Johanna die Wahnsinnige (1479-1555) von Swantje Koch-Kanz und Luise F. Pusch. Viel ist Spekulation über Johanna nach so langer Zeit, aber noch viel mehr spricht für das, was das Vorwort hervorragend zusammenfasst – die Rolle der Frau war und ist noch immer keine leichte in unserer Gesellschaft.
- Andreas Eschbach
Todesengel
(287)Aktuelle Rezension von: Olaf_RaackZivilcourage. Jeder kennt es, doch oft findet man sich in Gefahrensituationen für andere gelähmt wieder. Ignoranz und Wegducken dominieren, wo Hilfe von Nöten wäre. Doch was, wenn es einen Racheengel gäbe? Eine Art Superhelden, der den Opfern beherzt und mit martialischen Mitteln zu Seite springt und die Täter richtet, weil die Justiz sich nicht in der Lage oder gewillt sieht, harte Strafen zu verhängen und sich gerade jugendliche Verbrecher schnell wieder auf freiem Fuß befinden? Dies ist der Moment, in dem die öffentliche Debatte ihren Anfang findet. Wo sie endet, gibt es im Buch nachzulesen.
Ein spannendes und nach wie vor aktuelles Thema. Wer zu Boden geht, hat verloren, ist überholt. Wenn jemand zu Boden geht, beginnt der Spaß erst richtig, heißt es heute. Gewaltexzesse sind keine Ausnahme, sondern die Regel. Eschbach nimmt sich dieser Thematik an und konstruiert daraus einen Thriller. Der Thrill kommt dabei manchmal ein klein wenig zu kurz und weicht der Beleuchtung der vehement geführten Debatte um das Thema Selbstjustiz. Mir persönlich hat das gefallen, weil es mehr Tiefe verliehen hat.
Ansonsten finden wir hier einen Eschbach, wie er sein sollte. Clever, Themen behandelnd, die alles andere als nichtig sind, gut recherchiert, facettenreich und wortgewandt.
Fans von Andreas Eschbach werden hier auf ihre Kosten kommen! - Wolfgang Schorlau
Die blaue Liste
(133)Aktuelle Rezension von: wampyBuchmeinung zu Wolfgang Schorlau – »Die blaue Liste«
»Die blaue Liste« ist ein Kriminalroman von Wolfgang Schorlau, der 2003 bei Kiepenheuer & Witsch erschienen ist. Dies ist der Auftakt der Reihe um den Privatdetektiv Georg Dengler.
Zum Autor:
Wolfgang Schorlau lebt und arbeitet als freier Autor in Stuttgart. Neben den elf Dengler-Krimis hat er die Romane »Sommer am Bosporus« und »Rebellen« veröffentlicht sowie »Das brennende Klavier«, die Biografie der Jazzlegende Wolfgang Dauner – und zusammen mit Claudio Caiolo die Venedig-Krimis um Commissario Morello. 2006 wurde er mit dem Deutschen Krimipreis, 2012 und 2014 mit dem Stuttgarter Krimipreis sowie 2019 und 2025 mit dem Stuttgarter Ebner-Stolz-Wirtschaftskrimipreis ausgezeichnet.
Zum Inhalt:Georg Dengler war früher Zielfahnder beim BKA und arbeitet nun als Privatdetektiv in Stuttgart. Sein erster Fall beginnt mit Ermittlungen zur Frage, ob ein Wirtschaftswissenschaftler bei einem Flugzeugabsturz in Thailand ums Leben gekommen ist. Es besteht der Verdacht, dass er eventuell gar nicht im Flugzeug gewesen ist.
Meine Meinung:
Dieses Buch vermischt reale Begebenheiten mit einer fiktiven Handlung und hat mich mehr und mehr in seinen Bann gezogen. Der Mord am ersten Chef der Treuhandgesellschaft, die aus dem Ruder gelaufene Festnahme eines Terrorristen in Bad Kleinen, der Absturz einer voll besetzten Passagiermaschine der Lauda-Air in Thailand und Ergebnisse eines Forschungsprojekts eines österreichischen Wirtschaftsprofessors werden auf höchst interessante Weise in die Handlung diesen Krimis integriert. Georg Dengler ist eine faszinierende Figur, die erst mal nachdenkt und dann zu handeln beginnt. Schon die Nebenhandlung, die ihn mit seiner späteren IT-Fachkraft zusammenbringt, ist ein Knüller. Ab und zu ein Rückblick auf seine BKA-Arbeit, der er noch einige wenige Kontakte verdankt. Es wird klar, warum er dort ausgeschieden ist und welche Werte für ihn, Georg Dengler, wichtig sind. Ist der Auftakt noch recht ruhig, so wird es später ziemlich aufregend und actionlastig. Aber auch hier zeigt Georg Dengler seine Qualitäten. Er ist kein Supermann und gerät schon mal in Schwierigkeiten, aber sein Einfallsreichtum und sein Können helfen ihm meist.Die Gedanken des Autors zum Vorgehen der Treuhand und einer alternativen Idee sind faszinierend und ich habe mich gefragt, was bei der Umsetzung der alternativen Idee hätte passieren können.
Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt und die Gedanken der betroffenen Figuren ergeben ein vielschichtiges Bild. Die meisten Figuren sind vielschichtig und lassen Überraschungen zu. Der politische Aspekt wird zunehmend deutlicher und die Frage nach dem was wäre wenn bringt viele Fragen auf dem Tisch. Dazu ist es aber ein überaus spannender Kriminalroman, der mich begeistern konnte und wunderbar unterhalten hat. Das ich über die inhaltlichen Themen nachgedacht habe ist ein klares Plus. Ganz sicher werde ich diese Serie weiterverfolgen.
Fazit:
Ein politischer Kriminalroman, der mich uneingeschränkt begeistern konnte und zum Nachdenken angeregt hat. Dies macht den Titel zu einem absoluten Lesehighlight und wird mit der Höchstwertung von fünf Sternen (100 Punkten) belohnt. Selbstverständlich spreche ich auch eine Leseempfehlung aus. - Daniel Speck
Yoga Town
(81)Aktuelle Rezension von: Gartenfee-BerlinIch gehe selber regelmäßig zum Yoga, deshalb dachte ich, das Buch könnte etwas für mich sein. Leider war das nicht der Fall und ich habe mich durch die ersten 100 Seiten gequält, bis ich dann letztendlich abgebrochen habe. Mich konnte weder Lucy mit ihren Gefühlen und Gedanken abholen noch die Geschichte ihrer Eltern aus 1968. Das war für mich alles so wenig greifbar, dass ich mich beim Lesen leider nur gelangweilt habe.
- Jonathan Safran Foer
Hier bin ich
(64)Aktuelle Rezension von: JorokaJulia und Jacob haben drei gemeinsame Kinder und sich irgendwie auseinander gelebt. Der Prozess begann wohl schleichend und erscheint zu einem bestimmten Punkt nicht mehr umkehrbar. Im Rückblick wird auf den Anfang ihrer Beziehung geschaut, auf ihr inniges Verliebtsein und die Nähe, die auf der Strecke verloren ging.
Als Hauptperson des Romans ist eindeutig Jacob auszumachen. Dabei lässt sich nur mutmaßen, wie viel autobiografische Elemente vom Autor selbst verarbeitet sind, wenn man sich mit seiner Biografie etwas näher auseinandersetzt. Ein zentraler Punkt spielt dabei sein Jüdisch-sein, doch nicht in tief traditionellem Sinn, sondern vielmehr in der Assimilation der meisten amerikanischen Juden.
So ist zwar auch die Bar Mizwa des ältesten Sohnes gegen seinen Willen in Planung, aber mehr wie ein Familienevent. Dazu reisen auch Freude aus Israel an. Wie man sieht, gibt es bei solch einem umfassenden Werk viele Seiten- und Nebenlinien. So lebt auch noch der Großvater von Jacob, ein Überlebender der Shoah. Doch er ist des Lebens müde. Erwähnte ich schon den Familienhund Argus?
Diese persönlichen und familiären Begebenheiten Jakobs werden mit einem fiktionalem Katastrophenszenario in Israel kombiniert. Dadurch ergibt sich eine potentielle Fluchtmöglichkeit für Jakob aus seinem ganzen Schlamassel.
Wahrlich ein Epos. Als Leser bekommt man den Eindruck, eine nach der anderen Gefühlsschleife mit Jacob Bloch zu drehen. Dabei wurde es mir zumindest kaum langweilig. Das Werk erscheint in sich schlüssig. Foer experimentiert mit unterschiedlichen Stilen,was sich zum Schluss hin nochmals radikalisiert. Dieses Werk ist so ganz anders, als die beiden anderen Bücher, die ich bisher vom Autor gelesen habe.
Fazit: Ich bin mir nicht sicher, ob jeder an diesem Roman Gefallen finden kann. Hat man keinerlei Bezug zum Judentum, würde ich nicht zur Lektüre raten. Da ich eine Zeit lang selbst in Israel gelebt habe und mir die jüdischen Traditionen vertraut sind, fand ich das Werk für mich lesenswert (wenn auch mit gewissem 'Sitzfleisch').























