Bücher mit dem Tag "60er"
21 Bücher
- Bonnie Garmus
Eine Frage der Chemie
(139)Aktuelle Rezension von: MMMCreativeWorkIm Mittelpunkt steht Elizabeth Zott, eine hochintelligente Chemikerin in den fünfziger und frühen sechziger Jahren, die sich weigert, in die damals vorgesehene Rolle als Ehefrau und Hausfrau gedrängt zu werden. Sie will in der Chemie forschen und ernst genommen werden und stößt dabei immer wieder auf Sexismus, Gewalt, Herabsetzung und offene Ungerechtigkeit.
Die Geschichte ist durch und durch ernst und stellenweise sehr traurig. Es geht um Verlust, Einsamkeit, Demütigungen im beruflichen Umfeld und darum, wie schwer es für eine Frau ist, ihren eigenen Weg zu gehen, wenn die Gesellschaft sie dafür verurteilt. Gerade weil Elizabeth so konsequent und unbeirrbar bleibt, haben mich viele Szenen tief berührt und ich mir kamen beim Lesen mehr als einmal die Tränen..
Trotz der Schwere gibt es leise humorvolle Momente, etwa wenn der Hund Halbsieben mit seiner klugen, treuen Art etwas Wärme in die Handlung bringt. Besonders interessant fand ich die ungewöhnliche Beziehung zwischen Elizabeth und ihrer Tochter Madeline, die eher wie zwei sehr kluge Menschen miteinander sprechen als wie eine klassische Mutter und ein Kind.
Ein wichtiger Abschnitt der Geschichte ist Elizabeths Zeit als Fernsehköchin in der Sendung Essen um sechs. Für sie ist das keine glänzende Showkarriere, sondern eine Notlösung und ein Mittel zum Überleben, das sie trotzdem nutzt, um Frauen zu stärken und Wissen zu vermitteln.
Insgesamt ist dieses Buch für mich ein intensiver, feministischer und emotional sehr tief gehender Roman über Emanzipation, Trauer und Selbstbestimmung. Elizabeth Zott ist eine außergewöhnliche Figur, die mir lange im Gedächtnis bleiben wird, und ich kann diese Geschichte allen empfehlen, die starke Frauenfiguren und anspruchsvolle Familien- und Lebensgeschichten mögen, bei denen es nicht um heile Welt, sondern um echte Kämpfe und gesellschaftliche Themen geht.
- Emma Cline
The Girls
(299)Aktuelle Rezension von: Pascal_MaessThe Girls ist für mich eines dieser Bücher, dessen Stärke nicht in seiner Handlung, sondern in der Art liegt, wie sie erzählt wird.
Relativ früh wird deutlich, von welchen historischen Ereignissen sich Emma Cline inspirieren ließ. Genau hier liegt für mich auch der größte Kritikpunkt des Romans. Die Parallelen waren so offensichtlich, dass sie für mich keinen wirklichen erzählerischen Mehrwert geschaffen haben. Da die eigentliche Stärke des Buches ohnehin in seiner Figurenzeichnung, seiner Sprache und seiner Atmosphäre liegt, hätte dieselbe Geschichte für mich auch mit einer vollständig fiktiven Sekte hervorragend funktioniert – vielleicht sogar eigenständiger.
Denn Cline gelingt etwas, das ich nur selten so intensiv erlebt habe: Sie lässt einen vollständig in Evies Innenleben eintauchen. Man erlebt ihre Unsicherheit, ihre Sehnsucht nach Zugehörigkeit, ihre Verwirrung und ihre Faszination für eine Welt, die gleichzeitig anziehend und bedrohlich wirkt. Man schwitzt mit ihr, fühlt ihre Unsicherheit, ihre Anziehung und ihre Orientierungslosigkeit und merkt gemeinsam mit ihr, dass alles unausweichlich auf eine Katastrophe zusteuert.
Besonders gelungen fand ich die Gegenüberstellung der jungen und der erwachsenen Evie. Ihre Entwicklung wird nie erklärt oder kommentiert, sondern ausschließlich über Situationen, Beobachtungen und Atmosphäre vermittelt. Während die Vergangenheit von Hitze, Staub, Schweiß und einer beinahe greifbaren Sinnlichkeit geprägt ist, wirkt die Gegenwart kühl, geordnet und fast schon klinisch. Gerade diese leisen Kontraste erzählen oft mehr über Evies Entwicklung als jede direkte Erklärung es könnte.
Auch sprachlich hat mich Emma Cline überzeugt. Immer wieder findet sie ungewöhnliche, einprägsame Bilder und Vergleiche, die lange nachwirken, ohne jemals gekünstelt zu wirken. Ihr Stil ist literarisch, bleibt dabei aber angenehm flüssig und zugänglich.
Fazit:
The Girls überzeugt nicht durch eine außergewöhnlich neue Geschichte, sondern durch die außergewöhnliche Art, sie zu erzählen. Emma Clines Stärke liegt in ihrer Figurenzeichnung, ihrer Atmosphäre und ihrer Sprache. Genau deshalb hätte der Roman für mich auch ohne die sehr deutliche historische Vorlage funktioniert. Trotzdem bleibt ein intensiver, atmosphärischer und psychologisch kluger Roman, der vor allem wegen seiner Hauptfigur lange im Gedächtnis bleibt.
- Keith Richards
Life
(45)Aktuelle Rezension von: Michael_BirnbaumHand aufs Herz: Keith Richard und seine Gitarren-Licks begleiten mich nicht nur ein Leben lang, sondern haben mir immer wieder Orientierung und Wohlgefühl gegeben. Aber seine viel gelobte Biografie strotzt nur so vor Überheblichkeit und Wichtigtuerei, dass ich nach weniger als 100 Seiten nicht mehr weiterlesen konnte. Ein Denkmal hat sich da selbst enthauptet.
- Maggie Stiefvater
All the Crooked Saints
(13)Aktuelle Rezension von: WeltentraeumerinInhalt:
Die mexikanischstämmige Familie Soria wohnt seit Generationen in einem kleinen Ort, Bicho Raro, mitten in der Wüste in Colorado, wo sie unzählige Pilger anzieht, die auf die Wunder hoffen, für die die Familie bekannt ist.
Beatriz, die keine Gefühle hat, aber dafür Logik, Joaquin, der insgeheim DJ werden will, und Daniel, der Heilige, der die Wunder vollbringt, sind drei Jugendliche der Soria-Familie, die heimlich einen Radiosender betreiben. Tony und Pete dagegen kommen gerade erst in Bicho Raro an. Tony, weil er ein Wunder sucht, und Pete, weil er Arbeit sucht. Sie stoßen mitten hinein in ein Leben jenseits der Normalität, in dem Wunder alltäglich sind.
Meine Meinung:
Ich habe mich buchstäblich mit dem ersten Satz in dieses Buch verliebt. Im Ernst, ich liebe den Schreibstil der Autorin, die Poetik, die Art, wie sie mit den Wörtern spielt, Metaphern benutzt, , die Art, wie sie ihre Sätze formt, die schiere Ästhetik hinter all dem. Der feine Humor, der sich durch die Sätze zieht, mich unterhielt, zum Schmunzeln brachte. Die Beschreibungen, die dazu sorgten, dass die Atmosphäre zu hundert Prozent bei mir ankam. Das Erzählerische, das das Ganze wie ein Märchen wirken lässt. Kurz gesagt: Die ganze Poetik, die ich so unheimlich geliebt habe, die ich gar nicht beschreiben kann, aber die das Buch zu so einem einzigartigen Leseerlebnis hat werden lassen.
Eigentlich war es da auch fast egal, was passiert ist. Auch wenn die Geschichte selbst zu dem Stil passt. Auch wenn diese Geschichte so absolut einzigartig und außergewöhnlich ist.
Ich habe jetzt schon öfter gelesen, dass Leute Probleme mit ebendiesem Stil hatten, von dem ich hier gerade schwärme, und ja, es ist eben auch ein sehr eigener Stil, mit dem nicht alle klarkommen. Es ist ein sehr ruhiger Erzählstil, die Dinge entwickeln sich sehr langsam, es wird mehr Wert auf die Charaktere und die Dialoge gelegt als auf die Handlung und auch diese ist jetzt nicht von Action oder schnellen Wechseln geprägt. Ich mochte die Story, die vermittelten Botschaften, diese außergewöhnliche Idee der Wunder, ich habe jedes einzelne Wort genossen und mich auf die ruhige, beschreibende Erzählweise eingelassen, aber ich kann verstehen, dass das nicht jeder*m zusagt.
Die Idee der Wunder fand ich allein schon deshalb so ungewöhnlich, weil sie so alltäglich praktiziert wird. Es ist nichts Magisches, nichts Beeindruckendes, für die Sorias ist es ganz normal und üblich, und die Art und Weise, wie das Ganze rübergebracht wird, hat mich fasziniert. Dabei geht es auch sehr viel um innere Dämonen, Ängste und Schwächen, um persönliche Weiterentwicklung und Selbstfindung, um Zusammenhalt und Einsamkeit, um Hilfe und um so vieles mehr. Manchmal wirkt es, als sei die Geschichte selbst eine Metapher. Oder vielmehr mehrere.
Die Autorin zeichnet sich hier dadurch aus, dass sie überaus einzigartige, tiefgründige und lebendige Charaktere geschaffen hat. Am Anfang werden sie mit dem vorgestellt, was sie wollen und wovor sie sich am meisten fürchten, und dann geht ihre Charakterisierung um Längen darüber hinaus. Selbst die Nebencharaktere sind unheimlich vielschichtig und verfügen über sehr viel Tiefe.
Die Personen sind durch ihre Vergangenheiten geprägt, ihr Verhalten ist nicht immer okay, aber es hat immer Gründe. Ihre Beziehungen untereinander sind komplex und sie haben versteckte Gefühle, manchen davon sind sie sich selbst nicht bewusst. Darüber hinaus wirken sie alle auch ungemein lebensecht.
Fazit: Sehr ruhige Erzählweise einer außergewöhnlichen Geschichte mit einzigartigen, tiefgründigen und lebensechten Charakteren. Allein schon in den wunderschönen poetischen Schreibstil habe ich mich verliebt!
- Kai Meyer
Imperator
(64)Aktuelle Rezension von: elafischMeinung:
Das Buch habe ich mir 2022 auf der Buchmesse in Frankfurt geholt. Jetzt bin ich endlich dazu gekommen es zu lesen. Bei dem Buch handelt es sich um eine Adaption des gleichnamigen Hörspiels. Das Hörspiel stammt aus Kai Meyers Feder, das Buch hat Lisanne Surborg geschrieben. Tatsächlich war mir diese Tatsache zu Beginn gar nicht bewusst. Und ich habe mich ein wenig darüber gewundert, dass mir der Schreibstil so gar nicht vertraut war.
Gerade zu Beginn des Buches war ich sehr verwirrt, denn die einzelnen Handlungsstränge schienen in keinster Weise zusammen zu hängen. Erst nach und nach ergeben sich Schnittpunkte und dann ein Gesamtbild. Je mehr sich das Bild zusammen
fügt , desto mehr hat mich die Geschichte gefesselt. Und zum Ende hin hat auch die Spannung immer stärker zu genommen. Die Handlung hat mich in ihrer Skurrilität ein wenig an „Pulp Fiction“ erinnert. Und mit seinen Mystery-Elementen ist dieser Thriller definitiv ein ganz besonderes Buch.
Bisher kann ich mich nicht so ganz entscheiden, ob ich das Buch mag oder eher doch nicht. Es ist einfach so speziell. Aber neugierig darauf wie es weitergeht bin ich auf jeden Fall…Fazit:
Ein wenig gewöhnungsbedürftig, sehr skurril, aber auch spannend und fesselnd.
Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich das Buch mag oder nicht. Aber es ist auf jeden Fall etwas besonderes.
Von mir gibt es eine Leseempfehlung für alle Fans außergewöhnlicher Thriller! - Alice Hoffman
The Rules of Magic: Eine zauberhafte Familie
(125)Aktuelle Rezension von: Hellena92Finde deine Magie! Mit „The Rules of Magic“ hat die Bestseller-Autorin Alice Hoffman eine berührende Geschichte über Liebe, Magie und den wunderbaren Zusammenhalt der Familie geschrieben.
New York, Anfang der 60er Jahre. Franny, Jet und Vincent Owens sind keine gewöhnlichen Kinder, denn sie entstammen einer Familie von Hexen: Die schöne Franny hat blasse Haut und, passend zu ihrem Temperament feuerrote Haare. Jet ist sensibel und kann Gedanken lesen, und der charismatische Vincent verfügt schon in jungen Jahren über eine überwältigende Anziehungskraft auf das andere Geschlecht. Alles riecht nach Ärger, und dass die drei das magische Talent ihrer Vorfahren geerbt haben, macht die Sache nicht besser.
Von Beginn an gibt ihre Mutter Susanna ihren Kindern deshalb ein paar Regeln mit auf den Lebensweg: keine Spaziergänge bei Mondschein, keine roten Schuhe, keine schwarze Kleidung, keine Katzen oder Krähen im Haus, und das Allerwichtigste: »Verliebt euch nie, niemals!«Mein Fazit:
Ich halte es kurz: mein Fall war es nicht. Die einzelnen Geschichten konnten mich nicht abholen und nach mehrmaligem beginnen, musste ich aufhören, war nur noch genervt
- Pascal Etienne Harm
Im Strom der Zeit: Ausschnitte eines Lebens
(7)Aktuelle Rezension von: AnjaKoenigein sehr bewegendes buch über eine langjährige freundschaft. sehr viele geschichtliche details sind in dieser lebensgeschichte beschrieben und erwähnt. die gedanken und gefühle, die zweifel und unsicherheiten der beiden sind sehr schön geschildert. wunderschöner schreibstil, etwas anders, dadurch besonders. für mich ein empfehlenswertes und gutes buch, das mir sehr gefallen hat und das ich gerne weiter empfehle.
- George R. R. Martin
Armageddon Rock
(17)Aktuelle Rezension von: JapanophilieIn dem Roman wird 1971 der Sänger der legendären Rockband Nazgûl während eines Konzerts auf offener Bühne erschossen. Zehn Jahre später wird der ehemalige Manager der Band brutal ermordet. Der abgebrannte Musikjournalist Sandy Blair beginnt zu recherchieren und taucht dabei wieder in die Rock- und Gegenkultur der 1960er- und 1970er-Jahre ein. Als die verbliebenen Bandmitglieder ein Comeback starten, häufen sich unheimliche Ereignisse und weitere Gewalttaten. Sandy merkt zunehmend, dass hinter der Rückkehr der Nazgûl mehr steckt als nur Nostalgie, Musik und alte Träume.
Der Roman verbindet Rockmusik, Mystery, Horror und Gesellschaftsporträt. Im Mittelpunkt steht nicht nur ein Kriminalfall, sondern auch die Frage, was aus den Idealen einer ganzen Generation geworden ist.
Tatsächlich handelt es sich um ein Buch, das ich bereits abbrechen wollte. Weitergelesen habe ich vor allem, weil ich mir vom Mittelteil und vom Ende noch eine spannende und fantastische Entwicklung erhofft hatte. Leider haben gerade diese Abschnitte meine Erwartungen überhaupt nicht erfüllt.
Die Hauptfigur Sandy Blair ist ein ehemaliger Musikjournalist und ein großer Fan der Rockmusik. Mittlerweile arbeitet er als Autor, allerdings mit eher mäßigem Erfolg. Eines Tages erfährt er von einem mysteriösen Mordfall. Von einem früheren Weggefährten erhält er den Auftrag, den Fall genauer zu untersuchen, da es sich bei dem Opfer um den ehemaligen Manager der fiktiven Band Nazgûl handelt, der auf grausame Weise getötet wurde.
Das klingt zunächst spannend, doch im weiteren Verlauf wurde mir die Geschichte zu verworren. Sandy Blair sucht die ehemaligen Bandmitglieder der aufgelösten Gruppe auf und besucht auf dieser Reise auch alte Freunde, die jeder auf seine eigene Art exzentrisch oder gebrochen wirken. Gleichzeitig wird die Wiederbelebung der Nazgûl geplant. Was vielleicht wie ein großes Spektakel für das Finale klingt, war für mich am Ende jedoch eher heiße Luft.
Kurz gesagt: Für Fans von Rockgeschichte, 60er/70er-Gegenkultur und melancholischer Atmosphäre funktioniert der Roman oft gut. Wer einen straffen Mystery-Plot oder deutlichere Fantasy erwartet, kann leicht enttäuscht werden. Ich persönlich war von dem Roman enttäuscht, weil man aus den fantastischen Elementen für meinen Geschmack deutlich mehr hätte machen können. Daher vergebe ich nur 2 Sterne.
- Rona Jaffe
Die Welt war so groß
(52)Aktuelle Rezension von: katzenminzeDaphne, Chris, Emily und Annabel sind begeistert, als sie Ende der 50er Jahre aufs Radcilffe Frauencollege gehen können. Neben der Bildung und den Freiheiten, den der Auszug aus dem Elternhaus bietet, steht auch die Suche nach einem potentiellen Ehemann auf der To-Do-Liste. Schließlich ist Harvard gleich nebenan. So begleiten wir in "Die Welt war so groß" die vier unterschiedlichen Mädchen beim Erwachsenwerden, lernen und sich-verlieben; beim heiraten, beim scheitern und durch persönliche Krisen bis zu ihrem 20 Jährigen Klassentreffen, bei dem die vier sich wieder begegnen.
Ein wenig mutet das Ganze wie ein Sex and the City-Vorgänger an. Wir haben die romantische, zurückhaltende Emily (Charlotte), die fleißige und selbstbewusste Chris (Miranda), die ausschweifende, lebenslustige Annabell, die nichts mit der Prüderie der 50er am Hut hat (Samantha) und das "Golden Girl" Daphne: reich, bildhübsch und bis auf ein aufgebauschtes "Geheimnis" recht Charakterlos (Carrie). Leider will der Roman der 1931 geborenen Autorin nicht mehr so recht in unsere Zeit passen. Der Fokus aufs Heiraten und Kinderkriegen und die dem vorausgehenden College-Liebesdramen haben mich nicht sehr mitgerissen, auch wenn die geschilderten Probleme der Mädels in Ansätzen sehr innovativ daherkommen. Auch, dass Homosexualität offen thematisiert wird ist nicht selbstverständlich. Leider sind die Entwicklungen der homosexuellen Figuren bedenklich und die Wortwahl der Autorin, die zwischen "Homosexuell" und "Normal" unterscheidet absolut nicht mehr zeitgemäß. Es ist wirklich seltsam: Einerseits wird offen und ohne Urteil über Abtreibung geredet, andererseits war ich entsetzt über den geschilderten Umgang mit einem behinderten Kind und was in dem Fall als gut und positiv dargestellt wird.
Am ehesten hat mich beim lesen Annabels Geschichte bei der Stange gehalten. Ihre offene, lebensfrohe aber auch abgeklärte Art war sehr sympathisch. Doch insgesamt waren mir Geschichte und Schreibstil zu seicht. Dazu hat der Beginn des Romans – Klassentreffen: Jeder hält Ausschau nach bekannten Gesichtern und denkt darüber nach, wie sehr sich das eigenen Leben und sie selbst doch verändert haben – irgendwie mehr versprochen, als die Geschichte schließlich halten konnte.
Wer Lust auf eine Art Sex and the City der 50er und 60er Jahre hat, ist mit diesen Roman bestimmt ganz gut bedient. Ich habe mir irgendwie mehr als ein Wer-kriegt-wen mehr oder minder privilegierter Mädchen und deren anschließende Eheprobleme versprochen. Gute Badewannen- oder Strandlektüre aber für mich auch nicht mehr.
2,5*
- Julian Fellowes
Eine Klasse für sich
(20)Aktuelle Rezension von: missNaseweisDieses Buch wurde mir vom btb Verlag kostenfrei zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür und für die Geduld!
Zum Inhalt: Damian Baxter hat seit 40 Jahren keinen Kontakt mehr zu seinem ehemaligen besten Freund, doch als er unheilbar krank wird, kontaktiert er diesen, um ihn mit einem wichtigen Auftrag zu betrauen. Vermutlich hat Damian ein erwachsenes Kind, von dem er lange Zeit nichts wusste und sein früherer Jugendfreund soll nun Mutter und Kind ausfindig machen. Das Kind soll Damians ungeheures Vermögen erben.
Die gesamte Geschichte wird aus Sicht des namenlosen Ex-Freundes von Damian Baxter erzählt. Die Männer lernen sich in ihrer Jugend zum Start einer neuen Saison, während der die jungen Damen (Debütantinnen) in die Gesellschaft eingeführt werden, kennen. Damian, der aufgrund seiner bürgerlichen Herkunft eigentlich keinen Zugang zu den Gesellschaften des englischen Adels hat, nutzt die Freundschaft als Sprungbrett, um sich in den Freundeskreis des Ich-Erzählers zu stehlen und Einladungen zu den hochtrabenden Veranstaltungen zu ergattern. Dabei bringt er einiges an Unruhe in die vornehmen Kreise und schließlich entzweit ein heftiger Streit die beiden Freunde endgültig. Dass der nun steinreiche Unruhestifter später die Hilfe des Erzählers benötigt, um seinen Erben zu finden, katapultiert die beiden in die Jahre gekommenen Männer zurück in die Vergangenheit, das Ende der 60er. Der Ich-Erzähler muss dabei feststellen, dass er noch längst nicht so viel über Damian gewusst hat, wie er immer glaubte.
Die Kernhandlung des Buches fand ich unglaublich interessant. Der Erzähler muss insgesamt sechs Frauen aus seinem ehemaligen Freundeskreis abklappern, die Damians Angaben nach die potenziellen Mütter des Kindes sein könnten. Dabei reist er in Gedanken jedes Mal in die Zeit zurück, in der sie alle noch jung und voller Träume waren und erfährt, was sich während all der Jahre bei den Frauen zugetragen hat. Dabei stößt er auf einige Überraschungen. Viele der Damen führen ein ganz anderes Leben, als er zunächst angenommen hatte oder haben sich stark verändert. Diese Konfrontation mit der Vergangenheit zwingt ihn auch dazu, sich selbst Gedanken über den Verlauf seines Lebens zu machen und seine getroffenen Entscheidungen zu reflektieren.
Problematisch war für mich teilweise die Ausführlichkeit dieser Rückblicke. Manchmal verlor sich der Ich-Erzähler in sehr detaillierten Beschreibungen der jeweiligen Mädchen und ihrer Familien und wiederholt sich im Laufe der Handlung, besonders was seine Kritik aber auch Wertschätzung der damaligen gesellschaftlichen Konstellation angeht. Es war ein bisschen so, als würde man seinem Opa zuhören. Manchmal brummt einem der Schädel, aber insgesamt ist man total fasziniert von der vergangenen Zeit und ihren Riten. Debütantinnen, Tanzabende, Fracks — alles aus einer anderen Welt, mich hat insgesamt aber vor allem neugierig gemacht, was die Jugend von damals in ihrer Freizeit unternommen hat und welche Probleme, Sorgen und Sehnsüchte sie antrieben. Schnell wird einem beim Lesen klar, dass sich hinter der scheinbar blütenweißen Fassade auch viel verbirgt, was unter den Teppich gekehrt wird und dass die Generation auf einen Umbruch zusteuert, mit dem am Ende jeder anders umzugehen versucht.
Während ich den Ich-Erzähler trotz einiger Marotten und altbackener Ansichten recht schnell ins Herz schloss, wurde mir Damian Baxter, der den Erzählungen seines ehemaligen Freundes nach schon in seiner Jugend unheimlich ehrgeizig und berechnend war, schnell unsympathisch und ich konnte nicht verstehen, wie sich die gesamte Situation überhaupt so zuspitzen konnte. Allerdings kam ich auch nicht umhin, Mitleid mit dem alten, einsamen Mann zu haben, den all sein Geld am Ende nicht vor einer unheilbaren Krankheit retten kann. Was die Damen angeht, so hatte ich stets sehr zwiespältige Gefühle. Oft konnte ich das Verhalten aus heutiger Sicht nicht recht nachvollziehen, in den 60ern war eben alles anders und das muss man beim Lesen auch im Hinterkopf behalten, sonst wird man schnell frustriert. Heirat, Kinder, die Kontrolle der Eltern — es wird eben nichts vom Autor beschönigt, sondern so dargestellt, wie es damals einfach zuging. Hier und da lässt sich auch ein wenig Schwärmerei finden, doch das Werk ist in erster Linie ein Gesellschaftsroman.
Insgesamt habe ich ein bisschen gebraucht, um mit dem Buch warm zu werden, doch umso tiefer ich in die Handlung eingetaucht bin, umso stärker wurde der Sog. Trotz ein paar Längen ermöglicht Eine Klasse für sich einen interessanten Einblick in Englands Oberklasse, ohne gestellt oder künstlich zu wirken.
- Uschi Obermaier
High Times
(88)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerIch weiß nicht, was ich von diesem Buch erwartet habe, aber meine Erwartungen wurden auf jeden Fall erfüllt 😄. Das Buch ist wirklich interessant und authentisch geschrieben und lässt sich gut lesen, weshalb ich es auch an einem Tag durch hatte. Dabei war ich wieder durchgehend beeindruckend davon, wie eigenwillig und leichtlebig Uschi Obermaier durchs Leben gegangen ist (und mit Sicherheit immer noch geht). Es war bestimmt nicht immer alles rosig und einfach, aber sie hatte immer genug Selbstliebe und Selbstrespekt, um sich nicht Situationen oder Menschen auszusetzen, die ihr nicht guttun. Eine beeindruckende Person und ein wirklich lesenswertes Buch!
- Elisabeth Veit
Jacqueline Kennedy
(3)Aktuelle Rezension von: CharleaSchon seit einiger Zeit hatte mich Jacqueline Kennedy interessiert, vor allem wollte ich als jemand, der erst Ende der 70er Jahre geboren und damit die Ära John F. Kennedy lediglich aus Erzählungen kannte wissen, wer die Frau an der Seite des berühmten amerikanischen Präsidenten war.
Elisabeth Veits Biographie über Jacqueline Kennedy kam da wie gerufen. Mir erschien das dünne Buch mit nicht einmal 200 Seiten zwar recht kurz für ihre Lebensgeschichte, aber nun gut.
Nach Auslesen des Buches muss ich sagen, dass ich ein wenig enttäuscht bin.
Mal abgesehen davon, dass es mitten im Buch ca. 15-20 Seiten gibt, die zwar mit den Worten eingeleitet werden, dass nun ein Vergleich zu anderen First Ladies erfolgen soll, welche aber faktisch eher eine kurze Vita inklusive der skandalösten Gerüchte der anderen First Ladies darstellt, denn einem wirklichem Vergleich nahekommt. Was mir hier auch sehr sauer aufgestoßen ist, ist die Beschreibung von Eleanor Roosevelt und deren Geliebten Lorena Hickok - anbei mal ein Zitat:
"Privat lebte Eleanor Roosevelt frei von Konventionen. Sie hielt heimlich ihre lesbische Beziehung zu Lorena Hickok - genannt Hick - aufrecht und besaß eine Wohnung im New Yorker Stadtteil Greenwich. Die Freundschaft zu der unattraktiven, fast 100 Kilo schweren Hick war geprägt von Liebe und Vertrauen [...]".
Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, wo ich mit meiner Kritik anfangen soll, ich war nach diesem Satz auf Seite 74 kurz gewillt, das Buch in den Papiermüll zu werfen. Mal abgesehen davon, dass es für eine Biographie einfach daneben ist, eine andere Person als "unattraktiv" zu bezeichnen - das ist erstens Geschmackssache und zweitens gehört eine solche subjektive Empfindung nicht ein eine Biographie hinein. Und den Verweis auf ihr Gewicht hat dann für mich dem Fass den Boden ausgeschlagen (Stichwort fat shaming).
Aber mal abgesehen davon hatte mich das Buch auch ansonsten nicht abholen können, da es stets eine gewisse Oberflächlichkeit zu Jacky Kennedy bewahrt. Ich hatte irgendwie immer das Gefühl, dass wir sie nur durch die Brille der Presse noch einmal kennenlernen. Wenn man sich quasi selbst die Mühe machen möchte, die Klatschpresse der 60-90er Jahre auf Youtube zu nutzen, wird man inhaltlich vermutlich zum gleichen Ergebnis wie dieses Buch kommen.
Auch fand ich es seltsam strukturiert. Nachdem Jackys Leben beschrieben wird und auch ihr Tod kommen dann noch mal Kapitel, in denen sie in ihrer Rolle als Mutter und Stilikone der Mode beschrieben wird, obwohl beides bereits im Rest des Buches angerissen wurden, so dass ich das Gefühl hatte, dass hier noch mal ein paar Fotos untergebracht werden sollten und das Buch am Ende einfach schlecht lektoriert wurde und mich ehrlich gesagt wundere, dass der dtv-Verlag das nicht vor dem Druck kontrolliert hat. Aber wahrscheinlich zieht so ein Buch einfach schon aufgrund des Titels - der Name "Kennedy" zieht einfach.
- Sylvia Grees
Lucy
(9)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
Ich liebe den Schreibstil von Sylvia Grees. Sie holt die Leser:innen gefühlsmäßig dort ab, wo sie stehen und Beamte uns hinein in eine Welt vor unsere Zeit.
Lucy und Ihre Freundin sind große Beatles fans und sogar ein wenig in die Sänger verliebt.
Die Autorin total mitgenommen und sowohl zum Lachen, als auch zum weinen gebracht. Wer Liebesgeschichten mag, wird diesen Roman Lieben.
Mein tipp: hört euch alle in dem Buch genannten Lieder an, so taucht ihr noch viel intensiver in die Story ein.
- Michael Wildenhain
Das Ende vom Lied
(51)Aktuelle Rezension von: LeserstimmeMichael Wildenhain beschreibt eine Generation der Nachkriegszeit und deren Nachkommen in West- Berlin um 1969. Während der 13jährige Ich- Erzähler auf den Straßen herumstreunert und mit seiner Bande Zeit verbringt, kommen seine Eltern eher mäßig zurecht. Der Vater als Kriegsversehrter, fehlt ein Fuß und kommt nicht sehr gut in der Arbeitswelt klar.
Der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig, aber gut. Die Gedanken des Teenagers werden teilweise als Verse wiedergegeben. Wildenhain verliert sich jedoch in seiner Erzählung, einen roten Faden kann ich nicht recht finden, mit den Protagonisten werde ich nicht warm. Für Leser die West- Berlin in dieser Zeit kennengelernt haben, vielleicht interessant. Für mich wars das eher nicht.
- John Steinbeck
Die Reise mit Charley
(46)Aktuelle Rezension von: Tilman_SchneiderDie Reise mit Charley Mit 58 Jahren macht sich der Literatur Nobel Preis Träger John Steinbeck noch einmal auf und erkundet sein Amerika. Er berichtet von seinen Erlebnissen, seinen Entdeckungen und auch Begegnungen. Es ist großartig, mit wie viel Verve, Witz und Genauigkeit er alles in sich aufnimmt und in seiner fabelhaften Sprache wieder gibt. Ein anderer Steinbeck, aber ein absoluter Literaturgenuß.
- Rex Stout
Es klingelte an der Tür
(98)Aktuelle Rezension von: books_games_and_moreDer Krimi „Es klingelt an der Tür“ von Rex Stout ist im Verlag Klett-Cotta erschienen. Als Hardcover hat er einen wunderschönen bedruckten Leineneinband, wo am Rücken des Buches der Kopf von Nero Wolf über dem Titel prangt. Aus diesem Verlagshaus konnte ich schon andere Krimis lesen, die mich bisher nicht nur vom äußeren voll überzeugt haben.
In diesem Krimi geht es um die reiche Exzentrikerin Mrs. Bruner, die einige tausend Exemplare eines Enthüllungsbuches über das FBI kauft und landesweit an hochrangige Personen verschickt. Daraufhin wird sie ihre Angestellten, sowie Freunde und Familie vom FBI observiert, was sie verärgert. Da sie keinen anderen Ausweg weiß, wendet sie sich an berühmtesten Privatermittler ihrer Zeit, Nero Wolfe. Nur leider möchte er erst gar nicht ihren Auftrag annehmen, bis ein Scheck über 100 000 Dollar ihn doch reizen, es zumindest zu versuchen.
Dieses ist mein erster Krimi von Rex Stout und ich muss sagen, ich habe mich echt erstmal ziemlich schwer damit getan. Die ersten Kapitel, konnte ich mich schon in die Situation hineinversetzten, aber so richtig angekommen war ich nicht. Mir fiel es schwer die Personen zuzuordnen und auch ein wenig Hintergrundwissen von der damaligen politischen Situation fehlte mir. Doch nach den anfänglichen Schwierigkeiten, habe ich den Krimi echt zu schätzen gelernt. Er hat einfach charmante, snobistische Protagonisten. Das Geschehene wird aus der Sicht von Nero Wolfs Assistent Archie Goodwin berichtet und mit einigen wenigen persönlichen Aspekten verziert.
Es ist ganz klar ein Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung Eigenmächtigeshandeln und einschränken der Bürgerrechte durch Handlungen des FBI. Dadurch war dieses Krimi auch als er erschienen ist sehr brisant und das FBI war auch gegenüber Rex Stout sehr skeptisch. Doch das wird im Nachwort des Buches sehr informative geschildert.
Vom Inhaltlichen ist der Krimi erst mal etwas gewöhnungsbedürftig, wenn man sich dann aber hineingefunden hat ist es ein spannender und ziemlich aktueller Krimi.
- Chris Bentley
The Complete Book of Gerry Anderson's UFO (revised and expanded edition)
(1)Aktuelle Rezension von: TheSaintChris Bentley gibt in dieser überarbeiteten und erweiterten Ausgabe einen wunderbaren Einblick in die vom Briten Gerry Anderson (1929 - 2012) geschaffene Science-Fiction-TV-Serie "UFO".
Gerry Anderson begann in den späten 50er Jahren des letzten Jahrhunderts mit der Produktion von Marionettenserien fürs Fernsehen. Sein großes Talent im Umgang mit diesen Marionetten (den er später dann "Supermarionation" nannte) und seine große Fantasie führten langsam zum ersten großen TV-Serien-Erfolg "Fireball XL5" Anfang der 60er Jahre. Kinderserien wie "Stingray", "Thunderbirds" oder "Captain Scarlet and the Mysterons" folgten und führten schlußendlich dank des großartigen Lew Grade (Gründer und Inhaber von ITV - jener Produktionsfirma, die legendäre TV-Serien wie "Simon Templar", "Department S" oder "The Champions" finanzierte) zur Produktion mehr oder weniger erfolgreicher Kinofilme, die Miniaturaufnahmen von Raumschiffen und futuristischen Fahrzeugen mit Realaufnahmen von Schauspielern kombinierten.
1969 schlußendlich erschien der Kinofilm "Unfall im Weltraum" ("Doppelgänger/Journey to the far side of the Sun"), der als Grundstein und Vorläufer für die TV-Serie "UFO" diente. Viele Darsteller und Requisiten, Modelle und Kostüme wurden von Gerry und seiner Frau Sylvia in die TV-Serie übernommen, die mit ihrem Mix an Supermarionation und Live-Action Kinder und Erwachsene ansprechen sollte.
Das Buch berichtet ausführlich und reich bebildert von der Entwicklung der Serie bis zur Produktion und Fertigstellung der 26 Episoden während der Jahre 1969/1970. Im deutschen Fernsehen konnte man die Versuche von SHADO ("Supreme Headquarters Alien Defence Organisation"), die Entführung von Menschen durch eine aussterbende Alienrasse zu verhindern, erstmals ab Juni 1971 verfolgen.
Der erste Produktionsblock umfasste 17 Episoden - dann entschloss sich das Filmstudio MGM, das britische Studiogelände zu schließen und Anderson musste sich nach einer neuen Bleibe umsehen... Die restlichen 9 Folgen wurden nach einer Unterbrechung (welche zum Verlust einiger Stammdarsteller aber auch zur Neueinstellung von SchauspielerInnen (u.a. Wanda Ventham - Benedict "Sherlock" Cumberbatch's Mutter!) führte) in den Pinewood-Studios fertig gestellt.
Die TV-Serie verkaufte sich weltweit sehr gut - auch auf dem für die Finanzierung der Serie so wichtigen amerikanischen Markt.
Die Ratings waren dort so hervorragend, daß man sich an die Produktion einer zweiten Staffel machte... doch während der Vorlaufarbeiten brachen die Zuschauerzahlen durch den Wegfall einer populären amerikanischen TV-Serie, die vor "UFO" lief, ein und man verwarf den Plan, weitere Folgen zu drehen.
Doch zuviel Geld war schon in Sets, Drehbücher, etc., investiert worden... was tun?
Aus der Zuschaueranalyse war festgestellt worden, daß jene Folgen, die auf dem Mond spielten, mehr ankamen als die "erdgebundenen" Geschichten...
So wurde aus der nie gedrehten zweiten Staffel "UFO" die erste gedrehte Staffel von "Space: 1999" - "Mondbasis Alpha 1"!
Die Serie, die in der ersten Hälfte der 1980er Jahre angesiedelt ist, mutet heute natürlich hoffnungslos veraltet an... überzeugt und besticht aber dennoch durch ein tolles Produktionsdesign und durch die tollen von Sylvia Anderson entworfenen Kostüme und Uniformen. Die herausragenden Modell- und Miniaturarbeiten des Oscargekrönten Derek Meddings (für "Superman", 1978) bezaubern heute noch und lassen die sauberen und glatten CGI-Aufnahmen aktueller SF-Serien und -Filme langweilig aussehen.
Ein souveräner Cast und eine tolle Orchestrierung machen das Wiederansehen stets zu einem freudigen Trip in die eigenen Jugendtage.
Dieses Buch liefert zu diesem Nostalgieausflug einen tiefen, kurzweiligen Einblick in die Entwicklungs- Produktions- und Vermarktungsphase der Serie. Der Quell an Informationen wird gespickt mit einer Vielzahl wunderbarer Set- und PR-Aufnahmen.
Wie es sich für einen "Complete Guide" gehört werden neben den Biographien der Darsteller UND der dargestellten Figuren auch ausreichend Informationen zum SHADO-HQ, zur legendären Mondbasis und all den raffinierten Fahr- und Flugzeugen der militärischen Organisation geliefert. Es gibt einen ausführlichen detaillierten Episodenführer (inkl. einer "Oooops!"-Sektion) sowie ergänzende Infos zu den geschnittenen und auch ungefilmten Szenen der Serie.
Ein rundum gelungenes und sehr ansprechendes Werk, welches jeden "UFO"-Fan erfreuen und zu einer DVD/BluRay mit einer spannenden Folge dieser Klassik-Serie greifen lassen wird.
- Julia Dellith
The Great Escape: Geschichten von der Seefahrt 1950-1970
(27)Aktuelle Rezension von: melsunDas Buch hat mich aufgrund des Covers sofort angesprochen. The great Escape, Fotografien von der Seefahrt aus vergangenen Tagen. Das Besondere an diesem Buch ist, dass es sich um Fotografien von 1950 bis 1970 handelt, die von den Seeleuten selber aufgenommen worden sind, also keine gestellten Bilder. So wird der Leser auf eine Reise in die Welt der vergangenen Seefahrt mitgenommen, die ja doch nicht so schön und romantisch war, wie sie in Filmen gerne dargestellt wird. Harte Arbeit wechselt sich ab mit Bildern aus exotischen Ländern, dazu informativer Text, der sowohl auf deutsch wie auch auf englisch vorhanden ist. Ich habe für mich viele spannende Informationen erhalten und blättere immer noch gerne in dem Buch und schaue mir die tollen Fotografien an. Besonders angetan haben es mir die Bilder, auf denen der Leser die Matrosen bei der Arbeit sehen kann, ungestellt und ungeschönt. Doch auch die anderen sind sehr interessant und ich entdecke immer wieder neue Kleinigkeiten auf den Fotos. Ein tolles Buch für jeden, der sich für die Seefahrt der vergangenen Tage interessiert
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