Bücher mit dem Tag "60er"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "60er" gekennzeichnet haben.

118 Bücher

  1. Cover des Buches Im Café der verlorenen Jugend (ISBN: 9783423142748)
    Patrick Modiano

    Im Café der verlorenen Jugend

     (139)
    Aktuelle Rezension von: mariameerhaba

    Da war so ein Sticker drauf, Nobelpreis für Literatur 2014, und ich dachte mir, dass ich dem unmöglich trauen könne, denn bislang haben mich so ziemlich alle Sticker angelogen, sich lächerlich über mich gemacht, meine Intelligenz verspottet mit dem Kommentar, ich würde es nicht verstehen. Das hier macht nichts anderes.

    Das Buch ist dünn, da erwartet man nicht viel. Eine kurze Geschichte, ein Konflikt, ein Spannungsbogen, Gefühle, Leidenschaft, Höhepunkt und Ende. Das Buch hier hat von allem nichts. Es ist langweilig. Von der ersten Zeile bis zur letzten. Schon am Anfang hat es mich abgestoßen und irgendwo in der Mitte habe ich erst gemerkt, dass ich der Handlung nicht wirklich folge, sondern einfach nur lese in der Hoffnung, es hinter mich zu bringen. Es ist so blass, so monoton, so schlecht aufgebaut, dass nichts hängenbleibt.

    Ich versuche gerade, gewaltsam mich an die Handlung zu erinnern, aber schaffe es kaum. Das Buch ist mir völlig fremd und würde ich es erneut lesen, würde ich gar nicht merken, dass ich es gelesen habe. Wie kann man bloß so schlecht schreiben? Wie kann man bloß so ein Sticker mit gutem Gewissen auf so ein Buch kleben?

  2. Cover des Buches Gute Geister (ISBN: 9783442714506)
    Kathryn Stockett

    Gute Geister

     (686)
    Aktuelle Rezension von: Schanin

    Anfangs hatte ich mit dem Schreibstil des Buches ein wenig zu kämpfen und stolperte über einige Wörter, aber nach ein paar Seiten gewöhnt man sich dran.

    Die Geschichte ist äußerst berührend und regt zum Nachdenken an. Obwohl man über die Rassentrennung in den Südstaaten Bescheid weiß, schockieren und betrüben einen dennoch einige Details in dem Buch, die die damalige Realität widerspiegeln. Es ist kaum vorstellbar, dass dieser Zustand "nur" 60 Jahre zurückliegt.

    Die drei Hauptcharaktere sind äußerst liebenswert.

  3. Cover des Buches Charleston Girl (ISBN: 9783442473991)
    Sophie Kinsella

    Charleston Girl

     (646)
    Aktuelle Rezension von: M-Valerius

    Leider konnte mich diese aufgesetzte, unrealistische Geschichte nicht packen. Zwar habe ich mich durch das Buch gekämpft, aber auch nur, weil mein Sub abgebaut war und dies das letzte Buch davon war.

  4. Cover des Buches Es klingelte an der Tür (ISBN: 9783608981117)
    Rex Stout

    Es klingelte an der Tür

     (98)
    Aktuelle Rezension von: books_games_and_more

    Der Krimi „Es klingelt an der Tür“ von Rex Stout ist im Verlag Klett-Cotta erschienen. Als Hardcover hat er einen wunderschönen bedruckten Leineneinband, wo am Rücken des Buches der Kopf von Nero Wolf über dem Titel prangt. Aus diesem Verlagshaus konnte ich schon andere Krimis lesen, die mich bisher nicht nur vom äußeren voll überzeugt haben.

    In diesem Krimi geht es um die reiche Exzentrikerin Mrs. Bruner, die einige tausend Exemplare eines Enthüllungsbuches über das FBI kauft und landesweit an hochrangige Personen verschickt. Daraufhin wird sie ihre Angestellten, sowie Freunde und Familie vom FBI observiert, was sie verärgert. Da sie keinen anderen Ausweg weiß, wendet sie sich an berühmtesten Privatermittler ihrer Zeit, Nero Wolfe. Nur leider möchte er erst gar nicht ihren Auftrag annehmen, bis ein Scheck über 100 000 Dollar ihn doch reizen, es zumindest zu versuchen.


    Dieses ist mein erster Krimi von Rex Stout und ich muss sagen, ich habe mich echt erstmal ziemlich schwer damit getan. Die ersten Kapitel, konnte ich mich schon in die Situation hineinversetzten, aber so richtig angekommen war ich nicht. Mir fiel es schwer die Personen zuzuordnen und auch ein wenig Hintergrundwissen von der damaligen politischen Situation fehlte mir. Doch nach den anfänglichen Schwierigkeiten, habe ich den Krimi echt zu schätzen gelernt. Er hat einfach charmante, snobistische Protagonisten. Das Geschehene wird aus der Sicht von Nero Wolfs Assistent Archie Goodwin berichtet und mit einigen wenigen persönlichen Aspekten verziert.

    Es ist ganz klar ein Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung Eigenmächtigeshandeln und einschränken der Bürgerrechte durch Handlungen des FBI. Dadurch war dieses Krimi auch als er erschienen ist sehr brisant und das FBI war auch gegenüber Rex Stout sehr skeptisch. Doch das wird im Nachwort des Buches sehr informative geschildert. 


    Vom Inhaltlichen ist der Krimi erst mal etwas gewöhnungsbedürftig, wenn man sich dann aber  hineingefunden hat ist es ein spannender und ziemlich aktueller Krimi. 


  5. Cover des Buches Kaltblütig (ISBN: 9783036959030)
    Truman Capote

    Kaltblütig

     (320)
    Aktuelle Rezension von: Surari

    Die Clutters sind eine Farmerfamilie aus Kansas. Sie haben viele Freunde und sind gut angesehen in der Gemeinde. Zwei  der vier Kinder sind bereits ausgezogen als die Eltern und die verbliebenen zwei Kinder ermordet werden. Aber wer hat es auf die Clutters abgesehen gehabt. Vor allem da Mr. Clutter so gut wie alles mit Schecks bezahlt und nie groß Bargeld im Haus hat? Später wird es heißen wir haben zwischen 40 und 50 Dollar erbeutet. Dafür musste vier Menschen sterben.

    Dieses Buch ist schon etwas älter und beruht auf einer wahren Begebenheit. Es wurde 1965 von Truman Capote geschrieben, der beweisen wollte, dass ein auf Tatsachen basierender Roman genauso spannend sein kann wie eine erdachte Geschichte. Allein deshalb hat es mich interessiert und weil es damals ein Bestseller wurde. Mich hat das Buch leider nicht überzeugt. Ich habe jetzt zwei Monate benötigt um es zu beenden. Capote erzählt sehr viel was einfach nicht relevant ist für die eigentliche Handlung. Z.b. sind oft Erzählungen wie die Städte aussehen und ich brauch nicht jeden Grashalm der im Wind weht als Bild erzählt. Auch wenn Nebenfiguren erwähnt werden sind da oft Monolog oder Dialoge die einfach nicht benötigt werden für die Geschichte. Ich fand es für 350 Seiten sehr mühsam zu lesen. Schade, war es doch eines meiner 21 für 21 Bücher.

  6. Cover des Buches Imperator (ISBN: 9783426527177)
    Kai Meyer

    Imperator

     (58)
    Aktuelle Rezension von: halo123

    Kai Meyer enttäuscht wirklich nie. Dieses Buch war einfach der Hammer. Anfangs habe ich etwas gebraucht um mich zwischen all den italienischen Namen zurechtzufinden, doch nach einigen Kapiteln ging alles gut. Immer wenn man denkt man weiß in welche Richtung die Geschichte geht kommt BANG eine neue Offenbarung die alles nochmal auf den Kopf stellt.

    DIe CHaraktere haben mir sehr gut gefallen, da man sie anfangs nicht direkt als gut oder böse einstufen kann. Ja sie wirken ein bisschen verdächtig aber erst im Laufe des Buches erfährt man mehr über ihren Hintergrund. 

    Ich würde das Buch wirklich jedem empfehlen der die Bücher von Dan Brown gerne liest oder einfach auf Verschwörungsgeschichten steht.

  7. Cover des Buches Die hellen Tage (ISBN: 9783596512737)
    Zsuzsa Bánk

    Die hellen Tage

     (310)
    Aktuelle Rezension von: eight_butterflies

    Ein eigentümliches Buch, ganz besonders, ungewohnt. Ich bekam es als Leseempfehlung geliehen und wollte der Verleiherin den Gefallen tun, es auch für eine anschließende Konversation dazu gelesen zu haben. Ich habe 200 Seiten geschafft, mich gequält und dann weggelegt. Ich wollte aufgeben. Aber unterschwellig musste ich immer wieder daran denken. Das Buch übte einen Sog auf mich aus. Die durch die außergewöhnlich poetische Sprache entstandenen Bilder in meinem Kopf blieben dauerhaft. Vor meinem geistigen Auge sah ich Evis Hütte, sah Aja, Seri und Karl, das schiefhängende Tor und Zigi mit seinen Zauberart. Also las ich weiter, nicht leicht, nicht gespannt, nicht amüsiert. Ich las mit Kampf, aber bis zum letzten Satz gefesselt. 

    Gekonnt schafft es Zsuzsa Bánk mich als Leserin ohne auch nur einen Dialog durchs Buch zu bringen, ohne eine reißerische Wendung, einen Cliffhanger oder Spannungsbögen. Die gewählte Sprache ich plastisch, geformt in zum Teil maßlosen Sätzen, verschachtelt und verspielt. Erzählt wird aus der Ich-Perspektive von Seri, vorurteilsfrei und ehrlich, authentisch. Dieses Buch ist eine Hommage an die Freundschaft, an Treue und lügenbehaftete Biographien. Dieses Buch ist kein Roman, es ist Literatur. Empfehlenswert für Schöngeiste, Sprachliebhaber und Leseratten ohne Bedürfnis nach Spannung.

  8. Cover des Buches Die Welt war so groß (ISBN: 9783548290256)
    Rona Jaffe

    Die Welt war so groß

     (52)
    Aktuelle Rezension von: lisbethsalander2102

    Durch eine "Gemeinsam Lesen Runde" auf einem anderen Portal war ich auf dieses Buch gestoßen, worüber ich sehr froh bin, sonst hätten wir vielleicht nicht zueinander gefunden, diese wunderbare Geschichte rund um vier junge Frauen, die rein zufällig in den 50iger Jahren aufeinander treffen, weil sie alle das legendäre Radcliffe College besuchen, nebenbei bemerkt das weibliche Pendant zum Harvard, das vielleicht besser bekannt ist. Daphne, Emily, Annabel und Chris sind vom Wesen her recht unterschiedlich, und doch verbindet sie eins: als Frauen haben sie während des Collegebesuches eigentlich nur ein Ziel, nämlich den richtigen Mann zu finden, der sie heiratet, also eine möglichst gute Partie zu machen. Das Erlangen von Bildung ist dabei sekundär. Mich hat das irgendwie sehr geschockt, wie die Mädchen ihre eigene Verwirklichung in den Hintergrund stellen, sich dadurch teilweise unglücklich machen durch ihre vollkommene Fixierung auf den Mann an ihrer Seite, quasi Kinder, Kirche, Küche. Die Wege der Frauen, vor allem auch nach der Absolvierung des Colleges, gehen weit auseinader, sind verschieden, final treffen sich dann alle beim 20jährigen Klassentreffen wieder. Wir Leser begleiten die vier die Jahre hindurch, erleben wichtige Eckpfeiler in deren Leben, ihre Liebesgeschichten, ihre Kinder, Anekdoten, Intrigen, alles, was einen guten Roman eben so ausmacht. Die Autorin hat einen sehr flüssigen angenehmen Schreibstil, sie schildert ihre Charaktere sehr authentisch,  ich konnte mir die vier Protagonistinnen daher bildlich vorstellen. Insgesamt habe ich mich blendend unterhalten gefühlt und freue mich jetzt in meiner "Gemeinsam Lesen Runde" auf die Fortsetzung, die wir gerade anfangen.    

  9. Cover des Buches The Rules of Magic: Eine zauberhafte Familie (ISBN: 9783596700608)
    Alice Hoffman

    The Rules of Magic: Eine zauberhafte Familie

     (111)
    Aktuelle Rezension von: FairyOfBooks

    Eine magische Familiengeschichte, die mit einem Hauch von Comedy einfach alles abdecken und sehr gewollt sein wollte. Sie wollte die LGBTQ+ Community widerspiegeln, das Fantasy-Genre anreißen und dabei soll sich alles in einem süßen Rom-Com Setting befinden. Letzteres spiegelt gerade das deutsche Cover wider, was wieder einmal so gar nicht das zeigt, für was die Geschichte und das Original-Cover stehen. Mal davon abgesehen, dass ich das Original-Cover auch nicht viel schöner finde, aber das ist was anderes.

    Ich muss zwar sagen, dass mich das Buch, aufgrund meiner niedrigen Erwartungen, nicht enttäuscht hat, aber wirklich für sich einnehmen, konnte es mich auch nicht.

    Der Comedy-Effekt ist übrigens sehr schwarz, denn es gibt äußerst viele Tote.

  10. Cover des Buches Vom Ende einer Geschichte (ISBN: 9783442748747)
    Julian Barnes

    Vom Ende einer Geschichte

     (241)
    Aktuelle Rezension von: Christian_Fis

    Der Ich-Erzähler Tony Webster führt ein Leben des unspektakulären Mittelmasses, das er dem Leser eingesteht. Im Laufe der Novelle erweisen sich seine beschaulichen Erinnerungen lediglich als die schmerzfreie Version dessen, was sich wirklich abgespielt hat.  

    Die Novelle ist meisterhaft aufgebaut und grossartig erzählt. Der zweite Teil liest sich fast wie ein Krimi mit falschen Fährten und überraschenden Wendungen. Ein Buch das nachhallt und einen über die eigenen Erinnerungen nachdenken lässt.

  11. Cover des Buches Eine Frage der Chemie (ISBN: 9783869525389)
    Bonnie Garmus

    Eine Frage der Chemie

     (42)
    Aktuelle Rezension von: SternchenBlau

    Puh, die Charaktere mochte ich zwar generell ganz gerne und die Dialoge waren auch oft spritzig. Trotzdem fand ich das Hörbuch oft anstrengend, vom großen Bogen her sehr vorhersehbar – und stellenweise auch ärgerlich.

    CN: sexualisierte Gewalt, Vergewaltigung, Sexismus

    Zunächst hat mich die sehr nüchterne Schilderung der Vergewaltigung, die die Protagonistin Elizabeth Zott erfahren muss, richtig kalt erwischt. Das Wording und die ganze Erzählhaltung hatten etwas sehr neutral beschreibendes. Ich habe das einfach bei einer leichteren Lektüre nicht erwartet. Die CN, die ich in einer anderen Rezi gelesen hatte, hatte ich schon wieder vergessen. Gerade, weil diese Passage so früh im Buch vorkommt, hatte ich das unangenehme Gefühl, dass es ein Plotdevise ist, das später dann auch noch für eine unerwartete Female Allyship aufgegriffen wird. Beides wirklich unangenehm.

    Ja, ich weiß, sexualisierte Gewalt ist leider häufig Lebensrealität und war es noch viel mehr in den 1950er Jahren. Aber hier wirkte sie für mich als Mittel zum Zweck. Wie gesagt, wirklich unangenehm.

    Im übrigens Buch sehe ich durchaus feministischen Anspruch. Aber vieles davon reißt das Buch für mich mit dem falsch verstandenen Bild von Mutterschaft wieder ein. Das Kinder hier eigentlich immer als Tyrannen geschildert werden, war schmerzhaft. Mutterschaft so darzustellen wirkt, als hätte die Autorin wichtige Debatten zu Care-Arbeit einfach verschlafen. Dazu wurde mir die Protagonistin regelrecht unsympathisch, weil Elizabeth Zott ihre Tochter derart parentifiziert, dass mir Angst und Bange wurde. Der Feminismus und die Selbstwirksamkeit scheint hier nur auf dem Rücken ihrer Tochter möglich zu sein. Und das finde ich ziemlich antifeministisch.

    Die Lesung von Luise Helm hingegen fand ich sehr spritzig und gerade die teilweise sehr pointierten Dialoge erwachen mit ihr toll zum Leben.

    In der Summe vergebe ich 2,5 Sterne, die Sprecherin würde zum Aufrunden führen, aber letztendlich bleibt so ein unglaublich schales Gefühl zurück, wie normalisiert hier eine Parentifizierung wurde. Daher runde ich ab.

  12. Cover des Buches Atlantis (ISBN: 9783453435711)
    Stephen King

    Atlantis

     (223)
    Aktuelle Rezension von: MaBoy

    Der Gedanke an den darauf basierenden Film "Hearts in Atlantis" mit Anthony Hopkins erweckt in mir stets ein Gefühl der Nostalgie. Dennoch bezieht sich der Film lediglich auf die erste Teilgeschichte des Buches. Die übrigen widmen sich dem Leben einzelner "Nebencharaktere". Leider ziehen sich die Geschichten etwas in die Länge und verlieren dabei ihre Essenz. In kürzester Zeit wirkten Einzelheiten wie im Meer versenkt.

  13. Cover des Buches Die Listensammlerin (ISBN: 9783499238444)
    Lena Gorelik

    Die Listensammlerin

     (78)
    Aktuelle Rezension von: BeateKniescheck

    Sofia, die Protagonistin dieses Romans, schreibt leidenschaftlich gerne Listen. Sie tut das zur eigenen Beruhigung, wenn das Leben rundherum schwer wird, denn Sofias Schicksal ist alles andere als einfach: Einerseits ist da die Mutter der Protagonistin, die mit Demenz in einem Pflegeheim lebt, außerdem eine totgeschwiegene Vergangenheit, die mit der Fluchtgeschichte der Familie aus der Sowjetunion zu tun hat, und die der Aufklärung harrt.

    Was mich aber am meisten bewegt hat, war die Mutter-Tochter-Geschichte in der „Listensammlerin“: Sofias Kind kommt mit einer schweren Herzkrankheit zur Welt, eine lebensgefährliche Operation ist nötig. Auch meine Oma hatte eine Tochter, die an einem "Herzfehler" starb (mit dieser Thematik beschäftige ich mich in meinem Debütroman, der im Herbst erscheint).

    An Lena Goreliks Familienroman finde ich besonders schön, dass die Autorin die nicht unbedingt heitere Thematik dennoch „komisch und ernst“ erzählt, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung nach Erscheinen des Buchs geschrieben hat. Ein Balanceakt, der ganz wunderbar gelungen ist, absolute Leseempfehlung!

  14. Cover des Buches Die Musik der Wale (ISBN: 9783548605944)
    Wally Lamb

    Die Musik der Wale

     (221)
    Aktuelle Rezension von: Simone_081

    Ein Buch, das mir außerordentlich gut gefallen hat und ein Lebenshighlight werden könnte. Besonders gelungen finde ich die Charaktere, die sehr lebensecht, schrullig, aber größtenteils trotzdem sympathisch gezeichnet sind.
    Eine wirklich ergreifende Geschichte, die eine Suche nach Liebe zeigt, wie man sie wahrscheinlich selten liest.

    Noch eine kleine Anmerkung: Das Buch wurde 1992 geschrieben, ist also schon 30 Jahre alt. Eventuell kann es daran liegen, aber mir ist aufgefallen, dass sich vielleicht einige an der Darstellung adipöser Personen und deren Verhaltensweisen stören. Wie gesagt, damals war diese Darstellung noch weniger irritierend als heute.

  15. Cover des Buches Die Frau des Zeitreisenden (ISBN: 9783942656689)
    Audrey Niffenegger

    Die Frau des Zeitreisenden

     (4.367)
    Aktuelle Rezension von: MelLila

    Das Buch war richtig richtig gut! Wenn man auf Zeitreisend und Kitsch steht, so wie ich. Mit den Zeitsprüngen und Überschneidungen bin ich nicht immer mitgekommen und hab auch oft hin und her geblättert, aber das macht nichts. Der Klappentext hält, was er verspricht! Absolute Leseempfehlung!

  16. Cover des Buches Miss Blackpool (ISBN: 9783462049077)
    Nick Hornby

    Miss Blackpool

     (96)
    Aktuelle Rezension von: Samaire
    Barbara hat, für ein Mädchen aus der Kleinstadt Blackpool, eigentlich alles erreicht: Sie könnte Miss Blackpool werden. Und damit sicherlich bald einen guten Ehemann finden. Doch Barbara will mehr vom Leben. Sie möchte Comedy machen. Und so lehnt Sie die (Schönheitsköniginnen)Krone ab und geht auf gut Glück nach London. Immer das Ziel vor Augen berühmt zu werden.

    Hornby kann einfach schreiben. Barbara und Ihre Träume und Wünsche sind dem Leser sofort unglaublich nah und man fiebert mit mit diesem mutigen Mädchen, dass für seine Zeit einfach mehr wollte vom Leben. Die übrigen Charaktere sind alle mit viel Liebe zum Detail geschrieben und auch das London der Swining Sixties lässt sich durch die Sachen fast anfassen. Dennoch springt der Funke nicht zu 100% über, was vielleicht auch an dem Ende liegt, welches plötzlich einen Sprung in die Gegenwart macht. Als Leser vermisst man die gute alte Zeit, ebenso, wie es die alternde Barbara tut, was am Ende dazu führt, dass man sich wünscht, dass Buch hätte den Zeitsprung nie gemacht.

    Wer Hornby mag und wer ein Herz für die 60er hat, wird „Miss Blackpool“ mit viel Freude lesen. Aufgrund des Endes einen Stern Abzug, aber dennoch eine klare Empfehlung.

  17. Cover des Buches Naokos Lächeln (ISBN: 9783832156091)
    Haruki Murakami

    Naokos Lächeln

     (937)
    Aktuelle Rezension von: Ferdinand-Uth

    Norwegian Wood (zu Deutsch: Naokos Lächeln) ist der Roman, der Murakami weltweit bekannt gemacht hat. Er behandelt die Liebe des Protagonisten Toru zu der stillen Naoko. Nach dem Suizid seines besten Freundes, der gleichzeitig seit ihrer Kindheit Naokos große Liebe war, hatten sie sich aus den Augen verloren. Jahre später treffen sie sich zufällig in Tokio wieder. Beide hat der Suizid schwer getroffen und beide versuchen darüber hinwegzukommen. Sie verabreden sich wöchentlich zu Spaziergängen und kommen sich dabei näher. Dann ist da aber auch noch die fröhliche Midori, die Toru an der Universität kennenlernt...
    Ich hatte den Roman vor ein paar Jahren auf Deutsch gelesen und fand ihn nur mittelmäßig. Inzwischen habe ich die englische Fassung gelesen und war plötzlich neu begeistert: Die Sprache in dieser Übersetzung kommt mir wie ausgetauscht vor und erweckt die Figuren wirklich erst richtig zum Leben. Was mir jedoch noch stärker als die Liebesgeschichte nachgegangen ist, sind die verschiedenen Lebenswege und Lebensarten, die durch die Charaktere verkörpert und geschildert werden. Die Frage nach richtig und falsch wird dabei jedoch nie gestellt: Eher zeigt sich, wie viel Äußeres unser Leben bestimmt und wie unser Inneres darauf reagiert. Die englische Fassung kann ich voll und ganz empfehlen, die deutsche hat mir weniger gut gefallen.

  18. Cover des Buches The Girls (ISBN: 9783423146203)
    Emma Cline

    The Girls

     (273)
    Aktuelle Rezension von: Elenchen_h

    "Sie bewegten sich in einem unbehaglichen Grenzbereich zwischen Schönheit und Hässlichkeit, und ein Schauer gesteigerter Aufmerksamkeit folgte ihnen durch den Park." - Emma Cline, "The Girls"


    Kalifornien, im Sommer 1969: Evie Boyd ist 14 und einsam, Ferien voller Leere tun sich vor ihr auf, bevor sie im September auf ein Internat geschickt werden soll. Ihre beste Freundin entfernt sich immer weiter von ihr und so ergreift sie sofort die unverhoffte Möglichkeit, die sich ihr bietet, um mit Suzanne und den anderen zur Ranch zu fahren. Schon länger gab es in der Stadt Gerüchte von den verwahrlosten Hippies, die sich um ihren Anführer geschart am Rande der Zivilisation befinden. Evie lässt sich treiben, findet Anschluss und hängt ihr Herz fast panisch an Suzanne - bis die Stimmung plötzlich kippt und etwas passiert, das vor Grausamkeit und Schrecken kaum zu überbieten ist...


    Emma Clines Roman "The Girls" hält für die Lesenden eine rauschartige Spannung bereit. Fiebrig begleitet man Evie durch diesen Sommer zwischen Kindheit und Jugend, leidet mit ihr unter ihrem Mangel an Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein, vergöttert mit ihr die scheinbar so unantastbare Suzanne - und sieht gleichzeitig das drohende Unheil, das sich von Anfang an nicht abwenden lässt. 


    Das Buch ist in mehrere Abschnitte unterteilt. Abwechselnd begleitet man die  erwachsene und von den Geschehnissen gezeichnete Evie, die auf ein abgeschiedenes Haus aufpasst und dort zufällig auf ein Mädchen trifft, das sich in einer ähnlichen Situation wie sie damals befindet - mit ihrem Wunsch, irgendwo zugehörig zu sein, gut anzukommen, einen Funken Aufmerksamkeit zu erhaschen - und die Evie im Sommer 1969. Von Anfang an wissen die Leser*innen, was am Ende passieren wird, was sich wie ein dunkler Schatten über alles legt, was man liest.


    Nuanciert und sprachlich genial erzählt die Autorin eine Geschichte vom Mitläufertum - und lässt die Lesenden mit der Frage zurück, wie sie gehandelt hätten, ob uns das nicht allen passieren kann, in unserer Geltungssucht und unserer Gier nach dem Interesse der Anderen.


    Ich mochte "The Girls" sehr gerne. Der Roman ist sicherlich keine leichte Sommerlektüre, trotzdem drängt sich die flirrende Hitze auf jeder Seite und die Spannung ist nahezu greifbar. Wieder mal ein Buch, das mir noch lange im Kopf bleiben wird und das ich gerade in dieser warmen Jahreszeit empfehlen möchte ☀️

  19. Cover des Buches All the Crooked Saints (ISBN: 9780545930802)
    Maggie Stiefvater

    All the Crooked Saints

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Weltentraeumerin
    Inhalt:

    Die mexikanischstämmige Familie Soria wohnt seit Generationen in einem kleinen Ort, Bicho Raro, mitten in der Wüste in Colorado, wo sie unzählige Pilger anzieht, die auf die Wunder hoffen, für die die Familie bekannt ist.
    Beatriz, die keine Gefühle hat, aber dafür Logik, Joaquin, der insgeheim DJ werden will, und Daniel, der Heilige, der die Wunder vollbringt, sind drei Jugendliche der Soria-Familie, die heimlich einen Radiosender betreiben. Tony und Pete dagegen kommen gerade erst in Bicho Raro an. Tony, weil er ein Wunder sucht, und Pete, weil er Arbeit sucht. Sie stoßen mitten hinein in ein Leben jenseits der Normalität, in dem Wunder alltäglich sind.

    Meine Meinung:


    Ich habe mich buchstäblich mit dem ersten Satz in dieses Buch verliebt. Im Ernst, ich liebe den Schreibstil der Autorin, die Poetik, die Art, wie sie mit den Wörtern spielt, Metaphern benutzt, , die Art, wie sie ihre Sätze formt, die schiere Ästhetik hinter all dem. Der feine Humor, der sich durch die Sätze zieht, mich unterhielt, zum Schmunzeln brachte. Die Beschreibungen, die dazu sorgten, dass die Atmosphäre zu hundert Prozent bei mir ankam. Das Erzählerische, das das Ganze wie ein Märchen wirken lässt. Kurz gesagt: Die ganze Poetik, die ich so unheimlich geliebt habe, die ich gar nicht beschreiben kann, aber die das Buch zu so einem einzigartigen Leseerlebnis hat werden lassen.

    Eigentlich war es da auch fast egal, was passiert ist. Auch wenn die Geschichte selbst zu dem Stil passt. Auch wenn diese Geschichte so absolut einzigartig und außergewöhnlich ist.
    Ich habe jetzt schon öfter gelesen, dass Leute Probleme mit ebendiesem Stil hatten, von dem ich hier gerade schwärme, und ja, es ist eben auch ein sehr eigener Stil, mit dem nicht alle klarkommen. Es ist ein sehr ruhiger Erzählstil, die Dinge entwickeln sich sehr langsam, es wird mehr Wert auf die Charaktere und die Dialoge gelegt als auf die Handlung und auch diese ist jetzt nicht von Action oder schnellen Wechseln geprägt. Ich mochte die Story, die vermittelten Botschaften, diese außergewöhnliche Idee der Wunder, ich habe jedes einzelne Wort genossen und mich auf die ruhige, beschreibende Erzählweise eingelassen, aber ich kann verstehen, dass das nicht jeder*m zusagt.

    Die Idee der Wunder fand ich allein schon deshalb so ungewöhnlich, weil sie so alltäglich praktiziert wird. Es ist nichts Magisches, nichts Beeindruckendes, für die Sorias ist es ganz normal und üblich, und die Art und Weise, wie das Ganze rübergebracht wird, hat mich fasziniert. Dabei geht es auch sehr viel um innere Dämonen, Ängste und Schwächen, um persönliche Weiterentwicklung und Selbstfindung, um Zusammenhalt und Einsamkeit, um Hilfe und um so vieles mehr. Manchmal wirkt es, als sei die Geschichte selbst eine Metapher. Oder vielmehr mehrere.

    Die Autorin zeichnet sich hier dadurch aus, dass sie überaus einzigartige, tiefgründige und lebendige Charaktere geschaffen hat. Am Anfang werden sie mit dem vorgestellt, was sie wollen und wovor sie sich am meisten fürchten, und dann geht ihre Charakterisierung um Längen darüber hinaus. Selbst die Nebencharaktere sind unheimlich vielschichtig und verfügen über sehr viel Tiefe.
    Die Personen sind durch ihre Vergangenheiten geprägt, ihr Verhalten ist nicht immer okay, aber es hat immer Gründe. Ihre Beziehungen untereinander sind komplex und sie haben versteckte Gefühle, manchen davon sind sie sich selbst nicht bewusst. Darüber hinaus wirken sie alle auch ungemein lebensecht.

    Fazit: Sehr ruhige Erzählweise einer außergewöhnlichen Geschichte mit einzigartigen, tiefgründigen und lebensechten Charakteren. Allein schon in den wunderschönen poetischen Schreibstil habe ich mich verliebt!

  20. Cover des Buches Der Anschlag (ISBN: 9783453441590)
    Stephen King

    Der Anschlag

     (707)
    Aktuelle Rezension von: lara_07

    Intensiv und spannend. King beschreibt alles sehr detailliert, was auch hier nötig ist  wenn so viel passiert, und er es noch realistisch halten will, soweit es für ein Sciene-Fiction Buch eben geht. Klar hätte man Einiges auslassen können, aber wenn man wissen will, was die ganze Zeit über während Jacks Aufenthalt in der Vergangenheit passiert, ist es gar nicht verwunderlich über die Anzahl der Seiten, die das Buch nun mal hat. In allem hat es mir sehr gut gefallen, und da ich meiner Mutter Parallel zum Buch, die Serie dazu laufen lassen hab, fand ich das Buch besser. Viel besser, aber heißt nicht, dass die Serie schlecht war. Mich hat nur Billy gestört. Sehr gestört, gut, dass er im Buch keine große Rolle spielt. Manche beschriebenen Handlungen konnte ich mir nicht vorstellen, entweder weil ich in den beschriebenen Handlungen die Fachbegriffe nicht kannte und ich zu faul war zum Googeln, oder ich die einzelne Sätze oder Witze manchmal nicht verstanden habe. Da viele Charaktere auftreten oder mit einem anderen Charakter verglichen werden, musste ich mir die Namen markieren und Beschreibungen hinzufügen, was, um alles zum Nachzuvollziehen, sich viel leichter gestalten lassen hat. Nachdem ich Carrie gelesen habe, bemerke ich, dass King wirklich unterschiedlich schreiben kann. In Carrie mochte ich wirklich fast niemanden, was aber bei der Anschlag überhaupt nicht der Fall. Die Liebesgeschichte hat mich wirklich positiv überrascht, und ich habe um ihre Liebe mitgefiebert, was ich King nicht zugetraut hätte. Ja, dieser Vorurteil wäre auch Mal gestrichen. Es waren guten Witze dabei, sowie sympathische und vielfältige Charaktere. 


    Ich hoffe, dass es zu den einen Büchern gehören wird, an denen ich mich selbst nach Jahren erinnern kann. Denn wieder möchte ich es nicht lesen aus Zeitgründen, die das Buch auch verdient hat.

  21. Cover des Buches Wir sind die Könige von Colorado (ISBN: 9783499258459)
    David E. Hilton

    Wir sind die Könige von Colorado

     (70)
    Aktuelle Rezension von: JennyTr
    Der erste Satz: "Im Sommer 1963, als ich dreizehn war, stieß ich meinem Vater ein Davy-Crockett-Taschenmesser in die Brust."

    Worum geht es?
     William Sheppard war 13 als er seinem brutalen Vater ein Messer in die Brust stieß. 'Leider' überlebt sein Vater den Angriff und Will wird in eine Erziehungsanstalt nach Colorado geschickt. Die Anstalt stellt sich als Ranch heraus, auf der Wilpferde gezähmt werden um sie danach zu verkaufen. Die Aufseher - vorallem Frank Kroft - sind gnadenlos und gewalttätig, sodass alle ihnen schutzlos ausgeliefert sind. Doch Will findet auf der Ranch neue Freunde und gemeinsam machen sie sich gegenseitig Mut und schmieden Zukunftspläne. Vorallem der gutmütige Benny wächst ihm ans Herz und als auf einmal 8 Pferde verschwunden sind, muss ein Suchtrupp gebildet werden, welcher die Pferde wieder zurückbringt. Während des Ausflugs gerät der Suchtrupp in eine Katastrophe und das Rennen um Leben und Tod beginnt..

    "Manche Geschichten wurzeln im Abenteuer, manche im Konflikt. Andere stammen aus dem Herzen, und die Schrecken und Freuden, die darin eingeschlossen sind, scheinen oft so unermesslich, dass man sich wahrhaft fragt, was aus den Kindern geworden ist, die wir einst waren." (S.12)

    Das einzig negative ist, dass manchmal zu viel drumherum geredet wurde und das Geschehen zu sehr in Gesprächen untertauchte.

    Dem Autor ist es erstaunlich gut gelungen, die Lebenssituation und die Gefühle von Will zu veranschaulichen. Die Kapitel sind nicht zu lang und nicht zu kurz, sodass man sich nicht davon abschrecken lässt. Man lacht und weint mit und hofft, dass Williams Leben trotz dieses schlechten Abschnittes sich trotzdem noch zum Guten wendet.

    Buchtitel: Der Titel ist ein sogenannter 'Insider'. Auf der Rückseite wird nur erklärt, dass Will nach Colorado kommt, aber was es mit den Königen auf sich hat wird erst im Laufe der Geschichte klar.

    Mein Fazit: Eine unglaubliche und überragende Geschichte über Fehler und Freundschaft. Ich würde dieses Buch jedem weiter empfehlen! :)
  22. Cover des Buches River (ISBN: 9783492258746)
    Donna Milner

    River

     (164)
    Aktuelle Rezension von: rose7474

    Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen. Die Geschichte konnte mich gleich fesseln und liess mich nicht mehr los. Ich vergebe daher 4 1/2 Sterne. Einen halben Stern ziehe ich ab, da mir die Schicksalsschläge etwas zu viel waren. Das war mir zu dick aufgetragen. Trotzdem ein empfehlenswerter, gefühlvoller Roman. 

  23. Cover des Buches Populärmusik aus Vittula (ISBN: 9783442738915)
    Mikael Niemi

    Populärmusik aus Vittula

     (224)
    Aktuelle Rezension von: Katfryy


     

    Es ist ja nicht immer leicht, ins Erzählen zu kommen. Manchmal muss man sich vorher ein bisschen warm machen. Mikael Niemis Erzähler lockert seine Zunge so: Auf dem Gipfel eine Himalaya-Fünftausenders küsst er eine tibetanische Gebetsplatte, Lippen und Zunge frieren am Metall fest, er pinkelt in seinen Trinkbecher, schüttet das warme Zeug über den Mund und sagt: „Ich habe mich freigepisst.“ Was für ein herrlicher Auftakt! Es ist schon fast zwanzig Jahre her, dass ich das Buch gelesen habe, aber es ist immer noch total präsent. Mit Büchern ist es wie mit Menschen. Manche Begegnungen vergisst Du schon nach ein paar Tagen wieder, an andere erinnerst Du Dich ein Leben lang. Aber warum bloß? Eigentlich ist fast alles in dem Roman fremd und weit weg: Ein winziges Kaff im nördlichsten Norden Schwedens, direkt an der Grenze zu Finnland, zwei Jungs, Sechzigerjahre. Hier erleben wir ihn in voller Gestalt: Den Arsch der Welt. Es gibt kaum Radio, kein Fernsehen, das nächste Dorf ist weit entfernt und im Winter geht sowieso gar nichts. Die Menschen dort schließen Wetten darauf ab, wer´s am längsten besoffen in der Dampfsauna aushält. In dieser öden Umgebung haben Matti und sein Freund Niila ein Erweckungserlebnis. Sie hören eine Schallplatte von den Beatles, eine Single. Und das beschreibt Matti so: 

     

    „Ein Pulverfass explodierte und sprengte das Zimmer. Der Sauerstoff ging zur Neige, wir wurden gegen die Wand gepresst, während sich die Kammer in rasender Fahrt drehte. Wir klebten wie die Briefmarken fest, das Blut wurde uns ins Herz gepresst, sammelte sich in einem darmroten Klumpen, bevor alles kehrt machte in die andere Richtung sprang, bis in die Finger und Zehenspitzen, rote Speerspuren von Blut im ganzen Körper, bis wir wie die Fische nach Luft schnappten. Nach einer Ewigkeit hielt der Wirbel an. Die Luft sauste durch das Schlüsselloch wieder davon, und wir fielen als kleine, feuchte Häufchen auf den Boden. Rock ´n´roll music. Beatles.“

     

    Danach sind sie infiziert – (upps, sorry für das böse Wort in Zeiten der Pandemie). Matti und Niila wollen Musik machen. Erstmal üben sie in der Garage. Allerdings ohne Instrumente. Die Erfindung der Luftgitarre wäre auch ein guter Titel. Diese Szene mit der Beatles-Platte ist nur eine von so vielen unglaublich lebensvollen, intensiven Momenten. Wer kennt das nicht: Von Musik mit voller Wucht gegen die Wand geschleudert zu werden. Mir ging´s mit Smells like teen spirit so. Wer Etiketten mag, würde auf den Roman wohl Coming-of-age kleben. Ja, es geht auch um erste Liebe, ums Aufwachsen in psychopathischen Scheißfamilien und Ablösung vom Elternhaus. Die beste Metapher für die Pubertät habe ich in diesem Buch gefunden, es gibt da eine überraschend surreale Stelle: Ein Junge, (ich weiß nicht mehr genau, ob das Matti sein soll), klettert als Kind in eine Art Eisenofen hinein, verbringt dort Jahre und kommt dann als Erwachsener wieder heraus. Wer öfter mit Pubertierenden zu tun hat, der kann also erleichtert sein. Stellt Euch einfach vor, die sind eigentlich gar nicht hier. Die befinden sich ein einem abgeschlossenen Eisenofen. Und dann irgendwann. Ganz plötzlich. Da kommen sie heraus. Vernünftig, geläutert, alle Schrauben festgezogen, alle Tassen wieder im Schrank. Aber der Roman ist viel mehr als Comming-of-age. Es geht auch um diese fantastische Landschaft, das Einfrieren und das Abtauen. Sehr, sehr poetisch. Guckt nicht den Film! Lest das Buch! Bitte!

  24. Cover des Buches The Great Escape: Geschichten von der Seefahrt 1950-1970 (ISBN: 9783862068272)
    Julia Dellith

    The Great Escape: Geschichten von der Seefahrt 1950-1970

     (27)
    Aktuelle Rezension von: melsun

    Das Buch hat mich aufgrund des Covers sofort angesprochen. The great Escape, Fotografien von der Seefahrt aus vergangenen Tagen. Das Besondere an diesem Buch ist, dass es sich um Fotografien von 1950 bis 1970 handelt, die von den Seeleuten selber aufgenommen worden sind, also keine gestellten Bilder. So wird der Leser auf eine Reise in die Welt der vergangenen Seefahrt mitgenommen, die ja doch nicht so schön und romantisch war, wie sie in Filmen gerne dargestellt wird. Harte Arbeit wechselt sich ab mit Bildern aus exotischen Ländern, dazu informativer Text, der sowohl auf deutsch wie auch auf englisch vorhanden ist. Ich habe für mich viele spannende Informationen erhalten und blättere immer noch gerne in dem Buch und schaue mir die tollen Fotografien an. Besonders angetan haben es mir die Bilder, auf denen der Leser die Matrosen bei der Arbeit sehen kann, ungestellt und ungeschönt. Doch auch die anderen sind sehr interessant und ich entdecke immer wieder neue Kleinigkeiten auf den Fotos. Ein tolles Buch für jeden, der sich für die Seefahrt der vergangenen Tage interessiert

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