Bücher mit dem Tag "70er"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "70er" gekennzeichnet haben.

121 Bücher

  1. Cover des Buches Die Frau des Zeitreisenden (ISBN: 9783596163908)
    Audrey Niffenegger

    Die Frau des Zeitreisenden

     (4.351)
    Aktuelle Rezension von: Gelinde

    Die Frau des Zeitreisenden, von  Audrey Niffenegger

     

    Cover:

    Das Zarte gefällt mir.

     

    Meine Meinung:

    Der Einstig war ja noch ganz interessant und Henry, ein Mensch der durch die Zeit reisen kann hat mich neugierig gemacht.

     

    Doch mit der Zeit wird es mir zu durcheinander, zu widersprüchlich, es kommt nichts neues und es wird langweilig.

     

    Eigentlich darf er bei den Zeitreisen niemand aus der Familie treffen, aber er tut es doch.

    ER darf nichts in den Zeiten ändern oder Wissen von der Zukunft in die Gegenwart bringen, und er tut es doch (Lottogewinn).

     

    Es ist nichts Magisches oder spannendes mehr bei Henrys Zeitreisen. Es wird einfach so erzählt. Wie ein Bericht. Für Clare ist das alles normal und selbstverständlich. Dadurch wird es auf mich  als Leser normal. Es ist einfach eine Geschichte über Henry und Clare. Keine Spannung, keine Emotionen (kommen rüber zu mir), keiner Romantik, Nichts.
     

    Die ganze Geschichte ist zu gewollt auf „realistisch“ getrimmt, dadurch geht das „Zauberhafte“ die „Magie“ verloren. Und für das Reale ist es viel zu unlogisch, hat zu viele Widersprüche und Ungereimtheiten, so dass es mich auch wieder nicht überzeugen oder fesseln kann.

     

    Ich bin froh als ich das Buch zuklappen kann.

     

    Autorin:

    Audrey Niffenegger lebt als Schriftstellerin und bildende Künstlerin in Chicago. Ihr erster Roman ›Die Frau des Zeitreisenden‹ steht seit Erscheinen 2004 auf den Bestsellerlisten und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Niffenegger liebt ›Alice im Wunderland‹ und Rilke, sammelt Schmetterlinge, Bücher und Comics

     

    Mein Fazit:

    Zu viel Durcheinander. 

    Deshalb von mir 2 Sterne.

  2. Cover des Buches In meinem Himmel (ISBN: 9783442458363)
    Alice Sebold

    In meinem Himmel

     (796)
    Aktuelle Rezension von: Vespasia

    Susie Salmon ist vierzehn, als sie vergewaltigt und ermordet wird. Doch damit ist ihre Existenz nicht vorbei: aus ihrem Himmel kann sie sehen, wie ihre Familie und ihre Freunde weiterleben, um sie trauern, nach ihrem Mörder suchen und älter werden.

    Der Fokus liegt hierbei auf dem Umgang damit, wenn jemand stirbt, mitten aus dem Leben gerissen wird und unwiederbringlich weg ist. Was passiert mit einer Familie, wenn eine Tochter stirbt? Was ist mit den Freunden, die zurückgelassen werden? Alice Sebold beschreibt sehr einfühlsam, wie das Leben für eine Weile stillzustehen bleibt und schließlich irgendwann weitergeht. Gleichzeitig ist da natürlich noch Susie, die vom Himmel aus zuschaut und nicht eingreifen kann, sehen kann, wie ihre Geschwister erwachsen werden und ihre Eltern mit ihrem Tod zu kämpfen haben. Jeder trauert unterschiedlich, sowohl die Lebenden, als auch die Toten. Gleichzeitig sieht man, dass die Toten einen immer begleiten, nie vergessen werden.

    An einigen Stellen zog sich die Geschichte ein wenig, das wäre eigentlich aber auch mein einziger Kritikpunkt. Der Schreibstil hat mir gefallen, die Geschichte und die Charaktere haben mich überzeugt und ich bin mir sicher, dass ich das Buch nicht so schnell vergessen werde. Die Geschichte erstreckt sich über einen Zeitraum von mehreren Jahren, Sebold beschreibt hier sehr genau, realistisch und berührend. Das Thema ist natürlich nicht einfach, ab und an fällt die Lektüre daher vielleicht auch schwer (gerade die Beschreibung der Tat lässt es einem kalt den Rücken runterlaufen), aber ich finde, die Autorin hat hier wirklich gute Arbeit geleistet.

    Fazit: Kein einfaches Thema – und dazu ein sehr gutes Buch, dass einfühlsam und realistisch damit umgeht.

  3. Cover des Buches Wir Kinder vom Bahnhof Zoo (ISBN: 9783551359414)
    Christiane F.

    Wir Kinder vom Bahnhof Zoo

     (2.215)
    Aktuelle Rezension von: sarahchristinex

    Ich war begeistert von diesem Buch. Ich bin erstaunt wie sie alles wieder geben konnte, was ihr passiert ist. Das Buch baut sich auch gut auf, obwohl sie natürlich einfach nur aus ihrem Leben erzählt.

    Aber man muss sich natürlich auch für das Thema interessieren. 

  4. Cover des Buches Marina (ISBN: 9783596512768)
    Carlos Ruiz Zafón

    Marina

     (783)
    Aktuelle Rezension von: Kitty_Catina

    Lange habe ich mal wieder hin und her probiert und doch nicht das Buch gefunden, welches mich packen konnte. Da aber Carlos Ruis Zafón immer eine gute Wahl ist, habe ich mich letztendlich hierfür entschieden und muss sagen, dass es genau die richtige Wahl war, denn auch mit „Marina“ konnte er mich einmal mehr in eine absolut atmosphärische Geschichte entführen, die zwar mit „Der Schatten des Windes“ nicht mithalten kann, aber dennoch ihren Reiz hat.


    Dabei bleibt mir nichts anderes übrig, als wieder einmal vor allem den grandiosen Schreibstil des Autors zu bewundern und zu loben. Denn auch hier ist dieser wieder typisch Zafón, mit keinem anderen Autor zu vergleichen, einzigartig, packend und von einer Kunst, die seinesgleichen sucht. Zafón schaffte es immer wieder, gleichzeitig spannend und humorvoll zu schreiben, ebenfalls sehr bildlich und dennoch flüssig und gut verständlich. Und auch Andreas Pietschmann hat als Sprecher des Hörbuches einen grandiosen Job gemacht, mit einer tollen Betonung und seine Stimme immer an den entsprechenden Charakter angepasst. So macht Hörbuch hören Spaß.


    Die Geschichte wird hier zwar dem Horror zugeordnet, ist aber dennoch nicht einfach nur gruselig, sondern beinhaltet auch eine gute Mischung aus Abenteuer und Coming of Age. Und auch auf eine kleine Liebesgeschichte wurde nicht verzichtet. Dabei steht natürlich dennoch die spannende Suche nach der Geschichte hinter gewissen Geheimnissen Barcelonas im Vordergrund, die Óscar und Marina an ziemlich schaurige Orte und zu fragwürdigen Personen führt. Dabei begeben sie sich einige Male in große Gefahr, was sie gleichzeitig zusammenschweißt und auch stärker macht. Und dann ist da noch die Suche nach sich selbst, die Óscar einerseits allein beschreiten muss, andererseits aber durch Marina und ihren Vater indirekt unterstützt wird. Bei den beiden findet er ein Stück weit ein Zuhause und so langsam entwickelt er sich zu einem jungen Mann, der dem Schicksal vielleicht kein Schnippchen schlägt, aber immerhin lernt damit umzugehen.


    Und damit wären wir auch schon bei den Charakteren. Auch die Protagonisten in dieser Geschichte fand ich vom Autor super geschrieben, ein bisschen geheimnisvoll und ebenfalls vielschichtig und liebenswert. Mir hat es jedenfalls wahnsinnigen Spaß gemacht, Óscar und Marina auf ihren Abenteuern zu begleiten. Ebenso mochte ich Marinas Vater, einen Künstler, der vom Schicksal gezeichnet ist und der dennoch eine Wärme ausstrahlt, die ich sehr angenehm fand. Und auch alle anderen Charaktere, egal ob gut oder böse oder eben auch irgendetwas dazwischen, fand ich großartig umgesetzt, da eben keiner so richtig greifbar war und dessen wahrer Charakter erst mit der Zeit erforscht werden musste.


    Insgesamt ist diese Geschichte wieder eine, die mich fesseln konnte und die mit ihren fantastischen, schaurigen Elementen mal ein ganz anderes Szenario bietet, aber irgendwie auch auf der selben Welle schwimmt, wie die anderen Geschichten, die ich bisher von Carlos Ruiz Zafón gelesen habe. Nur habe ich mit ein bisschen mehr Schauer gerechnet, denn so wirklich gegruselt habe ich mich nicht. Dennoch kann ich auch diesen Roman des Autors wieder nur weiterempfehlen und hoffe, dass ganz viele Menschen ihn noch lesen werden.

  5. Cover des Buches Tender Bar (ISBN: 9783596176151)
    J.R. Moehringer

    Tender Bar

     (400)
    Aktuelle Rezension von: Dolores999

    Ich bin auf dieses Buch gestoßen, weil mich die Biographie von Andre Agassi, Open, begeistert hat. Sie stammt vom selben Autor.

    In beiden Büchern zieht Moehringer den Leser in eine dichte, intensive Atmosphäre. Im Weiteren konzentriere ich mich nur auf Tender Bar, dem Ort, der einen prägt, zu dem man immer zurückkehrt, der einem eine wichtige Stütze ist - und der gerade deswegen seine negativen Seiten verschleiert.

    Tender Bar ist vor den in den 1970er und 80er vaterlos aufwachsenden JR so ein Ort. Er sucht nach Orientierung und Identifikationsfigur, er bewundert und verehrt alle Männer - einfach weil sie Männer sind, und es im Leben keine gab.

    In gewisser Weise lebt er den amerikanischen Traum, denn obwohl er aus sehr armen Verhältnissen stammt, gelingt es ihm, ein Voll-stipendium für Yale zu bekommen. Doch dort, genau wie in seinem Volontariat bei der Times, fehlt ihm der nötige Biss, um "durchzustarten". Ihm fällt alles schwer, alles gelingt alles spät, aber doch.

    Tender Bar besticht vor allem durch den tiefgründigen, vielschichtigen JR, Moehringer selbst, durch die ergreifende und zugleich unaufdringliche Sprache - bis auf winzige Stellen meisterhaft von B. Jakobeit übersetzt. 

    Von mir eine klare Empfehlung, ein Muss für alle, die in einem Buch, einer Geschichte, in Figuren abtauchen wollten.


  6. Cover des Buches Just Kids (ISBN: 9783596188857)
    Patti Smith

    Just Kids

     (85)
    Aktuelle Rezension von: Cornelia_Ruoff

    „Just Kids“ von Patti Smith

    Mit diesem Buch habe ich bei MonerlS-bunte-Welt auf der Linkparty Juli mitgemacht!

    Wer sind Patti Smith und Robert Mapplethorpe?

    Das Oeuvre des Künstlers ist mit den Begriffen Sex und Exzess, Begierde und Dominanz untrennbar verbunden, was ihn auch heute noch zu einem der höchst umstrittenen, aber dennoch größten Fotografen unserer Zeit macht.

    Wikipedia

    Robert Mapplethorpe (1946 – 1989)

    Robert Mapplethorpe ist ein amerikanischer Fotograf und bildender Künstler. Es begann mit einer Polaroid Kamera. Zu Beginn der Achtzigerjahre ließen sich viele Prominente von ihm fotografieren: Andy Warhol, Paloma Picasso, Peter Gabriel, Richard Gere und einige andere.

    Robert Mapplethorpe wählte oft kontroverse Themen. Berühmt wird er durch seine Akte, die oft homoerotischen Motive, klassisch aber auch aus dem BDSM-Bereich, die oftmals mit der Zensur zu kämpfen hatten. Seine Schwarz/Weiß Fotografien sind ästhetisch, wenn auch oft mit einem polarisierenden Hintergrund. 


    Im Dezember 1988, als bekannt geworden war, dass er sich mit dem HIV-Virus infiziert hatte, verkaufte er Fotos im Wert von 500.000 US-Dollar. Mit dem Geld gründete er die Robert Mapplethorpe Fundation. 

    „Es wurde vieles über Robert gesagt, und so vieles ist noch zu sagen. Junge Männer werden seinen Gang imitieren. Junge Mädchen in weißen Kleidern werden um seine Locken weinen. Man wird ihn verdammen oder verehren. Seine Exzesse geißeln oder romantisch überhöhen. Am Ende wird man die Wahrheit in seinem Werk finden, der eigentlichen Verkörperung des Künstlers. Sein Werk wird nicht vergehen. Es entzieht sich dem menschlichen Urteil. Denn die Kunst besingt Gott und ist letztlich sein.“

    Smith, Patti. Just Kids (German Edition). Kiepenheuer & Witsch eBook. Kindle-Version. Robert Mapplethorpe (1946 - 1989)

    Patti Smith

    Patti Smith gilt heute als Godmother des Punks. Tatsächlich aber hat sie in den Sechzigerjahren als Lyrikerin begonnen. Erst 1975 hat sie mit ihrer Band das erste Album „Horses“ aufgenommen. Das war der Anfang! Es folgte „BecauseThe Night belongs to Lovers“, eine Singleauskopplung von Easter, die in Zusammenarbeit mit Bruce Springsteen entstand. Für Tribute of Panem nahm sie den Song „Capitol Letter“ auf.

    In vielen ihrer Texte verarbeitet sie ihr Leben und auch ihre Verluste. Ja, die ist Eine Lyrikerin, die ihre Worte mittels Rockmusik transportiert.

    Sie ist Lyrikerin, Punk- und Rockmusikerin, Singer-Songwriterin, Fotografin und Malerin.

    Sie las Charles Baudelaire und Arthur Rimbaud. Musikalische Vorbilder waren Jimi Hendrix, Brian Jones und Jim Morrison.

    Sie kannte sie alle, Janis Joplin, Jimi Hendrix, Alan Ginsberg, Kurt Cobain oder John Coltrane, Andy Warhol. Aber nur wenige ihrer Helden leben noch.

    Ihr Mann – der MC5-Gitarrist Fred Sonic Smith starb 1994. Patti Smith kehrte nach Jahren der Zurückgezogenheit zurück auf die Bühne und dort findet man sie heute noch.

    Übrigens gibt es zwei ganz tolle Coverversionen den Rockklassikern „Smells Like Teen Spirit“ der Band Nirvana und „Gimme Shelter“ der Rolling Stones.

    Mein Lieblingslied ist „Hey, Joe“.

     



    REZENSION "JUST KIDS" VON PATTI SMITH


    Wie wurde ich auf „Just Kids“ aufmerksam?

    Ich habe „Eine Frau schaut auf Männer, die auf Frauen schauen. Essays über Kunst, Geschlecht und Geist“ von Siri Hustvedt gelesen und rezensiert. Dieses Buch animierte mich, den Spuren der einzelnen Essays zu folgen. Insbesondere das Essay, „Mapplethorpe / Almodóvar: Punkte und Kontrapunkte“ weckte den Wunsch in mir, mich eingehender damit zu beschäftigen. Im Rahmen der Recherche zu Robert Mapplethorpe kam ich zu Patti Smith und diesem Buch.


    „JESUS DIED FOR SOMEBODY’S SINS BUT NOT MINE.“

    Aus „Gloria“ Written by Patti Smith and Van Morrison



    Als Patti Smith Robert Mapplethorpe begegnete, waren die beiden noch weit davon entfernt Ikonen der Kunst oder Musik zu sein. Beide waren aber schon mit der Leidenschaft zur Kunst durchdrungen. Die Kunst war ihr Leben. Ohne Kunst war ihr Leben für die beiden nicht zu meistern.

    Robert Mapplethorpe hatte seine sexuelle Identität noch nicht gefunden. Sex war in dieser Beziehung nicht der Bezugspunkt. Ihre Beziehung hatte etwas viel Tiefgründigeres. Sie waren für einander Ankerpunkte, die einander erdeten.

    Einer von beiden passte immer auf den anderen auf. Lange Zeit wohnten die Beiden im legendären Chelsea Hotel. Robert Mapplethorpe dröhnte sich oft mit psychedelischen Drogen wie LSD zu. Ohne Patti Smith wäre er weitaus früher gestorben.

    Später würde er sagen, dass die Kirche ihn zu Gott, das LSD aber zum Universum geführt habe. Er sagte auch, Kunst habe ihn zum Teufel geführt, und Sex habe dafür gesorgt, dass er dort blieb.

    Smith, Patti. Just Kids (German Edition) . Kiepenheuer & Witsch eBook. Kindle-Version.

     

    Künstlerhotel

    Im Chelsea Hotel übernachteten beziehungsweise wohnten zahlreiche Musiker, Schriftsteller und Künstler wie Salvador Dalí, Thomas Wolfe, Arthur Miller, Dylan Thomas, Charles R. Jackson, Nico, Bob Dylan, Jimi Hendrix, Janis Joplin, Catherine Leroy, Falco, Valerie Solanas und Leonard Cohen (der dem Hotel mit dem Lied Chelsea Hotel #2 auf dem Album New Skin for the Old Ceremony ein musikalisches Denkmal setzte).

    Das Chelsea ist vor allem in den 1960er-Jahren durch die New Yorker Underground-Kunstszene (unter anderem Andy Warhol) bekannt geworden, die das Hotel als „Spielwiese“ für ihre Film- und Kunstaktivitäten entdeckt hatten.

    Das Hotel wurde durch Andy Warhols Experimentalfilm The Chelsea Girls (1966) weltweit bekannt. Viele Maler haben ihre Hotelrechnungen mit ihren Bildern bezahlt, die teilweise noch heute im Foyer hängen. Für Patti Smith war das Hotel „wie ein Puppenhaus in der Twilight Zone, mit Hunderten von Zimmern, von denen jedes ein eigenes kleines Universum barg.“

    In die Schlagzeilen kam das Hotel, als im Oktober 1978 mutmaßlich der Punk-Musiker Sid Vicious im Zimmer Nummer 100 seine Freundin Nancy Spungen erstach und im folgenden Februar im selben Zimmer an einer Überdosis verstarb. 

    Wikipedia

    Because The Night Belong To Lovers

    Because the Night belong to Lovers - Take me now, baby, here as I am - Pull me close, try and understand - Desire is hunger is the fire I breathe - Love is a banquet on which we feed -

    Patti Smith und Bruce Springsteen

    Die Jahre ziehen vorüber und hinterlassen viele Opfer. Menschen, wie Martin Luther King wurden ermordet. Menschen, wie Jim Morrison und Janis Joplin töteten die Drogen. Andere töteten sich selbst. Die Lebenden müssen mit den Erinnerungen an die, die es nicht geschafft haben, weiterleben.


    Mein letztes Bild von ihm glich also dem ersten. Ein schlafender Junge, von Licht umspielt, der seine Augen aufschlug und mir mit seinem Lächeln sagte, dass wir niemals Fremde füreinander gewesen waren.

    Smith, Patti. Just Kids (German Edition) . Kiepenheuer & Witsch eBook. Kindle-Version.

    Eigentlich möchte ich gar nicht mehr viel dazu sagen – das Buch spricht für sich selbst.

    Der Schreibstil von Patti Smith hat mich beeindruckt. Patti Smith hat mich als Mensch bewegt. Ihr Leben und wie sie ihr Leben reflektiert und annimmt. Sie hält ihre Person in diesem Buch ganz zurück und dient oft als Nebendarstellerin. Es geht in erster Linie, um die gemeinsame Zeit mit Robert Mapplethorpe.

    Patti Smith schreibt genauso, wie man sie aus ihren Songs kennt. Manchmal mit staunender Ehrfurcht, manchmal mit unnachahmlicher Begeisterung, die fast schon kindlich wirkt, düster, aber vor allem mit Hingabe. „Hingabe“ lautet auch der Titel ihres 2019 erschienenen Buchs, das soeben auf meiner Leseliste landete.

    Ich fühle mich bereichert, Patti Smith nicht nur als Musikerin, sondern auch als Lyrikerin kennengelernt zu haben.“

    Connie Ruoff schreibblogg.de



  7. Cover des Buches Das vergessene Kind (ISBN: 9783426199107)
    Kate Atkinson

    Das vergessene Kind

     (40)
    Aktuelle Rezension von: Günter-ChristianMöller

     

    „Tracy wäre es lieber gewesen, sie wäre im Dienst tot umgefallen. Sie war Kriminalkommissarin gewesen, jetzt war sie Polizeipensionärin.“ Sie hatte gerade fünftausend Pfund auf der Bank abgehoben. Es war für Janek, einen Polen, der ihr Reihenhaus renovierte. Doch an diesem Tag trifft sie eine Frau mit einem Kind auf der Straße, die ihr als Prostituierte und Kriminelle bekannt ist. Sie hat ein Kind im Schlepptau, das sie völlig erniedrigend und rücksichtslos behandelt. „Kelly hatte mehrere Kinder, und die meisten waren in Pflege, und das waren die, die Glück gehabt hatten.“

    Tracy bietet der Frau spontan dreitausend Pfund für das Kind und bekommt es prompt. Das Kind ist ein Mädchen und heißt angeblich Courtney. Sie ist ein Waisenkind, denn niemand vermisst sie. Doch kurz darauf wird Kelly umgebracht. Als Tracy Kriminelle auf den Fersen sind, wird ihr klar, dass dieses kleine Mädchen in höchster Gefahr schwebt, und die Polizei eher eine Bedrohung als eine Hilfe ist.

     

    Das Buch lebt von der mütterlichen bedingungslosen Fürsorge Tracys für dieses kleine fast hilflose Wesen namens Courtney, und dessen zweier Leidenschaften. Courtney liebt Essen, egal was, Hauptsache es ist viel. Und sie liebt die kleinen Schätze, die sie unbemerkt sammelt. Wertvolle Dinge wie "einen silbernen Fingerhut, chinesische Münzen, ein paar Glieder einer billigen goldenen Kette.“ Und natürlich auch den neuen Zauberstab. All diese Schätze sind verknüpft mit wunderbar schönen Erlebnissen. Erlebnisse für schöne Träume. Und die braucht Courtney genauso dringend wie das Essen. So verwandelt sich die Fürsorge von Tracy immer mehr in Liebe. Um Courtney nicht zu verlieren, tauchen die beiden vor ihren kriminellen Verfolgern in die Illegalität ab. Und wehe den Bösewichten, die Tracy oder Courtney zu nahe oder gar in die Quere kommen. Selbst eine scheinbar harmlose Handtasche verwandelt sich dann in eine gefährliche Waffe.

     

  8. Cover des Buches Weihnachtsglitzern (ISBN: 9783596198078)
    Mary Kay Andrews

    Weihnachtsglitzern

     (196)
    Aktuelle Rezension von: Seitenhain

    Eloise Foley liebt Weihnachten und das ganze bunte Drumherum - aber besonders auch den Punkt mit der Nächstenliebe. Ihr Freund hingegen ist das genaue Gegenteil - irgendein Drama in seiner Vergangenheit lässt ihn zum arbeitswütigen Grinch werden. Eloise muss nun also versuchen, ihr Antiquitätengeschäft, ihren grinchigen Freund, einen städtischen Dekowettbewerb und ein Familiendinner zu organisieren. Jede Menge Chaos und natürlich viel zu wenig Zeit - und dann wird auch noch mehrmals bei ihr eingebrochen ...


    Ja, Mary Andrews schreibt eher Romancekitsch und ist eher nicht mein Genre, aber seht euch doch dieses hübsche kleine Fischer Taschenbuch mit extraglänzendem Cover an! Und ein trauriges Mängelexemplar war es auch noch, das musste ich doch retten. Das schöne an kitschigen Weihnachtsgeschichten ist, sie können eigentlich gar nicht genug triefen. Und Andrews schreibt herrlich bekloppte Charaktere, mit denen man sich prima identifizieren kann. Die seltsamen Einbrüche und die komischen neuen Nachbarn sorgen für die nötige Menge Spannung und das winzige Format sorgt dafür, dass man es schnell durchgelesen hat.

    Einziges Manko: Dass nirgendwo darauf hingewiesen wird, dass das Buch zu einer Cozy-Crime-Reihe gehört und Band 3 oder so ist. Man merkt schon, dass einem ein paar Hintergründe fehlen, aber da es hauptsächlich eine Weihnachtsgeschichte ist und größtenteils unabhängig, kann man das getrost überlesen.

    Wer am Ende noch nicht genug hat, findet zudem mehrere Tipps der Autorin: Liederlisten, Rezepte und Tipps, wie man das Familientreffen übersteht. Also alles drin für die Feiertage!


    "[Er trägt] Pailletten vor zwölf Uhr! Wer sind diese Typen?"

  9. Cover des Buches Unter der Mitternachtssonne (ISBN: 9783608503487)
    Keigo Higashino

    Unter der Mitternachtssonne

     (58)
    Aktuelle Rezension von: smayrhofer
    Vor einigen Jahren kam ich eher zufällig in den Genuss des Buches „Verdächtige Geliebte“ von Keigo Higashino. Die Kombination aus klassischem Krimi und japanischer Kultur fand ich durchaus gelungen. „Unter der Mitternachtssonne“ ist sein letztes Werk, das von der Erzählweise ähnlich gestrickt ist, aber handlungstechnisch eine größere Zeitspanne umfasst.

    Osaka 1973: Der Pfandleiher Kirihara wird ermordet in einem verlassenen Gebäude aufgefunden. Kommissar Sasagaki ermittelt, kann aber trotz einiger Verdachtsmomente – insbesondere gegen Yukiho, der Tochter einer Kundin Kiriharas - niemanden festnehmen; der Mord bleibt zunächst ungeklärt. Knapp zwanzig Jahre später - Sasagaki ist inzwischen pensioniert, ermittelt aber trotzdem weiter – scheint Licht in das Dunkel zu kommen…

    Wer bereits ein oder mehrere Bücher von Higashino kennt, wird hinsichtlich des Erzählstils nichts Überraschendes finden. Wie in seinen anderen Büchern verzichtet der Autor weitestgehend auf Action und setzt stattdessen mehr auf Ermittlungen und Dialoge. Dabei ist der Sprachstil nüchtern und unaufgeregt. Das Ganze passiert weitestgehend chronologisch, wobei man oft erst im Nachhinein erfährt, was sich in der Vergangenheit tatsächlich abgespielt hat. Und so setzt sich Schritt für Schritt das Gesamtbild zusammen, bis keine Frage mehr offenbleibt. Für den hiesigen Leser erschweren allerdings die Vielzahl der handelnden Personen und deren ungewohnte Namen die Lektüre – da ist das dem Buch beigefügte Namensverzeichnis überaus hilfreich.

    Fazit: Mit „Unter der Mitternachtssonne“ hat Higashino wieder einen für ihn typischen, aber durchaus unterhaltsamen Krimi abgeliefert. Trotz des überaus nüchternen und schnörkellosen Stils hat die Handlung hier und da Längen, deswegen gibt’s einen Stern Abzug…
  10. Cover des Buches Als wir unsterblich waren (ISBN: 9783492250146)
    Tony Parsons

    Als wir unsterblich waren

     (33)
    Aktuelle Rezension von: Linda-Odd
    Dieses Buch war für mich eine echte Enttäuschung. Der Klappentext hat mich darauf schließen lassen, dass das Buch die Liebe zur Musik und das Gefühl in den 70er dazu beschreibt. Die Todesnacht von Elvis wurde halt als Zeitpunkt gewählt, da er 1977 gestorben ist - dachte ich mir zumindest... Da mein Lieblingsfilm "Almost Famous" ist, habe ich mich gefreut etwas zu dem Thema in Buchform zu besitzen. Die Freude wurde schnell getrübt. Hauptsächlich geht es um 3 befreundete Jungs, die Jobs bezüglich Musik haben. Kurz: das war's eigentlich auch schon. Es gibt natürlich noch Mädchen, Liebe und Ärger und einen Haufen Enttäuschung für den Leser... Deswegen auch nur einen Stern.
  11. Cover des Buches Liebe Steine Scherben (ISBN: 9783351050061)
    Jelle Behnert

    Liebe Steine Scherben

     (35)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    INHALT: Johann (13) und Tilda (14) gehören zusammen; an dieser Tatsache gibt es nichts zu rütteln. Sie kennen einander seit dem Sandkasten und teilen alles miteinander. Doch als Tilda eines Tages Sebastian (15) mit in diese Zweisamkeit bringt, wachsen in Johann Gefühle, die er bis dahin nicht kannte. Drei sind einer zuviel; Wut und Hass bahnen sich ihren Weg. Allerdings ändert sich auch seine Beziehung zu Tilda. Er erkennt in ihr die Tyrannin, die sie eigentlich schon immer war. Sie führte und er folgte; sie befahl und er gehorchte; sie demütigte ihn und er opferte sich. Warum war ihm das nie klar geworden? Und was macht Sebastian so besonders? Und was treiben die beiden hinter den geschlossenen Jalousien?

    FORM: Behnerts Sprache ist wunderbar poetisch. Die Worte werden regelrecht zerkaut und geschmeckt, alles ist sehr intensiv und atmosphärisch. Die Szenen sind voller Bilder und Metaphern; ein sehr dichter Text, der von der ersten bis zur letzten Seite eine ganz besondere Stimmung heraufbeschwört, der ich mich nur schwer entziehen konnte. Als parallele Ebene wird auch die deutsche Geschichte beleuchtet: Der Roman spielt 1977, also mitten im Deutschen Herbst, und die Person Andreas Baaders ist sehr geschickt in die Handlung eingeflochten.

    FAZIT: Allerdings gibt es eine Sache, die mich die ganze Lektüre gestört hat und die ich als großen Schwachpunkt dieses ansonsten bemerkenswerten Romans ansehe: Die Figuren sind einfach nicht glaubwürdig, und zwar wegen ihres Alters. Die Atmosphäre, die Sprache, die Geschichte… alles wunderbar. Aber dann fällt mir wieder ein: Wie alt sollen die nochmal sein? Die beschriebenen Gedanken sind für einen Jugendlichen, der sich gerade mal über sein erstes Schamhaar freut, einfach zu hoch, zu philosophisch, zu komplex. Die Taten, die in diesem Buch geschildert werden, sind für einen Dreizehnjährigen einfach zu brutal, die Gründe für die Taten zu morbide. Schade; ansonsten großartig … 4 Sterne.

    *** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich über Euren Besuch ***

  12. Cover des Buches Nackt (ISBN: 9783453171503)
    David Sedaris

    Nackt

     (85)
    Aktuelle Rezension von: dominona
    Ich mag den Humor normalerweise und erkenne die Spitzen gegen die Familienmitglieder des Autors in den Kurzgeschichten auch an, aber er ist diesmal nicht zu mir durchgedrungen. Die Texte waren zu unzusammenhängend in sich und ich kam nie richtig rein, weshalb ich das Buch abgebrochen habe, schade eigentlich.
  13. Cover des Buches Die Tote im Götakanal (ISBN: 9783499244414)
    Per Wahlöö

    Die Tote im Götakanal

     (83)
    Aktuelle Rezension von: WJ050
    Ich habe diesen Krimi im Herbst 2018 gelesen. Selber Baujahr 1950 konnte ich mich gut in die damals noch recht 'einfache' Kommunikationstechnik der 60er Jahre zurückversetzen. Welche Wandlungen sich doch vollzogen haben. Die Story ist gut be- und geschrieben, guter Spannungsaufbau - nicht zu Detail verliebt - man konnte immer flott lesen. Ich versuche mal das zweite Buch zu bekommen. - Somit: Leseempfehlung.
  14. Cover des Buches Honig (ISBN: 9783257243048)
    Ian McEwan

    Honig

     (121)
    Aktuelle Rezension von: bernauerin
    das war ein wechselbad der empfindungen diesem buch gegenüber! ich las es, weil ich ian mcewan toll finde und einfach wieder mal ein buch von ihm lesen wollte.
    zuerst zögerte ich tatsächlich, ob ich überhaupt weiterlesen sollte. die erste hälfte zog sich... die beschreibung des elternhauses, der herkunftsfamilie der protagonistin fand ich gut, aber dann handelt der roman hauptsächlich von den kulturellen interventionen der geheimdienste. und ich muss sagen, dass es dem autor nicht gelungen ist, mein nicht dafür vorhandenes interesse zu wecken und ich weiß auch jetzt, nach der lektüre, nicht richtig bescheid darüber. vermutlich liegt das an mir, ich hab es einfach nicht kapiert, wie das genau läuft, diese verbindungen über viele ecken, undercover, wer mit wem oder doch nicht... aber ich wollte auch nicht durch begleitendes recherchieren das thema vertiefen, wie ich es sonst häufig mache.
    aber ich las weiter, bei seite 100 höre ich in der regel nicht mehr auf.
    ich schwankte bereits zwischen 2 und 3 sternen in der bewertung. aber dann! plötzlich nahm das buch an fahrt auf, es wurde so spannend, und es gab nicht nur eine, sondern sogar mehrere unerwartete wendungen, eine auf den letzten seiten, die im nachhinein klarmacht, wie raffiniert dieser roman konstruiert ist. das hat mich dann total begeistert, sodass ich zwischen 3 und 4 sternen schwankte... und das vermeintlich offene ende ist auf den zweiten blick auch kein offenes ende, da man den roman ja gelesen hat... ein genialer kunstgriff! was damit gemeint ist, versteht man aber erst nach der lektüre...
  15. Cover des Buches König von Deutschland (ISBN: 9783462048605)
    Gerd Möbius

    König von Deutschland

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  16. Cover des Buches Das alte Kind (ISBN: 9783404164431)
    Zoe Beck

    Das alte Kind

     (241)
    Aktuelle Rezension von: PMelittaM

    Berlin 1978: Nachdem Carla Armin sich wegen einer ansteckenden Krankheit von ihrem Baby trennen musste, erkennt sie es nicht mehr als ihr eigenes wieder. Über die kommenden Jahre versucht Carla ihre Tochter zu finden, doch keiner glaubt ihr, ihre Ehe leidet und das Kind, das sie nicht als ihr eigenes anerkennt, leidet an einer schlimmen Krankheit.

    Ca. dreißig Jahre später findet sich Fiona Hayward mit aufgeschnittenen Pulsadern in ihrer Badewanne wieder. Doch sie kann sich nicht erinnern, wie es dazu kommen konnte. Ben Edwards, ein guter Bekannter Fionas, versucht ihr zu helfen, muss aber gleichzeitig einen Auftrag Cedric Darneys erledigen.

    Ben und Cedric kannte ich bereits aus „Das zerbrochene Fenster“, endlich komme ich dazu, mehr von den beiden zu lesen. Die Protagonistinnen sind beide recht eigenwillige Persönlichkeiten, die auch psychische Probleme haben. Als Leser kommt man ihnen nicht unbedingt nahe, aber man kann die meisten ihrer Emotionen nachvollziehen. Mir tat allerdings auch das kleine Mädchen leid, das an einer der schlimmsten Krankheiten leidet, die ich mir für ein Kind vorstellen kann. Ben kann man als dritten Protagonisten betrachten, auch er handelt nicht immer so, wie man es sich wünschen würde, aber er ist mir der sympathischste von den Dreien. Leider hat Cedric hier nur eine Nebenrolle inne. Die Charakterzeichnungen der Autorin gefallen mir, bis in die Nebenrollen gut, auch wenn jeder einzelne seine Macken hat.

    Mir hat die Erzählweise gut gefallen, nicht nur, dass es verschiedene Perspektiven gibt, die Autorin arbeitet auch mit unterschiedlichen Schriftarten, die die unterschiedlichen Zeitstränge voneinander abgrenzen, zudem gibt es handschriftliche Briefe und Notizen, die die Erzählung auflockern und authentisch wirken lassen.

    Als Leser hat man – schon der Klappentext trug bei mir dazu bei – schnell eine Ahnung, wie die verschiedenen Handlungsstränge zusammengehören. Ob zu recht oder nicht, verrate ich hier natürlich nicht. Was sich letztlich abgespielt hat, erfährt man erst gegen Ende, dort gibt es auch einen recht überraschenden Twist.

    Mir hat „Das alte Kind“ gut gefallen, ich finde die Thematik sehr interessant und gut umgesetzt, der Roman, der Begriff „Thriller“ trifft es nicht wirklich, ist durchaus spannend und ich wollte immer wissen, wie es weiter geht. Manchmal wäre ich gerne tiefer in die Gedankenwelt der Charaktere eingestiegen, vor allem bei Morag, Fionas Mitbewohnerin. 4 Sterne und eine Leseempfehlung für Genrefans.

  17. Cover des Buches Küss mich zum letzten Mal (ISBN: B0124R9B1A)
    Charlotte Cole

    Küss mich zum letzten Mal

     (27)
    Aktuelle Rezension von: peedee
    Küss mich (Finley Meadows), Band 2 (Kurzgeschichte): In den 1970er Jahren ist Adele zwanzig Jahre alt und sollte gemäss ihrem Vater endlich heiraten, damit ein Mann auf den Hof kommt und mithelfen kann. Da trifft sie die Liebe ihres Lebens: Rouven, ein Geiger, der am Beginn einer grossen Karriere steht. Sie planen ihre Zukunft, doch ihr Vater verbietet eine Heirat. Unerwartete Dinge zwingen sie zur schwersten Entscheidung ihres Lebens…

    Erster Eindruck: Im oberen Teil des Covers ein Pärchen, in der Mitte der Buchtitel und im unteren Teil ein schönes Herrenhaus an einem kleinen See mit einem Ruderboot – sehr schön.

    Adele will die Männer, die ihr Vater für sie ausgesucht hat, nicht. Sie hat Träume und möchte diese verwirklichen, wie z.B. Literatur studieren. Dann trifft sie Rouven und ist glücklich, wie nie. Umso schmerzhafter dann ihre Entscheidung am Ende des Sommers. Wirklich berührend…

    Ich frage mich immer, wieso eine Kurzgeschichte? Kaum habe ich mich lesetechnisch „aufgewärmt“, ist die Geschichte auch schon ausgelesen. Da mir der erste Band der der Küss-mich-Reihe (Finley Meadows) so gut gefallen hat, nehme ich nun eben auch die Kurzgeschichte mit. Aus meiner Sicht hätte man diese Vorgeschichte, die ja Jahrzehnte vor dem ersten Band passiert ist, sehr gut in den Band 3, wo es wiederum um Adele geht, integrieren können.

    Zu einer Kurzgeschichte gibt es von mir auch nur eine kurze Rezension, denn sonst verrate ich zu viel von der Geschichte um Liebe, Pflichtgefühl und Traumerfüllung – 3 Sterne.
  18. Cover des Buches Die verlorene Ehre der Katharina Blum (ISBN: 9783462031454)
    Heinrich Böll

    Die verlorene Ehre der Katharina Blum

     (820)
    Aktuelle Rezension von: Paperboat

    Ich schreibe wahrscheinlich nichts neues, wenn ich über die verlorene Ehre der Katharina Blum berichte, es ist schließlich Heinrich Bölls bekanntestes Werk.

    Der Einstieg in die Lektüre fiel mir nicht leicht. Man wird direkt mit reichlich Namen bombardiert in einem literarischen Szenario, das an Prozessakten erinnert. Abschnittweise wird die Vernehmung der Katharina Blum nacherzählt, die einem flüchtigen Verbrecher Hilfe geleistet hat dem Zugriff der Polizei zu entkommen. Den Mann lernte sie auf einer Feier kennen, nahm ihn mit nach Hause und verliebte sich Hals über Kopf nach einer gemeinsamen Nacht in ihn. Die Loyalität zu ihm zu halten ungeachtet des Verbrechens, das er begangen haben mag, wird ihr zum Verhängnis, als ein sensationsheischendes Tageblatt (im Buch nur die „ZEITUNG“ genannt) ihren Anteil an der Flucht nicht nur veröffentlicht, sondern ihr Privatleben auf eine pervers tatsachenverdrehende Weise ausschlachtet. Aus einer unbescholtenen, unscheinbaren Bürgerin wird dann eine Täterin, als ihr Hass auf den Verantwortlichen der verdrehten Berichterstattung sie dazu treibt den Journalisten der ZEITUNG zu töten.

    Interessant ist wie wenig sich an manchen Methoden seit 1974 geändert hat, als Böll das Buch veröffentlichte. Sein in „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ verarbeitetes Thema ist in einer Zeit, in welcher der Begriff „Fake News“ entstanden ist, aktueller denn je.
    Ein wirklich gutes Buch trotz des gewöhnungsbedürftigen Anfangs!

  19. Cover des Buches Rheinblick (ISBN: 9783548062495)
    Brigitte Glaser

    Rheinblick

     (92)
    Aktuelle Rezension von: Ingrids_Blog

    „Rheinblick“ spielt vom 18. November bis 4. Dezember 1972 und behandelt die Zeit der Wahl Willy Brandts und seinem anschließenden Krankenhausaufenthalt.


    Abwechselnd erleben wir diese Zeit aus der Sicht von vier Protagonisten: Sonja, die Logopädin, aufgewachsen mit einem prügelnden Vater, die Willy Brandts Stimme retten soll; Hilde, die verwitwete Wirtin des Rheinblicks, die versucht sich aus der Politik herauszuhalten, aber vor Jahren einen Fehltritt beging, Max, ein Student und stetig abgebrannter Taxifahrer mit einer Vorliebe für hübsche Frauen und Lotti, eine kesse Journalistin aus Kehl, die für ihr Heimatblatt nach Bonn geschickt wurde. 


    Schnell wird man in das Bonn der 70er Jahre katapultiert. Die Atmosphäre ist dicht und bildhaft verwoben, mir sogar an manchen Stellen etwas zu viel des Guten. Die meisten Leser*innen werden wohl nicht diese Zeit im Rheinland miterlebt haben. Insofern werden ihnen die vielen erwähnten Musiktitel, Filme, Werbungen nicht viel sagen. Hier wäre weniger mehr gewesen.


    Das Thema hat mich sehr interessiert. Man merkt die akribische Recherche dem Buch an jedem Satz an. Die politischen Ränkespiele werden den Leser*innen durch die Perspektive der Protagonisten nährgebracht. Das Polittheater bildet den Hintergrund der Geschichte. Im Vordergrund stehen die Probleme der oben genannten Figuren.


    An sich ist das nicht schlecht, jede von ihnen hat ihr Scherflein zu tragen. Allerdings konnte mich die Umsetzung bei vier unterschiedlichen Handlungssträngen nicht überzeugen. Die Perspektivwechsel kommen schnell hintereinander, manchmal gerade mal 1-2 Seiten. Kaum glaubte ich, der Figur näher zu kommen, erfolgte der nächste Handlungsstrang. Die kurzen Abschnitte glichen für mich eher einem Blitzlichtgewitter, sodass ich in der Mitte des Buches zu einer ungewöhnlichen Maßnahme griff: Ich las die Handlungsstränge der Protagonisten nacheinander.


    Das erlaubte mir, die Zeit über bei einer Figur zu bleiben und riss mich nicht immer wieder von ihrer Seite fort. Und da vieles nur angerissen und anschließend in Rückblenden erzählt wird, fiel es mir leichter, dem Plot zu folgen. Besonders die lebenslustige Lotti hat es mir angetan. Die anderen hätte ich gerne ab und an mal geschüttelt.


    Der Schreibstil hat mir gut gefallen, auch wenn sehr viel beschrieben und Handlungen über die Gedanken der Figur mitgeteilt werden, wo ich lieber direkt dabei gewesen wäre.  Aber das ist bestimmt den schnellen Wechseln zwischen den Strängen geschuldet. So wurden interessante Dialoge bestenfalls angerissen werden und teils abrupt beendet, dafür Beschreibungen wesentlich mehr Raum gegeben.  

    Insgesamt eine schöne Idee, deren Umsetzung mir jedoch einige Schwierigkeiten bereitete, deshalb 3,5 Sterne.

  20. Cover des Buches Die schönsten Mädchen der Welt (ISBN: 9783867890403)
    Max Wiener

    Die schönsten Mädchen der Welt

     (0)
    Noch keine Rezension vorhanden
  21. Cover des Buches Rechne immer mit dem Schlimmsten (ISBN: 9783959670869)
    Petteri Nuottimäki

    Rechne immer mit dem Schlimmsten

     (36)
    Aktuelle Rezension von: killmonotony

    „Rechne immer mit dem Schlimmsten“ von Petteri Nuottimäki erzählt die Familiengeschichte der Aaltos, die sich, nur um nicht ganz oben im Telefonbuch zu stehen, in „Alto“ umbenennen lassen haben. So skurril das klingt, umso skurriler ist die ganze Familienbande. Dieses Buch beschreibt das Leben Mattis, seine Zeit während des Krieges, seine Beziehung zu seiner Frau und letztendlich auch das Leben seiner Kinder. Von klein auf begleitet man die drei, der vierte kam schon als kleines Kind beim Spielen mit einer Granate ums Leben. Doch so sehr Matti sich für die Erziehung der Kinder eingesetzt und sich bemüht hat, diese zu ehrgeizigen Personen zu erziehen, scheint doch alles aus dem Ruder zu laufen: Raimo häuft Spielschulden an, Elina umgibt sich immer noch mit den falschen Jungs und Antti… nun, der Jüngste der Baggage, Antti, zeigt überhaupt kein Talent für irgendetwas. Doch einem dieser Nichtsnutze muss Matti sein Unternehmen vererben, in das er ein Leben lang sein Herzblut gesteckt hat; besonders jetzt, wo er krank ist, muss jemand den Laden übernehmen. Doch wie soll er sich zwischen diesen Nieten, die seine Kinder sind, entscheiden, um das Unheil noch gering zu halten?

    „Rechne immer mit dem Schlimmsten“ ist Petteri Nuottimäkis erster Roman. Der gebürtige Finne erzählt mit einer Riesenportion schwarzem Humor die Lebens- und Leidensgeschichte Mattis. Dieser muss nicht nur schauen, dass sein Geschäft gut läuft, sondern auch dafür sorgen, dass aus seinen nicht gerade ehrgeizigen Kindern noch etwas wird. Und sowieso hat er sie doch anders erzogen, Kämpfer sollten sie sein, die sich gegenseitig übertrumpfen wollen! Doch leider ist dem nicht so. Alle seine Kinder scheinen ihm nur Ärger zu machen. Seitdem einer der Zwillinge, Risto, als kleiner Junge umgekommen ist, ist sowieso alles anders. Ohne es zugeben zu wollen, fühlen Matti sowie Ristos Zwillingsbruder Raimo sich amputiert. Doch für Gefühle ist im Hause Alto keine Zeit: Jedes Jahr zum Geburtstag muss das Geburtstagskind sich vor Mattis Schreibtisch stellen und verkünden, wie seine Zukunftspläne aussehen und was bisher dafür unternommen wurde. Man könnte meinen, dass diese Erziehung zu realistischen Träumen und das ewige „Kleinhalten“ Mattis Kindern nicht gut getan hat. Schließlich ist der Eine eine schlimmere Enttäuschung als der Andere. Als Matti krank wird und sein Unternehmen einem seiner Kinder vermachen muss, greift er daher zu einem ausgeklügelten Plan: Jedem seiner Kinder stehen 100.000 Kronen zu, und jeder darf damit machen, was er will. Der, der aus seinem Geld jedoch das Beste macht und echten Unternehmergeist zeigt, soll Mattis Unternehmen erben. Gesagt, getan. Es beginnt das Chaos, wenn Raimo, Elina und Antti losziehen, um etwas auf die Beine zu stellen, das ihren alten Herrn überzeugen wird…

    Matti war es gar nicht wichtig, dass die Kinder viel Geld verdienen oder berühmt werden sollten. Er wollte ihnen nur helfen, in einer harten, unbegreiflichen Welt zurechtzukommen. Er wollte sie nicht zu Menschen erziehen, die am Ende unter die Räder kamen und zurückbleiben mussten.

    Die vollständige Rezension findet ihr auf meinem Blog: http://killmonotony.wordpress.com

  22. Cover des Buches Alles über Lulu (ISBN: 9783462044911)
    Jonathan Evison

    Alles über Lulu

     (59)
    Aktuelle Rezension von: BluevanMeer

    „Manchmal fällt der Apfel eben weit vom Stamm, und gelegentlich rollt er dann den Berg runter und in den Bach, und bisweilen wird er sogar stromabwärts gespült oder gerät in einen Strudel.“ (S.9)

    Im Leben von Familie Miller gibt es zwei wichtige Konstanten: Fleisch essen und Bodybuilding. Big Bill, das Oberhaupt der Familie, will endlich wieder als Mr. Olympia auf dem Treppchen stehen, wie damals neben Arnie, und die eher unterbelichteten  Zwillingsbrüder Doug und Ross schließen sich dem Training an. Nur Will will nicht. Er ist kurzsichtig, schmächtig und nach dem Tod seiner Mutter einfach nicht weiter gewachsen. Anders als der Trommler Oskar, der mit einer ähnlichen Größe gesegnet ist, ist Will eine sehr zurückhaltende Persönlichkeit. Will ist ein kleiner um sich selbst kreisender Brokkoli-Planet in einem riesigen Hackuniversum. Zu allem Überfluss hat der kleine Junge sich auch noch für eine vegetarische Lebensweise entschieden und das kann seine Familie gar nicht nachvollziehen. Big Bill ist wie eine saftige Lammkeule, während Will sich jeden Tag wie "Kartoffelbrei aus der Tüte" (S.19) fühlt. Auf seine Brüder kann er nicht zählen, die Zwillinge haben schon als Babys eher an Hotdogs als an Schnullern genuckelt. Will ist traurig und sehr alleine. Doch dann lernt Big Bill eine neue Frau kennen. Ausgerechnet seine Psychotherapeutin. Willow bringt nicht nur jeden Tag eine vegetarische Alternative auf den Tisch, sondern auch ihre Tochter mit in die Familie. Als Lulu bei den Millers einzieht, geht für Will die Sonne auf. Und er wächst wieder.


    "Und je näher ich ihr war, desto sicherer spürte ich, dass sie der einzige Mensch war, der mir jemals etwas bedeutete. Lulu war ein ganzes Volk. Man konnte Adjektive aneinander reihen wie Gänseblümchen zu einer Kette und Lulu trotzdem nicht beschreiben. Mit Verben kam man ihr schon näher: gleiten, rasen, sich sehnen, lachen, träumen, küssen. Aber Metaphern trafen sie am besten: Lulu war eine weißherzige Sterneruption, eine silbern brandende Welle. Lulu war das Knistern von Elektrizität." (S. 30)

    Mit zehn Jahren, fast ein halbes Jahr nachdem Lulu und Willow bei den Millers eingezogen sind, beginnt Will ein Schreibprojekt. Er ist ein Dichter und er zaubert Wörter aufs Papier. Es geht um Lulu, seitenlang. Was Lulu anzieht, wie sie riecht, worüber sie lacht. Das Buch Lulu wird Teil von Wills persönlicher Bibel. Es wird jeden Tag ein bisschen dicker und  jeden Tag verliebt sich Will ein bisschen mehr. Lulu und Will haben eine eigene Sprache. Sie kommunizieren mit Kumulus-Wolken und Zaubersprüchen, in ihrer Sprache gibt es 18 unterschiedliche Wörter für die Zahl zwei (angefangen bei der Bezeichnung "es"/"it", die nur die Gemeinschaft der Zwillinge beschreiben kann) und Will liebt Lulus gelbe Socken. Will möchte keine eigenen Abenteuer - er will jede Minute mit Lulu verbringen. Für immer.

    Es hätte alles so schon sein können. Doch ein Sommer wird das Leben der Familie Miller für immer verändern. Lulu ist im zweiten Highschool-Jahr und fährt auf ein Cheerleading-Camp nach Vermont. Will zählt sehnsüchtig die Tage bis sie zurückkommt. Doch als sie endlich wieder da ist, hat sich alles verändert. Will wird von Lulu zurückgewiesen. Lulu hat an nichts mehr Interesse, sie zieht sich zurück, sie wird schweigsam und die Familie schaut hilflos zu.

    Doch nicht nur Lulu ändert sich. Das gesamte Familiensystem Miller hat auf einmal Schlagseite bekommen. Ross beschließt nicht mehr mit Big Bill und Doug zu trainieren. Die Zwillingsbrüder, die Will sein Leben lang als animalische Einheit wahrgenommen hat, die nur nach einem Reiz-Reaktions-Muster funktioniert, gehören auf einmal nicht mehr zusammen. Ross fängt nicht nur an Nelkenzigaretten zu rauchen und Duran Duran zu hören, er lässt sich seine Haare lang wachsen und nennt sich auf einmal Alistaire. Doug trainiert weiter als wäre nichts gewesen und Will führt sein Buch Lulu weiter. Reden war noch nie eine große Stärke der Millers. Dass durch diese Konstruktion auch ein Familiengeheimnis verborgen bleibt, macht die tragische Wendung des Romans aus.

    Als Lulu durch Zufall Wills Tagebuch entdeckt, nimmt das Unglück seinen Lauf. Lulu beginnt sich offensichtlich selbst zu verletzen und niemand kann ihr helfen. Will fängt einen Job bei Big Fat Burgers an und studiert neben her Meeresökonomie und Philosophie. Er schreibt Essays zu Hume, Kierkegaard und Descartes und auch immer wieder verzweifelte Briefe an Lulu, die mittlerweile ihr Studium abgebrochen hat.

    Doch es bleibt nicht bei den Briefen. Will mischt sich immer wieder in Lulus Leben ein. Er versucht ihre Freunde kennenzulernen und es ist klar, dass niemand gut genug für sie sein kann. Stattdessen glauben die armen Typen noch, dass Will ihnen helfen möchte, diese komplizierte Frau besser zu verstehen. Dabei liebt Will Lulu, mehr als alle anderen. Nebenher gelingt es ihm endlich beim Radio zu arbeiten, ein langgehegter Traum. Gleichzeitig gibt es aber noch die Alternative sich mit dem Imbissgeschäft Hotdog Heaven selbstständig zu machen. Wie immer versucht Will alles gleichzeitig und nichts funktioniert so richtig. Kein Wunder, denn sein Leben kreist nur um Lulu und alles andere spielt doch sowieso keine große Rolle. Als er endlich "Alles" über Lulu erfährt, bricht für ihn eine Welt zusammen, denn die Erleuchtung ist schmerzhaft.

    Alles über Lulu ist ein gelungener Roman, voll skurriler aber auch authentischer Figuren. Wills Abhängigkeit von Lulu wandelt sich bis zur Obsession und wirkt manchmal direkt bedrohlich. Gleichzeitig schreibt Evison wunderbar lakonisch über diese merkwürdige Familie und diese große Liebe und Wills Versuche auf eigenen Beinen zu stehen ohne sich an Lulu auszurichten. Aber das gelingt ihm nicht. Immer wieder Lulu und immer wieder eine Rückkehr zur Familie. Dabei ist Lulu selbst mit einem tragischen Geheimnis beschäftigt, das sie Will einfach nicht anvertrauen kann.

    Es geht um Liebeskummer, Schmerz, Melancholie, undurchschaubare Tragödien, Fehler der eigenen Eltern und Ch-ch-ch-changes. Alles über Lulu ist eine Familien-, Liebes- und Entwicklungsgeschichte, die mich begeistern konnte.


    Søren (im Gegensatz zu der seines Angstgegners Hegel) darauf hinausläuft, dass das, was wir Objektivität nennen, gar nicht objektiv, sondern völlig subjektiv ist. Das stimmt mit seiner Überzeugung überein, dass der Mensch die Verantwortung für seine existentiellen Entscheidungen übernehmen muss. Der Mensch muss die Triebkraft seiner Existenz in Frage stellen. Zweifel, so Kierkegaard, sei ein fundamentaler Grundsatz von Glaube. Ohne Zweifel gäbe es vermutlich keine Erleuchtung.

    (aus Kierkegaard: Mal siehst du ihn, mal nicht von Will Miller, S. 233)
  23. Cover des Buches So zärtlich war das Ruhrgebiet (ISBN: 9783944035536)
    Laabs Kowalski

    So zärtlich war das Ruhrgebiet

     (10)
    Aktuelle Rezension von: berka

    Ein Ruhrgebietsroman der auch anderswo spielen könnte, und damit überall lesbar ist. Im Mittelpunkt stehen mehr die 70er, besonders die Musik und das Fernsehen.
    Vor diesem Hintergrund erzählt Laabs Kowalski die Geschichte seiner Jugend, vorwiegend seiner Familie.
    Und die hatte ihre Macken! Es wird ständig gezockt und geprügelt, und auch die Tierliebe der Mutter führt zu einigen Auswüchsen (armes Meerschweinchen). Das ist (hoffentlich!) überzeichnet aber meist unterhaltsam zu lesen.
    Skurrile Geschichten, z. B. wenn Laabs in der Schule mit Seiten aus Sexheften dealt oder sich die Schuhe mit seiner Mutter teilen muss. Vieles habe ich wiedererkannt, etwa das Schrankbett, die Toilette im Treppenhaus oder die Auto-Quartetts.
    Für Dortmunder ist es wegen der örtlichen Bezüge und Namen sicher besonders interessant, aber auch für alle die in den 70ern groß wurden oder etwas über die Zeit erfahren wollen.
    Sehr revierspezifisch ist die Handlung nicht.
    Vielleicht liegt es ja auch daran dass das Revier in jenen Jahren seine industriell geprägte Identität verlor, der Strukturwandel aber noch nicht begonnen hatte.
    Auf eine mögliche Verfilmung bin ich auch gespannt.
    Der Autor war im Zusammenhang mit der Veröffentlichung des Buches einige Male in Radio und TV zu hören/sehen und kam erfreulich normal 'rüber, wie jemand mit dem man gern mal ein Bier trinken würde. Oder 2. 
  24. Cover des Buches Die Musik der Wale (ISBN: 9783548605944)
    Wally Lamb

    Die Musik der Wale

     (218)
    Aktuelle Rezension von: katermurr
    Ich hab das Buch vor ca 2 Jahren gelesen und kann mich nur an ganz wenige Details erinnern (das ist bei mir normal). Auf jeden Fall aber erinnere ich, dass ich das Buch wirklich lesenswert fand und es weiterempfehle an Leute, die gerne mäßig spannende, aber kurzweilig und lebensnah geschriebene Romane "wie sie das Leben so schreibt" lesen.

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