Bücher mit dem Tag "80er jahre"
96 Bücher
- Stephen King
Es
(2.394)Aktuelle Rezension von: LuliaDie Geschichte spielt in der amerikanischen Ostküstenstadt Derry im Staate Maine, wo in regelmäßigen Abständen ein Wesen erwacht und daraufhin Menschen verschwinden. Das Wesen ernährt sich von Angst und nimmt bevorzugt die Gestalt des Clowns Pennywise an. Eine Gruppe befreundeter Kinder, unter denen ein Junge seinen kleinen Bruder durch das Wesen verloren hat, stellen sich diesem Grauen, besiegen es scheinbar und werden Jahrzehnte später erneut nach Derry gerufen, als das Monster zurückkehrt. Die größtenteils realitätsnahe Handlung ist vom subtilen Grusel durchzogen und fokussiert sich vor allem auf die Dynamik innerhalb der Freunde.
Bei den Protagonisten steht der Anführer des Clubs der Verlierer Bill im Vordergrund der Geschichte, der durch den Verlust seines kleinen Bruders durch das Wesen angetrieben wird. Die anderen Freunde fügen sich mit ihren individuellen Eigenschaften zu einem harmonischen Ganzen zusammen, was für eine angenehme Dynamik innerhalb der Handlung sorgt.
Wer atmosphärische Gänsehautgeschichten mit psychologischer Tiefe mag, wird hier fündig.
Der Schreibstil ist flüssig detailreich, atmosphärisch und unterstützt den Lesefluss sehr gut.
Einziger Minuspunkt: Einige Stellen der Handlung, vor allem den Kampf gegen Pennywise betreffend, sind zu abstrakt und nicht immer nachvollziehbar, was den Lesespaß mindert.
Insgesamt kann ich das Buch empfehlen. - Stephen King
Friedhof der Kuscheltiere
(2.014)Aktuelle Rezension von: KeyofbooksHabe das Buch schon Mal als Jugendliche gelesen, das war also ein schöner ReRead. Hat mich daran erinnert, warum ich Stephen King's Werke schon immer faszinierend fand. Die Story zieht sich langsam, man bekommt sehr viel von dem gewöhnlichen amerikanischen Leben der '80- er Jahren mit. Lediglich gegen das Ende fängt das gruselige erst an und steigert sich rasant in die Höhe. Zwar weiß man schon worauf es hinausläuft, trotzdem ist die Spannung gut gehalten. Passt am besten in die Zeit vor Haloween.
- Bonnie Garmus
Eine Frage der Chemie (Schmuckausgabe)
(772)Aktuelle Rezension von: Books_of_sanEin interessantes Buch über eine Frau mit außergewöhnlich starker Persönlichkeit und die ungerechte Behandlung der Frauen in den 50er und 60er Jahren. Schade, dass bei den gesellschaftlichen Problemen zwar immer wieder das Thema Glauben thematisiert wurde, die Sympathie Elizabeth' mit Rosa Parks aber nur einmal kurz angebracht wurde, obwohl das Civil Rights Movement so entscheidend für die Epoche war und viele Parallelen zum Hauptthema des Buches hat.
Tragend im Verlauf der Geschichte war die Liebe zwischen Elizabeth Zott und Calvin Evans und eine Menge Tragödien in beider Leben. Ein bisschen viel Drama auf einmal. Gerade Elizabeth' Familiengeschichte wirkt als wollte man möglichst viele Schicksalsschläge und Themen auf einmal im Buch unterbringen.
Alles in allem ein Buch, dass durch große Wortgewandtheit und Recherche im Bereich der Chemie glänzt und durch die Skurrilität der Charaktere von Elizabeth, Calvin und Mad auffällt. Der Schreibstil und die Dramen ziehen einen förmlich durch das Buch, aber alles ist sehr zugespitzt. Für mich ab einem gewissen Punkt leider zu viel des Guten. Und der Hund war zuckersüß und seine Sichtweise sicher unterhaltsam, wirkte für mich aber sehr deplatziert in diesem übermäßig ernsthaften Setting.
- Benedict Wells
Hard Land
(664)Aktuelle Rezension von: Hekabe-PolyxenaHard Land von Benedikt Wells ist im Diogenes Verlag erschienen und hat 2022 den Preis der Jugendjury des Deutschen Jugendbuchpreises erhalten. Dass es keine Erwachsenenliteratur ist, sieht man dem Cover jedoch nicht unmittelbar an.
Die Geschichte dreht sich um Samuel, einen schüchternen Jungen, der in der Schule nicht sehr beliebt ist und gemobbt wird und durch einen Ferienjob in einem Programmkino Anschluß an eine Gruppe (man sollte wohl Clique sagen wenn man dieses Wort mag) älterer Jugendlicher findet, deren Freundschaft ihm hilft den Tod seiner Mutter, die im Buch an einem Gehirntumor stirbt, zu überstehen.
Ich glaube, das zentrale Problem liegt bei mir. Vielleicht sollte ich als alte Säckin endlich aufhören Jugendbücher zu lesen :-]. Ich stoße dabei halt immer wieder auf die gleichen strukturellen Probleme, viele klischeehafte, stereotype Nebencharakteren ohne Tiefe (die rebellische hübsche Teenagerin, der schwule beste Freund, der Sportler, der hinter der Fassade mit familiären Problemen kämpft) und ein Außenseiterjunge, der Freunde findet als Plot, das kommt gefühlt inzwischen in jedem zweiten besseren Jugendroman vor. Das ist nett zu lesen und führt mich natürlich zurück in die Tage meiner Schulzeit, aber irgendwie hat man das alles schon irgendwo früher in ähnlicher Form rezipiert.
Wirklich interessant finde ich die Schilderung wie Samuel mit der schweren Erkrankung seiner Mutter umgeht. Das Nicht-Wahrhaben-Wollen, dass eine gewohnte Realität tatsächlich enden kann und dass Sein plötzlich übergangslos im Nichtsein endet und dass es zwischen beiden Zuständen keine Brücke gibt wird sehr packend geschildert und man kann sich in Samuels Gefühlswelt hineinversetzen. Auch dass der Sog der Pubertät ihn trotz der Zuneigung zu seiner Mutter aus dem Elternhaus in die Peergroup hinauszieht und sein Schmerz und schlechtes Gewissen darüber sind literarisch wirklich gut und authentisch verarbeitet.
Viele Dinge erschließen sich mir jedoch nicht. Ich bin 15 Jahre älter als der Autor und habe das Highschooljahr `78/`88 tatsächlich an der pazifischen Nordwestküste der USA verbracht. Ohne es konkret benennen zu können bleibt mir die Beschreibung des amerikanischen Jugend-Lebensgefühls der 80er Jahre zu kraft- und saftlos. Ich kann die Notwendigkeit nicht erkennen, warum die Geschichte nicht an einem Ort spielt zu dem der Author einen besseren Bezug hat.Wie schon erwähnt ist besonders die Figur des Cameron viel zu blass gezeichnet. Als schwuler Jugendlicher in einer amerikanischen Kleinstadt des Biblebelt in den 80ern aufzuwachsen war deutlich schmerzhafter wenn es einem nicht gelang, die sexuelle Orientierung wirklich gut zu verstecken. Das Deus Ex Machina Motiv, dass Cameron dann noch wundersamerweise über einen schwerreichen Vater verfügt, der ihm mehr oder weniger ermöglicht die ökonomisch sterbende Kleinstadt Grady zu retten, ist auch nicht gerade ein Meisterkunstgriff.
Und bei aller Liebe, das oft zitierte und als roter Faden durch die Handlung führende epische Gedicht Hard Land ist grauenhaft schlecht. Benedict Wells ist kein Homer und kein Coleridge und sollte sich diesen Schuh auch nicht anziehen.
Ich könnte noch einiges mehr hinzufügen aber letztendlich ist meine zusammenfassende Meinung über das Buch (aus Erwachsenenliteratursicht): gut erzählter und interessanter Hauptplot mit deutlichen handwerklichen Nachlässigkeiten in der Rahmenhandlung.
- Rainbow Rowell
Eleanor & Park
(1.181)Aktuelle Rezension von: bibliophilaraMit ein bisschen Verspätung ist endlich der Frühling auch meteorologisch bei uns angekommen, und das heißt auch immer: Zeit für Frühlingsgefühle! Deswegen hatte ich Lust auf eine luftig-leichte Liebesgeschichte. Vor einigen Jahren habe ich in meiner Lieblingsbuchhandlung einen Jugendroman gekauft, der genau das bietet, wonach ich gerade gesucht habe. „Eleanor & Park“ ist der Debütroman von Rainbow Rowell aus dem Jahr 2015, der schnell Erfolge verbuchen konnte. 2016 wurde das Buch für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert, und auch der Gott der Jugendliteratur selbst, John Green, äußerte sich in so hohen Tönen über „Eleanor & Park“, dass diese prompt auf das Cover gedruckt wurden: „Dieser großartige Roman erinnert mich nicht nur daran, wie es ist, jung und verliebt in ein Mädchen zu sein, sondern auch daran, wie es ist, jung und verliebt in ein Buch zu sein.“ Eine Lobeshymne von John Green ist quasi ein Ritterschlag. Inzwischen wird Rainbow Rowell aber auch oft mit Green in einem Atemzug genannt, und ist häufig die empfohlene Alternative für jene, die die überschaubaren Werke von Green schon kennen und lieben.
Der 16-jährige Park Sheridan lebt im Jahr 1986 mit seinem US-amerikanischen Vater, seiner koreanischen Mutter und seinem jüngeren Bruder Josh in Omaha im US-amerikanischen Bundesstaat Nebraska. Er fährt mit dem Schulbus zur Schule, wo Jeder seinen festen Sitzplatz hat. Der Platz neben ihm war bisher frei, worüber er ganz froh war. Nun gibt es jedoch ein neues Mädchen in seinem Jahrgang, das gezwungenermaßen den freien Platz einnimmt. Dass das der Beginn einer Liebesgeschichte ist, kann sich Park beim besten Willen nicht vorstellen.
Nachdem die gleichaltrige Eleanor Douglas nach einem Jahr Reißaus wieder in die prekären Verhältnisse ihres Elternhauses zurückkehrt, muss sie dadurch auch die Schule wechseln. Schon am ersten Schultag bekommt sie die Ablehnung ihrer Mitschüler deutlich zu spüren und landet notgedrungen neben einem kleinen, schmächtigen Jungen im Schulbus. Dass dieser Junge Park heißt und dass die Beiden mehr gemeinsam haben, als sie denkt, ahnt auch sie noch nicht.„Er versuchte nicht mehr, sie zurückzuholen.“, ist der erste Satz des Prologs, welcher ein klassisches Beispiel für eine epische Vorausdeutung ist, also hier am Anfang des Romans steht, aber eine Vorwegnahme des Ausgangs der Geschichte ist. Mit insgesamt annähernd 450 Seiten und 58 Kapiteln sind letztere recht kurz gehalten. Park und Eleanor wechseln sich als personale Erzähler im Präteritum ab, manchmal auch innerhalb der Kapitel. Der Handlungszeitraum beginnt im August 1986 und spielt etwa bis zum Ende des Schuljahres 1987.
Als Erstes lernt der Leser den männlichen Protagonisten Park Sheridan kennen. Er ist ein verhältnismäßig kleiner, schlanker Junge mit grünen Augen, den seine Mitschüler aufgrund seiner koreanischen Mutter als Asiaten bezeichnen. Gelegentlich hat er mit Rassismus zu tun, so wird seine Mutter von einem Schüler fälschlicherweise als Chinesin bezeichnet oder es wird ihm nachgesagt aus dem Dschungel zu kommen, weil die Szenerie in einem Film über den Vietnamkrieg im Dschungel spielte. Sogar Parks Bruder Josh ist inzwischen größer als er, weshalb er Schwierigkeiten hat, gegen ihn im Taekwondo anzukommen. Auch in der Schule gegen den Rüpel Steve hat Park es deshalb nicht leicht, weshalb er eher ein zurückhaltender und schüchterner Schüler ist, der gerne Musik hört oder mit seinem Freund Cal abhängt.
Eleanor Douglas hat dagegen einen ganz anderen Hintergrund. Sie lebt seit Kurzem wieder bei ihrer Mutter, ihrem Stiefvater und ihren vier jüngeren Geschwistern, beziehungsweise Halbgeschwistern, in einem sehr kleinen Haus, sodass sie sich ihr Zimmer mit all ihren Geschwistern teilen muss. Das Zimmer ist klein und so beengt, dass nicht einmal jeder ein Bett für sich alleine hat. Das einzige Badezimmer hat keine Tür, weshalb ein behelfsmäßiges Laken über den Türrahmen gespannt wurde. Eleanors Verhältnis zu ihrem Stiefvater ist sehr schlecht, da dieser aggressiv und gewalttätig ist. Eleanor hat dunkelbraune Augen, einen roten Lockenschopf und Sommersprossen. Sie ist ein durchschnittlich großes, aber pummeliges Mädchen, das aufgrund der finanziellen Not ihrer Familie kaum Kleidung besitzt. Mit zu großen Hemden, geflickten oder löchrigen Hosen oder einer Krawatte, mit der sie sich die Haare zusammen bindet, fällt sie unfreiwilligerweise auf wie ein bunter Hund. Als 16-Jährige ist sie gerade mitten in der Pubertät, hat aber zuhause keinerlei Rückzugsorte oder Möglichkeiten zur Persönlichkeitsentfaltung. In der Schule ist sie den Schikanen ihrer Mitschülerinnen ausgeliefert. Kurzum, Eleanor ist eine bemitleidenswerte Figur. Dennoch fiel es mir zwischendurch schwer, mit ihr zu sympathisieren. Vermutlich aufgrund ihrer sozialen Herkunft igelt sie sich stark ein und wirkt gerade auf Unbekannte abweisend und widersprüchlich. Dies ist zwar der Tatsache verschuldet, dass sie auf sich alleine gestellt ist und kaum Rückhalt aus ihrem familiären Umfeld bekommt, es macht sie jedoch auch zu einem zwiespältigen Charakter.
Insgesamt fand ich es großartig, dass Rowell versucht neben der ersten großen Liebe auch noch ernste Themen wie Armut, Alkoholismus, Rassismus, häusliche Gewalt und Mobbing unterzubringen. Allgemein gelingt dies auch sehr gut, allerdings gibt es gerade in puncto Armut einen Aspekt, den ich Rowell nicht abkaufen kann. Dass Eleanor mit erschreckender Mittellosigkeit groß wird, wird regelmäßig deutlich. Sie besitzt keine Jacke und das Essen, das ihre Mutter kocht, besteht häufig aus Resten wie Reis und Ei oder belegtem Toastbrot, während ihr Stiefvater ein Steak aufgetischt bekommt. Im zwölften Kapitel erzählt Eleanor aber, dass es in ihrem Haushalt „kein Telefon, keine Waschmaschine, keine Zahnbürste“ gäbe. Eleanor müsse sich deswegen die Zähne mit Salz schrubben. Aber ganz ehrlich, es kann einfach nicht sein, dass vom Haushaltsgeld eine siebenköpfige Familie plus ein Hund und eine Katze durchgefüttert werden können, wobei der Stiefvater sogar noch sein Steak erhält, während für Zahnbürsten, die schätzungsweise ein Dollar das Stück kosten, kein Geld übrig ist. Vielleicht wollte Rowell auf Teufel komm raus die Armut dieser Menschen darstellen, hat dabei aber den Realitätsbezug verloren. Oder wer auch immer in der Familie Douglas für die Ausgaben verantwortlich ist, kann nicht haushalten, und macht die Familie ärmer als sie ist.
Rowell verwendet eine einfache Sprache, die sich an den Jugendslang anbiedert und nicht vor Umgangssprache wie „Wichser“, „Schlampe“ oder „Arschloch“ zurückschreckt. Gleichzeitig beweist sie aber auch, dass eine schlichte Sprache nicht gleich ein schlichter Stil bedeutet. Der Schreibstil ist zwischendurch humorvoll, aber vor allem die zarten Annäherungsversuche zwischen Eleanor und Park sind zauberhaft fein, kreativ und doch so unverkennbar, dass sich jeder Leser darin wiederfinden kann. Die aufkeimenden Emotionen zwischen den beiden Jugendlichen sind so wunderschön, ohne jemals kitschig oder klischeehaft zu werden. Auch das Tempo ist sehr gut gewählt, sodass sich das Buch angenehm lesen lässt. Dennoch blitzt gelegentlich durch, dass dies Rowells Debütroman ist, da es stilistisch noch nicht ganz ausgefeilt ist und ich leider einen fachlichen Fehler gefunden habe. In Kapitel 42 erzählt Eleanor: „seine Augen waren so grün, dass sie Kohlensäure in Sauerstoff hätten umwandeln können.“ Moment mal, Kohlensäure? Worauf Eleanor hier anspielt, ist höchstwahrscheinlich die Photosynthese, Stichwort „grün“. Dabei wird aber, wie man im Biologieunterricht lernt, Kohlenstoffdioxid (CO2) in Sauerstoff (O2) umgewandelt. Kohlensäure dagegen hat die Summenformel H2CO3 und spielt bei der Photosynthese überhaupt keine Rolle. Vielleicht ist dieser Fehler auch erst bei der Übersetzung entstanden. Jedenfalls ist es schade, dass jemand hier nicht einfach noch einmal nachgeschlagen hat.
Etwas, das quasi die Quintessenz von „Eleanor & Park“ ist, sind die zahllosen subkulturellen Anspielungen an die 1970er und 80er-Jahre. Seien es Comics, Musik, Filme oder gar Literatur und Lyrik. Während der gemeinsamen Busfahrt haben Eleanor und Park fast täglich Zeit sich über gemeinsame Interessen auszutauschen. Viele der Referenzen waren mir bekannt, seien es Bands wie „Joy Division“, „The Beatles“, „U2“ oder Comics wie „Batman“, „Fantastic Four“ oder „Watchmen“. Andere Anspielungen waren mir dagegen gar nicht bekannt, weil ich erstens ein Kind der 1990er bin und zweitens die US-amerikanische Subkultur doch manchmal Unterschiede zu der Mitteleuropas aufweist. So musste ich erst einmal recherchieren, was es mit „XTC“, „Skinny Puppy“ oder „Echo & The Bunnymen“ auf sich hat. Einerseits finde ich es ganz cool, beim Lesen nebenbei noch dazuzulernen, andererseits waren die unbekannten Referenzen manchmal zu viel des Guten, weil ich das Buch immer wieder zur Seite legen musste, um zu recherchieren, damit ich den Hintergrund der Geschichte besser verstehe, auch wenn das den Lesefluss oft unterbrochen hat.
Das Ende ist im Grunde genommen wie das gesamte Buch. Es folgt nicht dem klassischen Handlungsstrang und so wird auch der Abschluss nicht den Erwartungen jener Leser gerecht, die ein 08/15-Ende suchen. Doch gerade wegen seiner Bittersüße hat sich „Eleanor & Park“ einen Platz in meinem Herzen erschlichen.„Eleanor & Park“ von Rainbow Rowell ist eine wirklich liebenswürdige Geschichte über die erste große Liebe zweier 16-Jähriger im Jahr 1986. Sie hebt sich in vielerlei Hinsicht von typischen Liebesromanen für Jugendliche ab und ist eine schöne Frühlingslektüre. Mir wird das Jugendbuch zwar in positiver Erinnerung bleiben, es ist aber nicht ganz makellos. Eleanor ist als Protagonistin manchmal schwierig, der Stil ist noch nicht perfekt und die vielen Referenzen sind für Jugendliche heutzutage wahrscheinlich nicht mehr verständlich. Auch, dass Eleanor anfangs keine Zahnbürste hat, oder der fachliche Fehler bezüglich der Photosynthese, sind relativ kleine Kritikpunkte, die in ihrer Summe aber ins Gewicht fallen. Deshalb kann ich „Eleanor & Park“ aus dem Jahr 2015 nicht mehr als drei von fünf Federn geben. Doch gerade für die Zielgruppe, Jugendliche zwischen 14-18 Jahren, ist dieser Liebesroman aus vielen Gründen empfehlenswert.
- Ewald Arenz
Der große Sommer
(510)Aktuelle Rezension von: Henri3tt3Dieses Buch hat mich sehr an "Mein Sommer mit Anja" von Steffen Schroeder erinnert. Und auch hier hat mich die Rahmenhandlung eher gestört. Aber ansonsten ist das ein ganz berührendes Buch über einen Jugendlichen, seine Familie und seine Freunde, erste Male, Nachmittage im Freibad, die große Sehnsucht, Angst, Übermut, Verantwortung, Hoffnung, den Tod und das Leben. Diese großen Themen werden mit einer beeindruckenden Leichtigkeit erzählt, die immer wieder kippt und sich doch wieder fängt.
- Ernest Cline
Ready Player One
(767)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerReady Player One ist ein rasanter, detailreicher Roman, der vor allem durch seine dichte Welt und die Vielzahl an Popkultur-Referenzen lebt. Die Gamewelt OASIS wirkt lebendig und durchdacht. Die Rätsel, die im Verlauf des Romans eine wichtige Rolle einnehmen, sind klug konstruiert und sorgen dafür, dass man als Leser wirklich mitfiebert. Ich kann mich rühmen, das Buch lange vor der Verfilmung (mehrmals) gelesen zu haben. Besonders überzeugend ist die Entwicklung der Hauptfigur Wade, deren Weg nachvollziehbar erzählt wird und der Geschichte eine emotionale Grundlage gibt. Neben aller Begeisterung für Gaming und Nostalgie schwingt zudem eine leise Kritik am Eskapismus mit, die dem Roman zusätzliche Tiefe verleiht. Die Fülle an Anspielungen auf die 80er-Jahre kann stellenweise sehr präsent sein, gehört aber klar zum Konzept und macht einen großen Teil des Reizes aus. Wer damit groß geworden ist, hat ständig Oha-Erlebnisse.
(Die Verfilmung bleibt im Vergleich zu Roman dazu eher schwach, da liegt der Fokus auf Action und Effekte.)
Fazit: Ein unterhaltsamer und zugleich durchdachter Roman, der weit mehr ist als reine Nostalgie – besonders für Leser mit Interesse an Gaming- und Popkultur ein Muss.
- Petra Hülsmann
Glück ist, wenn man trotzdem liebt
(713)Aktuelle Rezension von: love1988Das Cover ist ein echter Hingucker und spiegelt die Stimmung der Geschichte perfekt wider.
Isabelle erinnert stark an Sheldon: Sie hat feste Rituale und genaue Abläufe, die man besser nicht durcheinanderbringt. Jeder Tag ist klar durchgeplant – bis jemand kommt, der ihr geordnetes Leben durcheinanderwirbelt. Mehr will ich gar nicht verraten.
Die Charaktere sind liebevoll gestaltet und füllen die Geschichte mit Leben. Der humorvolle Schreibstil macht das Lesen zum Vergnügen, sodass man das Buch kaum aus der Hand legen möchte. Auch das Setting passt wunderbar und rundet das Gesamtbild stimmig ab.
Von mir eine klare Leseempfehlung!!!!!
- André Aciman
Call Me by Your Name Ruf mich bei deinem Namen
(272)Aktuelle Rezension von: GingerteabooksElios Eltern haben Oliver eingeladen in ihrem Haus in Italien den Sommer zu verbringen, während er sein Manuskript übersetzt. Zwischen den beiden entsteht eine verbotene Anziehung. Also der Schreibstil war mal was ganz anderes, als ich sonst lese. Er besteht fast nur aus Monologen von Elio, die schon beinahe poetisch aber auch verworren sind, und indirekter Rede. Elio philosophiert und interpretiert sehr viel in einzelne Sätze von Oliver und verbringt teilweise ganze Seiten damit, die genaue Bedeutung der gesprochenen Worte zu erkunden. Das war nicht so richtig meins. Außerdem fand ich jetzt nicht, dass es eine Liebesgeschichte war. Es ging mehr um Lust als Liebe. Außerdem ist Elio sieben Jahre jünger als Oliver und noch minderjährig. Schwierig. Für mich hat es sich mehr gelesen, wie die freie Entfaltung und Auslegung von Elios Bisexualität und den Eindruck, den Oliver auf ihm hinterlassen hat, anstatt der Liebe zwischen den beiden.
- Gudrun Pausewang
Die Wolke
(955)Aktuelle Rezension von: Perse- Details:
Ausgabe: Taschenbuch
Erscheinungsjahr: 1987
Altersempfehlung: ab 12 Jahren
Verlag: Ravensburger
Genre: Jugendliteratur
Seitenanzahl: 223
- Inhalt:
Was niemand wahrhaben wollte, passiert: Deutschland erlebt einen atomaren Unfall. Die 14 Jährige Janna-Berta verliert ihre Familie und ist auf sich allein gestellt.
- Wie das Buch zu mir gefunden hat:
Das Buch hat mich über ein Verschenke - Regal gefunden. Ich habe damals den Film im Schulunterricht gesehen und wollte schon immer das Buch dazu gelesen haben, jetzt habe ich es endlich getan...
- Meinung:
Das Thema dieses Buches ist nicht ohne. Gudrun Pausewang erzählt klar, hart und authentisch. Ich finde, dass einen beim Lesen der harte Realismus dieser Welt trifft. Es ist nicht alles "Friede, Freude, Eierkuchen" in der Welt, in dieser Gesellschaft und Politik.
- Fazit:
Zu Recht den Jugendliteraturpreis 1988 gewonnen. Dieses Werk gehört für mich zur Pflichtlektüre!
- Empfehlung:
Für alle, die qualitativ hochwertige Jugendliteratur suchen und/oder Fans von Gudrun Pausewang sind.
Eine Kauf- und Leseempfehlung von mir!
- Tipp:
Schaut euch den gleichnamigen Film von 2006 an.
- Lieblingszitate:
"Kein Ton von den Herren, die so gerne reden."
Prolog - Seite 7
"Versagen ist menschlich. Mit Versagen nicht zu rechnen, ist verantwortungslos und unmenschlich.''
Prolog - Seite 9
"»Ruhe ist die erste Bürgerpflicht.«"
Kapitel 1 - Seite 23
"»Handeln Sie mit Verantwortungssinn!«"
Kapitel 2 - Seite 33
"Das also würde der neue Unterschied zwischen Arm und Reich sein."
Kapitel 8 - Seite 127
"»Die Leute fangen schon wieder an zu vergessen«,..."
Kapitel 10 - Seite 153
"»Menschen sind zu allem fähig«,..."
Kapitel 10 - Seite 154
- Bov Bjerg
Auerhaus
(363)Aktuelle Rezension von: rkuehneEine schöne und wirklich ganz klassische Coming-of-Age Geschichte. Frieder versucht sich das Leben zu nehmen, scheitert und soll oder will nach dem Klinikaufenthalt nicht mehr alleine wohnen und zieht mit einigen seiner Schulfreunde in ein altes Bauernhaus seines Opas. Das Auerhaus. Grundsätzlich solide Geschichte, auch gut geschrieben, aber der Funke ist zu mir nicht übergesprungen, ich hab kaum Bindung zu den Figuren gewonnen und daher verbleibt es im Mittelmaß.
- Lutz Seiler
Stern 111
(53)Aktuelle Rezension von: Tilman_SchneiderZwei Tage nach dem Mauerfall verkündet das Ehepaar Bischoff ihrem Sohn Carl, dass sie weg gehen. Weg aus ihrem alten Leben, ihrer Heimat und drüben ein neues Leben anfangen wollen. Carl soll zurück bleiben und das Haus hüten und nach dem rechten schauen und sie wollen in Kontakt bleiben. Die Reise der Eltern führt sie durch Auffanglager und verschiedene Arbeite und sie wollen zu ihrem Geheimnis gelangen. Endlich, nach Jahrzehnten! Carl wiederum hat andere Pläne und die Liebe seines Lebens weiß nichts von seinen Gefühlen und vielleicht wird es ja was, oder doch nicht. Er schließt sich einer Gruppe an, die sich verschanzt, selbst befreit und ihren eigenen Weg gehen möchte und auch Carl will selbst laufen lernen, endlich, jetzt. Der Inhalt klingt gut und mit viel Ost Verwandschaft war es für mich auch sehr reizvoll. Lutz Seiler hatte mir in Kruso schon einiges abverlangt und leider, wurde es jetzt auch in Stern111 nicht viel anders. Was aufregend und spannend klingt vom Inhalt her, dass verliert leider viel Blut. Es tröpfelt so dahin und plätschert und ist leider deswegen zum großen Teil bedeutungslos. Die Figur der Mutter gefällt mir da noch am besten und es ist am spannendsten, wie sie im neuen Leben Fuß fassen möchte. Carl ist einfach lahm, sorry, aber ich wollte immer schreien zieh den Stock aus dem Arsch und werde endlich locker. Sprachlich ist das Buch zum Teil echt großartig und begeistert, aber dann reihen sich wieder Metaphern aneinander, die einfach nur Nerven und die Geschichte auch nicht interessanter macht. Literatur ist Gott sei Dank immer Geschmacksache, aber mein Geschmack ist Stern111 leider nicht und die große Überraschung bleibt für mich aus und der ewig lange Epilog ist ein Zeugnis für das Buch, einfach viel zu lang, für so wenig Leben im Buch.
- Daniela Dröscher
Lügen über meine Mutter
(274)Aktuelle Rezension von: TinareszkaLügen über meine Mutter hat mir sehr gut gefallen. Besonders berührt hat mich, wie authentisch die Atmosphäre der achtziger Jahre beschrieben wird. Vieles hat mich an meine eigene Kindheit erinnert. Auch die Familiendynamik kam mir in manchen Momenten sehr vertraut vor. Gerade dadurch wirkte das Buch für mich besonders intensiv und glaubwürdig. Daniela Dröscher schreibt sehr klar und zugleich einfühlsam, sodass sich das Buch sehr gut lesen ließ. Für mich ein beeindruckender Roman, der lange nachwirkt.
- Jonas Winner
Die Party
(280)Aktuelle Rezension von: Julia92Inhalt: Es ist der 31. Oktober - Halloween. Zehn Jugendfreunde freuen sich auf das Wiedersehen. Brandon, der elfte im Bund, hat sie alle in einen Glasbungalow eingeladen, der sich auf einem Felsplateau hoch über dunklen Wäldern erhebt. Auf dieser Party will Brandon die Zeit der achtziger Jahre aufleben lassen - was damit beginnt, dass alle ihre Handys abgeben müssen. Doch als sie begrüßt werden, überschlagen sich die Ereignisse. Aus einem vermeintlichen Schockmoment wird tödlicher Ernst: Ein Kronleuchter löst sich von der Decke und begräbt den Gastgeber unter sich. Ein Unfall. Oder? Unter den Freunden ist ein Killer. Die Party beginnt ...
Meinung: Zu Beginn war ich durch die Idee und vor allem das tolle Cover angefixt. Das sind leider die einzigen positiven Aspekte, die ich erwähnen kann. Bereits bei Kapitel 2 war ich etwas genervt, weil zwischen Präsens und Präteritum gewechselt wurde. Gut, da konnte vielleicht noch ein Grund dahinterstecken. Da aber danach zwischen den Szenen die Zeitformen manchmal variierten, entstanden bei mir Zweifel, ob das Werk gründlich korrigiert wurde.
Die Charaktere sind sehr oberflächlich gezeichnet, jeder könnte mit jedem x-beliebig austauschbar sein. Mit Ausnahme von Brandon. Ashley und Donna verwechselte ich bis zum Schluss, und auch bei Henry und Scott verlor ich oft den Überblick. Kims Beschreibungen zu ihrem dicklichen Äußeren wirkten sehr ungeschickt und zogen ihr Übergewicht dadurch ins Lächerliche. Zu erwähnen ist, dass alle Charaktere zwischen 45 und 50 sind, sich jedoch wie Jugendliche verhalten. Das war sehr mühsam zu lesen. Ich selbst bin Anfang 30 und lege ein reiferes Verhalten an den Tag. Sie scheinen sich in den letzten Jahren nicht weiterentwickelt zu haben. Zumal verhalten sie sich nicht angebracht, wenn jemand von ihnen durch einen gewaltsamen Tod das Leben verliert. Es wird mit Schuldzuweisungen um sich geschmissen, im nächsten Moment an Sex gedacht, sich verbarrikadiert und wild drauf los gefummelt. Einige "Damen" bettelten sogar darum. Ziemlich konfus, das Ganze. Dass daheim der Partner mit den Kindern wartet, ist anscheinend egal. Wenn man Schulfreunde nach 30 Jahren wiedersieht, muss es sexuell eskalieren, keine Frage. Obwohl nebenan der Tod lauert. Würde ich auch so machen (Ironie Off).
Nick war mir zu Beginn noch der sympathischste, doch auch das änderte sich schnell. Er ist Autor für Horrorliteratur und hat anscheinend keine Ahnung, wie man logische Schlussfolgerungen zieht. Jedes Mal, wenn ihm etwas erklärt wird, hatte ich ein Bild von einem beschränkten Typen vor mir, weil er über die einfachsten Dinge zutiefst erstaunt oder bestürzt war.
Es gibt viele Tote in dem Buch, was an sich nichts Schlechtes ist. Doch dass man nicht einmal trauert, wenn der eigene Mann qualvoll sterben muss und sich gleich an die Jugendliebe ranmacht ... ganz schwierig für mich. Und am Ende dann auch noch erwähnen, dass man niemals Sex mit dem eigenen Mann hatte, ist auch sehr ... was weiß ich.
Es werden viele Themen aufgegriffen, ohne mit den Morden in Zusammenhang zu stehen. Es schien so, als würde krampfhaft versucht werden, alles noch unter einen Hut zu bringen. Auch die Tatsache, dass eine Person eine Folterung in der Sauna bei über 200 Grad überlebt hat, erscheint mir nicht realistisch.
Der Schreibstil war sehr anstrengend. Die kursiven Einschübe in Gedankenform waren auch mehr mühsam als sonst was. Sätze, die die Charaktere in Notlagen von sich gaben, sollten durch verwirrte Formulierungen wohl den Schock zur Schau stellen, waren jedoch einfach nur nervig.
Hier einige Beispiele:
-"Die Schnur war vielleicht lang genug! Ich weiß, es war dunkel, ich habe auch nicht richtig sehen können, aber als Brandon dort oben geschaukelt hat ... für einen Moment - ich meine, ich bin mir nicht sicher, deshalb frage ich ja, aber ich hatte doch den Eindruck, als hätte sich - oder?"-
-Wieder fliegt ihr Kopf herum, weil er sie geschlagen hat. Und als sie sich zurück in der Küche weiß, scheint das ganze Zimmer ein wenig gekippt. Hat sie das Bewusstsein verloren? Es kitzelt, er hat ihren Mumien-Overall aufgerissen ... Henry steht gebeugt vor ihr, und es ist die Spitze der Messerklinge, die über ihre nackte Haut gleitet, hinauffährt über die Kurve ihres Bauchs. Er hat meinen BH durchschnitten. Jetzt hat das Stahl ihre Brust erreicht, reizt sie vorsichtig, sodass ihre Brustwarzen sich starr aufrichten. "Wie kommen wir hier wieder raus, Janet? Was hat Brandon mit dir abgesprochen?" "Ich weiß es nicht, Henry, bist du wahnsinnig? Lutsch meine Titten, Henry, das will ich, nimm sie in den Mund."-
Diese ganzen Abstrusitäten waren einfach too much. Weder glaubwürdig noch authentisch. Das Buch traf gar nicht meinen Geschmack und ich werde wohl von weiteren Werken des Autors Abstand nehmen.
- C.J. Tudor
Der Kreidemann
(349)Aktuelle Rezension von: Ana80Eddie wird in seiner Jugend Zeuge eines schlimmen Unfalls, ein Tag den er niemals mehr vergessen kann. Nicht nur wegen des dramatischen Ereignisses, sondern auch, weil er an diesem Tag dem Kreidemann das erste mal begegnet ist. Dieser brachte Eddie auf die Idee, sich mit seinen Freunden anhand von geheimen Kreidebotschaften zu verständigen. Zunächst ist diese Idee auch toll und macht allen Spaß, doch dann scheint jemand anderes von diesen Botschaften erfahren zu haben und diese zu nutzen, um die Jugendlichen an Orte zu locken! Und dann entdecken sie die erste Leiche… Dreißig Jahre später kann Ed die Ereignisse immer noch nicht ganz vergessen. Und plötzlich scheint der Kreidemann wieder im Ort zu sein.
Das Buch ist ein wirklich gelungener Thriller mit gutem Spannungsaufbau. Die Story kommt ohne viel Blut aus und setzt eher auf die Psychologie. Einige Momente waren so bildlich und nachvollziehbar beschrieben, dass ich selbst beim Lesen Gänsehaut bekam. Das Buch ist einfach zu lesen und da ich für die Lösung auch lange gebraucht habe ein wirklich schnell vergehender Pageturner. Irgendwie habe ich beim Lesen immer wieder auch an meine eigene Jugend und die Sommer dieser Zeit zurückdenken müssen, das hat bei mir eine ganz besondere Stimmung hervorgerufen. Ich kann dieses Buch wirklich empfehlen!
- Denzil Meyrick
Die Mädchen von Strathclyde
(113)Aktuelle Rezension von: Angy93Glasgow, 1986: Constable Jim Daley ist in seinem zweiten Jahr als Streifenpolizist bei der Starthclyde Police. Von der traurigen Berühmtheit Glasgows als Mord-Hauptstadt Europas bekommt er nur wenig mit: Betrunkene Obdachlose, eingeschlagene Schaufenster und rachsüchtige Vorgesetzte bestimmen seinen Dienstalltag. Dies ändert sich schlagartig, als er eine tote Prostituierte auffindet und daraufhin mit DC Brian Scott einen Serienmörder jagt ...
Nachdem ich mit dem dritten Teil dieser Reihe, dem Paten von Glasgow angefangen habe, wollte ich auch die anderen beiden Bücher lesen.Dieses Werk von Denzil Meyrick hat mir dabei gut gefallen. Man erlebt die Geschichte, wie Daley zur Kriminalpolizei kommt. Auch lernt man seine Vorgeschichte mit den Nebencharaktären kennen.Die Geschichte bietet dabei noch einen spannenden Kriminalfall.Die Sprache ist einfach und gut verständlich.
- Jenny Erpenbeck
Kairos
(86)Aktuelle Rezension von: Edgar_BernardiMit Kairos („günstiger Zeitpunkt“) beginnt die Geschichte nach dem Prolog, in dem sich die 18-jährige Katharina und der 34 Jahre ältere Hans 1986 zufällig in Ostberlin begegnen. Was folgt, ist zunächst eine Liebesgeschichte mit sprachlich einfühlsam beschriebenen Gefühlen, in denen man sich wiederfindet und an seine eigene erste wirkliche Liebe zurückversetzt fühlt und die es selbst bei dem Altersunterschied so romantisch geben kann. Hans mit Nazivergangenheit und Übergang in das geteilte Ostdeutschland und Katharina, in der DDR geboren. Lange Lesestrecken mag man den Vaterersatz vermuten, den Katharina in Hans sucht. Aber auch die Bewunderung von Hans' Intellekt als Schriftsteller scheint neben der körperlichen Liebe der Anziehungspunkt zu sein. Bis sich die schöne Liebe in die erste Sado-Maso-Szene mit Gürtelschlägen steigert, was mich befremdet hat. Auch, dass man sich hier an die ersten Tagen nach Mauerfall zurückversetzt fühlt, an dem die Ostberliner die Westberliner Beate-Uhse-Shops stürmten und der Westen hier wohl auf ein obszönes Niveau abgestuft wird. Es folgen unzählige zügellose Liebesszenen, welche die Geschichte langatmig machen und weitere abstossende Szenen. Durchsetzt bzw. unterbrochen wird der Text in Perspektivwechsel durch literarische oder Musikzitate und allseits bekannte Szenen aus der DDR-Zeit (Biermann-Ausbürgerung, Sturm der Zionskirche, etc.), die wohl in keiner DDR-Geschichte fehlen dürfen. Ebenso die Würdigung der unzähligen Jahrestage, an denen sich das Liebespaar stets in einer Bar oder einem Restaurant feiert, erinnert an die unzähligen Jubiläumsfeiern des DDR-Regimes. Erst mit dem "Fremdgehen" von Katharina mit Vadim beginnt klar zu werden, dass Hans das sozialistische System verkörpert, das junge Menschen wie Katharina manipuliert, die ihm in höriger Liebe folgen oder zu folgen haben. Hans generiert in Katharina ein Schuldbewusstsein und ihre eigene Überzeugung, dass ausgerechnet sie gelogen und betrogen hat. Die Methoden, die Vorwürfe mit besprochenen Kassetten und Aufzeichnungen festzuhalten, erinnert an Stasimethoden und tatsächlich wird am Schluss klar, dass Hans als IM Galilei aktiv war. Von dort an wird die Geschichte wieder spannend, während ich zwischendurch das Lesen nach der x-ten Liebes- und Sado-Szene abbrechen wollte. Die Moskaureise der Beiden trieft ein wenig von heroischer Darstellung der Errungenschaften des Sozialismus, immer wieder unterbrochen von zügellosen Liebesszenen, als würde darüber der Glaube an den real-existierenden Sozialismus eingeimpft.
Zusammengenommen ein kluger Plot, die Geschichte der DDR und des real existierenden Sozialismus in der Symbolik dieser Liebesgeschichte zu erzählen. Die Umsetzug allerdings für den Leser anstrengend, teilweise langatmig und auch abstossend. Lesenswert nur, wer seine gelesene Sammlung an DDR-Literatur, in dem Fall nach der Wende erschienen, vervollständigen will.
Der richtige Augenblick, die Gelegenheit beim Schopf packen (Kairos) - ein toller Start - dann doch eher Chronos, verlaufende Zeit! - Michael Lüders
Wer den Wind sät
(45)Aktuelle Rezension von: HoldenMichael Lüders beschreibt, was die amerikanische Außenpolitik (häufig durch die CIA und unter Unterstützung bestimmter Think tanks und Journalisten) im Nahen Osten angerichtet hat. Und dem ja auch häufig folgend leider die Europäische Union und die deutsche Regierung. Oft hat man die ausgestreckte Hand zur Kompromissfindung ausgeschlagen, frühzeitig die Welt in "gut" und "böse" unterteilt und sich pragmatschen Lösungen verschlossen, oft auf kosten von Zehntausenden Menschenleben. Teilweise wurde eine erfolgreiche Friedensstiftung durch die USA untergraben, auch in Fällen wie der Hamas oder Irans, was daran liegt, daß die USA ein Interesse an dem dauerhaften Krieg haben, in dem wir uns gegenwärtig befinden, man einseitig auf wirtschaftliche Vorteile der US-Wirtschaft setzt (Big Oil und die Motivation zu George W. Bushs völkerrechtswidrigem Angriffskrieg gegen den Irak) oder indem man zu einseitig auf Israel im Nahen Osten schaut. Natürlich fragt man sich, was die gewählten deutschen Politiker zu dem Ganzen gesagt haben, man möchte Namen und konkrete Aussagen wissen, genauso wie das, was gewisse Medien geschrieben haben. Idles singen in "War" von den "stone-faced liars", Brody Dalle trug ein "The CIA"- T-Shirt auf der Bühne (natürlich als Kritik), beides mit Recht. Ein aufwühlendes Buch, zur Pflichtlektüre empfohlen.
- Eva Menasse
Dunkelblum
(98)Aktuelle Rezension von: Hubertus_FeldmannBereits häufiger wurde der Frage nachgegangen, ob Literatur (oder Kunst allgemein) in der Lage sei, positiv auf Menschen, und damit auf die Gesellschaft insgesamt, einwirken, die Welt zumindest ein kleines Bisschen besser machen könne. Mit Büchern wie dieses von Eva Menasse stünden die Chancen jedenfalls nicht schlecht.
„Dunkelblum“ ist ein fiktiver Ort, eine Kleinstadt in Österreich unmittelbar an der Grenze zu Ungarn. Die Geschichte spielt kurz vor dem „Fall der Mauer“ 1989, erschöpft sich allerdings nicht in dieser Zeit, sondern greift zurück in die dunkle Geschichte der Nazi-Vergangenheit des Ortes und seiner Bewohner. Markiert dabei die Gegensätze zwischen denjenigen die „Mitmachen“ (oder nur „Zuschauen“) und denen die „aussortiert“ werden. Und danach unterscheidet der „Eiserne Vorhang“ in „Hüben“ und „Drüben“ – auch in den Köpfen der „Hiesigen“, wahlweise der „Unsrigen“. Konsequenterweise steht man auf der „richtigen Seite“ und qualifiziert die „von Drüben“, die „Drüberen“, die „Drüberisch“ sprechen, bereits wortwählerisch ab. Insofern wird die geographische Lage zu einem Brennglas menschlicher „Möglichkeitsräume“.
Dabei hätte man genug zu tun mit der Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit, bräuchte kein solches Ventil, wenn es denn nicht so schmerzhaft wäre, und im Umkehrschluss so einfach, sich eines Sündenbocks zu bedienen, der einem diese Last abnimmt. Oder ganz einfach sich seine Wahrheit zurechtbastelt, so wie hier beschrieben: „Dem Gedächtnis Einzelner ist nur in begrenztem Ausmaß zu trauen, die meisten erinnern sich lediglich an das, was ihnen selbst in den Kram passt, ihre eigene Rolle in ein besseres Licht rückt oder ihre Gefühle schont.“ Es funktioniert, solange es eben geht. Und in diesem Fall sind es gleich mehrere Ereignisse, die dafür sorgen, dass die Ereignisse aus der Vergangenheit (zum Beispiel die Hinrichtungen in den letzten Tagen des Nazi-Regimes) ans Licht drängen.
In diesem vielstimmigen Konzert der Stimmen, im Wechselspiel von Beharren und Aufklären, passieren außergewöhnliche Dinge, die diesem Roman zusätzlich eine gewisse Spannung verleihen. Es braucht allerdings einige Zeit, bis man diese Stimmen im Kopf sortiert bekommt. Zum Glück gibt es im Anhang ein „Figurenverzeichnis“ (mit Kurzbeschreibungen). Und für die Nicht-Österreicher ein „Glossar der Austriazismen“. So geholfen kann man sich ganz auf das Geschehen einlassen, Dinge hinterfragen und letztlich seine eigene Haltung überprüfen.
(15.8.2023)
- Gytha Lodge
Bis ihr sie findet
(260)Aktuelle Rezension von: martina400Inhalt:
SechsFreunde verbringen eine Nacht zeltend im Wald. Eine der sechs bringt ihre Schwester mit, die an diesem Abend verschwindet. 30 Jahre später werden ihre Knochen gefunden - genau an dem Platz, wo alle zelteten. Doch niemand will etwas mitbekommen haben, obwohl es keine anderen Personen in diesem Wald gab und sie definitiv ermordet wurde.
Cover:
Das Cover gefällt mir sehr gut. Die Farbgebung ist genau meins und durch den Wald und Titel weiß man gleich, dass es sich um einen Thriller handelt.
Meine persönliche Meinung:
Ich kam irgendwie nicht gut in die Geschichte rein. Irgendwie waren es zu viele Ermittler und Verdächtige. Obwohl eigentlich die Zahl von 6 Freunden und ein paar Polizisten recht überschaubar war. Trotzdem konnte man zu niemanden einen Bezug herstellen und ich war immer wieder verwirrt, wer nun wer war. Am interessantesten waren noch die Kapitel aus der Sicht der Ermordeten vom besagten Abend. Der Klappentext klingt richtig spannend. Die Spannung konnte leider im Buch überhaupt nicht gehalten werden. Ich habe es nur zu Ende gelesen, weil es mich dann doch interessierte was an diesem Abend geschah und wer tatsächlich etwas wusste.
Fazit:
Ein Thriller, der spannend klingt, aber verwirrend und langatmig ist. - Ernest Cline
Ready Player One
(75)Aktuelle Rezension von: RandberlinerZugegeben, ich habe die englische Fassung des 2011 erschienenen Buches gelesen, so dass ich über die Qualität der deutschen Übersetzung keine Aussagen treffen kann. Vor mir erhält das Buch fünf Sterne. Das liegt sicher auch daran, dass als langjähriger Spieler von Second Life, WoW und anderen Online-Spielen mir die Welt der OASIS, einer virtuellen Welt, in dem der größte Teil der Handlung spielt, mehr als vertraut ist. Der Plot ist einfach stimmig und entspricht dem, was ich aus meiner Erfahrung mit Online-Spielen für die Zukunft extrapolieren würde. Dazu kommt eine gehörige Portion Gesellschaftskritik, gemischt mit dystopisch Welten, die in meinen Augen durchaus nicht unwahrscheinlich sind. Eigentlich hatte ich den Film, der 2018 in die Kinos kam, auf der Agenda. Aber dann habe ich die Buchvorlage entdeckt und mich entschieden, zuerst die Bücher (Ready Player Two ist soeben erschienen) zu lesen, um anschließend die cineastische Umsetzung zu genießen.
Über den Plot möchte ich natürlich nicht sploidern. Aber ich kann jedem Leser versichern, dass es Spannung pur ist; für mich ein wahrer Pageturner. Zwar sind die Protagonisten noch relativ jung, was in ihrer Sprache und ihren Umgangsformen zum Ausdruck kommt. Aber das bedeutet nicht, dass die Handlung nur junge Leser anspricht, ganz im Gegenteil. Wer in den 80er Jahren aufgewachsen ist (und das ist jetzt die Generation der heutigen 50- bis 60-Jährigen), entdeckt überraschende Reminiszenzen an die eigene Jugend. Für Kenner und Fans der 80er Jahre, die gekennzeichnet waren durch die ersten, primitiven Videogame-Konsolen, kultige Filme (u. a. WarGames, Monty Python) und die für diese Jahre spezifische Rockmusik, ist das Buch auf jeden Fall ein Hochgenuss. Obwohl in den 2040er Jahren spielend, ist es ein unterhaltsamer und manchmal auch lehrreicher Rückblick auf die 80er Jahre.Nicht zuletzt ist das Thema der virtuellen Welten aktuell wie nie, spätestens seit Facebook (und andere Big Tech Unternehmen) an Projekten wie Mataverse arbeiten und Themen wie Virtual-, Mixed- und Augmented Reality versprechen, die nächsten großen Blockbuster werden und wie das Internet unser Leben grundlegend zu ändern.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass es Ernest Cline gelungen ist, ein spannendes und auf jeden Fall lesenswertes Buch sowohl für junge Online-Gamer als auch für junggebliebene Erwachsene zu schreiben. - Sven Regener
Der kleine Bruder
(319)Aktuelle Rezension von: Matteo_Di_GiulioSven Regener hat ein literarisches Ökosystem gebildet, was so regsam ist, dass man sich sofort fühlt, dazu verbunden. Der zweite Roman der Saga nach "Herr Lehmann" ist genauso gelungen als sein Vorgänger: mutig, spaßig und bunt. Wie ein alter Freund, der immer da ist, wenn man Geborgenheit braucht. Der Leser lacht, wird traurig, denkt über das Leben nach, wie es manchmal unfair ist; aber vor allem, unabsehbar. Der Stil ist nie monoton oder langweilig und obwohl es um keine Unterhaltungsliteratur geht, ist "Der kleine Bruder" ein echter Pageturner. Die Sehnsucht der Vergangenheit und die Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens in einer stillen Berlin, das nie wieder so sein wird, spielen noch wieder eine große Rolle. Herr Lehmann ist der normale Held der Gegenwart, ohne Vorzüge und ohne Mängel. Lesenswert.
- Stephen King
Vier nach Mitternacht
(26)Aktuelle Rezension von: das_lesende_ich🌖
𝘞𝘢𝘴 𝘸𝘪𝘳𝘥 𝘢𝘶𝘴 𝘥𝘦𝘮 𝘴𝘵𝘢𝘶𝘯𝘦𝘯𝘥𝘦𝘯 𝘉𝘦𝘰𝘣𝘢𝘤𝘩𝘵𝘦𝘳, 𝘸𝘦𝘯𝘯 𝘥𝘢𝘴 𝘍𝘦𝘯𝘴𝘵𝘦𝘳 𝘻𝘸𝘪𝘴𝘤𝘩𝘦𝘯 𝘥𝘦𝘮 𝘞𝘪𝘳𝘬𝘭𝘪𝘤𝘩𝘦𝘯 𝘶𝘯𝘥 𝘥𝘦𝘮 𝘜𝘯𝘸𝘪𝘳𝘬𝘭𝘪𝘤𝘩𝘦𝘯 𝘻𝘦𝘳𝘴𝘤𝘩𝘦𝘭𝘭𝘵 𝘶𝘯𝘥 𝘥𝘪𝘦 𝘚𝘤𝘩𝘦𝘳𝘣𝘦𝘯 𝘧𝘭𝘪𝘦𝘨𝘦𝘯?
NACH MITTERNACHT BEGINNT DAS GRAUEN
Nach Mitternacht geschieht etwas mit der Zeit, diesem zerbrechlichen Gebilde, mit dem wir gern unser reales Erleben ordnen. Sie biegt sich, dehnt sich, krümmt sich zurück oder zerbirst - und manchmal die Realität mit ihr.
Und was erlebt der aufmerksame Beobachter, wenn die Trennscheibe zwischen Wirklichkeit und Unwirklichkeit zerschellt und die Scherben davonstieben? Stephen King gibt in den hier versammelten vier Kurzromanen einige beunruhigende Antworten.
Immerhin beginnt nach Mitternacht Stephen Kings liebste Tageszeit ...
💭
Welch wahnsinnige Ideen King hat und wie geschickt er diese gestalten kann, hat er hier wieder einmal perfekt bewiesen.
Wer behauptet schon, dass Zeit nur etwas lineares sein kann? ⏳
✈️⚫️ 𝙻𝚊𝚗𝚐𝚘𝚕𝚒𝚎𝚛𝚜
So spannend geschrieben! Ich konnte gar nicht so schnell lesen, so rasant ging es in Langoliers zu. Diese unangenehme Situation verknotet den Kopf und macht doch süchtig. Meine Lieblingsgeschichte in dieser Sammlung.
⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
🪟🪴 𝙳𝚊𝚜 𝚑𝚎𝚒𝚖𝚕𝚒𝚌𝚑𝚎 𝙵𝚎𝚗𝚜𝚝𝚎𝚛, 𝚍𝚎𝚛 𝚑𝚎𝚒𝚖𝚕𝚒𝚌𝚑𝚎 𝙶𝚊𝚛𝚝𝚎𝚗
Hatte ich vor Ewigkeiten mal als Film gesehen, jedoch total vergessen, worum es ging. Diese Geschichte wieder neu zu entdecken und Morts Unschuld zu beweisen war spannend und unvorhersehbar.
⭐️⭐️⭐️⭐️
📚👮♂️ 𝙳𝚎𝚛 𝙱𝚒𝚋𝚕𝚒𝚘𝚝𝚑𝚎𝚔𝚜𝚙𝚘𝚕𝚒𝚣𝚒𝚜𝚝
Verwandelt einen Lieblingsort in eine Location des Grauens. Zudem beschreibt hier King schonungslos die schreckliche Vergangenheit des Protagonisten, die es in sich hat.
⭐️⭐️⭐️⭐️
📸🐕🦺 𝚉𝚎𝚒𝚝𝚛𝚊𝚏𝚏𝚎𝚛
Seitdem habe ich einen ganz anderen Blick auf Polaroid-Kameras. Und schon gar nicht würde ich damit einen Hund fotografieren. Auch hier ist das Ende so rasant geschrieben, dass ich kaum mit Lesen hinterher kam. Mein zweiter Favorit in der Sammlung.
⭐️⭐️⭐️⭐️
Alles in allem also eine ganz tolle Sammlung. Vor allem für Fans von Zeitreisen/Zeitsprüngen.
⏳
- Rebecca Makkai
Die Optimisten
(73)Aktuelle Rezension von: AcEastendSelten hat mich ein Buch, in dem es um eine, mir gänzlich fremde Welt geht, so mitgerissen.
Die Geschichte vom homosexuellen Yale und seinen Freunden beginnt 1985 in Chicago. AIDS verbreitet sich in Boystown und reißt einen jungen Menschen um den anderen, aus dem Leben.
Auch den Kunstexperten Yale selbst, der gerade auf dem Höhepunkt seiner Karriere angekommen zu sein scheint.
Eines der ersten Opfer war sein Freund Nico.
Dessen Schwester Fiona reist 30 Jahre später nach Paris, um ihre Tochter zu suchen.
Warum diese untergetaucht ist und wie das in Zusammenhang mit Yale und den tausenden Opfern des todbringenden Virus steht, sollte man sich nicht entgehen lassen.
Denn auf stolzen 615 Seiten werden die verschiedenen Lebensgeschichten der Protagonisten so ein- und zeitgleich unaufdringlich erzählt, dass man meint, dabei gewesen zu sein.
Es sind Geschichten von Liebe und Verlust, von Tod und Leben und der tiefen Bedeutung allen Seins…
Ein Pageturner, dessen kunstvolles Ende mich zu Tränen gerührt hat, obwohl mir das sehr selten passiert. Geschrieben wie ein Filmabspann des Lebens vor dem inneren Auge…
Ich werde es wohl noch ein paar Tage nachhallen lassen müssen, um dem nächsten Buch wirklich gerecht zu werden.
Eins der wenigen Bücher, das bleiben darf, um den ein oder anderen Gedankenanstoss erneut aufzugreifen und es an so viele Menschen wie möglich zu verleihen, von denen ich denke, dass sie es unbedingt lesen müssen!!! Danke Eisele Verlag und Rebecca Makkai für dieses fantastische Buch, das man erst einmal schlucken und verkraften muss…🌈📚🖼️























