Bücher mit dem Tag "80er"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "80er" gekennzeichnet haben.

47 Bücher

  1. Cover des Buches Zwei an einem Tag (ISBN: 9783548063270)
    David Nicholls

    Zwei an einem Tag

    (3.719)
    Aktuelle Rezension von: booklover98

    Mich hat der Klappentext direkt angesprochen - ich kenne weder den Film noch die Serie zum Buch und bin blind an die Geschichte rangegangen. Mich hat der Schreibstil und die wenig emotionale Darstellung nicht abgeholt - die Charaktere blieben, trotz der großen Zeitspanne, in der wir sie begleiten, für mich kaum greifbar und berühren mich nicht. Die Idee fand ich total interessant, aber für mich war es nicht das richtige Buch.

  2. Cover des Buches Hard Land (ISBN: 9783257246742)
    Benedict Wells

    Hard Land

    (675)
    Aktuelle Rezension von: phantastische_fluchten

    Sommer 1985. Sam ist fünfzehn. Kein Kind mehr aber auch noch nicht erwachsen. Er ist ein Außenseiter, ist unsicher, gehemmt und hat Angstzustände. Er ist zu klein, zu schmächtig, das ideale Opfer für Hänseleien. Doch der Sommer 1985 ändert alles.

    Um nicht nach Kansas geschickt zu werden, zu seiner Tante Eileen und ihren nervigen, mobbenden Söhnen, nimmt Sam einen Job im Kino an. Dort trifft er auf Kristie, Cameron und Hightower. Die drei sind älter als er, ein eingeschworenes Team. Aber auch sie haben alle ihre Macken und Geheimnisse, daher sehen sie in Sam keinen Freak oder Außenseiter, sondern nehmen ihn ihre Mitte auf.

    Für Sam werden sie sein Halt, denn seine Mutter ist schwer krank und diese Krankheit hängt wie ein Damoklesschwert über der Familie. Sein Vater spricht kaum mit ihm und seine Schwester Jean geht schon seit langen ihre eigenen Wege und hat das Elternhaus verlassen. So bleibt Sam alleine mit seinen Ängsten und Gefühlen, bis er das Trio kennenlernt.

    Natürlich klingt der Klappentext besser als meine unbeholfene Zusammenfassung. Und er gibt keineswegs wieder, welche Gefühle dieses Buch in mir geweckt hat. Es ist meine Zeit, es sind meine Filme und Songs, die in diesem Buch erwähnt werden. Zwar war ich 1985 schon etwas älter aber trotzdem habe ich vieles wiedererkannt.  Dominik Wells beschreibt die 80er so, als wäre er dabei gewesen. Ich dachte: „ So etwas kann nur jemand schreiben, der diese unglaubliche Zeit selber erlebt hat.“

    Aber Irrtum. Benedict Wells ist Baujahr 1984 somit er ist viel zu jung, um diese magische Zeit erlebt zu haben. Keine Handys, keine Computer, ein Sommer voller Faszination und Freiheiten. 

    Der erste Satz dieses Buch macht klar, was auf den Lesenden zukommt. Und Kristie liebt erste Sätze, so dass hier viele Verweise auf andere Romane zu finden sind. Sams Mutter betreibt einen Buchladen und als Kristie noch jünger war, hat sie dort oft in den Bücher gestöbert und sich diese Sätze gemerkt. Es ist eine Zeitreise durch die Musik, Literatur und durch die Filme der achtziger Jahre. 

    Marty McFly gibt Sam Hoffnung und Auftrieb. In „zurück in die Zukunft“  ist diese Figur ebenso klein und unscheinbar wie Sam, aber im Gegensatz zu ihm strotzt Marty McFly vor Selbstbewusstsein und wird zu Sams Idol. (Mein Film war damals allerdings „die Maske“ mit Sam Elliott und Cher)

    Es ist abzusehen, dass dieser Sommer ein Ende haben wird. Da Cameron, Kristie und Hightower alle älter sind als Sam, werden sie nach dem Sommer Grady verlassen und an ein College gehen. Aber diese sieben Wochen sind gefüllt mit allem, wovon Sam geträumt hat. Er hat seinen ersten Alkoholrausch, er verliebt sich, er bewältigt verrückte Mutproben und er führt intensive Gespräche mit seinen neuen Freunden, öffnet sich ihnen und erfährt, dass auch ihr Leben nicht perfekt ist. Dass auch sie Ängste haben und unsicher sind, was die Zukunft betrifft.

    Das Kino gehört Kristies Vater. Es soll nach dem Sommer geschlossen werden. Die Stadt steht vor dem Untergang, seit die Fabrik geschlossen hat und viele Menschen arbeitslos geworden sind. Sie wandern ab. Dieser Sommer scheint ein letztes Aufbäumen vor dem endgültigen Untergang.

    Warum das Buch als Jugendbuch deklariert wurde ist mir nicht klar. Die Menschen, die diese Zeit erlebt haben, waren bei Veröffentlichung des Buches schon weit über 40 Jahre alt. Und die heutige Jugend wird dieses Gefühl der damaligen Zeit nicht nachvollziehen können. Wie oft werden wir „Alten“ belächelt, wenn wir von der Zeit ohne social media oder ohne Handy erzählen und davon, was wir alles erlebt haben. Daher spricht es sicherlich eher Menschen meines Alters an, die nochmals in die Vergangenheit geführt werden, alte Songs herauskramen und sich an alte Filme erinnern. 

    Ich gebe zu, ich habe diese coming -of- age Filme  wie breakfast club oder american grafitti nicht gesehen aber viele der damaligen Schauspieler kennt man heute noch.

    Insgesamt hat mich dieses Buch etwas an stand by me von Stephen King erinnert. Und wie dort, geht letztendlich jeder seiner/ihrer Wege. Aber die Erinnerung an diesen Sommer, an das Vertrauen zueinander und an die Gefühle bleibt. Etwas, was einem niemand mehr nehmen kann. 

     

    Fazit:

    Eine schöne Reise in die Vergangenheit, in wunderbaren Worten erzählt. Teils melancholisch, teils amüsant, teils leicht aber auch oft traurig. 

  3. Cover des Buches Eleanor & Park (ISBN: 9783423626392)
    Rainbow Rowell

    Eleanor & Park

    (1.182)
    Aktuelle Rezension von: bibliophilara

    Mit ein bisschen Verspätung ist endlich der Frühling auch meteorologisch bei uns angekommen, und das heißt auch immer: Zeit für Frühlingsgefühle! Deswegen hatte ich Lust auf eine luftig-leichte Liebesgeschichte. Vor einigen Jahren habe ich in meiner Lieblingsbuchhandlung einen Jugendroman gekauft, der genau das bietet, wonach ich gerade gesucht habe. „Eleanor & Park“ ist der Debütroman von Rainbow Rowell aus dem Jahr 2015, der schnell Erfolge verbuchen konnte. 2016 wurde das Buch für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert, und auch der Gott der Jugendliteratur selbst, John Green, äußerte sich in so hohen Tönen über „Eleanor & Park“, dass diese prompt auf das Cover gedruckt wurden: „Dieser großartige Roman erinnert mich nicht nur daran, wie es ist, jung und verliebt in ein Mädchen zu sein, sondern auch daran, wie es ist, jung und verliebt in ein Buch zu sein.“ Eine Lobeshymne von John Green ist quasi ein Ritterschlag. Inzwischen wird Rainbow Rowell aber auch oft mit Green in einem Atemzug genannt, und ist häufig die empfohlene Alternative für jene, die die überschaubaren Werke von Green schon kennen und lieben. 

    Der 16-jährige Park Sheridan lebt im Jahr 1986 mit seinem US-amerikanischen Vater, seiner koreanischen Mutter und seinem jüngeren Bruder Josh in Omaha im US-amerikanischen Bundesstaat Nebraska. Er fährt mit dem Schulbus zur Schule, wo Jeder seinen festen Sitzplatz hat. Der Platz neben ihm war bisher frei, worüber er ganz froh war. Nun gibt es jedoch ein neues Mädchen in seinem Jahrgang, das gezwungenermaßen den freien Platz einnimmt. Dass das der Beginn einer Liebesgeschichte ist, kann sich Park beim besten Willen nicht vorstellen.
    Nachdem die gleichaltrige Eleanor Douglas nach einem Jahr Reißaus wieder in die prekären Verhältnisse ihres Elternhauses zurückkehrt, muss sie dadurch auch die Schule wechseln. Schon am ersten Schultag bekommt sie die Ablehnung ihrer Mitschüler deutlich zu spüren und landet notgedrungen neben einem kleinen, schmächtigen Jungen im Schulbus. Dass dieser Junge Park heißt und dass die Beiden mehr gemeinsam haben, als sie denkt, ahnt auch sie noch nicht. 

    „Er versuchte nicht mehr, sie zurückzuholen.“, ist der erste Satz des Prologs, welcher ein klassisches Beispiel für eine epische Vorausdeutung ist, also hier am Anfang des Romans steht, aber eine Vorwegnahme des Ausgangs der Geschichte ist. Mit insgesamt annähernd 450 Seiten und 58 Kapiteln sind letztere recht kurz gehalten. Park und Eleanor wechseln sich als personale Erzähler im Präteritum ab, manchmal auch innerhalb der Kapitel. Der Handlungszeitraum beginnt im August 1986 und spielt etwa bis zum Ende des Schuljahres 1987.

    Als Erstes lernt der Leser den männlichen Protagonisten Park Sheridan kennen. Er ist ein verhältnismäßig kleiner, schlanker Junge mit grünen Augen, den seine Mitschüler aufgrund seiner koreanischen Mutter als Asiaten bezeichnen. Gelegentlich hat er mit Rassismus zu tun, so wird seine Mutter von einem Schüler fälschlicherweise als Chinesin bezeichnet oder es wird ihm nachgesagt aus dem Dschungel zu kommen, weil die Szenerie in einem Film über den Vietnamkrieg im Dschungel spielte. Sogar Parks Bruder Josh ist inzwischen größer als er, weshalb er Schwierigkeiten hat, gegen ihn im Taekwondo anzukommen. Auch in der Schule gegen den Rüpel Steve hat Park es deshalb nicht leicht, weshalb er eher ein zurückhaltender und schüchterner Schüler ist, der gerne Musik hört oder mit seinem Freund Cal abhängt.

    Eleanor Douglas hat dagegen einen ganz anderen Hintergrund. Sie lebt seit Kurzem wieder bei ihrer Mutter, ihrem Stiefvater und ihren vier jüngeren Geschwistern, beziehungsweise Halbgeschwistern, in einem sehr kleinen Haus, sodass sie sich ihr Zimmer mit all ihren Geschwistern teilen muss. Das Zimmer ist klein und so beengt, dass nicht einmal jeder ein Bett für sich alleine hat. Das einzige Badezimmer hat keine Tür, weshalb ein behelfsmäßiges Laken über den Türrahmen gespannt wurde. Eleanors Verhältnis zu ihrem Stiefvater ist sehr schlecht, da dieser aggressiv und gewalttätig ist. Eleanor hat dunkelbraune Augen, einen roten Lockenschopf und Sommersprossen. Sie ist ein durchschnittlich großes, aber pummeliges Mädchen, das aufgrund der finanziellen Not ihrer Familie kaum Kleidung besitzt. Mit zu großen Hemden, geflickten oder löchrigen Hosen oder einer Krawatte, mit der sie sich die Haare zusammen bindet, fällt sie unfreiwilligerweise auf wie ein bunter Hund. Als 16-Jährige ist sie gerade mitten in der Pubertät, hat aber zuhause keinerlei Rückzugsorte oder Möglichkeiten zur Persönlichkeitsentfaltung. In der Schule ist sie den Schikanen ihrer Mitschülerinnen ausgeliefert. Kurzum, Eleanor ist eine bemitleidenswerte Figur. Dennoch fiel es mir zwischendurch schwer, mit ihr zu sympathisieren. Vermutlich aufgrund ihrer sozialen Herkunft igelt sie sich stark ein und wirkt gerade auf Unbekannte abweisend und widersprüchlich. Dies ist zwar der Tatsache verschuldet, dass sie auf sich alleine gestellt ist und kaum Rückhalt aus ihrem familiären Umfeld bekommt, es macht sie jedoch auch zu einem zwiespältigen Charakter.

    Insgesamt fand ich es großartig, dass Rowell versucht neben der ersten großen Liebe auch noch ernste Themen wie Armut, Alkoholismus, Rassismus, häusliche Gewalt und Mobbing unterzubringen. Allgemein gelingt dies auch sehr gut, allerdings gibt es gerade in puncto Armut einen Aspekt, den ich Rowell nicht abkaufen kann. Dass Eleanor mit erschreckender Mittellosigkeit groß wird, wird regelmäßig deutlich. Sie besitzt keine Jacke und das Essen, das ihre Mutter kocht, besteht häufig aus Resten wie Reis und Ei oder belegtem Toastbrot, während ihr Stiefvater ein Steak aufgetischt bekommt. Im zwölften Kapitel erzählt Eleanor aber, dass es in ihrem Haushalt „kein Telefon, keine Waschmaschine, keine Zahnbürste“ gäbe. Eleanor müsse sich deswegen die Zähne mit Salz schrubben. Aber ganz ehrlich, es kann einfach nicht sein, dass vom Haushaltsgeld eine siebenköpfige Familie plus ein Hund und eine Katze durchgefüttert werden können, wobei der Stiefvater sogar noch sein Steak erhält, während für Zahnbürsten, die schätzungsweise ein Dollar das Stück kosten, kein Geld übrig ist. Vielleicht wollte Rowell auf Teufel komm raus die Armut dieser Menschen darstellen, hat dabei aber den Realitätsbezug verloren. Oder wer auch immer in der Familie Douglas für die Ausgaben verantwortlich ist, kann nicht haushalten, und macht die Familie ärmer als sie ist.

    Rowell verwendet eine einfache Sprache, die sich an den Jugendslang anbiedert und nicht vor Umgangssprache wie „Wichser“, „Schlampe“ oder „Arschloch“ zurückschreckt. Gleichzeitig beweist sie aber auch, dass eine schlichte Sprache nicht gleich ein schlichter Stil bedeutet. Der Schreibstil ist zwischendurch humorvoll, aber vor allem die zarten Annäherungsversuche zwischen Eleanor und Park sind zauberhaft fein, kreativ und doch so unverkennbar, dass sich jeder Leser darin wiederfinden kann. Die aufkeimenden Emotionen zwischen den beiden Jugendlichen sind so wunderschön, ohne jemals kitschig oder klischeehaft zu werden. Auch das Tempo ist sehr gut gewählt, sodass sich das Buch angenehm lesen lässt. Dennoch blitzt gelegentlich durch, dass dies Rowells Debütroman ist, da es stilistisch noch nicht ganz ausgefeilt ist und ich leider einen fachlichen Fehler gefunden habe. In Kapitel 42 erzählt Eleanor: „seine Augen waren so grün, dass sie Kohlensäure in Sauerstoff hätten umwandeln können.“ Moment mal, Kohlensäure? Worauf Eleanor hier anspielt, ist höchstwahrscheinlich die Photosynthese, Stichwort „grün“. Dabei wird aber, wie man im Biologieunterricht lernt, Kohlenstoffdioxid (CO2) in Sauerstoff (O2) umgewandelt. Kohlensäure dagegen hat die Summenformel H2CO3 und spielt bei der Photosynthese überhaupt keine Rolle. Vielleicht ist dieser Fehler auch erst bei der Übersetzung entstanden. Jedenfalls ist es schade, dass jemand hier nicht einfach noch einmal nachgeschlagen hat.

    Etwas, das quasi die Quintessenz von „Eleanor & Park“ ist, sind die zahllosen subkulturellen Anspielungen an die 1970er und 80er-Jahre. Seien es Comics, Musik, Filme oder gar Literatur und Lyrik. Während der gemeinsamen Busfahrt haben Eleanor und Park fast täglich Zeit sich über gemeinsame Interessen auszutauschen. Viele der Referenzen waren mir bekannt, seien es Bands wie „Joy Division“, „The Beatles“, „U2“ oder Comics wie „Batman“, „Fantastic Four“ oder „Watchmen“. Andere Anspielungen waren mir dagegen gar nicht bekannt, weil ich erstens ein Kind der 1990er bin und zweitens die US-amerikanische Subkultur doch manchmal Unterschiede zu der Mitteleuropas aufweist. So musste ich erst einmal recherchieren, was es mit „XTC“, „Skinny Puppy“ oder „Echo & The Bunnymen“ auf sich hat. Einerseits finde ich es ganz cool, beim Lesen nebenbei noch dazuzulernen, andererseits waren die unbekannten Referenzen manchmal zu viel des Guten, weil ich das Buch immer wieder zur Seite legen musste, um zu recherchieren, damit ich den Hintergrund der Geschichte besser verstehe, auch wenn das den Lesefluss oft unterbrochen hat.

    Das Ende ist im Grunde genommen wie das gesamte Buch. Es folgt nicht dem klassischen Handlungsstrang und so wird auch der Abschluss nicht den Erwartungen jener Leser gerecht, die ein 08/15-Ende suchen. Doch gerade wegen seiner Bittersüße hat sich „Eleanor & Park“ einen Platz in meinem Herzen erschlichen. 

    „Eleanor & Park“ von Rainbow Rowell ist eine wirklich liebenswürdige Geschichte über die erste große Liebe zweier 16-Jähriger im Jahr 1986. Sie hebt sich in vielerlei Hinsicht von typischen Liebesromanen für Jugendliche ab und ist eine schöne Frühlingslektüre. Mir wird das Jugendbuch zwar in positiver Erinnerung bleiben, es ist aber nicht ganz makellos. Eleanor ist als Protagonistin manchmal schwierig, der Stil ist noch nicht perfekt und die vielen Referenzen sind für Jugendliche heutzutage wahrscheinlich nicht mehr verständlich. Auch, dass Eleanor anfangs keine Zahnbürste hat, oder der fachliche Fehler bezüglich der Photosynthese, sind relativ kleine Kritikpunkte, die in ihrer Summe aber ins Gewicht fallen. Deshalb kann ich „Eleanor & Park“ aus dem Jahr 2015 nicht mehr als drei von fünf Federn geben. Doch gerade für die Zielgruppe, Jugendliche zwischen 14-18 Jahren, ist dieser Liebesroman aus vielen Gründen empfehlenswert.

  4. Cover des Buches Alle Toten fliegen hoch (ISBN: 9783462000450)
    Joachim Meyerhoff

    Alle Toten fliegen hoch

    (358)
    Aktuelle Rezension von: CorinaPf

    Inhalt:

    Der namenlose Protagonist möchte ein Auslandsjahr in Amerika verbingen um an einer Highschool Basekball spielen zu können. Er muss ein Aufnahmeverfahren machen und schafft es sogar. Seine Familie unterstützt ihn dabei und bald fliegt er nach Amerika. Dort lebt er bei einer Gastfamilie die ihm liebevoll aufnehmen und bis auf seinen Gastrburder auch alle mögen. Er geht auf die Highschool, lernt Mädchen kennen und kommt auch in skurile Situationen. Was das für Situationen sind müsst ihr selber lesen. 

    Schreibstil:

    Ich habe das Buch versucht zu lesen, doch dies war leider nichts für mich. Also habe ich zum Hörbuch gegriffen, aber auch hier ich kam sehr schwer in die Geschichte. Viele meinen es ist lustig geschrieben, aber meinen Humor hat ds Buch nicht getroffen. Für mich hat es auch sehr lange dauert bis er endlich in Amerika war. Es wurde viel von der Familiegeschichte geschrieben und wie das Verhältnis zu jeden ist, eigentlich mag ich das sehr, aber es hat mich hier nicht wirklich abgeholt. Die Story die in Amerika spielt fand ich dann doch intressant auch wenn ich einige Situationen nicht ganz nachvollziehen kann z.B. darf man als Jugendlicher einfach so in ein Gefängnis in den Todestrakt spazieren. Ich fand auch das Ende war etwas skuriel und hat auch wieder nicht getroffen. 

    Protaognist:

    Ich wurde nicht warm mit den Protagonist, er blieb mir fern. Seinen Taten waren mir manchmal nicht klar und er wirkte auch zu seinen Mitmenschen eher kühl und zurückhaltend. 

    Fazit:

    Ich mochte den 2 Teil der Reihe deshalb wollte ich den ersten Teil auch lesen, aber leider war das Buch für mich nichts. Ich bin wahrscheinlich auch nicht die Altersgruppe für das Buch. Es wird bei mir ausziehen und es wird sicher einen anderen Leser finden der es mehr zu schätzen weiß.

  5. Cover des Buches Ready Player One (ISBN: 9783596706648)
    Ernest Cline

    Ready Player One

    (770)
    Aktuelle Rezension von: Lesetropfen

    Wenn man mit den vielen Referenzen auf die 80er Popkultur nichts anfangen kann, dann kommt einen das Buch zwischendurch etwas öde vor. So ging es mir. Bei meinen ersten Versuch habe ich das Buch abgebrochen. Aber nun nach einigen Jahren habe ich dem Ganzen nochmal eine Chance gegeben. Zwischendurch liest man auch ein paar recht düstere Passagen über die Menschheit und die moderne Technik. Will ich den zweiten Teil lesen ? Da bin ich mir noch nicht ganz sicher. Das erste Buch ist okay. Nochmal werde ich es aber nicht lesen wollen. 

  6. Cover des Buches Auerhaus (ISBN: 9783746636320)
    Bov Bjerg

    Auerhaus

    (364)
    Aktuelle Rezension von: rkuehne

    Eine schöne und wirklich ganz klassische Coming-of-Age Geschichte. Frieder versucht sich das Leben zu nehmen, scheitert und soll oder will nach dem Klinikaufenthalt nicht mehr alleine wohnen und zieht mit einigen seiner Schulfreunde in ein altes Bauernhaus seines Opas. Das Auerhaus. Grundsätzlich solide Geschichte, auch gut geschrieben, aber der Funke ist zu mir nicht übergesprungen, ich hab kaum Bindung zu den Figuren gewonnen und daher verbleibt es im Mittelmaß.

  7. Cover des Buches Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens (ISBN: 9783862654833)
    Sebastian Niedlich

    Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens

    (315)
    Aktuelle Rezension von: MissAlekto

    "Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens" von Sebastian Niedlich ist eine faszinierende und ideenreiche Geschichte, die mich positiv überrascht hat.
    Die Vorstellung des Lebens nach dem Tod wird auf schöne Weise präsentiert, wobei der Tod nicht als bedrohlicher Bestimmer, sondern als sanfter Begleiter erscheint.
    Die Handlung, die sich in Berlin während der 80er, 90er und 2000er Jahre abspielt, ist geschickt in reale Ereignisse eingebettet. Trotz anfänglicher Erwartungen an eine schwarzhumorige Komödie entpuppt sich die Geschichte als vielschichtige Lebensgeschichte voller Höhen, Tiefen, Humor und Trauer.

    Besonders beeindruckend ist die Darstellung des Todes als beruhigender Charakter mit einem Kescher anstelle einer traditionellen Sense. Die Protagonisten Martin und der Tod werden facettenreich und nachvollziehbar dargestellt. Die philosophischen Elemente zum Thema Tod sind nicht deprimierend, sondern regen zum Nachdenken an. Die Erzählung bleibt bis zum Ende fesselnd, und die entscheidende Wendung macht es umso mehr lesenswert.

    "Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens" eine gelungene Mischung aus Unterhaltung und Tiefgang. Absolut empfehlenswert, vor allem für Leser ab 14 Jahren.

  8. Cover des Buches Lügen über meine Mutter (ISBN: 9783462006575)
    Daniela Dröscher

    Lügen über meine Mutter

    (281)
    Aktuelle Rezension von: zickzack

    Daniela Dröscher versetzt sich zurück in ihre Kindheit in den 80er und erinnert sich daran, wie es in ihrer Grundschulzeit war. Ihr Vater hat immer stärker das Übergewicht seiner Frau für seine Misserfolge verantwortlich gemacht: berufliche Beförderung, sozialer Aufstieg, Ansehen in der Dorfgemeinschaft. Immer wieder reflektiert Daniela in der Gegenwart darüber, was eigentlich passiert ist und wie ihre Perspektive auf ihre Mutter durch die Einflüsse durch ihren Vater, aber auch dem Gesellschaftsdruck beeinflusst wurden.

     

    Dieses Buch hat mich mehr und mehr einfach nur wütend gemacht. Wie der Vater die Mutter behandelt hat… Wie man sich erdreisten kann, solche unsensiblen Sprüche von sich zu geben, geht mir nicht in den Kopf. Nur, weil es dem Ansehen schaden könnte, wenn man sich mit „so einer dicken Frau“ blicken lässt.

    Und dann kam er immer wieder mit seinen fixen Ideen, weil ihm irgendetwas Tolles eingefallen ist und da war es auch ganz gleich, wie es den anderen Familienmitgliedern schaden könnte.

     

    Dieses ständig schlechte Klima unter den Eltern, die ständigen Streitereien, denn die Mutter hat wenigstens öfters Paroli gegeben und sich nicht alles von ihrem Mann gefallen lassen hat (auch wenn sie oft genug, viel zu oft, den Frieden willen sich gebeugt hat), Ela darunter gelitten hat. Sie hat sich immer wieder Sorgen wegen den Streitereien gemacht und hat versucht als Vermittlerin zu agieren, was natürlich nur sehr semi geklappt hat. Als 8jährige kann sie da einfach wenig machen.

    Das hat mich zum Nachdenken gebracht. Im Prinzip bin ich immer wieder erstaunt, an wie viele Details sich manche aus ihrer Kindheit erinnern können, denn gefühlt kann ich mich nur an sehr wenig erinnern. Es war mir auch neu, dass man sich als so junges Kind so hineinsteigern kann, dadurch schlechter schläft und wieder zum Bettnässer wird. Aber das liegt einfach daran, dass ich nie in so einer schwierigen Situation war und wohl vom Charakter, Mentalität anders als Daniela bin. Jedes Kind wird auch nicht so reagieren wie Ela.

     

    Meine Eltern hatten auch immer wieder mal Diskussionen, aber zum Glück ging es nicht um das Gewicht meiner Mutter oder sonst persönliche Dinge, sondern um eher profanere wie, ob wir uns einen Garten zulegen, wohin wir in den Urlaub fahren (ob wir überhaupt fahren), wegen sonstigen kleinen Anschaffungen. Also ich habe mich dabei meist rausgehalten und eher zurückgezogen. Tatsächlich war es auch, dass oft mein Vater seinen Dickkopf durchgesetzt hat und wenn sich später meine Mutter in Abwesenheit meines Vaters über ihn beschwert hat, dann habe ich versucht etwas zu besänftigen. Ich wollte mich aber nicht auf eine Seite stellen, sondern nur, dass wieder der Haussegen geradegerückt wird. 

    Ich kann mich daher schon hineinversetzen, wenn solche Streitereien über Jahre gehen, man auf die Launen des Vaters achten muss und sich genötigt fühlt, nicht alles zu erzählen, um einen Streit zu verhindern, dass das sehr belastend ist – besonders wenn es um ein so persönliches Thema wie den eigenen Körper geht. Ihre Mutter tat mir so leid, sooft sie von ihrem eigenen Mann verletzt wurde. Irgendwo wird sie sich ihres Übergewichts selbst bewusst gewesen sein und bestimmt auch nicht immer gerade glücklich darüber gewesen sein. 

    Er hat das Selbstbewusstsein von ihrer Mutter mehr und mehr zerstört. Auch wenn es nicht direkt gesagt wurde, hat man es doch beim Lesen gespürt, wie ihre Mutter sich mehr und mehr zurücknahm und bestimmte Situationen verhinderte. Besonders schlimm wurde es, als der Vater versuchte Ela für sein Belangen, dass die Mutter doch endlich abnehmen sollte, mit einspannen versuchte. Ela, die sich zwischen den Stühlen befand und für ihre Mutter, die das Gefühl bekam, dass jeder gegen sie war.

     

    Bei einer Aussage im Buch musste ich schlucken, als Elas Mutter meinte, dass man sie noch so weitertreiben würde, dass sie einfach an einen Baum fährt. Tatsächlich hat meine Mutter in einer sehr starken Phase so einen Satz auch mal am Esstisch fallen lassen. Mein Vater und ich haben in dem Moment nichts darauf erwidert, weil uns wohl dafür die Worte gefehlt haben. Ein paar Jahre später hat sich meine Mutter für die Aussage entschuldigt, dass sie es einfach so gesagt hat. Es hat mir aber auch in dem Fall verdeutlicht, wie schlecht es ihr in der Phase ging und als meine Mutter das gesagt hatte, war ich wesentlich älter als Ela, die ja eine ganze Weile gebraucht hat bis sie die Worte verarbeitet hatte und irgendwann von allein gefragt, wie ernst ihre Mutter das gemeint hatte.

     

    Ich habe nicht so ganz verstanden, wie es zu der Schwester kommen konnte. Anscheinend wollte die Mutter ja kein weiteres Kind und der Vater hat es wohl auch nicht so wirklich angestrebt. Sie wollte es wohl aus dem Grund nicht, weil sie schon ahnte, was es sie kosten würde – ihre Selbstständigkeit, je wieder in ihrem Beruf zurückzufinden. War es in den 80er noch nicht so verbreitet, einfach zu verhüten? Ich muss sagen, dass ich mich da nicht so auskenne. Es hat mich nur irritiert.

     

    So beim Lesen fand ich es irgendwann befremdlich, dass Daniela über so persönliche Dinge spricht. Ich habe mich gefragt, wie ihre Mutter das finden wird. Es gab ja nach dem Kapitel meist gegenwärtige Einordnungen, wo sie auch noch einmal ihre Mutter mit eingebaut hat und anscheinend als Erwachsene Fragen gestellt hat, um ein paar für sie damals schleierhafte Dinge aufzuklären. Ich fragte mich nur, wenn ihre Mutter das Buch gelesen hat, wie es für sie sein musste, zu lesen, wie ihre 8jährige Tochter damals über ihr Übergewicht gedacht hat. Die Szene im Freibad zum Beispiel oder wenn ihre Tochter plötzlich angefangen hat, dass diese ihren Vater recht gab. Das hat sie zwar ab einen gewissen Punkt selbst erlebt, aber das noch einmal so zu lesen…

    Andererseits fand ich es gut, dass sie diese Zeit noch einmal aufgearbeitet hat, was bestimmt wichtig für Daniela und auch ihre Mutter war. Dennoch, das so zu veröffentlichen erfordert Mut. Wenn in meiner Familie so etwas passiert wäre, ich weiß nicht, ob ich das hätte veröffentlichen können.

     

    Fazit: Mich hat das Buch stark in seinen Bann gezogen. Die Autorin hat sich in ihr kindliches Ich zurückversetzt und dies gut aufgefasst und beschrieben. Es hat mich stellenweise beim Lesen so wütend gemacht, auf alle Figuren. Allen voran ihren Vater, der nicht grundlegend ein schlechter Mensch war, aber in vielen Aspekten so ein Arsch. Zum Ende hin wurde es immer unfassbarer, als es mit den Schmerzen bei der Mutter anfing und er das lapidar abtat. Unglaublich sowas. Auf Ela, die sich auf gewisse Weise von ihrem Vater einspannen ließ, aber das war nur in dem Moment des Lesens so, weil mir ja bewusst war, dass sie noch ein Kind war und sowieso die ganze Zeit zwischen den Stühlen stand. Aber auch auf ihre Mutter, die einfach nicht den Mut und die Entschlossenheit aufbringen konnte, sich von ihrem Mann zu trennen. Es wäre für alle Beteiligten am Ende besser gewesen, für sie und auch die Kinder, die dann nicht mehr den Streitereien ausgesetzt gewesen wären. Das Buch war eine Berg- und Talfahrt. Denn wenn es gut lief, dann konnte man darauf warten, bis wieder ein besonders hässlicher Kommentar des Vaters kam. Aufwühlend und ehrlich war das Buch. 5 Sterne.

  9. Cover des Buches Der Kreidemann (ISBN: 9783442493630)
    C.J. Tudor

    Der Kreidemann

    (351)
    Aktuelle Rezension von: Ana80

    Eddie wird in seiner Jugend Zeuge eines schlimmen Unfalls, ein Tag den er niemals mehr vergessen kann. Nicht nur wegen des dramatischen Ereignisses, sondern auch, weil er an diesem Tag dem Kreidemann das erste mal begegnet ist. Dieser brachte Eddie auf die Idee, sich mit seinen Freunden anhand von geheimen Kreidebotschaften zu verständigen. Zunächst ist diese Idee auch toll und macht allen Spaß, doch dann scheint jemand anderes von diesen Botschaften erfahren zu haben und diese zu nutzen, um die Jugendlichen an Orte zu locken! Und dann entdecken sie die erste Leiche…  Dreißig Jahre später kann Ed die Ereignisse immer noch nicht ganz vergessen. Und plötzlich scheint der Kreidemann wieder im Ort zu sein.

    Das Buch ist ein wirklich gelungener Thriller mit gutem Spannungsaufbau. Die Story kommt ohne viel Blut aus und setzt eher auf die Psychologie. Einige Momente waren so bildlich und nachvollziehbar beschrieben, dass ich selbst beim Lesen Gänsehaut bekam. Das Buch ist einfach zu lesen und da ich für die Lösung auch lange gebraucht habe ein wirklich schnell vergehender Pageturner. Irgendwie habe ich beim Lesen immer wieder auch an meine eigene Jugend und die Sommer dieser Zeit zurückdenken müssen, das hat bei mir eine ganz besondere Stimmung hervorgerufen. Ich kann dieses Buch wirklich empfehlen!

  10. Cover des Buches Ready Player One (ISBN: B008H04UM4)
    Ernest Cline

    Ready Player One

    (75)
    Aktuelle Rezension von: Randberliner

    Zugegeben, ich habe die englische Fassung des 2011 erschienenen Buches gelesen, so dass ich über die Qualität der deutschen Übersetzung keine Aussagen treffen kann. Vor mir erhält das Buch fünf Sterne. Das liegt sicher auch daran, dass als langjähriger Spieler von Second Life, WoW und anderen Online-Spielen mir die Welt der OASIS, einer virtuellen Welt, in dem der größte Teil der Handlung spielt, mehr als vertraut ist. Der Plot ist einfach stimmig und entspricht dem, was ich aus meiner Erfahrung mit Online-Spielen für die Zukunft extrapolieren würde. Dazu kommt eine gehörige Portion Gesellschaftskritik, gemischt mit dystopisch Welten, die in meinen Augen durchaus nicht unwahrscheinlich sind. Eigentlich hatte ich den Film, der 2018 in die Kinos kam, auf der Agenda. Aber dann habe ich die Buchvorlage entdeckt und mich entschieden, zuerst die Bücher (Ready Player Two ist soeben erschienen) zu lesen, um anschließend die cineastische Umsetzung zu genießen.

    Über den Plot möchte ich natürlich nicht sploidern. Aber ich kann jedem Leser versichern, dass es Spannung pur ist; für mich ein wahrer Pageturner. Zwar sind die Protagonisten noch relativ jung, was in ihrer Sprache und ihren Umgangsformen zum Ausdruck kommt. Aber das bedeutet nicht, dass die Handlung nur junge Leser anspricht, ganz im Gegenteil. Wer in den 80er Jahren aufgewachsen ist (und das ist jetzt die Generation der heutigen 50- bis 60-Jährigen), entdeckt überraschende Reminiszenzen an die eigene Jugend. Für Kenner und Fans der 80er Jahre, die gekennzeichnet waren durch die ersten, primitiven Videogame-Konsolen, kultige Filme (u. a. WarGames, Monty Python) und die für diese Jahre spezifische Rockmusik, ist das Buch auf jeden Fall ein Hochgenuss. Obwohl in den 2040er Jahren spielend, ist es ein unterhaltsamer und manchmal auch lehrreicher Rückblick auf die 80er Jahre.

    Nicht zuletzt ist das Thema der virtuellen Welten aktuell wie nie, spätestens seit Facebook (und andere Big Tech Unternehmen) an Projekten wie Mataverse arbeiten und Themen wie Virtual-, Mixed- und Augmented Reality versprechen, die nächsten großen Blockbuster werden und wie das Internet unser Leben grundlegend zu ändern.

    Zusammenfassend kann ich sagen, dass es Ernest Cline gelungen ist, ein spannendes und auf jeden Fall lesenswertes Buch sowohl für junge Online-Gamer als auch für junggebliebene Erwachsene zu schreiben.

  11. Cover des Buches In der ersten Reihe sieht man Meer (ISBN: 9783426511862)
    Volker Klüpfel

    In der ersten Reihe sieht man Meer

    (131)
    Aktuelle Rezension von: samantha_linde

    Durch die Zeitreise entstehen lustige Situationen, und man fühlt mit der Hauptperson mit. Nebenbei hat man immer wieder das Gefühl "Ja genau, das kenn ich. So war's früher." Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und wollte es gar nicht mehr aus der Hand legen, da es nie langweilig wurde. Das lag auch am lockeren und unkomplizierten Schreibstil. Auch wenn manche kritisieren, dass zu viele Klischees bedient werden, bin ich der Meinung, dass sich so jeder in einzelnen Situationen oder Eigenheiten wiederfindet. Das Buch weckt Erinnerungen an Urlaube in der Kindheit und schafft dadurch eine Wohlfühlatmosphäre. Den Schluss finde ich auch gelungen: Man wird überrascht und dennoch bleiben ein paar Fragen offen zur eigenen Interpretation.

    Besonders toll fand ich als Kluftinger-Fan den kleinen Gastauftritt von Kluftinger und seiner Erika. Zum Schmunzeln!

  12. Cover des Buches Die Optimisten (ISBN: 9783961611065)
    Rebecca Makkai

    Die Optimisten

    (76)
    Aktuelle Rezension von: AcEastend

    Selten hat mich ein Buch, in dem es um eine, mir gänzlich fremde Welt geht, so mitgerissen.

    Die Geschichte vom homosexuellen Yale und seinen Freunden beginnt 1985 in Chicago. AIDS verbreitet sich in Boystown und reißt einen jungen Menschen um den anderen, aus dem Leben. 

    Auch den Kunstexperten Yale selbst, der gerade auf dem Höhepunkt seiner Karriere angekommen zu sein scheint. 

    Eines der ersten Opfer war sein Freund Nico. 

    Dessen Schwester Fiona reist 30 Jahre später nach Paris, um ihre Tochter zu suchen. 

    Warum diese untergetaucht ist und wie das in Zusammenhang mit Yale und den tausenden Opfern des todbringenden Virus steht, sollte man sich nicht entgehen lassen. 

    Denn auf stolzen 615 Seiten werden die verschiedenen Lebensgeschichten der Protagonisten so ein- und zeitgleich unaufdringlich erzählt, dass man meint, dabei gewesen zu sein. 

    Es sind Geschichten von Liebe und Verlust, von Tod und Leben und der tiefen Bedeutung allen Seins… 


    Ein Pageturner, dessen kunstvolles Ende mich zu Tränen gerührt hat, obwohl mir das sehr selten passiert. Geschrieben wie ein Filmabspann des Lebens vor dem inneren Auge…

    Ich werde es wohl noch ein paar Tage nachhallen lassen müssen, um dem nächsten Buch wirklich gerecht zu werden. 

    Eins der wenigen Bücher, das bleiben darf, um den ein oder anderen Gedankenanstoss  erneut aufzugreifen und es an so viele Menschen wie möglich zu verleihen, von denen ich denke, dass sie es unbedingt lesen müssen!!! Danke Eisele Verlag und Rebecca Makkai für dieses fantastische Buch, das man erst einmal schlucken und verkraften muss…🌈📚🖼️

  13. Cover des Buches Carrie Soto is Back (ISBN: 9783548067537)
    Taylor Jenkins Reid

    Carrie Soto is Back

    (304)
    Aktuelle Rezension von: dorothea84

    Ich bin absolut sprachlos. Taylor Jenkins Reid hat mit „Carrie Soto is Back“ ein Buch geschrieben, das mich von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann gezogen hat. Carrie ist keine einfache Protagonistin, aber genau deshalb ist sie so brillant. Ihr Ehrgeiz und ihre Beziehung zu ihrem Vater sind so authentisch beschrieben, dass man das Gefühl hat, eine echte Biografie zu lesen.

    Man muss kein Tennis-Fan sein, um dieses Buch zu lieben. Es geht um so viel mehr: um Neuanfänge, um das Altern und darum, was es bedeutet, die Beste zu sein. Ich habe mitgefiebert, mitgelitten und jede Sekunde genossen.

    Fazit: Ein kraftvolles, emotionales Buch, das noch lange nachwirkt. Absolute Kaufempfehlung!

  14. Cover des Buches Wiener Straße (ISBN: 9783462001617)
    Sven Regener

    Wiener Straße

    (64)
    Aktuelle Rezension von: rkuehne


    Wiener Straße war für mich inzwischen das dritte oder vierte Buch aus Sven Regeners Herr-Lehmann-Kosmos. Und wie so oft gilt: Wer Sven Regener liest, bekommt genau das, was er erwartet. Das ist einerseits eine große Stärke, andererseits vielleicht auch eine kleine Schwäche.

    Wieder begegnet man den bekannten Figuren – Frank Lehmann, Karl, Erwin Kächele und vielen anderen – und taucht ein in das West-Berlin der 1980er Jahre. Regener erzählt mit seiner angenehm lakonischen Sprache von den kleinen Verrücktheiten des Alltags, von scheinbar belanglosen Gesprächen und herrlich schrägen Situationen. Das ist oft sehr komisch und macht einfach Spaß.

    Gleichzeitig hatte ich diesmal häufiger das Gefühl, dass sich die Bücher innerhalb dieses Universums ähneln. Manchmal wusste ich gar nicht mehr genau, aus welchem Roman ich eine bestimmte Figur oder Szene kannte. Einige Passagen waren mir außerdem einen Tick zu verspielt oder zu albern.

    Trotzdem habe ich das Buch gerne gelesen. Wer Regeners Humor und seinen Erzählstil mag, wird sich auch hier wohlfühlen. Für mich reicht es diesmal zu 3 von 5 Sternen – gute Unterhaltung, aber ohne die Frische, die ich beim ersten Besuch in diesem Universum empfunden habe.

  15. Cover des Buches Time Travel Girl: 1989 (ISBN: 9783038481089)
    Susanne Wittpennig

    Time Travel Girl: 1989

    (27)
    Aktuelle Rezension von: liesmal50

    Eine Zeitmaschine, die es möglich macht, eine „Reise“ in die Zukunft zu machen? Dieser Gedanke ist so unvorstellbar, dass ich kaum begreifen kann, wie es Susanne Wittpennig, der Autorin von „Time Travel Girl“ gelingen konnte, mich derart an das Buch zu fesseln, dass ich beim Lesen zu keinem Zeitpunkt daran gedacht habe, dass hier Fiktion und Realität miteinander verschmelzen. Ich war wirklich mittendrin. Durch die bildhafte Beschreibung ist es leicht, ins Jahr 1989 einzutauchen und mich wohl zu fühlen mit den Erinnerungen an die Musik und den Begegnungen mit Walkman, mit Bandsalat… Das Internetzeitalter schien noch so weit entfernt!

    Lisa und Zac sind 16, tüfteln an einer Zeitmaschine und glauben fest an den Erfolg. Diese Vorstellung kann Britt, Lisas einzige Freundin, so gar nicht teilen. Anders Doc Silverman, der als Vater unsagbar stolz ist auf Zacs Intelligenz und den Eifer, mit dem er seine Pläne verfolgt. Wenn da nur nicht der Bösewicht Ash wäre!

    Mir gefällt, dass in der Geschichte auch die christlichen Werte einen großen Raum einnehmen. Ich fand es toll, auch mal das Buch zur Seite zu legen, um meinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Wie entwickelt sich mein Leben? Was wäre, wenn ich mich anders entscheiden würde als geplant? Welchen Weg gehe ich und welchen Einfluss kann ich auf das Leben anderer nehmen? 

    Besonders berührt mich alles, was ich über die Freundschaft zwischen Momo und Lisa lese. Wie sehr man geprägt wird durch die Familie, beschreibt die Autorin sehr eingehend und gewissenhaft. 

    Meine Gefühle schlagen Purzelbaum und bewegen sich in einem ständigen Auf und Ab. Der Spannungsbogen ist  zum Zerreißen gespannt, lässt aber nicht nach, auch nicht am Ende des Buches.

    Ein fieser Cliffhanger beendet das Buch, den ersten Teil einer Trilogie. Nur gut, dass inzwischen alle drei Bücher erschienen sind!

    Ich denke, dass das Buch nicht nur Jugendlichen, sondern Menschen aller Altersklassen ein besonderes Lesevergnügen bereitet. Meine Empfehlung dafür kommt aus vollem Herzen!

     

  16. Cover des Buches Ready Player One (ISBN: B07166WK8T)
    Ernest Cline

    Ready Player One

    (65)
    Aktuelle Rezension von: Soeren

    Teenager Wade Watts verbringt einen Großteil seines Leben in der Online-Welt OASIS. Anders ist das trostlose Leben für viele Menschen im Jahr 2044 auch gar nicht zu ertragen. Als der Erfinder der digitalen Welt stirbt, beginnt eine Online-Schatzsuche. Irgendwo in seinem virtuellen Universum hat er drei Schlüssel versteckt und derjenige, der sie zuerst findet, wird nicht nur Herrscher über die OASIS, sondern erbt auch das milliardenschwere Vermögen. Wie tausende andere auch begibt sich Wade auf die Suche. Er hat allerdings einen kleinen Vorteil: So wie der Erfinder der Online-Welt ist Wade ein großer Fan der Achtziger Jahre und hat es dadurch eine Spur leichter, die versteckten Rätsel und Hinweise zu entschlüsseln. Doch die Konkurrenz bleibt ihm dicht auf den Fersen.
    Nachdem ich bereits Steven Spielbergs Verfilmung kenne, bin ich mit keinen großen Erwartungen an den Roman herangegangen. Aber die Buchvorlage ist um einiges nerdiger, spannender und abwechslungsreicher. Trotz oder gerade wegen der vielen Anspielungen auf die Popkultur der 80er-Jahre macht die Geschichte sehr viel Spaß. Man fiebert und leidet mit Wade und freut sich darauf, ihn bei seiner Schnitzeljagd zu begleiten. Wer mag, kann in dem ganzen virtuellen Treiben sogar den einen oder anderen philosophischen Ansatz erkennen. Tolle Geschichte. Ich freue mich schon auf die vor kurzem erschienene Fortsetzung, die folgerichtig „Ready Player Two“ heißt.
    Die ungekürzte Hörbuchfassung hat eine Dauer von 14h49min und wird gewohnt großartig von David Nathan gelesen.

  17. Cover des Buches Wir Kassettenkinder (ISBN: 9783426788530)
    Stefan Bonner

    Wir Kassettenkinder

    (50)
    Aktuelle Rezension von: Maza_e_Keqe

    Ich betrachte dieses Buch als Pflichtlektüre für alle, die in den 1980er Jahren aufgewachsen sind, also in den 70-ern geboren wurden um das bunte Jahrzehnt mitzuerleben.

    Es ist eine Zeitreise auf Papier. Ich fühlte mich beim Lesen als würde ich einer TV-Dokumentation über die turbulenten 80-erJahre folgen. Die Bilder teils sehr lebhaft vor Augen beschreiben Anne Weiss und Stefan Bonner, wie sie als Kinder und Jugendliche diese Zeit erlebt haben. Dabei gibt es reichlich zum Schmunzeln, aber auch sehr ernste Themen werden angesprochen. Denn in diesen 10 Jahren gab es von allem reichlich.

    Ich fühle mich persönlich leider nur bedingt angesprochen. Als jemand, der die Musik nur aus dem Radio kennt, das mit den "größten Hits der 80-er, 90-er und von heute" warb, schwebe ich nicht auf der Nostalgie-Wolke. Auch die genannten Filme kenne ich nicht. Trotzdem hatte ich große Freude beim Durchsuchten des Buches und empfehle es uneingeschränkt allen, die eine gedankliche Zeitreise unternehmen möchten.

  18. Cover des Buches Der Regisseur (ISBN: 9783750239401)
    Olivia Kleinknecht

    Der Regisseur

    (46)
    Aktuelle Rezension von: BeatriceCarina

    Das Buch Der Regisseur von Olivia Kleinknecht war für mich eine gewisse Herausforderung. Der Regisseur ist gespenstisch, brutal und tyrannisiert alle.

    Durch den Wechsel zwischen den Protagonisten ist es etwas anspruchsvoll zu lesen, jedoch war es dadurch auch extrem spannend. Es ist schwierig den Eindruck in sinnvolle Worte zu fassen. Ich gebe Olivia für ihr Buch 5 von 5 Sternen.

  19. Cover des Buches Eifel-Blues (ISBN: B005T4TKB2)
    Jacques Berndorf

    Eifel-Blues

    (128)
    Aktuelle Rezension von: FranklinTummescheit

    "Eifel-Blues" (1989) ist der erste Roman der erfolgreichen Eifel-Krimi-Reihe von Jacques Berndorf, einem Pseudonym des deutschen Journalisten und Autors Michael Preute. Im Mittelpunkt der Geschichte steht der Journalist Siggi Baumeister, der in der idyllischen Eifel lebt und arbeitet. Sein ruhiges Leben wird gestört, als er in einen mysteriösen Kriminalfall verwickelt wird. Eine junge Frau verschwindet spurlos, und kurz darauf wird ihre Leiche gefunden. Siggi Baumeister beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln, wobei er immer tiefer in ein Netz aus Lügen, Korruption und dunklen Geheimnissen gerät, die in der scheinbar beschaulichen Eifel verborgen liegen. Unterstützt wird er dabei von seinen Freunden, dem pensionierten Kommissar Rodenstock und der Fotografin Emma. Gemeinsam decken sie die wahren Hintergründe des Verbrechens auf, die weit in die Vergangenheit zurückreichen.

    "Eifel-Blues" von Jacques Berndorf ist ein gelungener Auftakt zu einer Krimi-Reihe, die die deutsche Regionalliteratur nachhaltig geprägt hat. Der Roman besticht durch seine atmosphärische Darstellung der Eifel, die Berndorf mit viel Liebe zum Detail beschreibt. Die Landschaft wird nicht nur zur Kulisse, sondern zu einem eigenen Charakter, der die Handlung maßgeblich beeinflusst.

    Siggi Baumeister ist ein unkonventioneller Ermittler, der mit seinem zynischen Humor und seiner Menschlichkeit sofort sympathisch wirkt. Die Erzählweise ist authentisch und bodenständig, was dem Leser das Gefühl gibt, direkt in die Eifelwelt einzutauchen. Besonders hervorzuheben ist die realistische Darstellung des journalistischen Alltags, die Berndorf mit seiner eigenen Berufserfahrung geschickt einfließen lässt.

    Allerdings leidet der Roman stellenweise unter Längen, insbesondere in den Passagen, in denen Baumeisters Privatleben und seine persönlichen Reflexionen im Vordergrund stehen. Diese könnten für manche Leser die Spannung dämpfen. Zudem ist der Kriminalfall an sich zwar solide konstruiert, bietet jedoch keine allzu überraschenden Wendungen. Wer jedoch ein Fan von gut ausgearbeiteten Charakteren und regionalen Milieuschilderungen ist, wird "Eifel-Blues" dennoch schätzen.

    Insgesamt ist "Eifel-Blues" ein unterhaltsamer Regionalkrimi, der vor allem durch seine stimmungsvolle Atmosphäre und die lebensnahen Figuren überzeugt. Er bildet eine solide Grundlage für die nachfolgenden Bände der Reihe, die sich mit der Zeit zu einem echten Kult entwickelt haben.

  20. Cover des Buches Eleanor & Park (ISBN: 9783965390249)
    Rainbow Rowell

    Eleanor & Park

    (37)
    Aktuelle Rezension von: Jennifer_Bihr

    „Eleanor & Park“ ist ein Roman von Rainbow Rowell und wurde 2016 durch dtv in Deutschland verlegt. Der Roman handelt von den Schwierigkeiten und Glücksmomenten der ersten Liebe.

    Ich habe eine generischen Liebesgeschichte Erwartet, mit den üblichen Teeny-Plattitüden und einem vorhersehbaren, aber überaus romantischen Ende, durfte aber mit dem Verlauf der Geschichte immer weiter positiv überrascht werden.

    Die Hauptfiguren sind die neu in die Kleinstadt hinzugezogene Eleanor und der Außenseiter Park, welche die Handlung aus ihrer jeweiligen Perspektive erzählen. Dabei ist Eleanor ein starker Charakter mit einer ungewöhnlichen Ausstrahlung und einer großen Portion Selbstbewusstsein, während Park noch dabei ist, sich selbst zu entdecken und in seiner Rolle als Außenseiter zu finden. Diese Kombination führt so zu spannenden Dynamiken im Umgang miteinander und ihrem jeweiligen Umfeld.

    Denn die Liebe von Eleanor und Park zueinander ist nicht selbstverständlich – erst nach langem Schweigen und gegenseitigen ignorieren entwickelt sich eine fragile Freundschaft, die sich langsam und schleichend zu Verliebtheit entwickelt. Diese Liebe, die sie füreinander entwickeln, ist auch das, was ihnen den Mut gibt aus den kleinstädtischen Ketten zu entreißen und selbstbewusst ihren Lebensweg zu folgen – unabhängig der Reaktionen der eigenen Eltern und Klassenameraden. Dass dies zu Konflikt führt, wird schnell deutlich, denn ihre Familie, Freunde, Klassenkameraden und die Angst vor der Meinung anderer führen dazu, dass sich Eleanor und Park nur über Umwege zu den Menschen entwickeln können, die sie sein wollen und können.

    Das Thema des Buches wird somit schnell klar und wird sogar in den ersten Kapiteln von den Hauptfiguren selbst benannt: Es geht darum den/ die Leser*in die Erinnerungen an die erste Liebe wieder aufleben zu lassen und sich daran zu erinnern, wie es ist, jung zu sein und sich auch gegenüber nervigen Klassenkameraden zu behaupten.

    Im Buch selbst wird wenig auf Rhetorische Mittel zurückgegriffen, da versucht wurde den jugendlichen Sprachstil authentisch zu imitieren. Das führt dazu, dass viele Gefühle und Handlungen nur limitiert artikuliert werden konnten, was aber durch den Gebrauch von Gedichten, Songlyrics und die Verwendung von jugendlichen Phrasen ausgeglichen wird – so kann die Sprachlosigkeit und das Fehlen der richtigen und literarisch anspruchsvollen Worte gut nachvollzogen werden und führt somit umso mehr dazu, dass in den jeweiligen Szenen mitgefühlt werden muss, da die Sprachlosigkeit aus eigenen Erfahrungen nachvollzogen werden kann. So haben die Hauptcharaktere zu Beginn noch durch das gemeinsame Hören von Kassetten kommuniziert, bis sie sich endlich trauten sich unbeholfen gegenseitig ihre Liebe zu gestehen.

    Das Ausmaß an Mitgefühl, welches ich empfinden durfte, geschah entgegen allen meinen Erwartungen, da ich zunächst aufgrund der Romangattung die Sorge hatte, dass es zu einem kitschigen Schreibstil oder Phrasenwerferei kommt, welche Fremdschamerfüllend wirken könnte. Überraschenderweise war viel mehr das Gegenteil der Fall: Vielmehr konnte ich die Gefühle und das Handeln beider Hauptcharaktere nachempfinden und musste immer wieder innehalten, um an eigene Erfahrungen zurückzudenken – als Teenager haben eben manche Gesten und Aussagen so viel mehr Bedeutung, für welche man ab einem bestimmten Alter ganze Gedichte braucht, um sie zu vermitteln.

    So waren Gestotter oder kleine Liebesschwüre nicht nervig, sondern spiegelte die vielfältige und tiefgreifende Gefühlswelt der Figuren wider und überzeugten mit den authentischen und auch manchmal witzigen Reaktionen.

    So wurde der Schreibstil dazu verwendet, um tatsächlich die Erfahrungen einzufangen als bloß beschreibend tätig zu werden oder sich unnötigerweise zu verkünsteln, wie es beispielsweise durch zu detaillierte oder poetische Beschreibungen passieren kann.

    Die Handlungen war schlüssig und leicht verständlich und konnte sogar entgegen allen Erwartungen zum Schluss eine überraschende Wendung bieten. Dabei wurde die Handlung nie von externen Einflüssen aufgezwungen, sondern war immer die Konsequenz der Beziehungsdynamiken der unterschiedlichen beteiligten Figuren. Das ermöglichte die Figuren kennenzulernen, ihr Denken und Handeln nachzuvollziehen und tatsächlich mitzufühlen, wobei immer die Frage im Raum stand, wie man selbst gehandelt hätte oder ob man im richtigen Moment tatsächlich die passenderen Worte hätte finden können.

    Das konnte gelingen, da die Geschichte aus der Sicht der Figuren erzählt wurde, ohne durch Tipps oder Betonung etwas über die zukünftigen Entwicklungen zu verraten. Die Autorin ist gezielt nur auf Aspekte eingegangen, welche authentisch von Jugendlichen in den beschriebenen Lebensverhältnissen wahrgenommen werden können.

    Dadurch werden auch die Stärken des Romans deutlich: Die Autorin hat es geschafft die Gefühle und Reaktionen für Eleanor und Park so darzustellen, dass man gar nicht anders konnte, als mitzufühlen und die jeweiligen jugendlichen Eigenschaften und Handlungen nachzuvollziehen. Hätte Rowell versucht die Gefühle aus einer anderen Betrachtungsebene oder Erzählperspektive zu erzählen oder die Gefühle allgemeiner zu beschreiben, hätte die Geschichte an der Wirkungskraft verloren, welche sie auszeichnet. Das hätte passieren können, hätte Rowell die Hauptcharaktere romantischer beschrieben, als sie tatsächlich sind, plötzliche dramatische Wendungen eingefügt, die der Handlung künstlich eine neue Dynamik verpassen oder die Charaktere altersuntypisch reden lassen.

    Die Entstehungen der Beziehung beobachten und antizipieren zu dürfen war unglaublich inspirierend und berührend, da sie nicht das Ergebnis eines externen Zwangs war oder einfach in die Geschichte passte, wie es etwa in fantastischen Jugendromanen der Fall ist, sondern entwickelte sich auf Grund der sich ergänzenden Charaktere, Neugierde, Nachsicht und gegenseitigen Interesse, welche die beiden Jugendlichen zusammentrieb, ohne den anderen zu überfordern.

    Es war ein schönes und positiv überraschendes Erlebnis dieses Buch lesen zu dürfen – gerade für eine Person, welche solche Erfahrungen selbst nicht sammeln konnte.

    Deswegen kann ich diesen Roman jedem empfehlen, welcher seine erste Liebe wieder erleben will oder eine Ahnung davon haben will, was ihn erwarten kann.

  21. Cover des Buches Kampfsterne (ISBN: 9783832165024)
    Alexa Hennig von Lange

    Kampfsterne

    (112)
    Aktuelle Rezension von: Sandra_Gy

    Menschen in einem Mikkrokosmos in der es um das Aufrechterhalten von  Fassaden geht. er Roman gibt spannende Einblicke in eine scheinbar heile schöne Welt. Aber nichts ist so wie es nach außen scheint: Die Protagonisten hadern mit ihren Gedanken, Hoffnungen, Enttäuschungen und Erwartungen und warten irgendwie auf Erlösung.

  22. Cover des Buches Stasiland (ISBN: 9783596522705)
    Anna Funder

    Stasiland

    (11)
    Aktuelle Rezension von: chillimarinade

    "Stasiland" hat mich von Anfang an mit den facettenreichen Charakteren und der interessanten Sidestory aus dem Leben der Autorin gepackt und ich konnte das Buch einfach nicht weglegen.


    Die Charaktere unterscheiden sich vom Alter bis hin zur historischen Position, "auf welcher Seite der Geschichte" sie standen. Ich habe das Buch vor zwei Jahren gelesen und bin immer noch begeistert und kann nicht aufhören zu schwärmen.


    Obwohl es eher ein spontaner Kauf damals in Berlin war, ist das eins der Top 20 besten Bücher, die ich jemals gelesen habe!

  23. Cover des Buches Drei Frauen im R4 (ISBN: 9783548069654)
    Christine Weiner

    Drei Frauen im R4

    (45)
    Aktuelle Rezension von: Lysan73

    Die 3 Freundinnen bekommen zu ihrem gemeinsamen 150. Geburtstag eine Italienreise geschenkt, die sie immer schon zusammen machen wollten. Knackpunkt: Alles soll wie damals sein, das abgewrackte Auto, die äußerst knappe Reisekasse, die Klamotten.... Ganz so einfach funktioniert das verständlicherweise nicht, weckt aber viele ERinnerungen und führt dazu, dass sich die Frauen innerlich sortieren und auf das Wichtige im Leben zurückbesinnen... wenn auch nicht ohne innere und äußere Blessuren. Aber wie es so ist, manchmal muss man zu seinem glück gezwungen werden.

    Mich hat die Story nicht vom Hocker gerissen aber ganz nett unterhalten. Schöne Lektüre für Frauen in den Sechzigern.

  24. Cover des Buches Deadly Class 1 (ISBN: 9783959811811)
    Rick Remender

    Deadly Class 1

    (18)
    Aktuelle Rezension von: paevalill

    Rick Remender dürfte Graphic Novel Fans ein Begriff sein. In der "Deadly Class" Reihe beschäftigt er sich mit Jugendlichen, die in einer weltweit einzigartigen Schule zu Assassinen ausgebildet werden sollen.

    "Just doesn't matter where they're from, kids are all the same.... vicious. Only difference is, in this place the dagger they put in your back is real."

    So brutal die Geschichte anmutet, so sehr spürt man als LeserIn die (für manche) typischen Erfahrungen aus der Jugend. Die Protagonisten sind weitgehend Outcasts oder solche, die sich heimlich mit den Außenseitern treffen und vor den anderen Gruppen eine andere Rolle spielen. So spielt sich einer als großer Gangster auf, würde aber keiner Fliege etwas zuleide tun. Saya ist die Anführerin der asiatischen Kids, is aber sehr gut mit der hispanischen Maria, Freundin des brutalen Chico, befreundet. Hinter jedem Jugendlichen versteckt sich eine Geschichte hinter deren Fassade, im ersten Band erfahren wir erste Hintergrund Geschichten.

    Hauptfigur ist der vierzehnjährige Marcus, der nach dem Tod seiner Eltern in einem Waisenhaus leben musste und zuletzt sein Dasein auf der Straße fristen musste, ohne jede Perspektive. Sein Ruf, für den Tod anderer Waisenbewohner verantwortlich zu sein, sorgt dafür, dass er in die Schule der Assassinen aufgenommen werden soll. Da er keine andere Perspektive sieht, lässt er sich nach anfänglichem Zögern auf sie und die Jugendlichen ein. Doch dort beginnt er erst einmal ganz unten, als "Rat". Sein Ziel: Das Töten von Ronald Reagan, den er für den Tod seiner Eltern und damit dem Beginn seines unglücklichen Lebens verantwortlich macht.

    Schön finde ich wie selbstverständlich mit sogenannten Minderheiten umgegangen wird. Die Schule ist international, wichtiger als die Hautfarbe oder Kultur ist die aus der eigenen Schulzeit bekannte Zugehörigkeit zu einzelnen Gruppen.

    Weitere am Graphic Novel Beteiligte sind Wes Craig (Batman) und Lee Loughridge (Fear Agent). Der Image Verlag passt wieder Hervorrang zu dieser besonderen Reihe.

    Für mich ist der Auftakt vielversprechend, spielt er in den 80er Jahren mit tiefgründigen Charakteren.

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