Bücher mit dem Tag "90er"
31 Bücher
- David Nicholls
Zwei an einem Tag
(3.716)Aktuelle Rezension von: FelixVEmma und Dexter verbringen nach ihrem Collegeabschluss eine Nacht zusammen, dann trennen sich ihre Wege. Doch jedes Jahr am 15. Juli verfolgen wir ein kurzes Kapitel aus ihrem Leben, in dem sie sich einander annähern, sich verlieren und sukzessive wachsen. Nicholls mischt Humor, Herz und lebendige Brit-Pop-Reflexionen und lässt eine nie vollständig romantisierte, aber zutiefst menschliche Liebe entstehen.
Die Stärke des Romans liegt in seiner ehrlichen Darstellung des Erwachsenwerdens, in der Suche nach Identität und im Spiel zwischen Nähe und Distanz. Emma bleibt bodenständig, kämpft mit Erwartungen, Dexter pendelt zwischen Starrummel und Selbstzweifel. Diese Dualität wird realistisch und ohne Kitsch erzählt. Die ausgewählten Tage reichen aus, um ein ganzes Leben zu spüren, selbst ohne vollständige Chronik der Zwischenzeit. Das Ende trifft dich.
Fazit:
Ein melancholischer Liebesroman, der lange nachhallt. - Max Rhode
Die Blutschule
(1.034)Aktuelle Rezension von: Kathrin_HermannIn zwei Tagen ausgelesen und was soll ich sagen... ich bin wie immer begeistert. Ich mag einfach den Schreibstil - der hier stark an die ersten Werke erinnert - und die Art wie sich die Spannung immer mehr und mehr steigert, sodass man die letzten Seiten eigentlich nur noch überfliegen möchte und endlich zu erfahren wie es ausgeht. Und immer ist das gewisse Augenzwinkern mit dabei (und sei es nur bei den Danksagungen oder wie in diesem Fall, ohne zu viel verraten zu wollen, bei den Beschwerden).
Die Aufregung über den Preis kann ich mal nun gar nicht nachvollziehen. Ich schließe mich da völlig der Bewertung des Sebastian F. an (und ich traue Herrn Fitzek durchaus zu, dass er diese Bewertung tatsächlich selber geschrieben hat). Ein Buch ist doch etwas das sich optisch etwas her machen sollte, das ich mir danach ins Bücherregal stelle und gerne nochmal in die Hand nehme. Der Verlag oder Herr Fitzek oder wer auch immer es endgültig entschiedet, gibt sich immer sehr viel Mühe, dass die Bücher hochwertig aussehen und auch in diesem Fall macht es etwas her. Es ist ja kein einfaches Taschenbuch und ich halte den Preis für völlig angebracht.
Für mich ist es ein gelungenes Erstlingswerk im Bereich Horror/Fantasy und ich würde mich über weitere Werke von Herrn Rhode alias Fitzek sehr freuen. Ob das Buch nun in Zusammenhang mit dem Joshua-Profil steht, wird sich dann ja nächste Woche raus stellen.
Das Buch ist - wie ich finde - nicht viel blutiger oder rauer als gewohnt. Es wird - wie man es kennt - an den Stellen aufgehört zu beschreiben die man auch einfach nicht genauer ausgeführt haben möchte. So war es schon immer und so wird es vermutlich bleiben. Den Bücher sind - im Gegensatz zum TV nun mal reines Kopfkino.
- Benedict Wells
Becks letzter Sommer
(459)Aktuelle Rezension von: Hubertus_FeldmannEs ist eine Binse und dennoch bestimmt diese unser Leben: Letztlich sind es die Zufälle und die daraus entstehenden Möglichkeiten, die unser weiteres Leben bestimmen. Man kann noch so ein begnadeter Künstler sein, wenn dieses Talent nicht entdeckt und gefördert wird, versandet es im Ungefähren. Diese Zusammenhänge werden in diesem Roman auf eine interessante und gleichwohl in Teilen traurig stimmende Weise dargestellt. Wie sich schlussendlich doch alles fügt, da Erfahrenes, Erlebtes eben nicht spurlos an einem vorüberzieht und immer wieder neue Chancen entstehen sind die tröstenden Gewissheiten, die durch dieses Buch gespeist werden – auch wenn es gilt Träume mit der Realität zu konfrontieren und Abschiede in ihrer Konsequenz oft brutal und schmerzhaft sind. Schlussendlich sind es die Erinnerungen, die darüber entscheiden, ob man sein Leben nicht verschwendet hat: „‘[…] Wenn ich alt bin, werde ich mir davon [Erinnerungen] leider nichts kaufen können. Jedenfalls nichts, was mich noch glücklich machen könnte, wenn ich – mal pathetisch gesagt – im Rollstuhl sitze oder im Bett liege. Das Einzige, was ich dann noch habe, sind meine Erinnerungen. Und, tut mir leid, aber wenn ich tatsächlich irgendwann mal meinen Enkeln von meinem Leben erzählen sollte, dann will ich nicht die Geschichte eines Mannes erzählen, der nur deshalb Lehrer gewesen ist, weil es halt so bequem und sicher für ihn war.‘“
Keine Bange, so getragen geht es in diesem Roman nicht nur zu. Es sind auch zahlreiche spaßige Elemente darunter, die in Verbindung mit den Fragen an das Leben dieses Buch zu einem besonderen Buch machen: es unterhält, ohne banal zu sein. Dafür sind die zentralen Punkte zu sehr am Leben orientiert: Es geht ums Altern, um den Sinn des Lebens, um Ziele und Träume, um Chancen und Entscheidungen – und darum, an diesen Fragen nicht zu scheitern. Dies alles wird in eine Geschichte gebettet, die zwei große Themen miteinander verbinden: Musik und Liebe. Und was in diesem Zusammenhang passieren kann, wird hier an menschlichen Beziehungen dargestellt, die es in sich haben: ein Lehrer, der lieber Musiker geworden wäre, ein Farbiger, der an seinen Gefühlen (ver)zweifelt, ein Heranwachsender, der die Musik im Blut hat, aber der Liebe hinterherläuft – und eine Fahrt durch den halben Kontinent, in der diese verschiedenen Charaktere mit ihren unterschiedlichen Befindlichkeiten enger zueinanderfinden und doch auch immer wieder auseinandergerissen werden.
Aus diesem Wechselspiel der Gefühle ergibt sich ein stimmiges Bild aus Lebensentwürfen, die an ihren jeweiligen Realitäten gemessen werden. Dies geschieht in stimmungsvollen Episoden und zahlreichen Repliken auf die Musikszene. Und wie hier Musik beschrieben und hörbar gemacht wird, ohne sie hören zu können, gehört mit zum Besten, was ich je gelesen habe. Und wie hier der Autor quasi eine Statistenrolle übernimmt und zum Gesprächspartner (in zeitlicher Distanz) wird, ist sowohl in ihrer Anlage als auch Ausführung brillant.
(21.3.2025)
- Christian Huber
Man vergisst nicht, wie man schwimmt
(228)Aktuelle Rezension von: MirarimKLAPPENTEXT
Eine Freundschaft, eine Liebe und ein Tod – am letzten Tag des Sommers verändert sich das Leben eines Jungen in der bayrischen Provinz für immer.
31. August 1999. Sengende Hitze liegt über Bodenstein, dem Heimatkaff des 15-jährigen Pascal. Es sind die großen Ferien, und eigentlich könnte der Junge den Sommer genießen. Den Skatepark. Die Partys der Oberstufler. Das Freibad mit den besten Pommes des Planeten. Doch seit er nicht mehr schwimmen kann, mag Pascal den Sommer nicht mehr. Warum das so ist, das kann er nicht erzählen. Ebenso wenig, wieso ihn alle Krüger nennen. Und erst recht nicht, warum er sich unter keinen Umständen verlieben darf. Lieber träumt er vor sich hin und schreibt Geschichten. Dann kracht Jacky in seine Welt. Ein geheimnisvolles Mädchen aus dem Zirkus. Mit roten Haaren, wasserblauen Augen und keiner Angst vor nichts. Zusammen verbringen sie einen flirrenden, letzten Sommertag, der alles für immer verändert ...
MEINUNG
Das Buch spielt am 31.08.1999. Alleine die Tatsache, dass das gesamte Buch vorallem von diesem einen Tag handelt, fasziniert mich im Nachgang immer noch.
Ich selbst war zu dem Zeitpunkt noch einige Jahre davon entfernt Jugendliche zu sein, weshalb ich nicht aus eigener Erfahrung bestätigen kann. Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass Christian Huber es geschafft hat den Ton in dieser Zeit Teenie zu sein, sehr gut getroffen hat. Mir hat es eine Vorstellung davon gegeben und irgendwie war es auch schön, weil man richtig merkt, wie anders es da doch noch war, als es das wahrscheinlich heute ist.
Mich hat das Buch richtig mit sich gerissen. Ich war wirklich begeistert. Mit der Art, wie die Geschichte erzählt war. Ein klarer Umgang mit der Sprache und das Erzählen von Freundschaften, Identität, Familie, Selbstbewusstsein, das Aufwachsen fern ab von einer Großstadt.
Für mich hatte es etwas sehr authentisches, wie Krüger und Viktor miteinander umgegangen sind. Wie sie Jacky kennengelernt haben. Welche Leute es so in der Stadt gab, die Einfluss auf sie alle hatten. Und was es heißt 15 Jahre alt zu sein.
Es sind spannende Entwicklungen im Buch und ich mochte die Rolle von jedem einzelnen. Mir sind wahnsinnig viele Bilder hängen geblieben - von Anfang bis Ende. Für mich ein Highlight und definitiv eine Leseemfehlung.
- Sebastian Niedlich
Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens
(314)Aktuelle Rezension von: MissAlekto"Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens" von Sebastian Niedlich ist eine faszinierende und ideenreiche Geschichte, die mich positiv überrascht hat.
Die Vorstellung des Lebens nach dem Tod wird auf schöne Weise präsentiert, wobei der Tod nicht als bedrohlicher Bestimmer, sondern als sanfter Begleiter erscheint.
Die Handlung, die sich in Berlin während der 80er, 90er und 2000er Jahre abspielt, ist geschickt in reale Ereignisse eingebettet. Trotz anfänglicher Erwartungen an eine schwarzhumorige Komödie entpuppt sich die Geschichte als vielschichtige Lebensgeschichte voller Höhen, Tiefen, Humor und Trauer.
Besonders beeindruckend ist die Darstellung des Todes als beruhigender Charakter mit einem Kescher anstelle einer traditionellen Sense. Die Protagonisten Martin und der Tod werden facettenreich und nachvollziehbar dargestellt. Die philosophischen Elemente zum Thema Tod sind nicht deprimierend, sondern regen zum Nachdenken an. Die Erzählung bleibt bis zum Ende fesselnd, und die entscheidende Wendung macht es umso mehr lesenswert.
"Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens" eine gelungene Mischung aus Unterhaltung und Tiefgang. Absolut empfehlenswert, vor allem für Leser ab 14 Jahren. - Jay Asher
Wir beide, irgendwann
(1.088)Aktuelle Rezension von: PMelittaM1996 bekommt Emma von ihrem Vater einen Computer geschenkt, als sie sich mit diesem im Internet einloggt, kann sie auf eine Seite zugreifen, die Facebook heißt, und auf der es ein Profil von ihr zu geben scheint, ein Profil von 2011. Dort ist sie unglücklich verheiratet, und auch sonst scheint sie nicht das im Leben erreicht zu haben, was sie sich vorgestellt hat. Ganz anders bei Josh, mit dem sie seit ihrer Kindheit befreundet ist, auch von ihm findet sie ein Facebook-Profil, und er ist beruflich und privat sehr erfolgreich und glücklich.
Emma lässt ihre Entdeckung keine Ruhe. Nachdem sie nach ihrem offenbar zukünftigen Mann geforscht hat, ist ihr Profil plötzlich verändert, doch glücklich scheint sie immer noch nicht zu sein. Aber es scheint, als könne sie ihre Zukunft ändern, was sie nun auch fleißig tut, zum Ärger von Josh allerdings, dessen Zukunft sie gleich mitverändert. Die Freundschaft der beiden droht zu zerbrechen.
Ich hatte mir den Roman vor Jahren gekauft, weil ich neugierig war, wie sich das Ganze auflösen wird, endlich lag er nun auf meinem Bookseat, und hat mich angenehm überrascht. Ich wurde gut unterhalten, auch wenn mich Emmas Handeln zunehmend gestört hat. Doch Jay Asher und Carolyn Mackler haben es gut verstanden, den Roman in leichten Worten zu erzählen und einen schnell in die Geschichte zu ziehen. Neugierig war ich auch, was sich wohl alles verändern, und wie es am Ende des Romans aussehen würde. Dieses hätte ich mir ein bisschen anders gewünscht, gut gefällt mir aber, dass es offen bleibt.
Auch wenn ich nicht zur Zielgruppe gehöre, konnte ich mich übrigens gut in Emma und Josh hineinversetzen, aus deren Perspektive abwechselnd jeweils in Ich-Form erzählt wird. Man kann den Roman also auch gut lesen, wenn man schon älter ist, solange man sich vorstellen kann, wie es wohl gewesen wäre, wäre einem selbst das passiert. Josh ist mir sympathischer als Emma, deren Handeln ich zwar in gewisser Weise verstehen, aber nicht immer nachvollziehen kann. So habe ich mich schon manchmal gefragt, warum Emma nicht klar ist, dass sie ja nun weiß, welche Entscheidungen sie nicht treffen sollte, um dieses Leben, das sie 2011 vorfindet, einfach nicht wahr werden zu lassen. Sie hätte eigentlich gar nicht 1996 gezielt versuchen müssen, ihr Leben zu verändern. Dann wäre der Roman aber ein anderer geworden, und das wäre schade.
Ich habe den Roman gerne gelesen, ich mochte die Idee, und er hat mich gut unterhalten. - Gabrielle Zevin
Tomorrow, and Tomorrow, and Tomorrow: A novel
(45)Aktuelle Rezension von: dielesejuleSupergerne in der Sonne gelesen:
Tomorrow, and Tomorrow, and Tomorrow von Gabrielle Zevib
📖 Sam Masur und Sadie Green kennen sich seit Sams Aufenthalt in einem Krankenhaus, in dem er sich nach einem schweren Verkehrsunfall, bei dem seine Mutter ums Leben kam, aufhält.
Die beiden zocken zusammen und es entsteht eine enge Freundschaft, die dann aus Gründen auf Eis liegt.
Jahre später treffen sie zufällig aufeinander und arbeiten schließlich zusammen als Gamedesigner. Unterstützt durch Sams treuen Studienfreund Marx schaffen die drei sich ihr eigenes megaerfolgreiches Label "Unfair Games".
⭐Ich fand das Buch einfach wunderbar zu lesen.
Die besondere Freundschaft der beiden wird sehr einfühlsam und realistisch dargestellt, auch die Höhen und Tiefen, die der Erfolg mit sich bringt.
⭐Die Einwebung von Sams Geschichte erfolgt sehr bedacht und lässt mich Sam und sein Verhalten dadurch gut nachvollziehen.
⭐ Marx und Sadie, Sam und Sadie, körperliche Einschränkungen, Sadies Beziehung zu ihrem Dozenten, Marx japanische Herkunft, eine grausame Tat- Zevin packt viel in ihren Roman und er wirkt trotzdem nicht überfrachtet.
🗨️ No one, Sam felt, had ever loved him except those who had been obliged to love him (...)
🗨️ "What is a game?" Marx said. "It's tomorrow, and tomorrow, and tomorrow. It's the possibility of infinite rebirth, infinite redemption. The idea that if you keep playing, you could win. No loss is permanent, because nothing is permanent, ever."
"Nice try, handsome,"Sadie said. "Next "
- Taylor Jenkins Reid
Carrie Soto is Back
(297)Aktuelle Rezension von: AukjeMit 37 Jahren entscheidet sich Carrie Soto nach 6 Jahren Pause wieder als Tennisprofi zurück zu kehren, da es einen neuen Tennisstar gibt der alle ihre Rekorde bricht. Sie will ein finales Jahr um unbesiegbar zu gelten und beginnt mit ihrem Vater, dem ehemaligen Tennisprofi Javier Soto, zu trainieren. Da die ehrgeizige Carrie sich während ihrer aktiven Zeit keinerlei Freunde gemacht hat, findet sie keine Spielerin, die mit ihr trainieren möchte. Also bleibt ihr nichts anderes übrig und sie beginnt mit dem 40jährigen Profi Bowe Huntley zu trainieren. Mit diesem hatte sie allerdings in den 80ern einen One-Night-Stand, dennoch spornen sich beide gegenseitig an sportlich ihr Bestes zu geben und er kommt gut mit ihrer schroffen und manchmal abweisend wirkenden Art klar. Auch Javier beginnt Bowe zu mögen und beginnt ihn zu trainieren.
Ich persönlich liebe die Bücher von Taylor Jenkins Reid. Wieder hat sie einen starken Frauencharakter geschaffen der einem am Anfang eher kalt und unsympathisch vorkommt, den man aber im verlauf des Buches immer besser versteht und zu lieben beginnt. Auch die Tochter/Vater Beziehung, welche der rote Faden des Buches ist, wird unheimlich nachvollziehbar und auf eine liebevolle Art beschrieben. Den Charakter von Bowe schließt man sofort ins Herz und irgendwie ist er der heimliche Held des Buches. Besonders gefiel mir, dass sich alle Charaktere während des Buches weiterentwickelt haben.
- Heinz Strunk
Fleisch ist mein Gemüse
(445)Aktuelle Rezension von: Torsten_QDas Buch schildert das Leben eines unter Akne leidenden jungen Musikers, der sich mühsam mit drittklassiger Tanzmusik über Wasser hält, und auch sonst ein recht trauriges Leben führt. Dieses wird aber mit so abgründigem Humor geschildert, dass das Lesen überaus vergnüglich wird. Viele Szenen und Bilder des Buches haben bei mir lange nachgehallt. Beeindruckend.
- Sven Regener
Magical Mystery oder: Die Rückkehr des Karl Schmidt
(89)Aktuelle Rezension von: FortiDas Buch über Karl Schmidt, die tragische Nebenfigur in Sven Regeners "Herr Lehmann", die wohl am stärksten in Erinnerung blieb. Es sind fünf Jahre nach "Herr Lehmann", nach dem Mauerfall, nach Karls psychischem Zusammenbruch vergangen. Karl lebt jetzt in Hamburg und hat sich mit seinem Leben zwischen Drogen-WG und Hilfshausmeister- und Hilfstierpflegerjob in einem Kinderheim arrangiert. Aus dieser ruhigen Welt, in der es schon rebellisch ist heimlich einen Eisbecher zu essen und in der ihm niemand allzu viel zutraut, wird er von seinem alten Freunden aus Berliner Zeiten Ferdi und Raimund gerissen, die ihn als Fahrer für eine Tour durch Techno-Clubs engagieren. Karl wird (wieder) zu Charlie und zum Tourmanager. Ohne viel Aufhebens übernimmt die neue Rolle und managet souverän den Kindergarten bestehend aus neun DJs unter Drogeneinfluss und zwei Meerschweinchen, mit dem er quer durch Deutschland unterwegs ist. Statt dass jemand auf ihn, den Verrückten, den Ex-Multitoxer, aufpasst, passt er nun auf andere auf. Erinnerungen an alte Zeiten werden wach und im Hintergrund lauert immer die Angst vor einem Rückfall.
Die Handlung ist überschaubar und ohne große Überraschungen, stattdessen viele absurde Gespräche und Einblicke in Karl Schmidts Gedanken. Das könnte öde sein, ist bei Sven Regener sehr kurzweilig und oft sehr witzig. Dabei trifft er genau das richtige Maß und den richtigen Ton zwischen dem (Wahn-)Witz dieser Tour und den persönlichen, nicht ganz einfachen Befindlichkeiten von Karl Schmidt. - Marie Rutkoski
Real Easy
(84)Aktuelle Rezension von: louvre74Dieses Buch hat tatsächlich meine Geduld strapaziert :). Es ist zu langatmig und ich finde, dadurch hat es die Spannung verloren. Denn eigentlich ist das Thema interessant. Ich habe durchgehalten, das Buch auch bis zum Ende durchgelesen und versucht nach längerer Zeit nochmal von vorne zu beginnen. Aber es war das gleiche Spiel. Ich habe dann wieder abgebrochen. Schade.
Aufmerksam geworden bin ich durch das Buchcover und den Klappentext sowie die Leseprobe. Vielleicht liegt es hier am Übersetzer. Denn das macht auch viel aus. Man müsste das Buch im Original lesen.
Die beiden Ermittler Detectives Holly Meylin und Victor Amador nehmen uns mit in ihre Ermittlungen. Lassen uns an ihre Überlegungen und Gedanken teilnehmen. Was aber eher verwirrend ist als klar. Man kommt immer wieder vom Weg ab.
Von mir gibt es keine Leseempfehlung. - Stevan Camden
Press Play - Was ich dir noch sagen wollte
(22)Aktuelle Rezension von: abouteverybookNatürlich bin ich nicht die Zielgruppe dieses Buches, was sich auch schnell dadurch gezeigt hat, dass ich teilweise das trotzige Verhalten von Ameliah nicht ganz nachvollziehen konnte und natürlich auch mit einem anderen Blick betrachte. Es hat etwas länger gedauert, bis ich verstanden habe, wohin die Geschichte führen soll. Nichtsdestotrotz war es doch ganz süß.
Ryan war mir ein sehr sympathischer und lieber Charakter, der das Herz definitiv am rechten Fleck hat. Obwohl Ryan und Ameliah, meine ich, dasselbe Alter haben, könnten sie unterschiedlicher nicht sein. Letztendlich verbindet sie aber doch etwas, was ich ganz schön finde.
Die "Auflösung" des Ganzen war für mich nur etwas verwirrend, weil keine Antwort darauf geliefert wird, wie das überhaupt zustande gekommen ist. Wahrscheinlich geht es letztendlich auch gar nicht darum, aber irgendwie hätte ich das schon ganz cool gefunden.
Davon abgesehen gebe ich dem Buch 3/5 Sterne. Ich habe zwar so ein paar Punkte, die mich gestört haben, aber das liegt daran, dass ich nicht die passende Zielgruppe bin. Für zwischendurch war die Geschichte aber wirklich süß. - Norris von von Schirach
Blasse Helden
(56)Aktuelle Rezension von: FKlmpDer Roman "Blasse Helden" liefert spannende und interessante Einblicke in eine turbulente Zeit der russischen Geschichte sowie die Gesellschaft. Teilweise fällt es schwer dem Handlungsstrang zu folgen, da aus meiner Sicht ein klarer, roter Faden fehlt und die vielen Namen teilweise nicht sehr eingängig sind. Insgesamt dennoch ein gelungenes und empfehlenswertes Buch.
- Pascal Etienne Harm
Im Strom der Zeit: Ausschnitte eines Lebens
(7)Aktuelle Rezension von: AnjaKoenigein sehr bewegendes buch über eine langjährige freundschaft. sehr viele geschichtliche details sind in dieser lebensgeschichte beschrieben und erwähnt. die gedanken und gefühle, die zweifel und unsicherheiten der beiden sind sehr schön geschildert. wunderschöner schreibstil, etwas anders, dadurch besonders. für mich ein empfehlenswertes und gutes buch, das mir sehr gefallen hat und das ich gerne weiter empfehle.
- Tom Liehr
Sommerhit
(42)Aktuelle Rezension von: NoraAmelieEin spannender, einfühlsamer Roman vor dem Hintergrund deutsch-deutscher Geschichte. Da sage noch einer, der Wenderoman sei tot. Tom Liehr beweist entgegen dieser Behauptungen, dass es viele Arten gibt, die "Wende"-Geschichte über die Zeit zu retten. Und das finde ich persönlich absolut wichtig.
Falk Lutters Wende war die überstürzte Flucht aus der DDR in den Westen. Doch wo er gehofft hatte, Freunde zu finden, fand er dieselben menschlichen Abgründe, wie es sie auch im Osten gegeben hat.
Eine Geschichte über Schuld und Sühne, Hass und Vergebung. Lange wartet der Leser auf den Moment der Rache. Als er schließlich kommt, verspürt er Genugtuung. Aber ebenso Bedauern, sich von Liehrs Protagonisten verabschieden zu müssen.
Tom Liehr ist auf jeden Fall ein Autor, den man sich merken sollte.
- Julia Karnick
Man sieht sich
(174)Aktuelle Rezension von: buch_leselustEine Zeitreise der besonderen Art. Wir begleiten Frei und Robert von Kinderbeinen an und erfahren wie sie erwachsen werden. Wie sie lieben, wie sie sich aus den Augen verlieren und sich doch immer wieder finden.
Ich habe das Buch gerne lesen. Ich mochte die Dynamik zwischen den Beiden und habe sie so gern begleitet. Zwischendurch war es mir etwas zu zäh, aber dennoch bin ich froh es gelesen zu haben.
Manchmal wollte ich den Beiden wirklich mal helfen und ein paar Mal hat es mich traurig gemacht.
- Lina Labert
Beziehungsstatus: kompliziert!
(44)Aktuelle Rezension von: Jinnai85Inhalt des Buches:
Schlimm genug, dass Julie (21) mit einer Inbrunst den halbseidenen
Faulpelz namens Hans-Dieter, genannt "Diddel" liebt, aber seine unsterbliche Männerfreundschaft mit dem von Julie verhassten René Krieger setzt der Geschichte die Krone auf. Julie kämpft für Ihre Beziehung und gegen René, doch jener zu kurz geratene, gelegentlich cholerische Weiberheld scheint gegen alle Anfeindungen resistenter zu sein als eine Kakerlake im Haus eines Kammerjägers.Julies Leben wird zu einem nervenaufreibenden Tanz zu Dritt.
Wie eine Billardkugel flitzt Sie durch ein ziemlich chaotisches Leben, hin- und hergerissen zwischen Ihrem unbeschreiblichem Diddel, anderen Männern, dich sich nach kurzer Zeit entweder als Windbeutel oder als unerreichbar erweisen, und "kriegergeschädigten" Leidensgenossinnen. Zwischendurch glänzt Julie in Ihrer Sozialdisziplin, dem Fettnäpfchen-Dreisprung.
Da helfen nur gute Freundinnen, die mit ebenso großen Flaschen Ihr Leben vergeuden, sowie Unmengen von Sekt und glibberigen Weingummitieren.
Das Ende kommt, wie es kommen muss ...
nach wahren Begebenheiten!
Die Autorin Lina Labert wurde 1970 Bad Dürkheim geboren, in Wachenheim aufgewachsen und die ganze Jugend an der Weinstraße verbracht. Seit 2003 glücklich verheiratet, 2 großartige Töchter. Hier sei angemerkt, dass der Name Lina Lambert ein fiktiver Autorenname ist.
Aber Schreiben ist inzwischen längst nicht mehr ihre größte Leidenschaft:
Vor ein paar Jahren hat Sie Yoga für sich entdeckt und sich von einem leicht pummeligen Couch-Potato zu einem begeisterten Yogi entwickelt.
Sie begann 2014 eine Ausbildung zur Yogalehrerin, und eigentlich wollte sie das erst einmal nur für sich.
Doch sie bemerkte schnell, wieviel Freude ihr das Unterrichten bereitet.
Sie wollte unbedingt all das Großartige, dass sie durch Yoga erfahre hatte, weitergeben.
Heute unterrichte Sie mit viel Spaß und ist so dankbar, dass sie das kann und darf.Und das war der Auftakt für ganz viele weitere Ausbildungen und Workshops.
Das Buch hat 297 Seiten mit Begriffserklärungen aus den 1990iger Jahren aus der "Generation Golf".
Das Cover ist sehr schlicht gehalten. Die schematische Abbildung soll wohl ein rotfarbenden MVS Venturi 210 (1992) - einem französischen Ferrari, darstellen.
Es ist ein gelungener Roman nach wahren Begebenheiten im Leben der Lina Labert!
In diesem Buch wird beschrieben wie Julie ihren Weg bis zur Trennung mit Höhe und Tiefen geht. Sie erzählt teilweise auf bissige Weise wie sie ihren Alltag mit Diddel und seiner Handtasche René erlebt.
Mein Fazit:
Ich war sehr angetan und amüsiert von diesem Erstwerk der Autorin Lina Labert. Es hat meine Erwartungen übertroffen, teilweise auch weil ich mich in der Protagonistin Julie teilweise wiedererkannt habe.
Und mal ehrlich, wer hat keine Fehler in seiner ersten Beziehung gemacht?
- Vanessa Mansini
Dornröschen hatte es leichter
(34)Aktuelle Rezension von: SternenstaubfeeHermine ist 17, als sie einen Unfall hat und ins Koma fällt. Zwanzig Jahre lang schläft sie, als sie entgegen jeder Erwartung aus dem Koma erwacht. Nun ist sie 37, gefühlt aber immer noch 17 und kurz vor dem Abitur. Hermine muss sich in einer ihr völlig fremden Welt erst einmal wieder zurechtfinden.
😊 Die Geschichte mag ein bisschen unglaubwürdig und unrealistisch sein, aber sie ist doch sehr unterhaltsam und regt auch zum Nachdenken an. Mit Hermine werden die 1990er Jahre noch einmal ein bisschen zurückgeholt, was zum Teil recht amüsant ist.
10.03.2025
- Philipp Reinartz
Fremdland
(23)Aktuelle Rezension von: camilla1303Der Kriminalroman „Fremdland“ von Philipp Reinartz ist 2018 im Goldmann Verlag erschienen.Jerusalem „Jay“ Schmitt von der Neunten Mordkommission für besondere Fälle wird zu einer Mordermittlung in einer Seniorenresidenz gerufen. Neben der Leiche, die in ihrem Zimmer ermordet wurde, findet sich eine rätselhafte Botschaft. Zeitgleich ermittelt er in einem Fall aus der Vergangenheit und sein eigener Vater scheint ein Verdächtiger zu sein. Fremdenhass und Polizeigewalt werden authentisch thematisiert.
„Fremdland“ ist der zweite Band der Reihe rund um den Ermittler Jerusalem „Jay“ Schmitt. Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Immer wieder eingebaute Rückblenden erschließen sich den LeserInnen nur nach und nach und haben mich, auf Grund der fehlenden Zeitangabe, beim Lesen mehr als einmal verwirrt. Immer wieder wird man beim Lesen auf die falsche Spur geführt, bis sich am Ende alle losen Enden zusammenfügen und man sprachlos zurückbleibt.
„Fremdland“ ist meiner Meinung nach ein intellektueller Krimi mit authentischem Schreibstil, der beim Lesen die ganze Aufmerksamkeit der Lesenden fordert. - Manfred Herrmann
Check Jack Ein Berndorf-Roman
(2)Aktuelle Rezension von: rawuschelpuehCheck Jack ist viel mehr als ein Krimi. Der Roman ist ein Stück Kindheitserinnerung als Basis, die aufgebacken mit den Phantastereien von zwei "mutigen" Jugendlichen Protagonisten und den (fiktiven) Erlebnissen zu einer spannenden und gut lesbaren Geschichte garniert wurde.
In fast schon soziologischer Betrachtungsweise werden die Dynamiken und Tücken des Zusammenlebens in einer Kleinstadt untersucht. Die anfangs im Zentrum stehenden Verbrechen rücken im Laufe des Geschehens gerne zur Seite und dienen vielmehr als Motor und Befeuerung für die Handlungen und Hintergründe der Protagonisten und der restlichen Kleinstadtbewohner und zeigen auf, wie zerbrechlich das Wesen einer Stadt mit Persönlichkeitsstörung eigentlich werden kann.
Der Autor wirft einen sehr sarkastischen Blick auf die Kleinstadt, in welcher er selbst groß geworden ist. Und für alle die selbst in den 90er Jahren junge Menschen waren, erinnert er an eine Zeit, als kindliche Abenteuer noch in den Köpfen, auf den Straßen, in verfallenen Gebäuden, etc. stattgefunden haben.
Auf jeden Fall ein Leseerlebnis. Unterhaltsam und schnell gelesen, hinterlässt aber jede Menge Schmunzler im Gesicht.Nicht nur für Krimifans und Kleinstadtbewohner zu empfehlen.
- Christian Nova
Unsere 90er Jahre
(1)Aktuelle Rezension von: Kati-BooksKnallig kunterbunt wie die 90er so präsentiert sich auch das Cover. Und bunt geht es auch in dem Buch zur Sache.
Ob Spiel & Spaß, Snacks & Getränke, Serien, Technik, Mode, Sommerhits oder Eurodance, Christian Nova bringt Erinnerungen zu uns nach Hause.
Die 90er hatten so einige herausragende Neuerungen, ob in Technik oder Musik. Wie gut, dass der Autor in seiner humorvollen und spannenden Schreibweise, nicht nur das allgemeine wiedergibt, sondern auch so einiges an Hintergrundwissen in-petto hat.
Dieses Buch ist eine interessante Zeitreise durch die 90er, die auch für andere Geburtsjahrgänge das eine oder andere Bekannte bereit hält.
Für mich persönlich war es in Erinnerungen schwelgen in Sachen Diddl, Ahoj-Brause, sowie die Serie „Sabrina-Total Verhext!“. Und wer hat nicht, wie ich, eine Gänsehaut bekommen, wenn er „X-Factor - Das Unfassbare“ gesehen hat?
Für mich ist dieses Buch eins, welches man immer wieder zur Hand nehmen kann um darin zu stöbern und in Erinnerungen zu schwelgen. Eine Leseempfehlung der Buntesten Art!
- Owen Matthews
Moskau Babylon
(6)Aktuelle Rezension von: Angel10- junger Oxford Absolvent in Moskau der 90er Jahre, PR-Agentur, Mädchen, Liebe, Mord
- George Pelecanos
Das dunkle Herz der Stadt
(15)Aktuelle Rezension von: SalanderLisbethWie der meiste Ärger in meinem Leben, der mir widerfahren ist oder den ich mir eingebrockt habe, fing auch der in jener Nacht mit einem Drink an. Auszug Seite 7
Nick Stefanos war früher Cop und auch Privatdetektiv. Jetzt steht er mehrmals die Woche im Spot, einer Bar in Washington D.C. hinter der Theke und ist hier oft sein bester Kunde. Nicht ideal für den Alkoholiker, der immer nur so lange funktioniert, bis ein weiterer Alkoholexzess ihn wieder aus der Bahn wirft. So beginnt auch diese Geschichte. Nach einer durchzechten Nacht mit einigen Blackouts wacht Nick desorientiert im Hafengebiet des Anacostia River auf. Dunkel erinnert er sich, den gedämpften Knall eines Schalldämpfers gehört zu haben. Und tatsächlich liegt die Leiche eines schwarzen Jugendlichen erschossen am Flussufer. Anonym verständigt er die Polizei und verschwindet.
Der tote Junge lässt Stefanos jedoch keine Ruhe, und da die Polizei den Mordfall schnell unter Bandenkriminalität zu den Akten legt, macht er sich selbst auf die Suche nach den Mördern von Calvin Jeter. Das Spot ist auch die Stammkneipe vieler Detectives der Metropolitan Police und so erfährt Nick einige Einzelheiten zu dem Fall, zum Beispiel dass Calvins bester Freund Roland Lewis seit einiger Zeit verschwunden ist. Bei seinen Ermittlungen trifft er auf den Privatdetektiv Jack LaDuke, der von Rolands Mutter beauftragt wurde, den vermissten Teenager zu finden. Der schlaksige, jungenhafte LaDuke wirkt wie der nette Junge von nebenan, verbirgt aber eine äußerst dunkle Seite. Er ist neu in der Stadt und mit dem Auftrag, den verschwundenen Freund des Mordopfers ausfindig zu machen, ziemlich überfordert. Gemeinsam stößt das ungleiche Duo auf einen Sumpf aus Drogen, Prostitution und Pornografie und begeben sich in große Gefahr. Als eine Spur ins Pornomilieu führt, verdichtet sich der Verdacht, dass sich die beiden Jungen leichtsinnig auf ein gefährliches Spiel eingelassen haben.
Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive ganz in der Tradition des Hardboiled-Krimis erzählt und wir begleiten den Gelegenheitsdetektiv bei seinen Recherchen durch die Kneipen, Bars und dunklen Winkeln diese Stadt. Der musikverrückte, griechisch-stämmige Nick Stefanos ist der typische Antiheld, der sein Leben nicht wirklich im Griff hat und von einem Alkoholexzess zum nächsten schlingert. Trotzdem verfügt er über ein gutes Gespür sowie Menschenkenntnis und es gelingt ihm den Fall bei halbwegs klarem Verstand voranzutreiben. Er ist vielleicht desillusioniert, aber gar nicht so abgebrüht und zynisch. Halt findet er in der leidenschaftlichen Beziehung zu seiner Freundin Lyla, bis er begreift, dass er die Journalistin aufgrund ihres Lebenswandels unweigerlich mit ins Elend treiben wird.
Ich hätte Boyle noch mal anrufen und alles abblasen können. Dann wäre es vielleicht zwischen Lyla und mir nicht so gekommen, wie es kam, und ich wäre nie Jack LaDuke begegnet. Aber Neugier ist wie ein knackiger Arsch, von dem man besser die Finger lassen sollte. Am Ende packt man doch zu. Auszug Seite 27
Die detaillierten Einblicke in Nicks unbeständiges Privatleben und seine persönlichen Probleme nehmen einen großen Raum in der Geschichte ein, vermitteln aber auch zugleich ein authentisches Bild des Milieus. Während die Ermittlungen zum Mordfall anfangs nur zäh voranschreiten, nimmt der Krimiplot ab der zweiten Hälfte an Fahrt auf. Nach einigen unvorhersehbaren Wendungen gipfelt der Krimi in einem packenden, actiongeladenen Finale und konfrontiert uns zudem mit moralisch recht bedenklichen Entscheidungen.
George Pelecanos portraitiert in seinem Roman die wahren Verlierer der Stadt. Er erzählt von den einfachen Menschen, die sich unter schwierigsten Bedingungen, wie die soziale Schieflage, den alltäglichen Rassismus und Homophobie durchs Leben kämpfen. Es ist ein Leben am Rande der Gesellschaft voller Gewalt, Drogen und Hoffnungslosigkeit. Präzise beobachtet wartet er mit fein ausgearbeiteten Charakteren auf, einschließlich vieler suspekter Figuren, die vom Elend der anderen profitieren und vor nichts zurückschrecken. Der amerikanische Autor mit griechischen Wurzeln ist in Washington D.C. aufgewachsen. Die milieugetreuen Beschreibungen der Schauplätze stehen im Vordergrund und erzeugen ein stimmiges Sittenbild der Metropole Anfang der 90er Jahre und machen sie fast körperlich greifbar. Die Sprache ist prägnant und trockener Humor blitzt immer wieder in den Dialogen durch.
Als ich beim Stöbern auf den Roman stieß, war mir nicht klar, dass es sich um den dritten Teil der Nick-Stefanos-Trilogie handelt. Der im Original bereits 1995 erschienene Roman ist bisher der einzige ins Deutsche übersetzte und kann für sich alleine gelesen werden.
- Lauren Beukes
Shining Girls
(8)Aktuelle Rezension von: Tilman_SchneiderDavid Nathan bleibt einem im Ohr. Er ist die Stimme von Johnny Depp oder Christian Bale und hat auch Paul Walker gesprochen. Als Hörbuchsprecher ist er fabelhaft und liefert auch hier wieder, einen sensationellen Job ab. Lee Harper ist gefährlich, böse und brutal. In Chicago während der Großen Depression sieht er die Tänzerin Jeanette. Sie leuchtet. Sie muss sterben und für Lee Harper gibt es eine Aufgabe, eine Mission. Seine Shining Girls müssen sterben und da spielt ihm der Zufall ein Haus zu. Dieses Haus verfügt über eine Tür, die Lee Harper in der Zeit reisen lässt. So kann er seine Morde noch genauer planen und spricht seine Opfer oft schon als Kinder an und schenkt ihnen etwas und verspricht, dass er wieder kommen wird. So sind die Opfer dann meist erstaunt, verwundert, denn der Mann der da auftaucht, sieht genauso aus wie damals. Kirby ist bisher die einzige junge Frau die davon kam und mit der Hilfe eines Journalisten möchte sie Licht ins Dunkel bringen. Lee Harper bekommt aber Wind von Kirbys Plan und reist ihr nach und will vollenden, was er damals falsch gemacht hat. Eine brutale Jagd beginnt und sie führt nicht nur Lee durch alle Zeiten.Ich konnte dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen. Es ist kein gewöhnlicher Thriller oder Horrorroman, sondern durch den Zeitreise Aspekt großartig fantastisch und ich mag den Stil von Lauren Beukes. Namhafte Autoren wie Stephen Kind oder Gillian Flynn loben Beukes und feiern eine neue Autorin. Kein Buch für schwache Nerven und keine Lektüre für nebenher. Gewaltig!























