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47 Bücher
- Marah Woolf
BookLess 1. Wörter durchfluten die Zeit
(891)Aktuelle Rezension von: Dia87... die es zu retten gilt. Unglaublich großartige Idee, um Bücher zu würdigen. Da denkt man doch erstmal wirklich darüber nach, welche Bedeutung das geschriebene Wort für den Einen oder Anderen hat. Was wäre, wenn es unsere Lieblingsbücher nicht gäbe? Denn auch durch sie, werden wir zu denen, die wir sind.
- Jonathan Stroud
Lockwood & Co. - Die Seufzende Wendeltreppe - Der Roman zur Serie
(1.013)Aktuelle Rezension von: Schnee_prinzessinLockwood & Co. – Die seufzende Wendeltreppe ist ein unglaublich tolles Buch und ein starker Auftakt einer Reihe, die mich sofort gepackt hat. Ich habe zuvor bereits die Netflix-Serie gesehen, war aber trotzdem begeistert, wie gut die Buchvorlage funktioniert und in vielen Punkten sogar noch intensiver wirkt.
Die Welt, in der London seit Jahrzehnten von einer Geisterepidemie heimgesucht wird, ist originell und düster, ohne zu überfordern. Die Idee, dass nur Kinder und Jugendliche Geister wahrnehmen und bekämpfen können, gibt der Geschichte eine besondere Dynamik und hebt sie klar von anderen Fantasy- und Gruselgeschichten ab.
Besonders überzeugt haben mich die Charaktere. Sie wirken sehr echt, lebendig und haben klare Persönlichkeiten. Anthony Lockwood ist charismatisch, geheimnisvoll und nicht ohne Schattenseiten, während Lucy als Erzählerin klug, mutig und reflektiert ist. Auch das Zusammenspiel im Team fühlt sich glaubwürdig an und macht einen großen Teil des Lesespaßes aus.
Der Grusel ist atmosphärisch und spannend, aber nie effekthascherisch. Es gibt viele unheimliche Momente, die echte Gänsehaut erzeugen, ohne dass es zu brutal wird. Gleichzeitig bleibt genug Humor und Leichtigkeit, um das Buch auch für jüngere Leser*innen sehr gut zugänglich zu machen.
Obwohl ich die Serie bereits kannte, hat mir das Lesen großen Spaß gemacht, da die Geschichte im Buch noch mehr Tiefe bekommt. Jetzt freue ich mich umso mehr darauf, die Reihe weiterzulesen.
Fazit:
Ein spannender, gruseliger und zugleich humorvoller Fantasyroman mit starken Figuren und einer frischen Idee. Perfekt für alle, die Geistergeschichten mit Herz und Köpfchen mögen. - Ursula Poznanski
Fünf
(1.263)Aktuelle Rezension von: Nadine21Eine Frau wird tot auf einer Kuhweide gefunden. Auf ihren Fußsohlen sind Koordinaten. Dort angekommen, finden die Ermittler Beatrice Kaspary und Florin Wenninger die eingeschweißte Hand eines Menschen. Kurze Zeit später wird erneut eine Leiche gefunden. Wie hängen Menschen, die sich scheinbar nicht gekannt haben, zusammen? Und können die Ermittler den "Owner" stoppen ehe es weitere Tote gibt? Beatrice Kaspary gerät selbst in das Visier des Täters, woher kennt er ihre Vorgeschichte?
Der Auftakt der Reihe ist vielversprechend mit ein wenig Luft nach oben. Es war mir teilweise ein wenig zu viel abseits der Morde los. Die Ermittlerin hat auch als geschiedene Mutter einige Baustellen zu meistern. Doch das hat teilweise etwas von den Fällen abgelenkt. Lange habe ich auch gerätselt, wer der Täter sein kann und was sein Motiv ist. Die Komponente "Geocaching" mit all den geläufigen Abkürzungen und Erklärungen war für mich sehr gut eingebaut und macht direkt Lust es selbst noch einmal auszuprobieren.
Das Ende war für mich traurig und absolut schlüssig. Ich freue mich auf die weiteren Bände der Reihe (Blinde Vögel habe ich vor einiger Zeit schon einmal gelesen)
- André Aciman
Call Me by Your Name Ruf mich bei deinem Namen
(269)Aktuelle Rezension von: hufflepup_kafkaIch liebe "Call me by Your Name", und ich liebe Timothee Chalamet. Buch und Film sind gleichermaßen schön, ästhetisch, sinnlich. Sie handeln von einer ersten Liebe und Affäre zwischen dem 17-jährigen Elio und dem 24-jährigen Oliver in Norditalien der 1980er Jahre. Das besondere hierbei ist, dass die Worte „Ich liebe dich“ oder „schwul“/“homosexuell“ nicht gebraucht werden, um die Gefühlswelt beider Männer zu beschreiben. Timothee Chalamet und Armie Hammer haben ein perfektes Team abgegeben, ohne die beiden wäre der Film wohl nicht so schön geworden. Mit anderen Darstellern hätte ich ihn mir jedenfalls nicht vorstellen können. Mit Elio konnte ich mich bestens identifizieren. Ein Frei- und Schöngeist mit der Leidenschaft für Musik, Kunst und Literatur, und mit einer rebellischen, bubenhaften, jugendlichen Art gegenüber seinen Eltern, die eigentlich nur das Beste für ihn wollen. Buch und Film unbedingt bei sonnigem Wetter oder, idealerweise, im Sommer lesen/schauen! Absolute Empfehlung, und eines meiner All-Time-Favorites im LGBT-Lit.-Genre.
- Ursula Poznanski
Fremd
(555)Aktuelle Rezension von: eumel8Joanna und Erik sind seit einem halben Jahr verlobt. Sie, die Tochter eines Milliardärs aus Australien. Auf Europatrip, "um sich die Hörner abzustossen", wie es ihr Vater beschreiben würde, der die beziehungstechnische Zukunft seiner Tochter längst vorbestimmt hat. Er, Abteilungsleiter IT eines Unternehmens im Öko-Sektor. Als er eines Abends nach der Arbeit nach Hause kommt, erkennt ihn seine Verlobte plötzlich nicht wieder. Auch seine Sachen sind aus dem gemeinsamen Haus verschwunden. Was ist hier los? Das bleibt bis zum Ende offen, Die Geschichte wird wechselweise aus der Sicht von Jo und der von Erik erzählt und kommt mit einem Handlungsstrang zurecht, wenn man von spartanischen Rückblenden, die dem Handlungsverständnis dienen, absieht. Genial. Hochspannung von der ersten bis zur letzten Seite, liest sich an einem Nachmittag weg, ohne eine Seite langweilig zu werden. Am Schluss wirkt es ein klein wenig übertrieben, was Terroranschlag und Geiselnahme betrifft. Aber die Fiktion wirkt realistisch, was das Buch umso spannender macht. Absoliut lesenswert
- Julie Kagawa
Im Schatten des Fuchses
(193)Aktuelle Rezension von: Maura99"Versprochen, Yumeko. Egal, wie lange es dauert, wie weit ich reisen muss, selbst wenn es mich mehrere Leben kosten sollte, ich werde immer nach dir Ausschau halten. Mein Äußeres mag sich ändern, mein Name ein anderer sein, aber du bist die andere Hälfte meiner Seele. Sie wird nicht aufhören, nach dir zu suchen, bis ich dich wiedergefunden habe." - S 387 Im Schatten der Drachen
Für mich war diese Reihe ein reread und noch immer ein Genuß. Vor allem: sehr ihr diese Ausstattung 😍
Tasumi und Yumeko trafen sich und brauchten sich, auch ohne es selbst zu wissen.
Zwei sehr junge Menschen die irgendwie in ihre Pflichten gerutscht sind und jetzt umdenken müssen.
Über drei Bände hindurch lernen die beiden zusammen mit ihren Gefährten sich zu entwickeln, über sich hinaus zu wachsen und sich sogar aufzuopfern.
Es ist durch die Bände hinweg eine wirklich wundervollen Reise voll von Legenden, Dämonen, liebe und opfern.
Die kämpfe waren grandios. Die Finale Auflösung absolut begeisternd.
Die Tragik passt zu den japanischen Geschichten und der Mut den es hier braucht war so schön dargestellt.
Ein angenehmer Schreibstil und ein tolles Feeling was will man mehr. - Cecelia Ahern
Postscript - Was ich dir noch sagen möchte
(316)Aktuelle Rezension von: Kathrin_HermannDas Buch ist eine der traurigsten Fortsetzungen,die ich je gelesen habe. P.S. Ich liebe dich war schon traurig,aber der zweite Teil auch. Auch wenn das Buch super darstellt, dass das Leben auch weitergeht,wenn man seinen Herzensmenschen verloren hat. Für mich ist es eine gelungene Fortsetzung,eines Buches,das keiner Fortsetzung bedurft hätte
- Ransom Riggs
Der Atlas der besonderen Kinder
(142)Aktuelle Rezension von: bibliophilara„Die besonderen Kinder“ war ursprünglich eine als Trilogie angedachte Jugendbuchreihe. Nach dem Überraschungserfolg entschied sich der Autor Ransom Riggs dann aber für eine fortsetzende Trilogie, die die Reihe somit zu einer Hexalogie macht. 2019 erschien also der vierte Band der Urban Fantasy-Saga „Der Atlas der besonderen Kinder“. Ich hatte damals das Glück an der Blogtour teilnehmen zu dürfen. An dieser Stelle noch einmal ein großes Dankeschön an den Verlag für das Rezensionsexemplar. Endlich habe ich es geschafft, das Buch auch zu lesen. Bei meiner letzten Rezension hieß es, dass noch nicht bekannt ist, wann der sechste und finale Band auf Deutsch erscheinen wird. Seit Kurzem ist es offiziell: das Buch wird am 1. Oktober 2021 veröffentlicht werden und den Titel „Die Zukunft der besonderen Kinder“ tragen.
Nach dem Sieg über Caul ist der 16-jährige Jacob Portman zu seinen Eltern nach Englewood in Florida zurückgekehrt. Doch die Hoffnung dort auch sein altes Leben wiederzufinden, ist schnell dahin, denn seinen Eltern kann er seine wochenlange Abwesenheit nicht ausreichend erklären, und so schicken sie ihn wieder zu einer Psychologin. Als Jacob versucht seinen Eltern die Wahrheit über die besonderen Kinder zu erzählen, eskaliert die Situation völlig. Mit Gewalt setzen sie ihn in das Auto, um ihn in die geschlossene Psychiatrie zu fahren. In letzter Sekunde können Miss Peregrine und ihre Schützlinge sie aufhalten. Durch einen Zauber ihrer Erinnerungen beraubt, fahren Jacobs Eltern anschließend für mehrere Wochen in den Urlaub, während seine Freunde in diesem Zeitraum bei ihm einziehen. Doch das Feriengefühl hält nur kurz an, denn in Abes verlassenem Haus finden Jacob, Emma, Bronwyn und weitere Freunde einen geheimen Raum, der viele Fragen aufwirft.
„Nie zuvor habe ich so oft an meinem Verstand gezweifelt wie in jener ersten Nacht, als die Vogelfrau und ihre Schützlinge kamen, um mich vor der Irrenanstalt zu retten.“, ist der erste Satz des Prologs. Damit setzt der Plot eigentlich noch kurz vor Ende des dritten Bands ein, und fasst die Ereignisse des Vorgängers noch einmal knapp zusammen. Es gibt also erzählerisch keine Lücke zwischen den beiden Büchern. Aus der Ich-Perspektive erzählt wie gewohnt Jacob Portman im Präteritum. Mit über knapp 500 Seiten ist „Der Atlas der besonderen Kinder“ vergleichbar lang wie sein direkter Vorgänger. Dafür hat der vierte Band dagegen mit insgesamt 19 Kapiteln spürbar mehr. Riggs ist da wohl den Wünschen seiner Leserschaft entgegen gekommen, denn die ellenlangen Kapitel aus den vorherigen Bänden, sind sicherlich für viele ein Störfaktor. Ein weiterer, zumindest für mich persönlicher, Störfaktor wurde ebenfalls eliminiert, denn Jacob und Emma sind wieder mit Miss Peregrine und den besonderen Kindern vereint. Nur Fiona Frauenfeld gilt weiterhin als verschollen. Später ist Jacob dann überwiegend mit Emma, Enoch, Bronwyn und Millard unterwegs.
Enoch O’Connor ist eigentlich schon 118 Jahre alt, durch seinen langjährigen Aufenthalt in Miss Peregrines Zeitschleife sieht er aber noch aus wie ein 13-Jähriger. Im Buch wird er als Junge mit runden Wangen, unordentlichen blonden Haaren und einer Körpergröße von umgerechnet 163cm beschrieben. Außerdem soll er dunkle Augenringe haben. Er ist arrogant, widerspruchsvoll und dabei gleichzeitig sehr unsicher. Gegen Jacobs und Emmas Pläne, die die Gruppe gewissermaßen anführen, hat Enoch ständig Einwände und streut mit seinem Zynismus Misstrauen. Immer muss er seinen Senf dazu geben, was ihn zunehmend unsympathischer macht. Gerade Jacob gegenüber fährt Enoch gerne die Ellenbogen aus und stachelt Konkurrenzkämpfe an. Zwar wurde es in den Büchern bislang nicht bestätigt, aber ich glaube, dass Enoch heimlich in Emma verliebt ist und Jacob um seine Beziehung zu ihr sowie der Tatsache, dass Jacob schnell ein festes Mitglied der Gruppe geworden ist und von allen gemocht wird, beneidet. Bei aller Antipathie sollte man jedoch nicht vergessen, dass Enoch eigentlich nur seine Ängste überspielen möchte, wobei er sich ungeschickterweise noch unbeliebter macht. Tatsächlich weicht er Jacob und Emma bei ihren Missionen nie von der Seite und zeigt gelegentlich, dass er seinen Mitmenschen gegenüber mitfühlend und hilfsbereit sein kann. Seine besondere Fähigkeit ist es, Objekte oder Tote für einen kurzen Zeitraum wiederzubeleben. Dazu benötigt er aber ein organisches Herz. Zudem zeigt Enoch eine morbide Faszination für den Tod und Präparate, sodass er beispielsweise den Geruch von Formaldehyd mag oder aus Spaß Tonfiguren zum Leben erweckt, um sie anschließend zu töten. Auch wenn Enoch sich nach außen hin verbarrikadiert und nicht gerade charmant ist, mochte ich ihn als Charakter gerade weil er so einen starken Kontrast zu den anderen Kindern bildet.
Riggs Schreibstil ist wie gewohnt einfach, die Sprache teilweise zu lautmalerisch und das Tempo meist entschleunigt. In den über 500 Seiten vergehen im Plot nur wenige Tage. Dennoch ist die Geschichte unterhaltsam, vor allem die Spannung nimmt in der zweiten Hälfte deutlich zu. Leider sind mir, neben kleineren orthografischen, auch inhaltliche oder Logikfehler aufgefallen. Direkt im zweiten Kapitel spaziert Jacob mit Miss Peregrine den Strand in Florida entlang, als dieser beschreibt: „Ein paar winzige Wasserläufer folgten Miss Peregrine und pickten mit den langen Schnäbeln an ihren Knöcheln.“ Ich war völlig irritiert, zumal es kurz darauf heißt: „Die Vögel flohen ins Wasser.“ Als Biologiestudentin möchte ich mir nicht anmaßen, eine Meisterin der Zoologie zu sein, aber ich war mir doch ziemlich sicher, dass Wasserläufer Insekten sind. Nach Recherche stellte sich heraus: dem ist auch so. Wasserläufer kommen zudem nur in Europa vor. Aber welche Tiere könnten dann gemeint sein? Nach kurzer Überlegung fiel mir ein: Strandläufer! Diese Vogelgattung ist bekannt dafür, ihre Nahrung mit ihren langen, dünnen Schnäbeln aus dem Sand oder unter der Wasseroberfläche zu picken. Vermutlich ist dieser Fehler bei der Übersetzung entstanden, denn das Englische „Sandpipers“ wird oft als „Schnepfenvögel“ übersetzt, worunter man sich als Laie nur wenig vorstellen kann.
Im späteren Verlauf geraten Jacob und seine Freunde in eine Zeitschleife, in die sie mit einem Auto fahren. Aufgrund der holprigen Fahrt kann Millard seinen Mageninhalt nicht länger bei sich behalten und Jacob erklärt im zehnten Kapitel: „kurz darauf hörte ich, dass er sich übergab.“ Als die Truppe ein Kapitel später aus der Zeitschleife hinaus fährt und Millard sich erneut seines Frühstücks erleichtert, behauptet Jacob: „Ich war noch nie zuvor dabei gewesen, wenn sich ein Unsichtbarer übergab“. Junge, bist du senil? Hast du die Hinfahrt vergessen? Da ist nämlich genau dasselbe schon mal passiert. Aber gut, lassen wir das.
Das Ende kommt wie gewohnt abrupt und lässt viele Fragen offen. Zwar gibt es keine spektakuläre Konfrontation mit Kämpfen, dennoch wird es blutig und jemand muss sein Leben lassen. Ich bin jedenfalls gefesselt genug, um direkt mit der Fortsetzung weiterzumachen. Zum Schluss noch mein Lieblingszitat, welches sich in Kapitel 12 befindet: „‚Die Welt fühlt sich sehr klein an, wenn du Jahr für Jahr so eingesperrt bist. Das ist nicht gut für den Verstand oder die Seele. Es lässt kleine Probleme groß wirken.‘“ Gerade aufgrund der Corona-Pandemie mit ihrem On/Off-Lockdown haben diese Sätze für viele Menschen enorm an Aktualität gewonnen.
Insgesamt hat es wieder Spaß gemacht, Jacob und seine Freunde bei seinen Abenteuern zu begleiten, deren Geschichte mit Fotografien untermalt wird. Im Gegensatz zum dritten Band ist Jacob hier auch nicht nur mit Emma unterwegs, was mir deutlich besser gefallen hat. Doch auch „Der Atlas der besonderen Kinder“ ist nicht ohne Fehler und Stolpersteine, was die Wasserläufer eindrucksvoll belegen. Auch der Stil ist gewissermaßen ungeschliffen, Schimpfwörter wie „Hurensohn“ in einem Jugendbuch oder plumpe Lautmalereien wie „Arghhhhh“ könnten durchaus geschickter ersetzt werden. Im Vergleich finde ich den vierten Band der Urban Fantasy-Saga aber etwa genauso gut wie den Vorgänger, weshalb ich hier wieder drei von fünf Federn vergebe. Als Nächstes werde ich den fünften
Band von Ransom Riggs, „Das Vermächtnis der besonderen Kinder“, lesen. - Ayana Mathis
Zwölf Leben
(74)Aktuelle Rezension von: Frau_M_aus_MDas hier ist ein richtig gutes Buch. Wenn ich könnte, würde ich 6 oder mehr Sterne vergeben.
Es geht um Hatty, eine farbige Frau in den USA Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts, und deren elf Kinder und ein Enkelkind. Jedes der Kinder wird in einem Kapitel zu einem bestimmten Zeitpunkt der Geschichte beleuchtet. Die jeweilige Person steht dann im Mittelpunkt und die Umstände werden aus ihrer Sicht und in der Situation, in der sie sich gerade befindet, betrachtet. Daraus ergibt sich mosaikartig die Geschichte der Familie Shepherd im Laufe der Zeit.
Erschütternd beginnt das Buch 1925 mit der Geschichte von den Zwillingen Philadelphia und Jubilee, die im beide im Alter von sieben Monaten an einer Lungenentzündung sterben.
Floyd, der Musiker ist und seine Homosexualität nicht länger verdrängen kann, wird im Jahr 1948 beschrieben.
Six, der sich zum Priester berufen fühlt, lernen wir 1950 kennen.
Ruthie treffen wir im Jahr ihrer Geburt 1951. Sie ist nicht die Tochter von August, Hattys Ehemann.
Ihr Vater ist Lawrence, der Mann, mit dem Hatty aus ihrer unglücklichen und trostlosen Ehe fliehen wollte. August ist kein besonders fürsorglicher Familienvater. Er bringt die Abende in Kneipen zu, hat Affären und gibt Hatty nicht viel Geld für die Familie. Lawrence scheint anders zu sein. Er ist charmant und liebevoll und er verspricht, für Hatty und ihre Kinder zu sorgen. Aber leider ist auch er nicht beständig und außerdem spielsüchtig. Hatty kehrt zu August zurück und findet sich ab.
Die kleine Ella kommt 1954 in den Focus. Sie ist Hattys letztgeborenes Kind. Auf Grund der schwierigen finanziellen Situation und weil Hatty schon 46 Jahre alt ist, nimmt sie das Angebot ihrer Schwester, die kinderlos ist, an und gibt Ella schweren Herzens in deren Obhut.
Alice und Billups sind 1968 beide erwachsen und bis hierher unzertrennlich. Sie verbindet das Geheimnis um Billups sexuellen Missbrauch, der ihm als Kind zugefügt wurde. Alice fühlt sich schuldig. Sie ist ebenso verletzt wie er. Alice glaubt, ihr Leben für Billups leben und stets für ihn sorgen zu müssen. Letzlich ist es aber nur eine Bevormundung, aus der sich Billups befreit. Es gelingt ihm, mit der Vergangenheit abzuschließen. Alice bleibt allein und verzweifelt in einer leeren Ehe mit einem kaltherzigen Mann zurück.
Franklin ist 1969 Soldat in einem Minenlegertrupp in Vietman. Er hat eine Frau, die ihn verlassen hat und ein Kind, das er noch nie gesehen hat. Er ist wohl seinem Vater ziemlich ähnlich. Er hasst sich selbst für das was er der Frau, die er liebt angetan hat und ist gleichzeitig unfähig, sich zu ändern.
Bell ist 1975 schwer krank und stirbt fast an TBC. Sie hatte eine Affäre mit Lawrence, was ihr Hatty nicht verzeihen kann. Sie rettet sie jedoch und lässt sie nicht allein.
1980 treffen wir Cassy, die psychisch krank ist und in eine Klinik eingeliefert wird.
Die Geschichte von Cassys Tochter Sala ist der Schlusspunkt des Buches. Im allerletzten Satz gibt es einen symbolischen Lichtblick, als Hatty ihre traurige Enkelin Sala in den Arm nimmt und sie liebevoll beschützt.
Obwohl der Roman im Laufe des 20. Jahrhunderts in Amerika spielt und die Protagonisten Farbige sind, wird doch erstaunlicherweise klar, dass die Probleme, die sie haben, allgemein menschlich sind und so ähnlich überall auf der Welt zu jeder Zeit vorkommen können. Es wird klar, dass jeder sein Leben selbst gestalten muss. Auch wenn wir dieselbe Mutter haben, können wir sehr verschieden sein. Vielleicht wissen wir auch gar nichts oder nicht viel voneinander. Es gibt immer Leute, die auf uns herabsehen und sich als was Besseres fühlen. Wir alle müssen uns mit Situationen, die wir nicht ändern können, arrangieren. Wir alle haben unerfüllte Sehnsüchte, wir alle werden enttäuscht oder enttäuschen andere...
Die Übersetzung ins Deutsche ist sehr gut gelungen. Man ist sofort gefesselt und mittendrin im Geschehen. - Jeanine Krock
Wind der Zeiten
(134)Aktuelle Rezension von: LadyMuffinchenJohanna braucht nach einer scheußlichen Trennung eine Auszeit von ihrem Leben. Deswegen macht sie bei ihrer Freundin Caitlynn Urlaub in den schottischen Highlands. Dort begegnet sie auch dem geheimnisvollen Alan, welcher sie - ebenso wie Schottland - mehr und mehr in seinen Bann zieht. Doch Alan gehört nicht in diese Zeit, er ist Chief eines uralten Clans. Plötzlich findet Johanna sich im 18. Jahrhundert wieder, mitten im Clanleben. Doch das ist nicht so einfach, wird sie es schaffen Alans Liebe zu erwidern trotz aller Schwierigkeiten?
Johanna ist ein spannender Charakter. Sie hat alles, was man sowohl im 21. Jahrhundert, als auch im 18. Jahrhundert braucht. Sie ist klug, emphatisch, witzig und sie besitzt Durchsetzungsvermögen. Ihre Vergangenheit war nicht leicht - ihr Leben ist mehr Bürde - aber sie hat gelernt damit umzugehen und ist mir durchweg immer sympathisch gewesen. Sie hat mich fasziniert, denn man taucht immer wieder mal in ihre Vergangenheit ein und auch in die von Alan.
Doch nicht nur die Protagonistin hat mich umgehauen, auch die ganzen anderen Charaktere waren sehr authentisch und sind mir stellenweise sehr ans Herz gewachsen.
So zum Beispiel Alan und Morág, ebenso wie - überraschenderweise sogar - Marie. Ich konnte mir alle Figuren gut vorstellen und zu gerne wäre ich ebenfalls mit der liebevollen und stets gut gelaunten Morág befreundet!
Alan ist der harte, sexy Clanführer welcher sein Herz am richtigen Fleck trägt und doch wird er als Wechselbalg abgestempelt und von vielen gehasst. Das hat mich stellenweise richtig wütend gemacht. Das Denken von damals hat die Autorin insbesondere im Bezug auf ihn sehr gut darstellen können. Diese Engstirnigkeit und den Hang nichts zu hinterfragen... Nichtsdestotrotz harmonieren Alan und Johanna sehr gut miteinander und leichtes Kribbeln überfiel mich beim Lesen, wenn die beiden agierten.
Generell hat Jeannine Krock es geschafft mir eine fantastische Welt zu zeigen! Ich liebe Schottland und war auch bereits in den Highlands, gerade deswegen konnte ich das Buch wohl wie einen Film ablaufen lassen. Die Naturbeschreibungen, die Charaktere und die alten Gebräuche und Gepflogenheiten hat sie mit einer wahnsinnigen Präzision aufs Papier gebracht, dass Kopfkino vorprogrammiert war. Dabei bleibt sie detailgetreu und denkt auch weiter. Nicht nur die schönen Aspekte werden von ihr beleuchtet, sie greift auch Problematiken auf, die die Zeit damals mit sich brachte: vom Nachttopf über Läusebäder bis hin zu Verrat, Misstrauen und Krieg bei den Clans.
Der Schreibstil war insgesamt angenehm, auch, wenn oft gällische Worte fallen, so unterbricht dies den Lesefluss nicht. Vielmehr war es ein Durchfliegen durch die Seiten und ehe ich mich versah hatte ich den Brecher von über 560 Seiten beendet.
Schlussendlich kann ich sagen, dass ich nicht erwartet hatte, dass mich dieses Buch so sehr in seinen Bann ziehen würde. Im Gegensatz zu anderen, kenne ich die Outlander-Saga nicht, so dass mir ein Vergleich nichts an diesem Meisterwerk zerstören kann! Die Geschichte hatte meiner Meinung nach alles: Freundschaft, Mut, Liebe, Misstrauen, Verrat, Spannung und einen Hauch von Magie. Es gefällt mir sehr gut, wie sich am Ende alles fügt (was Caitlynn damit zu hat hätte ich wohl gewusst, wenn ich Band eins gelesen hätte, da dies jedoch unabhängig voneinander gelesen werden kann, habe ich das wohl in der Reihenfolge verbaselt) und ich kann hier nur eine dicke Leseempfehlung aussprechen für jeden, der historische Liebesgeschichten liebt und sich gerne von den schottischen Highlands verzaubern lassen möchte.
- Christy Lefteri
Das Versprechen des Bienenhüters
(90)Aktuelle Rezension von: buecher_t1naIch habe die Ausgabe von 2019 günstig in einem Laden entdeckt. Mir hat das Cover mit der Biene und den Bienenwaben sehr gut gefallen.
Beim Lesen war das Erste, was mir auffiel, die unterschiedlichen Kapitelüberschriften. Einmal waren das fortlaufende Zahlen (1,2,3...), einmal waren das Worte. Kreativ war, dass das Wort der Überschrift sowohl das letzte Wort des letzten Satzes aus dem Kapitel davor ist, als auch das erste Wort des neuen Kapitels. Anfangs war das für mich sehr verwirrend, jedoch habe ich mir dann auch die Notiz gemacht, dass die Zahlen in der Gegenwart spielen, die Worte für die Vergangenheit sind. Somit gibt es hier auch zwei Erzählstränge (wie einige Kommentare auch schon beschreiben).
Zusätzlich musste ich mir tatsächlich die Notiz machen, wer mit wem verheiratet ist und zu wem welche Kinder gehören. Das war mir am Anfang alles auf einmal reingeworfen.
Das Buch wird aus Nuris Sicht erzählt. In der Vergangenheit in Aleppo war er mit seinem Cousin Mustafa Imker. Die beiden Familien verstanden sich sehr gut, wurden aber schon kurz vor dem Krieg auseinander gerissen. Mustafa flieht bald nach England, Nuri & Afra bleiben vorerst noch in Aleppo, da Afra nicht gehen möchte. Als Nuri dann gedroht wird, entschließt er, dass sie das Land verlassen. Der Strang in der Vergangenheit erzählt nun die Strapazen der Flucht, die Stationen an die sie kommen und die dortigen Begegnungen.
Die Gegenwart berichtet von ihrem Dasein in London, wie sie dort zurecht kommen mit den Folgen des Krieges, und was alles getan werden muss mit den Behörden und Papieren.Meine Meinung: Ich hatte schon das Buch "As long as the lemon trees grow" gelesen, welches auch während des Krieges in Syrien spielt. Dieses Buch hat mich damals nicht losgelassen und dort habe ich auch mehrmals geweint. Daher hatte ich ähnliche Erwartungen auch an dieses Buch. Ich hatte es gekauft, aber es lag sicher 9-10 Monate in meinem Regal, bis ich mich jetzt dazu aufraffen konnte, es zu lesen. Ganz ehrlich, ich dachte ich werde sicher weinen und wollte daher nichts emotionales lesen. Nun da ich es gelesen habe, nein, es hat mich nicht genauso mitgenommen. Einige Stellen fand ich verwirrend, manches aus Nuris Sicht vielleicht verständlich, aber so richtig warm geworden? Nein, das bin ich mit Nuri nicht. Mir persönlich hat es nichts ausgemacht zu wissen, dass Afra und Nuri in England ankommen und in Sicherheit sein werden. Diese "extra" Spannung mit "werden sie es schaffen? oder doch nicht?" brauchte ich nicht. Aber trotzdem hat mich das Buch nicht wirklich berührt.
- Katharina Seck
Die Stille zwischen Himmel und Meer
(95)Aktuelle Rezension von: Reading_LoveKatharina Seck erzählt auf emotionaler und berührender Weise die Geschichte um Edda und ihrem grauenvollen Schicksal, was sie erleiden musste und wie sie sich nach therapeutischer Behandlung zurück ins Leben kämpft. Edda will wissen was es Bedeutet zu leben! Und aus diesem Grund verbringt sie ihren Urlaub an der Nordsee in einem Ferienhaus. Sie fürchtet sich vor dem Meer und sie fürchtet sich vor dem Himmel. Die beste Gelegenheit sich seinen Ängsten zu stellen und daran zu wachsen.
Aber das ist nicht das einzige was Edda in ihrem Urlaub hat. Sie erfährt auch Gefühlslagen, die sie vorher nicht kannte. Da kommt Sebastian ins Spiel. Ich persönlich finde die Zwischenmenschliche Ebene der beiden ja ganz niedlich und schön, aber hier gab es für mich einen unverständlichen Abbruch, der hätte weiter ausgefeilt werden können. Denn erst hatte man das Gefühl, dass sich zwischen den beiden etwas, wenn auch schleppend entwickelt und dann ist das Thema von einen auf den anderen Zeitpunkt einfach vom Tisch. Warum? Da wäre mehr Potenzial möglich gewesen.
Auch der Part zwischen Edda und Jan, war mir nicht ausgeprägt genug. Es waren nur Fetzen vorhanden aus denen man sich seinen Reim machen konnte, aber was es schlussendlich wirklich aus sich hatte, hat man nicht erfahren. Schade eigentlich.
Die kleine Mia ist mir wiederum ein kleines sehr tapferes Mädchen und wirkt für ihr vorgegebenes Alter verdammt reif. Aber auch sie trägt ihre Geschichte und versucht stark zu bleiben, bis auch ihre Mauer anfängt zu bröckeln und sich wieder hochkämpft.Nichts destotrotz zeugt das Buch von starken Charakteren, die den Willen und Mut besitzen sich ihren Ängsten zu stellen um daran zu wachsen.
Dieses Buch bekommt von mir 4 von 5 Sternen. - Melanie Metzenthin
Die Hafenschwester - Als wir zu träumen wagten
(121)Aktuelle Rezension von: HelefloIn diesem Buch lernen wir die 14jährige Martha Westphal kennen. Sie lebt mit ihrer Familie im armen Gängeviertel in Hamburg. Als die Cholera ausbricht wird auch ihre Familie nicht verschont und sie stürzen in noch größere Armut als davor. Doch Martha gibt nicht auf und kämpft sich hoch bis zur Schwesternausbildung.
Als sie durch eine Freundin bei den Sozialisten anfängt lernt sie den jungen Ingenieur Paul Studt kennen. Dieser möchte unbedingt die Arbeitsbedingungen der Hafenarbeiter verbessern, die seit der Cholera noch katastrophaler geworden sind als sie eh schon waren. Es kommt zum ersten großen Streik der Hamburger Hafenarbeiter. Als er aber schwer verletzt ins Krankenhaus kommt, freunden sich die Beiden an. Sehr zum Missfallen von Schwester Auguste. Die einen perfiden Plan gegen Martha entwirft.
Wie immer sind die Charaktere bei Melanie Metzenthin gut gezeichnet und lebensecht. Sie entwickeln sich weiter und man kann sich mit ihnen identifizieren. Das und der schöne Schreibstil tragen dazu bei, dass man nur so durch die Seiten fliegt. Ich freue mich auf die 2 anderen Bände um die Hafenschwester Martha und ihre Familie und gebe eine absolute Leseempfehlung.
- Carola Wolff
Ausgerechnet Muse
(39)Aktuelle Rezension von: Aer1thDie vollständige Rezension findet ihr auf tthinkttwice.de 😃 .
{Lesegrund}
Mir hat der Klappentext von Anfang an zugesagt und da ich bereits ein anderes Buch der Autorin gelesen und rezensiert hatte, wusste ich, dass mir der Schreibstil gefallen wird.
{Charaktere}
Apollonia Parker – die Protagonistin
Was für ein cooler und zu Beginn doch sturer Charakter. Ich mag Apollonia als Protagonistin wirklich sehr. Sie ist integer, authentisch, witzig und einfach nur tough. Und auch wenn es zu Beginn erst nicht danach aussah, lernt sie aus ihren Fehler und entwickelt sich im Laufe der Geschichte weiter. Eine Protagonistin ganz nach meinem Geschmack!
Nick – ihr Sidekick
Nick ist auch ziemlich cool. Ich mag ihn echt gern. Er ist Musiker mit Leib und Seele, hat seine Prinzipien und ist ihnen treu. Er konzentriert sich auf seine Musik und kann mit den Girlie-Girls, die ihn anschmachten nichts anfangen – dafür gefällt ihm die ungewöhnliche Apollonia umso mehr. Und noch ein Pluspunkt: Er trinkt keinen Alkohol!
Die Nebencharaktere
Auch diese Charaktere haben alle ihren ganz eigenen Charm und auch jetzt, mehrere Tage nach Beendigung des Buches, sind meine Vorstellungen und Gefühle den einzelnen Nebencharakteren gegenüber sehr präsent – heißt, sie haben Eindruck hinterlassen.
{Schreibstil}
Wie bereits weiter oben erwähnt, kannte ich den Schreibstil der Autorin schon aus einem anderen Buch und auch hier in diesem Buch hat er mir wieder sehr gut gefallen.
Carola Wolff lässt durch ihre Worte ein Bilderkino in meinem Kopf entstehen. Einzelne Szenen sind mir jetzt noch im Gedächtnis geblieben. Sie schreibt mit viel Witz und einer trockenen Art Humor, die ich einfach nur liebe.
{Fazit}
“Ausgerechnet Muse” hat mich wirklich sehr gut unterhalten. Es ist mal eine andere Art von Fantasy-Buch, mit einer echt toughen Protagonistin, die ganz meinem Geschmack entspricht. Ein paar winzige Kleinigkeiten haben mich beim Lesen gestört, daher sind es “nur” sehr gute 4 von 5 Sternen geworden. - Beate Maly
Lottes Träume
(62)Aktuelle Rezension von: pinkdinoprincessInhalt: Lotte Seidls Vater ist gerade gestorben, daher macht sich die junge Frau aus einem kleinen Dorf in den Bergen auf nach Wien, um eine Anstellung als Verkäuferin zu finden. Als sie bei Mizzi Langer-Kauba vorspricht, dauert es nicht lang, bis klar ist: Wenn Lotte sich mit einer Sache auskennt, dann mit dem neuartigen Ski-Sport. Im Wien des Jahres 1904 eigentlich noch undenkbar, hat Mizzi Kauba einen Traum: Ski-Ausrüstung und -Kleidung auch für Frauen anzubieten. Gemeinsam mit Lotte als Angestellte rückt diese Vision in greifbare Nähe. Doch nicht nur geschäftlich prasseln jeden Tag neue Eindrücke auf Lotte ein. Der junge jüdische Arzt Jacob Sonnstein scheint ihr nicht mehr aus dem Kopf zu gehen.
Fazit: Inhaltlich würde ich dieses Buch wohl als Wohlfühlroman bezeichnen. Wien ist für mich die schönste Stadt der Welt und auch im Jahr 1904 konnte ich einige Schauplätze wiedererkennen, auch wenn sie damals vermutlich noch etwas anders aussahen. Die Geschichte der Ski-Bekleidung für Damen war mir bis zu diesem Roman noch fremd, umso spannender fand ich es, nun zu wissen, welche historischen Persönlichkeiten daran mitwirkten! Denn auch wenn Lotte Seidl erfunden ist, so sind es ihre Zeitgenoss*innen in diesem Roman nicht immer, allen voran Mizzi Langer-Kauba. Die Figuren waren authentisch und ihre Handlungen nachvollziehbar, wenn auch für Lotte nicht immer angenehm.
Empfehlung: Wer sich für Wien, das frühe zwanzigsten Jahrhundert oder die Geschichte der Emanzipation im Sport interessiert, darf sich hier auf einen angenehmen und interessanten Roman freuen!
- Peer Martin
Hope
(38)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerAls ich das Buch kaufte, war ich erst noch skeptisch. Doch schon von der ersten Seite an hat mich das Buch in seinen Bann gezogen und alle Zweifel waren vergessen.
Mathis (19) ist ein junger Kanadier, der sich einen Namen als Journalist machen möchte. Sein erstes großes Projekt soll eine Reportage über den Klimawandel und die dadurch ausgelösten Flüchtlingsströme sein. Seine Reise soll von Johannesburg (Südafrika) nach Amerika in die Staaten gehen. Nur wenige kommen durch. Am Anfang seiner Reise lernt er Hope kennen. Ein muslimisches Kind mit einem goldenen Kamel um den Hals. Hope rettet ihm das Leben. Doch das ist nur der Anfang ihrer gemeinsamen Geschichte. Mathis weiß zu diesem Zeitpunkt noch nicht, warum Hope´s rechtes Ohr fehlt, warum er mit einer Zwillingsschwester redet, die gar nicht da ist und wer die Männer sind, die Hope so unbedingt tot sehen wollen.
Das Buch ist ab der ersten Seite spannend und abwechslungsreich und es wird nie langweilig. Egal, ob Hope und Mathis sich seit Tagen durch den scheinbar endlosen Dschungel schlagen, auf einem Zug Dach schlafen oder auf Gangs und Indianerstämme treffen, es gibt immer etwas zu lernen und man erfährt mehr über Hope oder andere Mitreisende aus aller Welt. Die Geschichte ist nicht nur aufregend, sondern auch emotional und bewegend. Sie soll anhalten mehr über sein eigenes Verhalten nach zu denken.
Alles in allem denke ich, ist das Buch für jeden geeignet, der eine spannende Geschichte lesen will, die ordentlich unter die Haut geht und gerne noch einiges zum vorhandenen Wissen dazulernen möchte.
- Amanda Hocking
Verborgen
(208)Aktuelle Rezension von: ZarinaInhaltsangabe:
Wendy Everly hat nie in die Welt gepasst, nicht zu ihrer Familie, nicht zu ihrer Schule, nicht zu ihrem Umfeld. Als sie sechs war, versuchte ihre Mutter, sie zu töten, überzeugt davon, dass Wendy ein Monster sei. Jahre später erfährt sie die Wahrheit: Wendy ist kein Mensch, sondern gehört dem geheimnisvollen Volk der Tryll an, magisch begabten Wesen, die unter Menschen leben. Als Tochter der Königin Elora ist sie sogar zur Thronfolgerin bestimmt. Doch das Reich der Tryll steht vor dem Zerfall, und Wendy muss sich entscheiden, ob sie bereit ist, sich für ihr Volk aufzuopfern und wem sie ihr Herz anvertraut.Meine Meinung:
Ich war absolut verliebt in dieses Buch! Der Einstieg ist emotional, das Worldbuilding spannend, und Wendy als Figur hat mich sehr berührt. Ihre Reise von der verunsicherten Außenseiterin hin zur möglichen Retterin eines ganzen Volkes war glaubhaft und mit vielen Wendungen erzählt. Besonders gut fand ich, wie nahbar die Geschichte trotz des magischen Settings bleibt. Die Gefühle sind greifbar, die Konflikte nachvollziehbar, und es gibt romantische, aber auch politische Spannung.
Die Reihe ist aus meiner Sicht komplett unterschätzt. Sie bringt alles mit: eine starke Heldin, eine geheimnisvolle neue Welt, gefährliche Machtspiele und natürlich Herzklopfen.✅ Fazit:
Ein fesselnder Reihenauftakt mit einer faszinierenden Welt und einer Heldin, mit der man mitfühlen kann. Für mich ein echtes Highlight unter den Jugend-Fantasy-Romanen. Ich konnte gar nicht aufhören zu lesen, alle drei Bände habe ich verschlungen! - Nienke Jos
Die Einsamkeit der Schuldigen - Das Verlies
(34)Aktuelle Rezension von: BitzkiWenn man bei einem Horrorfilm nicht hinschauen mag, aber durch die Finger linst, weil man eben doch nicht wegschauen kann: genauso ging es mir beim Lesen dieses Buches (und des Folgebandes).
Mein lieber Freund, diese junge Autorin traut sich was! Zuallererst wurde dieser Psychothriller sehr neuartig, provokant, clever und überraschend aufgebaut. Ich brauchte einige Zeit, um mich in diesem verflochtenen Konstrukt zurechtzufinden. Es sticht ganz bestimmt aus der Masse des Genres hervor.
Es gibt einige Erzählstränge und Zeitebenen. Man weiß, dass das Ganze auf keinen Fall ein gutes Ende nehmen kann und ist stets dabei angespannt zu versuchen herauszufinden, wie alles zusammenhängt.
Dabei mutet uns Frau Jos ganz schön was zu! Liebe, Besessenheit, Neid, Wahn, Leid, Dreck, Verrat und und und. Weil man das Ende erfahren muss, bleibt man dabei. Auch wenn es auf dem Weg dahin grausam, verstörend, erschreckend und abstoßend zugeht, kann man nicht aufhören und das Buch zur Seite legen. Außer mal kurz zwischendurch, um Luft zu holen und die normale Welt zu spüren.
Auf gar keinen Fall ist dieses Buch etwas für schwache Nerven!!! Ohne reiner platter Splatter zu sein...
Das intelligente und sprachlich wirklich gut geschriebene Buch bekommt von mir 5 Sterne und eine Leseempfehlung!
- Nentwich Vera
Tote Trolle meckern nicht
(21)Aktuelle Rezension von: Mea_OttenDie frischgebackene Detektivin Bine Hagen hat’ s nicht leicht. Sie bekommt Drohbriefe, die Klienten bleiben aus und ihr Geschäftspartner ist in Argentinien. Als sie merkt, dass sie verfolgt wird, ist es schon zu spät. Die Freundin wird angefahren, bei Bine wird eingebrochen und Bine wird klar, dass irgendwer es vorrangig auf ihre Liebsten abgesehen hat.
Locker-leichte Unterhaltung im Regionalkrimistil mit einer sehr sympathischen, Latte Macciatosüchtigen Hauptfigur, die das Herz am rechten Fleck hat, aber sich selbst immer tiefer in der Schlamassel reitet. Gut, dass Oma, Freund Jochen und ihre drei Freundinnen zu ihr halten, damit sie am Ende »den Troll«, der sie verfolgt, zur Strecke bringen kann.
Die Familienszenen mit Jochen und Oma sind mit rheinischem Humor gewürzt und beim Lesen konnte ich die Oma richtig vor mir sehen. Die Handlung ist spannend und witzig, und nun weiß ich endlich auch, wie man einen Aston Martin startet. Das Ende hätte noch ein bisschen mehr Spannung haben können, es kam doch sehr abrupt. Die Bezeichnung »Trolle jagen« finde ich etwas unglücklich gewählt, aber alles in allem eine runde, humorvolle Unterhaltung für Sofa und Strandkorb.
- Nahlah Saimeh
Jeder kann zum Mörder werden
(23)Aktuelle Rezension von: MiniMichi0502Ein sehr interessantes Buch. Ich fand es sehr spannend unter welchen Umständen jemand zum Mörder werden kann. Auch den Schreibstil der Autorin fand ich sehr angenehm. Die Autorin kannte ich schon aus verschiedensten True Crime Podcasts und fand sie dort schon sehr sympathisch. Hier wurde dann glücklicherweise noch mehr auf den wissenschaftlichen Aspekt eingegangen als in den Podcasts, womit dies noch mal deutlich interessanter war.
- Gudrun Leyendecker
Bandits. Ich lebe
(7)Aktuelle Rezension von: Leseratte61Klappentext:
Wer ist David?
Vielleicht kennen Sie ihn, und es ist der Junge von Nebenan, der Sie immer so freundlich grüßt?
Lea ist Ihnen bestimmt auch schon begegnet, auf dem Weg zum Kindergarten, hüpfend und singend.
Und Bruno stand möglicherweise gestern hinter Ihnen an der Supermarktkasse.
"Bandits. Ich lebe" öffnet Ihnen die Tür zu verborgenen Räumen und angstvollen Herzen.Fazit:
Wer ist David? Vielleicht der kleine Junge von nebenan, der dringend Hilfe benötigt? Warum schaut keiner hin, oder hört ihm zu? Erlebt diesen Jungen, der unter seinem Vater leidet und dann flieht. Ein seltsamer Mann rettet ihn und es beginnt eine Reise in eine bessere Welt. Doch wer ist dieser fremde Mann und wohin bringt er David? Das lest bitte selbst.
David lernt an einem märchenhaften Ort viele Kinder kennen, die schreckliche Dinge erleben mussten. Nach und nach lässt er sich von ihren Schicksalen berichten. Alle Kinder wurden von Gabor gerettet, um in dieser Welt ohne Angst und Schrecken leben zu können. Doch was es mit diesen Entführungen und dieser besseren Welt auf sich hat, das müsst ihr selbst lesen, es lohnt sich.
Leider gibt es auf der gesamten Welt viel zu viele Kinder, die misshandelt und missbraucht werden und ein schreckliches Schicksal erleiden. Diesen Kindern gibt die Autorin in ihrem Werk eine Stimme, die uns wachrütteln soll. Alle schauen weg. Keiner hört zu. Hinterher will keiner etwas gewusst haben und täglich sterben Kinder. Wie viele Kinder könnten gerettet werden, wenn wir hinschauen und handeln würden? Diese Frage muss sich jeder von uns selbst stellen und auch beantworten.
Ich lernte Kinder aus verschiedenen Ländern kennen, die Hilfe und unser Mitgefühl benötigen und schwer an ihrem Schicksal tragen. Solche Geschichten gibt es immer wieder und in jeder Kultur, doch oft genug sind sie nur eine kleine Schlagzeile wert und alle gehen wieder ihre eigenen Wege.
Dieses Buch will schockieren und aufrütteln und dazu beitragen, dass wir nicht länger wegschauen. Dafür bedient sich die Autorin einer schlichten Sprache, dem kindlichen Denken angemessen. Gerade diese Schlichtheit sorgte dafür, dass ich mich in die Kinder sehr gut hineinversetzen konnte und mit ihnen litt. Auch die Sicht- und Denkweise der Täter wird verständlich beleuchtet und sorgt dafür, dass das typische Täterbild eventuell mal überdacht werden kann.
Mich hat dieses Buch nachdenklich zurückgelassen und ich empfehle es an alle Leser weiter, die sich für dieses Thema interessieren. Das Thema ist immer aktuell, wichtig, dringend und sehr ernst, wir dürfen nicht wegschauen.
- Jasmin Zipperling
Himmeldonnerglöckchen
(65)Aktuelle Rezension von: Maikes_PrivatbibliothekOsterhase wird man nicht mal eben so. Das erfordert viel Übung! Hopsis Schwester Hoppeline bringt den jungen Nachwuchshasen bei, wie es geht. Man darf sie nicht sehen, nichts von ihnen hören und gute Verstecke für die Eier sind auch nicht unwichtig.
Hopsi ist anders als die anderen Hasen. Und was passiert oft, wenn man anders ist? Man wird verspottet. So geht es auch der kleinen Häsin. Sie spürt, der ganze Zauber ist eigentlich nichts für sie. Doch sie kennt auch keine Alternative. Zumindest noch nicht. Denn plötzlich taucht Elf Michi auf und erzählt von einem Fest namens Weihnachten.
Etwas unfreiwillig landet sie in der Weihnachtswerkstatt, ist dann aber sehr neugierig und auch talentiert. Etwas unrealistisch fand ich dabei nur, dass sie einige Dinge, die sie gerade zum ersten Mal sieht, direkt beherrscht. Viel mehr mochte ich die Episoden, wo sie Hilfe benötigt oder erst etwas lernt. Aber es ist ein kurzes Kinderbuch. Irgendwo muss man in der Erzählung raffen. Viel wichtiger ist die kindgerechte Sprache. Und die haben wir wirklich schön umgesetzt. Die Flüche von Wichtel Michi sind einfach nur putzig und sehr weihnachtlich. Zickiger Zuckerguss, pampiger Puderzucker, Marzipanmatsch... und natürlich Himmeldonnerglöckchen! Da kommt schon eine menge Spaß auf.
Hopsi erlebt in der kurzen Zeit wirklich einiges und findet viele neue Freunde. Hier darf sie sein, wie sie möchte und jeder freut sich, dass sie gern bei allem, was anfällt, hilft. Backen, Holzspielzeug herstellen, den Weihnachtsbaum schmücken... unser kleiner Hase sieht sich auch die Glasbläserei an.
Doch etwas stimmt nicht im Weihnachtswunderland. Immer wieder verschwinden die Kekse aus der Weihnachtsbäckerei. Die Engel und Wichtel sind nicht nur ratlos, sondern zunehmend auch entkräftet. So kann das nicht weiter gehen. Wer ist der gemeine Plätzchendieb? Hopsi legt sich auf die Lauer und hier zeigt sich: Sie ist bei den Hasen doch in eine gute Schule gegangen.
Ob Hopsi eine Weihnachtshäsin werden darf, was der Weihnachtsmann und die anderen Hasen dazu sagen und wer Himmeldonnerglöckchen nochmal der Keksdieb ist? Das müsst ihr selber nachlesen. Am Ende des Buches erwartet euch noch ein leckeres Rezept für eure eigene Weihnachtsbackstube. Viel Vergnügen mit diesem zuckersüßen Buch!
- Tim Pieper
Stille Havel
(48)Aktuelle Rezension von: SatoIn seinem 4. Fall muss KHK Toni Sanftleben mit seinem Team den Mord an einem Kunstsachverständigen aufklären. Dieser hegte in seinen letzten Wochen ein großes Interesse an einem Gemälde aus Museum Barberini und hatte eine Reihe Fotos einer alten Villa am Havelufer auf seinem Handy. Je tiefer die Ermittler in den Fall eindringen, desto verworrener werden die Spuren und desto weiter reichen sie in die Vergangenheit. Schon bald dreht sich alles um einen Nazischatz den Göbbels in den letzten Kriegstagen beiseitegeschafft hat. Aber was hat es dem Gemälde der verschleierten Frau auf sich und welche Rolle spielt die junge Bewohnerin der Havelvilla beziehungsweise ihre kürzlich verstorbene Großmutter?
Tim Pieper schafft es auch in diesem Buch den Leser von Anfang an in seinen Bann zu ziehen, der Spannungsbogen hält sich bis zum Schluss, wo sich die einzelnen Stränge der Geschichte zu einem gelungenen Finale vereinen. Die Erzählperspektive wechselt sowohl vom Zeitstrahl her, da spielt die Lebensgeschichte der Lydia Riefenstahl von den frühen 1940iger Jahren bis in die 1970iger eine wichtige Rolle, aber auch die Tätersicht wird dargestellt. Um den Fall herum erzählt der Autor von der privaten Entwicklung Toni Sanftlebens, der sich langsam aus seiner Lebenskrise herauskämpft. Dies ist gut in die Geschichte integriert und überlagert nicht den eigentlichen Fall.
Das Gesamtpaket stimmt in diesem Buch, Spannung, Story, überraschende Entwicklungen – perfekte Unterhaltung.
- Miriam Schaps
Abenteuer zwischen Nordeifel und Aachen - Lilly und Nikolas auf der Suche nach dem schwarzen Gold
(9)Aktuelle Rezension von: RosaLiaDie Eifel gehört, so möchte man meinen, sicher nicht zu den angesagten Ferienparadiesen für Familien mit Kindern, denn was kann man da schon tun außer endlose Wanderungen zu unternehmen? Klar, geologisch interessant ist die Gegend schon, aber ist sie für Kinder nicht eher langweilig? Wollen die nicht Spaß und Rummel und Strand und Meer, wenn es unbedingt sein muss auch Berge mit Wildwasserfahren und ähnlichen Abenteuern? Nun, die Eltern der Geschwister Lilly und Nikolas wissen es besser! Schon oft haben sie die Ferien mit ihren Kindern in Regionen verbracht, die auf den ersten Blick nicht eben reizvoll erscheinen, die aber auf den zweiten Blick so unglaublich viel zu bieten hatten, dass Lilly und ihr Bruder jedesmal eine wunderschöne, anregende und oft genug auch spannende Zeit hatten.
Und das ist diesmal nicht anders! Anlass für die Urlaubsreise ist der Geburtstag der bei den Kindern beliebten Tante Sarah, die ihr neues Domizil in der Nähe von Aachen, in der Nordeifel, nicht weit entfernt sowohl von Belgien als auch den Niederlanden aufgeschlagen hat und darauf brennt, den Kindern die neue Heimat zu zeigen. Ein wenig skeptisch sind Lilly und Nikolas zu Anfang schon, doch hatten sie mit ihren einfallsreichen Eltern immer richtig schöne Ferien - was sollte da diesmal schon schiefgehen? Und zudem sind sie auf einem Bauernhof untergebracht, der mit einem tollen und abwechslungsreichen Programm für seine Feriengäste aufwartet...
Nun, auch die Eltern und vor allem Tante Sarah haben sich ein volles Programm ausgedacht, das den Kindern all die Schönheiten nahebringen soll, die die Nordeifel aufzuweisen hat, angefangen bei der Geburtstagsfeier der Tante auf einem Schiff mitten auf dem Rursee, während der sie von dem Nationalpark Eifel erfahren, über einen spannenden Besuch im Hohen Venn, einem Hochmoor, in dem die so fleißigen wie scheuen Biber wohnen, emsige Baumeister, wie den Kindern bald klar wird, und wo Nikolas bei einem Beinahesturz ins Moor eine alte Dose mit einem rätselhaften Brief findet, der den Kindern in der Folge einiges Kopfzerbrechen bereiten soll, einer Wissensralley im zum Venn gehörenden Museum, die Nikolas und seine Schwester mit Bravour meistern, denn sie sind aufmerksame Zuhörer und lernen gerne Neues, das sie regelrecht aufsaugen, einem ausführlichen Besuch des Nationalparks, wo Lilly und Nikolas so einiges erfahren über die Wildnis, den Urzustand sozusagen, der auf einer "Baustelle" langsam wieder hergestellt werden soll, und deren Bedeutung für das Ökosystem, die Gefährdung der Artenvielfalt durch Klimawandel und Umweltverschmutzung - hochaktuell natürlich angesichts dessen, was ein junges schwedisches Mädchen durch ihre Aktion "Fridays for Future" angestoßen hat! -, und schließlich einem Picknick in den Kakus-Höhlen, in denen vor über 300 000 Jahren Menschen gelebt hatten und in denen Knochen von längst ausgestorbenen Tieren gefunden wurden, und der anschließenden Entdeckungstour in einem Freilichtmuseum.
Manch einer unter den Lesern mag erstaunt sein über die Vielfalt der Attraktionen, die die Nordeifel bietet und die allesamt mit der Natur und ihrer Bewahrung in Verbindung stehen. Sie sind vielleicht nicht so spektakulär wie die Attraktionen in einem Erlebnispark, aber viel authentischer und alles andere als langweilig - zumal die reiseerprobten Geschwister ja noch das Rätsel des alten Briefes aus der Dose lösen müssen, in dem vom "schwarzen Gold" die Rede ist, mit dem die Kinder zunächst nichts anfangen und das sie lange nicht zuordnen können. Dass es aber irgendetwas zu tun haben muss mit Schmuggelei zwischen dem Nachbarland Belgien und den Eifel-Ortschaften nicht fern der Grenze wird immer deutlicher... So ist ihr Erkunden der Eifel gleichzeitig auch ein Enträtseln der geheimnisvollen Botschaft, dem sie sich in Monschau, der Stadt der Tuchmacher und der malerischen Fachwerkhäuser annähern, um sie dann in der Kaiserstadt Aachen mit dem interessanten und geschichtsträchtigen Dom zu entschlüsseln....
Übervoll, überreich an Informationen, die auch beim erwachsenen Leser, der diesen Kinder-Reiseführer ebenso mit Genuss lesen kann, so manche ungeahnte Wissenslücke schließen können, ist dieses ungewöhnliche, sehr liebevoll gestaltete Buch aus dem kleinen, aber feinen Verlag "Biber & Butzemann"! Genauso ungewöhnlich sind die beiden Protagonisten, sicherlich der Traum aller Eltern, denn ohne Murren nehmen sie die manchmal sehr ehrgeizig erscheinenden Angebote der Erwachsenen - hier kommen noch Oma und Opa hinzu - an und ziehen daraus Gewinn. Einfach nur spielen, Langeweile haben oder den Tag vertrödeln gibt es bei Lilly und Nikolas einfach nicht - wozu man durchaus kritisch stehen kann! Aber darum geht es in der "Lilly und Nikolas" - Reihe nicht, sondern vielmehr darum, Familien auch die nicht so bekannten, darum aber nicht weniger reizvollen Gegenden Deutschlands näher zu bringen. Und das ist der Autorin zweifellos gelungen! Sie weckt mit ihren ausführlichen und mit vielfältigen Geschichten und gar kleinen Anekdoten gewürzten Schilderungen der Nordeifel und ihrer sehens- und besuchenswerten Örtlichkeiten Interesse und macht unbedingt Lust, sich auf Lillys und Nikolas Fährten zu begeben - und das, so ist anzunehmen, ist genau das, was ihr mit diesem Buch vorschwebt!























