Bücher mit dem Tag "Abgeglichen: 22. Dezember 2021"
12 Bücher
- Samira El Ouassil
Erzählende Affen
(26)Aktuelle Rezension von: Elenchen_hWir Menschen lieben Geschichten. Wir erzählen sie über uns selbst und andere, sie begegnen uns - natürlich - im Kino, im Fernsehen und in Büchern, aber auch in dem, was unsere Gesellschaft zusammenhält und spaltet. Die beiden Geisteswissenschaftler*innen Samira El Ouassil und Friedemann Karig widmen sich in ihrem Sachbuch "Erzählende Affen" der komplexen Frage, wie Geschichten unser Leben und unsere Gesellschaft prägen. Dabei geben sie in der ersten Hälfte des Buches viel Grundwissen zu modernen Literaturtheorien an die Hand und spezialisieren sich insbesondere auf die Heldenreise, die - wie ich lernen durfte - auf fast alle unsere Geschichten anwendbar ist. Beispiele für die Heldenreise geben sie zuhauf, von antiken Epen wie "Illias" und die "Odyssee" bis hin zu den modernen Sagen wie "Harry Potter" oder "Der Held der Ringe" ist alles dabei, leider spoilern die beiden auch gerne einmal die Enden der Geschichten. In der zweiten Hälfte von "Erzählende Affen" geht es um aktuelle Narrative der Politik, Klimakrise und Gesellschaft - und wie sie anders erzählt werden könnten, um Veränderungen anzustoßen. Ich fand Karigs und El Ouassils Thesen durchaus spannend und habe auch viel aus ihrem Sachbuch mitnehmen können, allerdings leidet das Buch für mich unter seiner Ausführlichkeit. Die zahlreichen Fußnoten und Exkurse haben meinen Lesefluss sehr gehemmt, auch sprachlich habe ich "Erzählende Affen" als viel zu akademisch und schwer zugänglich empfunden. Zudem hatte ich am Ende des Buchs das Gefühl, dass trotz der Seitenstärke und Themenfülle die nötige Tiefe verloren gegangen ist. Von mir gibt es daher nur eine Empfehlung, wenn ihr euch besonders für das Thema Macht von Geschichten interessiert.
- Omar Khir Alanam
Feig, faul und frauenfeindlich
(4)Aktuelle Rezension von: Almut_Scheller_Mahmoud
Wie hat „der Westen“ erstaunt gejubelt beim Arabischen Frühling, nicht die wehrhaften Reaktionen repressiver Regimes, mit denen sie übrigens einträgliche Verbindungen unterhielten, einkalkulierend: eine Folge war der Flüchtlingsstrom mit seinen Tragödien und Verwicklungen.
Davon berichtet der Autor, aus ganz subjektiver, auf Österreich bezogener Sicht, die aber ein Äquivalent zur deutschen Situation ist.
Der Autor selbst ist Damaszener, der sein Heimatland verließ, um nicht zu töten und nicht getötet zu werden. Der in Österreich eine neue Heimat fand, eine Frau und einen Sohn und eine Laufbahn als Dichter und Schriftsteller. Und der nun in klaren und deutlichen Worten versucht, diese zwei Welten miteinander zu verbinden und der Leserschaft, die an orientalischen Hintergründen und orientalischer Seelenlandschaft interessiert ist, nahe zu bringen.
Er behandelt Themen wie Freiheit und Liebe, Familie und Tradition, Selbstfindung und Verpflichtung, Mut und Feigheit, Scheinheiligkeit und Ehre, Sexismus, Integration und Religion, Arbeit und Geld, Geschichte und Politik.
Er nimmt Aspekte des muslimischen Glaubens, verknüpft mit den dadurch entstandenen Traditionen ins Visier und betont die tiefen familiären Verbindungen, die es den Kindern oft unmöglich machen, ihren eigenen Weg in der sich ändernden Welt zu finden und mutig zu gehen. Sie werden gebunden durch Regeln und Pflichten und dem vielfältigen Begriff von Ehre.
Doch schon Khalil Gibran, ein libanesischer Schriftsteller und Philosoph wusste: „Eure Kinder sind nicht eure Kinder. Sie sind die Söhne und die Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber. Sie kommen durch euch, aber nicht von euch,Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.“
Omar Khir Alanam betont auch immer wieder, dass das neue Leben der Flüchtlinge in der „Schönen Neuen Welt“ wie ein Hürdenlauf sei, man müsse Mut zur Veränderung haben, man dürfe es sich nicht in der gebotenen sozialen Hängematte bequem machen, man müsse Herausforderungen erkennen und annehmen. Nur so kann ein neues Leben, ein „integriertes Leben“ gelingen. Aber die sog. Integration wird oft nicht nur durch die Flüchtlinge selbst verhindert, sondern die staatlichen Stellen scheinen oft kein wirkliches Interesse daran zu haben: Deutschkurse werden gekürzt oder gestrichen. Dabei ist doch die Sprache das wichtigste Instrument für ein Miteinander, für das Verständnis des Anderen, der in vielen Facetten so anders gar nicht ist: denn auch er ist nur ein Mensch, mit seinen Stärken und mit seinen Schwächen.
Und er prangert an, dass viele Flüchtlinge jahrelang im Ungewissen leben müssen, nicht arbeiten dürfen, sich im bürokratischen Dschungel verlaufen.
Verfehlt ist auch die Ablehnung des Islam im Allgemeinen. Es müssten Initiativen entstehen,
um die wachsende Politisierung des Islam zu stoppen. Der Autor bricht eine Lanze für einen europäischen Islam, der Demokratie, Freiheit und Gleichheit beinhaltet und wundert sich, dass z.B. in Deutschland die Imame der DITIB aus der Türkei gesandte Beamte seien. Er bemängelt auch die dunklen Hinterhof-Moscheen, in denen radikale Kräfte eine ideale Brutstätte finden, durch die wahabitische Glaubensauslegung der Saudis gefördert.Er fordert zudem eine kritische und reflektierte Geschichtsvermittlung für die Flüchtlinge über Rassismus, Antisemitismus, Homophobie ohne erhobenen Gutmenschenzeigefinger, aber auch über die westlichen Grundsteine zu den nahöstlichen Konflikten: der Aufteilung der osmanischen Gebiete ohne Rücksicht auf Religionen und Ethnien. Als Beispiel diene das Sykes-Picot-Abkommen zwischen Frankreich und England. Und nicht zu vergessen der Exportschlager der Waffenlieferungen.
Eine komplexe Lektüre, und doch fast beschwingt geschrieben, mit für viele gewiss neuen Eck- und Wissenspunkten. Die nicht nur die einen als Opfer und die anderen als Täter sieht. Die das Verbindende betont, aber auch das Trennende.
Die nachhaltige Saint-Exupery’sche Zauberformel „Man sieht nur mit dem Herzen gut“ wäre doch ein guter Neujahrsvorsatz für alle – für seßhafte Europäer und Flüchtlinge und für alle Menschen auf dieser Erde.
- Sophie Kompe
Unser Umweltjahr
(13)Aktuelle Rezension von: Lealein1906Umweltbewusstsein wird (zum Glück) immer wichtiger. Aber im Alltag ist es doch gar nicht immer so leicht, daran zu denken, weil vieles einfach ohne bequemer ist. Dafür ist dieses Buch eine tolle Gedächtnisstütze. Jeder Monat widmet sich einem anderen Thema, zum Beispiel kleine Veränderungen im Alltag (Digital Detox) oder das große Thema Essen und Nahrungsmittel. Für jeden Monat gibt es mehrere Seiten, mit viel Wissenswertem, verschiedenen Challenges und Tipps und Tricks. Bei den Challenges gibt es auch Listen und Platz zum Ausfüllen.
Die ganzen Seiten sind schön bunt gestaltet, mit verschiedenen Kästen und kleinen Illustrationen. So hat man das Buch gerne in der Hand und es gerät nicht so schnell in Vergessenheit. Ich finde es auch schön, dass die ganze Familie miteinbezogen wird und es nicht nur für Einzelpersonen ist. So kann man sich gegenseitig motivieren. Wenn man sich die Listen kopiert, kann man das Buch immer wieder benutzen, Jahr für Jahr neu.
Das Buch ist ein toller Ansporn und schön gestaltet, nicht alles ist neu, aber es muss eben auch in Erinnerung gerufen werden. Ich vergebe vier Sterne für diesen interessanten und schön gestalteten Ratgeber.
- Amika George
Du kannst etwas verändern!
(7)Aktuelle Rezension von: Martine_H«Du kannst etwas verändern! » ist ein friedlicher Aufruf an jeden, sich für globale Themen einzusetzen. In Zeiten von Inklusion, Umweltverschmutzung, Klimawandel, Flüchtlingskrise und Diversität trifft es den Nerv der Zeit.
Amika George, eine junge Aktivistin initiierte mit 17 Jahren die Kampagne #
FreePeriods, um beispielsweise an Schulen Mädchen den freien Zugang zu Hygieneartikeln zu ermöglichen. Dieses um zu verhindern, dass es zu Fehlstunden kommt und der Bildungsanspruch somit nicht für alle Schüler/innen derselbe sein kann. Bei Recherchen zeigte sich, wie erstaunlich viele Abwesenheiten im Unterricht darauf zurückzuführen sind, dass es in sozial angeschlagenen Familien an dem betreffenden Hygienematerial mangelt. In dem Buch beschreibt die Autorin sehr detailliert, welchen Weg sie gegangen ist, um in diesem Sinne etwas für junge Frauen zu bewegen. Dieses Tabuthema aufzuwerfen ist bereits ein großer Beweis von Mut. Es zeigt auch wie viel abertausende Problemsituationen es gibt, die den Alltag der Menschen erschweren; die jedoch aus vielleicht einer falschen Scham heraus oder einfach aus der Masse heraus nicht offen angegangen werden. Das Buch spricht eher ein junges Publikum an, das in Zeiten von Greta Thunberg und „Fridays for Future“ eine andere Herangehensweise hat, die Problematiken unserer Zeit anzugehen. Die sehr detaillierte Beschreibung der Aktionsschritte in Bezug auf die Free-Period Bewegung definiert es eigentlich als Aktionsplan, wie junge Menschen sich in der heutigen Zeit aktiv und proaktiv einbringen können. Die Sache an sich ist lobenswert und gut, die Ausführung sprich der Schreibstil wie auch die sehr detaillierte Aufzählung von Kontakten, Gesprächsthemen usw. haben meinen Erwartungen nicht entsprochen. Schlussendlich gilt es zu unterstreichen, dass das Buch sicherlich auch eine wunderbare Ideenfabrik sein kann, wie man sich für Themen einsetzen kann: denn auch mit kleinen Schritten kann man Großes bewirken.
- Dominic Sandbrook
Weltgeschichte(n) - König der Könige: Alexander der Große
(11)Aktuelle Rezension von: easy_historyDas Buch ist spannend und informativ geschrieben. Man denkt, so ging es mir zumindest, du stehst neben ihm. Mein Bestseller. ich habe mich danach auch noch 3 Jahre lang mit dem Thema beschäftigt, weil mich dieses Buch so in den Bann gezogen hat. DasHart cover ist aus sehr Hochwertigem material und die Seiten sind sehr sorgfältig und auf bestem Papier gedruckt.
- Dawn Casey
Wir warten auf Weihnachten: mit den schönsten Wintergeschichten aus aller Welt
(6)Aktuelle Rezension von: UnkreativeKreativeDas Hörbuch erzählt einzelne Weihnachtssagen aus unterschiedlichen Ländern nach und bietet so eine Vielzahl interessanter Geschichten, die ich zumindest teilweise noch gar nicht kannte oder nur in ihren Grundzügen, aber nicht die ursprüngliche „Grundlage“ - oder, woher sie eigentlich kommen.
Dabei sind die Geschichten angenehm eingesprochen, sodass sich die Geschichten gemütlich in der Winterzeit anhören lassen, um zu entspannen und sich auf die schönste Zeit des Jahres einzustimmen. Vor allem, da die Geschichten recht kurz sind lässt sich das Hörbich auch in der vollen Weihnachtszeit etwas regelmäßiger in den Alltag integrieren, wenn man kurz mal einen Moment der Ruhe wünscht.
- Jason Reynolds
Stamped – Rassismus und Antirassismus in Amerika
(1)Aktuelle Rezension von: leos_buchblogInhalt
Jason Reynolds gelingt das Meisterwerk, Dr. Ibram X. Kendis preisgekröntes Sachbuch »Stamped from the Beginning« in eine leichte, für Jugendliche zugängliche Sprache zu übertragen, dabei aber nicht an Tiefe einzubüßen. Tyron Ricketts liest »Stamped«, als würde ein Freund die Geschichte des Rassismus in Amerika erzählen.
Danke an DAV für das Rezensionsexemplar. Das beeinflusst nicht meine Meinung.
Autor: Ibram X. Kendi / Sprecher: Jason Reynolds
332 Minuten
mp3-CD 19,99€
Cover
Das Cover finde ich an sich passend, aber spricht mich nicht so an. Ich finde es schade, dass die Person fast ganz von Text und Farbe verdeckt ist und die Farben sind mir auch zu hell bzw. knallig. Meinen Geschmack trifft es nicht, aber immerhin hat es Ähnlichkeit zum Ursprungswerk und es ist eine kinderfreundliche Anpassung zu erkennen.
Meine Meinung
Stamped würde ich eher als Sachbuch einordnen, obwohl ich tatsächlich erwartet hatte, auch eine kleine Geschichte drum herum zu bekommen. Ich dachte, dass Kendis Sachbuch so aufgearbeitet würde, dass es etwas nahbarer und fesselnder für junge Hörer ist. Ich bin nämlich selbst auch kein großer Fan von Sachbüchern und muss auch leider sagen, dass mich dieses Buch nicht catchen konnte… Als Kind hätte ich es vor Langeweile wohl nicht einmal zu Ende gehört.
Es war doch sehr geschichtslastig und für mich leider relativ eintönig. Ich fand es total interessant, von verschiedenen, teils echt schockierenden Ereignissen aus der Vergangenheit zu hören. Einige kannte man schon, aber viele eben nicht. Das war schon cool, wenn man sich wirklich sehr dafür interessiert und dafür den trockenen Schreibstil in Kauf nimmt.
Ich kenne den Vergleich zu Kendis Buch nicht, aber man hat schon gemerkt, dass es angepasst wurde. Oft wurde gesagt „Stell dir vor, …“ und das hat versucht, den Leser ein bisschen mitzunehmen. Mich hat es aber nicht abgeholt. Es blieb eben ein vorgelesenes Sachbuch und die muss man einfach mögen. Als Kind hätte ich aber niemals die Geduld gehabt, das anzuhören und ich glaube auch, dass das die wenigsten Kinder können. So wichtig das Thema auch ist und so interessant die Fakten doch waren – die Umsetzung passte für mich gerade für die gewünschte Zielgruppe nicht und ich fand es zu schleppend und lang. Schade!
Ich würde das Buch jedem Geschichtsnerd empfehlen, für mich persönlich war es allerdings leider nichts…
Daher von mir 2 Sterne
- 8
- 12











