Bücher mit dem Tag "abhängigkeit"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "abhängigkeit" gekennzeichnet haben.

185 Bücher

  1. Cover des Buches 1984 (ISBN: 9783328111368)
    George Orwell

    1984

    (4.333)
    Aktuelle Rezension von: Karandi


    Ich muss sagen, 1984 hat mich wirklich umgehauen. Anfangs habe ich das Buch allerdings missverstanden, weil ich den ersten Teil als recht langweilig empfand. Ich konnte mich in die Hauptfigur Winston Smith überhaupt nicht hineinversetzen. Er wirkte auf mich eher distanziert und schwer greifbar, sodass ich keine Bindung zu ihm aufbauen konnte.


    Der Fehler lag aber nicht an der Erzählweise, sondern bei mir. Ab dem zweiten Teil begann ich, das Buch besser zu verstehen, und im dritten Teil wurde mir dann endgültig klar, warum es einen beinahe makellosen Ruf hat – daher auch meine Bewertung von fünf Sternen.


    Im ersten Teil lernen wir die Partei kennen: ein System mit einer völlig eigenen Denkweise, eine Diktatur mit monotoner, strikt vorgegebener Lebensweise. Selbst die Sprache wird kontrolliert – durch „Neusprech“, das gezielt Wörter aus dem Wortschatz entfernt, um das Denken zu beeinflussen und kritische Gedanken unmöglich zu machen. Diese Idee wirkt deshalb so eindringlich, weil sie nicht rein fiktiv erscheint. Formen von Kontrolle, Propaganda und gelenktem Denken gab es schon lange vor unserer Zeit. Betrachtet man etwa das Römische Reich, das vor rund zweitausend Jahren seine Blütezeit erlebte, oder das Achämenidenreich, das bereits etwa 550 v. Chr. entstand, sowie das noch ältere Altes Ägypten, dessen Geschichte über drei Jahrtausende zurückreicht, erkennt man, dass Machtstrukturen und der Einfluss auf Denken und Gesellschaft keine neuen Phänomene sind.


    Im zweiten Teil kommt die menschliche Komponente hinzu: Winston verliebt sich in Julia. Die Beziehung ist verboten, und beide erkennen, wie sehr sie das vorgeschriebene Leben hassen. Sie lehnen sich innerlich gegen die Partei auf und träumen davon, Teil einer „Bruderschaft“ zu werden – eines möglichen Widerstands, von dem niemand sicher weiß, ob es ihn überhaupt gibt. Wir erleben hier andere Werte, den Drang nach Freiheit, nach Selbstbestimmung und danach, das eigene Leben selbst in die Hand zu nehmen. Gleichzeitig zeigt der Roman aber auch, wie viel Kraft es einem Menschen geben kann, nicht mehr allein zu sein, sondern zu zweit, und was Liebe bewirken kann, aber auch, wie blind sie machen kann. Der Übergang vom nüchternen ersten Teil zur emotionalen Tiefe im zweiten ist ein äußerst geschickter erzählerischer Schachzug.


    Auch O’Brien tritt hier stärker in Erscheinung und ist für mich einer der gefährlichsten Charaktere des Buches. Ohne zu viel vorwegzunehmen, lässt sich sagen, dass er eine Position vertritt, die die Ideologie der Partei in ihrer reinsten und zugleich erschreckendsten Form widerspiegelt.


    Im dritten Teil erleben wir schließlich kein Happy End, sondern eine schonungslose Konsequenz. Winston und Julia werden gefangen genommen und „umerzogen“, und diese Umerziehung funktioniert. Winston wird gebrochen. Er wird zu dem Menschen, den die Partei aus ihm machen will, bis er am Ende sogar den Big Brother liebt.


    Für mich ist dieses Buch ein absolutes Meisterwerk, das zeitlos ist und unabhängig von der Epoche, auf die man blickt, immer eine beklemmende Aktualität besitzt.


    Zum Abschluss noch mein Lieblingszitat aus dem Buch:


    „Man errichtet keine Diktatur, um eine Revolution zu verhindern. Man macht die Revolution, um die Diktatur zu errichten. Das Ziel von Verfolgung ist Verfolgung. Das Ziel von Folter ist Folter. Das Ziel von Macht ist Macht.“

  2. Cover des Buches Erebos (Limited Edition) (ISBN: 9783743205314)
    Ursula Poznanski

    Erebos (Limited Edition)

    (3.820)
    Aktuelle Rezension von: lolamoosgruen

    Ein Computerspiel macht an einer Londoner Schule die Runde. Nick will auch zu den Auserwählten gehören, die mitspielen dürfen. Doch das Spiel birgt Gefahren und dringt auch in die Realität ein.

    Ich kann mich leider nicht der großen Begeisterung anschließen. Man sollte wissen, dass der Protagonist in der ersten Hälfte des Buches fast nur vor seinem PC sitzt. Mehr Handlung ist da noch nicht wirklich vorhanden. Erebos als Spiel ist jedoch sehr bildhaft beschrieben, sodass ich es mir sehr gut vorstellen konnte. Es wirkte wirklich echt. Deshalb runde ich die Sternebewertung hier auch auf.

    Im letzten Drittel wurde es dann spannend. Der Protagonist tat endlich auch mal was, außer am PC zu sitzen und die Handlung spitzte sich zu, sodass man nicht mehr wusste, wer Freund oder Feind war.

    Mit der Auflösung habe ich so nicht gerechnet. Es ergab aber definitiv dann alles einen Sinn.

    Sicherlich hätte das Buch auf mich vor ein paar Jahren noch mehr Eindruck gemacht, bevor KI an jeder Ecke auf einen wartete.

  3. Cover des Buches Verity (ISBN: 9783423437288)
    Colleen Hoover

    Verity

    (2.365)
    Aktuelle Rezension von: annalena2900

    Für mich ist das Buch ein Jahreshighlight.
    Ich bin mit keinen Erwartungen und keinem Vorwissen in das Buch gestartet.
    Das Buch ließ sich wie im Flug lesen. Ich konnte es kaum aus der Hand legen.

    Die Charaktere wurden so beschrieben, dass man sich direkt in die Situationen hineinversetzen kann. Es wurde eine Bindung von Lesern und Charaktere aufgebaut.

    Das Buch hat einen unerwarteten Plottwist, der mich Tage danach noch zum nachdenken gebracht hat.

    Ich kann das Buch einfach nur jedem empfehlen, dem der Atem gestockt werden möchte. 


  4. Cover des Buches Babel (ISBN: 9783847901846)
    Rebecca F. Kuang

    Babel

    (485)
    Aktuelle Rezension von: Lyn0371

    Das Buch hat mir wirklich sehr gut gefallen, und kommt auf jeden Fall auf die Top 10 Liste. Ich wusste lange nicht, wo die Geschichte genau hingehen würde, und das Ende hat mich sehr mitgenommen. 

    Die Kolonialismus-Kritik ist sehr deutlich in dem Buch, und ich finde es genial, wie die Strukturen, die hier kritisiert werden, durch das Magie-System des Buchs hervorgehoben und verständlich gemacht werden. Die Geschichte der vier "Babbler" war sehr mitreißend und bewegend, und auch wenn ich als weiße Person die Erfahrungen der drei, die als Ausländer nach Babel gekommen sind, natürlich nie zu 100% werde verstehen können, gibt einem das Buch doch die Möglichkeit, die Perspektive einer nicht-weißen Person in einem sehr weiß-dominierten Umfeld einzunehmen. 

    Auf jeden Fall ein Buch, dass ich ohne groß Nachdenken weiterempfehlen würde.


  5. Cover des Buches Der Report der Magd (ISBN: 9783492303279)
    Margaret Atwood

    Der Report der Magd

    (908)
    Aktuelle Rezension von: Barbara_Landwehr

    Ich habe Der Bericht der Magd beendet – und das Buch lässt mich nicht los.

    Schon beim Lesen musste ich immer wieder an 1984 denken: Überwachung, Kontrolle der Sprache, Manipulation der Vergangenheit und ein System, das den Menschen immer weniger Raum lässt, selbst zu bestimmen, wer er sein möchte.

    Bei Atwood kommt für mich aber etwas besonders Beklemmendes hinzu: Gilead wirkt erschreckend real. Vieles von dem, was Frauen dort widerfährt, ist keine wilde dystopische Fantasie, sondern hat historische Vorbilder.

    Besonders beschäftigt haben mich Serena Joy und der Commander. Serena unterstützt eine Ordnung, die Frauen Schutz, Sicherheit und einen festen Platz verspricht – und wird am Ende selbst zu ihrer Gefangenen. Der Commander dagegen profitiert vom System und nimmt sich gleichzeitig Freiheiten heraus, die er anderen verweigert.

    Und genau hier liegt für mich ein zentraler Gedanke des Buches: Es ist ein Unterschied, ob mir jemand eine Freiheit großzügig erlaubt oder ob ich ein Recht darauf habe.

    Selbst das Ende spendet nur bedingt Trost. Gilead ist irgendwann Geschichte. Aber sind damit auch die Vorstellungen und gesellschaftlichen Strukturen verschwunden, die Gilead überhaupt erst möglich gemacht haben?

    Der Bericht der Magd hat mich deshalb nicht nur erschüttert, sondern zum Nachdenken gebracht – über Frauen und Männer, über Abhängigkeit und Schutz, über Sicherheit und Selbstbestimmung und vor allem darüber, wie selbstverständlich wir unsere Freiheit manchmal nehmen.

    Die Antwort auf die Schwierigkeiten, die Freiheit mit sich bringt, kann niemals weniger Freiheit sein. Für mich kann sie nur in gelebter Gleichberechtigung und gelebter Demokratie liegen.

    Ein Buch, das ich zu Ende gelesen habe, mit dem ich aber noch lange nicht fertig bin.


  6. Cover des Buches 22 Bahnen (ISBN: 9783832167240)
    Caroline Wahl

    22 Bahnen

    (1.224)
    Aktuelle Rezension von: sabatayn76

    ‚Die Gewissheit, dass ich vieles verlieren kann, einen Vater, eine Mutter, eine normale Kindheit, dass nichts sicher und beständig ist, dass aber Bücher trotz allem bleiben, dass mir niemand diese Geschichten, diese Welten wegnehmen kann, in die ich zu flüchten vermag, beruhigte mich und machte mich unverwundbar.‘

    Tilda, die Mathematik studiert und nebenbei an einer Supermarktkasse arbeitet, lebt mit ihrer kleinen Schwester Ida und ihrer Mutter ‚im traurigsten Haus der Fröhlichstraße‘ in einer Kleinstadt.

    Sämtliche Freunde von Tilda sind weggezogen, doch Tilda muss bleiben, für ihre Schwester da sein und Geld verdienen. Die Mutter von Tilda und Ida ist Alkoholikerin, immer wieder gibt es Abstinenzversuche, immer wieder Rückfälle, es kommt zu Gewalt, und Tilda möchte Ida vor der Mutter beschützen. Doch dann wird Tilda eine Promotionsstelle in Berlin in Aussicht gestellt.

    Zudem lernt Tilda Viktor kennen, den Bruder von Ivan, mit dem Tilda einst befreundet war. Viktor kennt sie aus der Schule, er ist ein ähnlicher Überflieger wie Tilda und schwimmt auch immer 22 Bahnen, so wie Tilda.

    ‚22 Bahnen‘ war meine erste Begegnung mit Caroline Wahl, und das Buch hat sich nicht nur richtig gut angelesen, sondern ist über den ganzen Verlauf hinweg überzeugend, unterhaltsam, berührend und komplex geblieben.

    Ich lese selten Klappentexte und habe aus irgendeinem Grund hier eher einen unterhaltsamen und wenig tiefsinnigen Roman erwartet. Ich wurde von der Lektüre extrem positiv überrascht: Dies ist eine tolle Geschichte um Verantwortung und das Finden des eigenen Weges.

    Ich bin nun sehr gespannt auf weitere Bücher der Autorin und kann dieses Buch sehr empfehlen.

  7. Cover des Buches Cinder & Ella (ISBN: 9783846602430)
    Kelly Oram

    Cinder & Ella

    (1.697)
    Aktuelle Rezension von: Isika0510

    Ein wirklich tolles Buch! 

    Von Anfang bis zum Ende bin ich ganz und gar in die Welt von Ella & Cinder aka Brian eingetaucht!

    Es hat mir wirklich gut gefallen aus der Sicht von beiden lesen zu können und zu erfahren, was gerade in demjenigen vor sich geht. 

    Mit Ella habe ich absolut mit gefühlt und mit gelitten.

    Sie Story hat mir einfach sehr gut gefallen, es lies sich flüssig lesen und war für mich nicht einen Moment langatmig. 

    Das Ende hat mir auch richtig gut gefallen und für einen schönen Abschluss gesorgt ! 

  8. Cover des Buches Too Late – Wenn Nein sagen zur tödlichen Gefahr wird (ISBN: 9783423220927)
    C. Hoover

    Too Late – Wenn Nein sagen zur tödlichen Gefahr wird

    (734)
    Aktuelle Rezension von: Lunacat

    "Ihre Traurigkeit floss zwischen seinen Fingern hindurch zu Boden, weil sie etwas ist, das niemandem abgenommen werden kann. Sie bückte sich danach, klopfte sie ab und beschloss, sie von nun an für sich zu behalten."

    Das war jetzt mein 5. Buch von Colleen Hoover und ich mag ihre Bücher sehr. An Regretting You von ihr kommt bisher noch nichts ran, aber ich werde weitere von ihr lesen.

    Too Late steht schon lange auf meiner Leseliste, da ich Verity auch sehr mochte! Dennoch muss ich gestehen, dass mir Too Late etwas zu lang war. Der Anfang war schon gut, aber es zog sich einfach hin und wieder und ich war teilweise gelangweilt. Irgendwie war es ein Vor und Zurück, Hin und Her, aber manchmal ohne Vorwärtskommen. Es gab einige wirklich spannende Stellen, aber 100% catchen konnte es mich nicht.

    Die Spice-Szenen muss ich positiv hervorheben, die waren wirklich gut, ohne Frage. Ziemlich - ziemlich - heiß!!!! 🔥🔥🔥

    Der Schreibstil gefiel mir wie immer sehr gut, und die Emotionen kamen gut rüber. Auch Tiefe war vorhanden.

    Die Charaktere mochte ich zwar wirklich sehr, aber irgendwie hat mir bei Handlung, Charas und Emotionen einfach noch irgendwas gefehlt. Auch wenn ich schon wirklich viel gefühlt habe.

    Die Handlungsstränge gefielen mir aber grundsätzlich.

    Die Auflösung am Ende hat mir schon noch gefehlt...🤷‍♀️ aber das ist persönlich.

    Fazit:

    Sehr gutes Buch mit ein paar Längen ♡

  9. Cover des Buches Spieltrieb (ISBN: 9783641242749)
    Juli Zeh

    Spieltrieb

    (428)
    Aktuelle Rezension von: Hubertus_Feldmann

    Die 28. Auflage dieses erstmals 2004 erschienen Roman von Juli Zeh sprechen eine eindeutige Sprache: Das Buch ist ein literarischer Leckerbissen – immer noch. Und wird es in seinen grundsätzlichen Aussagen über das Menschsein und sein Ringen um den Sinn des Lebens auch bleiben.

    Das Leben als Spielball der Evolution zu betrachten ist landläufige Praxis. Zumal dieser epochale Begriff inzwischen seinen Zusatz „-Theorie“ verloren hat und daher als gesichertes Wissen gilt. Allerdings gelten diese Mechanismen nicht für das Zusammenleben der Menschen, die nach wie vor um Wahrheit, Wirklichkeit und Gerechtigkeit ringen, um nur drei der wichtigsten Sehnsuchtsziele zu nennen. Wie schwankend dieses Fundament ist, wird in diesem phänomenalen Buch bis „aufs Blut“ seziert und den Leser:innen in oft schwer verdaulichen Brocken präsentiert. Welche Rolle dabei Herkunft und Umfeld spielen, werden hier eindrücklich geschildert, ebenso die Möglichkeiten, durch Entscheidungen, das Leben (bewusst) in unvorhergesehene Bahnen zu lenken. Und wenn das Ringen um Wirklichkeit, Wahrheit und Gerechtigkeit zu einem Spiel mutiert, um tiefere Einblicke oder andere Erkenntnisse zu ermöglichen, dann nimmt diese Auseinandersetzung eine qualitative Hürde, in der so manches Oberseminar Honig saugen kann – und zwar aus ganz unterschiedlichen Fachbereichen, beginnend mit Philosophie, Politik (Historie) und Rechtkunde und lange noch nicht endend bei den psycho-sozialen Fächern. Was hier die drei Protagonisten „spielerisch“ bewältigen, ist die hohe Kunst eines fächerübergreifenden Diskurses, auf der Grundlage eines „Spiels“, das unter die Haut geht.

    Dieses Buch quillt über vor lauter kluger Sätze, nachdenkenswerte, inspierierende, ja, auch tieftraurige Sätze, die nicht nur schillern, sondern auch Gefühle mobilisieren und den Intellekt herausfordern: „Zeit ist das Einzige, was dem Menschen fehlt […] Darüber hinaus gibt es nur Simulationen von Besitz, sei es an Gefühlen, Schönheit oder Geld.“ Zeit braucht man für dieses Buch, immerhin ist es knapp 570 Seiten stark. Die Zeit dafür ist nicht verschwendet – versprochen …

    (28.6.2026)

  10. Cover des Buches Panikherz (ISBN: 9783462050660)
    Benjamin von Stuckrad-Barre

    Panikherz

    (129)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider


     



    Benjamin von Stuckrad Barre wächst etwas abgeschirmt auf, denn seine Eltern sind typische Ökos und sein Vater Pastor. Als er von seinem Bruder abgelegte Klamotten bekommt und im örtlichen Musikladen Schallplatten entdeckt, ist er plötzlich in einer anderen Welt. Udo Lindenberg wird sein Held, sein Idol und als er heran wächst und anfängt zu arbeiten, schreibt er über Udo und er vernichtet ihn in seinen Kritiken. Sein Held fällt und Benjamin irgendwie auch. Sein Leben ist unstet und wie eine Achterbahnfahrt und er nimmt Drogen, experimentiert mit vielen Stoffen und entwickelt eine Essstörung. Aber er hat auch Höhepunkte und darf Udo treffen und lernt ihn kennen, findet in ihm einen Freund. In den USA trifft er auf einen Held der Buchbranche, Bret Easton Ellis und verbringt berauschte Nächte mit ihm und kommt doch auch wieder runter. Ein Buch mit Udo Lindeberg, über Udo Lindenberg und ein Buch von und über Benjamin von Stuckrad Barre. Er nimmt uns mit auf seinem wilden Ritt durch seine Kindheit und Jugend und sein aufregendes Erwachsenenleben und wir dürfen Backstage sein und viele Prominente treffen. Raschzustände, Sex, Angst, Neuanfang, Absturz, alles ist dabei und am Ende immer ein Udo Song.  


  11. Cover des Buches Like Ice We Break (ISBN: 9783328109297)
    Ayla Dade

    Like Ice We Break

    (392)
    Aktuelle Rezension von: Christines_lesetagebuch

    ⭐️ Rezension ⭐️

    Ich muss gestehen: Diesmal fällt mir diese Rezension nicht leicht. Irgendwie konnte mich die Geschichte nicht richtig packen. Mit jedem Band tue ich mich etwas schwerer mit der Reihe, die für mich wirklich stark begonnen hat.

    Gwen steht vor einem großen Problem: Die iSkate kündigt ihr den Platz – und das, obwohl sie definitiv Talent hat. Ihre einzige Chance, weiter Eiskunstlauf zu betreiben, ist der Paarlauf. Ausgerechnet mit Oscar, dem Neuen in Aspen, mit dem sie bereits eine ziemlich skurrile erste Begegnung hatte.

    Auch Oscar trägt sein eigenes Päckchen mit sich herum. Er wuchs auf den Straßen von New York auf und brachte sich das Eislaufen auf einem zugefrorenen See im Central Park selbst bei. Durch einen glücklichen Zufall wurde er entdeckt, später adoptiert und lebt nun in Aspen – inklusive Trainingsplatz bei der iSkate.

    Natürlich prallen hier zwei völlig unterschiedliche Welten aufeinander. Oscar muss sich erst an sein neues Leben gewöhnen: ein warmes Zuhause, regelmäßige Mahlzeiten und Eltern, die sich um ihn sorgen. Gleichzeitig kämpft er mit seiner Vergangenheit und seinen Vorurteilen gegenüber den „Rich Kids“ – obwohl er inzwischen selbst dazugehört.

    Gwen mochte ich im ersten Band wirklich gern. Sie war offen, quirlig und sympathisch. Hier ging sie mir allerdings zunehmend auf die Nerven. Ihre ständigen Gedankenspiralen waren für mich irgendwann anstrengend, auch wenn ich recht früh den Verdacht hatte, dass mehr dahintersteckt. Gleichzeitig konnte ich kaum nachvollziehen, dass niemand in ihrem Umfeld bemerkt, dass es ihr nicht gut geht.

    Oscar hingegen mochte ich sehr. Er ist ein Kämpfer, hat sich nie unterkriegen lassen und wirkt trotz seiner schwierigen Vergangenheit authentisch. Seine Entwicklung und seine Annäherung an die Bewohner von Aspen haben mir deutlich besser gefallen.

    Leider muss ich sagen, dass mich die Reihe mit jedem weiteren Band etwas weniger fesselt. Für mich bleibt Band 1 bislang der stärkste der Reihe. Trotzdem bin ich gespannt, was die nächsten Bände noch bereithalten.


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  12. Cover des Buches Demon Copperhead (ISBN: 9783423149327)
    Barbara Kingsolver

    Demon Copperhead

    (239)
    Aktuelle Rezension von: Itsmelenasch

    Die Handlung geht über knapp 20 Jahre, daher ist es für mich ein Buch, das „so vor sich hin erzählt“ und kein Tempo aufbaut. Die Geschichte des Demon (aus der Ich-Perspektive erzählt) ist gut aufgebaut und mit viel Witz geschrieben. Ich habe etwas gebraucht um die Lust am Weiterlesen zu finden. Das kann aber daran liegen, dass es eine bemitleidenswerte und traurige Geschichte des Demon ist und genau das war der Punkt der Autorin. Also alles richtig gemacht. Sie gibt einen sehr guten Einblick in den vergessenen, armen mittleren Westen Amerikas, in dem du schon als Kind auf der Verliererstrasse bist. Das Gegenteil eines seichten, fluffigen Sommerromans - aber so wird das Buch ja Auch nicht beworben. Für alle, die einen Einblick in die Armut, die Opiumkrise und gesellschaftliche Probleme der „hillbillies“ und „rednecks“ bekommen wollen insgesamt sehr empfehlenswert.

  13. Cover des Buches Normale Menschen (ISBN: 9783442771509)
    Sally Rooney

    Normale Menschen

    (285)
    Aktuelle Rezension von: Leseschnecke

    Connell und Marianne wachsen in derselben Kleinstadt auf. Connell ist in der Schule sehr beliebt und Marianne hingegen ein Außenseiter. Marianne kommt aus sehr gehobenen Verhältnissen und Connell hingegen aus sehr armen Verhältnissen. Connells Mutter arbeitet bei Mariannes Eltern als Haushaltshilfe. Connell holt sie öfters von dort ab und lernt Marianne dadurch kennen, denn in der Schule gehen sie sich aus dem Weg. es entsteht eine Liebesbeziehung, die aber geheim bleiben muss, da Connel Angst vor den Reaktionen in der Schule hat. Diese Liebesbeziehung ist eine On/ Off Beziehung und zieht sich auch durch die College Zeit.

    Ich konnte leider beide nicht ganz verstehen. Sie reden nicht offen miteinander und verletzen sich gegenseitig immer wieder. Es war zwar interessant zu lesen und beide zu begleiten, aber es gab immer wieder Situationen, wo ich mit dem Kopf geschüttelt habe. Marianne lässt einiges mit sich machen, da sie kein Selbstwertgefühl hat.

    Ich fand, dass gerade das Gefälle zwischen den sozialen Hintergründen der Beiden, noch besser hervorgehoben hätte werden können.

    Der Schreibstil war flüssig. Es wurde abwechselt aus Mariannes und Connels Sicht erzählt. Man hat gut ein Einblick in die Gedanken und Gefühle der Beiden bekommen.

    Ganz überzeugt hat mich die Geschichte aber nicht.

  14. Cover des Buches Das italienische Mädchen (ISBN: 9783442494828)
    Lucinda Riley

    Das italienische Mädchen

    (482)
    Aktuelle Rezension von: angeltearz

    Ich liebe die Bücher der Autorin sehr. Weil ich einfach ihren Schreibstil und den besonderen Aufbau ihrer Geschichten einfach großartig finde. Sie erzählt die Geschichten von Frauen, die praktisch ihr Schicksal finden. Im positiven Sinne. Ich liebs sehr!

    Gefühlt habe ich auch schon die meisten ihrer Bücher gelesen. Aber es gibt noch einige ältere Bücher von ihr, die ich unbedingt lesen möchte.
    Dieses gehörte auf jeden Fall dazu.

    Ich muss allerdings ehrlich gestehen, dass ich hier und da überlegt habe abzubrechen. Roberto ist so ein ekelhafter Charakter, dass ich das kaum ertragen konnte. Wie er mit Rosanna umging. Richtig ekelhaft. Und die arme Rosanna, die ich gerne schütteln wollen würde.

    Aber ich habe es beendet und ohne zu spoilern kann ich sagen, dass am Ende alles gut wurde. Typisch der Autorin. Man wird einfach nicht enttäuscht.
    Ich habe mich dennoch unfassbar wohl in der Geschichte gefühlt. Auch die Nebengeschichten waren richtig toll und rund. Ich mag es sehr, dass die Autorin sich nicht nur auf die Protas fokussiert, sondern auch den Nebencharakteren ihre Geschichte gibt.

  15. Cover des Buches Niemalswelt (ISBN: 9783551319937)
    Marisha Pessl

    Niemalswelt

    (385)
    Aktuelle Rezension von: Bella0070

    Schon das Buchcover hat mich gereizt, das Buch in die Hand zu nehmen. Die Schrift, die sich im Nebel auflöst und das Thema Wasser passen gut zum Inhalt des Buches, denn es regnet die ganze Zeit und in viele Szenen spielt Wasser eine Rolle. 

    Die Hauptprotagonistin Beatrice, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wir, ist durch den plötzlichen Tod ihres Freundes Jim stark traumatisiert und bricht den Kontakt zu ihren Freunden völlig ab. Fünf Jahre später kommt es zu einem Treffen und zu einem folgenschweren Unfall, der sie und ihre Freunde in die Niemalswelt katapultiert, einer Welt zwischen Leben und Tod, in der sich der gleichen Tag immer aufs neue wiederholt,  bis sich die fünf Freunde entscheiden, wer von ihnen überleben soll. 

    Die Idee an sich ist schon sehr interessant, wenn auch nicht neu. Was würde ich tun in dieser Situation? Beatrice und ihre Freunde gehen verschiedene Stadien durch, jeder versucht die Situation auf seine Weise zu bewältigen und lernen sich dabei immer besser kennen. 

    Ein sehr spannendes Buch, das am Schluss auch etwas nachdenklich macht mit einer Protagonistin, in die ich mich gut hineinversetzen konnte. 

  16. Cover des Buches Girls Night - Nur eine kennt die ganze Wahrheit (ISBN: 9783328113805)
    Claire Douglas

    Girls Night - Nur eine kennt die ganze Wahrheit

    (117)
    Aktuelle Rezension von: _juliadventuress_

    Wie erwartet, ein spannender Thriller mit unvorhersehbaren Wendungen. 

    Der Einstieg war etwas holprig, weil einige Dinge nicht auf Anhieb verständlich waren, aber dann fügten sich die Puzzleteile und es wurde noch sehr gut umgesetzt. Zum Ende gibt's noch mal einen 😳😨 Moment.

    Clair Douglas hat es wieder mal geschafft einen packenden Thriller zu schreiben.

     

  17. Cover des Buches The Darkest Gold – Die Gefangene (ISBN: 9783499011504)
    Raven Kennedy

    The Darkest Gold – Die Gefangene

    (540)
    Aktuelle Rezension von: Zeilenxgefluester

    Diese Rezension fällt mir wirklich schwer, da ich die Bewertung gar nicht so leicht einordnen kann. Als ich angefangen habe zu lesen, dachte ich ehrlich: Oh Gott, das ist absolut nichts für mich, das kann ich nicht zu Ende lesen. Die Männer in diesem Buch handeln unfassbar frauenverachtend und die Frauen, die dem König dienen müssen, werden herabwürdigend als „Sättel“ bezeichnet. 

    Da ich aber durch andere Rezensionen wusste, dass die Reihe erst im weiteren Verlauf so richtig stark wird, habe ich mich selbst an der Nase gepackt und durchgehalten.

    Die Protagonistin macht in diesem Band unglaublich viel durch – beim Lesen war ich stellenweise gefühlt selbst davon traumatisiert.

    Was das Buch dennoch getragen hat, war der wahnsinnig gute Schreibstil der Autorin. Obwohl der Umgang mit den Frauen extrem makaber ist, entstand ein regelrechter Sog, dem man sich kaum entziehen konnte. Der langsame, durchdachte Aufbau der Welt ist wirklich grandios und man kann bereits erahnen, welche magischen Wesen in den Folgebänden noch auftauchen werden. 

    Ich bin trotz des harten Einstiegs sehr gespannt und freue mich auf die Fortsetzung!

  18. Cover des Buches Wie das Feuer zwischen uns (ISBN: 9783736324602)
    Brittainy C. Cherry

    Wie das Feuer zwischen uns

    (673)
    Aktuelle Rezension von: Nika488

    Dieses Buch ist wieder einmal der beste Beweis dafür, das Brittainy Cherry die Queen der emotionalen Liebesgeschichten ist. Diese Story hat mich tief berührt, mein Herz mehrfach gebrochen und es am Ende Stück für Stück wieder zusammengesetzt.


    Schon ab der ersten Seite hat mich die Geschichte in ihren Bann gezogen. Die  Emotionen sind so greifbar, dass man nicht nur mit den Figuren mitfühlt, sondern ihren Schmerz, ihre Hoffnung und ihre Liebe beinahe selbst erlebt.


    Alyssa ist eine Protagonistin, die ich sofort ins Herz geschlossen habe. Sie musste so viel erleben und durchmachen. Doch sie bewahrt sich ihre Stärke und ihre Herzlichkeit. Ihre Entwicklung hat mich unglaublich beeindruckt.


    Logan hat mich sofort berührt. Mein Herz hat so oft für ihn geblutet. Hinter seiner verschlossenen Art steckt so viel Schmerz, Schuld und Sehnsucht. Es geht gar nich anders, als mit ihm zu leiden. Seine Geschichte ist emotional, roh und unglaublich bewegend.


    Die Verbindung zwischen Alyssa und Logan ist etwas ganz Besonderes. Man spürt auf jeder Seite, dass ihre Gefühle nie verschwunden sind. Die gemeinsame Vergangenheit, die unausgesprochenen Worte und die zweite Chance, die sich ihnen bietet, sorgen für eine Liebesgeschichte voller Intensität und Herzklopfen.


    Was Brittainy Cherry für mich so einzigartig macht, ist ihre Fähigkeit, schwere Themen mit so viel Feingefühl zu erzählen. Es geht nicht nur um Liebe, sondern auch um Verlust, Vergebung, Selbstwert und den Mut, trotz aller Narben wieder zu vertrauen. Gerade diese Mischung verleiht der Geschichte eine enorme Tiefe.


    Auch der Schreibstil hat mich wieder vollkommen begeistert. Absolut gefühlvoll. Es gibt so viele Sätze, die noch lange nach der letzten Seite im Kopf bleiben.


    Dieses Buch hat mich lachen, hoffen und weinen lassen. Genau diese emotionale Achterbahnfahrt liebe ich an Brittainy Cherrys Geschichten. Sie erzählt nicht einfach eine Romance. Sie erzählt Geschichten, die das Herz berühren und lange nachklingen.


    Ich freu mich schon in Band drei der Romance Elements Reihe abzutauchen. 

  19. Cover des Buches Dunkelgrün fast schwarz (ISBN: 9783328104841)
    Mareike Fallwickl

    Dunkelgrün fast schwarz

    (353)
    Aktuelle Rezension von: zwischenkapitelnundkaffee

    Dunkelgrün fast schwarz ist ein spannender Roman, der Freundschaft, Familie und Verrat thematisiert. Im Mittelpunkt stehen Moritz und Raffael, zwei Jugendfreunde, deren Beziehung mit der Zeit brüchig wird. Als Raffael nach Jahren unerwartet in Moritz Leben zurückkehrt, wird es heftig.

    Die Charaktere sind vielschichtig und authentisch, man fühlt mit ihnen. Die Handlung ist packend, ohne überladen zu wirken.

    Das Buch ist in verschiedenen Zeitebenen verfasst, wodurch man sich langsam immer mehr Teile der Geschichte zusammensetzen kann. Dadurch kann man die Dynamik der Freundschaft quasi miterleben und nachvollziehen, wie es zu was gekommen ist.


    Das Buch fesselt mit einer packenden Mischung aus Spannung und emotionaler Tiefe. 

  20. Cover des Buches Das Licht (ISBN: 9783446261648)
    T. C. Boyle

    Das Licht

    (113)
    Aktuelle Rezension von: berlinerkatze

    Wer hier nach einem spannenden Plot sucht, sucht vergeblich. Die Geschichte ist recht vorhersehbar und beschränkt sich inhaltlich auf klassische Themen der 60er Hippie-Bewegung: Sex und LSD. Dafür sind diese ausführlich und gut beschrieben, sodass ich das Buch flüssig lesen konnte und es an Personen weiterempfehlen würde, die sich für diese Themen interessieren 

  21. Cover des Buches Blue Sisters (ISBN: 9783847902256)
    Coco Mellors

    Blue Sisters

    (199)
    Aktuelle Rezension von: Firebee

    Die Familie Blue hatte vier Töchter. Nicki stirbt und zurück bleiben drei. Avery die Verantwortungsbewusste Karrierefrau, Bonnie die eigentlich schüchterne "Boxerin" und Lucky das Nesthäckchen und viel zu früh aus dem Nest gefallene Model. 

    Coco Mellors spannt die Fäden der Beziehungen der Schwestern untereinander gekonnt. Sie arbeitet die sehr unterschiedlichen Phasen der Trauer und auch individuelle Trauer der drei Schwester sehr gut heraus. 

    Die Sucht als genetischer Faktor und als zusätzliche Belastung der Familie Blue wird realitätsnah dargestellt.

    Ich habe dieses Buch einer dysfunktionalen Familie, von vier sehr unterschiedlichen, jede auf ihrer Art aber auch sehr starken Frauen gerne gelesen. 


  22. Cover des Buches Secret Sins - Stärker als das Schicksal (ISBN: 9783734104770)
    Geneva Lee

    Secret Sins - Stärker als das Schicksal

    (304)
    Aktuelle Rezension von: M_M

    Als ich mit “Secret Sins” angefangen habe, wusste ich noch nicht ganz in welche Richtung dieses Buch laufen wird. Und das Buch hat mich überzeugt, obwohl es ein paar Stellen gab, wo ich mir mehr tiefe gewünscht hätte.

    Was ich als positiv empfunden habe, waren die Kapitel aus der Vergangenheit, welche genau richtig eingebaut wurden und genau dort spürt man die schmerzhaften Erfahrungen. Die Vergangenheit zeigt natürlich die Problematik. Aber ich muss gestehen, dass ich den Übergang von Gegenwart zu Vergangenheit sehr verwirrend fand. Und es gab eine Stelle, wo ich mir mehr Aufklärung gewünscht hätte, aber leider kam diese Thema erst wieder kurz vor dem Ende dran und zeigte auf, was es wirklich mit der Person gemacht hat.

    Eine weitere Stelle, wo ich mir mehr bzw. tiefere Aufklärung gewünscht hätte, war die OP um die Implantate für den gehörlosen Sohn, es kam mir so rüber, als würde man ohne die Sicht auf das Risiko alles auf die leichte Schulter nehmen.

    Aber dafür wurde das Thema Sucht ausführlich behandelt und zeigt die verschiedenen Schwierigkeiten und deren Auswirkungen auf betroffene und ihr Umfeld.

    Im großen und ganzen waren Jude und Faith sympathische Protagonisten, ich hätte mir vielleicht mehr Perspektiven aus seiner Sicht gewünscht, aber ich fand es toll zu lesen, wie beide den Alltag meistern trotz ihrer Vergangenheit und das besonders Faith alles tut, damit Max wohlbehütet aufwachsen kann.

    Die Verwirrung an manchen Stellen hat sich definitiv gelohnt, denn am Ende ergibt alles Sinn., da hat sich auch die Spannung gelohnt. Das Buch hat mir definitiv gezeigt, dass ich vor einem weiteren Buch der Autorin nicht abschrecken werde.

  23. Cover des Buches Drei Fragen (ISBN: 9783596512997)
    Jorge Bucay

    Drei Fragen

    (43)
    Aktuelle Rezension von: Hubertus_Feldmann

    Jedes einzelne Leben ist einzigartig, jeder Mensch besitzt eine eigene Weltsicht einen persönlichen Lebensplan und doch (oder gerade deshalb?) scheinen sich die Probleme zu häufen, mit denen sich die Menschen konfrontiert sehen. Einen Weg aus diesem Dilemma versucht Jorge Bucay auf bekannt direkte Art und erneut mit Unterstützung zahlreicher Geschichten – auch wenn diese gegenüber früheren Werken (insbes. „Komm, ich erzähl dir eine Geschichte“) nicht ganz so zahlreich sind.

    Dies hat seinen Grund. Hier geht es um eine tiefere Analyse der Wesensmerkmale der Menschen, die Bucay mit Hilfe der „Grundfragen des Lebens“ anstellt: „Wer bin ich? Wohin gehe ich? Und mit wem?“ Anders gefragt: Gelange ich bei einer intensiven Auseinandersetzung mit diesen Fragen unter Zuhilfenahme dieses Buches auf die Glücksspur des Lebens? Kann sein, muss aber nicht.

    Denn dieses Buch strotzt nur so von „schlauen“ Merksätzen/Lebensweisheiten, die man meist eins zu eins übernehmen kann. Doch es ist wie fast immer: Ist die Fülle der Auswahl zu groß, besteht die Gefahr, dass die gut formulierten Aussagen verschwimmen, nicht mehr die Wirkmächtigkeit entfalten können, die ihnen zweifellos zukommt. Es gilt also auszuwählen, sich den Fragen und Antworten zu nähern, die einen persönlich umtreiben, um so möglichst optimal von der Lektüre dieses Buches zu profitieren.

    Als „allgemeine Erbauungsliteratur“ ist dieses Buch nicht geeignet. Dafür ist es zu persönlich, persönlich im Sinne von: Es lässt einen nicht kalt, weil es das eigene Leben auf den Prüfstand stellt. Das Leben in Verbindung mit anderen Menschen, mit ihren Vorstellungen, die nicht unbedingt (meist nicht) mit den eigenen zur Gänze kompatibel sind. Wie dennoch ein zufriedenes Leben im Kontakt, in Verbindung mit anderen Menschen gelingen kann, gar eine Zweisamkeit erfolgreich gelebt werden, ergo ein gemeinsamer Weg gefunden und beschritten werden kann, wird hier vielschichtig dargestellt. Kurz: Die Entwicklung von der selbst gestalteten Einsamkeit zur zugewandten Zweisamkeit.

    Wenn sich während oder nach der Lektüre das Gefühl einstellt bereits auf dem richtigen Weg zu sein, dann „hat man das sichere Gefühl, nicht verloren zu sein, und man empfindet Zufriedenheit, weil man weiß, dass man seine Richtung gefunden hat.“ Für die „Pendelnden“ unter uns gibt dieses Buch die Kraft für neue Anstrengungen in dieser Richtung.

    (13.8.2021)

     

  24. Cover des Buches The Girls (ISBN: 9783446286078)
    Emma Cline

    The Girls

    (299)
    Aktuelle Rezension von: Pascal_Maess

    The Girls ist für mich eines dieser Bücher, dessen Stärke nicht in seiner Handlung, sondern in der Art liegt, wie sie erzählt wird.

    Relativ früh wird deutlich, von welchen historischen Ereignissen sich Emma Cline inspirieren ließ. Genau hier liegt für mich auch der größte Kritikpunkt des Romans. Die Parallelen waren so offensichtlich, dass sie für mich keinen wirklichen erzählerischen Mehrwert geschaffen haben. Da die eigentliche Stärke des Buches ohnehin in seiner Figurenzeichnung, seiner Sprache und seiner Atmosphäre liegt, hätte dieselbe Geschichte für mich auch mit einer vollständig fiktiven Sekte hervorragend funktioniert – vielleicht sogar eigenständiger.

    Denn Cline gelingt etwas, das ich nur selten so intensiv erlebt habe: Sie lässt einen vollständig in Evies Innenleben eintauchen. Man erlebt ihre Unsicherheit, ihre Sehnsucht nach Zugehörigkeit, ihre Verwirrung und ihre Faszination für eine Welt, die gleichzeitig anziehend und bedrohlich wirkt. Man schwitzt mit ihr, fühlt ihre Unsicherheit, ihre Anziehung und ihre Orientierungslosigkeit und merkt gemeinsam mit ihr, dass alles unausweichlich auf eine Katastrophe zusteuert.

    Besonders gelungen fand ich die Gegenüberstellung der jungen und der erwachsenen Evie. Ihre Entwicklung wird nie erklärt oder kommentiert, sondern ausschließlich über Situationen, Beobachtungen und Atmosphäre vermittelt. Während die Vergangenheit von Hitze, Staub, Schweiß und einer beinahe greifbaren Sinnlichkeit geprägt ist, wirkt die Gegenwart kühl, geordnet und fast schon klinisch. Gerade diese leisen Kontraste erzählen oft mehr über Evies Entwicklung als jede direkte Erklärung es könnte.

    Auch sprachlich hat mich Emma Cline überzeugt. Immer wieder findet sie ungewöhnliche, einprägsame Bilder und Vergleiche, die lange nachwirken, ohne jemals gekünstelt zu wirken. Ihr Stil ist literarisch, bleibt dabei aber angenehm flüssig und zugänglich.

    Fazit:
    The Girls überzeugt nicht durch eine außergewöhnlich neue Geschichte, sondern durch die außergewöhnliche Art, sie zu erzählen. Emma Clines Stärke liegt in ihrer Figurenzeichnung, ihrer Atmosphäre und ihrer Sprache. Genau deshalb hätte der Roman für mich auch ohne die sehr deutliche historische Vorlage funktioniert. Trotzdem bleibt ein intensiver, atmosphärischer und psychologisch kluger Roman, der vor allem wegen seiner Hauptfigur lange im Gedächtnis bleibt.


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