Bücher mit dem Tag "abschiebung"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "abschiebung" gekennzeichnet haben.

57 Bücher

  1. Cover des Buches Das Känguru-Manifest (Känguru 2) (ISBN: 9783869090757)
    Marc-Uwe Kling

    Das Känguru-Manifest (Känguru 2)

     (223)
    Aktuelle Rezension von: mirja94

    Die Forsetzung fand ich zwar nicht so gut wie den ersten Teil, trotzdem aber sehr lustig und kurzweilig. Am besten gefallen mir die Zitate. 

  2. Cover des Buches Deiner Seele Grab (ISBN: 9783548611242)
    Inge Löhnig

    Deiner Seele Grab

     (147)
    Aktuelle Rezension von: julestodo

    in diesem Buch wird eine alte Dame tot aufgefunden, im Tod drapiert mit Apfel und Trauben.

    Tino beschäftigt sich mit der Symbolik dieser Inzenierung und sieht die entsprechenden Schlüsse daraus. Aber ist er auf dem richtigen Weg?

    Bitte selber lesen, ich will die Spannung nicht verderben!

    Gewohnt flüssiger Schreibstil von Inge Löhnig macht das Buch zu einem Lesegenuss!

  3. Cover des Buches The Sun is also a Star (ISBN: 9780552574242)
    Nicola Yoon

    The Sun is also a Star

     (94)
    Aktuelle Rezension von: qhanqibe2

    Ein wirklich sehr schöner Liebesroman über die Schülerin Natasha, deren jamaikanische Familie illegal in Amerika wohnt und jetzt abgeschoben werden soll. An ihrem letzten Tag in Amerika trifft sie unverhofft auf Daniel, der mit den Anforderungen seiner koreanischen Eltern zu kämpfen hat, und an nur einem einzigen Tag wird ihnen klar, was sie einander bedeuten könnten. Die Story wird in sehr angenehmen kurzen Kapiteln erzählt und ist wirklich sehr schön zu lesen, doch auch genügend realistisch und vor allem mal erfrischend anders, da auch über die Probleme geredet wird, sich in einem anderen Land zurecht zu finden und die Kluft zwischen Kindern und Eltern, die in verschiedenen Ländern und unter anderen Umständen groß geworden sind und deshalb ganz andere Ansichten darüber haben, wie sie ihr Leben führen wollen. Die Charaktere sind dabei sehr sympathisch, nahbar und ausgearbeitet und man mag sie wirklich gerne und fiebert zum Ende hin durchaus etwas mit, da man sich für die beiden so sehr ein Happy End wünscht. Dabei ist der Schreibstil das Herz der Geschichte, denn er liest sich nicht nur flüssig, locker und leicht, er ist auf unausschweifende Art auch poetisch, philosphisch und schildert nicht nur aus der Sicht der beiden Charaktere, sondern hat auch Zwischensequenzen, die sich anderen Charakteren widmen und wodurch man diese einfach viel besser versteht, zudem werden auch Natashas und Daniels Gesprächsthemen nochmal aufgegriffen und auf sehr schöne Weise weiter ausgeführt. Insgesamt ein wirkliche tolles Buch, mit der Leichtigkeit eines Liebesgeschichte, das aber auch etwas tiefer geht und einen zum Nachdenken anregt.

  4. Cover des Buches Himmelschlüssel (ISBN: 9783734102257)
    Kristina Ohlsson

    Himmelschlüssel

     (101)
    Aktuelle Rezension von: andre-neumann
    Auf dieses Buch hatte ich mich nach den drei tollen Vorgängern (die besten Thriller, die ich den letzten Monaten gelesen habe!) richtig gefreut. Leider hielt die Freude nicht lange an. Nach einem spannenden, aber auch etwas Effekt hascherischen Einstieg verlagert sich die Story weg von Fredrika Bergman hin zu einer neuen Protagonistin, die ich weder besonders sympathisch finde noch die mich überzeugen konnte. Die Weiterentwicklung der Charaktere, in den ersten drei Bänden so toll umgesetzt, kommt hier zum Stillstand. Stattdessen entwickelt sich eine Terrorgeschichte, deren Happy End leider von Anfang an feststeht. So fehlen dem Ganzen trotz toller Erzählkunst leider Glaubwürdigkeit und Tief. Lediglich der zweite (überraschendere) Teil des Endes versöhnte wieder etwas. Sehr, sehr schade!!!
  5. Cover des Buches Die unglaubliche Reise des Fakirs, der in einem Ikea-Schrank feststeckte (ISBN: 9783596030286)
    Romain Puértolas

    Die unglaubliche Reise des Fakirs, der in einem Ikea-Schrank feststeckte

     (99)
    Aktuelle Rezension von: Die-Glimmerfeen
    Ein Nagelbett von Ikea mit fünfzehntausend Nägeln bestückt, zum sensationellen Preis von 99,99 Euro, ist so unwiderstehlich für den Fakir Ayarajmushee (sprich: Ayran in der Moshee), dass er sich einen Anzug leiht, nach Paris reist um am nächsten Tag mit dem heiß begehrten Stück wieder nach Indien zu fliegen. Kaum ist er in Paris gelandet, hält das Schicksal ein großes Abenteuer und unglaubliche Zufälle für ihn bereit.

    Das Buch kennt keine Langeweile, flott und unterhaltsam erlebt man mit dem Fakir seine Abenteuer und ja, sie sind unglaublich und ein Vergleich zu dem ‚Hundertjährigen, der aus einem Fenster stieg‘ drängt sich unwillkürlich auf, wobei der Fakir leider verliert. Hier ging Schnelligkeit auf Kosten von Tiefe. Ich empfand es als kurzweilige Lektüre, die sich in einem Stück weglesen lässt, aber keinen wirklich bleibenden Eindruck hinterlassen wird. Die Aussprache der Namen wird mit einem Augenzwinkern erklärt. Es gibt einige Anleihen zur Popkultur, die das Ganze zusätzlich würzen. Das ernste Thema der illegalen Einwanderer und deren Abschiebung wird gestreift und wirbt für Verständnis für die Not dieser Menschen. Die Wandlung des Fakirs vom Saulus zum Paulus ist recht nett zu lesen, konnte mich aber im Ganzen nicht völlig überzeugen.

    Warum man vielleicht zu diesem Buch greifen sollte:
    01. Wenn man gerne Geschichten liest, die wirklich unglaublich sind
    02. Man Verfolgungsjagden mag
    03. Wenn man auf Tempo steht

    Fazit: Ein kurzweiliges Buch, dass sich bestens als Strandlektüre oder Reisebegleiter eignet.
  6. Cover des Buches Tigermilch (ISBN: 9783462047530)
    Stefanie de Velasco

    Tigermilch

     (54)
    Aktuelle Rezension von: milasun
    "Ob das sein kann, frage ich mich, ob es sein kann, dass es nicht die Zeit ist, die vergeht und uns nebenbei alt macht, sondern die Dinge, die uns zustoßen, die, die uns verzweifeln lassen, die wir aber durch uns hindurchlassen müssen, ob wir wollen oder nicht, weil sie einfach größer und stärker sind als wir, weil das Leben immer größer und stärker ist als man selber, dass es diese Dinge sind, die uns wirklich älter machen."
  7. Cover des Buches Das Glück ist zum Greifen da (ISBN: 9783404179213)
    Sylvia Deloy

    Das Glück ist zum Greifen da

     (48)
    Aktuelle Rezension von: buecherwurm1310

    Ana stammt aus Serbien, lebt aber schon seit zwölf Jahren in Deutschland. Der Vater ihrer Zwillinge Vally und Olly tourt in der Welt herum. So muss sie schauen, dass sie zurechtkommt. Aus dem so wichtigen Job ist nichts geworden und nun droht ihr die Abschiebung. Sie muss Deutschland innerhalb von 28 Tagen verlassen haben. Dabei hat sie einige Unterstützer, die nicht wollen, dass sie ausreisen muss. Ein Job ist nicht in Sicht und eine Hochzeit, Welche die Abschiebung verhindern könnte, auch nicht. Doch so schnell gibt Ana nicht auf.

    Der lockere Schreibstil liest sich schön flüssig und vermittelt eine Menge Kölner Lokalkolorit. Da die Geschichte aus der Sicht von Ana geschrieben ist, sind wir sehr nahe an ihr und können uns daher gut in sie hineinversetzen. Ana ist eine sympathische Person, die es nicht leicht hat. Hornist Udo ist zwar der Vater ihrer Zwillinge und hat den beiden sein Talent mitgegeben, aber leider glänzt er durch Abwesenheit. Nicht einmal die Vaterschaft hat er anerkannt. Da helfen auch nicht die Geschenke, die für die Jungs ankommen. Zum Glück hat Ana Freunde, die sie unterstützen. Da ist nicht nur ihre beste Freundin Ella, auch die Menschen aus der Nachbarschaft und sogar der sorglose Musiklehrer ihrer Söhne. Es braucht ein Weilchen, bis Ana erkennt, dass auch auf Traumtänzer Verlass ist.

    Es ist eine berührende Geschichte, die sich mit ernsten Themen beschäftigt, obwohl sie lockerleicht daherkommt. Mich hat dieses Buch gut unterhalten.

  8. Cover des Buches No Legal Love (ISBN: B07V78MPDN)
    Ira Potter

    No Legal Love

     (15)
    Aktuelle Rezension von: Buecherwiesel

    Für Jake, der gerade eine gescheiterte Beziehung verarbeiten muss, ist das Surfen die größte Leidenschaft.

    Josi verliert ihre Arbeit und steht vor einem großen Problem, denn sie ist nicht ganz legal in der USA und darf auf keinen Fall auffallen. Außerdem hat sie mit einem Schicksalsschlag zu kämpfen und dadurch Angst vor dem Meer.

    Die erste Begegnung der beiden läuft sehr ruppig, doch dann kommt Josi in Gefahr...

    Ich liebe den Schreibstil von Ira Potter. Er ist einfach und flüssig zu lesen. Genau das Richtige, um zwischendurch abschalten zu können.


  9. Cover des Buches Davor und Danach (ISBN: 9783841506177)
    Nicky Singer

    Davor und Danach

     (162)
    Aktuelle Rezension von: alexandra_bartek

    Davor und Danach ist ein Dystopie Roman der in der Zukunft spielt. 

    Wir lernen auf den ersten Seiten Mhairi kennen, sie befindet sich auf der Flucht, doch warum bleibt dem Leser erst noch verborgen. Man erfährt nur das sie zu ihrer Großmutter nach Schottland will.

    Sie nimmt eine sehr lange Reise auf sich von mehreren 1000 kilometern. Sie lernt sich durchzuschlagen und worauf sie achten muss um nicht in Gefangenschaft zu geraten.

    Sie trifft auf einen alten Mann der einen Jungen dabei hat, das der alte Mann allersings Stribt damit hat sie nicht gerechnet. Sie beschliest allein weiter zu ziehen, doch der kleine Junge folgt ihr und irgendwann werden die zwei auch ein Team. Sie nimmt sich ihm an weil sie irgendwo doch eine Art Verantwortungsgefühl hat. 

    Sie begeben sich also zu zweit nach Schottland und versuchen dabei nicht erwischt zu werden. Als es doch passiert versucht Mhairi zu fliehen, jedoch nicht unüberlegt sie studiert die Menschen um sich herum und ist aufmerksam. Sie will allerdings nicht ohne den kleinen stummen Jungen gehen, als ihr ein Zufall zu gegen kommt. Sie hat die einmalige Chance mit dem Kleinen zu fliehen, was ihnen auch gelingt. 

    Als sie in Schottland ankommen will sie auf die Insel Arran zu ihrer Großmutter. Der Junge ist selbstverstandlich immer noch bei ihr und weicht ihr nicht von der Seite. Ihre Großmutter weiß nichts von dem stummen "MO". Mhairi hat ihm den Namen gegeben, damit er eine Identität hat, Sie hat sich auch für ihn eine Lebensgeschichte ausgedacht, nur um das Überleben der beiden zu sichern.

    Sie hat gelent sich "duchzumogeln" durch lügen, diese erzhäht sie auch ihrer Großmutter.

    Ihre Großmutter scheint ein komischer Mensch zu sein und Mhairi erfährt nebenbei das sie das Oberste Mitglied eines Rates ist, der für recht und Ordnung auf der Insel sorgen soll.

    Bis hierhin war das lesen okay was danach folge waren eine Reihe von entsetzten und Sprachlosigkeit bis hin zum Schock. Auf dieser Insel scheinen alle Menschen für den Leser Komisch zu wirken. Sie haben eine andere Weltanschauung und auch das Leben scheint irgenwie anders. 

    Der leser erfährt das man Lebensjahre Verschenken kann oder druch Straftaten lebensjahre abgezogen bekommt. Das Gericht entscheidet hierbei über die höhe. 

    Mhairi wird selbst angeklagt und entscheidet sich für etwas, wie ich finde total furchtbares und auch irgendwie nicht nachvollziehbaren Weg.

    Das Buch endet in einem totalen Caos, indem der kleine Mo als verlierer oder Gewinner hervorgeht, das kommt so gesehen auf die Sichtweise an. 

    Durch die Kurzen Kapitel ist das recht schnell zu Lesen, allersings ist die Kindliche Sprache mit der erzählt wird am anfang sehr befremdlich. Ab der Mitte wird es langsam besser und auch Klarer für den Leser welche dynamik das Buch annimmt. 

    Jedoch ist der Schluss des Buches nichts für schwache nerven und auch so finde ich es schon sehr hart wie eine 14 Jährige sich ohne alles durchs leben schlagen muss. 


    3,5 Sterne da ich sehr zwiegespalten bin über diesen Dystopie Roman der mich gegen Ende sehr schockiert und auch irgendwie Fassungslos zurück gelassen hat. 

  10. Cover des Buches Dschihad Online (ISBN: 9783473585137)
    Morton Rhue

    Dschihad Online

     (36)
    Aktuelle Rezension von: Christyscandlesandbookscorner


    Das Buch handelt vom Zerplatzen des amerikanischen Traums und die langsame Zuwendung zweier Brüder zum radikalen Islam. Der Schreibstil ist wie gewohnt flüssig und die Handlung gut durchdacht. Man kann dem roten Faden der Geschichte sehr gut folgen und merkt auch, wie der Autor gut für das Buch recherchiert und tolle Argumente bringt. Für beide Seiten der Argumentation. In der heutigen, teilweise sehr fremdenfeindlichen Situation ist es wichtig, dass man sich mit dem Islam und auch dem radikalen Islam auseinandersetzt. Der Autor ergreift keine Partei, nimmt weder Märtyrer in Schutz, noch lässt er den Westen verschont, er erhebt nur das Wort gegen den Krieg. Er hält der westlichen Welt gnadenlos den Spiegel vor das Gesicht und bringt den Leser dazu, Dinge zu hinterfragen.


    Das Buch ist sehr dynamisch, obwohl sich die Story behutsam und überhaupt nicht hastig entwickelt. Dieser Widerspruch gibt dem Buch etwas Besonderes. Seine Aktualität ist nahezu erschreckend und zeigt dem Leser ungeschönt, wie leicht man sich doch von Dingen und grade seinem Umfeld beeinflussen lässt. Daher ist es umso wichtiger, sich eigene Gedanken zu machen.

    Die Personen sind realistisch, die Dialoge authentisch. Es gibt nur wenige spannende Szenen. Dafür nimmt man das Buch umso ernster, da es eben kein fiktiver Actionroman ist, sondern so wirklich hätte stattfinden können.


    Spoiler! Das Ende ist kein typisches Heile Welt - alles ist gut! Ende, sondern realistisch und das mag ich gerne. Auch wenn man sich als Leser sicherlich für Khalil gewünscht hätte.


    Auch wenn es eher ein Jugendbuch ist, kann ich es auch wirklich ans Herz legen, da die Thematik sehr gut umgesetzt wurde.

    5/5 ⭐


  11. Cover des Buches Ohrfeige (ISBN: 9783442714902)
    Abbas Khider

    Ohrfeige

     (84)
    Aktuelle Rezension von: jenvo82

    „Wie hatte das alles nur so weit kommen können? Unser Ali war jetzt also radikaler Muslim und schimpfte auf alles. Rafid war weltoffener Kosmopolit und schimpfte auch auf alles. Er schimpfte auf die Amerikaner, die Araber, die Muslime, die Christen und sogar auf mich. Und ich? Ich machte es mir gemütlich.“

    Inhalt

    Karim Mensy fesselt eine Mitarbeiterin der Ausländerbehörde an einen Stuhl und schildert ihr sein Leid, welches ihn begleitet, seitdem er den Irak verlassen hat, um ursprünglich in Frankreich Fuß zu fassen und nun irgendwie, durch den Fehler seines Schleppers in Deutschland gelandet ist. 

    Der ganze Irrsinn der Flüchtlingsproblematik, sobald die jungen Männer ihre Heimat verlassen haben, um andernorts anzukommen, offenbart sich auf den gut 200 Seiten des Romans. Karim erörtert seine Erfahrungen mit einer guten Portion Humor, doch dieser täuscht nicht über die bitterbösen Erlebnisse hinweg, die ihm tagtäglich passieren. Sehr schnell wird deutlich, dass einer wie Karim in Deutschland weder gewollt noch gebraucht wird. Trotz seiner Bemühungen zunächst für ein einziges Jahr, jede erdenkliche Arbeit anzutreten, um danach wenigstens den Sprachkurs finanziert zu bekommen, gelingt es ihm nicht, einen anderen Status als den des mühsam geduldeten Fremdkörpers einzunehmen, dem sich keine Perspektive offenbart. Und während sich seine Freunde aus der Heimat innerlich verändern, indem sie entweder radikalisieren, sich prostituieren oder schlimmstenfalls gar dem Wahnsinn anheimfallen, wird für Karim nur eines deutlich: er muss weiterziehen, dorthin wo wenigstens der Hauch einer Chance besteht …

    Meinung

    Dies war mein erster Roman aus der Feder des aus Bagdad stammenden Autors, der selbst schon im Gefängnis saß und sich als illegaler Flüchtling durchschlagen musste, weshalb man ihm persönliche Erfahrungswerte zutraut. Er widmet sich ehrlich und dennoch humorvoll dem exemplarischen Schicksal vieler Geflüchteter, die sich irgendwie und irgendwo auf der Welt durchschlagen müssen, um vielleicht eines Tages ein Leben zu führen, jenseits politischer Verfolgung, persönlicher Demütigung und kriegerischer Alltäglichkeit.

    In einer Art Monolog führt er den Leser durch sein Leben, geprägt von ungewollten Aufenthalten in überfüllten Flüchtlingsunterkünften, in die unüberbrückbare Hürde der Verständigung, die er nur mühsam überwinden kann, da er wegen seiner fehlenden Sprachkenntnis natürlich nirgends Anschluss findet. Und so gestaltet sich sein Leben voller Langeweile und zermürbender Warterei auf den nächsten Tag. Unterbrochen wird das nur durch die potentiell hoffnungsfrohe Botschaft eines angenommenen Asylantrags oder eben dessen zerschmetternde Ablehnung. Insbesondere der Grund, warum Karim seine Heimat tatsächlich verlassen hat, ist doch ein ziemlich profaner, deshalb lässt sich sein Anrecht auf Asyl nicht gut erklären, so dass er gezwungen ist, eine erfundene Geschichte zum Besten zu geben.

    Fazit

    Ich vergebe 3,5 Lesesterne (aufgerundet 4) für diesen Roman aus der Innensicht eines Betroffenen, der Zusammenhänge deutlich macht und geregelte Abläufe sinnlos erscheinen lässt. Sicherlich bekommt Deutschland hier nicht die besten Zeugnisse ausgestellt, doch niemand polarisiert. Die Dinge werden hingenommen, als Flüchtling muss man sich arrangieren, auch wenn man sich an den Gesetzen die Zähne ausbeißt.

     Die Frage nach dem Zurück stellt sich nicht, in der Heimat ist es weitaus schlimmer, aus einer Vielzahl an Gründen. Interessant sind die vielen Vorurteile auf beiden Seiten, die unüberwindbaren Gegensätze die durchaus kulturell verankert sind, sich aber in erster Linie auf den Menschen selbst konzentrieren – Chaoten und Störenfriede gibt es überall auf der Welt und Menschen die helfen und sich einbringen ebenfalls, doch alle in die gleiche Schublade zu stecken ist einfacher, als sich immer wieder mit den neuen Rahmenbedingungen anzufreunden.

     Das einzige was mir hier wirklich gefehlt hat, war eine größere Perspektivenvielfalt der Thematik, die durch den Monolog Karims auf ein Minimum beschränkt blieb, dadurch hat sich inhaltlich vieles wiederholt und eine abschließende Aussage verblasst letztlich – für mich immer ein Minuspunkt bei einem Roman mit ansprechender Geschichte.

  12. Cover des Buches Das Totenschiff (ISBN: 9783257210989)
    B. Traven

    Das Totenschiff

     (55)
    Aktuelle Rezension von: Herbstrose

    Als der amerikanische Seemann Gale vom Landgang in Antwerpen zum Hafen zurück kommt, ist sein Schiff, die S.S. Tuscaloosa, weg. Ausgelaufen ohne ihn, aber mit seinem ganzen Hab und Gut, seinem Seemannsbuch und seinem Pass. Unmöglich, ohne Seemannsbuch ein anderes Schiff zu bekommen, und noch unmöglicher ein neues Seemannsbuch ohne Pass oder einen neuen Pass ohne Identitätsnachweis. Er ist nun ein „Niemand“, er existiert einfach nicht. Diese leidvolle Erfahrung bleibt Gale nicht erspart, der nun als „Staatenloser“ von einem Land zum anderen abgeschoben wird. In Portugal schließlich gelingt es Gale, auf der Yorikke, einem Schmuggelschiff bei dem man es mit den Papieren nicht so genau nimmt, als Kohlenschlepper anzuheuern. Bald muss er feststellen, dass es sich um ein Totenschiff handelt, denn auch die anderen Seeleute sind ohne Papiere, also „lebende Tote“. Dort lernt er auch einen weiteren Kohlenschlepper, Stanislaw Koslowski, kennen, den ein ähnliches Schicksal auf das Schiff verschlagen hat und der bald sein bester Freund werden sollte. Bei einem Landgang im Hafen von Dakar werden die beiden shanghait und landen auf der Empress of Madagascar, einem Totenschiff der anderen Art. Mit ihrer wertlosen aber hoch versicherten Ladung Alteisen soll sie mit Mann und Maus versenkt werden, um der Reederei und dem Kapitän ein hübsches Sümmchen einzubringen. Doch anders als geplant läuft sie auf einem Riff auf, Gale und Stanislaw können sich total erschöpft auf eine Planke retten und treiben nun hilflos im Ozean …

    B. Traven, geb. 1882 – gest. 1969, nannte sich der Autor, der wie viele andere auch anonym veröffentlichte. Er schrieb zwölf Romane, einige Erzählungen und einen Reisebericht, alle in seiner ironisch-sarkastischen Ausdrucksweise und alle verbinden Abenteuer mit kapitalismuskritischem Hintergrund. Wie 1974 festgestellt wurde, soll Traven mit dem Theaterschauspieler und Anarchisten Ret Marut, der 1924 nach Mexiko floh, identisch sein. Recherchen bestätigten dann 2012, dass B. Traven und Ret Marut beides Pseudonyme eines gewissen Otto Feige, Maschinenschlosser und Gewerkschaftssekretär aus Schwiebus in der preußischen Provinz Brandenburg, sein sollen.

    Ganz egal wie sich der Autor genannt haben mag, schreiben konnte er, und zwar sehr gut. Traven lässt seinen Protagonisten selbst erzählen, manchmal wütend und traurig, manchmal ironisch und sarkastisch, voll hintergründig beißendem Humor, aber immer hoffnungsvoll und zuversichtlich. Man wird geradezu in die Geschichte hinein gezogen, in das traurige Los des heimatlosen Seemannes ohne Schiff und ohne Papiere, der eigentlich nur überleben will. Engstirniger Bürokratismus einerseits und aufopferungsvolle Hilfsbereitschaft und Freundschaft andererseits berühren den interessierten Leser. Obwohl nicht allzu viel geschieht und die Handlung nur wenige Höhepunkte hat, fand ich das Buch nie langweilig. Auch die ab und zu verwendeten seemännischen Ausdrücke dürften jedermann geläufig sein und bereiteten mir keine Schwierigkeiten. Die Thematik ist heute, bedingt durch die vielen Flüchtlinge ohne Ausweis, aktueller denn je. Darf man, ja soll man, einer Person auf Treu und Glauben gültige Papiere ausstellen, obwohl man deren Identität nicht feststellen kann? Gewiss hat man heute ganz andere Möglichkeiten (der Roman entstand 1926) als damals, dennoch bleibt das Problem. Ein weiteres großes Thema des Romans ist die Ausbeutung der Schwächeren durch die jeweils Höhergestellten, was sich in der Hierarchie bis ganz nach oben fortsetzt und auch heute noch seine Gültigkeit hat.

    Fazit: Nicht einfach nur ein einzigartiger Abenteuerroman, sondern auch eine Anklage gegen Bürokratismus und Geldgier und nicht zuletzt eine Hymne an die Freundschaft.
  13. Cover des Buches Das zweite Königreich (ISBN: 9783404178834)
    Rebecca Gablé

    Das zweite Königreich

     (593)
    Aktuelle Rezension von: chris714

    Wie immer ein sehr gelungenes Werk was man einfach verschlingen muss.

  14. Cover des Buches The Sun is also a Star (ISBN: 9783841506344)
    Nicola Yoon

    The Sun is also a Star

     (1.484)
    Aktuelle Rezension von: valyien

    Inhalt:

    Wie viele Zufälle müssen zusammenkommen, damit sich die Wege zweier Menschen kreuzen? Als Daniel an einer Ampel in New York auf Natasha trifft, verliebt er sich sofort in das jamaikanische Mädchen. Einen ganzen, einzigen Tag lang reden die beiden über das Leben, ihren Platz darin und die Frage: Ist das zwischen ihnen Liebe? Doch das Schicksal kommt ihnen in die Quere: Natasha soll noch am selben Abend abgeschoben werden.

    Meinung:

    Das Buch wurde von einer Freundin empfohlen und jetzt empfehle ich sie dir! Es sind zwei komplett verschiedene Protagonisten mit verschiedenen Sichten die aufeinanderstossen. Sie lernen über ihre unterschiedlichen Denkweisen und vergrössern somit ihr eigenes. Es ist viel mehr als nur eine Liebesgeschichte, denn es kam mir ein bisschen philosophisch vor und regte mich an, um selber darüber nachdenken zu wollen. Auch werden sehr wichtige Themen angesprochen die umbedingt mehr in solchen Bücher vorkommen sollten!

  15. Cover des Buches Kapital (ISBN: 9783453410992)
    John Lanchester

    Kapital

     (99)
    Aktuelle Rezension von: Buchstabenliebhaberin
    Kapital, ein wuchtiges Wort. Ein wuchtiges Buch. 682 Seiten voller Leben, Schicksale, Zahlen. Das Buch handelt von den verschiedenen Nachbarn einer Straße in London während der Finanzkrise von 2008. Wir befinden uns in einer besseren Gegend, der Pepys Road. Die Häuser dort gewinnen stetig an Wert, eine sinnvolle Investition, ein Prestigobjekt, ein Arbeitsplatz, und für manche einfach schon immer Heimat. Alle träumen vom schönen Leben.

    Ich habe mit trockenem Stoff gerechnet, mit Finanzgedöns, was für Betriebswirtschaftsmenschen. Als solche interessieren mich Märkte und Menschen. John Lanchester verknüpft beides auf das Interessanteste! Im Klappentext steht, das Buch ist von "leichtfüßiger Brillanz", und dem kann ich nur begeistert zustimmen. 

    Ist es Ironie, wie Lanchester vom konsumorientierten Leben des Bankers Roger und Ehefrau Arabella schreibt? Jedenfalls macht es unheimlich Spaß zu beobachten, wie sie sich um Kopf und Kragen shoppen, sich alles und noch viel mehr gönnen, Hauptsache es ist teuer, und wie nachlässig Roger seinem überaus ehrgeizigen Stellvertreter Mark vertraut. Ein fataler Fehler ...

    Dann ist das ominöse "Wir wollen was Ihr habt"-Projekt. Kunst oder Bedrohung, wer kann das sagen? Wer steckt dahinter, ist die Nachbarschaft in Gefahr? Künstler, die es geschafft haben und andere, die auch schon gern so weit wären, gibt es dort.

    Und es gibt "die Zugereisten": den polnischen Handwerker Zbigniew, das ungarische Kindermädchen Matya, die illegale Politesse (was für eine kuriose Idee!) Quentina, die Fußballhoffnung Freddy aus dem Senegal und sein Vater und die Familie Kamal aus Pakistan, Kioskbetreiber in der Pepys Road.

    Der brave Handwerker findet beim Renovieren einen Koffer mit uraltem Geld, den der misstrauische Ehemann der soeben verstorbenen Petunia zu gut versteckt hat. Damit könnte er sich all seine Träume erfüllen - die Erben sind schon alleine mit dem Verkauf des Elternhauses Millionäre geworden ...

    Mir sind die Figuren des Buches sofort ans Herz gewachsen, täglich freute ich mich auf das Buch, auf das Wiedersehen mit diesen so normalen, und dennoch kauzigen Gestalten, die einfach nur ihr Leben leben, sich ihre Existenz zu sichern versuchen, die sich durchschlagen, sich hängenlassen, illegale Wege beschreiten und so weiter. 

    Es wird nicht langweilig, keine einzige Seite lang. Sehr subtil beschreibt John Lanchester unsere Abhängigkeiten von Systemen, von Staatsangehörigkeiten, Vorurteilen, und von der willkürlichen Verteilung von Glück und Unglück.

    Leseempfehlung!



  16. Cover des Buches Pici: Erinnerungen an die Ghettos Carei und Satu Mare und die Konzentrationslager Auschwitz, Walldorf und Ravensbrück (ISBN: 9783944442402)
    Robert Scheer

    Pici: Erinnerungen an die Ghettos Carei und Satu Mare und die Konzentrationslager Auschwitz, Walldorf und Ravensbrück

     (42)
    Aktuelle Rezension von: parden
    EIN PERSÖNLICHES MAHNMAL...

    Robert Scheer liebte seine Großmutter. Dies ist an und für sich nichts Besonderes, doch eigentlich ist es ein Wunder, dass es den Autor überhaupt gibt. Denn eigentlich hätte seine Großmutter Pici nicht überleben, nicht heiraten und keine Familie gründen dürfen. Denn dies war der Plan von Hitler und seinen Schergen. Doch als einzige ihrer weitverzweigten jüdischen Familie überlebte Pici ("die Kleine") seinerzeit die Gräuel des Holocaust.


    "Die Weisen sagen, das Ziel des Lebens sei das Leben selbst. Dem folgend habe ich das Ziel erreicht. Denn ich lebe noch." (S. 56)


    Zum 90. Geburtstag seiner Großmutter beschloss Robert Scheer, diese nach ihren Erlebnissen zu befragen, damit ihr Zeugnis bewahrt bleibt. Und wo Pici jahrzehntelang geschwiegen hat, öffnete sie sich ihrem Enkel gegenüber und gab Auskunft über helle und dunkle Jahre ihrer Vergangenheit.

    Die ersten zwei Drittel des Buches erzählen von Picis Familie und ihrer Kindheit in Rumänien. Dort wohnte die Familie ungarischer Juden und lebte vom Holzhandel des Vaters. Arm, kinderreich, aber zufrieden, so wie viele andere Menschen der kleinen rumänischen Stadt auch. Als etwas langatmig habe ich diese Schilderungen zeitweise empfunden, aber andererseits als durchaus legitim - holte sich Pici auf diese Art noch einmal alle Mitglieder iher großen Familie in ihre Erinnerung zurück, alle in den Jahren des Holocaust ums Leben gekommen.

    Die schlimmen Erlebnisse Picis nach dem Verlust ihrer Heimat in den 40er Jahren nach der Machtergreifung Hitlers nehmen entsprechend etwa ein Drittel des Buches ein. Die Vertreibung ihrer Familie aus der kleinen rumänischen Stadt, die Erfahrungen im Ghetto, die Deportationen in verschiedene Konzentrationslager, die Kälte, die Hitze, der Hunger, die Unmenschlichkeit, die Angst, die Krankheiten, das Trauma, der Tod - Dinge, über die es sicher auch nach 70 Jahren noch schwerfallen dürfte zu sprechen.

    Was mich bei der Lektüre verblüffte, waren die großen Erinnerungslücken Picis, die viele schreckliche Erlebnisse und Details ausgeblendet zu haben scheint.


    "Und auch für die folgenden Zeiten gibt es solche kleinen Momente, die völlig in meinem Gedächtnis fehlen, aber nicht so, dass ich sie nach Jahren vergessen hatte, sondern so, als hätten sie nichts mit mir zu tun gehabt. Vielleicht, weil mein Verstand dies alles nicht nachvollziehen konnte und von sich wegschob..." (S. 90)


    Entsprechend rudimentär erscheinen denn auch teilweise die Erinnerungen, Spotlights der Schrecken, wobei die Schilderungen selbst nahezu nüchtern erscheinen. Dennoch kommt das Grauen beim Leser an, die Bilder lassen sich ncht verdrängen, die Unfassbarkeit der Erinnerungen bricht sich Bahn. Zahlreiche in den Text integrierte Fotos (viele aus dem Privatbesitz des Autors) unterstreichen das Geschriebene, geben dem Erzählten ein Gesicht und verankern das Grauen in der Realität.

    Der Schreibstil ist einfach, erinnert zeitweise an einen ungeübten Schulaufsatz. Doch vieles ist in wörtlicher Rede wiedergegeben und dokumentiert so eher das Gespräch zwischen dem Enkel und seiner Großmutter Pici als dass es literarisch aufgearbeitet ist. Dieses Stilmittel der wörtlichen Rede unterstreicht in meinen Augen die Authentizität der Erzählung.

    Neben den bereits erwähnten Fotos gibt es - vor allem in dem vielseitigen Anhang - auch zahlreiche Kopien von alten Briefen, Dokumenten und Listen, die die Erinnerungen Picis in Raum und Zeit des Holocaust verankern. Hier hätte ich mir eine bessere Qualität der Darstellung gewünscht, denn viele der genannten Quellen waren durch eine blasse und verschwommene Kopie für mich tatsächlich kaum leserlich, was ich wirklich bedauerlich fand.

    Robert Scheer hat mit diesem Buch nicht nur seiner geliebten Großmutter ein Denkmal gesetzt, sondern mit Picis Erinnerungen auch ein persönliches Mahnmal geschaffen. Ein Buch 'Gegen das Vergessen', das sehr persönliche Einblicke gewährt.


    © Parden
  17. Cover des Buches Rosenrot (ISBN: 9783492262903)
    Arne Dahl

    Rosenrot

     (102)
    Aktuelle Rezension von: Anni84
    Klappentext:
    Dag Lundmark war Leiter der rasch und effektiv durchgeführten Razzia. Winston Modisane musste dabei sterben – aber war der Tod des Südafrikaners wirklich unvermeidlich? Paul Hjelm und Kerstin Holm ermitteln in einem Fall, der im Milieu illegaler Einwanderer beginnt und in der trügerischen Idylle eines schwedischen Sommers atemlos endet. Ein Fall, der mehr mit ihnen selbst zu tun hat, als sie wahrhaben wollen …

    Meinung:
    Das fünfte Band von Arne Dahl, gefiel mir bis jetzt am besten. Das soll nicht heißen , dass ich die anderen nicht auch gut fand aber das fünfte da habe ich richtig mitgefiebert. :-)
    Es hat bei diesem Buch nichts gefehlt. Die Spannung war richtig gut gelungen, so das ich sehr schwer mein Ebook- Reader aus der Hand legen konnte. Nur weiter so.... Ich empfehle Arne Dahl nur zugern weiter.

  18. Cover des Buches Marionetten (ISBN: 9783939716815)
    John le Carré

    Marionetten

     (66)
    Aktuelle Rezension von: P_Gandalf

    ... handelt von einem jungen Tschetschenen, der auf dubiosen Wegen nach Hamburg und zwischen alle Fronten gelangt.

    Issa Karpow, Sohn eines korrupten russischen Generals kommt nach Hamburg, um dort sein Erbe - das Schwarzgeld seines Vaters - anzutreten. Schnell stellt sich heraus, dass Issa in verschiedenen Ländern in Gefängnissen sass. Ebenso schnell werden deutsche, britische und amerikanische Geheimdienste auf ihn aufmerksam. Zumal Geheimdienste auch bei der Einrichtung des Schwarzgeldkontos ihre Finger im Spiel hatten.

    ---------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Le Carre baut hieraus eine vielschichtige Geschichte auf, die den Leser dazu zwingt, sich Gedanken zu machen.

    Neben Issa  spielen 

    • + eine junge Anwältin, die die Interessen von Flüchtlingen in Deutschland vertritt,
    • + ein alternder britischer Privatbankier, der die Schwarzgeldkonten als eine Belastung aus der Vergangenheit empfindet,
    • + die ineffizienten deutschen Geheimdienste, die aus dem Schatten ihrer angelsächsischen Kollegen hervortreten wollen und nach den Attentaten von 2001 "alles richtig machen" möchten und
    • + ein geheimnisvoller, islamischer Gelehrter die Hauptrollen.

    Alle Personen werden gut charakterisiert - ich konnte mich leider mit keiner Person identifizieren.

    Le Carre beschäftigt sich zu weilen ein wenig langatmig mit den Beweggründen einer jeden Fraktion und man fragt sich, ob nicht alle Marionetten sind.

    Am Ende kommt es zu einem recht überraschenden und plötzlichen Showdown und der Leser bleibt mit der Frage zurück, ob man nun tatsächlich Terroristen dingfest gemacht hat oder Unschuldigen terroristische Aktivitäten untergeschoben hat.

    --------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Mein Fazit: lesenswert

    Ein gut geschriebener Roman, um das auch Jahre später noch aktuelle Thema, wie weit dürfen Geheimdienste gehen dürfen, um unseren westlichen Lebensstil zu schützen. 

    Punkteabzug gibt es von mir dafür, dass der Roman seine Längen hat und leider nur mäßig spannend ist.


  19. Cover des Buches Little Bee (ISBN: 9783423219075)
    Chris Cleave

    Little Bee

     (279)
    Aktuelle Rezension von: Runenmädchen

    Es handelt sich um einen Roman, bei dem es mir schwer fällt, die Anzahl der Sterne zu bestimmen... Ich habe mich schlussendlich doch für vier Sterne entschieden, weil die Geschichte wirklich gut ist. Zudem hat Cleave es geschafft, die Geschichte interessant wirken zu lassen, so dass ich unbedingt erfahren wollte, in welche Richtung sich alles entwickelt und wie es ausgeht.

    Aber ich habe auch viele Punkte, die ich kritisch betrachte:

    • Cleaves Schreibstil empfand ich als anstrengend. Es gab abrupte Übergänge, es war tatsächlich sehr sprunghaft. Stil ist natürlich immer eine Frage des Geschmacks. Meinen hat er leider nicht getroffen.
    • Die Kapitel waren meiner Meinung nach viel zu lang. Das Buch wurde außerdem wechselseitig aus der Sicht von Little Bee und aus der Sicht von Sarah geschrieben. Manchmal wechselte die Sicht auch mitten im Kapitel. Zudem hat man erst nach einigen Zeilen oder Absätzen gemerkt, dass man nun aus der Perspektive der jeweils anderen liest. Ich fand es unübersichtlich und unstrukturiert. 
    • Zu Beginn befand sich Little Bee in einem Abschiebegefängnis, in dem sie u.a. eine Jamaikanerin und eine Inderin kennen lernte. In der Übersetzung wird das Gesprochene dieser  Frauen in übertriebener Art und Weise in falscher/schlechter Grammatik wiedergegeben. Das hat mich genervt. Auch wenn die Sprache hier im Fokus stand, hätte ein Hinweis gereicht. Durch diese übertriebene Darstellung wirkten die Frauen einfältig, was sicherlich nicht der Fall war! 
    • Was mich am Meisten gestört hat, waren manche Charaktere an sich: Sarah und ihr Mann sind beide als (Chef-) Redakteure einer Tageszeitung bzw. eines (Frauen-) Magazins tätig. Und sie sind so naiv, dass es massiv an Authentizität verliert. Lawrence war mir auch unsympathisch, ein Mann der gemäß aller Vorurteile und Klischees der ewige Beamte ist, der nichts erreichen könne und zu nichts zu gebrauchen, zu unbedeutend sei... Er zerfloss mir zu häufig in Selbstmitleid. Auch die zwischenmenschliche Beziehung zu Sarah war mir zu unbedeutend für die Geschichte. Eigentlich war seine Rolle auch nicht bedeutend genug für den Fortgang der Geschichte. 
    • Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass es zwei Situationen gab, die mir zu pathetisch bzw. theatralisch niedergeschrieben wurden. Gruselig.

    Aber, wie gesagt, die Geschichte ist gut. Ich bin einfach nur nicht mit dem Schreibstil warm geworden. 


  20. Cover des Buches Little Bee (ISBN: 9783862310685)
    Chris Cleave

    Little Bee

     (20)
    Aktuelle Rezension von: Buchwurmchaos
    Das Hörbuch "Little Bee" von Chris Cleave hat mich sehr aufgewühlt. Ich wollte das Buch schon lange lesen, es war natürlich klar, dass es um Afrika und Schwarze geht, aber ich hatte keinen Klappentext gelesen und ließ mich völlig überraschen.
    Angezogen hat mich das farbenfrohe, warme Coverbild und ich vermutete eine emotionale Geschichte, aber was ich dann hörte, dass machte mich platt.
    Gesprochen von zwei Frauen, wird das Buch durch die zwei Protagonisten gut vertreten. Eine jüngere Person liest den Part von Little Bee, einer Afrikanerin, die nach England flüchten konnte und nach einem Jahr in Abschiebehaft entlassen wird. Ohne Papiere, ohne Hilfe. 
    Die zweite Person, die liest, ist eine etwas ältere junge Frau. Sie liest den Part der Engländerin, zu der Little Bee sich durchschlägt.
    In welchem Verhältnis beide Frauen stehen, das erfährt der Hörer peu á peu und je länger ich hörte, desto entsetzter wurde ich.
    Im Gegensatz zu anderen Hörern hatte ich keinerlei Probleme, dem Gelesenen zu folgen, auch fand ich die Stimmen sehr passend.
    Ich war gebannt, schockiert, emotional völlig von den Socken und sehr berührt. Mich ließ das Buch nach Ende der letzten CD völlig aufgewühlt und panisch, hilflos und ohnmächtig zurück.
    Gibt es denn für manche Menschen nur Elend? Sind sie trotz Intelligenz, Freundlichkeit und Sympathie nur geboren um zu leiden?
    Wie kann man ein solches Buch schreiben, ohne selbst zu verzweifeln?
    Ich denke, es ist vielleicht gut, dass viele Hörer das Buch frühzeitig abbrachen, denn wenn man sich nicht bereit ist, sich der Ungerechtigkeit zu stellen, dann ist es besser, man lässt es. Wer  sich nicht damit befassen möchte, dass wir auch heute jeden Tag als westliche Bürger Schuld auf uns laden, der wird dieses buch vielleicht als Fiktion abtun, und dafür ist mir persönlich das Thema zu wichtig.
  21. Cover des Buches Eine Handvoll Rosinen (ISBN: 9783218009973)
    Daniel Zipfel

    Eine Handvoll Rosinen

     (11)
    Aktuelle Rezension von: Sikal

    Traiskirchen 2003: Jedem Österreicher ist das größte Flüchtlingslager des Landes ein Begriff. Ludwig Blum, penibler Beamter bei der Fremdenpolizei entscheidet in seiner Funktion über das Hier und Jetzt von Menschen. Menschen voller Angst, Hang zur Selbstverstümmelung und der Suche nach Heimat. Sein Gegenspieler ist der Afghane Nejat Salarzai, Schlepper und Organisator für neue Dokumente & Co.

    Während Blum sich wie ein Ertrinkender an Paragraphen klammert, für seine Handlungen den Staat vorschiebt, erfährt man, dass auch er bereit war Grenzen zu überschreiten und für einen kurzen Moment die Bürokratie zu vergessen.

    „Eine moralische Verpflichtung haben wir gehabt! Denn niemals darf der Dienst über die Moral gestellt werden! Wir sind zuallererst nämlich Menschen.“

    Nejat Salarzai erzählt ruhig und lächelnd seine Vorstellungen, seine Forderungen (oder sind es Drohungen) und betont laufend, dass er sich um sämtliche Probleme kümmert. Er zieht Blum in einen schmutzigen Strudel der Mittäterschaft, verleitet ihn zum Amtsmissbrauch um letztendlich wieder alles in die richtige (seine) Richtung laufen zu lassen.

    Der Autor, Daniel Zipfel, arbeitet als Rechtsbeistand für Flüchtlinge und leitet sie durch die Bürokratie unseres Landes. Durch seine Erfahrungen wirkt die Geschichte nicht konstruiert sondern authentisch, seine Charaktere nicht überlegen und platt sondern menschlich mit sämtlichen Fehlern und Schwächen, die dazu gehören. Nicht alles wird erklärt, vieles liest man zwischen den Zeilen.

    Diese fiktive Schacherei über das Schicksal und das Leben von Menschen - nur ein Geschäft, nicht mehr. Rosinen als Zahlungsmittel innerhalb dieser Gruppe, Entscheidungen über Leben und Tod ohne mit der Wimper zu zucken.

    Traiskirchen 2016: Die Geschichte könnte genauso in der heutigen Zeit spielen. Es hat sich nichts verändert, die Aktualität ist ungebrochen. Was wir leider häufig vergessen: Wir sind zuallererst nämlich Menschen …

  22. Cover des Buches Die Hundeesser von Svinia (ISBN: 9783423134378)
    Karl-Markus Gauß

    Die Hundeesser von Svinia

     (11)
    Aktuelle Rezension von: sabatayn76

    'Du siehst aus der Weite einen Menschen näherkommen [...] und wenn er da ist, siehst du, es ist doch nur ein Zigeuner.'


    Inhalt und mein Eindruck:

    Karl-Markus Gauß hat eine Reportage über slowakische Slums geschrieben, allen voran die Vorhölle Svinia, wo 700 Roma leben, die sogar von anderen Roma ausgegrenzt und verachtet werden, da sie als Hundeesser gelten.

    Neben der Beschreibung der Zustände in den slowakischen Slums erzählt Gauß von der Geschichte der Roma von 1945 bis heute, von der Eingliederung in die tschechoslowakische Gesellschaft zu Zeiten des Sozialismus über reihenweise Sterilisierungen in den letzten Jahren vor Beendigung des Kalten Krieges bis zum EU-Beitritt der Slowakei und der Vertreibung der Roma aus ihren Häusern und ihrem bisherigen Leben.

    Mir hat 'Die Hundeesser von Svinia' sehr gut gefallen, obgleich ich recht bestürzt war über die geschilderten Zustände. Begriffe wie Ghetto, Apartheid, Slums und bitterste Armut assoziiert man für gewöhnlich nicht mit dem Europa des späten 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts. Der Autor berichtet aber genau von diesen Missständen, die man in einem EU-Land nicht vermutet und die das Weltbild des Lesers demnach ein wenig gerade rücken.


    Mein Resümee:

    Eine beeindruckende und spannende Reportage.



  23. Cover des Buches Der unvergessene Mantel (ISBN: 9783551314826)
    Frank Cottrell Boyce

    Der unvergessene Mantel

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Buchhandlung_Schmitz_Junior
    Längst erwachsen, kehrt Julie eines Tages an ihre alte Schule zurück. Sie will sie noch einmal sehen, bevor sie abgerissen wird. Ihre damalige Lehrerin unterrichtet immer noch und führt Julie durch die Räume, in denen sie einen Teil ihrer Kindheit verbracht hat. Erinnerungen kommen hoch, als Julie unter den Fundsachen den Mantel von Dschingis Tuul entdeckt und in dessen Tasche alte Polaroid-Aufnahmen... Erinnerungen an Dschingis und seinen kleinen Bruder Nergui, die beide eines Tages auf dem Schulhof standen. Die Brüder kommen aus der Mongolei, vieles an der Schule ist ihnen fremd. Julie soll sich um die beiden kümmern und wird von Dschingis zu ihrem »Guten Ratgeber« ernannt. Und weil sie das unbedingt gut machen möchte, lernt sie auch viel über die Mongolei. Dschingis erklärt ihr, wie man Adler beruhigt, zeigt ihr geheimnisvolle Fotos aus seiner Heimat von unglaublichen Blütenbäumen und der endlosen Steppe. Doch je mehr sie mit Dschingis und Nergui zu tun hat, desto neugieriger wird sie. Julie möchte unbedingt erfahren, wie sie leben und mit wem, warum und wie sie nach England kamen. Alles eben. Doch so weit kommt es nicht mehr, denn eines Tages ist Dschingis mit seiner Familie verschwunden. Und zurück bleibt nur sein Mantel... Frank Cottrell Boyce erzählt in seinem Nachwort, wie es zu dieser Geschichte kam. Fast ist sie wahr, eigentlich zu schön um wahr zu sein. Denn wie im echten Leben erfährt auch Julie in diesem Buch viele Jahre später, wie es den Brüdern ergangen ist. Es ist zwar eine kurze Geschichte, aber sie bewegt, lässt den Leser lachen und am Ende aufatmen. Und die geheimnisvollen Polaroids sorgen für die passende Leseatmosphäre. Ab 11 (sandra rudel)
  24. Cover des Buches Wolkengänger (ISBN: 9783378011083)
    Alan Philps

    Wolkengänger

     (16)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Diese wahre Geschichte eines russischen Heimkindes ist sehr emotional und tief berührend. Ich konnte nicht aufhören zu lesen. Trotz kaum vorstellbarer Zustände in den Heimen, in denen Wanja lebte und in denen er fast schon dem Tod geweiht war, hat dieser intelligente kleine Junge seinen starken Lebenswillen halten können und ist heute, nach Adoption, ein glücklicher Mann. Ein Buch, bei dem es schwer ist, seine Tränen zurückzuhalten.
     

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks