Bücher mit dem Tag "adoleszenz"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "adoleszenz" gekennzeichnet haben.

66 Bücher

  1. Cover des Buches Oliver Twist (ISBN: 9783690430074)
    Charles Dickens

    Oliver Twist

    (743)
    Aktuelle Rezension von: Pegasus1989

    Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen. Oliver musste sehr viele unschöne Dinge durchmachen, die den Leser mitfiebern und mitleiden lassen. Gut aufgebaute Spannungsbögen und ein sehr angenehmer Schreibstil kommen oben drauf. Hinzu kommt, dass ich den Krimi in diesem Klassiker sehr schätze, aber auch, dass gezeigt wird, dass früher alles vom Ablauf her anders war, als es heute der Fall ist. Am besten finde ich jedoch, dass nicht nur nach Olivers Vergangenheit gesucht wird, sondern dass Oliver als Charakter sehr bodenständig und höflich rüber kommt und die Grundwerte, wie sich zu bedanken, jemanden begrüßen etc. nicht unter gehen. Ein Buch, das ich sehr gerne nochmal lesen möchte und das ich hier auch sehr gerne weiterempfehle.

  2. Cover des Buches [(The Perks of Being a Wallflower)] [Author: Stephen Chbosky] published on (January, 2013) (ISBN: B00GX2GHCY)
    Stephen Chbosky

    [(The Perks of Being a Wallflower)] [Author: Stephen Chbosky] published on (January, 2013)

    (653)
    Aktuelle Rezension von: pudelohnekern

    "The Perks of Being a Wallflower" von Stephen Chbosky handelt von dem zurückhaltenden, intelligenten und sensiblen Teenager Charlie, der in seinem Leben bereits einige schwierige Situationen erlebt hat. Nun möchte er aus einer daraus resultierten Zurückgezogenheit ausbrechen, Freunde finden und sein Leben aktiv leben. Auf diesem Weg begleiten wir ihn als Leser:innen.

    Das Geschichte wird aus der Ich-Perspektive in Form von Briefen erzählt. Charlie schildert seine Erlebnisse einem unbenannten Freund, wodurch wir einen direkten Zugriff auf Charlies Gefühls- und Gedankenwelt bekommen ohne unmittelbar am Geschehen teilzunehmen. Wir bekommen das Erlebte durch Charlie nacherzählt. Diese Perspektive fand ich außergewöhnlich, denn dadurch ist der Fokus klar auf den Dingen, die Charlie bewegen und die er selbst für relevant hält. Gleichzeitig sorgte dies bei mir stellenweise für Frustration, da ich mich mit manchen Handlungssträngen gerne ausführlicher auseinandergesetzt hätte.

    Das Buch behandelt nämlich gleich mehrere Themen, mit denen Charlie auf seinem Weg ins Erwachsenwerden einen eigenen Umgang finden muss. Und diese Themen sind nicht immer einfach. Neben der ersten Liebe, Freundschaft, Familie und der Suche nach der eigenen Identität, geht es um Suizid, Alkohol, Drogen, Stigmatisierung von Homosexualität, Vergewaltigung sowie um andere Formen von Gewalt. All diese Themen versucht Charlie zu verstehen und für sich einzuordnen. Gleichzeitig werden diese Themen erzählt, ohne zu bewerten, belehrend zu sein oder gar zu stigmatisieren, was ich für eine wesentliche Stärke des Romans halte.

    Diese Offenheit liegt vor allem an der Charakterisierung von Charlie. Obwohl er manche Situationen auf eine fast schon nüchterne Weise betrachtet, begegnet er seinen Mitmenschen stets mit großer Empathie und aufrichtigem Interesse. Seine Art, die Welt wahrzunehmen und zu beschreiben, hebt sich für mich von vielen anderen Ich-Erzählern ab und macht einen großen Reiz des Romans aus. (Womöglich könnte man diskutieren, ob Charlie neurodivers ist? Aber das wäre nur meine Lesart und wird nicht im Roman thematisiert.) Nichtsdestotrotz fiel es mir manchmal schwer, Charlies Handeln nachzuvollziehen, unter anderem, weil manche Themen doch sehr verkürzt behandelt werden.

    Insgesamt ist "The Perks of Being a Wallflower" eine wunderbare, einfühlsame und berührende Erzählung, die trotz ihres Alters auch heute noch funktioniert. Ich kann das Buch Personen jeden Alters empfehlen und halte es zurecht für einen Klassiker des Coming-of-Age-Genres, dessen Einfluss bis heute spürbar ist.

  3. Cover des Buches The Catcher in the Rye (ISBN: 9784871876193)
    J. D. Salinger

    The Catcher in the Rye

    (475)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ich habe dieses Buch nicht einfach gelesen. Ich bin mit Holden durch diese Tage gegangen und habe mich dabei öfter erkannt, als mir lieb war.

    Im Zentrum steht ein junger Mensch, der aus allem herausfällt. Schule, Erwartungen, Gespräche. Nichts fühlt sich für ihn wirklich echt an. Er beobachtet, urteilt, zweifelt. Und gleichzeitig sucht er etwas, das er selbst kaum benennen kann.

    Was mich berührt hat, ist diese rohe Ehrlichkeit. Holden ist nicht angenehm. Er widerspricht sich, wirkt manchmal überheblich oder verloren. Genau darin liegt seine Wahrheit. Er versucht, sich nicht komplett an eine Welt anzupassen, die ihm oft leer und gespielt vorkommt.

    Beim Lesen hatte ich immer wieder das Gefühl, dass hier jemand Dinge ausspricht, die viele denken, aber selten so klar formulieren. Diese Mischung aus Abwehr, Sehnsucht und stiller Verzweiflung bleibt hängen.

    Nicht jede Stelle war leicht zugänglich. Manche Gedanken wirken sprunghaft oder kreisen. Trotzdem entsteht daraus ein sehr klares Bild von innerer Unruhe und Orientierungslosigkeit.

    Ich habe aus dem Buch kein „Wissen“ mitgenommen, eher ein Wiedererkennen. Ein Gefühl dafür, wie früh dieser Konflikt beginnt. Zwischen dem, was ich spüre, und dem, was von mir erwartet wird.

    Empfehlen würde ich es Menschen, die sich auf unbequeme, ehrliche Stimmen einlassen können. Bücher, die nicht erklären, sondern etwas freilegen.

  4. Cover des Buches Cornelsen Senior English Library - Fiction / Ab 10. Schuljahr - Looking for Alaska (ISBN: 9783060311255)
    John Green

    Cornelsen Senior English Library - Fiction / Ab 10. Schuljahr - Looking for Alaska

    (649)
    Aktuelle Rezension von: wandablue

    Vier Freunde müssen sich Gedanken darüber machen, ob es ein Leben nach dem Tod gibt, denn einer aus der Gruppe hatte einen tödlichen Unfall. 

    Der Kommentar und das Leseerlebnis: 
    Es geht schon in Ordnung, dass John Green die Thematik Sterben, verbunden mit der Frage, ob es ein Leben nach dem Tod gibt, in eine nette und harmlose Internatsgeschichte verpackt. Man muss den Jugendlichen nicht gleich mit „dem härtesten Tobak“ kommen. Es ist nicht ganz Hanny + Nanny, dafür wird zu viel gesoffen und geraucht, aber sehr weit entfernt dann doch nicht. Man kann davon ausgehen, dass John Green Enid Blython kannte und schätzte. Und doch bereitet Green darauf vor, dass das Leben nicht nur Butterbrot mit Ei ist, - das Ei kann fehlen, die Butter auch. Freilich, das Brot selbst kommt Green nicht abhanden. 

     Fazit: Sehr ok und unterhaltsam. Kratzt ein bisschen an der Oberfläche, aber nicht zu sehr. Letztlich nicht modern genug.

    Kategorie, Jugendliteratur
    Erschienen bei Harpercollins Publishers am 28.02.2013

  5. Cover des Buches Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens (ISBN: 9783862654833)
    Sebastian Niedlich

    Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens

    (315)
    Aktuelle Rezension von: MissAlekto

    "Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens" von Sebastian Niedlich ist eine faszinierende und ideenreiche Geschichte, die mich positiv überrascht hat.
    Die Vorstellung des Lebens nach dem Tod wird auf schöne Weise präsentiert, wobei der Tod nicht als bedrohlicher Bestimmer, sondern als sanfter Begleiter erscheint.
    Die Handlung, die sich in Berlin während der 80er, 90er und 2000er Jahre abspielt, ist geschickt in reale Ereignisse eingebettet. Trotz anfänglicher Erwartungen an eine schwarzhumorige Komödie entpuppt sich die Geschichte als vielschichtige Lebensgeschichte voller Höhen, Tiefen, Humor und Trauer.

    Besonders beeindruckend ist die Darstellung des Todes als beruhigender Charakter mit einem Kescher anstelle einer traditionellen Sense. Die Protagonisten Martin und der Tod werden facettenreich und nachvollziehbar dargestellt. Die philosophischen Elemente zum Thema Tod sind nicht deprimierend, sondern regen zum Nachdenken an. Die Erzählung bleibt bis zum Ende fesselnd, und die entscheidende Wendung macht es umso mehr lesenswert.

    "Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens" eine gelungene Mischung aus Unterhaltung und Tiefgang. Absolut empfehlenswert, vor allem für Leser ab 14 Jahren.

  6. Cover des Buches 9 Tage wach (ISBN: 9783841906298)
    Eric Stehfest

    9 Tage wach

    (81)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    E.S.s  (wie "Es" bei Stephen King) Crystal-Meth-Beichte, ein Meth-Diener mit Meth-ode. Schonungslos berichtet Eric über Drogenaussetzer, dem Versagen des Schließmuskels und wie er sein Meerschweinchen auf dem Gewissen hat. Gelegentlich verwickelt, wenn auf die Geschichte der Urgroßväter umgeblendet wird, die im Pervitin-Rausch für das "Dritte Reich" flogen und mordeten. Lianes unendliche Geduld hat mich im Film etwas verwundert, in der Buchvorlage zeigt sie an zumindest einer Stelle eine wachsende Ungeduld gegenüber dem eigenen mißratenen Nachwuchs. Und Richter und Staatsanwalt am Amtsgericht Pirna (und in der Verfilmung) habe ich auch nicht ganz ernst genommen.

  7. Cover des Buches Sonne und Beton (ISBN: 9783548066943)
    Felix Lobrecht

    Sonne und Beton

    (133)
    Aktuelle Rezension von: Rabenprinzessin

    Der Roman ist inzwischen längst Schullektüre und meine Klasse hat sich diese Lektüre gewünscht. Für mich hat die Sprache es sehr anstrengend gemacht, da das ganze "Dings" etc. mich beim Lesen ganz aggressiv gemacht hat. Aber natürlich weiß ich, dass Jugendlich lieber so sprechen und sie dafür bei der Lektüre älterer Texte wie z.B. Faust leiden. 

    Also ausgleichende Gerechtigkeit. Die Hauptfigur Lukas wird zwar beschrieben, war für mich aber keine richtige Identifikationsfigur. Dafür enthält der Roman sehr viele Themen wie Rassismus, Jugendkriminalität, Armut, Gewalt und Perspektivlosigkeit. Damit werde ich auf jeden Fall viele Anknüpfungspunkte finden, um im Unterricht sinnvoll zu dem Buch zu arbeiten. Ich bin gespannt auf das Feedback der Klasse, denn natürlich ist mir klar, dass ich nicht die Zielgruppe des Buches bin. 

  8. Cover des Buches Loveless (deutsche Ausgabe) (ISBN: 9783743212190)
    Alice Oseman

    Loveless (deutsche Ausgabe)

    (180)
    Aktuelle Rezension von: Janinezachariae

    "Loveless" von Alice Oseman ist ein wundervolles Buch über Selbstfindung und dass die Liebe viele Seiten hat.
    Es geht nicht immer ausschließlich über die körperliche Anziehung oder dass man unbedingt Liebe empfinden muss.
    Sie kann sich in den kleinen Dingen verstecken.
    Georgia versteht sich selbst nicht und sieht um sich herum all die Pärchen.
    Dabei glaubt sie, in einen Jungen verliebt zu sein. Aber ist das wirklich so?
    Und was wäre, wenn sie sich in ein Mädchen verliebt?
    Wie fühlt sich Verliebtsein an?

    Alice Oseman hat eine wundervolle Geschichte geschrieben über die Vielfalt der Gefühle, der Liebe, der Emotionen und Gedanken.
    Es ist die Geschichte über Träume, Wünsche, Ängste, der Suche nach sich selbst und dem Licht am Ende eines Tunnels voller düsterer Gedanken.
    Dabei geht es nicht nur um Georgia, sondern auch um andere in ihrem Alter. Mit 18 steht die Welt offen. Doch was ist mit den Gefühlen? Müssen wir wirklich einem Schema folgen oder können wir einfach wir sein? Ohne ein Label? Mit Label? Mit all dem, was einen ausmacht?

    Warum lesen Jugendliche nicht solche Bücher in der Schule?
    Go for it. Follow your flow. Sei glücklich. Finde dich.
    Aber pass dich ja in diese Gesellschaft an und wir stopfen dich direkt in eine Schublade?
    Brich aus und finde deinen eigenen Weg.

    "Loveless" von Alice Oseman ist eine wirklich wundervolle Geschichte, die mich beeindruckt hat!

  9. Cover des Buches Meine Augen sind hier oben (ISBN: 9783038802143)
    Laura Zimmermann

    Meine Augen sind hier oben

    (39)
    Aktuelle Rezension von: Isaquisa

    Meinung:

    Es war mal etwas anderes, und genau das was ich gebraucht habe! Während des Lesens habe ich mich oft verstanden gefühlt in vielerlei Hinsichten und das ist in Jugendbüchern nicht so oft der Fall. Das Buch war sehr ehrlich und hat der Realität direkt ins Auge geblickt. Trotzdem hat man sich nicht unwohl gefühlt, weil es auch diesen Hauch von den anderen Jugendbüchern mit drin hatte. Das Buch war einfach nur noch auf ein anderes Thema fokussiert, was es so besonders gemacht hat. Ich konnte das Buch innerhalb von 2 Tagen easy durchlesen, und habe es sehr genossen. Es gehört für dieses Jahr auf jeden Fall schonmal zu meinen Jahres highlights! Auch der Titel „Meine Augen sind hier oben“ passt perfekt zu dem Buch!
    Ich lege euch das Buch mit Freude ans Herzen und kann es einfach nur weiter empfehlen!💕✨


    Inhalt:

    Obwohl Greer klug, witzig und ein Mathe-Ass ist, sehnt sie sich am meisten danach, sich für immer in ihren übergroßen Hoodies zu verstecken. Die 15-Jährige leidet stark unter ihrer großen Oberweite. Rückenschmerzen, Schwierigkeiten beim Kleiderkauf und gemeine Kommentare gehören zu ihrem Alltag. Doch dieser Alltag beginnt sich langsam zu verändern, als sie den lebensfrohen Jackson kennenlernt und unerwartet Teil der Volleyball-Schulmannschaft wird. Plötzlich erfährt sie eine Unterstützung, die sie bisher nicht kannte. Sie erkennt, dass es sich lohnt, aus ihrem Versteck auszubrechen. Tatsächlich lohnt es sich sogar sehr.


    Fazit:

    Wunderbares Buch welches einem das Gefühl gibt nicht alleine zusein! Ist meiner Meinung nach eines der bisher besten Jugendbücher die ich gelesen habe!!❤️❤️


    Die Leute sind wie Volleybälle. Manchmal muss man sie einfach hüpfen lassen.

    S. 300

  10. Cover des Buches Das Leben fing im Sommer an (ISBN: 9783462008005)
    Christoph Kramer

    Das Leben fing im Sommer an

    (289)
    Aktuelle Rezension von: Henri3tt3

    Dies ist an sich ein nettes Buch über einen 15-jährigen Jungen, der in ein Mädchen verliebt ist. Er ist sehr unsicher wegen seiner starken Akne, tut aber gleichzeitig total cool, damit sie seine Unsicherheit nicht bemerkt. Man kennt das.

    Ich kannte den Autor vorher nicht, obwohl ich damals 2014 sehr begeistert die Männerfußball-WM verfolgt hatte.

    Es gibt viel Sommerfeeling, den ersten Kuss, die erste Enttäuschung, Freundschaft, Abenteuer, Freibadpommes. Es spielt zu Beginn der Sommerferien, passt also genau jetzt zur Jahreszeit.

    Ich finde es ja gut, dass Männer inzwischen auch über ihre Gefühle und Unsicherheiten schreiben, aber nach dem x-ten Buch finde ich das ehrlich gesagt nicht mehr abendfüllend. Dass die Jungs in der Geschichte zwei 15-jährige Mädchen im Auto mitnehmen und in eine andere Stadt fahren, dort aber sich selbst überlassen, finde ich erschütternd. Er tut das im Buch lapidar ab. Aber stellt Euch mal vor, das wären Eure Töchter!

    Meiner Meinung nach wäre es an der Zeit, dass Männer mit der puren Nabelschau abschließen und den nächsten Schritt wagen: Die Auseinandersetzung mit ihrem Fehlverhalten Mädchen und Frauen gegenüber. Ich folge ein paar mutigen Männern bei Instagram, die das tun. Na, wer traut sich, darüber ein ganzes Buch zu schreiben, das lesenswert ist?

  11. Cover des Buches Dass ich ich bin, ist genauso verrückt wie die Tatsache, dass du du bist (ISBN: 9783407748638)
    Todd Hasak-Lowy

    Dass ich ich bin, ist genauso verrückt wie die Tatsache, dass du du bist

    (47)
    Aktuelle Rezension von: EmmyL
    Das Leben des 15 jährigen Darren wurde wiederholt durch starke Veränderungen in seinem geregelten Alltag erschüttert. Es begann damit, dass sein bester Freund einfach weggezogen ist. Leider sieht sich Darren nicht dazu in der Lage den Verlust durch eine neue Bekanntschaft auszugleichen. Er zieht sich zurück und wird in der Schule zum Einzelgänger. Zu Hause macht er mit seinem großen Bruder Nate Garagenmusik. Dieses großartige Hobby muss er aufgeben, als Nate zum studieren wegzieht. Der Verlust ist noch nicht richtig verschmerzt, da geben seine ständig streitenden Eltern ihre Trennung bekannt. Nun muss er in zwei Wohnungen leben und seine Zeit zwischen den Eltern aufteilen. Natürlich reichen diese Veränderungen noch nicht aus. Gerade als Darren sich mit dem Geschehenen abgefunden hat und darüber nachdenkt endlich Zoe anzusprechen, outet sich sein Vater zum Frühstück als schwul. Völlig überfordert mit dieser Information, ohne die Möglichkeit eines intensiven Gesprächs, flüchtet Darren mit dem Bus zu seinem Bruder. Während des völlig verrückten Wochenendes kommt er endlich der seltsam faszinierende Zoe näher. Leider verschwindet diese plötzlich aus seinem Leben, noch bevor er sich seiner Gefühle für sie völlig sicher ist.

    Darren ist sensibel, musikalisch begabt, intelligent, introvertiert und harmoniebedürftig. Als sein geregeltes Leben zerrissen wird, fühlt er sich haltlos und verwirrt. Jeder in seiner Familie hat mit eigenen Problemen zu kämpfen. Der Vater flüchtet sich in spirituelle Selbstreflexion, um innere Zufriedenheit zu finden. Die Mutter stürzt sich in Arbeit und Projekte für welche sie lange Geschäftsreisen unternehmen muss, um Anerkennung und Glück zu finden. Der Bruder kämpft mit dem Scheitern an der Universität und dem Finden eines richtigen Lebensziels. Zwischen den drei wichtigsten Menschen in seinem Leben mit ihren riesigen Problemen fühlt sich Darren unsichtbar, nicht gewollt und nicht gefragt. Zoe erscheint ihm wie ein heller Lichtstreif am Horizont, auch wenn sie ihre eigenen dunklen Dämonen mit sich herumträgt.

    Dieser Roman ist in Listenform geschrieben. Er liest sich etwas merkwürdig. Jeder Abschnitt bzw. Seitenanfang beginnt in etwa wie dieses Beispiel: „5 Vergleiche zwischen Kalifornien und Chicago, die seine Mom zu Beginn ihres Spaziergangs anstellt: 1. … 2. … 3. … 4. … 5. …" Trotz der sperrigen Listenform entsteht beim Lesen ein klares Bild von der Handlung. Diese ergibt sich zwar etwas umständlich aus den Listen, hat aber durchaus einen gewissen Reiz beim Lesen und weckt die Neugier. Das außergewöhnliche Werk spiegelt perfekt die Zerrissenheit eines Teenagers zwischen getrennten Eltern wieder, zeigt manchmal sehr direkt die Probleme während der sexuellen Selbstfindung und beschreibt aufschlussreich Fantasien sowie Tagträume eines kreativen, sensiblen Geistes.

    Das Buch ist für Heranwachsende, für Eltern pubertierender Kinder und alle die gern neue Leseerfahrungen machen, sehr zu empfehlen.

  12. Cover des Buches Wie ich dich sehe (ISBN: 9783551583475)
    Eric Lindstrom

    Wie ich dich sehe

    (90)
    Aktuelle Rezension von: Kitty_Catina

    Eigentlich glaube ich ja, dass ich aus dem Alter für Jugendbücher raus bin und dennoch gibt es solche wie dieses hier, welche auch mir noch etwas zu bieten haben, denn auch, wenn es zum Teil um Probleme einer typischen Jugendlichen geht, fand ich die Tatsache, dass diese blind ist, super interessant, zumal man die Welt plötzlich auch nur noch so sieht, wie sie es tut.


    Parker ist dabei eine ganz besondere Protagonistin, die eben nicht nur mit den normalen Problemchen konfrontiert wird, denn neben ihrem Augenlicht hat sie nicht nur ihre Mutter verloren, sondern vor kurzem auch noch ihren geliebten Vater. Gleichzeitig muss sie damit klarkommen, dass jetzt ihre Tante mit Mann und Kindern in ihr Elternhaus gezogen ist, um sich ihrer anzunehmen. Und dann ist da auch noch Scott, mit dem sie eigentlich niemals wieder etwas zu tun haben wollte, der aber dennoch Gefühle in ihr hervorruft. 


    Trotzdem lässt sich Parker nicht aufhalten und macht, was sie will, sich dem Laufteam anschießen zum Beispiel. Sie ist resolut und ehrlich, manchmal auch etwas zu direkt und vielleicht auch verletzend. Sie traut den Menschen nicht mehr und ist deshalb so, wie sie ist, um sich gegen ungewollte Gefühle abzuschotten. Dennoch wird sie mit der Zeit merken, dass sie ein normaler Teenager ist, mit Gefühlen und eigenen Fehlern. Sie wird lernen, sich zu öffnen und ein Stück weit wieder zu vertrauen. 


    Bei dieser Entwicklung helfen ihr einige der Menschen um sie herum, vor allem ihre beste Freundin Sarah sowie Molly, welche ihr im Unterricht assistiert. Nicht nur die beiden fand ich großartig, sondern alle Charaktere in diesem Buch, weil sie so schön lebendig geschrieben sind und die ganze Geschichte tragen, ohne, dass es einen bösen Gegenpart gibt.


    Zudem fand ich den Schreibstil sehr flüssig und richtig leicht und schnell zu lesen. Dennoch muss man sich auch bewusst sein, dass die Geschichte eher ruhig gestaltet ist und ohne große Spannung. Gerade in der Mitte dümpelte sie etwas vor sich hin. 


    Alles in allem fand ich das Buch aber wirklich toll, vor allem, weil Parker eine so interessante und besondere Protagonistin ist und ihre Sicht beim Lesen wirklich außergewöhnlich. 

  13. Cover des Buches How to Be Gay (ISBN: 9783733500924)
    Juno Dawson

    How to Be Gay

    (37)
    Aktuelle Rezension von: Bücher_Tini

    Dieses Buch wurde mir empfohlen als ich auf der Suche für Bücher für eine Schulbibliothek war . Ich muss gestehen es ist gut, es ist locker geschrieben und man liest es sehr flott , ohne große Umwege wird erklärt und begrifflichkeiten nahe gebracht. Sowohl für Jugendliche als auch für mich als Mutter ist es ein wirklich gelungenes aufklärendes Buch um sich besser zu verständigen.

    Es ist kein plattes Sachbuch , was nur erklärt , nein hier komm auch betroffene ( das klingt blöd) zu Wort und das ohne ihre Texte umzuschreiben, man merkt das es aus ihnen heraus kommt und das macht es verständlich und nahbar.


  14. Cover des Buches Paranoid Park (ISBN: 9783407742667)
    Blake Nelson

    Paranoid Park

    (40)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    Skaten ist sein Leben, er liebt den Rausch mit seinem Bord. Sein bester Freund Jared ist genauso fanatisch und dann gibt es noch Jennifer, die ihn liebt und mehr will. Der Paranoid Park ist illegal und es gibt viele dunkle Gerüchte und Legenden über ihn. Mit seinem Kumpel Jared war er nur einmal dort und geht nun allein dort hin. Er trifft auf Schramme und seine Clique. Der furchtbarste Tag seines Lebens soll beginnen. Der Alkohol geht aus und mit Schramme geht er zu den Bahngleisen, denn da kann man auf den fahrenden Zug springen und bis zum Supermarkt fahren. Wie aus dem nichts taucht ein Polizeiwagen auf und die Jungs wollen flüchten, aber er hat Schramme schon am Wickel und da knallt er sein Skateboard auf seinen Kopf. Er taumelt, fällt, der Zug kommt, ergreift ihn, schleift ihn und dann wird er auseinandergerissen.  Der Aufbau der Geschichte ist Blake Nelson wunderbar gelungen und lässt uns atemlos mitfiebern und er lässt keine Gefühle aus. Von Angst, Panik, über Verlangen, Lust und Freundschaft, bishin zu unmenschlicher Panik stellt er alles dar und hat einen Jugendthriller geschaffen, der für alle LeserInnen ab 16 Jahren die echte nervenfetzer schätzen, bestens geeignet.

  15. Cover des Buches Das Inferno (ISBN: 9783453675827)
    Richard Laymon

    Das Inferno

    (105)
    Aktuelle Rezension von: Thommy28

    Einen kurzen Blick auf das Geschehen ermöglicht die Kurzinfo hier auf der Buchseite. Meine persönliche Meinung:

    Laymon - man liebt ihn, oder man hasst ihn....!  Dieses Buch ist mal wieder typisch dafür. Wie schon in der Überschrift bemerkt gibt Isa kaum eine Grausamkeit, die der Autor auslässt. Dazu kommen die vielen sexuellen Anspielungen - da wippen haufenweise die Brüste vor den sabbernden Augen der Figuren. Es gibt viele verschiedene Handlungsstränge, die erst zum Finale hin zusammenlaufen. Logik sucht man hier vergebens - aber wer will schon Logik, wenn man einen Laymon liest.

    Das Buch hat mir wieder sehr gut gefallen. Aber nach zwei Büchern des Autors in Folge ist jetzt erstmal eine längere Pause angesagt. Von dem Trip muss man dann erstmal wieder runterkommen.....!

  16. Cover des Buches Little Women. Vier Schwestern halten zusammen (ISBN: 9783855356539)
    Louisa May Alcott

    Little Women. Vier Schwestern halten zusammen

    (29)
    Aktuelle Rezension von: Leseratte1286

    Die Handlung spielt 1962 in Neuengland. Es handelt sich im Grunde um eine Aneinanderreihung von Kurzgeschichten im Leben der Familie March in dem Jahr, als der Vater im Krieg ist.

    An einige der Geschichten kann ich mich tatsächlich noch aus der Serie erinnern.

    Besonders schön finde ich, dass es sich gar nicht um fiktive Geschichten handelt, sondern um wahre Begebenheiten aus dem Leben der Autorin handelt.

    Ich selbst erkenne jeweils ein bisschen von mir in jeder der Schwestern wieder und so sind mir alle 4 Schwestern ans Herz gewachsen und ich freue mich auf die Folgeteile.

    Handlung 4/5

    Charaktere 5/5

    Ende 5/5

    Schreibstil 5/5

    Idee 5/5

    Setting 5/5

    Genuss 5/5

    Nostalgie 5/5

  17. Cover des Buches Dumplin' (ISBN: 9783841422422)
    Julie Murphy

    Dumplin'

    (275)
    Aktuelle Rezension von: printbalance

    Inhaltsangabe:
    Die 16-jährige Willowdean Dickson lebt gemeinsam mit ihrer exzentrischen Mutter Rosie und deren älterer Schwester Lucy in Clover City, einer ruhig gelegenen kleinen Stadt in Texas. Obwohl Will ein paar Pfunde zu viel auf ihren Hüften hat und somit nicht mehr ganz dem Schönheitsideal entspricht, fühlt sich der Teenager trotzdem in seiner Haut sichtlich wohl. Diese zufriedene Lebenseinstellung hat die Heranwachsende von ihrer Tante mit auf den Weg bekommen, sowie die tiefe Bewunderung für Dolly Parton.
    Aber jetzt ist alles anders. Lucy, die zuletzt 225 Kilo wog und somit stark übergewichtig war, konnte zum Schluss nicht einmal mehr das Haus verlassen und starb mit nur 36 Jahren ganz unerwartet durch einen Herzinfarkt. Willowdean, die diesen schweren Verlust kaum verkraften kann ist am Boden zerstört. Ab sofort muss sie mit ihrer Mutter ganz allein zurecht kommen, die das komplette Gegenteil der Schülerin ist: Diszipliniert, schlank und einstige Schönheitskönigin des "Miss Teen Blue Bonnet"-Wettbewerbs, von dem sie mittlerweile den Vorstand übernommen hat. Während Willowdean bisher mit ihrer üppigen Figur rundum zufrieden war, kommen bei ihr seit dem Tod von Lucy allmählich erste Selbstzweifel. Bo, ein gut aussehender Junge im selben Alter zeigt scheinbar Interesse an der 16-jährigen. Eines abends lädt er Will spontan ein, mit ihm einen Meteoritenschauer am Himmel anzusehen. Als Bo der Heranwachsenden immer näher kommt und diese schlussendlich berührt, schämt sie sich zutiefst für ihre unförmige Figur. Dieses Schamgefühl verstärkt sich noch mehr, als ihre Mutter sie vor ihren gesamten Mitschülern mit dem Kosenamen "Dumplin" (z.dt. Knödel) anspricht. Während Lucy früher immer zwischen dem Mutter-Tochter-Duo vermittelt hat und somit jegliche Streitigkeiten im Keim erstickt wurden, spitzt sich die Lage nun immer weiter zu. Als Will beim Stöbern in Lucy's alten Sachen ein ausgefülltes Einschreibungsformular für den Schönheitswettbewerb findet, bei dem sie letztendlich doch nie teilgenommen hat, beschließt Will für Lucy diesen Schritt zu wagen.
    So kommt es, dass die Schülerin über ihren Schatten springt und sich für die Misswahlen aufstellen lässt. Unterstützung erhält sie vorerst von ihrer besten Freundin Ellen und von drei weiteren Klassenkameradinnen, die ebenfalls nicht dem gängigen Schönheitsideal entsprechen.
    Eine Reise voller Selbstzweifel, Rückschläge und Erfolge warten auf Willowdean Dicksen...

    Eigene Meinung:

    "DUMPLIN - GO BIG OR GO HOME" ist der erste Teil einer Trilogie von Julie Murphy. Obwohl alle Bände bereits erschienen sind, wurde leider nur der Auftaktband ins Deutsche übersetzt. Willowdean Dickson alias "Dumplin" (z.dt. Knödel) ist die Heldin dieser Geschichte. Mit ein paar Pfunden zu viel auf den Rippen schleicht sich die 16-jährige mit ihrer selbstbewussten Art in die Herzen der Leser. Doch diese Charaktereigenschaft hat sie ihrer Tante Lucy zu verdanken, zu der sie eine besonders enge Beziehung pflegte. Die 36-jährige, die durch einen Herzinfarkt plötzlich und unerwartet verstarb, hinterlässt bei Will eine große Lücke. Denn durch deren Tod ist die Schülerin nun auf sich alleine gestellt. Während ihre Mutter Rosie den alljährlichen "Miss Teen Blue Bonnet"-Schönheitswettbewerb organisiert, wird Willowdean schmerzlich bewusst, wie sehr das Übergewicht zwischen Mutter und Tochter steht und deren Beziehung belastet.
    Doch auch die Berührungen von ihrem Schwarm Bo entfachen erneut die unsichere Seite in Will, sodass sie es als regelrechtes Schicksal empfindet, dass sie beim Stöbern in Lucy's Unterlagen den nie abgeschickten Einschreibungsbogen für den Schönheitswettbewerb findet, der ihr eigenes Leben nun auf den Kopf stellen wird.
    Dies war mein erstes Buch von Julie Murphy. Ihr Schreibstil ist flüssig und absolut unterhaltsam. Für mich ist dieser Jugendroman ein echtes Mutmachbuch. Der Leser erfährt sowohl von den Sorgen, Ängsten und Gedanken des Teenagers, zeigt aber auch, das Selbstbewusstsein und die Stärke die sie inisich trägt und damit alle Hemmungen überwindet. Hauptsächlich werden Themen wie Freundschaft, die erste große Liebe und Toleranz angesprochen die meiner Meinung nach genau auf den Punkt gebracht wurden
    Seit 2018 gibt es zu dem Buch noch die Verfilmung.
    Fazit: Dieser Roman ist einfach nur berührend, spannend, kraftvoll und absolut süchtig machend.
    Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen

  18. Cover des Buches Fun Home (ISBN: 9783551713766)
    Alison Bechdel

    Fun Home

    (45)
    Aktuelle Rezension von: dominona
    Ich fand den Stil des Comics sehr interessant und auch das Thema ist eher ungewöhnlich. Es ist eine Suche nach der Vergangenheit und sich selbst in ihr hin zu Identität und Verständnis für familiäre Verwicklungen. 
    Im späteren Verlauf hat mich der Comic leider verloren, weil es mir zu sehr um Nebensächlichkeiten ging, aber die Zeit war nicht verschwendet.
  19. Cover des Buches Mein Bruder heißt Jessica (ISBN: 9783733506407)
    John Boyne

    Mein Bruder heißt Jessica

    (52)
    Aktuelle Rezension von: Trishen77

    Boynes Buch ist ein ehrenwerter Versuch, sich mit dem Thema Transgeschlechtlichtkeit auseinanderzusetzen. Leider ist es nicht viel mehr als das. 

    Zur Geschichte: Sam, die Erzählfigur, ist 13 Jahre alt und hat einen älteren Bruder namens Jason. Sie sind die Kinder eines ambitionierten Politiker*innenpärchens; die Mutter bekleidet eine wichtige Position im derzeitigen britischen Kabinett, könnte eines Tages sogar Premierministerin werden, der Vater ist ihr Sekretär. Jason ist an der Schule beliebt, ein Fußballstar und mit einem attraktiven Mädchen zusammen. Er passt auf seinen kleinen Bruder auf, hilft ihm bei seiner Dyslexie. Die Eltern haben vor allem Ambitionen und wenig Zeit, aber sonst scheint alles okay.

    Dann eröffnet Jason der Familie, dass sie eine Frau ist, kein Mann. Weder die Eltern, noch der Bruder können das verstehen und: ab hier kann man ja weiterlesen, wenn man will.

    In seinem Nachwort versucht sich Boyne dafür zu rechtfertigen, dass er ein Thema gewählt hat, von dem er selbst wenig versteht. Allein, dass es ein solche Nachwort gibt, zeigt schon, dass irgendwer (vielleicht auch Boyne selbst), nicht überzeugt war, dass das Buch für sich selbst sprechen kann. Das kann es leider auch nicht. Denn obwohl, noch mal, das Buch ein ehrenwerter Versuch ist, hapert es bei der Umsetzung an allen Ecken und Enden. (Man lese auch die Rezension von TraeumenVonBuechern, mit dem Hinweis auf einen Text von Linus Giese, wenn man sich mit der generellen Problematik solcher Bücher auseinandersetzen will).

    Das beginnt schon bei der Ausrichtung des Buches. Streckenweise hat man das Gefühl, dass es eine echte Auseinandersetzung mit dem Thema sein soll, dann wieder gibt es Momente, in denen der Text fast schon parodistisch wirkt (vor allem, sobald es um die Ambitionen der Eltern geht) und dann gibt es wieder Stellen, wo es einen auf "ganz normales" Jugendbuch macht. Dieser Mischmasch aus Klamotte, Jugendroman und Themenliteratur wirkt nie ganz ausgegoren, selbst dort, wo Boyne tatsächlich auf seine Charaktere einzugehen scheint. 

    Ich sage "scheint", weil eigentlich keine Figur sich wirklich entfalten kann und ihrer Schablone, die in manchen Fällen sehr nah am Klischee ist, entkommt. Das wirkt sich auf die Dialoge aus, die mitunter so bemüht und plakativ daherkommen, dass ich wirklich die Lust an der Geschichte verloren habe. 

    Dennoch las ich weiter, in der Hoffnung, dass ... noch irgendwie was Gescheichtes kommt. Aber selbst die Change-of-Heart-Momente, die Zuspitzungen, das alles wirkt so schematisch, dass keine Begeisterung, ja, nicht mal Verständnis für die Handelnden aufkommt. Und der Schluss ist dann noch mal richtig, richtig schwach.

    Warum gebe ich nach all dem noch zwei Sterne? Weil ich glaube, dass dieses Buch, bei allen Schwächen, wichtig ist. Es muss mehr Bücher über Menschen wie Jessica geben. Natürlich sollten sie lieber von trans*-Menschen geschrieben sein und mit einigen Klischees aufräumen, statt sie zu verhärten und glattzustreichen. Deswegen an alle Leser*innen der Aufruf, dieses Buch, wenn überhaupt, als Einstieg zu betrachten, mit dem Thema zum ersten Mal in Berührung zu kommen. Es sollten auf jeden Fall weitere Lektüren folgen und man sollte um die Problematik des Textes wissen. 

  20. Cover des Buches Winger (ISBN: 9783551560278)
    Andrew Smith

    Winger

    (19)
    Aktuelle Rezension von: milasun

    Das schlechteste Jugendbuch, das ich seit einer ganzen Weile gelesen habe. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wo ich anfangen soll. Bei dem Protagonisten, der sehr unglaubwürdig angelegt ist (Welcher 14-jährige bezeichnet sich selber als "Loser" und "Weichei", flirtet aber mit jedem weiblichen Wesen, prügelt sich bei jeder Gelegenheit, freut sich über die Gelegenheit, mit heruntergelassener Hose vor seinem Schwarm und deren Mutter zu posieren und rockt bei einem Schulfest mit einer sehr knappen Verkleidung die Tanzfläche?)? Dass dieser Protagonist jedes weibliche Wesen, dass ihm über den Weg läuft zu einem Objekt für seine sexuellen Fantasien degradiert? Dass er seinen besten Freund verprügelt, weil dieser seinen Schwarm zum Schulball eingeladen hat, ohne ihn vorher wenigstens nach dem Warum zu fragen? Dass er, selbst als er seinen Schwarm schon erobert hat, immer noch mit einem anderen Mädchen rummacht, gänzlich ohne Konsequenzen? Dass er weder mit seiner Mutter ("Es war widerlich hoch drei. Sie war der einzige Mensch auf der ganzen Welt, mit dem ich niemals über das einzige Thema reden wollte, an das ich ununterbrochen dachte.") noch mit seinem Vater (Zitat Vater: "Mom wäre bestimmt angepisst, weil ich dir kein Buch ... schicke.") über wichtige Dinge spricht. Oder dass ein Buch, das witzig sein möchte, mit einem so tragischen Ereignis endet? 

    ACHTUNG SPOILER:

    Wieso endet dieses Buch mit dem Tod von Joey, ohne Opfer und/oder Täter zu Wort kommen zu lassen? Warum werden die Ereignisse nur aus Sicht von Ryan geschildert? Welche Lehre sollen die 14-jährigen Leser daraus ziehen? Oute dich und du wirst gelyncht?!

    SPOILER ENDE

    Ich hoffe sehr, dass dieses Buch ausschließlich erwachsene Leser findet, die es richtig einordnen können. Als Jugendbuch hat dieses Buch aus meiner Sicht völlig versagt. 


  21. Cover des Buches Saligia (ISBN: 9783407746948)
    Swantje Oppermann

    Saligia

    (142)
    Aktuelle Rezension von: june_london

    Inhalt: Keira leidet unter ihrem immer präsenten Zorn und extremen Wutausbrüchen. Sie erfährt, dass sie eine Saligia - ein Mensch, der eine der sieben Todsünden in sich trägt - ist. Keira wird in einem Internat für besondere Menschen wie sie aufgenommen, doch wegen ihres unkontrolliertem Zorns fällt es ihr schwer sich in die Gemeinschaft einzufügen. Außerdem scheinen alle in dem Internat ihre ganz eigenen Geheimnisse zu haben.

    Eindruck: Mir hat die Grundidee von Menschen, die jeweils eine der sieben Todsünden in sich tragen und diese mit ihrem Charakter repräsentieren gut gefallen. Als Leser begleitet man Keira und erfährt viel über ihre Gefühle und Gedanken und woher ihr Zorn kommt. Aber auch die anderen Charaktere sind interessant und entsprechend ihrer jeweiligen Sünde/Gabe unterschiedlich. Es gibt zum Beispiel ein Mädchen, dass die Habgier in sich trägt und heimlich ihre Mitschülerinnen beklaut und sich immer viel zu viel Essen auf den Teller schaufelt. 

    Ein wichtiger Handlungsstrang der geschichte ist die Aufklärung des Verschwindens einer Internatsschülerin. Die Auflösung dieses "Falls" habe ich so nicht kommen sehen, weshalb ich bis zum Schluss mitfiebern konnte.

    Ich hätte mir ein kurzes Glossar mit den Begrifflichkeiten zum Beispiel die Namen der Sünden (Luxuria, Ira, Gula,....) gewünscht, da es zwar in der Geschichte erklärt wird, ich aber trotzdem immer wieder durcheinander gekommen bin.

    Ich wurde gut unterhalten und es kam auch Spannung auf, aber richtig umgehauen hat mich die Geschichte nicht. Das Ende wirkt als sollte es eine Fortsetzung geben, die ich gerne lesen würde, da es einen kleinen Cliffhanger gibt und einige Fragen offen geblieben sind. Bisher ist aber noch kein Folgeband erschienen (Stand Nov 2022). 

    Ich empfehle dieses Buch allen Leser*innen ab 12 Jahren, die gerne Internatsgeschichten (mit einem Hauch übernatürlichem) lesen.

  22. Cover des Buches Black Hole (ISBN: 9783941099753)
    Charles Burns

    Black Hole

    (26)
    Aktuelle Rezension von: katzenminze

    Was für eine abgefahrene Geschichte! Ganz in schwarz weiß gehalten und mit kräftigen Linien erzählt Charles Burns eine fast schon klassische High School Geschichte: Es gibt natürlich die coolen Kids und die Looser, es werden Drogen ausprobiert, Alkohol getrunken und natürlich wird sich heftig verliebt! Doch neben Herzschmerz und der Hoffnung auf den ersten Sex haben die Teenager hier mit einem weiteren Handicap zu kämpfen: Es grassiert eine Art sexuell übertragbarer Virus, der bei den Infizierten zu seltsamen Entstellungen oder Auswüchsen führt. Dem Ergebnis sind keine Grenzen gesetzt. Mal ist es ein Eidechsenschwanz oder ein kleiner zusätzlicher Mund am Schlüsselbein, Schwimmhäute oder Beulen am Körper. Manches lässt sich gut verstecken, anderes entstellt den Infizierten komplett.

    Einige der am stärksten Entstellten haben sich ein Lager im Wald aufgebaut, in den sie sich zurückgezogen haben. Hier am Lagerfeuer unter Gleichgesinnten sind sie zwar vor Hänseleien sicher aber dafür treibt etwas anderes sein Unwesen. Verstörende Skulpturen aus zerstückelten Puppen, Holz und abgenagten Knochen finden sich an den Bäumen. Was hat das zu bedeuten?

    Als Leser folgen wir hauptsächlich Keith und Chris. Keith, ein netter aber eher wenig beliebter Kiffer, hat sich in die hübsche Chris verliebt, weiß aber nicht, wie er an sie herankommen soll. Chris selbst ist Hals über Kopf in Rob verschossen, ihre große Liebe, der sie allerdings mit dem Virus infiziert. Neben den amourösen Verstrickungen illustriert Charles Burns immer wieder verstörende Traumsequenzen oder Vorahnungen der Figuren. Das, in Verbindung mit den Auswirkungen des Virus, macht die Geschichte zu einem seltsamen, so faszinierenden wie abstoßenden Leseerlebnis.

    Ich war zwar einerseits begeistert von dieser düsteren wie verwirrenden Geschichte, leider war es mir am Ende nicht rund genug. Hat Chris nun herausgefunden, was mit Rob passiert ist? Ein paar "Warums" blieben bei den sich überschlagenden Ereignissen am Ende auf der Strecke. Hier hätte ich mir ein wenig mehr Aufklärung gewünscht.

    "Black Hole" ist eine intensive Geschichte die viel Stoff zum Nachdenken bietet und bei der man bestimmt auch beim zweiten oder dritten lesen noch Neues entdeckt. Eine Allegorie der Pubertät. Mal verwirrend, mal gruselig, mal klassische Comming of Age Stroy. Allerdings nichts für Leser, die auf alles eine schlüssige Antwort erwarten.

  23. Cover des Buches Ein Sommer am See (ISBN: 9783956402166)
    Mariko Tamaki

    Ein Sommer am See

    (31)
    Aktuelle Rezension von: qhanqibe2

    Eine leider nicht so überzeugende Graphic Novel über die Mädchen Rose und Windy, die mit ihren Eltern jedes Jahr den Sommer am Strand verbringen. Allerdings leidet Rose dieses Mal sehr unter den Streitereien ihrer Eltern und beginnt, sich für die Dramen rund um die Teenager des Ortes zu interessieren. Der Zeichenstil ist besonders bei den Szenerien sehr detailreich, was wirklich gut aussieht und generell ist er angenehm klar. Dennoch passt die gräulich-blaue Farbgebung einfach nicht zur sommerlichen Atmosphäre und lässt alles irgendwie etwas kalt wirken, weshalb man sich automatisch von der Story distanziert fühlt. Auch die Geschichte an sich kann leider nicht punkten; die Charaktere sind eher nichtssagend und es gibt absolut keinen roten Faden im Plot. Zwar werden einige ernste Themen wie Fehlgeburten oder Teenie-Schwangerschaften mal sehr kurz angerissen, aber es geht einfach nichts in die Tiefe und man weiß nicht, was eigentlich der Sinn bzw. die Aussage der Geschichte sein soll. Insgesamt lohnt sich die Graphic Novel also nicht unbedingt, aber wer Young Adult- oder Coming of Age-Stories allgemein mag, kann halt mal reinblättern. 

  24. Cover des Buches Der Fliegenfänger (ISBN: 9783641041687)
    Willy Russell

    Der Fliegenfänger

    (197)
    Aktuelle Rezension von: MartinA

    Mit DER FLIEGENFÄNGER gelingt Willy Russell ein ebenso humorvoller wie berührender Roman über das Erwachsenwerden, Identität und die leisen Tragödien des Alltags. Stilistisch überzeugt der Roman durch eine klare, schnörkellose Sprache, die von trockenem britischem Humor durchzogen ist. Gerade dieser Humor macht viele schmerzhafte Situationen erträglich und verleiht dem Text eine besondere Authentizität. Raymonds naive, zugleich scharfsinnige Beobachtungen lassen den Leser tief in seine Innenwelt eintauchen und erzeugen eine starke emotionale Nähe.
    Willy Russell erzählt mit viel Feingefühl und Humor eine Coming-of-Age-Geschichte, ein Roadmovie, das gleichermaßen traurig wie tröstlich ist. Zwischen Willy Russells Roman, bzw. dessen Protagonisten und dem Sänger Morrissey bestehen keine direkten, aber zahlreiche inhaltliche, atmosphärische und biografische Parallelen, die oft literatur- und popkulturell hervorgehoben werden. Aber man muss Morrissey nicht kennen (oder mögen) um dem Roman folgen zu können.
    Es ist nicht das erste Mal, dass ich das Buch gelesen habe, das letzte Mal ist schon über zwanzig Jahre her, aber das Buch hat mich damals schon fasziniert und daran hat sich nichts geändert.

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