Bücher mit dem Tag "adolf hitler"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "adolf hitler" gekennzeichnet haben.

145 Bücher

  1. Cover des Buches Die Bücherdiebin (ISBN: 9783570403235)
    Markus Zusak

    Die Bücherdiebin

     (4.605)
    Aktuelle Rezension von: birdies_buecherwelt

    Im Alter von neun Jahren kommt Liesel Meminger zu Pflegeeltern. Es ist das Jahr 1939, Liesels Mutter wollte ihre Kinder beschützen, doch als Liesel in der Himmelstraße 33 in Molching ankommt, ist sie allein. Ihr jüngerer Bruder hat die Zugfahrt aufgrund einer Krankheit nicht überlebt. Bei seiner Beerdigung stielt Liesel ihr erstes Buch, weitere werden folgen und ihr so den Namen "Bücherdiebin" einbringen. Liesels Pflegeeltern Rosa und Hans Hubermann lieben das Mädchen auf ihre eigene Weise und werden für sie schnell zu einer geliebten Familie. Doch die Zeiten sind alles andere als unbeschwert, denn der Krieg rückt unaufhaltsam näher an den Alltag heran.
    Schon nach den ersten Seiten, ach was, nach den ersten Zeilen war mir bewusst, dies ist ein besonderes Buch. Der Erzähler ist niemand geringeres als der Tod. Der Tod wirkt alles andere als bedrohlich, er ist beinahe sympathisch. Seine Worte sind mit Bedacht gewählt und häufig zynisch, über viele Aussagen musste ich intensiv nachdenken. Diese Perspektive macht das Buch so besonders. Aber auch Liesel, ihre Sicht auf die Welt, ihre Liebe für Worte und für Bücher haben mich sehr berührt. Trotz der Tragik des Krieges ist die Handlung ruhig gehalten, viel mehr geht es um Familie, Zusammenhalt, Menschlichkeit und Zuversicht. Mehr möchte ich gar nicht verraten, denn wer dieses Buch noch nicht gelesen hat, sollte das unbedingt nachholen und sich selbst überzeugen. Markus Zusak ist ein Meisterwerk gelungen, zurecht wurde "Die Bücherdiebin" mit dem Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung, für Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen.

  2. Cover des Buches Winter der Welt (ISBN: 9783404169993)
    Ken Follett

    Winter der Welt

     (798)
    Aktuelle Rezension von: Lisi33

    Die Geschichte handelt von der Zeit vor und während dem 2. Weltkriegs. Sie wird anhand vieler Handlungsstränge erzählt, von denen viele die Fortsetzung des 1. Buchs der Trilogie sind. Das Buch ist sehr spannend zu lesen, auch und vor allem weil viele vertraute Bekannte aus dem 1. Teil  wieder vorkommen. Außerdem frischt man quasi im Vorübergehen sein geschichtliches Wissen auf  

    Teilweise ist die Handlung jedoch etwas zu blumig erzählt, und rein ‚zufällig‘ ist an jedem großen, geschichtlichen Ereignis einer der Hauptcharaktere hautnah vor Ort.

  3. Cover des Buches Vaterland (ISBN: 9783453421714)
    Robert Harris

    Vaterland

     (356)
    Aktuelle Rezension von: Walther

    Ich habe diesen Roman geschenkt bekommen und seitdem mehrfach gelesen. Die Mischung aus historischer Dystopie und Thriller zieht mich jedes Mal wieder in ihren Bann. 

    So hätte es vielleicht ausgesehen, wenn Herr H. seinen Krieg gewonnen hätte. Harris schreibt ja nicht viel über die Situation im eroberten Osten, aber das reicht auch schon, um das Gruseln zu bekommen.

    Was ich mich immer wieder frage: Wäre die Judenvernichtung tatsächlich vergessen worden? Das ist ein erschreckender Gedanke. Aber gut: Der Sieger schreibt die Geschichte.

    Wirklich toll ist die Verflechtung mit einem sehr spannenden Thriller.  

  4. Cover des Buches Die 13 ½ Leben des Käpt'n Blaubär (ISBN: 9783328107682)
    Walter Moers

    Die 13 ½ Leben des Käpt'n Blaubär

     (2.194)
    Aktuelle Rezension von: jackdeck

    Ich bin fasziniert von dem Ideenreichtum! Mit jedem neuen Kapitel schaut man um einen neue Ecke, entdeckt ein völlig schräge neue Welt, die aber absolut durchdacht und glaubwürdig erzählt und eingeführt dass man unweigerlich mit auf die Reise geht! Wie kann man nur auf so viele gute, immer neue, schräge aber stimmige Ideen kommen??? Extrem unterhaltsam das Buch!

    Ich würde auch allen Eltern, die ältere Kinder haben die schon selber lesen, dieses Buch empfehlen.
    Auch Kinder die sonst eher Comics lesen oder nur Computerspiele spielen können hier auch voll auf den Geschmack des Lesens kommen, wegen der schrägen Geschichten, der Spannung und wegen der immer neuen Welten die fast an unterschiedliche Levels im Computerspiel erinnern. Sehr sehr viele absurde schräge Landschaften und Umgebungen, die in sich aber immer vollkommen stimmig und klar sind - grossartig! Man muss sie aufgrund der Dicke des Buchs vielleicht zu den ersten Seiten überzeugen. Ein sehr dickes Buch, aber wer einmal reingefunden hat, der hört nicht mehr auf zu lesen - und der ist danach um eine fantastische WELT reicher als vorher!

  5. Cover des Buches Die Wohlgesinnten (ISBN: 9783833306280)
    Jonathan Littell

    Die Wohlgesinnten

     (159)
    Aktuelle Rezension von: Guccini

    Einfach ekelhaft das Buch. Dann lieber Frankls „ ... trotzdem Ja zum Leben sagen“.Jedes weitere Wort ist hier Verschwendung.

  6. Cover des Buches Die Stadt der Träumenden Bücher (ISBN: 9783328107514)
    Walter Moers

    Die Stadt der Träumenden Bücher

     (3.407)
    Aktuelle Rezension von: EveEde

    Der Wortwitz kommt in dieser fantastischen Welt von Walter Morse nicht zu knapp! Die Welt von Buchheim ist genial aufgebaut. In diesem Buch gibt es viele unerwartete Wendung und es wird nie langweilig. Ebenso beeindruckend wie der Aufbau der Geschichte, sind auch die Illustrationen. Somit kann sich der Leser ein ungefähres Bild der Wesen in diesem Abenteuer machen ohne zu viel von der eigenen bildlichen Interpretation wegzunehmen.

  7. Cover des Buches Dolfi und Marilyn (ISBN: 9783328100263)
    François Saintonge

    Dolfi und Marilyn

     (103)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Was für ein großartiger, skurriler, grotesker Roman! Ein verrückter und grandioser Einfall jagt den nächsten in dieser abgedrehten Zukunftsversion. Einfach genial!                                

  8. Cover des Buches Dem Täter auf der Spur (ISBN: 9783404605620)
    Mark Benecke

    Dem Täter auf der Spur

     (56)
    Aktuelle Rezension von: Krimikauz73
    Die erste Hälfte des Buches ist sehr interessant, auch die Fotos sind, wenn auch nicht immer schön anzusehen, so doch sehr aufschlussreich und sehr gut eingesetzt, d.h. sie illustrieren die Gedanken des Autors. Hier wird das Fach der Kriminalbiologie anhand von realen Fällen erklärt. Dafür kann man 5 Sterne vergeben. 
    Die zweite Hälfte dreht sich um genetische Fingerabdrücke und ist sehr wissenschaftlich geraten. Aber auch gerade deswegen ist es eher als schwach zu bewerten, denn einerseits wirkt die Fachdarstellung stark veraltet (und sie ist es wohl auch), andererseits ist es es eben auch eine Angelegenheit für Fachleute. Krimifans werden sich kaum an den Ausführungen und Diagrammen erfreuen.   
  9. Cover des Buches 1913 (ISBN: 9783596520534)
    Florian Illies

    1913

     (280)
    Aktuelle Rezension von: Eva_Beimer

    FLORIAN ILLIES: 1913 – DER SOMMER DES JAHRHUNDERTS

     

    INHALT:

    Florian Illies entfaltet virtuos ein historisches Panorama. 1913: Es ist das eine Jahr, in dem unsere Gegenwart begann. In Literatur, Kunst und Musik werden die Extreme ausgereizt, als gäbe es kein Morgen. Zwischen Paris und Moskau, zwischen London, Berlin und Venedig begegnen wir zahllosen Künstlern, deren Schaffen unsere Welt auf Dauer prägte. Man kokst, trinkt, ätzt, hasst, schreibt, malt, zieht sich gegenseitig an und stößt sich ab, liebt und verflucht sich.
     Es ist ein Jahr, in dem alles möglich scheint. Und doch wohnt dem gleißenden Anfang das Ahnen des Verfalles inne. Literatur, Kunst und Musik wussten schon 1913, dass die Menschheit ihre Unschuld verloren hatte. Florian Illies lässt dieses eine Jahr, einen Moment höchster Blüte und zugleich ein Hochamt des Unterganges, in einem grandiosen Panorama lebendig werden.

     

    MEINE MEINUNG:

    Auch dieser Band – eigentlich der erste dieser Art von Florian Illies – hat mir sehr gut gefallen. Ich habe auf die unterhaltsamste Weise eine Menge gelernt. Es hat mich auch nicht im Geringsten gestört, daß ich den Ergänzungsband – 1913: WAS ICH UNBEDINGT NOCH ERZÄHLEN WOLLTE schon vorher gelesen habe. 

    Wie ich schon schrieb, gefällt mir der Stil des Autors einfach sehr gut, ich schätze vor allem die gelegentlich eingestreuten süffisanten Kommentare, die mir so manches Mal ein Schmunzeln entlockten.

    Jetzt hoffe ich, daß Illies so ein Buch vielleicht über die 50er oder 60er Jahre schreibt – und das bitte schnell!

  10. Cover des Buches Der Junge im gestreiften Pyjama (ISBN: 9783596856916)
    John Boyne

    Der Junge im gestreiften Pyjama

     (2.300)
    Aktuelle Rezension von: Vera-Seidl

    Ich hatte bereits den Film "Der Junge im gestreiften Pyjama" gesehen. Die dort dargestellte Freundschaft zwischen einem jüdischen Jungen, der im Konzentrationslager lebt und einem deutschen, der der Sohn des Lagerkommandanten ist, ließ mich nicht mehr los. Deshalb las ich auch das Buch von John Boyn.

     

    Er heißt Bruno, was ich mit der Braune übersetzen möchte, obwohl er noch nicht zu den Braunen gehört, sondern sein Vater, der SS-Obersturmbannführer Ralf.
    Letzterer wird vom "Furor" persönlich zum Kommandanten befördert, was bedeutet, dass er mit seiner Familie von Berlin wegziehen muss.

    Dem neunjährigen Bruno gefällt sein neues Heim in "Aus-Wisch" nicht. Vor allem vermisst er seine Freunde.
    Von seinem Zimmer aus entdeckt er einen Bauernhof, auf dem die Menschen gestreifte Pyjamas tragen. Dort gibt es auch Kinder.

     

    Die Einsamkeit und sein Forscherdrang führen ihn zum hohen Stacheldrahtzaun, von dem der vermeintliche Bauernhof umgeben ist. Dort lernt Bruno Schmuel kennen, der am selben Tag wie er Geburtstag hat.
    Den Namen Schmuel hat Bruno noch nie gehört. "Klingt schön, wenn man ihn ausspricht. Wie wenn der Wind weht", sagt der deutsche Junge zu dem im gestreiften Pyjama.


    Die kleinen Hände Schmuels eigenen sich hervorragend zum Polieren der Gläser. Deshalb wird er zum Dienst ins Haus des Lagerkommandanten geholt, wo die beiden neuen Freunde zusammentreffen. Bruno bietet dem hungrigen Jungen vom Hühnerbraten an. Gierig schlingt Schmuel ihn hinunter, wird aber von Obersturmführer Kurt Kotler erwischt.
    Des Diebstahls bezichtigt verteidigt sich Schmuel mit dem Hinweis auf seinen Freund Bruno.

    Der aber sagt: "Ich habe ihn noch nie im Leben gesehen. Ich kenne ihn nicht."
    Wie der biblische Petrus hat auch Bruno ganz offensichtlich Angst vor den möglichen Folgen eines Bekenntnisses. Deshalb verleugnet er seine Freundschaft zu dem jüdischen Jungen.

    Als Bruno Schmuel nach Tagen wieder am Lagerzaun trifft, hat der viele blaue Blutergüsse im Gesicht, ist aber bereit, Bruno zu vergeben. "Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen sie wissen nicht, was sie tun!" Lucas 23,34

    Bruno dagegen erkennt das zerschundene Gesicht nicht als Folge seines "Fehlers", sondern denkt an einen Fahrradunfall als mögliche Ursache.

     

    Wieder ist es Brunos Forscherdrang, der ihn dazu bewegt, seine Kleider gegen die eines Pyjamas zu tauschen und unter dem Zaun hindurch ins Lager zu kriechen.

    Als er schnell bemerkt, dass das Leben dort nicht seinen Vorstellungen entspricht, gibt es kein Zurück mehr. Beide Kinder enden Hand in Hand in der Gaskammer.

     

    Das Buch bleibt konsequent bei der naiven Sichtweise Brunos, der trotz Erdkundeunterricht und den Landkarten in Gretels Zimmer nicht einmal weiß, dass er sich in Polen befindet. Der Film rückt der Realität etwas näher. Zum Beispiel hat der Pyjama dort eine Nummer und muss vor dem Betreten der Gaskammer ausgezogen werden.

     

    Ich stimme Rabbiner Benjamin Blech zu, wenn er in Buch und Film eine Profanierung sieht. Neunjährige Kinder konnten in Auschwitz nicht überleben, weil sie nicht ausreichend arbeitsfähig waren. Wenn sie es trotzdem geschafft hätten, meine ich, hätten sie gewusst wohin ihre Familienangehörigen verschwanden. Als Folge des Überlebenskampfes wären sie vorgealtert und hätten nicht überwiegend schweigend am Boden gehockt.

     

    Wie kam der irische Schriftsteller dazu, ein solches Buch zu schreiben, frage ich mich. Er springt auf den deutschen Zug auf und schreit mit seinen Insassen im Chor: "Wir haben davon nichts gewusst!"

     

    Er selbst sagte zu seinem Roman: "Wenn du dieses Buch zu lesen beginnst, wirst du früher oder später an einem Zaun ankommen. Zäune wie diese existieren überall. Wir hoffen, dass du niemals einem solchen Zaun begegnest."

     

    Es gibt einen Fortsetzungsroman mit dem Titel "Als die Welt zerbrach". Dort beschäftigt sich der Autor mit den Schuldgefühlen von Gretel, Brunos älterer Schwester. 

     

    Ob er auch ein Buch aus der Sichtweise Schmuels schreiben wird, etwa mit dem Titel "Der Sohn des Lagerkommandanten" oder "Der Junge mit den kurzen Hosen und dem vielen Essen"?

     

    Ich danke John Boyne herzlich für seine Denkanregungen.

     

    Vera Seidl

     

     



     

  11. Cover des Buches Der Junge auf dem Berg (ISBN: 9783731311645)
    John Boyne

    Der Junge auf dem Berg

     (12)
    Aktuelle Rezension von: Briggs

    Pierrots Geschichte beginnt schon nicht glücklich: Sein traumatisierter Vater lässt seine Kindheit nicht gut starten.
    Dass beide Eltern kurz hintereinander sterben, lässt Schlimmes befürchten. Zum Glück kommt Pierrot in ein Kinderheim, in dem er recht gut aufgehoben wird.
    Trotzdem ist es schon ein Hoffnungsschimmer, als seine Tante, die er bisher nicht kennt, ihn zu sich nimmt.

    Wie aus Pierrot Peter wird und wie er als ganz junger Mensch schon ganz viel Einfluss auf das Leben einiger Menschen in seinem Umfeld nimmt, ist wahrscheinlich übertrieben, aber dennoch denkbar - ist nicht manche Denunziation damals genau so gelaufen?

    Ein bisschen schade finde ich, dass der 16jährige Peter bei Boris Aljinovic immer noch klingt wie der 8jährige, und dass er den berühmten Slang des Adolf Hitler so gut wie nicht spricht (Wahrscheinlich hat das Gründe? Ich hör den auch nicht gern. Hier klingt es dann doch nach einem weichgewaschenen Hitler. Das hat mich beim Hören gestört), aber ansonsten liest er einfach grandios.

  12. Cover des Buches Deutsche Geschichte (ISBN: 9783407755247)
    Manfred Mai

    Deutsche Geschichte

     (16)
    Aktuelle Rezension von: rose7474

    Mir hat das Buch gut gefallen und empfehle es gerne weiter. Ist spannend und gut geschrieben. Als Auffrischung wirklich gut. Manches hätte noch ausführlicher sein können. 

  13. Cover des Buches Sturmzeit (ISBN: 9783734105982)
    Charlotte Link

    Sturmzeit

     (413)
    Aktuelle Rezension von: lisarf

    Das Buch nimmt uns mit auf eine Reise in eine andere Zeit. Felicia ist eine sehr starke, unabhängige Frau, die ihren eigenen Weg geht. Wer ihr dabei Steine in den Weg legt, dem wird es noch leid tun, denn mit ihr darf man sich nicht anlegen. Sie zeigt uns, was eine Frau ihren Alters durchmachen musste, um etwas zu erreichen. 

    Ich habe dieses Buch innerhalb weniger Tage verschlungen. Eine sehr faszinierende junge Frau, von der man sich einiges abgucken könnte. Sie lässt sich nicht von anderen beeinflussen. Und wenn man dann doch denkt, dass sie sehr egoistisch ist, ist sie sofort zur Stelle, sobald es um ihre Familie geht. Seher mitreißend, kann ich jedem nur empfehlen !

  14. Cover des Buches Der letzte Zeuge (ISBN: 9783492257350)
    Rochus Misch

    Der letzte Zeuge

     (49)
    Aktuelle Rezension von: Igelmanu66

    »Ich werfe mir heute nicht vor, dass ich unter den damaligen Umständen funktionierte, dass ich meinen Dienst immer ordentlich und gewissenhaft versah, selbst dann noch, als mir 1943 klar wurde, dass der Krieg verloren gehen würde. Selbst dann noch, als er längst verloren war. Selbst dann noch, als Hitlers Leiche brannte. Nein, ich werfe dem Rochus Misch von damals nicht vor, dass er keinen Ärger machte.
    Dennoch – dass mir das so selbstverständlich war, das macht mich nachdenklich.«

     

    Rochus Misch, geboren 1917, war nie Mitglied der NSDAP. Wegen seiner Körpergröße und Statur wurde er nach der Musterung für die Leibstandarte SS Adolf Hitler ausgewählt. Er arbeitete bis zum letzten Tag als Leibwächter, Kurier und Telefonist Hitlers, hielt auch noch nach dessen Tod die Stellung im Führerbunker. Hier erzählt er seine Geschichte.

     

    Als ich dieses Buch entdeckte, wurde ich gleich neugierig. Was war das für ein junger Mann, der da in unmittelbarer Nähe Hitlers seinen Dienst tat? Was bewegte ihn und wie dachte er über die furchtbaren Dinge, die um ihn herum geschahen?

    Rochus Misch schrieb diese Autobiographie, eben weil ihn ständig aus aller Welt Fragen erreichten. Er erkannte den Wert, den sein Bericht für die Nachwelt hat, weil dieser den Leser zwingt, sich differenziert mit der Thematik auseinanderzusetzen.

     

    Diese Auseinandersetzung ist nicht leicht, die Wertung fällt schwer. Es ist ein unbequemes Buch, denn wie gerne würde man Misch, treues Mitglied des persönlichen Begleitkommandos Hitlers, einfach als Nazi verurteilen. Und sich sagen, dass man selber garantiert anders gehandelt hätte…

     

    Misch als Person zu beurteilen, fällt schon schwer. Da gibt es so einiges, was Verständnis oder gar Sympathie weckt, andere Dinge befremden. Wie er auf seinen Posten kam, gehört zu den nachvollziehbaren Punkten.

    Die Vollwaise Rochus Misch, aus einfachen Verhältnissen stammend, hatte sich zu den SS-Verfügungstruppen gemeldet, weil diese mit Vergünstigungen und Zukunftsperspektiven lockten. 1939 wurde Misch in Polen schwer verletzt, hatte u.a. einen glatten Lungendurchschuss. Dass anschließend der Gedanke, wieder an die Front zurück zu müssen, ihm nicht gerade verlockend erschien, ist nur zu verständlich. Als für das persönliche Begleitkommando des Führers ein »absolut zuverlässiger junger Mann« gesucht wurde, der »keinen Ärger macht«, kam man auf Misch.

    Dieses Anforderungsprofil trifft seinen Charakter recht gut. Er war zuverlässig auf seinem Posten, tat pflichtbewusst seine Arbeit, war immer da, wenn man ihn brauchte und hielt ansonsten den Mund. Wenn er erzählt, kommt es einem so vor, als hätte er einen ganz normalen Job bei einem ganz normalen Arbeitgeber gehabt. Da ist nichts von Aggressivität in seinem Bericht, er wirkt auch nicht sonderlich politisch. Zu interessieren scheint ihn nur, wie es ihm und seiner Familie geht. Das wirkt nicht bösartig oder egozentrisch, er denkt einfach nicht weiter. Vermutlich gab und gibt es sehr viele Menschen wie ihn.

     

    Befremdlich wird es, wenn er beispielsweise den Privatmann Hitler als »normaler, einfacher Mann, der einfachste Mensch, den ich kannte« beschreibt. Ich möchte ganz einfach Hitler nicht als normalen Menschen betrachten, nicht mal, wenn ich lese, wie er im Schlafanzug nach einer Wärmflasche für seine Füße verlangt. Misch betont immer wieder, dass er keine Kenntnis darüber hatte, was in den Konzentrationslagern vor sich ging. In der Nähe des Führers wäre nie über so etwas gesprochen worden, auch unter den Kameraden nicht. Kann das wirklich so stimmen?

    Zumindest eine Ahnung muss dagewesen sein, alles andere scheint mir nicht realistisch. Und warum sonst sollte Misch an anderer Stelle sagen: »Dass man von diesem Thema besser die Finger ließ … das war völlig klar … Man hatte immer ein bisschen Angst.«

     

    Rückblickend verurteilt Misch die Taten der Nazis, fragt sich sogar, wie »Untaten solchen Ausmaßes nur ein so gut gehütetes Geheimnis bleiben konnten«. Aber damals lebte er ein Dasein voller Widersprüche, vermittelte den ganzen Tag über Telefonate für Hitler und ging abends nach Hause, zur politisch links eingestellten Ehefrau und hörte mit dem Schwiegervater zusammen den Feindsender. Der Eindruck manifestiert sich, dass dieser junge Mann einfach nur überleben wollte und die Realität um sich herum bewusst ausblendete. Wenn er berichtet, wie Magda Göbbels ihren Kindern die Totenhemdchen anzieht, merkt man allerdings, dass der Familienvater Misch dabei an seine Grenzen kam.

     

    Rochus Misch hat vermutlich aktiv nichts Böses getan. Man könnte ihm vorwerfen, dass er für die obersten Nazis arbeitete, Hitler bediente und beschützte. Man könnte sagen, dass er sich hätte verweigern oder sogar etwas gegen Hitler hätte unternehmen müssen. Nah genug dran war er schließlich. Aber man muss sich auch ehrlich fragen, was man selbst an seiner Stelle getan hätte. Misch durchlebte 9 Jahre russischer Kriegsgefangenschaft, wurde grausam gefoltert. Wenn man ihm Schuld anrechnen kann, dann hat er dafür gebüßt.

     

    Das Buch enthält neben vielen Fotos auch detaillierte Karten von Führerbunker und Reichskanzlei, einen umfangreichen Anhang mit geschichtlichen Erläuterungen und zahlreichen Kurzbiographien.

     

    Fazit: Faszinierender chronologischer Bericht eines Zeitzeugen. Die Perspektive ist ungewöhnlich und die Lektüre unbequem, da man sich nicht einfach ein Urteil bilden kann, sondern sich intensiv mit der Thematik auseinandersetzen muss.

  15. Cover des Buches Damals war es Friedrich (ISBN: 9783423427876)
    Hans Peter Richter

    Damals war es Friedrich

     (609)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    Ein sehr gelungenes Buch über Antisemitismus und die Entrechtung von Juden in der NS-Zeit. Friedrich Schneiders Familie wohnt ein Stockwerk über der unbenannten Familie des jungen Ich-Erzählers, der mitansehen muß, wie die Schneiders systematisch erniedrigt werden und wie alles im Massensterben und schamloser Bereicherung der Deutschen endet. Im Anhang findet sich eine tolle Übersicht über jüdische Religionsvorschriften und Verhaltensweisen. Pflichtlektüre in der Schule!

  16. Cover des Buches Rumo & die Wunder im Dunkeln (ISBN: 9783328601906)
    Walter Moers

    Rumo & die Wunder im Dunkeln

     (1.129)
    Aktuelle Rezension von: jackdeck

    Ich bin immer noch begeistert von der wundervollen phantasiereichen Atmosphäre, die dieses Buch verströmt. Die Charaktere, welche man auch schon aus dem Roman „Die dreizehneinhalb Leben des Käptn Blaubärs“ kennt, ziehen einen in eine Welt, die einen während der Lesestunden und noch lange danach schmunzeln, bangen und träumen lässt. Die Geschichte spielt natürlich in Zamonien und zeigt zwei Welten dieses großen Kontinents auf. Einmal die Obenwelt, in der zahlreiche bekannte Kreaturen leben und zum anderen die Untenwelt. Eine grausame Welt, die man aus Walter Moers vorherigen Romanen nicht kennt.

    Faszinierend fand ich die Weiterentwicklung von Rumo. Da man von Anfang an dabei war, ihn faktisch in seiner Kindheit schon kennenlernen durfte, erfährt man von Seite zu Seite nicht nur wie er zu einem stattlichen und kräftigen Wolpertinger heranwächst, sondern auch, wie seine geistliche Entwicklung zunimmt.

    Jedes Buch von Walter Moers ist anders. Wo mir im Abenteuerroman Käpt’n Blaubär der rote Faden gefehlt hat, ist in „Rumo“ reichlich vorhanden. Also genau aufpassen, und jede Sekunde genießen, die Informationen sind wertvoll. Rumo ist Walter Moers' spannendstes, lustigstes (Die Dialoge von Grimsold und Löwenzahn sind einfach göttlich) und auch romantischstes Werk. Ich empfehle aber auf jeden Fall, den Blaubär vorweg zu lesen, weil er einfach die Grundlage der Zamonien Bücher darstellt. Viele Charaktere finden sich in Rumo wieder, und es ist einfach schön alte Bekannte wieder zu treffen.

    Da ich mir außerdem das Hörbuch gegönnt habe, kann ich dieses auch bewerten. Dirk Bach überzeugt als Sprecher auf ganzer Linie. Im Verlauf der Geschichte habe ich Ihn wirklich lieben gelernt. Er schafft es, die unendlich vielen Darsteller so einmalig und liebevoll zu sprechen, sodass man immer sofort die Stimme dem jeweiligen Charaktere zuordnen kann.

    Einen negativen Punkt besitzt das Buch allerdings. Hat man den Roman beendet, fühlt man sich absolut nicht in der Lage ein anderes Werk, das nicht von Walter Moers stammt, zu lesen. 

  17. Cover des Buches Der letzte Weltkrieg (Thriller): Schwarze Sonne (ISBN: B01F42I0DW)
    Hannes Schäfer

    Der letzte Weltkrieg (Thriller): Schwarze Sonne

     (10)
    Aktuelle Rezension von: Wildpony

    Der letzte Weltkrieg: Schwarze Sonne  -  Hannes Schäfer

    Kurzbeschreibung Amazon:

    „Ich trage die Gene eines Monsters in mir“, wisperte der Junge und führte den Lauf der Pistole an seine Schläfe.

    Mehr als 70 Jahre sind vergangen, seit Adolf Hitler unter Ausschluss von Zeugen im Bunker der Reichskanzlei Suizid beging. Bis heute ranken sich zahlreiche Geschichten um die Geschehnisse. Zeitzeugen widersprechen sich, auch der Verbleib der sterblichen Überreste gibt nach wie vor Rätsel auf.
    Im Jahr 2015 liefern die Aufzeichnungen von Maximilian Lieb einen weiteren Bericht.
    Ausführlich schildert der angebliche Arzt seine Erlebnisse im Konzentrationslager Ravensbrück und wie ihn seine dort durchgeführten Forschungen zur dauerhaften Einlagerung genetischen Materials am 30. April 1945 dazu veranlasst haben, den Führer von Nazi-Deutschland post mortem zu kastrieren.
    71 Jahre nach Kriegsende erblickt ein Kind namens Wolf das Licht der Welt, um in die Fußstapfen seines Vaters zu treten …

    Mein Leseeindruck:

    Dieses Buch habe ich mit großem Interesse zu Hand genommen, da ich mich für die vergangene Zeit und vor allem die Vergangenheit Deutschlands doch sehr interessiere.

    Natürlich gehört die unrühmliche Hitler-Diktatur genauso dazu wie die Schrecken des zweiten Weltkrieges.

    In Kombination mit der immer weiter fortschreitenden Forschung in Bezug auf künstliche Befruchtung und Haltbarmachung von Spermien erzählt dieser Roman, der doch mehr ein Krimi ist, von dem Missbrauch von Samenzellen und der Entstehung eines Hitler-Kindes. Skrupellos wird hier deutlich wie die Wissenschaft sich dem Bösen verschreiben kann und ein geldgieriger und gefühlloser Arzt hier einer trauernden Frau (anstelle mit dem Samen ihres toten Mannes) mit dem eingefrorenen Spermien von Adolf Hitler ein Kind zeugt.

    Erschreckend auch das Szenario, wie sich durch den Fremdenhass auch in der heutigen Zeit bis in die Zukunft reichend die "alten Werte" von Hitler wieder durchsetzen können. Das muss mit allen Mitteln verhindert werden.

    Fazit:

    Ein sehr interessantes und teils auch erschreckendes Buch, das deutlich macht das viele Menschen auch heute noch nicht aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben.

    Ebenso ein Rückblick in die Hitler-Zeit und auch intensiv ein Einblick in die Person von Adolf Hitler. 

    Für mich ein ganz besonderes Buch, das mich eindeutig zum nachdenken gebracht hat. Sollte es dazu eine Fortsetzung geben werde ich sie sehr gerne ebenfalls lesen.

    4,5 Sterne für diesen Krimi mit Eingriff in die Menschlichkeit.

  18. Cover des Buches Blumen für den Führer (ISBN: 9783570401132)
    Jürgen Seidel

    Blumen für den Führer

     (32)
    Aktuelle Rezension von: Lese-Krissi
    Aufmachung des Buches
    Das Cover zeigt ein schwarz-weißes Foto mit einem Mädchen im Vordergrund. Einzig die Blumen und der Mantel des Mädchens mit geflochtenen Zöpfen stechen mit roter Farbe hervor. Auch der Buchtitel „Blumen für den Führer“ ist in roter Schrift geschrieben. An dem Cover erkennt man, dass die Geschichte nicht in unserer heutigen Zeit spielt.

    Inhalt
    Im Sommer 1936 finden die Olympischen Sommerspiele in Berlin statt. Dazu wird die fünfzehnjährige Reni, die als Waise in dem Mädchenpensionat Ulmengrund lebt, dazu auserkoren dem Führer bei der Eröffnung der Olympiade Blumen zu überreichen. Reni ist überglücklich, schließlich schwärmt sie, wie viele andere Mädchen aus ihrem Pensionat für den Führer. Ihr Leben soll sich nun gehörig ändern. Bisher hat sie als Waisenkind auf Ulmengrund gelebt und ihren Freundinnen erfundene Geschichte von ihren Eltern erzählt, die in Afrika mit Albert Schweitzer arbeiten würden. Nun lernt Reni eine neue Welt kennen und ihren Vater, ein reicher Graf, der der Politik des Führers sehr zugeneigt ist. Er verachtet Renis Freundschaft zu dem Knecht Jockel und auch die Erzieherin Waltraud ist ihm ein Dorn im Auge. Warum sieht man beispielsweise Jockel und auch Waltraud als Gefahr für die deutsche Zukunft?

    Meine Meinung
    Wie man an der Inhaltsangabe erkennen kann, spielt „Blumen für den Führer“ in der NSDAP-Zeit. Das war mir natürlich von vorne herein klar, als ich mir das Buch zulegte. Aber eigentlich dachte ich, dass die Geschichte nicht nur um 1936 spielt, sondern dass man auch vielleicht etwas von der Kriegszeit erfährt. Mir bleiben am Ende des Romans zu viele Fragen offen und der Schluss ist für mich nicht zufriedenstellend.

    Interessant ist es, wie die jugendlichen Mädchen den Führer verehren. Sie „lieben“ ihn richtig. Fragt sich woher diese Verehrung damals kam. Vielleicht wurden die Kinder einfach schon darauf hin erzogen. Es werden Zeitungsartikel von ihm gesammelt und Bilder angehimmelt. So etwas hätte ich mir nicht vorstellen können, aber ich denke, dass dies der Realität von damals entspricht.

    Bemerkenswert ist auch, dass „der Führer“ in dem Buch nie mit seinem richtigen Namen genannt wird. Ob das Absicht war?

    In dem Buch werden beispielsweise Jockel und die Erzieherin Waltraud polizeilich verfolgt. Besonders bei letzterer war nicht so richtig klar, warum? Ich denke, der Autor möchte damit auch ausdrücken, dass man so einiges in der Zeit der NSDAP nicht nachvollziehen kann. Warum werden Menschen verfolgt und in Rassen untergliedert? Warum sind Menschen schlecht, wenn sie eine kritische Meinung gegen die damalige Politik äußern? Also ich habe die Vermutung, man soll als Leser selbst im Dunkeln tappen, warum Waltraud nicht der Norm der Politik entspricht, ihre Arbeit im Pensionat verliert und warum sie verfolgt wird.
    Leider bleibt am Ende auch Waltrauds Verbleib irgendwie offen. Ich hätte gerne noch mehr zu ihrer Person erfahren. Sie hat in ihrer letzten Szene eine Art Schockerlebnis. Da wurde mir zu wenig aufgeklärt.

    Reni und Jockel haben ein Auge aufeinander geworfen. Doch Reni ist jetzt eine Komtesse und Jockel „nur“ ein geflohener Knecht, der Pilot werden möchte. Renis Vater, den sie gerade erst kennengelernt hat, scheint diese Freundschaft nicht gutzuheißen. Es ist auch etwas passiert, dass Jockel in einem weniger guten Licht darstellt. Reni steht zwischen den Stühlen, aber entscheidet sich immer wieder für ihren Vater und seine Ansichten. Sie möchte ihm zu gerne als Tochter gefallen und verändert sich langsam vom Charakter und wendet sich auch etwas von ihren Freundinnen im Pensionat ab. Sie grübelt zwar immer wieder Mal auch über ihren Vater und den Führer, aber letztendlich wird sie meiner Meinung nach zu sehr von der Gesellschaft ihres Vaters beeinflusst.

    Einerseits kam mir Waltraud sehr sympathisch herüber. Aber andererseits auch etwas seltsam. Sie schwärmt regelrecht für Reni. Das kam mir nicht so ganz normal herüber. Vielleicht sind es wirklich Muttergefühle gewesen, aber der Altersunterschied zwischen den beiden war vielleicht elf Jahre.

    Reni wird mit ihren blonden Haaren und blauen Augen als Augenweide beschrieben. Sie entspricht ja auch dem arischen Idealbild aus dem Dritten Reich. Jeder schwärmt für sie.

    Renis Erfindungsreichtum ist bemerkenswert. Sie erzählt ihren Freundinnen immer wieder Geschichten über Albert Schweitzer. Sie möchte auch ihren Vater dazu überreden mit dem Führer zu sprechen, dass Welldächer nach Afrika geschickt werden. Man merkt als Leser immer wieder, dass der Vater bei diesem Gespräch ausweicht. Aber Reni scheint felsenfest der Überzeugung, dass ihre Bitte erhört wird. Leider hat man hierzu auch nicht mehr viel erfahren am Ende.

    Der Schluss berichtet noch über den Verbleib von Jockel, aber endet mir einfach zu abrupt und wie schon erwähnt unbefriedigend. Ich hatte eigentlich erwartet, dass man noch mehr von der damaligen Zeit erfährt. Und ob Reni vielleicht auch eine spätere Abneigung gegen diese Politik entwickelt.

    Gut finde ich, dass es hinten im Buch ein Glossar gibt. Dort werden erwähnte reale Personen beschrieben und Begriffe erklärt.

    Der Erzählstil hat mich leider auch nicht richtig überzeugt und mitgerissen. Ich konnte zu keinem Charakter einen richtigen Bezug aufbauen. Am Ende war ich irgendwie froh, dass ich das Buch fertiggelesen hatte.

    Mein Fazit
    Ein Buch, dass meiner Meinung nach noch mehr hätte ausgearbeitet werden können. Die Geschichte hat interessante Hintergründe und ist sicherlich auch vom Autor gut durchdacht. Leider konnte es mich nicht richtig fesseln. Zwei Sterne von mir.
  19. Cover des Buches Winter der Welt (ISBN: 9783785753293)
    Ken Follett

    Winter der Welt

     (71)
    Aktuelle Rezension von: EmmaZecka

    Kommen wir zuerst zum Inhalt: Wir lernen hier die zweite Generation der Familien kennen, die uns schon im ersten Band begegnen. 

    Wir lernen Lews Tochter Daisy kennen, die im Gegensatz zu ihrem Vater zwar ohne finanzielle Sorgen aufwächst, aber aufgrund ihres Vaters nie die gesellschaftliche Anerkennung bekommt, die sie sich wünscht. Als sie wieder einmal eine Niederlage der amerikanischen Gesellschaft einstecken muss, fasst sie kurzerhand einen Entschluss, der ihr Leben grundlegend verändern wird. 


    Daisy hat einen Halbbruder nämlich Greg. Er ist einer der Gründe, weswegen sie und ihre Mutter von der elitären Gesellschaft nie wirklich akzeptiert wurden. Greg scheint ganz nach seinem Vater zu kommen. Ihm sind Macht und Einfluss ebenfalls sehr wichtig. Doch wie wird er an mächtige Positionen kommen? 

    Auch Lews Bruder Grigori hat in Russland inzwischen eine Familie gegründet. Sein Sohn Walodja möchte ebenfalls eine politische Laufbahn starten und muss sich hier immer wieder behaupten. 


    In Deutschland haben Walther und Maud Ulrich inzwischen eine Familie gegründet. Beiden ist es wichtig, ihre Kinder schon früh mit Politik vertraut zu machen und dafür zu sorgen, dass sie Inhalte in Frage stellen und nicht das glauben, was die Medien berichten. Während Carla dem Nationalsozialismus also kritisch gegenübersteht, schließt sich ihr Bruder der neuen aufstrebenden Partei an. Wird Familie Ulrich daran zerbrechen? 


    Mein Lieblingscharakter war eindeutig LIoyd Williams, Ethels Sohn, der dank seiner Mutter, ebenfalls früh mit Politik in Berührung kommt und sich hier auf verschiedenen Ebenen für Gerechtigkeit einsetzt, immer mit dem Ziel die Situation einer bestimmten Randgruppe zu verbessern. Ihr könnt euch wahrscheinlich denken, dass er sich mit seinem Handeln nicht immer Freunde macht. 


    Während ich beim ersten Mal lesen etwas Mühe hatte, mich in der neuen Generation zurechtzufinden, ging es mir beim Hören des Hörbuchs gar nicht so. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich den zweiten Band zeitnah nach Beenden des ersten Bandes gehört habe und mich deswegen nicht neu in den unterschiedlichen Familienverhältnissen orientieren musste. Etwas schade fand ich aber, dass die Protagonist*innen aus dem ersten Band hier nur noch als Nebencharaktere auftreten. Gerade Ethel und Maud, die ich als Protagonistinnen sehr ans Herz geschlossen habe, vermisste ich in diesem Band etwas. 


    Allerdings bekam ich hier und da auch Probleme mit einigen Charakteren, die vermutlich mit den Kürzungen des Hörbuches zusammenhingen. Gerade die Männer fand ich aufgrund ihrer Charakterzüge und damit verbundenen Handlungen sehr austauschbar. Sie erinnerten an ihre Vorgänger aus dem ersten Band und es gab aus meiner Sicht kaum eine Wendung, die mich überraschte. Es wirkte so, als ob hier noch einmal dieselben Konflikte wie im vorherigen Band auftraten, nur, dass es eben ein anderes Setting gab. 


    Was mir inhaltlich aber gefiel war, dass es einen stärkeren historischen Bezug gab, wobei es gefühlt auch unmöglich gewesen wäre, den Nationalsozialismus aus diesem Band herauszukürzen und auf politische Zusammenhänge zu verzichten. 


    Der Vorteil der Hörbuchgestaltung bestand diesmal eindeutig darin, dass ich mich an das Buch kaum noch erinnern konnte und es mir deswegen nicht möglich war, das Hörbuch mit der Buchvorlage zu vergleichen. Die Charaktere schienen mir nach wie vor zwar oberflächlich, allerdings musste das nicht zwingend etwas mit einer Kürzung zu tun haben. 

    Das gekürzte Hörbuch wurde wieder von Johannes Steck gelesen, der mir als Sprecher ziemlich gut gefallen hat. Besonders interessant fand ich, dass es ihm gelang, die Generation, die er im vorherigen Band als jung interpretierte, hier eine Spur älter werden zu lassen. 


    Ken Folletts Schreibstil ermöglichte mir einen schnellen Einstieg in die Geschichte. Was mich hier aber störte war, dass er mehr Szenen beschrieb, in  denen es um körperliche oder psychische Gewalt ging. Einerseits kann ich nachvollziehen, dass diese Szenen nicht fehlen durften, da sie vor allem die Brutalität des Zweiten Weltkriegs hervorhoben. Dennoch war es an einigen Stellen sehr brutal und ich konnte mir Szenen bildhaft vorstellen, die ich mir eigentlich gar nicht vorstellen wollte. Was mich überraschte war, dass mich viele Charaktere nicht erreichen konnten und vergleichsweise oberflächlich dargestellt wurden. 


    Gesamteindruck

    Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass mir der zweite Band beim ersten Mal lesen nicht so gut gefallen hat. Wenn ich die beiden Hörbücher hingegen miteinander vergleiche, hat mir der zweite Band als gekürztes Hörbuch tatsächlich etwas besser gefallen und das, obwohl ich die Charaktere oberflächlicher fand. 


    Während ich den ersten Band als gekürztes Hörbuch nur dann empfehlen kann, wenn man eine möglichst schnelle Zusammenfassung braucht, finde ich, dass man den zweiten Band durchaus gekürzt hören kann und einem hier gefühlt keien wichtigen Informationen verloren gehen. 



  20. Cover des Buches Sirius (ISBN: 9783462048582)
    Jonathan Crown

    Sirius

     (56)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Sirius ist kein Hund wie jeder andere, er ist ein ganz besonders aufmerksamer und kluger Foxterrier und lebt mit seiner Familie, der Familie des Professors Liliencron, zur Zeit des Nationalsozialismus in Berlin. Die Familie ist jüdisch und wird zunehmend in ihrer Existenz bedroht, sodass sie nach einem Angriff auf ihr Haus in der Reichsprogromnacht die Flucht nach Amerika antritt. Dort landen sie – wie der Zufall es will – in Hollywood, wo nach kurzer Zeit Sirius als Star entdeckt und gefeiert wird. So nimmt die abenteuerliche Geschichte der Familie und ihres einzigartigen Hundes ihren Lauf…

  21. Cover des Buches Garbo, der Spion (ISBN: 9783492055833)
    Arne Molfenter

    Garbo, der Spion

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Dr_M
    Wenn sie nicht durch Dokumente und Personen belegt wäre, würde man diese Geschichte nicht glauben:

    Ein wenig erfolgreicher spanischer Hühnerzüchter versucht sich im 2. Weltkrieg dem britischen Geheimdienst in Madrid als Spion anzudienen. Er wird erst gar nicht zu den richtigen Leuten vorgelassen. Also versucht er es auf der anderen Seite bei den Deutschen. Die sind zunächst auch skeptisch, beißen aber dann aber zögernd an. Der Hühnerzüchter gibt an, nach England auswandern und dort Informationen einholen zu wollen. Das tut er aber zunächst nicht, sondern verkriecht sich irgendwo in Portugal. Von dort aus erfindet er irgendwelche Geschichten, so zum Beispiel, dass ein britischer Geleitzug von der Insel aus nach Malta unterwegs sei. Niemand in der deutschen Marine findet diese Schiffe, aber man glaubt dem vorgeblichen Spion dennoch weiter.

    Inzwischen ist die britische Abwehr auf diesen merkwürdigen Typen aufmerksam geworden. Enigma war bereits entschlüsselt, und man konnte mitlesen, was für Märchen die Deutschen glaubten. Das war so unfassbar, dass man diesen Komiker zu suchen begann und ihn schließlich fand. Wegen seines schauspielerischen Talents verlieh man ihm den Decknamen "Garbo", verfrachtet ihn nach London und band ihn in eine kaum zu glaubende Desinformationskampagne der britischen Geheimdienste MI5 und MI6 ein. Diese Geheimdienste schufen eine Gruppe, die alle Doppelagenten des Kriegsgegners führte und damit die Deutschen völlig in die Irre laufen ließ. Insbesondere erreichten die Briten dadurch, dass Ort und Zeitpunkt der alliierten Landung in Frankreich nicht von den Deutschen vorausgesehen werden konnten.

    Die Geschichte des Hühnerzüchters und dieser schier unglaublichen komplexen Irreführung wird in diesem Buch recht detailliert erzählt. Man fragt sich dabei immer wieder, warum das alles funktionierte. Saßen in der deutschen Spionageabwehr nur Vollpfosten? Leider geht der Autor dieses lesenswerten Buches dieser wirklich interessanten Frage nur beiläufig nach. Erst am Ende versucht er sich mit einigen Erklärungen.

    Eine davon besteht in der Arroganz, zu glauben, dass die deutsche Verschlüsselungstechnik niemals zu knacken sei. Das wiederum führte zu Fehlern in den Mitteilungen, etwa zu ständig gleichen Sätzen zu Beginn, aus denen man leicht die Tagesverschlüsselung entnehmen konnte, wenn man das System erst einmal verstanden hatte.

    Eine zweite (und wohl die wesentlichere) Erklärung besteht in der Tatsache, dass man einfach keine ausreichend große Zahl von Agenten in England besaß und man auch nicht mehr die Zuverlässigkeit der vorhandenen Spione testen konnte. Und drittens mussten die Agentenführer liefern, sonst wären sie ihren Posten losgeworden. Einem dubiosen Hühnerzüchter kritiklos zu einem der Hauptinformanten der deutschen Militärführung zu machen, zeugt darüber hinaus von Zerfallserscheinungen und fehlender Motivation im System der deutschen Spionage dieser Zeit.

    Der Text liest sich ausgezeichnet und lebt davon, dass man das Geschehen eigentlich gar nicht glauben kann. Natürlich wurde der dubiose Hühnerzüchter am Ende zum Helden erklärt und vom englischen Königshaus empfangen. Die wahren Genies saßen aber beim britischen Geheimdienst, denn ein komplexes System von zahlreichen Doppelagenten zu leiten, war keine einfache Aufgabe. Der Hühnerzüchter hingegen lebte gefahrlos im Warmen und hatte allenfalls Ärger mit seiner liebestollen und hysterischen Angetrauten, die beinahe die Weltgeschichte verändert hätte. Über des Hühnerzüchters Motive lässt sich der Autor dagegen weniger aus. Man muss allerdings zu dem Schluss kommen, dass sie rein finanzieller Natur waren. Dafür spricht auch, dass er nach dem Krieg mit enormen Geldbeträgen ins Vergessen abtauchte, seinen Tod vortäuschte und genau zu dem Zeitpunkt wieder ins Leben zurückfand, als seine Kohle weg war.

    Immerhin hat er uns dadurch seine geschönten Memoiren zurückgelassen und dafür gesorgt, dass der Nachwelt diese sonderbare Geschichte offenbart wurde. Nichts ist unglaubwürdiger als manche Wahrheit. Dafür ist dieses Buch ein wahres Lehrstück.
  22. Cover des Buches Das Bücherzimmer (ISBN: 9783423254229)
    Rosemarie Marschner

    Das Bücherzimmer

     (72)
    Aktuelle Rezension von: Calipso

    Ein sehr unterhaltsamer Roman von einer starken junge Frau in der Zeit des aufkommenden Nationalsozialismus. Gut zu lesen, sehr bewegend. Es zeigt die Menschen mit ihren Fehler, schwächen und auch guten Eigenschaften. 


  23. Cover des Buches Hitlers willige Vollstrecker (ISBN: 9783570551844)
    Daniel Jonah Goldhagen

    Hitlers willige Vollstrecker

     (18)
    Aktuelle Rezension von: Sarah_Knorr
    Klappentext:

    Das Standardwerk: Über die »ganz gewöhnlichen Deutschen« als Täter Daniel Goldhagen hat mit seiner Studie über die Vollstrecker des Holocaust heftige Debatten ausgelöst. Seine These: Schon lange vor Hitler war der Antisemitismus tief verwurzelt in der deutschen Gesellschaft. Es waren nicht nur einige SS-Leute, sondern ganz gewöhnliche Deutsche, die millionenfach Juden erniedrigten und ermordeten.

    Meine Bewertung: 

    Zum Cover: Auf den ersten Blick sticht vor allem der Titel des Sachbuches im Vordergrund hervor. Doch der Hintergrund ist im Cover das entscheidende, denn dieser ist eine Art Verbindung zum Titel und zu der Hauptthese von dem Autor Daniel Jonah Goldhagen. Zu sehen ist eine Versammlung von "ganz gewöhnlichen Deutschen"- ganz gewöhnliche Deutsche auf einer NSDAP-Versammlung. 

    Zum Inhalt: Wie konnte es zum »Holocaust« kommen? Diese Frage hat die Geschichtswissenschaft über Jahrzehnte bewegt. Doch wer waren die Täter, und wie war es möglich, so viele Deutsche für den Holocaust zu mobilisieren? Was hat sie dazu veranlaßt, sich an der Massenvernichtung zu beteiligen? Wie sah die Gesellschaft aus, die diese Menschen hervorbrachte? Diesen Fragen geht Daniel Jonah Goldhagen systematisch nach.

    Zum Schreibstil: Der Autor Daniel Jonah Goldhagen nennt im Laufe dieses Buches jede Menge Hypothesen, Thesen und Argumente, die Er durch verschiedene Dokumente zu belegen, wie zum Beispiel Dokumente über die deutschen Polizeibataillone in Osteuropa, die Vernichtslager und die Todesmärsche nach deren Auflösung. Zudem greift der Autor auch auf Selbstzeugnisse und Bilder.Jedoch möchte ich an dieser Stelle deutlich machen, dass der Autor fachlich zu einseitig argumentiert. Daniel Jonah Goldhagen nutzt bei seiner Quellenarbeit hauptsächlich nur Sekundärliteratur, fast keine Primärquellen. Dem Leser drängt sich mehr und mehr der Verdacht auf, dass Goldhagen eine Ausgangsthese – seine persönliche Meinung – hatte und das ihm zur Verfügung stehende historische Material entsprechend seiner These aussortiert und argumentativ angeordnet hat.

    Mein Fazit:

    Danke an das Bloggerportal und dem Pantheon - Verlag für die Bereitstellung des Rezensionexemplares!
    Der Autor Daniel Jonah Goldhagen sorgte mit seinem Buch für eine öffentliche Debatte. Jedoch argumentiert Er fachlich zu einseitig, weshalb ich diesem Buch nur 3 von 5 Sternen geben kann. 
    Ich persönlich als Historikerin kann mich der Thesen Goldhagens' nicht anschließen.
  24. Cover des Buches Einundzwanzigster Juli (ISBN: 9783473583799)
    Anne C. Voorhoeve

    Einundzwanzigster Juli

     (46)
    Aktuelle Rezension von: Mr. Rail
    Wer in den nächsten Tagen den Film "Operation Walküre" sieht, oder in seiner Vergangenheit in der Geschichte des deutschen Widerstands im Drittten Reich gelesen hat, der sollte hier weitermachen. Am Tag nach dem Attentat auf Adolf Hitler und nach der Hinrichtung der ersten "Täter" greift die Maschinerie des Reiches und inhaftiert in konzenrierter Folge alle Familienangehörigen der Widerständler. Sippenhaft mit dem ersten Ziel der Vernichtung. Die in diesem Roman auftretenden Personen sind reine Fiktion. aber die enge Anlehnung an den Stammbaum der Familie von Stauffenberg ist mehr als beabsichtigt. Es beginnt eine Odyssee durch das Deutschland des letzten Kriegsjahres - man erlebt den Versuch der Machthaber, einen geeigneten Platz, ein passendes KZ für die mehr als 100 Menschen zu finden, die in unmittelbarer Nähe zu den ersten Kräften des Widerstandes standen. Emotional anrührende Erzählung über das Leben in der Diktatur, über Menschen, die nicht aufhören zu hoffen, über wegschauende und helfende, freidenkende und sich mit dem Regime arrangierende Menschen der Jahre `44 und `45. Als Jugendbuch geschrieben sollte die Zeilgruppe deutlich größer sein.

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