Bücher mit dem Tag "adolf hitler"
34 Bücher
- Timur Vermes
Er ist wieder da
(3.406)Aktuelle Rezension von: deidreeDas Buch lag schon lange auf meinem Regal und jetzt weiß ich auch warum ich es von mir geschoben habe. Ich finde einfach keinen Zugang zu dieser Art von Humor, falls da irgendwo einer versteckt sein sollte.
„Er ist wieder da“ löst bei mir eher Bauchweh aus. Die Vorstellung jederzeit könnte sich ein ähnliches Szenario wiederholen ist weder witzig noch wünschenswert. Leider ist die Möglichkeit nicht völlig auszuschließen.
In meinen Augen hat Timur Vermes wohl eine Satire erschaffen wollen. Bei mir kam diese Bemühung nicht an. Zu lesen fand ich die Geschichte einfach, aber emotional hat sich bei mir alles auf Abwehr gestellt.
Zugutehalten möchte ich den Versuch aufzuzeigen, dass eben jederzeit wieder ein Mensch mit gefährlicher Ideologie auftauchen könnte und wir aufgerufen sind, gut hinzusehen. Auch ist der Schreibstil flüssig und flott zu lesen.
- Florian Illies
1913
(306)Aktuelle Rezension von: AntoniosDas Buch war eine Empfehlung meines Deutschlehrers, weil er weiß, dass ich gerne lese und mich für Geschichte interessiere. Ich finde, dieses Buch ist schon was besonderes. Es steckt sehr viel Recherchearbeit drin, interessante Fakten, unglaubliche Verbindungen die man nie so jemals gedacht hätte, dass sie existieren könnten, da fragt man sich ob Zufall nicht wirklich nur eine Illusion ist. Ironie und Wortspiele gibt es genug da um den Leser nicht zu langweilen, aber letztendlich ist es einfach ein Dokument über die Zeit damals. Der Schwerpunkt liegt vor allem an der Kunst und Literatur, denn damals haben viele bekannte und wichtige Personen eben in Kunst und Literatur gelebt, nicht nur Picasso oder Franz Kafka. Schade, dass auf der anderen Seite, der politischen, nicht so viel erzählt wird, obwohl jeder weiß was im Jahr danach passiert ist. Diede Zeit war eben die Ruhe vor dem Sturm, und dass der Autor sich an Einzelheiten klammert die eigentlich unnützes Wissen ist, macht das ganze doch interessanter. Trotzdem ist dieses Buch nicht für jeden empfehlenswert, man braucht schon ein Vorwissen damit man die Verbindungen erkennen und verstehen kann (wer diese Leute wirklich waren), aber es ist so gut konstruiert, dass jeder der bisschen Interesse daran hat, es locker lesen kann. Man sollte sich aber klar machen, dass das kein richtiger Roman ist der irgendwie eine schöne Geschichte erzählt, sondern fast eine Biographie gleicht, die Biographie des 1913, genug gepackt mit Ironie und versteckten Humor.
- Morton Rhue
Morton Rhue "Die Welle", Literaturseiten
(2.336)Aktuelle Rezension von: schnegge1998Wenn man an die heutige Zeit in der Schule denkt, wird wohl jeder sagen, dass mehr Disziplin und Respekt den Schülern gut tun würden. Dementsprechend finde ich das Buch sehr beeindruckend, wie schnell sowas aber auch ein anderes Format einnehmen kann. Das buch ist sehr gut geschrieben und kann den ernst der Lage gut rüberbringen. Den Film finde ich jedoch noch besser, deswegen ziehe ich ein Punkt ab.
- Timur Vermes
Er ist wieder da
(300)Aktuelle Rezension von: erdbeerliebe.Ich bin mir etwas unsicher, wie ich dieses Buch bewerten soll - einordnen kann ich es auf alle Fälle nicht, da es wirklich aus jedem Rahmen der Literatur fällt die ich sonst lese. Ich glaube das Buch WILL auch gar nicht in irgendeine Schublade gehören. Wir verfolgen hier Hitler, der sich an einem Nachmittag auf einem Park in Berlin Mitte wiederfindet. Nach und nach stellt er fest, dass er im Jahre 2011 gelandet ist.. und plant neue Dinge. Das ist die ganze Zeit ziemlich unterhaltsam, ich würde jedoch nicht "spannend" sagen, da die Handlung sich nicht gerade überschlägt. Der Fokus des Buches liegt auf der Darstellung des Protagonisten und seinen Gedankengängen, da es aus der Ich-Perspektive geschrieben ist. Die hervorragende Vertonung von Christoph Maria Herbst trägt absolut dazu bei, Hitler "echt" wirken zu lassen, auch wenn das natürlich kein Mensch sagen kann und es durchaus immer wieder sehr satirische Situationen gibt.
Dennoch würde ich das Buch weiterempfehlen - denn es stimmte mich nachdenklich. Nehmen (im Buch) alle Figuren Hitler wirklich nur als Komikfigur war und wie weit gehen sie, um ihn frei schaffen zu lassen? Beeinflusst er als Mensch der in Medien übertragen wird nicht unweigerlich andere Menschen mit eindeutig antisemitisch und rassistischen Idealen? Ist das noch Kunst oder kann das weg?
Was ich dem Buch wirklich zu Gute halten will: Es machte auf mich nicht den Eindruck Hitlers Ideale irgendwie zu romantisieren oder zu beschönigen. Es hält sich sehr an Fakten und ist sachlich, wenn auch so trocken, dass es an Humor grenzt. Es passiert nicht viel - der Plot ist recht einfach, überspannt einige Monate und beschränkt sich auf zwischenmenschliche Situationen. Die Sprache ist einfach und sehr passend für jemanden, der vorher 1944 lebte. Ich habe selten so viele altdeutsche Begriffe und Beleidigungen gelesen.
Wirklich schön finde ich auch, wie sehr dieses Buch doch die Lesermeinungen spaltet. - John Boyne
Der Junge auf dem Berg
(306)Aktuelle Rezension von: AtschiBDer Autor schafft es in leichter Weise die Botschaft zu vermitteln, wie leicht Menschen, insbesondere junge Menschen, beeinflusst werden können und welche Gefahr darin liegt. Mit seiner angenehmen Schreibweise regt er zum Nachdenken an und die Seiten flogen nur so dahin. Die Dialoge wirken so unglaublich authentisch und mein Kopfkino war in vollem Gange. Die Figur Pierrot/Peter wirft bei mir Fragen auf. Ich konnte sein Verhalten nicht immer nachvollziehen. Klar, im Alter 6-7 Jahren stellt er viele Fragen und überraschender Weise hinterfragt er den „Herrn“ nicht. Vielleicht lässt es damit erklären, dass die anderen Personen, die auch im Hause leben oder arbeiten voller Respekt dem „Herrn“ gegenüber handeln und nicht widersprechen. Die Vergangenheit von Pierrot ist erschreckend, jedoch für die damalige Zeit sicherlich nicht ungewöhnlich. Es ergreift mich, wie sich das Leben von Pierrot verändert, als in das Haus auf dem Berg zieht. Ab sofort heißt er Peter. Er muss seine Herkunft, seine Freundschaft zu Anshem verleugnen und seine Lebenseinstellung verändert sich drastisch – schockierend! Die Begeisterungsfähigkeit und auch der Stolz den Pierrot zeigt als er seine erste Uniform erhält, hat mich bewegt. Ich verstehe den kleinen, liebenswerten Jungen, dennoch hätte ich ihn gern gewarnt und aufgeklärt. Das war schon aufwühlend für mich. Schockierend ist seine weitere persönliche Entwicklung und welche Wege er geht -mir fehlen die Worte.
Das Buch lässt mich nachdenklich zurück und ich freue mich auf weitere Bücher von John Boyne.
- Éric Vuillard
Die Tagesordnung
(36)Aktuelle Rezension von: HansDurrerEs geschieht ausgesprochen selten, dass mich ein Buch überrascht. Viele unterhalten mich, einige lehren mich etwas, nicht wenige hätte ich nicht zu lesen gebraucht. Die Tagesordnung gehört zu einer ganz anderen Kategorie, dieses Buch lässt mich die Welt neu sehen.
Éric Vuillard, 1968 in Lyon geboren, erzählt in seinen Büchern grosse Momente der Geschichte neu und hat damit so recht eigentlich ein neues Genre begründet. In Die Tagesordnung berichtet er vom 20. Februar 1933, als sich auf Einladung des Reichsministers Hermann Göring 24 hochrangige Vertreter der Industrie mit Adolf Hitler treffen. Die Nazis brauchen Geld und die Industrie liefert. „Im Budget grosser Unternehmen ist die Korruption ein unumgänglicher Posten mit unterschiedlichen Namen: Lobbying, Gratifikation, Parteienfinanzierung.“
Journalismus und Geschichtsschreibung erzählen üblicherweise Geschichten von sogenannt wichtigen Akteuren, geben diesen eine Bedeutung, die sie selten haben und betreiben dabei oftmals Heldenverehrung. Éric Vuillard tut etwas ganz anderes – er zeigt auf, dass die 24 hochrangigen Industrievertreter nicht als Individuen von Bedeutung sind (denn diese sind, wie wir alle, sterblich), sondern als Dinge. „Sie sind unsere Autos, unsere Waschmaschinen, unsere Reinigungsmittel, unsere Radiowecker, unsere Hausversicherung und die Batterie in unserer Uhr.“ Sie heissen BASF, Bayer, Agfa, Opel, I.G. Farben, Siemens, Allianz, Telefunken. Und sie sind juristische Personen. „Ein Unternehmen ist eine Person, der alles Blut zu Kopf steigt. Eine sogenannte juristische Person. Ihr Leben währt deutlich länger als unseres.“
Nachdem die Nazis den Industrie- und Bankenklerus bekehrt und die Opponenten zum Schweigen gebracht hatten, galt es die ausländischen Mächte zu besänftigen. Wie das Appeasement vonstatten ging, zeigt Éric Vuillard am Treffen von Göring und Halifax auf, beide auf ihre jeweils eigene Art verblendet und gestört. Und es sind nicht zuletzt diese Persönlichkeitsschilderungen, die diesen Text so überzeugend machen, denn da versteht einer, wie ungesund und egomanisch die Seelen von Machthungrigen funktionieren.
So sehr Die Tagesordnung ein geschichtliches Werk ist, ich fühlte mich ständig auch an die heutige Zeit erinnert. Ein Haufen aus Schurken und Verbrechern, sei die Nazi-Partei gewesen – und die sehe ich auch heute in der Politik am Werk. Aussenminister Ribbentrop habe den Führer stets „zu den gewagtesten Aktionen“ ermutigt, „indem er seinen grössenwahnsinnigen und brutalen Neigungen schmeichelte.“ Ganz automatisch springen meine Gedanken zu Diktatoren generell, die es deshalb gibt, weil der Mensch Gehorsam zu den Tugenden zählt.
Indem sich Éric Vuillard auf eine kurze Zeitspanne im Februar und März 1933 konzentriert, genau hinschaut und die Komplexität des Geschehens anhand von Details aufzeigt, gelingt ihm ein Buch, das weit über die geschilderten Ereignisse hinausreicht und Allgemeingültiges erfahrbar macht. „Das Hirn ist ein sonderbares Organ. Die Augen verraten keine Gedanken, die feinste Mimik ist für andere unlesbar; so als wäre der ganze Körper ein Gedicht, von dem wir brennen, von dem unsere Nachbarn jedoch kein Wort verstehen.“
Besonders beeindruckend an diesem dünnen Band sind die quasi ewigen Wahrheiten, die die von Menschen gemachte Wirklichkeit durchziehen. Und vor allem diese: „Die Welt gehorcht dem Bluff. Selbst die seriöseste, steifste Welt, selbst die alte Ordnung, die sich niemals dem Anspruch der Gerechtigkeit beugt oder vor dem aufständischen Volk einknickt: Sie tut es vor dem Bluff.“
Ich kann mich nicht erinnern, jemals so spannend, erhellend und überzeugend über geschichtliche Vorgänge gelesen zu haben. Die Tagesordnung ist ein wahres Wunderwerk!
- Heike B. Görtemaker
Hitlers Hofstaat
(9)Aktuelle Rezension von: Sikal„Wir werden nicht wanken und nicht weichen.“
Die Historikerin Heike B. Görtemaker hat bereits einige Bücher über Hitler und das dritte Reich verfasst. Auch dieses Buch zeigt von einem großen Wissen und erstklassigen Recherchen. Natürlich sind viele Namen, wie Göring, Himmler, Speer, Eva Braun, Hoffmann, usw. bekannt und in aller Munde. Doch finden sich in diesem Buch noch viele weitere Persönlichkeiten, die zu Hitlers engerem Kreis gehörten oder die sich zumindest ihm verbunden fühlten.
Sehr gut kann man verfolgen, wie sich der Kreis immer wieder änderte. Während er anfangs Menschen um sich scharte, die ihn unterstützten, die ihn förderten und in ihm den „Erlöser“ sahen und den „Führer“ eines neuen Reiches. Diese Unterstützung reichte von Wohnungen, Geld, Ansehen, Einfluss, Zutritt zu den richtigen Kreisen. Doch mit seinem Aufstieg wurden die Personen rund um Hitler immer mehr „ausgetauscht“ und seine Anhänger wurden jene, die ihm ihre Karriere verdankten oder sich in seinem Glanze sonnen wollten und auch ein Stückchen Ruhm erhaschen wollten.
Der erste Teil des Buches befasst sich mit der Formierung des Kreises vor der Machtübernahme, erwähnt beispielsweise Röhm, Alfred Rosenberg, Wilhelm Brückner, Hanfstaengl und deren Netzwerk. Auch der Machtübernahme und den daraus resultierenden Verbindungen wird ein großer Teil des ersten Teiles gewidmet. In diesem Zeitraum finden bereits die ersten Gräueltaten statt. Das Privatleben Hitlers mit der Verbindung zu Geli Raubal steht unter keinem guten Stern. Hier findet sich auch nicht viel Neues, was man nicht bereits aus anderen Büchern kennt.
Interessant für mich war der zweite Teil über die Berghof-Gesellschaft, der sich mit den wechselnden Personen rund um den Führer beschäftigt, wo man auch liest wie schnell jemand in Ungnade fallen kann und welche Folgen dies haben konnte. Die Annäherung an Eva Braun, die familiäre Verbundenheit zur Familie Hoffmann und das Leben auf dem Berghof sowie in München steht im Fokus. Wie sich der innere Kreis während des Krieges formiert und welche Zweifel auch diesen Verbündeten aufkommen, kann man zum Teil nur erahnen oder in diverse Handlungen hineininterpretieren. Die Grausamkeiten der Nazis, um sich vor dem Führer zu beweisen oder andere Mitverbündete zu übertreffen, hat man zwar schon zigmal gelesen, doch ist es ein wichtiges Thema und darf auch nicht in Vergessenheit geraten.
Der dritte Teil beschäftigt sich mit dem Kreis ohne Führer und zeigt auf mit welchen Lügen und Intrigen, Verschleierungen und Verschwörungstheorien der Hofstaat sich vom Mythos Hitler abwandte. So konnten sich viele Nazis von der Vergangenheit abwenden und in einem neuen Rechtsstaat Karriere machen. Viele konnten im Ausland ein ganz normales Leben weiterführen, andere schafften es in Deutschland ohne Strafverfolgung weiterzuleben und hielten ihre Idee noch jahrelang hoch. Was dies für die Opfer bedeutet lässt sich nur erahnen.
Ein aufschlussreiches Buch für historisch Interessierte, dem ich gerne 4 Sterne gebe.
- Joachim Fest
Der Untergang
(24)Aktuelle Rezension von: Jens65Nachdem mich bereits das filmische Meisterwerk sehr beeindruckt und mitgerissen hat, war der Kauf des Buches auf dem der Film basiert keine Frage. Als ich dann entdeckte, dass nicht nur die Originalvorlage von Joachim Fest, sondern als Zusatz auch das Drehbuch von B.Eichinger und ein Making-Of dabei sind, hielt mich nichts mehr. Nun aber zum Buch: Joachim Fest zeigt eine Klasse, die man bei ihm mittlerweile gewohnt ist. Wer den Film bereits gesehen hat, wird viele Szenen wiedererkennen, andere neue Ergeinisse finden. Ich begreife mittlerweile, dass B.Eichinger das Buch als Anstoß für einen Film genommen hat. Bereits die Lektüre des Grundstoffes beeindruckt einen zutiefst und lässt einen lange Nachdenken. Das Drehbuch bietet einem immer wieder die Möglichkeit, sich Dialoge wichtiger Szenen, wieder ins Gedächtnis zu rufen und die nackten Dialoge lassen einem vor Augen die Szenen wieder passieren. Viele Fotots fördern den Prozess. Mir persönlich hat das Buch auch geholfen, manchen Gesichtern endlich Namen zuzuordnen. Gerade bei den vielen Generälen verliert man doch gerne den Überblick. Für Interessierte und "Fans" des Films ein Muss! - Robert Harris
München
(86)Aktuelle Rezension von: Pascal_MaessMünchen von Robert Harris beweist eindrucksvoll, dass ein historischer Spannungsroman auch dann fesseln kann, wenn der Leser den Ausgang der Geschichte bereits kennt.
Gerade das hat mich am meisten beeindruckt. Natürlich weiß jeder, welche historischen Ereignisse auf das Münchner Abkommen folgen werden. Dennoch gelingt es Harris hervorragend, die Unsicherheit, Anspannung und latente Angst dieser Tage greifbar zu machen. Mit jeder Seite spürt man, wie sich Europa auf einen Wendepunkt zubewegt. Nicht das „Was passiert?“ erzeugt Spannung, sondern das Gefühl, mitten in einem historischen Moment zu stehen, dessen Tragweite die Figuren nur erahnen können.
Dazu trägt auch der sehr flüssige Schreibstil bei. Kurze Kapitel, häufige Perspektivwechsel und ein gutes Erzähltempo sorgen dafür, dass der Roman trotz seines historischen Hintergrunds nie trocken oder langatmig wirkt.
Auch die Figuren haben mir gut gefallen. Sie erreichen zwar nicht die emotionale Tiefe eines klassischen Charakterromans, wirken aber genau so ausgearbeitet, wie es die Geschichte benötigt. Harris verliert nie das eigentliche Thema aus den Augen und stellt die historischen Ereignisse konsequent in den Mittelpunkt. Besonders positiv fand ich außerdem, dass weder die deutschen noch die britischen Figuren eindimensional gezeichnet werden. Trotz klarer moralischer Positionen bleibt genug Raum für Zwischentöne und menschliche Ambivalenz.
Ein wenig verschenktes Potenzial sehe ich allerdings in einigen Nebenhandlungen. Einzelne Handlungsstränge wirken für mich weder für die Figurenentwicklung noch für die eigentliche Geschichte wirklich notwendig und hätten den Roman auch ohne großen Verlust verlassen können.
Fazit:
München ist ein hervorragend recherchierter und spannend erzählter historischer Roman, der eindrucksvoll zeigt, wie viel Spannung auch dann entstehen kann, wenn das Ende längst bekannt ist. Wer historische Stoffe, politische Intrigen und atmosphärische Spannung mag, wird hier bestens unterhalten. Für die Höchstwertung fehlte mir lediglich der letzte emotionale Funke und der Mehrwert einiger Nebenhandlungen.
- Manfred Mai
Deutsche Geschichte
(18)Aktuelle Rezension von: Tilman_SchneiderManfred Mai ist ein großartiger Schriftsteller und hat schon ganz viel veröffentlicht. Dieses Werk über die Deutsche Geschichte finde ich einfach genial! Toller Aufbau, knappe und sehr gute Texte und tolle Zeichnungen. Manfred Mai erzählt die Deutsche Geschichte und die Entwicklung über die Jahrhunderte. Er macht es so toll und logisch und packt die jungen Leser, genauso wie die großen. Auch immer eine tolle Geschenkidee für die jungen Schüler und gutes Material für Schularbeiten und Referate.
- François Saintonge
Dolfi und Marilyn
(105)Aktuelle Rezension von: dunkelbuchWas für ein großartiger, skurriler, grotesker Roman! Ein verrückter und grandioser Einfall jagt den nächsten in dieser abgedrehten Zukunftsversion. Einfach genial!
- Ian Kershaw
Der Mensch und die Macht
(4)Aktuelle Rezension von: LelelsHitler, Stalin, Adenauer, Thatcher. Namen und Persönlichkeiten die unbestreitbar Spuren in der Geschichte hinterlassen und das letzte Jahrhundert und Europa positiv oder negativ geprägt haben. In seinem neuen Buch widmet sich der Historiker Ian Kershaw europäischen FührerInnen des 20. Jahrhunderts und was diese an die Macht gebracht hat.
Dabei enthält die Fallstudie keine reinen Biografien, sondern widmet sich Charakterzügen, Umständen und Strukturen, die die jeweilige Machtübernahme ermöglichten. Ian Kershaw verfällt nicht in einen Historismus, der die Rolle Einzelner überhöht, sondern ordnet das Handeln ein, wobei er persönliche Eigenschaften nicht außen vorlässt, sondern sie als einer von vielen Faktoren einbezieht. Gerade die Thematisierung der Bedingungen und Strukturen, die die Macht ermöglichten, hat mir sehr gut gefallen. Kershaw geht auf die Wirtschaft, Geographie, internationale Beziehungen und Konflikte ein, die Machtausübung befördert oder beschränkt haben. Er folgt der Annahme, dass Geschichte durchaus von Einzelnen geprägt werden kann, wobei aber Umstände dafür sorgen, dass sie überhaupt in der Lage sind, Macht auszuüben.
Die einzelnen Texte sind unabhängig voneinander lesbar und klar strukturiert. Die Analysen und Interpretationen des Autors waren interessant, differenziert und reflektiert. Nicht nur habe ich einiges über die thematisierten Personen gelernt, sondern auch über die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse und welchen Einfluss diese hatten.
Ian Kershaw legt mit „Der Mensch und die Macht“ ein anregendes Werk vor, ohne in einen Historismus zu verfallen, hebt die Leistungen einzelner Persönlichkeiten hervor und ordnet diese ein. Eine Empfehlung für alle Geschichtsinteressierten.
- Otto Basil
Wenn das der Führer wüßte
(11)Aktuelle Rezension von: TheSaintEin Novembertag irgendwann in den 1960ern irgendwo in Deutschland. Ganz genau weiß man es nicht, denn seit Adolf Hitler sein Weltreich errichtet hat, sind viele ursprüngliche Städtenamen umbenannt worden. Die Geschichte beginnt in Heydrich, im Kyffhäusergebirge, wohin der "Ostmärker" Albin Totila Höllriegl strafversetzt wurde und nun seine Tätigkeit als Gyromant (Erdstrahlungssucher) ausübt. Er wird in eines der Parteihäuser gerufen und bekommt dort den Auftrag, in "geheimer Reichssache" nach Berlin zu reisen...
Auf dem Weg dorthin geschieht, was geschehen muss: "Odin ruft seinen Meldegänger nach Walhall" - "Adolf der Große" stirbt. An seine Stelle tritt Ivo Köpfler als neuer "Führer". Als bekannt wird, dass Köpfler selbst aktiv daran beteiligt war, Hitlers Dasein auf Erden zu beenden, bricht ein Bürgerkrieg aus und die Rangeleien um Macht und Einfluss beginnen. Die Turbulenzen im Reich nutzt Japan, einst Verbündeter und nun letzter verbliebener Feind des Reiches, das Germanische Weltreich mittles Abwurf einiger Atombomben zu zerstören.
Der Tanz in den Untergang ist nicht mehr aufzuhalten und Albin Totila Höllriegl wird mit seinem VW vom direkten Weg nach Berlin abgebracht. Der durch und durch unsympathische Antiheld der Geschichte sieht sich mit einsetzenden Flüchtlingsströmen, Verstrahlung und der Flucht von Nazi-Bonzen in sichere Gefilde konfrontiert...
1966 erschien diese wahnwitzige Satire auf das "Dritte Reich". Dieser perfide, bösartige Alternativweltroman sorgt stellenweise für Atemnot mit all seinem Pseudo-Germanismus, der Hetze, dem menschenverachtenden Fanatismus und dem teutonisch übersteigerten Bürokratiewahn. Es gibt keine einzige Figur in diesem Roman, der man Sympathie entgegen brächte. Der Autor Otto Basil (1901-1983) hatte selbst Probleme mit der Gestapo, als er 1938 den Führer verspottete. Nicht nur seine Hauptfigur Höllriegl hat eine sadistische Ader, sondern auch der Autor selbst quält den Leser gern mit seitenlangen Monologen und genussvollen Sprachwirrungen - einem interessanten "Mutterdeutsch" sowie mit einer unverständlichen Nazi-Kunstsprache. Diese Längen und Abschweifungen in der kruden Satire lassen an einen Meister dieser Kunst denken: an Quentin Tarantino.
Es ist interessant... trotz aller Widerlichkeit versteht es der Autor, den Leser interessiert zu halten und man hält bis zum bitteren Ende durch. Ein Lob an den "Milena"-Verlag, der dieses interessante Werk nach mehr als 40 Jahren neu auflegte und so einer neuen Leserschaft die Möglichkeit gibt, in diese faszinierende "Was wäre, wenn..."-Welt einzutauchen und einen sehr wichtigen Beitrag zur deutschsprachigen Science-Fiction lesen zu dürfen.
Heeresadjutant bei Hitler 1938 - 1943. Aufzeichnungen des Majors Engel
(0)Noch keine Rezension vorhanden- Wolfgang Schieder
Adolf Hitler – Politischer Zauberlehrling Mussolinis
(0)Noch keine Rezension vorhanden - John Boyne
Der Junge auf dem Berg
(13)Aktuelle Rezension von: NelebooksInhalt (LB): "Wie konnte das alles nur geschehen? Es ist das Jahr 1936, als Pierrot seine Eltern verliert. Nun muss er ein neues Leben bei seiner Tante beginnen, die in einem wohlhabenden deutschen Haushalt dient. Aber dies ist kein gewöhnliches Haus: Es ist der Berghof, die Sommerresidenz Adolf Hitlers. Hier erliegt Pierrot den Machtversprechen des Nationalsozialismus und wandelt sich zum skrupellosen Nazi, der seinen besten Freund verleugnet und seine Tante verrät. Erst viel zu spät wird er sich bewusst, wie menschenverachtend sein Handeln ist."
Cover: Das Cover ist passend zum Inhalt gestaltet mit dem Rot für Blut und dem Stacheldraht für die Gefangenschaft.
Meinung: Pierrot wächst relativ unauffällig in Frankreich auf. Ein sympathischer kleiner Junge, mit dem man dann mitfühlt und leidet, als er beide seine Eltern verliert. Er wird "zum Glück" von seiner Tante aufgenommen in Deutschland, was ihm jedoch gar nicht gut tut. Er versteht sich gut mit Adolf Hitler und verehrt ihn. Dadurch trägt er immer mehr Scheuklappen und handelt auch unmoralisch. Das lässt Pierrot in den Augen der Leser immer unsympathischer erscheinen. Er hat mitgemacht. Aber man sieht auch, wie diese Überzeugung in jungen Jahren anfängt und man da dann eben auch voller Überzeugung dabei ist. Es passieren einige schreckliche Dinge und teilweise scheint er nicht reflektiert zu handeln und sprechen, was eben dann erschreckend ist. Dies ist keine schöne Geschichte, aber doch eine Geschichte, die uns das Schicksal von vielen Kindern in der Hitlerjugend vor Augen führt mit der "Gehirnwäsche" und deren Überzeugung, was einen somit zum Nachdenken anregt.
- Felix Bohr
Vor dem Untergang
(3)Aktuelle Rezension von: wschDer Alltag Hitlers, seiner Entourage, seines Terror-Regimes...
Hitler verbrachte mit wenige Tage dauernden Abwesenheiten zwischen dem 24.06.1941 und dem 20.11.1944 insgesamt mehr als 800 Tage in seiner Wolfsschanze. Wer nicht weiß, wo diese ganze zum Großteil verbunkerte, mit bis zu 7 Meter dicken Betondecken ausgestattete Anlage zu finden ist: im hinteren Buchdeckel ist eine Übersichtskarte, die in etwa die Region in Nord - Süd-Ausdehnung von Leningrad bis zur Krim, in West - Ost-Ausrichtung von Łódź bis Stalingrad abbildet.
Die Ausdehnung, die Bestandteile, die jeweils unterschiedlich abgesicherten Sperrkreise werden im vorderen Buchdeckel dargestellt.
Beides durchaus wichtig zu wissen, um sich hinsichtlich der sehr viel wichtigeren Informationen, die das Buch bietet, orientieren zu können.
Schon nach dem sehr umfangreichen Quellen- und Literaturverzeichnis nach zu urteilen, saugt sich Felix Bohr diese Infos nicht aus den Fingern. Alles, was er beschreibt, hält einer Überprüfung stand. Und der Autor beschreibt (endlich) des 'Führers' Alltag. Keine Entscheidungen oder besser gesagt in seinem Größenwahn getroffene Fehlentscheidungen. Keine Weltkriegsschlachten, keine Psychogramme von Himmler, Heydrich, Goebbels oder Göring. Sondern Hitlers Kriegsalltag. Vom späten Frühstück in der Mittagszeit bis zu den von ihm abgehaltenen Monologen, die sich bis in die frühen Morgenstunden hinziehen konnten.
Dass dabei der Alltag des 'Büro-Teams' von Hitler, beispielsweise seiner Sekretärin Traudel Junge, seiner Bediensteten, der Wachmannschaften zur Sprache kommen - keine Frage.
Der Autor warnt meines Erachtens absolut zu Recht davor, dass die gesprengten im Wald liegenden Beton-Überreste der Bunkeranlagen von zahlreichen völlig geschichtsvergessenen AfDlern als eine Art ‚Kultstätte‘ instrumentalisiert werden. Welche Schande für die deutsche Demokratie!
Was mich verblüfft hat: dem Autoren ist es gelungen, acht Original-Fotos zu finden, die den Wolfsschanzen-Alltag sehr gut verdeutlichen. In anderen Werken findet man, wenn überhaupt Bilder von den Auswirkungen, die die von Graf von Stauffenberg platzierte Bombe in der Wolfsschanze hinterlassen hat. Diese Fotos habe ich sonst keinem Werk, welches sich mit der Nazi-Diktatur befasst, gefunden.
Meines Erachtens sind die 243 Seiten absolut lesenswert!
Denn sie beleuchten das, was sonst zum Großteil im Dunkeln bleibt: Hitlers Alltag.
- Sven Felix Kellerhoff
"Röhm-Putsch!" 1934
(2)Aktuelle Rezension von: HEIDIZEin Buch zum "Röhm-Putsch" 1934 habe ich neulich gelesen - Untertitel: Hitlers erste Mordaktion.
Ich bin begeistert, wie der Autor Sven Felix Kellerhoff sich diesem Thema nähert und es zwischen zwei Buchdeckel gepresst hat. Gepresst im positiven Sinne, indem er alles Wichtige zum Thema perfekt für meine Begriffe zusammengefasst hat.
Die Gliederung ist auch sehr gut gewählt, man kann sich perfekt schrittweise in das Thema einlesen.
"Du bist verhaftet"
Vorspiel ...
Drama ...
Nachspiel ...
und zahlreiche wissenswerte und nützliche Anhänge.
Auch beinhaltet das Buch einige schwarz-weiß-Aufnahmen, die die Texte nochmals bildhaft untermalen.
Leseprobe:
========Der Abflug Hitlers in Bad Godesberg verzögert sich, denn er wartet noch auf das Fait accompli - die Bestätigung, dass die Revolte der SA tatsächlich begonnen habe. ...
Die Texte sind kompetent sachlich geschrieben, was aber nicht bedeutet, dass sie trocken lesbar sind. Sie sind vielmehr angenehmer Lesestoff, der verständlich informiert und in die Tiefe geht, ohne langatmig zu erklären. Ich finde die Art, wie der Autor das Thema beschrieben hat, sehr gut.
Er hinterfragt, er erklärt, er klärt auf, er ordnet historisch ein - und er lässt dennoch genügend Raum für den Leser, sich sein eigenes Bild zu machen - wie ich finde: rundherum gelungen !!!
- Johannes Sachslehner
Zwei Millionen ham'ma erledigt
(5)Aktuelle Rezension von: EvaMinnaVom allseits beliebten Musterschüler und Kofferträger, der als Kind seine verwitwete Mutter unterstützt, zum brutalsten Vernichter von Juden, aber auch von Polen und Russen - das ist der Werdegang von Odilo Globocnik, einem in Triest geborenen und in seiner Kindheit eingebürgerten Kärntner. Autor Sachslehner hat intensivst recherchiert über diesen Motor der systematischen Beraubung und Ermordung von 2 Millionen Menschen.
Erschütternd war für mich auch die Erkenntnis, wie viele Universitätsprofessoren, Ärzte, Facharbeiter und andere Experten Odilo Globocnik dabei zur Hand gegangen sind. Beklemmend wie "Mensch" auf sein Fachgebiet fokusiert zu Werke geht, und das, was er damit unterstützt, nämlich die Vernichtung von Säuglingen bis hin zu Greisen, einfach ausblendet. Beklemmend und beängstigend.
Selbst als Holocaust informierter Leser war mir vieles, vor allem was die konkreten Umsiedelungsprojekte der Nazis anging neu. Hier finde ich die Aussage meiner steirischen Großmutter belegt, die immer wieder meinte: "Wenn der Hitler gewonnen hätte, säßen wir jetzt alle im Ural." Auch betreff Ostindustrie GmbH waren mir kaum Details bekannt. Neu für mich auch das Wissen über die deutsche Kollaboration mit ukrainischen Gruppierungen, die von Globocnik wiederholt zu Hilfe gerufen wurden, und in der Endphase mit Donkosaken. Leider geht der Autor historisch nicht darauf ein, warum es zu diesen Kollaborationen gekommen ist.
Fazit: Funktioniert die Gehirnwäsche und greift der organisierte Wahnsinn mal um sich, so wird der Normalbürger zur gewissenlosesten Bestie auf Erden. Hoffentlich lesen recht viele dieses Buch und lernen aus der Geschichte , aus den Fehlern der Vergangenheit und verstehen vor allem, Vorzeichen zu erkennen.
- Sebastian Haffner
Anmerkungen zu Hitler
(78)Aktuelle Rezension von: Trishen77Hitler - der Name steht für mehr als eine Person, er steht für eine Dimension; eine Dimension, die von fragiler Boshaftigkeit, von glorreichem Wahnsinn etc. erzählt und (auch durch seine Behandlungen in den Medien) die mittlerweile ein solch irrationales Ausßmaß angenommen hat, das es beinahe unmöglich geworden ist, ihre bestimmenden, historischen Aspekte simpel und geerdet zu betrachten. Dennoch gibt es zwei Autoren, die dies geschafft haben: Joachim Fest und Sebastian Haffner - der eine auf epische, der andere auf stoische, knappe Art und Weise.
Noch immer stehen wir Deutsche so sehr im Schatten, im Einzugsbereich der Figur Hitler, dass wir uns immer und immer wieder mir ihr auseinandersetzen, auf mittlerweile hundert verschiedene Arten. Man hat versucht über ihn zu lachen (Der kleine Adolf, Switch, Serdar Somuncu, uns seit neustem: Er ist wieder da ) man hat versucht ihn von allen Seiten zu beleuchten, sein Phänomen zu erweitern (Guido Knopp), man hat sich ihm vom Anfang ( Max , Hitler - Der Aufstieg des Bösen ) und vom Ende ( Der Untergang ) genähert. Dabei herausgekommen ist ein halb-fiktiv-spektakuläres, halb-realistisches, aber vor allem ein sehr auf den jeweiligen Umstand begrenztes Bild - was nicht zu bemängeln ist, ganz im Gegenteil, aber die Zusammenhänge innerhalb der Person Hitler, sind dann doch andere.
Diese Zusammenhänge hat Haffner in diesem erstmals 1978 publizierten Werk meisterhaft aufgearbeitet: nüchtern, sachlich, ohne falsche Scheu oder Scheuklappen. (Es ist sehr schwer bei Hilter nicht von Anfang an den Schatten über die Person zu stellen und schlussendlich auch nicht wünschenswert, aber für einen wirklichen Tatsachenbericht ist es unerlässlich). In sieben Kapiteln: Leben, Leistungen, Erfolge, Irrtümer, Fehler, Verbrechen, Verrat, analysiert Haffner die Stationen seines Werdegangs und die übergreifenden Vorstellungen und Prämissen, in denen Hitlers Denken begründet war und wie es sich dann auf seine Handlungen auswirkte (auswirken musste).
Dabei hat Haffner den Mut und die Balance bewiesen, Hitler niemals als ein Opfer, aber auch nicht direkt als ein Scheusal zu deklarieren, wie es, im Anbetracht des Endes der Geschichte, ja nicht anders mehr möglich ist. Stattdessen führt Haffner Hitler, um der Nachvollziehbarkeit willen, als einen bildenden Charakter seiner Zeit ein, der sich, nach bereits früh in diese Richtung getroffenen Entschlüssen, schließlich als die Nemesis nicht nur Europas, sondern seines eigenes Landes offenbarte.
Oft wird uns Deutschen gesagt, es gäbe in nächster Zeit keinen historischen Weg, der an Hitler vorbeiführt. Natürlich gibt es keine historische Betrachtung Deutschlands, die um ihn einen Bogen machen könnte. Doch legt Haffner einige kluge Bedenken gegen manche Allgemeinplätze und status quo zu und nach Hitler vor. Deswegen sei ihm das letzte Wort gegeben, mit einem Zitat aus dem Buch:
"Dreiundreißig Jahre nach Hitlers Selbstmord hat niemand auch nur die kleinste politische Außenseiterchance, der sich auf Hitler beruft und an ihn anknüpfen will. Das ist nur gut so. Weniger gut ist, dass die Erinnerung an Hitler von den älteren deutschen verdrängt ist [...]. Und noch weniger gut ist, dass viele deutsche sich seit Hitler nicht mehr trauen, Patrioten zu sein. Denn die deutsche Geschichte ist mit Hitler nicht zu Ende. Wer das Gegenteil glaubt und sich womöglich darüber freut, weiß gar nicht, wie sehr er damit Hitlers letzten Wunsch erfüllt. - Christian v. Ditfurth
Tanz mit dem Tod. Der erste Fall für Karl Raben
(13)Aktuelle Rezension von: Lilith_McCoy⚖️⚖️Kurzrezi⚖️⚖️
Tanz mit dem Tod
Der erste Fall für Karl Raben
Kriminalroman von Christian von Ditfurth
🕵♂️Darum geht es:
Berlin-Wedding, November 1932: Sieben SA-Männer stürmen eine Kneipe und erschießen Kurt Esser, Redakteur des KPD-Blatts »Rote Fahne«. Dem jungen Kriminalpolizisten Karl Raben gelingt es, den Anführer der Mörder, Gustav Fehrkamp, zu stellen. Doch kaum ist Hitler 1933 an der Macht, kommt Fehrkamp auf freien Fuß. Raben hat fortan nur noch einen Gedanken: Gerechtigkeit. Für sein Vorhaben geht er einen Pakt mit dem Teufel ein und arbeitet für die gerade gegründete Geheime Staatspolizei. Damit ist sein Leben in der Hand von Gestapo-Chef Reinhard Heydrich. Genauso wie das seiner Frau Lena, die jüdischer Herkunft ist. Wie kann ein Polizist für Gerechtigkeit sorgen, wenn das Unrecht die Macht ergreift?
🕵♂️Meine Meinung:
Auf Herrn v. Ditfurths Homepage wird auf ein Interview bei Youtube hingewiesen: Dort sagt er sinngemäß „Es gibt nichts Gutes oder Richtiges im Falschen“ – heißt für mich: Gerechtigkeit in einem toxischen System: Unmöglich… mal sehen, wie die Serie weitergeht und endet.
Christian von Ditfurth packt ganz viel Geschichte in diesen Krimi, was mich total gefesselt hat. Joseph Goebbels, Heinrich Himmler, Hermann Göring, Reinhard Heydrich, Ernst Thälmann und Adolf Hitler sind nur einige der vielen Menschen, die ich hier in ihrem Tun und ihren Gedanken kennenlerne und die mich, obwohl ich schon oft von ihnen gelesen oder gehört habe, immer wieder fassungslos machen. Mir ist es unbegreiflich, wie Menschen von einer solchen Mordlust getrieben sein können. Einige Szenen sind, wie ich finde, nichts für schwache Nerven. Eine atemberaubende Geschichte, die für den jungen so gerechtigkeits-fanatischen Karl Raben und seine Frau Lena, die einen jüdischen Hintergrund hat, lebensbedrohlich wird. Ein brisanter und sehr spannender Kriminalfall, der mich an den Seiten des Buches hat kleben lassen.
⭐️⭐️⭐️⭐️/5 Sternen
- Madeleine Albright
Faschismus
(10)Aktuelle Rezension von: walli007
Die ehemalige amerikanische Außenministerin Madeleine Albright legt eine Betrachtung zum Faschismus vor. Veröffentlicht wurde die Originalausgabe des Buches im Jahr 2018. Sie starb im März 2022. Während des zweiten Weltkriegs flohen ihre Eltern mit ihr von Prag nach London. Von diesem Ausgangspunkt berichtet sie über den Beginn des Faschismus in Europa, ausgehend von Mussolini zu Hitler. Sie beschreibt aber auch weitere faschistische Systeme. Die ähneln sich in gewissen Punkten, so dass man die Strukturen erkennen kann. Sie analysiert auch, wie die Herrscher an Einfluss gewinnen und welche Mittel sie nutzen. Sie blickt mit Sorge in die Zukunft und sie kann dem damaligen Präsidenten nichts abgewinnen. Was hätte sie heute gesagt? Man weiß es nicht. Manche Präsidentschaften vergehen leider unheimlich langsam und nicht immer besteht Aussicht auf Besserung. Das hatte die Autorin im Übrigen auch erkannt.
Es ist eines der Bücher, die ziemlich bunt wären, wenn man alles unterstreichen würde, was einem wichtig erscheint. Mit der Lektüre bekommt man gute Mittel an die Hand, die Strukturen zu erkennen. Besonders zu Beginn und zum Ende hin überzeugt das Buch. Allerdings wenn es um Lösungsansätze geht, wird es etwas Schwierig. Es gibt einiges zu erahnen. Der Hinweis der Autorin auf Thinktanks und Veröffentlichungen derer Ergebnisse, die sie aber nicht einzeln aufführen wolle, ist etwas inkonsequent. Vielleicht wäre da in einem Anhang der ein oder andere Literaturnachweis doch recht nett gewesen. So kann man immerhin sagen, wenn die Demokratie verteidigt werden soll, muss man wohl überlegen, ob es nicht an der Zeit ist, selbst aktiv zu werden.
4,5 Sterne
- Ernst Klee
Auschwitz – Täter, Gehilfen, Opfer und was aus ihnen wurde
(6)Aktuelle Rezension von: RavenDas Buch "Auschwitz Personenlexikon" von Ernst Klee hat einen Umfang von 512 Seiten und ist beim Fischerverlag erschienen.
Das Buch gibt es in einer Hardcover- Softcover- und Ebookausgabe.
In der Softcoverausgabe hat es einen griffigen Einband, der nicht zu schnell Leserillen bildet. Die Qualität der Leseseiten ist mittelgut.
Ein Personenlexikon, welches als letztes Werk von Ernst Klee recherchiert und dokumentiert wurde. Ernst Klee ist Journalist und Historiker. Er hat in diesem Werk sämtliche Täter, Gehilfen und zu Hilfsdiensten gezwungene Häftlinge des Konzentrationslagers Auschwitz dargestellt.
Diese unglaublich detailreiche Dokumentation lässt meine Adern immer noch gefrieren, wenn ich nur bereits daran denke. Es sollte an jeder Schule zur Pflichtlektüre gehören und es sollte unbedingt auch Jeder besitzen. Dieses Sachbuch ist das krasseste, bewegendste und verstörenste Werk was ich bis jetzt in den Händen gehalten habe und ich hab schon verdammt viel Hardcore gelesen und gesehen. Hier sind es aber gerade die sachlichen, kühlen, realen Fakten, die einen das Blut in den Adern gefrieren lassen. Jedes Bild und jeder Text aus dem Internet kann nicht richtig Widerspiegeln, wie der Alltag im Konzentrationslager aussah und welche schrecklichen Dinge wirklich geschehen sind. Das Personenlexikon hier gibt jedoch einen absoluten Einblick in das Geschehen, weil es sich Aussagen, Berichten, Patientenakten, Gerichtsurteilen und weiteren, verbliebenen Unterlagen bedient. Von A-Z hat der Autor eine Namensliste verfasst mit Geburtsdatum, Sterbedatum, Verurteilung oder letzten Aufenthaltsort. Benannt wird die Rolle des Täters/Opfers/Verwandten, sowie Ränge, Zugehörigkeit, Beruf und Tat bzw Folgeschäden. Ernst Klee hat hier über 4000 KZ-Häftlinge und KZ-Personal zusammengetragen. Ich bin ein gestandener Mann, aber selbst ich hatte teilweise Tränen in den Augen, so sehr hat mich das Werk schockiert und aufgerüttelt. Es kann sich niemand vorstellen welches unsagbare Leid die Betroffenen erfahren mussten. Die Geschichte darf sich niemals wiederholen! Paul Klees Personenlexikon ist ein unglaublich wichtiges Werk, welches zur Aufklärung beiträgt und uns nicht vergessen lässt. Er hat damit ein unglaubliches Vermächtnis für folgende Generationen geschaffen.
Fazit: Sollte an jeder Schule Pflichtlektüre sein!
Das krasseste, bewegendste und verstörenste Werk was ich bis jetzt in den Händen gehalten habe. Sachliche, kühle, reale Fakten geben einen detaillierten Einblick in den Alltag von Auschwitz. Der Autor hat ein unglaubliches Vermächtnis erschaffen. Eine außerordentliche Leseempfehlung von mir!























