Bücher mit dem Tag "adria"

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34 Bücher

  1. Cover des Buches For 100 Days - Täuschung (ISBN: 9783802598210)
    Lara Adrian

    For 100 Days - Täuschung

     (240)
    Aktuelle Rezension von: KleinerMaulwurf

    Eins vorweg:
    Meine Arbeitskollegin und ich haben diese Bücher zeitgleich gelesen und haben uns gegenseitig die schlimmsten Stellen vorgelesen.
    Dies sollte als Warnung eigentlich genügen, aber: Wer das Shades of Grey-Gedöns schlimm fand, wird die 100-Reihe noch schlimmer finden. Zumindest die Leute, die lesen können.

    Man soll ja mit was Positiven anfangen:
    Die Cover sind schön.

    Ich weiß nicht, ob es an der Übersetzung oder am mangelnden Sprachtalent der Autorin liegt. Aber Formulierungen wie „Als er kam, brüllte er meinen Namen“ rufen in mir eher Erinnerungen an meinen Geschichtslehrer Herr Westphal hervor, der, um uns die Neandertaler vorzustellen, steinzeitlich-rustikale Laute von sich gab; und nicht an ein erotisches Feuerwerk.
    Ganz zu schweigen vom ständigen „Himmel“. Auf fast jeder Seite der Trilogie ruft/sagt/stöhnt irgendwer „Himmel!“. Gern in Verbindung mit dem äußerst frivol gemeinten „Himmel, baby“.

    Apropos erotisches Feuerwerk. Natürlich brennt Frau Adrian ein sexy Feuerwerk nach dem anderen ab. Und um das Ganze noch unrealistischer zu machen als es eh schon ist, wird der Sex natürlich immer besser. Nick hat es einfach drauf. Himmel, baby.
    Nick ist natürlich steinreich (arbeitet aber nicht…wobei, ich sollte etwas wohlwollender sein: Natürlich arbeitet er. Sein Arbeitstag besteht von morgens bis abends aus Meetings. Vorzugsweise mit Nonnen (kein Scherz)). Irgendwas mache ich wohl falsch, denn hin und wieder habe ich auch Besprechungen, aber Trilliardär bin ich nicht. Ich schweife ab.

    Natürlich hat Nick eine schwere Kindheit (siehe Band 3), oder wie es wundervoll auf dem Klappentext formuliert ist „tiefe Narben der Vergangenheit“. Wer da jetzt an den Shades-of-Grey-Otto denken muss: Bingo.
    Ein superreicher Mann mit „seelischen Narben“ (aber sexy!) macht sich in dieser Art von Buch viel besser als ein arbeitssuchender Busfahrer mit Baseballkappe und dem Flipchart von Peter Zwegat im Wohnzimmer.

    Potenziellen Lesern, die eine Handlung erwarten, sei vorab gesagt: Es gibt keine.
    Nick und Avery bewegen sich fast ausschließlich zwischen Bett und Küchentisch (wahlweise auch Auto oder Badewanne). Die Sexszenen sind im Grunde genommen immer die gleichen, aber das Wetter ist anders.
    Und natürlich ist Nick der beste, leidenschaftlichste, emotionalste (haha!), großzügigste, schönste und überhaupt-der-Größte-von-allen Liebhaber, den es auf Erden gibt. Aber mit tiefen Narben, das dürfen wir nicht vergessen. Schließlich sind das der Grund, warum er auf 280 von 300 Seiten schlechte Laune hat. Selbst, wenn Avery sich ihm hingibt wie weiche Butter sich meinem Küchenmesser hingibt. Gute Laune hat er offenbar nur, wenn er mit Beule in der Hose einer Nonne gegenübersitzt.

    Und wo ich gerade über Hingabe referiere: Avery tut alles was er will. Je weiter das Buch voranschreitet, desto geringer wird ihr Widerstand. „Entweder Du tust was ich dir sage, oder ich verzeihe Dir Deine Lügen nicht“. Und sie tut natürlich alles was er will, was sie aber nicht will, aber das ist ja egal, weil Nick der Boss mit den seelischen Narben ist. Basta.
    Als Beispiel könnte ich die ca. 500 Sexszenen erörtern, in denen Nick Avery zu allem möglichen überredet, sie aber vorher drei Seiten lang darüber referiert, was für eine starke, unabhängige Frau sie doch sei. „Ich will jetzt keinen Sex, ich will mit Dir reden, Nick“ – „Doch, leg dich hin!“ „Ok.“

    Die Frau verliert ihren Job, ihre Wohnung, aber egal, Hauptsache Nick ist mit seinem BMW (oder Mercedes) da. Dass die Tante völlig abhängig von ihm ist (in jeder Hinsicht) – egal!
    Nick hat mehrere Autos, ein Segelboot, eine Wohnung, die größer ist als der Taj Mahal…und natürlich seine seelischen Narben. Mehr braucht Avery nicht.
    Sie wird erpresst? Keine Sorge, Nick regelt das. Sie ist arbeitslos? Keine Sorge, Nick hat einen BMW. Sie hat eine tragische Familiengeschichte? Keine Sorge, Nick hat einen Mercedes. Sie hat kein Geld? Keine Sorge, Nick hat ein Segelboot. Sie hat nichts zum Anziehen, weil ihre vorherigen Klamotten nicht zu Nicks pompösen Lebensstil passen? Keine Sorge, Nick gehört die Unterwäschen-Boutique nebenan.
    Sie hat ihre künstlerische Kreativität verloren? Keine Sorge, Nick hat einen BMW.
    Sie hat keine eigene Meinung? Keine Sorge, Nick hat ein riesen Teil in der Hose.
    Weibliche Abhängigkeit vom charmanten, aber stets rolligen Kerl. So wichtig.

    In diesen Büchern wird jedes Klischee abgearbeitet, als hätte die Autorin eine Checkliste zum Abhaken gehabt:

    - Emotional seltsamer Mann: Check
    - Aber reich muss er sein: Check
    - Frau ohne jeglichen eigenen Willen: Check
    - Sex: Check
    - Noch mehr Sex: Check
    - Kriminalistische Nebenstory ohne Sinn: Check
    - Sex in der Badewanne: Check
    - Die Protagonisten dürfen nicht zu viele gehaltvolle Gespräche führen, am besten, es wird im Laufe der Zeit immer weniger: Check
    - Sex unter Einbezug von Lebensmitteln: Check (ich werde Honig nun mit ganz anderen Augen sehen)
    - Eine mysteriöse Ex-Freundin: Check
    - Eine nicht vorhandene Handlung, aber das interessiert keinen, denn er hat einen Gürtel, den er auch einzusetzen weiß, oh baby: Doppel-Check

    Ein Schelm, wer denkt, die Bücher seien nur im Shades of Grey Strom entstanden. Nein, nein, die Autorin beteuert in ihrer Danksagung, die beiden Charaktere seien schon seit vielen Jahren in ihren Gedanken und erst jetzt habe sie die Energie gefunden, es zu Papier zu bringen.
    So ging es natürlich auch den tausenden anderen Autoren, die seit dem Shades of Grey-Erfolg Bücher geschrieben haben, die fast dieselbe Handlung haben. Hat mit der Möglichkeit damit Geld ohne Ende zu scheffeln rein gar nichts zu tun.

    Abschließend bleibt zu sagen, dass die coolsten Personen in den Büchern der Portier „Manny“ und der Chauffeur „Patrick“ sind. Und letzterer darf in allen Bänden nur maximal zehn Worte sagen, denn er ist ja tagelang damit beschäftigt, sich auf den Verkehr zu konzentrieren während sich Nick und Avery auf der Rückbank auf einen anderen Verkehr konzentrieren. Der arme Mann. Aber Patrick ist natürlich diskret, niemals, niiiiieeeemals würde er seinen Chauffeur-Kollegen in der Mittagspause von den ruhmreichen sexy Abenteuern seinen Chefs erzählen.
    Leid muss einem auch die gute Lilly (Nicks Sekretärin) tun, die arme Frau macht den ganzen Tag nichts anderes als Nicks Termine zu verschieben, da ihr ständig rolliger Boss lieber seine Männlichkeit in Avery versenkt anstatt wenigstens eine Stunde am Tag ernsthaft zu arbeiten.

    Und obwohl das Buch so schlecht war, habe ich alle Teile gelesen. Das ist wie bei einem Unfall, man will es nicht sehen, aber man sieht doch hin. Himmel.

  2. Cover des Buches Geliebte der Nacht (ISBN: 9783802581304)
    Lara Adrian

    Geliebte der Nacht

     (1.263)
    Aktuelle Rezension von: JennyWa

    Inhaltsangabe:

    Beim Verlassen eines Nachtclubs wird die Fotografin Gabrielle Maxwell Zeugin eines schrecklichen Verbrechens. Sechs Jugendliche töten einen Mann und saugen ihm das Blut aus. Doch obwohl Gabrielle die grauenhafte Szenerie mit ihrem Fotohandy festgehalten hat, schenkt die Polizei ihr keinen Glauben. Erst der gutaussehende Kommissar Lucan Thorne scheint Gabrielle ernst zu nehmen und verdreht der jungen Frau gehörig den Kopf. Gabrielle ahnt nicht, dass Thorne in Wahrheit ein Vampir ist ... 

    Meinung:

    Der Schreibstil war flüssig und einfach. Leider konnte mich die Hintergrundstory nicht mitreißen. Tja, ich liebe neue Interpretationen von 'alten' Ideen. Aber, dass die Vampire auch noch von einem anderen Planeten kommen -also Aliens sind- ist mir dann doch ein klein wenig zu viel des Guten. Leider konnte ich mich auch nicht richtig in die Charaktere hineinversetzen. Ich habe mir einfach zu viel von diesem Buch versprochen. Werde den 2. Teil noch lesen und hoffe, dass er mich mehr überzeugen kann.

  3. Cover des Buches In der ersten Reihe sieht man Meer (ISBN: 9783426199404)
    Volker Klüpfel und Michael Kobr

    In der ersten Reihe sieht man Meer

     (120)
    Aktuelle Rezension von: Harry_Robson

    Die erfolgreichen Kluftinger-Autoren haben sich hier auf ein neues Genre eingelassen, den "Familienroman". Von Bastian Pastewka in einer einmaligen Sprache erzählt, ist das Hörbuch eine wahre Meisterleistung und schildert das Deutschland der 1960er Jahre mit all seiner Herrlichkeit. Leider gibt es keine Fortsetzung.

  4. Cover des Buches Geschöpf der Finsternis (ISBN: 9783802581328)
    Lara Adrian

    Geschöpf der Finsternis

     (888)
    Aktuelle Rezension von: Argentumverde

    Der 3. Teil der Midnight Breed Reihe schließt in der Handlung nahtlos an den 2. Band an. Diesmal geht es um Vampir Tegan und Elise, die erst vor Kurzem ihren Sohn Camden dank der von Marek in Umlauf gebrachten Drogen verloren hat. Nun verwendet sie ihre ganze Kraft darauf gegen Mareks Handlanger vorzugehen. Aber es ist Tegan der ihr das Leben rettet, als sie in einen Hinterhalt gerät.

    Nachdem der Vorgänger mich fast zum weglegen der Reihe gebracht hat, macht dieser Teil vieles wieder gut. Nicht nur die beiden Hauptprotagonisten überzeugen mit einer emotionalen und fesselnden Entwicklung ihrer Beziehung, sondern auch die Story bekommt neue Fahrt und wird spannender. 

    Positiv empfand ich auch diesmal  die Einführung neuer Figuren, Nebenrollen, die tiefer beleuchtet wurden und auch mehr Einblicke in die Entwicklungsgeschichte der Vampire und die Hintergründe von Marek und Seinesgleichen.
    Einzig der doch plötzlich recht knappe Schluss, war mir fast ein wenig zu einfach, berücksichtigt man die Kraft und Stärke, die Marek zuvor zugeschrieben werden.

    Mein Fazit: Der 3. Teil ist wie immer gut zu lesen dank flüssigem Schreibstil, überzeugt aber auch in der Story und dank zweier interessanter Protagonisten. Bis auf ein paar kleine Längen und ein für mich nicht ganz passgenauen Schluss, hatte ich diesmal viel Spaß am Lesen und werde nun auch Band 4 in die Hand nehmen.

  5. Cover des Buches Einsame Spur (ISBN: 9783802588860)
    Nalini Singh

    Einsame Spur

     (233)
    Aktuelle Rezension von: DianaE

    Nalini Singh – Gestaltwandler, 11, Einsame Spur


    Riaz und sein Wolf sind totunglücklich, Lisette seine Gefährtin ist verheiratet und gibt Riaz zu verstehen, dass er keine Chance hat. Was macht ein Wolf der von seiner Gefährtin nicht erhört wird? Er flüchtet sich in die Einsamkeit. Doch Hawke und der Rest des Rudels haben ihn längst durchschaut und lassen nicht zu das der einsame Wolf verschwindet.

    Als er dann auch noch mit Adria zum Wachdienst eingeteilt wird, spielt sein Wolf verrückt. Die dominante Adria, die in ihrer Beziehung zu Martin nicht glücklich werden konnte, da er mit ihrer Dominanz nicht zurecht kam, hält sich von Männern fern. Doch irgendetwas an Riaz reizt ihre Wölfin und es kommt zu einem stürmischen, leidenschaftlichen Funken, den Riaz sofort im Keim erstickt.

    Wütend seine Gefährtin hintergangen zu haben versucht er vor seinen Gefühlen für Adria zu fliehen, und scheitert kläglich...

    Doch dann steht plötzlich Lisette vor ihm und eröffnet, dass sie nun wieder Single ist.

    Wie werden Mann und Wolf reagieren?


    Der elfte Band der Gestaltwandler-Reihe von Nalini Singh hat mich leider enttäuscht. Obwohl ich alle bisherigen Bände sehr gut finde, die Lovestory immer einen Großteil der Geschichte ausgemacht hat, dabei die Nebenstränge ebenfalls weitergeführt und gut ausgearbeitet wurden, hat im Grunde genommen nur die Nebenhandlung diesmal das Buch gerettet.

    Der Schreibstil ist wie gewohnt flüssig und temporeich, es gibt auch eine Menge Action und Spannung, viele Überraschungen und auch für Abwechslung in Form von verschiedenen Perspektivwechsel ist gesorgt, dennoch fehlte mir hier das gewisse Etwas.

    Ich muss nicht erwähnen das sämtliche Charaktere gut ausgearbeitet und lebendig wirken. Gleiches gilt auch für die Handlungsorte, die wie immer bildhaft und anschaulich beschrieben sind.

    Riaz, den ich in den Vorgängerbänden schon recht gerne mag, hat mich in diesem Buch allerdings ein wenig genervt mit seiner “Kaiserin”. Er ist dominant, er ist sympathisch, warum ist er dann in diesem Band streckenweise einfach nur dumm? Ein paar Sympathiepunkte hat er hier verloren, dabei ist er so ein toller Kerl.

    Adria wirkt überhaupt nicht wie die dominante Wölfin, die sie eigentlich ist. Klar ist ihre Beziehung zu Martin in die Brüche gegangen, weil sie sich ihm angepasst hat. Aber ich hätte mir öfter ihren Kampfgeist gewünscht, dass sie nicht immer so verhuscht um die Ecke kommt. Sie ist eine angesehene Soldatin mit vielen Qualifikationen, eine sinnliche Frau mit Leidenschaft, eine starke Wölfin. Streckenweise war es ihr aber wohl selbst nicht bewusst.

    Schön war, dass es in diesem Buch weiterhin um Sienna, die versucht im Rudel mehr Verantwortung zu übernehmen, und Hawke weiter geht.

    Es werden neue Bündnisse in Erwägung gezogen, zum Beispiel mit der Black Sea Gemeinschaft. Außerdem planen die Makellosen Medialen einen weiteren Anschlag und auch der Menschenbund hat seinen Auftritt.

    Besonders gut gefällt mir auch, das wir mehr über Vasic und Aden erfahren, die Pfeilgarde wird in ein neues Licht gerrückt und eine Mordserie erschüttert die Welt... der Medialen wie Gestaltwandler und Menschen.


    Ich habe mich, mal abgesehen von der leidlichen Liebesgeschichte, gut unterhalten gefühlt, die Story war im Großen und Ganzen kurzweilig, hatte ihre Höhen und Tiefen, aber ich hoffe das der zwölfte Band wieder ein typischer Nalini Singh wird.


    Das Cover ähnelt auch hier seinen Vorgängern, ist aber dennoch ein Hingucker.


    Fazit: für mich der schlechteste Band der Reihe, die Lovestory kommt zu kurz, die Nebenhandlung rettet den Roman. Knappe 4 Sterne.

  6. Cover des Buches Hansetochter (ISBN: 9783404168873)
    Sabine Weiß

    Hansetochter

     (55)
    Aktuelle Rezension von: elfriede4

    Sehr anschauliche Erzählung, das historische Umfeld wird ohne große Längen dargestellt und zieht mich schnell in seinen Bann.
    Im 14. Jahrhundert festigte sich die führende Rolle Lübecks innerhalb der Hanse. Viele Kaufleute hatten jedoch in der Schlacht von Visby 1361, in der der dänischen König die Stadt eroberte, viel verloren und versuchten nun, Einfluss auf die Politik zu nehmen. Auch untereinander gab es Rivalitäten zwischen den Hansestädten und Fremde wie Adrian aus Brügge hatten es schwer, in solch eingeschworene Seilschaften, wie die der Lübecker Rats- und Kaufherrenschaft einzudringen, sei es durch Heirat oder Geschäfte.
    Vor diesem gut recherchierten und lebendig dargestellten historischen Hintergrund spielt das spannende, intriegenreiche Familiendrama der Kaufmannsfamilie Vresdorp.
    Die Hauptgestalt, Henrike Vresdorp, ist mir auf Anhieb sympathisch. Noch nicht volljährig, zudem weiblich, fehlt ihr zwar Erfahrung und Menschenkenntnis, nicht aber Mut, Intelligenz und Willenskraft, um allen Anfeindungen zu begegnen und ihre Interessen und Rechte als Tochter des plötzlich verstorbenen Kaufmannes Konrad Vrestorp gegenüber ihren habgierigen und betrügerischen Verwandten zu verteidigen.
    Weil sie sich auch für ihren jüngeren Bruder Simon und ihre Tante Asta einsetzt, gerät sie einmal mehr in große Bedrängnis und man muss mitfiebern, wie sie aus den fast aussichtslosen Situationen herauskommt. Doch es wäre kein Roman, wenn nicht immer wieder ein glücklicher Zufall oder ein Helfer in der Not auftauchen würde. Das ist jedoch sprachlich und dramaturgisch so gut gelungen, dass es nie ins Kitschige abgleitet.
    Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen. Schon damals konnten beherzte Frauen mit Mut und Geschick viel erreichen, wenn auch mit ungleich mehr Schwierigkeiten und Widerständen, als wir es uns heute vorstellen können. Das hat mich sehr beeindruckt.

  7. Cover des Buches Grado im Sturm (ISBN: 9783740805234)
    Andrea Nagele

    Grado im Sturm

     (24)
    Aktuelle Rezension von: danielamariaursula

    Es liegt eine unerträgliche Hitze über Grado. Es weht kein Lüftchen.Als dann doch ein Gewitter heran bricht, fällt der Strom aus. Der 14 jährige Emmanuele ist währenddessen gerade in einem kleinen Supermarkt und belauscht ein Gespräch, dass ihm trotz der Hitze das Blut in den Adern gefrieren lässt. Hat er da wirklich eine Morddrohung mitangehört? Eilig rennt er zur Polizei, um von dem Belauschten zu berichten, doch er wird als Dieb bezichtigt, seine Aussage und Daten nicht aufgenommen und er fortgeschickt. Am nächsten Mittag ist wird der Junge von seiner Mutter als vermisst gemeldet und die Dienststelle hat ein echtes Problem. Während Maddalena mit Nachdruck nach dem Vermissten sucht, versucht ein passionierter Meteorologe eine Sturmwarnung zu verbreiten. Doch sein Chef meint, er würde die Bevölkerung nur unnötig in Schrecken vor einem Jahrhundertsturm versetzen, der nur in seiner Fantasie aufzöge und nimmt die Warnung aus dem Netz. Eine deutsche Familie baut ihr Zelt nahe der Lagune auf. Eine Krankenschwester geht endlich ihrem persönlichen Albtraum nach und stellt sich der Vergangenheit, ohne zu ahnen, was sie damit lostritt. Der Wellnessurlaub von zwei alten Schulfreunden, läuft alles andere als entspannt...

    Dies ist der 4. Band um die attraktive Commissaria Maddalena Delgrassi aus Grado, mit dem sehr eigenwilligen Chef, der mittlerweile mit ihrer Mutter verbandelt ist. Für mich war es der Einstieg, der problemlos gelang, auch wenn mir bei der Lektüre bewusst wurde, dass es einige Komplikationen aus ihrem Privatleben gibt, die ich nicht kenne, die soweit erforderlich angerissen werden, aber nicht so weit ausgeführt werden, dass man keine Lust mehr auf die Vorgängerbände bekommt.

    Jedes Kapitel wird aus einer anderen Sicht geschildert, von Paaren oder Familien, die scheinbar nichts verbindet, außer, dass sie derzeit eine persönliche Krise durchleben. Man spürt dadurch wie sich der Sturm in ihrem Innern zusammenbraut, während sich das Wetter dem Siedepunkt nähert, von den meisten unbeachtet. Zu sehr sind sie in ihren eigenen Sorgen und Gedanken verhaftet. Das ist eine ungewöhnliche Erzählweise, auch weil sich der Mord erst anzukündigen scheint, aber keine Leiche auftaucht, deren Herkunft geklärt werden müsste. Ein Krimi ohne Tat, nur mit vibrierender Vorahnung in der Luft?

    Mit dem Sturm scheint sich der Zorn Gottes zu entladen und es kommen ungeahnte Leichen ans Licht, während sich andererseits persönliche Krisen Bahn brechen. Ein Gewitter kann reinigend sein, dieser Tornado richtet Verwüstung an.

    Am Ende fügt sich alles für den Leser zusammen. Die Ermittler haben einen Plan und eine Ahnung, die Feinheiten werden sich noch zusammenfügen, dessen ist man sich gewiss, das Wie wird der Vorstellungskraft des Lesers überlassen, weil dies eigentlich nur noch langweilige Routine ist. Das Spannende, die persönlichen Verwicklungen und Triebfedern sind offenbart. Das Unwetter bringt nicht nur alte Sünden zu Tage, sondern offenbart auch die Abgründe der menschlichen Seele, die nicht immer nur schlecht sind. So werden einige zu Helden, denen man es nie zugetraut hätte, während andere, sich zeitlebens nach dieser Nacht vor sich selbst fürchten werden, da sie wissen, wozu sie in der Lage sind.

    Die Autorin hat nicht nur ihren Zweitwohnsitz in Grado und spricht fließend Italienisch, sie ist auch Paartherapeutin und kennt sich daher mit disfunktionalen Beziehungen und menschlichen Miseren bestens aus.

    Dieser Krimi bezieht seine Spannung aus der Atmosphäre des aufziehenden Unwetters, dass mit den persönlichen Krisen der zahlreichen Protagonisten korreliert. Ähnlich einer griechischen Tragödie spitzt es sich zu, doch endet es nicht für alle schlecht. Einige werden gelöst und erlöst aus diesem Sturm hervorgehen und andere werden innerlich zerstört sein.

    Die Commissaria hat ihre eigenen Grenzen kennengelernt, ihre Prioritäten erfahren und wird nun auch mit den übrigen Unannehmlichkeiten des Lebens klar kommen. Diese vermögen ihr aber nicht den Genuss am Leben zu nehmen und daher gibt es zum Abschluss noch ein Rezept für mehr Adria Feeling: Spaghettoni aus Gragnano mit Lagunen-Sardinen und wildem Fenchel.

    Ein psychisch sehr eindrucksvoller und außergewöhnlicher Krimi.

  8. Cover des Buches Das Schweigen des Sammlers (ISBN: 9783458359265)
    Jaume Cabré

    Das Schweigen des Sammlers

     (58)
    Aktuelle Rezension von: Henk_Bleu

    Ich weiß noch, dass ich über dieses Buch in der FAZ eine hymnische Besprechung las. Es sei einer der besten spanischen Romane der letzten Jahre, hieß es darin. Ich weiß nicht mehr, wie das genau begründet wurde, aber mein Interesse war geweckt.

     

    „Das Schweigen des Sammlers“ heißt im Original „Ich bekenne“ und das ist der weitaus treffendere Titel für diesen verwickelten Roman. Formal ein Briefroman, lesen wir die Memoiren des spanischen Gelehrten Adria Ardevol an seine Frau Sara Voltes-Epstein, die große Liebe seines Lebens. Es ist ein Buch über Schuld und die Hoffnung auf Wiedergutmachung. Denn Ardevol fühlt sich schuldig am Schicksal seiner Frau, und daran, dass sie ihn verließ – weil er eine Geige nicht zurückgab, die seiner Familie nicht gehörte. Das klingt vielleicht banal, aber die Geschichte dieser Geige bildet neben Ardevols Lebensgeschichte die zweite große Stütze des Romans. Sie spannt einen riesigen zeitlichen Bogen vom Mittelalter bis zur Gegenwart, von Geistlichen in Klöstern bis zu Nazischergen in Auschwitz. Und der Streit über ihren Besitz ist Ausgangspunkt für umfangreiche Schilderungen über Gut und Böse, Schuld und Moral.

     

    Damit hat sich Cabre viel vorge-, aber nicht übernommen. Ihm gelingt es, die stattlichen 850 Seiten intelligent und spannend zu füllen. Vor allem hat Cabré die Handlungsebenen kunstvoll und trickreich verknüpft. Oft springt er mitten in einem der vielen Dialoge auf eine andere Ebene. Oder er wechselt in einem Dialog die Erzählperspektive, vom Er zum Ich oder Du. Das ist oft nicht gleich zu verstehen, sondern erfordert die Aufmerksamkeit des Lesers, ist aber absolut faszinierend gemacht und trägt dazu bei, dies Buch nicht nur inhaltlich, sondern auch formal komplex zu machen. Es führt vor allem dazu, dass der Leser näher an die Handlung herankommt und von ihr stärker berührt wird. Und es macht das Buch einzigartig.

     

    Kritikpunkte sehe ich bei der Hauptfigur. So facettenreich sie einerseits angelegt ist, so einseitig ist das Motiv von Ardevols Handlungen: Das Gefühl der Schuld und die überbetonten Gefühle für seine Frau wirken über die ganze Länge fast schon penetrant. Aber vielleicht ist das eine Mentalitätssache, und deutsche Leser empfinden hier anders als der spanische Autor. Zum anderen ist Ardevol als Intellektueller angelegt, der über die Natur des Bösen forscht. Dann müsste dazu auch was Intellektuelles kommen, doch das fehlte mir. Dafür gibt er durch die Romanhandlung vielfältige Antworten dazu.

     

    Vielleicht hat Cabre nicht alles einlösen können, aber ihm ist in achtjähriger Arbeit unterm Strich ein bemerkenswertes Buch gelungen, das ich empfehlen möchte
  9. Cover des Buches Der Würger von Triest (ISBN: 9783709979129)
    Werner Stanzl

    Der Würger von Triest

     (18)
    Aktuelle Rezension von: ManuelaP

    Mein erstes Buch von Werner Stanzl und ich wurde enttäuscht.
    Der Schreibstil mag zwar locker und flott sein, aber leider war der Spannungsbogen hier überhaupt nicht gut ausgearbeitet.
    Anfangs noch mit ein wenig historischen Fakten, ist man relativ schnell in den ersten Fall, aber leider ziehen sich die Handlungen durch teils sehr detailreichen Beschreibung, die mit den Mordfällen nicht wirklich was zu tun haben, dahin.
    Auch ist es für mich persönlich nicht logisch, wenn es sich zunächst um einen Serientäter handelt, es am Ende dann zwei mutmaßliche Täter gibt, weil der Mechanikermord nicht zu den Serientäter passt. Der Titel heißt immerhin *der Würger von Triest* und nicht die Mörder von Triest.

    Bis fast zum Ende schwirrt man im Unklaren und viele Fragen blieben bei mir offen. Warum wurde nicht berichtet, wie sich zum Beispiel Paolo fühlte? Warum wurde nicht berichtet, wie die Eltern von Mia auf Alessa reagierten? Was wurde aus den Kindern vom 2. Opfer?
    Das sind nur ein paar wenige Fragen, die mir nicht beantwortet wurden und es gäbe noch mehr.

    Für mich persönlich ein schlechter Krimi mit wenigen guten Handlungen, einem Ermittler, der zwar sympathisch ist, aber auch nichts Besonderes. Charaktere von denen ich mir mehr Hintergrundinformationen gewünscht hätte. Ein Ende, das ich eher schlecht als recht finde. Zu detailreich an Dingen, die nicht wirklich etwas mit den Morden zu tun hatten und wenige Details zu Opfer und ihre Hinterbliebenen.
    Für mich nicht lesenswert daher gibt es von mir 🌟🌟 Sterne für Idee und Teilweise guten Handlungen.

  10. Cover des Buches Die große Liebe (ISBN: 9783442739646)
    Hanns-Josef Ortheil

    Die große Liebe

     (74)
    Aktuelle Rezension von: Die-Glimmerfeen
    Dieses Buch weckt die Sehnsucht nach dem Meer, Italien und der großen Liebe. Sinnlich und ohne schier unüberwindbare Hindernisse findet hier zusammen, was zusammen gehört. So stellt man sich das Zusammentreffen mit der Liebe des Lebens vor. Ohne Kitsch und Schnörkel kommt diese Liebesgeschichte daher, wirkt erfrischend und wie ein kleiner Urlaub für die Seele. Ein wenig Spannung und ganz viel Gefühl. Es war mir eine große Freude, via Google an die Schauplätze zu reisen, mich gedanklich mit einem Cappuccino mit an den Tisch im Caffè Meletti in Ascola zu setzen oder am Strand von San Benedetto übers Meer zu blicken. Voller Freude konnte ich auch auf diesem Wege die Bekanntschaft mit dem Maler Carlo Crivelli machen.

    Warum man zu diesem Buch vielleicht greifen sollte:
    1. Weil man Italien liebt
    2. Man an die große Liebe glauben möchte
    3. Es Zeit ist für eine schöne Liebesgeschichte, so ganz ohne Kitsch
  11. Cover des Buches Eine riskante Affäre (ISBN: 9783802586774)
    Joanna Bourne

    Eine riskante Affäre

     (23)
    Aktuelle Rezension von: Silence24
    Dieses Buch hatte ich über ein Jahr bei mir rum liegen. Da mich der erste Teil nicht so vom Hocker gerissen hat, hab ich dieses Buch immer weiter nach hinten verschoben. Doch nun muss ich gestehen, dass es dieses Buch nicht verdient hat. Dieser Teil ist weit besser, als der erste. Von mir gibts die volle Sternchenzahl. 
    Jess Whitbys Vater wird verhaftet. Er soll der berühmte Cinq sein. Ein Mann der ein Verräter ist und dafür hängen soll. Doch Jess ist von der Unschuld ihres Vaters überzeugt und macht sich auf die Suche nach dem echten Cinq. Und sie hat auch schon einen Verdacht. sie glaubt in Kapitän Sebastian Kennett, den Verräter gefunden zu haben. Und so macht sie sich eines Nachts auf, um ihm in einer sehr schmutzigen Gasse auf zu lauern und ihn zu durchsuchen. Vielleicht trägt er die belastenden Papiere ja bei sich. Und da kommt Jess Vergangenheit als Langfinger ganz gelegen. Doch Jess hat nicht damit gerechnet, selbst ein Opfer zu werden. Als sie gerade dabei ist, sich dem Kapitän an den Hals zu werfen, geraten die beiden in einen Hinterhalt. Sebastian gelingt es die Iren in die Flucht zu schlagen, doch Jess wird verletzt. Sebastian ahnt nicht, wen er sich da auf sein Schiff holt. Er weiß nur, dass dies die Frau ist, auf die er so lange gewartet hat. Als Jess wieder zu sich kommt, weiß sie nicht, was sie vom Kapitän halten soll. Wäre er Cinq, dann hätte er sie doch niemals gerettet, oder????
  12. Cover des Buches Nonna (ISBN: 9783446258570)
    Thomas de Padova

    Nonna

     (10)
    Aktuelle Rezension von: Norbert_H

    Ich habe mich für dieses Buch entschieden, da ich lange in Italien gelebt habe und gerade in dieses Zeiten meine Sehnsucht nach Italien sehr groß ist. Ich habe wieder einmal Fernweh und zugleich etwas Heimweh nach Italien. Nie habe ich mich irgendwo wohler gefühlt als dort.

    Kurz zum Inhalt:

    Thomas De Padova verbrachte seine Sommer stets in einem Dorf am Meer in Apulien, dort wo schon sein Vater, sein Großvater und sein Urgroßvater geboren wurden.  Alle verließen jedoch das Dorf in Italien auf der Suche nach einer neuen Existenz. Lediglich seine Oma, die Nonna ist geblieben. Aber warum? Ganz allein sitzt sie in ihrem dunklen Haus, ganz in schwarz gekleidet und wartet jeden Sommer auf den Besuch ihres Enkels Thomas de Padova. 

    Das Cover gefiel mir gleich sehr gut, weckt es doch Erinnerungen in mir. Dem Autor gelingt durch seinen wunderbaren Schreibstil eine bezaubernde Geschichte. Ich spüre gleich bei der Beschreibungen des Dorfes, der Gegend und der Menschen dort, die Verbundenheit des Autors mit der Heimat seiner Väter. 

    Auch ist die Nonna sehr gut und detailliert, mit viel Empathie beschrieben und ich sehe sie quasi vor mir, kann den Geruch, welcher sich durch das kleine Haus zieht riechen, die Stimmung dort regelrecht spüren, höre die Geräusche im und um das Haus und doch fühle ich etwas Bedrückendes.

    Die Nonna passt nicht mehr in diese Zeit, so glaubt man. Doch wer sich einmal auf den Weg in den Süden Italiens macht und auch mal fernab der Touristenströme das Land erkundet, wird merken, dass es sie wirklich gibt. Diese Menschen, die allein vor ihren Häusern sitzen, sinnieren und dennoch mit sich scheinbar im Reinen sind und in ihrer eigenen kleinen Welt doch zufrieden wirken. 

    Zunächst war mir die Nonna nicht wirklich sympathisch, was sich aber im Verlauf der kurzen Geschichte bald legt. Ich mag sie, je weiter ich lese. Und es schweben die ganze Zeit die Fragen über der Geschichte: Warum ist sie allein in Italien zurück geblieben, warum ist sie mit ihrem Mann zusammen geblieben, ja warum haben sie damals überhaupt geheiratet? Thomas de Padova versucht in Gesprächen mit seiner stets wortkargen Nonna all diesen Fragen auf den Grund zu gehen. Wir erfahren die Geschichte seiner Vorfahren, vieles über das Leben im Dorf der Nonna und auch über die Nonna selbst.

    Es ist ein einfühlsames Werk, das leise und sehr emotional geschrieben ist und mich mitnimmt in eine ganz bezaubernde Gegend Italiens. Allerdings erschließt sich mir des Rätsels Lösung nicht wirklich und auch der Schluß lässt mich etwas ratlos und allein zurück. 

    Ich bin noch hin und hergerissen ob des Schlusses im Buch. Auch wenn ich am Ende nicht hundertprozentig zufrieden zurückbleibe, hat mich der Autor ein Stück weit mit nach Italien genommen und ich bin dankbar dafür, aber mein Heimweh ist dadurch wieder etwas größer geworden.




  13. Cover des Buches Grado in Flammen (ISBN: 9783740811372)
    Andrea Nagele

    Grado in Flammen

     (6)
    Aktuelle Rezension von: dreamlady66

    (Inhalt, übernommen)
    In Grado wütet ein Feuerteufel, der bereits ein Menschenleben auf dem Gewissen hat – doch die Polizei jagt ein Phantom. Commissaria Maddalena Degrassi wird von ihrer ehemaligen Dienststelle zu Hilfe gerufen. Zusammen mit ihrem Team begibt sie sich auf die fieberhafte Suche nach dem Täter, bevor es weitere Opfer gibt. Doch möglicherweise ist es dafür längst zu spät … 

    Portrait:
    Andrea Nagele, die mit Krimi-Literatur aufgewachsen ist, leitete über ein Jahrzehnt ein psychotherapeutisches Ambulatorium. Heute arbeitet sie als Autorin und betreibt in Klagenfurt eine psychotherapeutische Praxis. Mit ihrem Mann lebt sie in Klagenfurt am Wörthersee und in Grado, wo sie die Ideen für ihre Krimis findet. 

    Gesamteindruck/Schreibstil/Fazit:
    Also, was langsam und teilweise etwas einseitig begann, mir fast zu langweilig - steigerte sich immer mehr in ein Stakkato der Gefühle, Sehnsüchte und Leidenschaften...der einzelnen Protas - mit sehr vielen unterschiedlichen Plots und ihrer jeweiligen VergangenheitsBewältigung - was mir sehr gut gefiel.
    Zudem sehr gekonnt und detailliert - wie immer - eine genaue Zeichnung von Land und Leuten - skizziert. Der SpannungsBogen baute sich langsam aber gewaltig auf.
    Ich mochte die meist recht kurzknappen Kapitel und die wenigen Täter-Einschübe...sie liessen mich regelrecht aufhorchen...und mein KopfKino war ein einziges GefühlsChaos - wem konnte ich noch trauen?

    Ich mag den direkten, sehr bildlichen aber auch unverblümten Schreibstil  s e h r!

    Einige Verdächtige hatte ich auf dem Schirm, aber, mit der fulminanten AufLösung hatte ich so nicht gerechnet, Chapeau.

    Grado mal in einem ganz anderen Licht, dazu eine nicht immer herausragende Commissaria, aber auch das ist menschlich :)

    Danke an Andrea (Nagele) bzw. den emons-Verlag für diese Chance sowie superschnelle Belieferung, ich freute mich!

    Von mir daher trotz allem oder gerade deswegen noch 5* für dieses vielschichtigaktuelle ZauberWerk ❤

  14. Cover des Buches Die Weihnachtsliste (ISBN: 9783641100339)
    Sophie Kinsella

    Die Weihnachtsliste

     (83)
    Aktuelle Rezension von: Sternenstaubfee

    "Die Weihnachtsliste" ist eine Kurzgeschichte, und kurz trifft es hier wirklich. Die Geschichte ist in Tagebuchform geschrieben, manchmal sind es auch nur Stichpunkte. So lässt sich dieses ebook rasch in der Kaffeepause lesen.
    Eine wirkliche Handlung ist quasi nicht vorhanden.
    Eigentlich geht es um eine Frau, die im August denkt, alle Weihnachtsgeschenke beisammen zu haben, dann aber umorganisieren muss aus den verschiedensten Gründen...
    Nett zu lesen, um die Zeit zu überbrücken, mehr aber auch nicht.

  15. Cover des Buches Grado im Regen (ISBN: 9783954517855)
    Andrea Nagele

    Grado im Regen

     (26)
    Aktuelle Rezension von: Sikal

    Im Prolog sind wir Zeuge eines Banküberfalles, den man aber noch nicht so recht zuordnen kann während man sich mit den Protagonisten dieser Krimireihe anfreundet.

     

    Die als etwas verrückt geltende alte Dame Angelina Maria muss mit ansehen wie eine junge Frau im Meer ertrinkt. Oder sind diese Beobachtungen als Hirngespinste zu verbuchen wie es die Polizei anfangs vermutet? Erst als eine zweite Frau verschwindet, scheint man den Ernst der Lage zu erkennen. Commissaria Maddalena Degrassi muss sich einerseits als Frau in einer Männerdomäne ziemlich behaupten, außerdem tut es ihr Leid um ihre Beziehung, die sie durch eine Unbedachtheit ziemlich gefährdet hat. Dass ausgerechnet die Verschwundene, die Frau von Tomaso – ihrer kurzen Affäre – ist, vereinfacht die Sachlage nicht unbedingt. Wird sie die verschwundene Francesca rechtzeitig finden und welches Motiv steckt hinter der Tat?

     

    Lange Zeit tappt die Polizei im Dunkeln und die Ermittlungen scheinen sich im Kreis zu drehen. Doch zum Glück kann die kleine Laura wertvolle Tipps liefern, die für Maddalena eine enorme Hilfe sind.

     

    Es dauert eine Weile bis alle Figuren eingeführt sind und die Geschichte in Fahrt kommt. Zu sehr sind die verzwickten Beziehungen im Fokus bevor der eigentliche Kriminalfall an Spannung zulegt. Von den Dämonen, mit denen Angelina Maria kämpft, erfährt man erst nach und nach – hier hält das Ende noch eine überraschende Wendung parat.

     

    Wer Grado mit Sommer und Sonne in Verbindung bringt, wird hier eines Besseren belehrt. Die Autorin schafft es, eine solche düstere Stimmung heraufzubeschwören, dass man meint, mitten in diesem Grau zu versinken.

     

    Der Schreibstil ist flüssig, die Geschichte liest sich locker und leicht, wenn diese auch mit einer düsteren Atmosphäre aufwartet. Die Handlung ist komplex aufgebaut und zeigt einige Überraschungen auf.

     

    Auch wenn Spannung und Tempo erst nach und nach an Fahrt aufnehmen, ist es ein gelungener Einstieg in diese Krimireihe. 4 Sterne

  16. Cover des Buches Grado im Nebel (ISBN: 9783740802981)
    Andrea Nagele

    Grado im Nebel

     (23)
    Aktuelle Rezension von: Lesezeichenfee

    Commissaria Degrassi wird an eine Mordserie erinnert, die sie vor kurzem abgeschlossen hatte, als eine weitere Leiche gefunden wird. Doch der Täter wurde gefasst und sitzt fest. Ein Nachahmungstäter? Oder wurde der wirkliche Mörder noch nicht gefunden? Und dann hat die Commissaria auch noch einen schweren Unfall und kommt ins Krankenhaus. Ausgerechnet dann, wenn sie die Antwort auf die Frage ihres Freundes weiß. 


    Zuerst hatte ich ein paar kleine Probleme mit dem Schreibstil und den Redewendungen der Autorin, aber das Buch war so spannend, dass ich mich mit solchen Nebensächlichkeiten nicht befassen konnte. Irgendwie war das ganze so verwirrend-spanndend, dass ich das Buch mal wieder in Rekordzeit ausgelesen hatte. Ich fühlte mich sehr gut unterhalten. Es gab einen etwas düster-mysteriösen Lokalkolorit, genauso wie der Krimi war und das Cover. Das Cover gefällt mir sehr gut. Es bringt den Krimi auf den Punkt. Emons hat das wieder sehr gut getroffen. Die Charaktere kannte ich noch nicht, hatte aber keine Probleme damit. Mir gefiel es, dass es auch einige Verweise auf frühere Bücher gab und was aus dem Privatleben der Protas. 


    Mein – Lesezeichenfees – Fazit: 

    Grado im Nebel ist ein mysteriös-spannender Krimi, den man unbedingt lesen sollte! 5 Sterne für dieses tolle Verwirrspiel. 



  17. Cover des Buches Arrivederci, Roma! (ISBN: 9783548281438)
    Stefan Ulrich

    Arrivederci, Roma!

     (59)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    SZ-Mann Stefan Ulrich berichtet in seinem zweiten Buch von seiner Zeit als Auslandskorrespondent in Italien, von seiner sympathischen famiglia und von den Beneidungen seiner Kollegen in München, die meinen, Ulrich müßte im Paradies leben. Denkste! Er sieht auch die Schattenseiten der Stadt und ist dabei, die Faszination für diese einmalige Stadt zu verlieren, die ihn bei früheren Romreisen immer in ihren Bann geschlagen hat. Von den komischen Seiten des Lebens als "Halbrömer" berichtet er ebenso wie von ernsthaften Themen wie dem schrecklichen Erdbeben in L`Aquila, das Hunderte von Menschenleben kostete. Trotz allem bleibt Ulrich ein Glückspilz, der ein wunderbares Leben in einer atemberaubenden Stadt führen durfte!
  18. Cover des Buches Adria (ISBN: 9783899102871)
    Martina Meuth

    Adria

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  19. Cover des Buches Die letzte Lagune (ISBN: 9783499246890)
    Nicolas Remin

    Die letzte Lagune

     (10)
    Aktuelle Rezension von: tedesca
    Ein sechstes Mal begeben wir uns auf Mörderjagt mit Commissario Tron, dem verarmten Conte im Venedig der 1960er Jahre. Diesmal führt uns die Spur weit zurück nach Byzanz zur Zeit des 4. Kreuzzuges, wobei sich am Anfang alle fragen, warum ausgerechnet ein wertloser Eisbecher aus dem Palazzo der Familie Tron gestohlen wird. Die Pricipessa und der Commissario sind ja schon ein seltsames Pärchen, und mir kommt vor, der Gute lässt sich immer mehr von dem gemütlichen Leben betören, das ihm seine reiche Geliebte bieten kann. Aber wenn's drauf ankommt, kann er sich immer noch auf seinen Spürsinn verlassen, und letztendlich löst er auch das Rätsel um die geheimnisvolle Reliquie, die sein Vorfahre im 13. Jahrhundert als Beute nach Venedig gebracht hat. So wie es aussieht, ist dies wohl das letzte Buch der Serie, was ich sehr bedauern würde. Ich mag Tron und seine Principessa, ich mag die Auftritte bekannter Persönlichkeiten der Epoche - auch diesmal besuchen wir wieder Sisi und Franzl in Wien - und ich mag die Art, wie auf unterhaltsame und sehr spannende Art und Weise die Geschichte dieser faszinierenden Stadt erzählt wird. Da nicht einmal die Wikipedia-Seite des Autors aktuell gehalten wird (dieses Buch wird garnicht erwähnt), wage ich es nicht, auf eine Fortsetzung zu hoffen. Schade!
  20. Cover des Buches Fackeln in der Adria (ISBN: B002AFWR86)
    Gerhard Kleinlein

    Fackeln in der Adria

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  21. Cover des Buches Amor Amaro / Amor Amaro - Das schwarze Bein im Porto Canale (ISBN: 9783745086065)
    Marco Toccato

    Amor Amaro / Amor Amaro - Das schwarze Bein im Porto Canale

     (2)
    Aktuelle Rezension von: bk68165

    Eigentlich möchte Anton nur einen schönen Urlaub mit seiner Familie in Italien verbringen. Eigentlich! Denn was soll man als fürsorgender Familienvater nur tun, wenn man den Rumpf einer Leiche in seinem Kofferraum findet. Gerade noch konnte Anton seine Mädchen davon abhalten das angeschwommene Bein der Leiche im Porto Canale zu bestaunen, schon taucht das nächste Stück der Leicht auf! Das kann Anton nicht alleine schaffen, das steht fest. Amor Amaro muss nach Italien kommen und helfen. Zusammen versuchen die beiden sich der seltsamen Ladung zu entledigen, aber der Rumpf scheint anhänglich zu sein. Und die beiden kommen den Hintergründen verdammt nahe. Die Ndrangheta steckt dahinter! Und mit der Leiche nicht genug. Es geht um viel mehr. Können Anton und Amor Amaro den Familienurlaub und die Adriaküste vor einer Katastrophe retten?
    Natürlich möchte ich es mir auch nicht nehmen lassen zu Amar Amaros neustem Fall ein paar Worte zu schreiben. Die Stimmung, die beim Lesen des Buches entsteht, verlängert noch einmal ein bisschen den Sommer. Strand, Meer, 25 Grad am frühen Morgen. Das ist doch noch mal Sommer! Und wie das so ist, hat auch die schönste Idylle ihre Schattenseiten. Der Autor hat hier ein Thema aufgegriffen, welches uns alle angeht. Und es liest sich auch gut zwischen den Zeilen, wie schnell es mit der heilen Welt ein Ende haben kann. Aber trotz alledem überwiegt die positive Stimmung in diesem Buch. Anton und seine Familie muss man einfach liebhaben und Amor Amaro erweist sich mal wieder als Retter in der Not und Engel der Familie Klein. Die leckeren Rezepte runden den Genuss hierbei noch ab! Ich kann hier ohne Bedenken 5 Sterne vergeben!
  22. Cover des Buches Kampen im Paradies (ISBN: B002FWPUAQ)
    Claus Beling

    Kampen im Paradies

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  23. Cover des Buches Wem die Glocke schlägt (ISBN: 9783222134791)
    Peter Kimeswenger

    Wem die Glocke schlägt

     (2)
    Aktuelle Rezension von: tinstamp
    Der österreichische Autor und Journalist Peter Kimeswenger entführt den Leser in seine eigene Heimat: seine alte und seine neue. Klagenfurt in Österreich auf der einen Seite, Piran in Slowenien auf der anderen Seite. Und hier kam auch das "Zauberwort" ins Spiel, warum ich dieses Buch lesen wollte: Piran.
    Der letzte und westlichste Zipfel von Slowenien, dem einzigen Meerzugang mit den Nachbarstädten Koper und Izola, aber das glamouröste der drei Städtchen auf diesem Fleckchen Erde, hat auch mich begeistert. Hier sah ich das erste Mal das Meer! Ich war damals 14 Jahre alt und ich werde diesen Moment nie vergessen. Vor sieben Jahren war ich wieder dort - gemeinsam mit meiner Familie und einer lieben Freundin aus Slowenien. Piran fasziniert mich noch immer und so kann ich auch sehr gut verstehen, warum sich der Autor hier im Ruhestand niedergelassen hat.

    Auch im Krimi geht es um den Polizisten Karl Heber aus Klagenfurt, der sich seinen Traum erfüllt und sich ein Häuschen in Piran gekauft hat. Hier will er seinen letzten Lebensabschnitt verbringen. Doch auch in Rente verfolgt ihm Mord und Totschlag. In einem Weinkeller wird ein Investmentbanker erhängt aufgefunden. Auf dem Tisch vor ihm eine schwarze Kerze und eine Glocke, die leise läutet. Selbstmord heißt es. Doch kurz darauf erhält Heber einen Anruf von Antonella Lupini, einer Anwältin. Vor Jahren standen sich die Beiden bei einem Prozess gegenüber, doch nun bittet sie Karl um Hilfe. Der Tote aus dem Weinkeller ist ihr Zwillingsbruder Angelo und Antonella glaubt nicht an die Selbstmordtheorie. Helber verspricht ihr nachzuforschen und bald ist auch er sich sicher, dass es sich hier um keinen Selbstmord handelt.

    Die Krimihandlung im sehr dünnen Büchlein ist nicht wirklich der Hauptstrang bzw. kann man das Buch auch als "ruhigen Krimi" beschreiben. Mir kam oft vor, als ob die ausführlichen Beschreibungen, wie man sich auf einem Boot zu verhalten hat oder welche Vorzüge welche "Nussschale" hat, oft mehr hervorgehoben wurde. Auch die Besuche in Kaffeehäuser und Restaurants nahmen einiges an Seiten ein. Mir fing oft der Magen zu knurren an ;) Der Fall wurde irgendwie so nebenbei gelöst, wo ich zugeben muss, dass mich die raschen Schlussfolgerungen des Ex-Polizisten oft überrascht aufblicken ließen. Jede Spur, die er verfolgte, führte ihn ans Ziel...auch wenn es am Ende des Buches doch ein bisschen rasanter wurde...allerdings nur ein bisschen.
    Die Spannung habe ich hier etwas vermisst. Weniger Beschreibungen der Schifffahrt hätten mir besser gefallen, aber wahrscheinlich deshalb, weil ich damit auch nicht wirklich etwas anfangen kann.

    Positiv anmerken möchte ich die ausführliche Beschreibung der Eigenheiten der Menschen im Dreiländereck Italien-Slowenien-Österreich. Man spürt hier immer wieder durch, dass diese Gegend früher zu Österreich gehörte, jedoch durch die südliche Landschaft, dem Meer und die Verbundenheit der Menschen zu ihren Bräuchen und ihrer Sprachen geblieben ist...egal, ob in Italien oder Slowenien lebend. Die Eigenheiten jeder kleinen Region und der Sprache, die auch heute teilweise in Kärnten noch gesprochen wird, vermittelt im Buch eine Art kleine grenzübergreifende Völkerverständigung.

    Schreibstil:
    Den Schreibstil fand ich flüssig und gut zu lesen. Allerdings konnte ich mich nicht wirklich in die dargestellten Personen "hineinfühlen" und der Überhang an Beschreibungen über Fischfang und Boote im Allgemeinen fesselte mich nicht wirklich. Dafür konnte der Autor mit der bildhaften Erzählung der Landschaft und der Orte der Region punkten.

    Fazit:
    Ein sehr leiser Krimi mit viel Lokalkolorit. Die Spannung blieb meiner Meinung leider auf der Strecke. Die Charaktere waren teilweise blass, aber die Beschreibungen der Landschaft, der Bräuche und Eigenheiten der Menschen in diesem Dreiländereck ist gelungen.
  24. Cover des Buches Fremde Helden (ISBN: 9783944359526)
    Jurica Pavicic

    Fremde Helden

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Buecherschmaus
    Jurica Pavičić, 1965 geboren in Split/Dalmatien, ist in seinem Heimatland Kroatien ein renommierter Kolumnist, Journalist und Autor. Er veröffentlicht Essays und Romane und seit 2008 vermehrt Short Stories. Beim kleinen Berliner Verlag Schruf & Stipetic sind bislang neun dieser Geschichten in drei Bänden als ebooks erhältlich gewesen. Nun ist ein Sammelband in gebundener Form erschienen: Jurica Pavičić – Fremde Helden.
    Die zehn Erzählungen könnte man entsprechend den ursprünglichen Zusammenstellungen thematisch gruppieren, einiges ist ihnen aber allen gemeinsam. Da ist zum einen der Handlungsort, der immer die Gegend im Süden Kroatien umfasst, mal eine karge Gegend an der Grenze zu Bosnien, mal die Adriaküste nördlich von Split, mal eine der dalmatischen Inseln. Zum anderen ist es der Jugoslawienkrieg, der 1991 in den Gebieten des ehemaligen Vielvölkerstaates auusbrach, nachdem die Spannungen zwischen den verschiedenen Ethnien nach dem Tod des langjährigen diktatorischen Staatschef Jugoslawiens Tito 1980 immer mehr zugenommen hatten. Es gibt Geschichten direkt aus dem Kriegsgeschehen oder solche, in denen es nur noch ein fernes Dröhnen ist, immer aber haben der Krieg und seine Auswirkungen Anteil am Geschehen, an den Schicksalen der Menschen, an ihren Gedanken und Erinnerungen. Schließlich ist da noch die Bora, jener klare, kalte Fallwind aus dem Norden, der die Geschichten durchweht.
    Helden ist eine der Zusammenstellungen der Geschichten betitelt. Sie umfasst die Stories „Der Schlangentöter“, „Der Schutzengel“ und „Der Held“. Erstere führt direkt ins Kriegsgeschehen, zu den zermürbenden Scharmützeln im dalmatischen Hinterland, zu den „Maljutka-Kriegern“. Die Maljutka ist eine Panzerabwehrlenkrakete, blutjunge Computernerds wurden bevorzugt an ihr eingesetzt, da sie Meister am Joystick sind. Sehr bald müssen aber auch sie den Unterschied zwischen Krieg und Computerspiel erfahren.
    Ganz andere „heldenhafte“ Aufträge verfolgen der Landvermesser Robert in „Der Held“ und Niko, „der Schutzengel“, der die Mission fühlt, auf die Witwe seines getöteten Kriegskameraden „aufzupassen“. Und auch der Polizist in „Nachtstreife“ ist so ein seltsamer Held, im Konflikt mit der Loyalität zu seinem Beruf und dem Recht und der zu seinem immer unverhohlener schmuggelnden Bruder.
    Die Geschichten rund um „Das Tabernakel“ drehen sich um Wohnorte, Häuser und Wohnungen, die den Menschen sehr viel bedeuten, und die auf die eine oder andere Art abhandenkommen.
    Und schließlich gibt es noch die Erzählungen, die sich um einen „Verrat“ drehen. Am eigenen korrupten Onkel oder sogar am eigenen verlassenen Kind.
    Die Erzählungen von Jurica Pavičić in Fremde Helden sind perfekt komponiert, sehr gut geschrieben, in einer klaren, präzisen Sprache. Pavičić bewahrt ein Gleichgewicht zwischen Nähe und Distanz zu den Figuren und weiß auf eine schlichte Art tief zu berühren. Es sind die Narben, die die Menschen tragen, ihr Wissen um die Schuld, ihr Ringen um den richtigen Weg, ihre Hoffnungen, die lange nachhallen. Zudem wird ein Blick auf kroatische und jugoslawische Zeitgeschichte geworfen.
    Fremde Helden von Jurica Pavičić war für mich eine der größten Überraschungen dieses Lesesommers und ich werde den Autor sicher im Auge behalten. Sein Thriller „Die Zeugen“ ist ebenfalls bei Schruf & Stipetic erschienen.

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