Bücher mit dem Tag "affäre"
681 Bücher
- Mona Kasten
Save Me: Special Edition
(3.578)Aktuelle Rezension von: LissiannaNachdem mich die neue Serienadaption zu Maxton Hall komplett angesteckt hatte, musste ich unbedingt wieder zum Buch greifen – und dieser Re-Read hat sich von der ersten Seite an gelohnt. Die Geschichte rund um Ruby Bell, die an der Elite-Schule um ihren Traum von Oxford kämpft und dabei am liebsten unsichtbar bleiben möchte, entfaltet sofort wieder ihren ganz eigenen Sog.
Als sie unfreiwillig auf James Beaufort trifft – reich, privilegiert und der unangefochtene Star des Colleges –, prallen zwei vollkommen gegensätzliche Welten aufeinander. Trotz vertrauter Tropes lebt die Handlung von den dynamischen Schlagabtauschen. Ruby überzeugt als ehrgeizige, schlagfertige Protagonistin mit tiefem Loyalitätssinn für ihr Umfeld. James wiederum offenbart erst nach und nach seine verletzliche Fassade, hinter der deutlich mehr steckt als nur sorgenfreier Luxus.
Ein großer Pluspunkt ist das Feingefühl der Autorin für das Beziehungstempo: Die Entwicklung zwischen den beiden wirkt erstaunlich glaubwürdig, organisch und nie überstürzt. Zudem bekommt auch das gesamte Ensemble an Nebenfiguren genug Raum zur Entfaltung.
Wer fesselnde School-Tropes mit starker Dynamik sucht, kommt hier voll auf seine Kosten. Durch den Serienhype hat das erneute Eintauchen sogar noch mehr Spaß gemacht!
- Leo Tolstoi
Anna Karenina
(1.108)Aktuelle Rezension von: KarandiWenn es nur rein um die schriftstellerische Tatkraft geht, dann ist Anna Karenina wirklich einer der besten Romane aller Zeiten. Wenn es um die Story selber geht, mag ich mit meiner Meinung vielleicht eine Randgruppe bilden, aber ich hatte große Schwierigkeiten, mich mit der Protagonistin verständnisvoll zeigen zu können. Sie erschien mir sehr auf sich selbst fixiert und hat ihre Bedürfnisse auch über die ihres Sohnes gestellt. Dieses Verhalten mag Befürworter haben, genauso wie Gegensprecher und natürlich kennt jeder Mensch, den struggle und den Drang, danach ein Leben, den eigenen Vorstellungen entsprechend leben zu können aber es ist immer eine Frage des Preises, den man bezahlen will. Und den Preis, den Anna bereit ist, zu zahlen um ihr Leben, so wie sie es will, zu leben, ist eine Entscheidung ohne Rücksicht auf Verluste. Von daher kann ich vor der literarischen Schreibweise zwar mein Hut ziehen vor der Protagonistin selber allerdings nicht, weshalb ich den Buch auch nur 3,5 Sterne vergebe.
- Anna Todd
After love
(2.708)Aktuelle Rezension von: Stefanie-BAfter Love ist der dritte Band der After-Reihe und setzt die turbulente Beziehung zwischen Tessa und Hardin weiter fort. Auch diesmal knüpft die Geschichte direkt an die vorherigen Ereignisse an und begleitet die beiden durch neue Konflikte, emotionale Höhen und Rückschläge.
Wie schon in den vorherigen Teilen lässt sich das Buch sehr flüssig lesen. Anna Todd schafft es, die Kapitel so emotional zu gestalten, dass man weiterlesen möchte. Besonders die intensiven Gespräche und Gefühle zwischen Tessa und Hardin werden wieder sehr eindringlich dargestellt.
Trotzdem bleibt das ständige Hin und Her zwischen den beiden manchmal anstrengend. Einige Konflikte wirken erneut ähnlich zu vorherigen Situationen, wodurch sich manche Szenen etwas wiederholen.
Im Vergleich zum zweiten Band hat mir dieser Teil trotzdem etwas besser gefallen. Zwar gibt es immer noch viel Streit, Missverständnisse und impulsive Entscheidungen, doch die Geschichte wirkt stellenweise reifer. Vor allem Tessa entwickelt sich weiter und beginnt mehr für sich selbst einzustehen. Auch Hardins Vergangenheit und seine Gedanken werden noch stärker beleuchtet, wodurch sein Verhalten teilweise nachvollziehbarer wird.
Fazit:
After Love bleibt emotional und dramatisch. Auch wenn sich manche Konflikte wiederholen, konnte mich die Geschichte durch die intensive Atmosphäre und die Weiterentwicklung der Charaktere stärker überzeugen als Band 2 (auch wenn die ganze Reihe kein Highlight für mich wird). Für Fans der Reihe ist auch dieser Teil lesenswert.
- Colleen Hoover
Verity
(2.318)Aktuelle Rezension von: ChristineChristlFür mich war das Buch von Anfang bis Ende absolut trocken. Der Schreibstil ist so langweilig. Sachlich? Ich bin nur schwer weitergekommen. Irgendwie passiert auch nichts. Wären da nicht die Kapitel mit der Biografie von Verity gewesen, wäre das Buch für mich absurd langweilig gewesen. Obwohl bereits auf der ersten Seite etwas Schreckliches passiert, kann ich mich nicht hineinversetzen. Es ist wie ein Fiebertraum. Ich habe es gelesen. Aber ich habe es nicht gefühlt. Wenn ihr wisst, was ich meine? Es war, als hätte ich vollkommen gefühllos und regungslos einen Film verfolgt. Auch die Irrungen und Wendungen bzw. Informationen am Ende waren für mich zu schnell und zu langweilig. Zu viel blieb für mich offen. Ich habe nur weitergelesen, weil ich wissen wollte, wie es zu Ende geht. Ich hoffte auf ein episches Finale mit Feuerwerk. So, dass mir der Mund offen stünde. Das Buch sollte mich staunend zurücklassen. Dass am Ende etwas Schockierendes passiert. Etwas Unerwartetes. Aber es passierte nicht. Und dann war es vorbei.
Ich glaube, das könnte eines der wenigen Bücher sein, die als Film viel besser zur Geltung kommen.
Ich hätte mir mehr Tiefe gewünscht. Mehr nachvollziehbare Handlungen und Gefühle. Mehr Dialoge. So war alles eher unverständlich und viel zu schnell. Zu trocken. Es war zu oberflächlich, um mich wirklich zu berühren.
- Jojo Moyes
Eine Handvoll Worte
(1.862)Aktuelle Rezension von: Silla_GuEine berührende Liebesgeschichte, die sich über Jahrzehnte erstreckt. Wir begleiten in der Vergangenheit Anthony und Jenny und in der Gegenwart (2003) begleiten wir Ellie, die durch einen Zufall alte Dokumente im Archiv der Zeitung findet, für die sie arbeitet. Es sind berührende Liebesbriefe und Ellie setzt es sich zum Ziel, die Personen dahinter aufzuspüren und herauszufinden, was aus dieser Liebesgeschichte geworden ist. Zudem begleiten wir auch Ellie in ihrem Liebesleben, das tatsächlich ziemlich chaotisch ist. Ellie steckt seit mindestens einem Jahr in einer Affäre mit einem verheirateten Mann, aus der sie sich nur schwer lösen kann.
Mich hat vor allem die Geschichte von Anthony und Jenny sehr berührt. Zwischenzeitlich hat es sich zwar etwas gezogen, es hat sich aber trotzdem gelohnt dranzubleiben, da es vor allem am Ende echt tragisch aber auch super spannend wurde. Ich habe so mitgelitten und mitgefiebert und hab hier und da auch ein paar Tränchen vergossen. Zu Ellie konnte ich leider keine so richtige Verbindung aufbauen, sie hat zum Ende hin noch eine gute Entwicklung durchgemacht, was mich ihr näher gebracht hat aber bis dahin fand ich sie ziemlich anstrengend 😅 Zudem brauchte ich etwas, um in die Zeitsprünge reinzukommen, ein paar Hinweise hier und da hätten bestimmt geholfen. Zudem befindet sich vor jedem Kapitel ein realer Brief, ich habe wirklich lange gebraucht, um zu checken, dass es sich hierbei nicht um Briefe handelt, die zur Geschichte gehören 😂 Das wird im Nachwort sogar erwähnt und erläutert, evtl. wäre das als Vorwort besser gewesen.
Trotz allem hat mir die Geschichte insgesamt sehr gut gefallen, wenn man Fan von Jojo Moyes und ihres Schreibstils ist, macht man hiermit auf jeden Fall nichts falsch 😊
- Sebastian Fitzek
Das Paket
(2.846)Aktuelle Rezension von: KeksTrommelEmmas Leben wird durch eine Vergewaltigung geprägt. Sie verlässt seit dem das Haus nicht mehr. Doch dann soll sie ein Paket annehmen, für einen Nachbarn, den sie nicht kennt.
Das Cover meines Buches war wie ein Paket mit aufgedruckten Sticker, den man dafür ausfüllt. Das fand ich ebenso passend für das Buch wie den Titel.
Emma ist eine Person, die man im Laufe des Buches immer weniger versteht. Sie ist sichtlich verwirrt und man kann nicht unterscheiden, wie viel Wahrheit ist und was nur in ihrem Kopf passiert.
Das Buch war sehr spannend. Es war flüssig zu lesen. Hier und da war es mir aber zu durcheinander und schwerer zu lesen. Es sind zu viele Dinge auf einmal passiert. Dazu die Verwirrtheit. Das hat es nicht leicht gemacht.
Dennoch kann ich das Buch weiter empfehlen.
- Lucinda Riley
Die sieben Schwestern
(1.346)Aktuelle Rezension von: Ezmia130Maya ist eine sehr sympathische Hauptfigur, mit vielen Ängsten und einem großen Herz.
Ich liebe die Idee von den sieben Schwestern und den Reisen in die Vergangenheit und kann es kaum erwarten ins nächste Abenteuer zu reisen, doch zu erst erzähle ich euch von Mayas Urahnin Bel (Izabella) und ihrer tragischen Liebe Laurent und ihrem Verlobten.
Die Geschichte von wahrer Liebe und Reisen, Tränen und Tänzen.
Ich wünschte Bel müsste sich nicht zwischen ihrer Pflicht und ihrer Liebe entscheiden!
Maya hingegen ist eine kleine Einsiedlerin, nach dem ihre erste Liebe mit Tränen endete, doch mit dem charmanten brasilianischen Autor könnte es diesmal anders laufen. Und so sucht Maya unter dem Fuße des Christo und der tanzenden Menge nach Hinweisen auf ihre Familie.
- Gillian Flynn
Gone Girl - Das perfekte Opfer
(1.742)Aktuelle Rezension von: Lunacat"Damit hatte ich die Polizei zum fünften Mal belogen. Und ich fing gerade erst an.".
3 Sterne 🌟
Es tut mir so leid, dass es nur 3 Sterne wurden, aber ich habe einfach "KABUMM" erwartet und "puff" bekommen.
Kurz und schmerzlos: DAS war DER Plot-Twist?
JEDER redet über DIESEN Plottwist seit 14 Jahren und da waren meine Erwartungen auch dementsprechend...
Naja, das war jetzt nicht so krass. 🤷♀️🙆🏼♀️
Es war einfach ein normaler Plottwist. Auf den man definitiv kommen kann. Ich hatte selbst Gedanken, die bissl in die Richtung gingen.
Meine Erwartungen waren da einfach viel zu hoch. Mehr als ein Schulterzucken und "Okay" hatte ich dafür nicht übrig.
Der Schreibstil war irgendwie anstrengend, anfangs kam ich sehr schwer rein.
Die Charaktere waren mir absolut gar nicht sympathisch 😅. Go, Nick, Amy... ich mochte keinen 🙆🏼♀️.
Es war ein Thriller, also kann ich selten Emotionen erwarten, aber stellenweise hatte er schon Tiefe.
Die Handlung war...okay-gut. Das Ende hat mir immerhin noch etwas gegeben, aber 570 Seiten sind einfach zu lang. Direkt weiterlesen musste ich nicht immer, auch wenn es teilweise schon spannend wurde.
Ich glaube ohne den Hype und meine dadurch extrem hohen Erwartungen hätte ich es besser gefunden. 🤷♀️
- Karen M. McManus
ONE OF US IS LYING
(1.243)Aktuelle Rezension von: TintenweltenFünf Schüler:innen, die gemeinsam nachsitzen müssen. Am Ende ist einer von ihnen tot. Schnell stellt sich heraus, dass es sich nicht um einen Unfall handelt. Doch was haben die anderen damit zu tun? Denn klar ist: alle haben etwas zu verbergen und damit ein Motiv.
🔍
Die Geschichte wird aus den Perspektiven der Protagonist:innen erzählt. Dadurch lernt man die Charaktere und ihre Persönlichkeiten gut kennen. Die vier könnten unterschiedlicher kaum sein: Bronwyn ist super ehrgeizig und gibt alles für ihre Aufnahme in Yale. Addy gilt als beliebtestes Mädchen der Schule und scheint das perfekte Leben zu führen. Nate hat dagegen den Ruf, mit Drogen zu dealen. Cooper ist erfolgreicher Baseballspieler. Auf den ersten Blick haben sie eigentlich keine Gemeinsamkeiten - außer, dass sie plötzlich alle unter Mordverdacht stehen. Für die Jugendlichen muss das Ganze sehr beängstigend sein. Sie werden ständig befragt, stehen im Mittelpunkt der Öffentlichkeit und auch in der Schule ist nichts mehr wie vorher. Daher ist die Atmosphäre teilweise ziemlich düster.
😱
Alle haben natürlich zusätzlich noch ihre eigenen Probleme, Ängste und Wünsche. Wir erfahren nach und nach mehr über ihre Geheimnisse und man fragt sich ständig, wem man eigentlich trauen kann. Sie entwickeln sich im Laufe der Geschichte auf glaubwürdige Art und Weise weiter. Ich mag auch die Dynamik zwischen ihnen. Denn obwohl ihnen geraten wird, sich voneinander fernzuhalten, schweißt ein solches Ereignis sie doch zusammen.
⛓️💥
Als Leser:in versucht man die ganze Zeit herauszufinden, wer für Simons Tod verantwortlich ist. Ich habe bis zum Ende gerätselt und war definitiv auf dem Holzweg. Ich finde das Ende und die Auflösung echt heftig.
😮
Wer Highschool-Vibes, Drama, Geheimnisse und überraschende Wendungen mag, sollte mal einen Blick auf dieses Buch werfen.
👍🏻
- Geneva Lee
Royal Passion
(1.517)Aktuelle Rezension von: Isa_Bella✨ Hörbuch-Tipp: Royal Vibes & große Gefühle ✨
Ich habe gerade Royal Passion von Geneva Lee gehört – und was soll ich sagen… ich bin sowas von in diese glamouröse Welt abgetaucht 😍👑
💙 Darum geht’s:
Eine ganz normale junge Frau trifft auf einen britischen Royal – und plötzlich ist nichts mehr normal. Zwischen Luxus, Öffentlichkeit und verbotener Anziehung entwickelt sich eine Story, die genau die richtige Mischung aus Drama und Romance liefert.
🎧 Hörbuch-Feeling:
Die Sprecherin bringt richtig Emotion rein – ich hatte mehrfach das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein. Besonders die intensiven Momente? Gänsehaut!
💭 Mein Eindruck:
Ja, die Story ist ein klassischer Royal-Romance-Trope – aber genau das macht den Reiz aus. Man weiß, worauf man sich einlässt, und bekommt genau das: prickelnde Spannung, viel Gefühl und ein bisschen Eskapismus.
⭐ Mein Fazit:
Perfekt für alle, die Lust auf eine leichte, romantische Geschichte mit königlichem Flair haben. Ideal für lange Spaziergänge, Autofahrten oder gemütliche Abende auf der Couch.
👉 Würde ich es nochmal hören? Definitiv ja. - Paula Hawkins
The Girl on the Train (English Edition)
(736)Aktuelle Rezension von: Tilman_SchneiderRachel fährt jeden Tag mit dem Zug. Sie lebt in London und im Zug kann sie gut nach draußen sehen und fährt an schönen Häusern, tollen Gärten und glücklichen Paaren und Familien vorbei. Aber dann beobachtet sie etwas komisches. Ein Paar scheint Probleme zu haben und eine schöne Frau steht mit einem anderen Mann auf dem Balkon. Was geht hier vor sich? Was passiert in der vermeindlichen Idylle? Rachel ist alarmiert und fängt an Nachforschungen anzustellen und kommt doch etwas ganz furchtbarem auf die Spur, nämlich sich selbst und ihrer eigenen Geschichte. Das Buch packt einen von der ersten Seite an und jede weitere Angabe würde das Lesevergnügen und den Spannungsbogen vermiesen.
- Holly Jackson
A Good Girl’s Guide to Murder
(796)Aktuelle Rezension von: Amelie_EngelSpoilerfreie Meinung💕
Das Buch wurde mir als Einstieg in die Krimiwelt empfohlen. Und das war es wirklich! Es ist ein Jugendbuch, das zum Miträtseln einlädt. Es überwiegt die Ermittlungsarbeit der Protagonistin, weniger eine spannende Krimiatmosphäre. Das macht es aber nicht weniger fesselnd. Es werden sehr wichtige Themen angesprochen, die gut eingebunden wurden. Für mich kamen wenig Emotionen auf, aber der Spaß an der Suche des Täters hält einen definitiv am Lesen. Es ist ein Krimi zum Teilhaben. Wenn man gerne True-Crime Podcasts hört und gerne Kriminalfälle verfolgt, wird man viel Freude an diesem Buch haben.
Achtung, ab hier folgen Spoiler❗
Setting⭐⭐⭐,5
Das Setting wurde wenig beschrieben, aber ich konnte mich trotzdem gut zurechtfinden. Dadurch überzeugt das Buch aber wenig durch eine besondere, atmosphärische Stimmung. Die Handlung steht stark im Vordergrund. Während des Lesens erschloss sich mir die Entferungen der Orte und der Welt nicht von alleine.
Charaktere⭐⭐⭐⭐
- Pip
Pip fand ich schnell sympathisch. Ihre Hausarbeit ist für sie in dieser Zeit das Wichtigste und sie versteift sich darauf. Sie erinnerte mich an einigen Stellen sehr an Kim aus den Büchern der drei Ausrufezeichen. Dazu passt für mich auch, dass sie manchmal sehr kurzsichtige Entscheidungen traf, wie sie sich in Nachrichten als jemand anderes (Chloe an Emma) ausgab. Es erschien mir unrealistisch, dass es den beiden ehemaligen Freundinnen nicht auffiel. Sie verabredeten sich beinahe am Ende des Nachrichtenaustauschs. Später bricht sie mit Ravi auch einfach in ein Haus ein, was ohne Konsequenzen blieb. Außerdem bringt sie sich öfter in Gefahr. Dabei hat sie zwar Spaß und verkopft sich sehr in den Ermittlungen, aber manchmal hätte ich mehr Vorsicht erwartet (z.B. dass sie die Drohbriefe meldet)
Pip vertraute Ravi sehr schnell. Sie gab ihm einfach Informationen weiter und fand ihn von Beginn an sympathisch. Auf der einen Seite ging mir das zu schnell, auf der anderen Seite machte es deutlich, dass es sich dabei nicht um polizeiliche Ermittlungsarbeit, sondern "nur" um eine 17-Jährige mit Neugierde handelte. Später im Buch beschlossen Ravi und Pip niemanden mehr direkt zu kontaktieren. Pip schrieb dennoch Rezensenten zum Ivy House an. Das wurde danach nicht mehr aufgegriffen. Für mich stellt das keinen großen Stolperer dar, aber ich bemerkte es.
- Ravi
Ravi stand ich zu Beginn skeptisch gegenüber. Ich vermutete sogar, dass er vielleicht seinen Bruder umgebracht hat. Er wirkte auf mich zu engagiert, zu bemüht, mit Pip die Ermittlungen zu führen. Es geht um seinen Bruder. Aber andererseits ist es schon Jahre her, die Justiz vermeintlich sicher und er lässt sich auf eine kleine Schularbeit mit Pip ein? Man erfährt über sein sonstiges Leben leider auch wenig. Was macht er sonst den ganzen Tag? Trotzdem wurde er mir immer sympathischer. Und ich hoffte immer mehr, dass diese sympathische Nebenfigur bestimmt nicht der Täter se. So kam es zum Glück auch.
Er setzt Pip später eine klare Deadline für ihren Versuch, Naomi zu schützen. Erst war ich darüber nicht glücklich, denn es entspricht dem Klischee, dass der Ältere (hier 20), die Jüngere (17) unter Druck setzt. Aber als er merkte, dass es ihr zusetze, nahm er es zurück. Er baute sie auf und riet ihr, sich erstmal auf ihre Prüfung in Cambridge zu konzentrieren.
Ich war am Ende erleichtert, dass er nicht mit Pip zusammenkam. Dafür ist mir der Altersabstand zu groß, die Freundschaft zu schön.
- Elliot
Zu Elliot fiel mir nur ein Satz ein: Er hatte Angst, dass er für einen Mord verdächtigt werden würde, also beging er einen.
Verwundert war ich aber darüber, dass er Pip sofort alles gestand. Es wirkte unrealistisch, dass er all seine Spuren über Jahre verwischte , aber es einer 17jährigen für eine Schularbeit gestand. Das fiel nicht nur bei ihm auf, sondern bei einigen von Pips Tatverdächtigen. Für mich blieben Emotionen in der Luft hängen, die durch mehr Details vielleicht aufgekommen wären.
- Cara & Naomi
Während ich Cara sehr sympathisch fand, wusste ich anfangs (wie vom Buch gewollt) nicht, was es mit Naomi auf sich hat. Manchmal wünschte ich mir mehr Perspektiven im Buch, auch wenn es vielleicht verwirrend geworden wäre. Was hat sich Naomi bei Pips Ausfragerunden gedacht? Als ihre Auflösung kam, war ich zwar erleichtert. Trotzdem fehlte mir die Reaktion von Cara & Naomi auf Elliots Tat. Es lässt Interpretationsspielräume offen.
Handlung⭐⭐⭐,5
Das Buch spricht einige wichtige Themen an: Rassismus, Sexismus, Drogensüchte und warum es "Ja heißt Ja" braucht. Für mich waren alle Themen sinnvoll eingebunden. Mehrmals habe ich im Internet gelesen, dass es sich um den "White Savior" Trope handeln könnte, da Pip sich unbedingt für die "unterdrückte, schwarze" Familie einsetzen möchte. Dagegen stehen die Argumente, dass gesagt ist, wie problematisch es ist, dass Menschen eher Pip als Ravi zuhören. Ravi ist ein aktiver Teil und wird am Ende auch dafür belohnt. Es ist eine gemeinsame Arbeit, die Pip nicht für sich alleine nutzt.
Durch die schnellen Geständnisse kam die Auflösung relativ unaufgeregt. "Es war dann halt so." Pip hielt später einen Vortrag, aber der Weg von dem sehr spannenden Setting mit Elliot zu dem Einreichen der Schularbeit wurde nicht beschrieben. Dadurch blieben bei mir Emotionen aus. Es wirkte eher wie Fakten, die am Ende feststanden.
Am Ende bleiben einige Fragen für mich offen. Bei ihren Recherchen fällt Pip auf, dass Jason, Andies Vater, seine Frau sowie seine Töchter nicht immer gut behandelt. Nachdem die Tat rekonstruiert wurde und die wahren Täter enthüllt, spielte das für Pip keine Rolle mehr. Außerdem wurde zwar erwähnt, dass Pip sich mit Cara versöhnt hat. Da hätte ich es schön gefunden, wenn ich dieses Treffen lesen hätte können. So wirkte es auf mich sehr abrupt.
Schreibstil-Gefühl⭐⭐⭐,5
Der Schreibstil hielt mich gebannt. An wenigen Stellen wurde "Beweismaterial" im Drehbuch-Stil geschrieben, wo ich mich erwischte, eher drüberzulesen. Es las sich sehr gut, aber Emotionen verbinde ich mit diesem Buch nicht. Dafür fehlten mir die Bezüge. Pip handelte vieles schnell ab, ohne sich näher damit zu beschäftigen.
Unterhaltung⭐⭐⭐⭐
Das Miträtseln im Buch machte mir viel Spaß. Eine große Vorfreude auf Band 2 habe ich noch nicht, da der Fall für mich eigentlich abgeschlossen ist. Aber bestimmt werde ich trotzdem zu Band 2 in näherer Zukunft greifen. Die Serie steht auch auf meiner "Watch List". Ich bin gespannt, wie ich die Welt um Pip da wahrnehme.
- Vladimir Nabokov
Lolita
(521)Aktuelle Rezension von: FLXAngefangen wegen dem Hype, geblieben wegen der Sprache.
Nabokov schreibt so präzise, dass man Humberts Argumenten fast folgt - und genau das ist das Unbehagliche daran.
Was mich am meisten überrascht hat: Lolita selbst kommt kaum vor.
Das ganze Buch ist Humberts Selbstinszenierung, und man merkt das, ohne dass es einem jemand sagt.
Kein angenehmes Leseerlebnis. Aber man nimmt was mit - nämlich ein ziemlich gutes Gefühl dafür, wie Manipulation in Sprache funktioniert.
- Theodor Fontane
Effi Briest
(1.836)Aktuelle Rezension von: Ana_Souza_de_Magalh_esEffi Briest heiratet sehr jung den wesentlich älteren Baron Geert von Innstetten und erlebt in ihrer Ehe zunehmend Einsamkeit. Theodor Fontane erzählt von gesellschaftlichen Erwartungen, Liebe und den inneren Konflikten seiner Figuren.
Die Lektüre hat mich an die Romane von Machado de Assis erinnert. Durch Fontane habe ich die reiche deutsche Literatur ein Stück näher kennengelernt.
- Bernhard Schlink
Der Vorleser
(5.820)Aktuelle Rezension von: Liden28 / 2026
Ich verstehe schon, warum das Buch ein Klassiker geworden ist, da es wichtige Themen rund um die NS-Zeit aufgreift (und man es sicherlich gut analysieren kann) Die toxische Liebesbeziehung zwischen den Protagonisten war super unangenehm zu lesen und stand für mich in keiner Relation…
Der Schreibstil war kalt, aber glücklicherweise kurz.
- Erin Watt
Paper Prince
(1.545)Aktuelle Rezension von: BiblioLoniNach dem fiesen Cliffhanger im ersten Teil blieb mir eigentlich keine andere Wahl .. ich musste direkt weiterlesen. Keine zwei Minuten später hatte ich den zweiten Band schon geöffnet. Und was soll ich sagen? Die Spannung bleibt!
Die Geschichte hat mich sofort wieder komplett gepackt. Keine Seite war langweilig, kein Charakter blas. Ich war voll drin und konnte das Buch kaum zur Seite legen. Die Autorinnen schreiben so lebendig und detailreich, dass man alles vor Augen hat, und die Dialoge wirken einfach total authentisch.
Besonders schön fand ich, wie sich die Beziehung zwischen Ella und Reed weiterentwickelt. Es bleibt emotional, manchmal chaotisch, aber immer intensiv. Die Höhen und Tiefen zwischen den beiden haben mich richtig mitfiebern lassen. Und die Perspektive von Reed war für mich ein echtes Highlight! Seine Gedanken und Gefühle zu erleben, hat der Geschichte noch mehr Tiefe gegeben.
Und dann dieses Ende... wieder total unerwartet! Ich sitze schon mit dem dritten Band bereit. Nach diesem Ende geht’s für mich definitiv direkt weiter! - Katharine McGee
Beautiful Liars, Band 1: Verbotene Gefühle
(616)Aktuelle Rezension von: Nicole_ThoeneDer Auftakt der „Beautiful Liars“-Reihe kommt nicht einfach daher – er stolpert dir quasi mit High Heels und einem Glas Champagner in der Hand direkt ins Gesicht. Von der ersten Seite an wird man in ein Netz aus Lügen, Intrigen und ein bisschen zu viel Drama (im besten Sinne) gezogen. Eine verhängnisvolle Nacht, die nicht nur gebrochene Herzen, sondern auch einen Toten hinterlässt, wirbelt das Leben mehrerer Charaktere gehörig durcheinander – und ganz ehrlich: Wer hier noch den Überblick behält, hat Nerven aus Stahl.
Dank der wechselnden Perspektiven fühlt man sich fast wie ein allwissender Gossip-Gott, der heimlich überall mithört. Avery, Leda, Watt, Rylin und Eris – jeder von ihnen bringt genug emotionale Baustellen, Geheimnisse und (sagen wir mal) fragwürdige Entscheidungen mit, um eine eigene Reality-Show zu füllen. Und trotzdem: Man kann ihnen einfach nicht böse sein. Man leidet mit, man fiebert mit… und manchmal möchte man sie auch leicht schütteln.
Das futuristische Setting mit seinem luxuriösen Turm und den sozialen Abgründen hat genau die richtige Mischung aus Glamour und „Oh wow, das ist eigentlich ziemlich düster“. Es knistert nicht nur zwischen den Figuren, sondern auch in der Atmosphäre – ein bisschen dystopisch, ein bisschen dekadent und definitiv spannend.
Zugegeben, der Einstieg nimmt sich Zeit – aber hey, auch ein gutes Drama braucht einen langsamen Aufbau, bevor es richtig eskaliert. Und wenn es dann Fahrt aufnimmt? Dann gibt’s kein Halten mehr. Das Finale kommt mit einem Cliffhanger, der einen praktisch dazu zwingt, direkt weiterzulesen (und vielleicht ein bisschen innerlich zu schreien).
Unterm Strich: Eine Geschichte voller Emotionen, Geheimnisse, Verrat – und genau der richtigen Portion „Spice“, um einen nicht mehr loszulassen. Ganz nebenbei hält sie unserer eigenen Gesellschaft einen ziemlich ungeschönten Spiegel vor. Und mal ehrlich… wir schauen doch alle ein bisschen zu gern hin.
- Paula Hawkins
Girl on the Train
(1.268)Aktuelle Rezension von: Nessaja
Rachel ist psychisch labil und Alkoholikerin. Ihren Job hat sie deshalb schon vor Monaten verloren. Dennoch pendelt sie aus Gewohnheit weiter mit dem Zug von ihrem Wohnost nach London zu ihrer ehemaligen Arbeitsstätte. Sie liebt das Zugfahren und beobachtet die Leute in den Häusern nahe der Zugstrecke. Eines Tages sieht sie etwas, was sie so nicht erwartet hätte.
Geschrieben wurde das Buch von Paula Hawkins, einer ehemaligen Journalistin. Dieser Thriller wurde in über 40 Sprachen übersetzt und auch verfilmt. Mittlerweile hat Paula Hawkins noch weitere Bücher veröffentlicht. In meinem Bücherregal wartet noch „Die blaue Stunde“ darauf gelesen zu werden. „Girl in zhe train“ wird aber ihr erfolgreichestes Werk sein.
Das Buch ist bei blanvalet erschienen. Es umfasst 447 Seiten und ist in relativ kurze nicht nummerierte Kapitel unterteilt. Abwechselnd wird aus der Perspektive der drei weiblichen Hauptcharaktere erzählt und auch die Zeitebene wechselt.
Mir gefällt sehr, wie Paula Hawkins schreibt. Die Sprache ist klar und schnörkellos und damit sehr einfach zu lesen. Ein Spannungsbogen wurde sehr schön aufgebaut. Teilweise ging es mir zu langsam vorwärts, aber ich denke, dass das genau so gewollt war. Die Charaktere wurden schön gestaltet, immer wieder gab es einen Twist, den ich so nicht gesehen habe. Alles in allem sehr schön zu lesen und guten Herzens zu empfehlen. Ich freue mich jetzt noch auf den Film als Abschluss…
- S. C. Stephens
Thoughtless
(922)Aktuelle Rezension von: HazalReadsIch habe Thoughtless aus reiner Nostalgie begonnen. Irgendwie musste ich an meine alten Bücher denken, an Geschichten, die mich damals komplett mitgerissen haben – und plötzlich war diese Reihe wieder da. Also habe ich angefangen zu lesen. Und ich bereue absolut nichts.
Schon nach wenigen Seiten war mir wieder klar, warum ich dieses Buch früher so geliebt habe, warum ich es mehrfach rereadet habe und warum es sich jetzt, gefühlt zehn Jahre später, immer noch genauso intensiv anfühlt. Kiera und Kellan gehen einem unglaublich nah. Ihre Geschichte ist süß, schmerzhaft, emotional – und vor allem ehrlich. Man leidet mit ihnen, aber nicht nur mit ihnen, sondern mit jedem einzelnen Charakter.
Besonders hervorheben möchte ich die Dreiecksbeziehung, obwohl ich eigentlich überhaupt kein Fan dieses Tropes bin. Egal in welchem Genre. Doch bei Kiera und Kellan mache ich eine Ausnahme. Hier fühlt sich nichts künstlich an. Die Gefühle entwickeln sich langsam, chaotisch und nicht immer richtig. Liebe ist hier nicht perfekt, nicht sauber und nicht einfach – sondern kompliziert und schmerzhaft real.
Was ich sehr mag: Thoughtless erzählt keine klassische Liebesgeschichte von zwei freien Menschen, die sich treffen und alles läuft glatt. Stattdessen begegnen sich zwei komplexe Persönlichkeiten, beide mit inneren Konflikten, Unsicherheiten und Fehlern. Ja, Kiera geht mir stellenweise extrem auf die Nerven. Kellan aber genauso. Und genau das macht sie so authentisch. Sie fühlen sich lebendig an, nicht idealisiert, sondern menschlich.
Auch die Nebencharaktere tragen unglaublich viel zur Geschichte bei. Aus einzelnen Figuren wächst nach und nach eine kleine Familie, die man beim Lesen nicht mehr missen möchte.
Diese erneute Reise zurück zu Thoughtless war für mich etwas ganz Besonderes. Obwohl ich die Geschichte grundsätzlich kenne, habe ich gemerkt, wie viel mir entfallen war – und wie anders ich heute mitfühle. Reifer, bewusster, vielleicht sogar intensiver.
Ich freue mich sehr auf die nächsten Bände, auch wenn ich weiß, dass es emotional nicht leichter wird. Und besonders neugierig bin ich auf das Buch aus Kellans Sicht, das ich damals noch gar nicht kannte, genauso wie auf die Geschichte von Griffin und Anna.
Thoughtless hat mich erneut daran erinnert, warum manche Bücher einen ein Leben lang begleiten. 💔📖
- Gustave Flaubert
Gustave Flaubert, Madame Bovary
(634)Aktuelle Rezension von: JohnSmithEs gibt zu diesem Buch bereits unzählige Rezensionen, bei denen Emma Bovary sämtlichst nicht gut wegkommt, sogar eine Verhaltensstörung ist nach ihr benannt. Derart voreingestellt habe ich mich auf den Roman eingelassen, doch ich wurde überrascht, denn: ich mochte Emma sehr!
Doch im Einzelnen: dank der vielberühmten Sprache Flauberts ist es leicht, in die Geschichte einzutauchen. Man sieht die Landschaften, man erlebt die gesellschaftlichen Zwänge, und dies durch die Augen der jeweiligen Protagonisten. Besonders diese Perspektivwechsel, die ich beim Lesen kaum bemerkt habe, finde ich beeindruckend!
In drei Abschnitte unterteilt, die sich an dem Leben von Charles, dem Ehemann orientieren, wird die Geschichte von Emma Bovary erzählt, eine Figur, mit der Flaubert das Leben und Sterben einer realen Frau nacherzählt- "True-Crime" sozusagen.
Diese Geschichte (für genaue Inhaltsangaben bitte in andere Rezensionen schauen ;) ) lässt sich problemlos in die heutige Zeit übertragen: Emma wächst behütet auf und heiratet, voll romantischer Träumereien, besagten Charles, der Emma, oder besser gesagt, das Leben mit Emma, wirklich liebt - allerdings sind seine Ansprüche auch nicht sonderlich hoch, er ist glücklich, wenn seine hübsche Frau ruhig neben ihm sitzt, während er gemütlich vor dem Kamin wegschlummert. Besagte hübsche Frau gibt sich auch wirklich Mühe, glücklich zu sein und den gesellschaftlichen Konventionen zu entsprechen und gibt sich mit harmlosen Flirts und Träumereien zufrieden.
Naja, zumindest bis Leon, das Ziel der Schwärmerei - bevor etwas nennenswertes passiert - wegzieht.
Denn kaum hat Emma sich von ihrem Liebeskummer etwas erholt, wird sie selbst zum Objekt der Begierde, und der professionelle Schürzenjäger Rodolpho beginnt mit der Jagd auf sie. Und der Mann konnte jagen, mannomann.... Schnell begann also eine Liebesbeziehung, er gaukelt ihr vor, mit ihr abzuhauen, kneift aber und trennt sich im letzten Moment von ihr - durch ein weinendes Smiley! (frei in die heutige Zeit übersetzt...) Emma verkraftet das kaum.
Und wieder - kaum hat sich Emma erholt, trifft sie Leon wieder, der mittlerweile auch so seine Erfahrungen gemacht und daher weniger Hemmungen hat, die Ebene der Träumereinen in Richtung Fleischeslust zu verlassen - direkt in einer durch die Stadt rasenden Kutsche!
Da Emma parallel zu diesen (sehr eindrücklich geschilderten) Affären auch noch etwas zuviel Gefallen an "schönen Dingen" findet, fällt sie auf die Betrügereien ihres Nachbarn herein, bis die Schulden sie erdrücken und sie nur einen Ausweg sieht- Suizid durch Selbstvergiftung.
Als bekennende "Krimi-Mimi" sage ich: selten so eine gruselige Sterbeszene gelesen!
Und damit noch nicht genug, die Geschichte geht weiter, bis Charles, der mittlerweile von Allem erfahren hat, kurz darauf als runinierter und gebrochener Mann stirbt. Dadurch wird das gesamte Lieben und Leiden von Emma auf eine reine Episode in Charles´ Leben reduziert. Wer also ein Happy End oder ein Mutmach-Buch zur Erbauung sucht - der ist hier falsch.
In der Gesamtbetrachtung erscheint mir das gesamte Buch wie eine einzige Warnung, aber gleichzeitig eine Aufforderung an alle Frauen:
lasst Euch nicht einlullen durch schöne Worte, sondern fangt an zu denken!
- Dörte Hansen
Altes Land
(767)Aktuelle Rezension von: a_dreamerDieser Roman stand schon lange ungelesen in meinem Bücherregal. Als ich die Buchauswahl für unseren Buchclub in Bergen auf Rügen getroffen habe, kam es spontan mit auf die Leseliste. Bereits 2015 erschienen wurde es endlich Zeit dafür. Fazit: "Altes Land" las sich so gut und war perfekt geeignet für unsere April-Runde. Die 1,5 Stunden Austausch vergingen wie im Flug.
Dörte Hansen erzählt im Großen und Ganzen die Geschichte der Frauen Vera Eckhoff und ihrer Nichte Anne. Beide verlieren ihren Halt, ihr Zuhause - aus ganz unterschiedlichen Gründen und zu unterschiedlichen Lebzeiten. Beide finden nach großen Startschwierigkeiten ihre neue Heimat in einem Bauernhaus im Alten Land. Vera kommt zu Kriegszeiten als Flüchtling mit ihrer Mutter aus Ostpreußen und erbt später als adoptiertes Kind das Bauernhaus. Richtiger Teil der Dorfgemeinschaft wird sie nie. Jahrzehnte später flieht Anne aus Hamburg, genau dorthin - vor dem Betrug ihres Partners und Vater ihrer Kinder, vor der Großstadt, vor ihrem eingestürzten Leben. Beide sind grundverschieden und doch entsteht Stück für Stück ein zartes Band. Eine Familie. Ein Neuanfang.
Ich mochte vieles an diesem Buch. Die Beschreibungen des Alten Landes, die sehr authentisch erscheinen - Dörte Hansen lebt dort seit vielen Jahren und das habe ich in jeder Zeile gespürt. Ich fand Themen wie Flucht, Heimatlosigkeit oder das Leben in einer Dorfgemeinschaft in all ihren Facetten ganz wunderbar erzählt. Feinfühlig und gleichzeitig trocken, aber dennoch mit einer großen Prise Humor. Die Hauptcharaktere sind ehrlich, glaubwürdig. Die Nebenfiguren, aus deren Sicht ebenfalls berichtet wird, machen die Geschichte rund. Anschaulich. Mehrdimensional. Und am Ende hat mich sehr berührt, wie sich Vera und Anne annähern. Wie sich Stück für Stück ihr Leben wandelt. Wie sagt man so schön? Heimat ist kein Ort, Heimat ist ein Gefühl. - Sarah Sprinz
Dunbridge Academy - Anytime
(451)Aktuelle Rezension von: mxchellex678Dunbridge Academy – Anytime von Sarah Sprinz hat mich direkt wieder in die Geschichte zurückgeholt. Mittlerweile fühlt sich die Dunbridge Academy einfach vertraut an – dabei war ich am Anfang der Reihe gar kein so großer Fan des Internatssettings. Umso schöner war es zu merken, wie sehr es mir inzwischen ans Herz gewachsen ist.
Olive fand ich als Protagonistin besonders stark. Sie geht mit vielem um und wirkt dabei authentisch, ohne dass ihre Geschichte überdramatisiert wird.
Colin mochte ich ebenfalls sehr. Er ist definitiv kein einfacher Charakter, sondern bringt seine eigenen Baustellen mit. Gerade das hat ihn aber interessant gemacht und dafür gesorgt, dass er nicht perfekt wirkt.
Die Themen rund um Trauma, Heilung und Neuanfänge fand ich gut umgesetzt. Das Buch nimmt sich Zeit für die Entwicklung der Figuren und erzählt ihre Geschichte auf eine ruhige, glaubwürdige Art.
An einzelne Szenen erinnere ich mich zwar nicht mehr besonders, aber insgesamt ist mir das Buch positiv im Gedächtnis geblieben. Das Tempo war angenehm flüssig und die Geschichte ließ sich leicht lesen.
Rückblickend hat mir besonders gefallen, dass ich mich inzwischen richtig an die Atmosphäre der Dunbridge Academy gewöhnt habe. Was am Anfang der Reihe noch ungewohnt für mich war, hat sich mit jedem Band mehr wie ein Wohlfühlort angefühlt.
Insgesamt ein schöner, emotionaler Band, der mich gut unterhalten hat, auch wenn er für mich kein Highlight der Reihe war.
- C. E. Bernard
Palace of Glass - Die Wächterin
(654)Aktuelle Rezension von: LadyMuffinchenPalace of Glass spielt in einer Welt, in welcher es manchen Personen möglich ist durch bloßen Hautkontakt Menschen zu lesen. Sie können Gedanken und Erinnerungen lesen und diese dann nach Belieben manipulieren. Magdalenen werden diese Personen genannt. Rea ist eine solche und damit gefürchtet und geächtet, sollte jemand herausfinden, dass sie diese Gabe besitzt. Umso schwierig wird es, als sie zur Leibwächterin des Prinzen auserkoren wird. Sie muss die Gabe verstecken, aber ohne diese wird sie den Prinzen vermutlich nur schwer beschützen können, oder?
In Raes Welt hinein zu finden ist gar nicht schwer. Anschaulich wird alles beschrieben und auch die Regeln der Welt sind klar. Nackte Haut ist verboten und wer einen Magdalene ist wird getötet. Ganz klar also, dass Rae versucht nicht aufzufallen, doch scheinbar ist ihre Gabe auch eine Sucht, da sie die Berührung von Haut benötigt. Zudem kämpft sie mit inneren Dämonen, der sich auch für Rae manifestieren kann. Zumindest glaube ich das, denn was es mit der dunklen Kreatur auf sich hat, die um ihre Beine streicht, bleibt bis zum Ende offen. Die Gedanken und Handlungen von Rae konnte ich relativ gut nachvollziehen, aber nicht alle gutheißen. Dennoch war sie mir Recht sympathisch und ist mir auch ganz klug erschienen.
Die weiteren Charaktere sind schubladenhaft. Man weiß meiner Meinung nach genau, wen man vor sich hat und auch, wenn es bezüglich zwei Personen scheinbar unklar sein soll, so hatte ich den Verdacht, von Anfang an, dass dort etwas im Busch ist. Leider kam daher nicht so viel Spannung bei mir auf. Durch die Story an sich, welche ich wirklich interessant fand, konnte dies jedoch ausgeglichen werden. Die Entwicklung war für mich großteils realistisch und hat mir daher auch gefallen.
Der Schreibstil ist angenehm und man kann flüssig durch die Seiten pflügen. Die Sprache ist dem Stand der jeweiligen Personen angemessen und birgt keine langweiligen Passagen.
Insgesamt hat mir das Buch ziemlich gut gefallen, weshalb ich es guten Gewissens empfehlen kann. Zu gerne würde ich auch erfahren, wie es mit Rae weitergeht, denn das Ende ist vielversprechend 🧤
- Ursula Poznanski
Elanus
(636)Aktuelle Rezension von: MinijaneMit Jona hat sich die Autorin nicht gerade den sympathischsten Protagonisten einfallen lassen, aber das war ganz sicher ihre Absicht. Der 17jährige ist hochbegabt und kommt zumindest am Anfang reichlich überheblich rüber, als er gleich am ersten Tag meint dem Professor im Vorlesungssaal demonstrieren zu müssen, wie schlau er ist. Nicht ohne Grund haben seine Eltern darauf bestanden, dass er bei einer Familie unterkommt und erst mit 18 in ein Studentenwohnheim umziehen darf. Seine Sozialkompetenz ist deutlich ausbaufähig.
Auf Zurückweisung reagiert Jona dann auch erwartungsgemäß beleidigt und lässt sich zu einem kindischen Streich hinreißen, der ordentlich nach hinten losgeht. Als genau der Professor bei dessen Vorlesung er gestört hat am nächsten Tag tot ist, hat er ein schlechtes Gewissen und will herausfinden, was passiert ist, denn irgendetwas stimmt mit dieser Uni nicht und mit seiner Gastfamilie auch nicht.
Seine selbstgebaute Drohne Elanus ist ihm bei seiner Recherche eine große Hilfe. Man kann allerdings auch Mädchen damit hinterher spionieren und hat dann plötzlich ein zusätzliches Problem.
Gerade die Verbindung von technischen Neuheiten und spannender Geschichte finde ich immer wieder klasse bei der Autorin.
Auch dieses Jugendbuch war wieder sehr nett und unterhaltsam, so wie ich es von Ursula Poznanski gewohnt bin. Ich hatte eine gut Zeit mit dem Buch, und es war für zwischendurch genau das Richtige.























