Bücher mit dem Tag "agatha christie"
185 Bücher
- Agatha Christie
Mord im Orientexpress
(853)Aktuelle Rezension von: _MiriamAnne_Nachdem ich heute mein erstes Buch von Agatha Christie beendet hatte, musste ich ihr direkt noch eine Chance geben und habe sofort mit Mord im Orientexpress weitergemacht. Und was soll ich sagen? Auch wenn ich mich anfangs wieder etwas schwergetan habe, hat mich die Geschichte am Ende doch überzeugt. Die Handlung ist unglaublich spannend aufgebaut, man fiebert mit, stellt ständig neue Theorien auf und versucht gemeinsam mit Hercule Poirot den Täter zu entlarven. Genau dieses Miträtseln hat für mich den größten Reiz des Buches ausgemacht.
Der Einstieg fiel mir allerdings erneut nicht leicht. Es tauchten sehr viele Namen auf und ich wusste anfangs überhaupt nicht, wer welche Rolle spielt. Tatsächlich hat es bis weit über die Hälfte des Buches gedauert, bis ich endlich den Überblick hatte und richtig in der Geschichte angekommen bin. Hinzu kommt, dass man merkt, dass das Buch bereits 1934 erschienen ist. Der Schreibstil und manche Wortwendungen wirkten auf mich ungewohnt, wodurch das Lesen teilweise etwas anstrengender war.
Mein größter Kritikpunkt sind jedoch die vielen französischen Sätze, die nicht übersetzt wurden. Ich hätte wirklich gerne gewusst, was dort gesagt wird. Trotzdem hat sich das Durchhalten gelohnt, denn am Ende erwartet einen ein spannender Kriminalfall, der einen bis zur letzten Seite rätseln lässt.
- Agatha Christie
16 Uhr 50 ab Paddington
(317)Aktuelle Rezension von: koechl"16 Uhr 50 ab Paddington" ist der 8. Teil der Miss Marple Reihe und wohl auch einer ihrer bekanntesten Fälle. Aus diesem Grund war ich sehr gespannt auf diesen Krimi und muss anschließend gestehen, dass ich da doch etwas ganz anderes erwartet habe. Das muss allerdings nichts Schlechtes bedeuten. Ich habe ein bisschen gebraucht um mich an die Begebenheiten zu gewöhnen, dann aber mochte ich es mal wieder sehr.
Ansonsten kann ich mich im Grunde nur wiederholen. Ja, Christie konnte mich wieder mit der Auflösung überraschen und ja, es gab mal wieder zig Charaktere die ich mir mit Ach und Krach merken konnte. Neu war in diesem Fall, dass Miss Marple sich hier eine weitere "Ermittlerin" ins Boot geholt hat, die ich unfassbar toll fand. Ich hoffe wirklich sehr, dass ich diesen Charaktere in einem der Folgebände noch einmal wieder sehen werde.
- Agatha Christie
Alibi
(220)Aktuelle Rezension von: Bellis-PerennisDieser Krimi ist im Jahr 1926 erstmals erschienen und spielt im fiktiven englischen Dorf King’s Abbot. Obwohl erst der 4. Krimi der Reihe um Hercule Poirot, will sich der Meisterdetektiv zur Ruhe setzen, um unerkannt Kürbisse zu züchten, als ihm ein höchste interessanter, weil komplexer Mordfall dazwischenkommt:
Roger Ackroyds große Liebe, die wohlhabende Witwe Mrs. Ferrars soll, wenn man den Gerüchten Glauben schneken soll, ihren ersten Ehemann ermordet haben. Nun ist sie selber tot, gestorben an einer Überdosis Veronal. War es Selbstmord? Ist sie erpresst worden? In der Zeitung findet Ackroyd einen letzten Hinweis auf die Umstände ihres Todes. Doch bevor er sein Wissen teilen kann, wird er selbst ermordet. Und sein Stiefsohn ist spurlos verschwunden.
Wie immer, tummeln sich zahlreiche Verdächtige in der Szenerie und es braucht schon Hercule Poirot, um die komplexen Beziehungen und Intrigen aufzulösen, in die die Bewohner von King’s Abbot verstrickt sind.
Meine Meinung:
Die Geschichte wird aus der Perspektive von Dr. James Sheppard erzählt, der gleichzeitig als ICH-Erzähler und Protagonist fungiert. Zudem geht er Hercule Poirot ein wenig zur Hand. Wer Agatha Christies Krimis kennt, dass hier nichts dem Zufall überlassen wird. Jede noch so kleine Randfigur hat ihren Platz. Daher können die zahlreichen Personen sowie die unerwarteten Wendungen zwischendurch für ein wenig Verwirrung sorgen.
Letztendlich wird alles in einem Showdown bravourös aufgelöst.
Ich bin ja nicht unbedingt der größte Fan von Agatha Christie, aber die Vielzahl der Krimis, die durchaus als Gedächtnistraining dienen können, bieten eine Menge Lesestoff. Als „Whodunit“-Krimis sind sie nach einem bewährten Muster konzipiert, so dass man sich nicht mehr mit der Struktur beschäftigen muss, sondern die Details der Charaktere genau betrachten kann.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem Krimi 4 Sterne.
- Anthony Horowitz
Die Morde von Pye Hall - Roman (Susan Ryeland ermittelt 1)
(143)Aktuelle Rezension von: A-BasanMary Blakiston ist im kleinen Dorf Saxby-on-Avon nicht gerade beliebt. Sie schnüffelt überall herum und notiert akribisch Geheimnisse und Vergehen aller Dorfbewohner. Als sie beim Putzen im Herrenhaus von Pye Hall angeblich über ein Staubsaugerkabel stolpert und nach einem Treppensturz stirbt, ist das sehr verdächtig. Doch der Detektiv Atticus Pünd wird erst aktiv, als auch Sir Magnus Pye auf grausame Weise zu Tode kommt. Unterstützt von seinem Assistenten James Fräser beginnt er mit den Ermittlungen, die wohl die letzten seines Lebens sein werden. Doch kurz vor der Aufklärung des Verbrechens bricht das Manuskript ab.
Lektorin Susan Ryeland, die das Manuskript gerade gelesen hat, findet das äußerst ärgerlich und beginnt, die fehlenden Seiten zu suchen. Dann stirbt auch noch der Autor Alan Conway. Ihr schwant, das die Lösung eines Falls nur durch den anderen aufgeklärt werden kann.
Dies ist ein Roman für Freunde des Buches-im-Buch. Dabei werden Fiktion und Realität raffiniert miteinander verwoben. Nebenbei gibt es kleine Seitenhiebe auf die englische Dorfidylle und Absurdität der Verlagswelt.
Für Kenner!
- B.A. Paris
Saving Grace - Bis dein Tod uns scheidet
(417)Aktuelle Rezension von: B_rose_naInhalt ✨
Grace und Jack Angel wirken wie das perfekte Paar. Er ist erfolgreich, charmant und setzt sich als Anwalt für misshandelte Frauen ein. Sie ist warmherzig, schön und scheint ein beneidenswertes Leben zu führen.
Doch hinter dieser perfekten Fassade stimmt etwas nicht. Grace ist nie allein. Jack ist immer an ihrer Seite. Und je genauer man hinsieht, desto unheimlicher wird dieses scheinbar makellose Leben.
Meine Meinung 🤍
Auf BookTok habe ich dieses Buch ständig gesehen, vor allem in Videos über krasse Thriller und überraschende Wendungen. Irgendwann war ich zu neugierig und musste es selbst lesen.
Und ja, ich verstehe den Hype.
Die ersten hundert Seiten haben sich für mich noch etwas gezogen und Grace konnte ich anfangs nicht immer nachvollziehen. Aber ab der Mitte wurde es richtig stark.
Die Grundidee ist nicht neu, aber B. A. Paris erzählt sie so spannend und durchdacht, dass ich trotzdem völlig gefesselt war. Man ahnt zwar, wohin die Geschichte führen könnte, aber das Spannende ist hier nicht nur das Ende, sondern der Weg dorthin.
Besonders das Finale hat mich überzeugt. Alles war sauber aufgebaut, clever geplant und für mich richtig befriedigend gelöst.
Wäre der Einstieg etwas straffer gewesen, hätte es für mich sogar 5 Sterne werden können. So sind es sehr starke 4 von 5 Sternen.
Und noch etwas: Das deutsche Cover gefällt mir hier ausnahmsweise viel besser als das englische. Dieses Cover hätte mich im Buchladen sofort neugierig gemacht. 📚
- Agatha Christie
Der Tod auf dem Nil
(356)Aktuelle Rezension von: DaveSp91Agatha Christie beweist in „Tod auf dem Nil“ einmal mehr, warum sie die unangefochtene Königin des Krimis ist. Der Mord an Bord eines luxuriösen Nildampfers entwickelt sich zu einem raffinierten Puzzle, das Meisterdetektiv Hercule Poirot mit gewohnt scharfem Verstand und präziser Beobachtungsgabe löst. Diese Schmuckausgabe ehrt die Königin des Krimis und ist wunderschön anzuschauen.
Die Geschichte besticht durch ihre exotische Atmosphäre, eine Gruppe vielschichtiger Charaktere und eine Handlung voller Intrigen, Eifersucht und überraschender Wendungen. Christie hält die Spannung bis zum Schluss hoch und überrascht mit einem meisterhaften Finale.
Ein zeitloser Klassiker, der nicht nur Krimifans begeistert, sondern auch durch die faszinierende Kulisse Ägyptens besticht. Absolut lesenswert!
- Agatha Christie
Murder on the Orient Express (Poirot)
(62)Aktuelle Rezension von: Gusti_DaimchenSeit 2017 bringt der Verlag HarperCollins in lockerer Folge ausgewählte Kriminalromane von Agatha Christie in einer sogenannten Special Edition heraus. Es handelt sich um Hardcoverausgaben mit individuell gestalteten Einbanddeckeln (auf Schutzumschläge wurde verzichtet). Das ausgesprochen attraktive Design macht die Bücher zu reizvollen Sammelobjekten. Als erster Band erschien Murder on the Orient Express (Erstveröffentlichung 1934). Dieser Krimi zählt – auch dank mehrerer Verfilmungen – zu den bekanntesten Werken der Autorin.
Im Folgenden verwende ich für den Romantitel das Kürzel MOE.
Der Roman gehört zu jenen Krimis von Agatha Christie, in denen der Tatort von der Außenwelt abgeschnitten ist. Die Geschichte spielt sich an Bord des Orient-Express ab, in einem einzelnen Waggon, im Kurswagen von Istanbul nach Calais. Andere Varianten des von der Außenwelt abgeschnittenen Tatortes in Christie-Romanen sind Flugzeug („Tod in den Wolken“), Schiff („Tod auf dem Nil“) und Insel („Das Böse unter der Sonne“). Das Opfer ist Samuel Ratchett, ein aus den USA stammender Verbrecher, der in die Alte Welt geflohen ist und eine andere Identität angenommen hat, um sich der Strafverfolgung zu entziehen. Es ermittelt Hercule Poirot, der sich zufällig unter den Reisenden befindet.
Bei der Lektüre von MOE fällt zweierlei auf: (a) Beschreibende Passagen sind auf das absolute Minimum reduziert. Der Roman besteht fast zur Gänze aus Dialogen. (b) Um beim Leser maximale Verwirrung zu stiften, bietet Christie einen ungewöhnlich umfangreichen Cast auf, eine Vielzahl von Passagieren aus aller Herren Länder, die als Zeugen auftreten und/oder als Verdächtige in Frage kommen. Es ist kein Leichtes, im Gewirr der Zeugenaussagen den Durchblick zu behalten. Zwei Gehilfen stehen Poirot zur Seite, der griechische Arzt Dr. Constantine und Monsieur Bouc, ein Direktor der Eisenbahngesellschaft, die den Orient-Express betreibt. Beide, Bouc mehr noch als Constantine, sind von dem Fall sichtlich überfordert. Sie behindern die Ermittlungen eher als sie zu befördern. Der Leser tut gut daran, sich gerade von Boucs Hilf- und Ratlosigkeit nicht anstecken zu lassen.
Wie fast alle Christie-Romane verlangt MOE vom Leser ein hohes, vielleicht zu hohes Maß an „willentlicher Aussetzung der Ungläubigkeit“ (suspension of disbelief). Der Roman wirkt überkonstruiert, übertrieben raffiniert. Die Geschichte ist keineswegs „wasserdicht“, sondern weist mancherlei Schwachstellen auf, die einen erfahrenen Krimileser schon frühzeitig ahnen lassen, wie der Mordfall an Bord des Zuges zu erklären ist – als kollektives Verbrechen, verübt von einer ganzen Gruppe. Die folgenden Beobachtungen und Überlegungen sind als Kritik des Romans zu verstehen.
(1)
Zu Beginn sei kurz der Plan der Verschwörer rekapituliert. Die Tat soll in der Nacht auf jugoslawischem Boden verübt werden, weil während der Fahrt durch Jugoslawien kein Sicherheitspersonal an Bord des Zuges ist (ein Grund dafür wird nicht genannt). Die Tat soll am Morgen nach Überqueren der Grenze auf italienischem Boden entdeckt und von der italienischen Polizei untersucht werden (dieser Teil des Planes scheitert, da der Zug unerwartet in eine Schneewehe gerät und nicht weiterfahren kann). Die Tat soll als sogenannter outside job inszeniert werden. Es soll der Eindruck entstehen, eine von Rachsucht getriebene Person, die Ratchett nach dem Leben trachtete, sei während eines Halts in Jugoslawien an Bord gekommen, verkleidet als Zugschaffner und ausgestattet mit einem Generalschlüssel. Drohbriefe sollen belegen, dass Ratchett über längere Zeit verfolgt und gejagt wurde. Der Detektiv Cyrus Hardman, einer der Reisenden, soll aussagen, Ratchett habe ihn in Istanbul als Leibwächter engagiert und über einen drohenden Anschlag auf sein Leben informiert. Der im Abteil der Passagierin Mrs. Hubbard gefundene Uniformknopf soll als Beleg für die Anwesenheit eines externen Täters in Verkleidung dienen. Es soll der Eindruck erweckt werden, der Täter sei durch die Verbindungstür von Ratchetts Abteil in Mrs. Hubbards Abteil gelangt und habe von dort aus den Zug verlassen. Mrs. Hubbard soll aussagen, ein unbekannter Mann sei nachts bei ihr im Abteil gewesen. Die Passagiere sollen sich gegenseitig Alibis geben, um nicht in Verdacht zu geraten.
Es ist sehr zweifelhaft, ob die italienische Polizei – oder irgendeine andere Polizei – auf diese Inszenierung „hereingefallen“ wäre. Der Zug verlässt Belgrad um 21.15 Uhr (Teil 1, Kap. 4). Während des halbstündigen Aufenthalts in Belgrad kann die Tat nicht verübt worden sein, da der Zustand der Leiche nicht zu einem Todeszeitpunkt vor 21.15 Uhr passt. Es kommt nur der spätere Halt in Vincovci in Frage (Ankunftszeit unklar, Abfahrt 0.10 Uhr). Leider wird nicht erwähnt, wie lange er dauert. Hätte der Täter genug Zeit gehabt, in Vincovci an Bord zu kommen und den Zug wieder zu verlassen? Wichtig ist: Um nicht entdeckt zu werden, kann der Täter auf keinen Fall längere Zeit an Bord bleiben (etwa: Zustieg in Belgrad, Ausstieg in Vincovci. Oder: Zustieg in Vincovci, Ausstieg in Italien). Davon abgesehen würden sich der italienischen Polizei viele Fragen aufdrängen: Was hat es mit den zwölf verschiedenartigen Stichwunden am Körper des Opfers auf sich? Stammen sie wirklich von nur einem Täter? Wie hat sich der Täter Schaffneruniform und Generalschlüssel verschafft? Wie dringt der Täter zu Ratchett vor? Dafür gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder sucht er die Abteile nach Ratchett ab (mit dem Risiko, gesehen zu werden), oder er hat an Bord einen Komplizen, der ihn informiert, so dass er keine Zeit mit der Suche nach Ratchett verliert.
Der unerwartete Halt auf freier Strecke zwingt die Verschwörer noch in der Tatnacht zu (hastigen, schlecht durchdachten) Improvisationen. Da der Zug feststeckt und am Tage nirgendwo im Schnee Fußspuren einer entwichenen Person zu sehen sein werden, lässt sich das Szenario vom heimlich zu- und ausgestiegenen externen Täter nicht mehr aufrechterhalten. Eine geheimnisvolle Frau in einem roten Kimono geistert zu nachtschlafener Zeit durch den Zug (Poirot sieht sie, allerdings nur von hinten). Die Identität der Frau und der Verbleib des Kimonos geben am nächsten Tag Rätsel auf. Ein Pfeifenreiniger und ein Damentaschentuch mit der Initiale H werden im Abteil des Opfers platziert und wie gewünscht von Poirot aufgefunden. All dies dient dazu, Verwirrung zu stiften und die Aufklärung des Falles während des unfreiwilligen Stopps nach Kräften zu erschweren, wenn nicht gar unmöglich zu machen.
(2)
Was mir schon zu Beginn der Lektüre negativ aufgefallen ist: Die Verschwörer setzen ihren Plan nur in die Tat um, weil ihnen Poirots Identität seltsamerweise unbekannt bleibt. Bei der Ankunft am Bahnhof in Istanbul wird Poirot von Monsieur Bouc dem Zugpersonal nicht vorgestellt. Hector MacQueen und Poirot teilen 24 Stunden lang ein Abteil (Istanbul-Belgrad), machen sich aber – man glaubt es kaum – nicht namentlich miteinander bekannt. Auch die anderen Passagiere erfahren bzw. bemerken nicht, dass der berühmte Detektiv an Bord ist. Weder im Speisewagen noch anderswo schnappen sie seinen Namen auf. Miss Debenham und Colonel Arbuthnot kennen Poirot bereits vom Sehen von der Fahrt im Taurus-Express von Aleppo nach Istanbul. Sie machen sich aber nicht mit ihm bekannt. Warum nicht? Weil er „lächerlich“ aussieht und als „Ausländer“ nicht ernst genommen zu werden verdient (Teil 1, Kap. 1). Noch am Morgen nach der Tat hält Arbuthnot Poirot für einen Vertreter der Bahngesellschaft (Teil 1, Kap. 5). Einige Passagiere wissen aber etwas mit Poirots Namen anzufangen, sobald der Detektiv im Zuge der Ermittlungen seine Identität offenbart, etwa Hardman (ein Amerikaner) und die Fürstin Dragomiroff. Als sie erfährt, wen sie vor sich hat, sagt sie lapidar: „Ich erinnere mich an den Namen. Das ist dann wohl Schicksal“ (Teil 2, Kap. 6). Es ist vollkommen unglaubhaft, dass kein einziger der Passagiere während der eintägigen gemeinsamen Fahrt vor der Tat mitbekommt, wer Poirot ist. Es ist umso unglaubhafter, als ausgerechnet Ratchett weiß, dass der Detektiv im Zug ist (Teil 1, Kap. 3). Wie bekommt er das mit? Schnappt er Poirots Namen auf, während sich Poirot und Bouc unterhalten?
Gerade weil Poirot "außerplanmäßig" an Bord ist, müsste die Gruppe bestrebt sein herauszufinden, wer dieser Mitreisende ist, ob er "harmlos" ist oder nicht. Es stellt sich die Frage: Hätten die Verschwörer ihren Plan auch dann in die Tat umgesetzt, wenn sie nach der Abfahrt mitbekommen hätten, dass Poirot unter ihnen ist? Oder hätten sie ihr Vorhaben abgebrochen? In einem anderen Christie-Krimi, „Tod auf dem Nil“, setzen die beiden Täter ihren Plan um, obwohl sie um Poirots Identität wissen. Das ist als Ausdruck von Hybris und Selbstüberschätzung zu verstehen. In MOE agieren die Täter jedoch aus purer Ahnungslosigkeit, einer Ahnungslosigkeit, die für den Leser überhaupt nicht nachvollziehbar ist.
(3)
Als er zum ersten Mal befragt wird, sagt der amerikanische Detektiv Hardman aus, Ratchett habe ihn in Istanbul angeheuert. Er legt ein Schreiben vor, das von Ratchett stammen soll (Teil 2, Kap. 9). Seltsamerweise wird Poirot nicht stutzig. Er müsste aber stutzig werden, da er selbst von Ratchett nach der Abreise aus Istanbul angesprochen wurde. Er müsste sich fragen: Warum wollte Ratchett einen zweiten Detektiv zu seinem Schutz engagieren? Einem aufmerksamen Leser ist an diesem Punkt klar, dass mit Hardmans Aussage etwas nicht stimmen kann. Und in der Tat stellt sich später heraus, dass sie falsch ist.
(4)
Nach der Entzifferung des letzten Drohbriefes an Ratchett erkennt Poirot, wer Ratchett wirklich war: Der Gangster Cassetti, der Drahtzieher hinter dem aufsehenerregenden Entführungsfall Daisy Armstrong (Teil 1, Kap. 7). Bald darauf erfolgt die Befragung von Ratchetts Sekretär MacQueen. Der junge Mann „verplappert“ sich, erzählt ohne Not, dass er die Familie Armstrong kannte, dass sein Vater als Staatsanwalt den Fall Armstrong bearbeitete (Teil 2, Kap. 2). Als Leser reibt man sich verwundert die Augen, wenn man das liest. Unachtsam und fahrlässig bringt MacQueen die Inszenierung der Verschwörergruppe ins Wanken. Poirot wird hellhörig. Die Fürstin Dragomiroff räumt auf Poirots Nachfrage bereitwillig ein, dass sie die Armstrongs ebenfalls kannte (Teil 2, Kap. 6). Der Detektiv Hardman erwähnt beiläufig, dass er MacQueen aus New York kennt (Teil 2, Kap. 9). Das sind schon drei Personen, die direkt oder indirekt mit dem Fall Armstrong Berührung hatten oder sich schon vor der Zugfahrt kannten. Einen erfahrenen Krimi-Leser muss das stutzig machen. Die Anwesenheit dieser Personen am selben Ort zur selben Zeit kann kein Zufall sein. Auch wenn sich der Verstand zunächst gegen den Erklärungsansatz Gruppenverbrechen sträubt, zeichnet sich doch bei der Lektüre von Teil 2 des Romans (Befragung aller Passagiere) deutlich ab, dass kein Verbrechen eines externen Einzeltäters vorliegt. Der deutlichste Hinweis sind natürlich die zwölf verschiedenartigen Stichwunden an Ratchetts Körper.
(5)
Bei seiner zweiten Befragung gibt Graf Andrenyi zu, den Namen seiner Ehefrau im Reisepass manipuliert zu haben, nachdem er von dem Damentaschentuch mit der Initiale H in Ratchetts Abteil erfahren hat (Teil 3, Kap. 4). Auffälligerweise fragt Poirot nicht danach, von wem der Graf die Information erhalten hat. Als Leser kann man darüber nur den Kopf schütteln. Die Reisepässe der Passagiere werden eingesammelt (Teil 1, Kap. 6), noch bevor Poirot Ratchetts Abteil besichtigt, noch bevor er im Speisewagen mit seinen Befragungen beginnt und zu klären versucht, wem das Taschentuch gehört. Die Manipulation des Namens der Gräfin findet folglich zu einem sehr frühen Zeitpunkt statt. Bei der Inspektion von Ratchetts Abteil ist keiner der Passagiere anwesend, lediglich Dr. Constantine assistiert Poirot (Teil 1, Kap. 7). Zuvor war nur der Waggonschaffner Pierre Michel im Abteil. Nach dem Aufbrechen der von innen verschlossenen Tür hat er den Leichnam entdeckt. Es drängt sich dem Leser unweigerlich der Verdacht auf, dass Michel die Andrenyis über das Taschentuch informiert haben muss. Er muss mit ihnen persönlich bekannt sein, muss mit ihnen in irgendeiner Form unter einer Decke stecken. Der Erklärungsansatz Gruppenverbrechen wird immer plausibler, und Michel ist offenkundig Teil der Gruppe.
Doch andererseits: Wenn Michel weiß, dass das Taschentuch die Gräfin belasten könnte, warum lässt er es in Ratchetts Abteil liegen anstatt es zu entfernen? Zu einem späteren Zeitpunkt (nach Beginn der Befragungen) und von einer anderen Person als Michel können die Andrenyis nicht informiert worden sein. Poirot behält den Fund des Taschentuchs zunächst für sich; vom Arzt kann dasselbe angenommen werden. Als bei den Befragungen der Passagiere das Taschentuch zur Sprache kommt (Mrs. Hubbard wird als erste danach gefragt, Teil 2, Kap. 4), liegen schon alle Pässe bei Poirot. Der Graf gibt seinen Pass nicht erst bei seiner ersten Befragung ab. Der Namenseintrag ist schon manipuliert, als Poirot den Pass durchblättert (Teil 2, Kap. 7). Leider wird am Ende des Romans nicht aufgeklärt, wer das Taschentuch, das der Fürstin Dragomiroff gehört, bei Ratchett platziert hat und zu welchem Zeitpunkt, ohne Absprache mit den Mitverschwörern. Das stellt sich als törichter Fehler heraus, der die Andrenyis zur Manipulation des Namenseintrages zwingt und in der Folge Poirots Misstrauen weckt. Die verworrene, widersprüchliche Geschichte um das Taschentuch und den Pass des Ehepaares Andrenyi ist mit Abstand der unbefriedigendste Aspekt des Romans. Hat Christie diese Geschichte absichtlich so konzipiert, oder liegt hier schlichtweg Nachlässigkeit vor?
(6)
Mrs. Hubbard entpuppt sich zum Schluss als die Schauspielerin Linda Arden, Mutter von Sonia Armstrong und der Gräfin Andrenyi. Sie bestätigt Poirots Theorie von dem kollektiv verübten Racheakt an Ratchett-Cassetti. Alle Passagiere sind in der einen oder anderen Weise mit der Familie Armstrong verbunden, sei es als Angehörige, sei es als Bedienstete. Es ist zu bedauern, dass Hubbards Ausführungen über die Planung der Rachetat sehr knapp und oberflächlich ausfallen. Der Tat geht ein gewaltiger logistischer Vorbereitungsaufwand voraus, von den finanziellen Kosten ganz zu schweigen. Monate vor dem Verbrechen werden MacQueen und der Kammerdiener Masterman bei Ratchett „eingeschleust“, der im Vorderen Orient untergetaucht ist. Die Verschwörer reisen von verschiedenen Kontinenten, aus verschiedenen Ländern an, um gemeinsam in Istanbul den Orient-Express zu besteigen, zusammen mit Ratchett. Das grenzt ans Phantastische, umso mehr, als wir uns im Zeitalter rudimentärer Telefon- und Telegrafenverbindungen befinden. Aber so ist es in fast allen Krimis von Agatha Christie: Die Täter hecken unglaublich ausgeklügelte und komplexe Pläne aus, Pläne, die in der Realität aller Wahrscheinlichkeit nach niemals funktionieren würden.
+++++
Es gäbe noch manch anderen Punkt zu beanstanden. Die Suche nach der Schaffneruniform, von der der bei Mrs. Hubbard gefundene Knopf stammt, wird einfach abgebrochen. Dabei wird die Uniform dringend benötigt. Der Roman endet damit, dass Bouc entscheidet, der jugoslawischen Polizei die erste der beiden möglichen Lösungen des Falls zu präsentieren, die Poirot darlegt: Ein verkleideter externer Täter hat Ratchett ermordet. Das ist das ursprüngliche Szenario der Verschwörer (siehe oben). Zur Untermauerung dieser Theorie wäre die Uniform, die irgendwo im Zug versteckt sein muss, nötig. In der Verfilmung von 1974 wird die Uniform tatsächlich gefunden, anders als im Roman.
Ich fasse meine Hauptkritikpunkte kurz zusammen:
(1) Die Verschwörer setzen ihren Plan in die Tat um, weil sie nicht wissen, dass Poirot unter ihnen ist.
(2) Einen Anhaltspunkt für die Aufklärung des Falles gewinnt Poirot nur durch einen „glücklichen Zufall“: Der letzte Drohbrief an Cassetti wurde nicht vollständig vernichtet, so dass Poirot eine Verbindung zum Fall Armstrong herstellen kann. Das ist ein recht billiger Trick. Und was hätte Poirot schon mit dem Brief anfangen können, wenn sich Hector MacQueen wenig später NICHT „verplappert“ hätte?
- Agatha Christie
Agatha Christie Classics: Die Tote in der Bibliothek
(349)Aktuelle Rezension von: Hilou81Als großer Agatha Christie Fan war ich gespannt auf die Graphic Novels Serie und bin direkt mit dem ersten Band der Reihe gestartet. Ich kenne fast alle Bücher der Autorin, wobei ich den Großteil in sehr jungen Jahren verschlungen habe und mich leider kaum noch an die Geschichten erinnere. Daher lese ich hin und wieder mal ein Buch von Christie zum Auffrischen meiner Erinnerungen. Dieses Graphic Novel bietet da eine perfekte Möglichkeit, wieder in die Agatha Christie Welt einzutauchen. Vor allem für Neuleser dürfte diese kompakte Zusammenfassung in Form eines Comics durchaus sehr interessant sein.
Der einzige Kritikpunkt, den ich bezüglich der Umsetzung hier habe, ist die häufige Verwendung von englischen Ausrufen wie "Oh, my God" oder Ähnliches, die für mich in einer sonst deutschen Ausgabe etwas zu gestellt und fehl am Platz wirken. Möglicherweise wollte man damit bezwecken, dass die Story so britisch wie möglich rüberkommt. Meines Erachtens hätte man da gut darauf verzichten können.
Ansonsten hat mir die Graphic Novel aber sehr gut gefallen. ich habe sie innerhalb einer Stunde durchgesuchtet und werde mir den nächsten Teil vornehmen. - Agatha Christie
Mord im Pfarrhaus
(280)Aktuelle Rezension von: Chrissy87Im Pfarrhaus wird ein Mann erschossen aufgefunden, der im ganzen Dorf unbeliebt war. Schnell gibt es nicht nur ein Geständnis, sondern gleich zwei. Zusammen mit dem Pfarrer ermittelt Miss Marple um den wahren Täter zu finden, was sich als schwieriger als gedacht herausstellt.
Mich hat die Geschichte gut unterhalten, auch wenn das Ende nicht ganz überraschend war. Der Weg dahin war aber spannend und Miss Marple mit ihrer zurückhaltenden Art war wie immer sehr sympathisch.
- Agatha Christie
Und dann gab's keines mehr
(380)Aktuelle Rezension von: Papiertiger17Der Roman von Agatha Christie, der auf einem rassistischen Kinderreim aufbaut, wartet mit einer ungewöhnlichen Handlungsperspektive und zahlreichen Morden auf. Wer den diskriminierenden Bezug ausblenden kann, bekommt bis zur Mitte der Geschichte durchaus Spannung geboten. Nach etwas mehr als der Hälfte wird klar, dass die abschließende Auflösung des Falls nur eine unbefriedigende sein kann. Mehr als irritierend empfand ich das Vorwort der Ausgabe von 2008 von Hachette Collections, in dem behauptet wird, die rassistischen Ausdrücke im Buch ließen sich nicht vermeiden ohne das Buch völlig unverständlich zu machen, weshalb man um Verständnis für Bezeichnungen bitte, die heute diskriminierend wirken. Wer sich mit dem Hintergrund und dem englischen wie deutschen Buchtitel der Erstveröffentlichungen ab 1939 vertraut macht, wird zweifelsfrei feststellen, dass auch schon damals die verwendeten Begriffe als abwertend und ausgrenzend erfasst werden konnten. Zudem sollte der Leserschaft bei der Lektüre auffallen, dass ohne Schwierigkeit mit etwas Phantasie die rassistischen Wörter durch neutrale hätten ersetzt werden können, ohne dass das Handlungskonstrukt und die Erzählweise darunter gelitten hätten. Dem Atlantik Verlag Hamburg ist es zu verdanken, dass seit 2023 eine Übersetzung zu Verfügung steht, die der ständigen Wiederholung dieser rassistischen Reime bei Neuauflagen dieses Bestsellers Einhalt geboten wird. Literaturhistorisch ist dieses Werk und seine Entwicklung insofern interessant, als dass man sich schon arg darüber wundern muss, was die Gesellschaft in der Vergangenheit als Reime für Kinder für geeignet hielt.
- Agatha Christie
Das fehlende Glied in der Kette
(244)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerLange stand er auf meiner Liste, jetzt war es endlich so weit: Mein erster Fall mit dem legendären Hercule Poirot. Als Fan klassischer Ermittlungskrimis führt an Agatha Christie natürlich kein Weg vorbei – und ihr Erstling "Das fehlende Glied in der Kette" ist ein Paradebeispiel für das Beuteschema eines jeden Krimi-Liebhabers.
Atmosphäre und Charakterköpfe:
Das Setting ist so britisch wie eine Tasse Earl Grey: Ein herrschaftliches Landhaus im Nirgendwo, ein illustrer Kreis an Verdächtigen und mittendrin dieser wunderbar schrullige, kleine Mann mit dem markanten Schnurrbart. Christie beschreibt Poirot so herrlich präzise – man sieht ihn förmlich vor sich, wie seine Augen mit jedem Gedanken grüner funkeln. Dank einer modernen Übersetzung liest sich der Roman erstaunlich flüssig und frisch, ohne jedoch den nostalgischen Charme der 1920er Jahre einzubüßen.Das Spiel mit dem Leser:
Christie ist eine Meisterin darin, den Leser an die Hand zu nehmen, nur um ihn im nächsten Moment im Labyrinth falscher Fährten auszusetzen. Obwohl ich mich für eine aufmerksame Leserin halte, hat sie mich eiskalt erwischt – ich lag bis kurz vor Schluss völlig daneben! Der Aufbau ist clever, hochstrukturiert und lädt ununterbrochen zum Miträtseln ein.Das große Finale:
Das Highlight war für mich die klassische Auflösung am Ende. Es hat etwas unheimlich Befriedigendes, wenn Poirot alle Beteiligten versammelt und das komplexe Puzzle Stück für Stück zusammensetzt. Ja, die Lösung ist konstruiert und durchaus kompliziert, aber sie bleibt innerhalb der logischen Grenzen des Romans absolut realistisch. Nichts wirkt an den Haaren herbeigezogen.Ein kleiner Hinweis am Rande:
Man sollte sich bewusst sein, dass das Buch über 100 Jahre alt ist. In meiner Ausgabe finden sich Begriffe wie „Negerin“, die heute aus der Zeit gefallen sind. Wer darüber hinwegsehen kann und das Werk als historisches Zeitzeugnis liest, wird davon jedoch nicht aus der Geschichte gerissen.Fazit:
Ein grandioser Auftakt! Wer klassische Whodunnits liebt, kommt an diesem Meilenstein nicht vorbei. Poirot hat mich überzeugt, und ich freue mich schon jetzt auf seinen nächsten Einsatz. - Amor Towles
Eine Frage der Höflichkeit
(108)Aktuelle Rezension von: ArgentumverdeAls Kate auf einer Fotoausstellung in den 1960ern zwei Fotos eines Mannes aus ihrer Vergangenheit entdeckt kommen Erinnerungen an die Vergangenheit hoch - New York, Silvester 1937: Die beiden Freundinnen Kate und Eve gabeln in einer Jazzkneipe den charmanten Tinker Grey auf. Er scheint Single zu sein und nicht verarmt. Eine turbulente Freundschaft à trois beginnt, zwischen schicken Partys und billigen Absteigen, Tinker wird der Schlüssel zu Kate und Eve's Träumen der High Society. Erst als ein jäher Unfall das dekadente Abenteuer abrupt beendet, rücken auch die Gefühle in den Vordergrund. Rückblickend erzählt Kate von der Zeit am Vorabend des Zweiten Weltkriegs und von einer Freundschaft, zwischen Naivität, Ignoranz und Lebensfreude.
Amor Towles erzählt die Geschichte in ruhigen, leichten Tönen, mit einem Hauch von Melancholie, der über Allem schwebt, und diesem Buch etwas Besonderes verleiht. Auch die Figuren bleiben eher oberflächlich in ihrer Beschreibung. Nur Eve und Tinker bekommen tiefere Charakterzüge, im Gegensatz zur Protagonistin Kate, die durchweg irgendwie blass und farblos bleibt, obwohl seltsamerweise alle Menschen, die Kate begegnen, von ihr umgehend fasziniert zu sein scheinen. Die Oberflächlichkeit der Figuren passt allerdings zum Zeitpunkt, denn der Glanz der 20er Jahre ist längst verblasst im trüben Dunst der Weltwirtschaftskrise. Aber allein durch Ruhe und Melancholie getragen, verliert das Buch an einigen Punkten sich einfach zu sehr und verläuft leider zeitweise in die Langeweile.Mein Fazit: Ein ruhiger, fließender Roman mit stimmigen Flair und stellenweise bezaubernden Wortgeflechten. Leider hält er den Leser nicht durchgängig gefangen, bleibt teilweise einfach zu oberflächlich oder rutscht ins Langweilige. Trotzdem nehme ich einige besondere Momente mit und werde nach dem nächsten Werk des Autors Ausschau halten.
- Agatha Christie
Fata Morgana
(170)Aktuelle Rezension von: koechl"Fata Morgana" ist der 6. Teil der Miss Marple Reihe und wie immer habe ich mich sehr auf diesen Band gefreut. Miss Marple besucht hier eine alte Freundin, auf deren Landsitz auch eine Erziehungsanstalt für jugendliche Straftäter untergebracht ist. Dieses Setting ist für mich Fluch und Segen zu gleich. Zum einen finde ich es als Handlungsort eine mega Idee, leider leider leider wird daraus aber überhaupt nichts gemacht. Das hat mich wirklich sehr enttäuscht.
Wie immer hat man viele Charaktere, die man sich irgendwie merken muss und wie immer fiel mir das gar nicht so leicht. Der Fall an sich war aber schon unterhaltsam und ich bin mal wieder so überhaupt nicht auf die Lösung des Ganzen gekommen.
Für mich war "Fata Morgana" ein unterhaltsames Buch, im Vergleich mit vorherigen Bänden dieser Reihe aber eher durchschnittlich. - Agatha Christie
Passagier nach Frankfurt
(25)Aktuelle Rezension von: DorGerGut, große Literatur hat Christie ja nie geschrieben, aber für das seichte Vergnügen hat sie mir bislang gute Dienste geleistet. Aber dieses Buch ist ärgerlich. Es fehlt eine geschmeidig durchgehende Handlung, die Auflösung der Erzählsplitter, die Glaubwürdigkeit der Storyline, der Spaß. Ist mir ein Rätsel, warum sich ein Verlag die Arbeit einer Übersetzung überhaupt angetan hat. Muss Geldgründe haben.
Überhaupt nicht empfehlenswert! - Agatha Christie
Mord im Spiegel
(131)Aktuelle Rezension von: koechlThe Mirror Crack'd from Side to Side war wieder ein Miss Marple Fall der richtig Spass gemacht hat. Die Geschichte hat ein bisschen gebraucht bis sie richtig in Fahrt gekommen ist, doch dann wurde es richtig spannend. Ich habe die Auflösung zwar irgendwann erahnt, doch zuvor wurde ich auf einige falsche Fährten gelockt. Zudem mochte ich Miss Marple und ihre Art den Fall zu lösen in diesem Teil wieder sehr. Es gab zudem auch richtig humorvolle Momente und so blieb die Geschichte durchgehend unterhaltsam.
- Agatha Christie
Das krumme Haus
(110)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerMit Agatha Christie kauft man das, was man erwartet: ein spannendes Buch, das einen nicht enttäuscht. Ich habe es damals als Einstieg nach einer Leseflaute gekauft und mit diesem dünnen, spannenden Buch den Knoten gelöst.
Sicherlich ist es eine „klassische“ Agatha-Christie-Geschichte. Da es aber weder aus der Miss-Marple- noch aus der Hercule-Poirot-Reihe kommt, kann man einfach anfangen und auch wieder aufhören, ohne das Gefühl zu haben, etwas verpasst zu haben.
Für mich war es genau das richtige Buch zur richtigen Zeit – kurz, spannend und ein guter Wiedereinstieg ins Lesen.
- Marie Benedict
Mrs Agatha Christie
(181)Aktuelle Rezension von: Nicoletta26Das Buch "Mrs Agatha Christie" von Marie Benedict beleuchtet die Ehe von Agatha Christie und ihr mysteriöses Verschwinden für 11 Tage im Jahr 1926.
Geschrieben wird das Buch in 2 Zeitebenen. Einmal geht es um das Verschwinden, die folgende Suchaktion und das Verhalten des Ehemannes. Und in der anderen um das Kennenlernen des Ehepaares, wie die Ehe sich entwickelt hat und wie es zur aktuellen Krise kommen konnte. Ich fand das Buch gut geschrieben, nachvollziehbar, unterhaltsam und obwohl es eigentlich offensichtlich ist, war für mich nicht wirklich zu erkennen, was der Grund für ihr Verschwinden war. Am Ende wurde es aufgelöst, aber für mich fehlten noch ein paar Seiten zum weiteren Fortgang, also wie sieht die Zukunft der beiden danach aus?
Schwierig fand ich die Empfehlungen der Verwandtschaft, dass Agatha sich um ihren Mann gut kümmern soll. Sicher war das in der damaligen Zeit so und gehört damit in dieses Buch. Dennoch hatte ich irgendwie ein Problem damit, es wird immer und immer wiederholt und am Ende glaubt man als Leser fast selbst, dass Agatha schuld ist, wenn der Mann fremdgeht, weil sie nie Zeit für ihn hatte. Im Jahr 2025 ist das Quatsch, 1926 aber eben nicht.
Im Nachwort erklärt die Autorin, warum sie die Theorie des Verschwindens von Agathe so umgesetzt hat. Interessant wäre noch gewesen, ob es dafür irgendwelche historisch belegten Quellen gibt oder Hinweise, dass es wirklich so oder so ähnlich gewesen ist. Man weiß es nicht. Vielleicht war es auch ganz anders. Aber glaubhaft ist es auf jeden Fall.
Fazit: auch wenn ich hier viel Kritik geübt habe, hat Marie Benedict ein Buch geschrieben, dass kurzweilig ist, interessant, es hat mich gut unterhalten und ich habe Agatha Christie von einer ganz anderen Seite kennengelernt.
- Agatha Christie
Meine gute alte Zeit
(16)Aktuelle Rezension von: Cindy_JaegerGenau wie ihre Krimis ist auch die Biografie "Meine gute alte Zeit" von Agatha Christie mitreißend und spannend. In kleinen Szenen beschreibt sie lebensnah ihre liebevolle Kindheit, ihre Arbeit als Apothekenhelferin im Krieg und natürlich das Entstehen ihrer berühmten Romane. Als Frau eines Archäologen hat sie darüber hinaus die ganze Welt bereist und nimmt die Leser u.a. mit zu Ausgrabungsstätten in Syrien und dem Irak. Durch Agatha Christies Schilderungen erhält man nicht nur tiefe Einblicke in ihr eigenes Leben und Denken, sondern auch in die Gesellschaft - vom spätviktorianischen England bis nach dem 2. Weltkrieg.
Ich konnte die Biografie nicht aus der Hand legen und habe mich gefühlt, wie auf einer Zeitreise. Was micht überrascht hat, war, wie wenig Agatha Christie anscheinend von ihrer Arbeit als Autorin gehalten hat. Das Schreiben bedeutete für sie vor allem, sich mit Fantasiefiguren zu umgeben, die sie im Alltag begleiten.
Ich würde das Buch jedem Fan von Agatha Christie empfehlen und darüber hinaus allen, die sich von einer Biografie durch die Zeit und an die verschiedensten Orte der Welt führen lassen wollen.
- Agatha Christie
Ein gefährlicher Gegner
(90)Aktuelle Rezension von: AndreasKueckEs war im Jahre 1922 – Hercule Poirot hatte wenige Jahre zuvor seine kleinen grauen Zellen erstmals angestrengt, und Miss Marples Stern am Krimihimmel sollte erst einige Jahre später erstrahlen – da schickte Agatha Christie zwei junge Menschen in die Welt, die die Kriminalliteratur zwar nicht revolutionieren sollten, dafür aber ein Kuriosum darstellten. Mit ihrem jugendlichen Elan und unkonventionellen Auftreten bildeten sie zudem einen attraktiven Gegenpart zum brillanten und pedantischen Hercule Poirot.
Unser Protagonisten-Paar Tommy und Tuppence kamen in nur vier Romanen und einer Anthologie zum Einsatz, die in dem Zeitraum eines halben Jahrhunderts erschienen. Dieser Umstand erscheint zunächst wenig spektakulär, doch jedes Mal waren sie um genau die Jahre gealtert, die seit ihrem letzten Erscheinen vergangen waren. Waren unsere Heldin und unser Held zu Beginn in ihren Zwanzigern und ihre Autorin somit Anfang 30, so alterten sie im Laufe der folgenden Romane höchst würdevoll gemeinsam. Auch ließ Christie die beiden genau in dem Jahr agieren, in dem der jeweilige Roman erschienen war. Somit durchlebte ich als Leser mit ihnen den gesellschaftlichen Wandel, der über diesen Zeitraum stattfand, ebenso, wie die physischen und psychischen Veränderungen, die das Älterwerden so mit sich bringt.
„Zwei junge Abenteurer zu mieten. Zu allem und überall einsatzbereit. Honorar muss stimmen. Kein vernünftiges Angebote wird abgelehnt.“ Mit dieser Anzeige suchen der vorsichtige Tommy und die unerschrockene Tuppence Arbeit. Sie müssen nicht lange auf ihren ersten Fall warten: Beim Untergang des Luxusschiffes RMS Lusitania sind hochsensible Regierungspapiere verloren gegangen. Parallel müssen die beiden auch die mysteriöse Jane Finn suchen. Mehrmals gerät das ungleiche Paar in Gefahr und stößt auf eine abgründige Verschwörung…
(Inhaltsangabe dem Umschlag des Romans entnommen!)
Agatha Christie gelang es bereits mit ihrem zweiten Roman, einen Frauentypus zu etablieren, der damals weit entfernt vom gesellschaftlich erwarteten Bild einer Frau war und somit ein Novum darstellte. Mit Tuppence Cowley (spätere Beresford) tauchte eine sehr resolute, selbstbewusste junge Dame auf der Bildfläche auf, die – im besten Sinne der Worte – die Ärmel hochkrempelt und pragmatisch die Dinge selbst in die Hand nimmt, auch wenn sie dabei hin und wieder über das Ziel hinausschießt. Einen Mann akzeptiert sie an ihrer Seite höchstens dann, wenn dieser ihr auf Augenhöhe begegnet und sie als ebenbürtige Partnerin ansieht. Selbstgefällige Aufschneider, eitle Fatzken und sich selbst überschätzende Gockel können sie nicht beeindrucken – vielmehr lässt sie solche Typen des männlichen Geschlechts charmant abblitzen. Was sie braucht ist ein netter Kerl mit Substanz. Darum setzte Christie ihr mit Tommy Beresford einen jungen Mann vor ihr keckes Näschen, der das genaue Gegenteil von den bereits beschriebenen Typen war. Tommy ist zwar kein Beau aber absolut sympathisch. Dank seiner zurückhaltenden Art, wägt er erst ab, bevor er sich ins Getümmel stürzt. Trotzdem ist er kein Feigling: Wenn es benötigt wird, zeigt er Rückgrat und Courage und ist ein äußerst verlässlicher Partner.
Glaubhaft und detailliert fängt die Autorin das Zeitgeschehen nach dem ersten Weltkrieg ein und lässt auch die damaligen Nöte der (jungen) Menschen nicht unerwähnt. Dies gelingt ihr, ohne dass sie ins allzu dramatische abgleitet. Sie siedelte die Handlung zwischen Kriminalroman und Spionage-Thriller an, die sie mit einigen, in die Irre führenden Wendungen spickte und so eine spannende Unterhaltung garantierte – zumal sie es grandios verstand, die Leserschaft im Dunkeln tappen zu lassen, da sie die Identitäten der Täter gekonnt verschleierte. Die kessen Dialoge zwischen Tommy und Tuppence erinnerten mich an den verbalen Schlagabtausch zwischen Nick und Nora in den „Der dünne Mann“-Verfilmungen, haben nach all den Jahren nichts von ihrer Frische eingebüßt und amüsierten mich famos.
Agatha Christie zeigte in EIN GEFÄHRLICHER GEGNER Tommy und Tuppence in der Blüte ihrer Jahre und legte so den literarischen Grundstein für zwei liebenswerte Figuren, die als PARTNERS IN CRIME nicht nur eine außergewöhnliche Partnerschaft sondern auch eine lebenslange Liebe miteinander verbinden sollten.
- Agatha Christie
Der blaue Express
(111)Aktuelle Rezension von: claudiaZEs dauert zwar einige Seiten bis Hercule Poriot in Erscheinung tritt. Und bis es soweit ist, zeigt die Handlung bereits verschiedene Facetten, so dass es nicht vorhersehbar ist, welches Motiv tatsächlich der Auslöser für den verübten Mord ist. In seiner ganz eigenen Art, stellt Poriot zu nächst wieder einmal klar, dass er der weltbeste Meisterdetektiv auf Erden ist und löst dann gekonnt den Fall. Den wahren Mörder überführt er, indem er auch noch der letzten Ungereimtheit Beachtung schenkt.
- Robin Stevens
Mord erster Klasse
(43)Aktuelle Rezension von: Anna0807Nachdem ich mich mit dem zweiten Band der Reihe etwas schwergetan hatte, war ich sehr gespannt, ob mich dieser dritte Teil wieder mehr überzeugen kann. Und was soll ich sagen? Für mich war Mord erster Klasse ein echtes Highlight.
Schon nach wenigen Seiten konnte ich mich wunderbar in die Geschichte fallen lassen. Die Atmosphäre hat mich direkt abgeholt, und ich habe mich sehr gefreut, Daisy und Hazel wieder bei ihren Ermittlungen begleiten zu dürfen.
Besonders gut gefallen hat mir der Kriminalfall selbst. Die Ermittlungen waren spannend aufgebaut, und ich hatte durchgehend das Gefühl, gemeinsam mit den beiden Detektivinnen nach Hinweisen zu suchen. Dabei hat mir vor allem die offensichtliche Anlehnung an Agatha Christies Mord im Orientexpress gefallen. Die Geschichte greift einige bekannte Elemente auf, wirkt dabei aber nie wie eine Kopie. Stattdessen entsteht ein eigenständiger Fall, der mich bis zum Ende hervorragend unterhalten hat.
Auch die Charaktere konnten mich wieder überzeugen. Daisy und Hazel bleiben sich treu, entwickeln sich aber gleichzeitig weiter. Genau diese Mischung gefällt mir an der Reihe so gut. Man erkennt die Figuren sofort wieder, merkt aber dennoch, dass die Erlebnisse sie prägen und verändern.
Insgesamt hat mich Mord erster Klasse von Anfang bis Ende begeistert. Ein spannender Kriminalfall, sympathische Charaktere und eine tolle Atmosphäre haben dafür gesorgt, dass dieses Buch für mich zu einem der Highlights des Jahres geworden ist.
- Agatha Christie
Morphium
(117)Aktuelle Rezension von: SabrrinaElinor Carlisle steht vor Gericht und alles deutet daraufhin, dass sie Mary Gerrard aus Eifersucht vergiftet hat. Doch der Arzt von Elinors verstorbenen Tante, der sich in die mutmaßliche Mörderin verliebt hat, kann es weder glauben noch akzeptieren und kontaktiert Hercule Poirot, der für ihn herausfinden soll, ob es in Wahrheit nicht doch anders war...
Insgesamt hat mir dieser Poirot wieder gut gefallen, auch wenn er für mich nicht zu den stärksten Fällen von Agatha Christie zählt. Zunächst habe ich mich ein wenig daran gestört, dass Poirot erst vergleichsweise spät in der Geschichte auftaucht. Rückblickend ergibt das allerdings durchaus Sinn, denn zunächst wird ausführlich die Familiensituation rund um Elinor, ihre Tante und Mary aufgebaut. Erst dadurch erhält der Fall die nötige Tiefe und die späteren Ermittlungen wirken umso nachvollziehbarer. Der Einstieg zog sich für meinen Geschmack dennoch etwas. Sobald Poirot jedoch die Bühne betritt, nimmt die Geschichte deutlich an Fahrt auf und ich war wieder voll dabei. Wie so oft gelingt es Agatha Christie, geschickt Zweifel zu säen und den Leser immer wieder über die wahren Zusammenhänge rätseln zu lassen.
Auch wenn dieser Fall für mich weder zu den spannendsten noch zu den raffiniertesten der Reihe gehört, ließ sich das Buch wieder wunderbar lesen. Agatha Christies Krimis haben für mich einfach diesen besonderen Charme, der dafür sorgt, dass ich immer gerne zu einem neuen Fall von Hercule Poirot greife. Insgesamt vielleicht kein neuer Favorit, aber dennoch ein gelungener Kriminalroman.
- Agatha Christie
Fata Morgana
(18)Aktuelle Rezension von: SoerenNachdem Miss Marple von ihrer Jugendfreundin Ruth Van Rydock von merkwürdigen Vorfällen in einem Internat für schwer erziehbare Jugendliche erfährt, reist die alte Dame sofort zu dem dortigen viktorianischen Anwesen Stonygates, um nach dem Rechten zu sehen. Sie bemerkt dort jede Menge Lug und Missgunst. Doch es dauert nicht lang, bis auch der erste Tote gefunden wird. Zusammen mit Inspektor Curry von der Polizei untersucht sie den Fall. Noch während sie dabei sind, kommen weitere Menschen ums Leben.
„Fata Morgana” ist der 43. Kriminalroman von Agatha Christie und der fünfte mit Miss Marple in der Hauptrolle. Die alte Dame hält sich bewohnt im Hintergrund und greift nur selten aktiv ins Geschehen ein. Das erhöht nicht unbedingt die Spannung, ebenso dass die Geschichte nur äußerst schleppend in Gang gerät und es danach nur jede Menge hin und her zwischen den Bewohnern des Anwesens gibt. Daher hat mir dieser Roman nicht ganz so zugesagt.
Die ungekürzte Hörbuchfassung geht 5h48min und wird von Ursula Illert gelesen. - Abir Mukherjee
Ein angesehener Mann
(57)Aktuelle Rezension von: dunkelbuchEine bildreiche Geschichte aus dem alten Kalkutta (heute Kolkata).
Intrigen und Verschleierung sind hier genauso zu finden wie Mut und Vertrauen.























