Bücher mit dem Tag "agoraphobie"
17 Bücher
- Sebastian Fitzek
Das Paket
(2.835)Aktuelle Rezension von: EllenKnorrDas war mein erster Fitzek, der mir nicht ganz so gut gefallen hat. Die Handlung ist etwas verworren und die Hauptprotagonistin Emma ging mir mit ihrer Paranoia und den ständigen haltlosen Anschuldigungen irgendwann mächtig auf die Nerven. Der Plot (und der Mörder) waren wieder mal nicht voraussehbar, was ich gut fand. Das Ende war für mich ein einziges hin und her. Fazit: Nicht das beste Buch von Fitzek, aber ein solider Thriller.
- David Morrell
Creepers
(532)Aktuelle Rezension von: Sternenstaubfee3,5 Sterne
Ein altes Luxushotel, das seit 30 Jahren leer steht. Fünf Menschen dringen in das Gebäude ein auf der Suche nach Abenteuer. Es gibt geheime Gänge, die erforscht werden wollen. Doch aus dem Spaß wird bald bitterer Ernst…
Die erste Hälfte des Buches hat mir am besten gefallen. Ich mochte das Geheimnisvolle an der Geschichte, die Schrecken der Dunkelheit, das Rätsel um den früheren Besitzer…
Irgendwann hat mich die Geschichte dann aber ein wenig verloren. Es wurde ein bisschen zu seltsam, zu übertrieben, trotzdem aber immer noch interessant und unterhaltsam.
06.03.2025
- A. J. Finn
The Woman in the Window - Was hat sie wirklich gesehen?
(311)Aktuelle Rezension von: Vivien_tsIn diesem Thriller lebt Anna seit einem Jahr in einem Haus ohne es verlassen zu haben. Dabei beobachtet sie aus ihrem Fenster heraus ihre Nachbarn bis sie an einem Tag Zeuge eines Verbrechens wird.
Als ich dieses Buch begonnen habe, ist es mir zuerst sehr schwer gefallen reinzukommen. Der Schreibstil war für den Anfang etwas kompliziert, doch wenn man erstmal die Handlung verstanden hat, war die Geschichte flüssig zu lesen. Deswegen fand ich es auch nicht schlimm, dass die Spannung erst circa nach 200 Seiten begann. So konnte man es besser nachempfinden. Was ich jedoch als sehr schade empfand, war, dass man auch erst ab diesem Punkt in der Geschichte Dinge erfahren hat, die nicht schon auf dem Klappentext zu finden waren.
Ab circa der Hälfte des Buches konnte ich es jedoch nicht mehr aus der Hand legen. Ich wäre niemals auf diesen Ausgang der Geschichte gekommen, vor allem weil man so lange nicht weiß, was man glauben kann und was nicht.
Auf jeden Fall eine Empfehlung von mir. - Melanie Raabe
Die Falle
(660)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerDer Debütroman „Die Falle“ von Melanie Raabe erschien ursprünglich im März 2015 im btb-Verlag und ist seitdem in zahlreichen Auflagen und Formaten erhältlich.
Der Roman ist in 35 kurze Kapitel unterteilt. Erzählt wird die Geschichte primär aus der Ich-Perspektive der 38-jährigen Bestsellerautorin Linda Conrads, die zurückgezogen in ihrer Villa am Starnberger See lebt und der Presse ein Rätsel ist. Unterbrochen wird dieser Erzählfluss nur durch Kapitel, die mit „Sophie“ oder „Jonas“ überschrieben sind; diese sind aus der dritten Person verfasst und fungieren als Ausschnitte aus Lindas eigenem Romanprojekt über den Mord an ihrer Schwester.Im Kern der Handlung steht das isolierte Leben von Linda Conrads. Trotz ihres hohen beruflichen Erfolgs quält sie eine schreckliche Erinnerung: Vor elf Jahren fand sie ihre jüngere Schwester Anna in einem Blutbad auf und sah den Mörder flüchten – ein Gesicht, das sie bis in ihre Träume verfolgt. Seit diesem Tag hat sie ihr Haus nicht mehr verlassen und lebt, geplagt von Ängsten und Depressionen, in ihrer eigenen Welt. Sie pflegt nur Kontakt zu einem kleinen Kreis von Menschen, die sie privat und beruflich unterstützen. Melanie Raabe hat hier ein beklemmendes psychologisches Kammerspiel erschaffen: Da Linda das Haus nicht verlassen kann, konzentriert sich die Handlung fast ausschließlich auf diesen einen Ort. Als sie eines Tages im Fernsehen das Gesicht des Mannes wiederzuerkennen glaubt, der damals ihre Schwester ermordete, schmiedet sie einen perfiden Plan, um ihn in eine Falle zu locken – ihr einziger Köder ist sie selbst.
Melanie Raabe ist mit diesem Debüt ein außergewöhnliches Leseerlebnis gelungen. Die bedrückende Enge, in der Linda lebt, wurde beim Lesen fast greifbar; die beklemmende Atmosphäre hat mich zeitweise regelrecht atemlos gemacht. Linda lässt uns tief an ihren Gedanken und Fantasien teilhaben, die teilweise verwirrend oder gar leicht verstörend wirken. Ihre Art, Gedanken zu beschreiben – verschachtelt und manchmal repetitiv – empfand ich anfangs als etwas anstrengend, doch mit der Zeit begriff ich, dass gerade diese Erzähltechnik dem Roman sein besonderes „Etwas“ verleiht.
Zusätzlich dazu baut die Autorin durch die kurzen Kapitel und den geschickten Perspektivwechsel zwischen Linda und den Roman-Ausschnitten eine subtile, stetige Spannung auf. Man merkt schnell, dass Linda eine unzuverlässige Erzählerin ist. Während sie als Protagonistin sehr nahbar und tiefgründig gezeichnet ist, blieben die anderen Figuren für meinen Geschmack leider etwas blass. Dennoch ist es ein durchweg packender Thriller: Die Frage nach der Identität des Täters treibt einen dennoch regelrecht durch die Seiten. Auch wenn es für meinen Geschmack zu Beginn und gegen Ende ein paar Längen gab, versteht es Melanie Raabe meisterhaft, mit dem Verstand der Leserschaft zu spielen. Ich war während des Lesens oft irritiert, habe spekuliert und ständig neue Theorien aufgestellt, die sich ebenso schnell wieder in Luft auflösten. Das Ende hat mich letztlich doch überrascht, obwohl ich die Auflösung insgeheim sogar in Erwägung gezogen hatte.
Fazit: Ein raffiniertes Debüt, das durch seine psychologische Tiefe überzeugt, auch wenn es nicht frei von Längen ist. Aufgrund des durchweg gelungenen Konzepts und der dichten Atmosphäre ist der Roman eine klare Empfehlung für Leser, die ein psychologisches Kammerspiel gegenüber reiner Action bevorzugen und sich auf ein entschleunigtes, aber intellektuell forderndes Leseerlebnis einlassen möchten. - Catherine Ryan Hyde
Ich bleibe hier
(149)Aktuelle Rezension von: dodo2025Ich denke, das Buchcover sagt schon viel über den Buchinhalt aus. Der Inhalt erinnerte mich etwas an den Buchspazierer vom Carsten Henn, da wie auch in diesem Buch geht es um ein Mädchen - Grace - was zwar altklug rüber kommen kann, aber doch irgendwie auch herzlich ist, wie sie sich um die Nachbarn kümmert und sogar Freundschaft schließt. Was auch dazu führt, dass es dem Nachbarn Billy Shine, der schon jahrelang nicht mehr aus dem Haus ging, weil er unter Agoraphobie leidet, langsam wieder besser geht und er wieder mehr am Leben teilnehmen kann. Somit unterstützen sich die Beiden gemeinsam, da Grace mit einer drogenabhängigen Mutter zusammen lebt und dadurch Probleme entstehen, geben sie sich Unterstützung.
Der Schreibstil war flüssig und gut geordnet. Mir hat das Buch gut gefallen und ich würde es weiter empfehlen, da es auch nicht so oberflächlich erzählt wird.
- Luana Lewis
Lügenmädchen
(123)Aktuelle Rezension von: ThrillerHerzLügenmädchen war das erste Mystery-Buch, das ich mir gekauft habe. Das Cover fand ich sofort ansprechend und der Text hinten drauf klang auch sehr vielversprechend. Trotzdem habe ich fast anderthalb Wochen gebraucht, bis ich es fertig gelesen hatte.
Worum es geht:
Stella hat etwas Schlimmes erlebt und seitdem Agoraphobie. Sie hat ihr Haus seit fast zwei Jahren nicht mehr verlassen. Ihr Alltag ist, in ihrem großen, einsamen Haus auf ihren Mann zu warten. Er ist Psychotherapeut und hat eine eigene Praxis in der Stadt. Sie liest viel und schafft den Tag nur so halb, weil sie Schlaftabletten und andere Medikamente nimmt.
Eines Tages steht bei Schnee und Eis plötzlich ein junges Mädchen vor ihrer Tür. Zuerst will Stella sie nicht reinlassen, aber dann ist ihr Mitleid doch größer als die Angst. Ob das eine gute Entscheidung war und ob Blue, das Mädchen, wirklich lügt, merkt man dann im Laufe der Geschichte.
Meine Gedanken dazu:
Der Schreibstil hat mir echt gut gefallen. Ich konnte das Buch flüssig lesen, bin nur so durch die Seiten geflogen. Ich mag besonders Geschichten, die aus verschiedenen Sichten erzählt werden, also von verschiedenen Leuten oder zu unterschiedlichen Zeiten. Das war hier genau so – und klar, die Kapitel endeten oft an den spannendsten Stellen.
Manchmal hat mich die Geschichte total gepackt und neugierig gemacht. Es gab ein paar echt spannende Momente, da wollte ich unbedingt weiterlesen. Zum Schluss wurde die Handlung aber immer flacher, ich konnte vieles vorhersehen und fand es ziemlich einfallslos.
Wichtige Fragen blieben offen, während unwichtigere Sachen total übertrieben dargestellt wurden. Den großen Überraschungseffekt, den ich von einem Psychothriller erwarte, gab es leider nicht.
Mein Fazit:
Der Anfang war vielversprechend, der Schreibstil angenehm und die Grundidee interessant. Leider konnte das Ende die Erwartungen, die ich hatte, nicht erfüllen. Für mich war Lügenmädchen deshalb eher ein durchschnittlicher Thriller als der spannende Psychothriller, den ich mir erhofft hatte.
- A.V. Geiger
Tell Me No Lies
(129)Aktuelle Rezension von: Sandra8811Warum habe ich mich für das Buch entschieden?
Der erste Teil hat mir so gut gefallen, dass ich wissen wollte, wie es weiter geht.Cover:
Das Cover passt perfekt zu dem des ersten Teils, auch wenn mir dort das Farbspiel besser gefallen hat.Inhalt:
Eric Thorn scheint verschwunden, nur Tessa weiß was passiert ist und hat sich entschlossen Twitter den Rücken zu kehren.Handlung und Thematik:
Die mitreißende und spannende Story über Angststörungen und Popstar-Romance geht in die zweite Runde. Auch diesmal hat die Autorin diese Ängste wieder gut in die Handlung mit eingewoben. Diesmal war es allerdings gefühlt etwas übertrieben und handlungstechnisch nicht ganz so realistisch und authentisch. Die Wendung am Ende hat mich aber doch überrascht.Charaktere:
Tessa kämpft noch immer mit ihren Ängsten, allerdings haben sie nun andere Ausprägungen. Sie wirkte wieder in ihren Handlungen und Gedanken sehr authentisch. Eric machte in diesem Teil eine Wandlung durch, die auch sehr authentisch war. Die Nebencharaktere passten auch gut ins Bild.Schreibstil:
Der Schreibstil war wieder so locker leicht wie im ersten Teil und auch hier gabs wieder Chat-Passagen, was ich sehr schön finde. Allerdings wirkte die Handlung stellenweise etwas erzwungen spannend. Die Wendungen waren überraschend. Für mich war das Finale etwas schwächer als der erste Band, aber dennoch lesenswert.Persönliche Gesamtbewertung:
Konnte nicht ganz mit dem ersten Band mithalten, war aber trotzdem lesenswert.Serien-Reihenfolge:
1. Follow Me Back
2. Tell Me No Lies - Vi Keeland
The Story of a Love Song
(222)Aktuelle Rezension von: DrunkenCherryIn letzter Zeit habe ich bei den Büchern von Keeland & Ward oft gemeckert, dass sie immer dasselbe Strickmuster fahren und es langsam langweilig wurde. Doch „The story Of A Love Song“ von meinem SuB zu befreien, war eine gute Entscheidung, denn diese Geschichte unterscheidet sich definitiv von den anderen.
Die Brieffreundschaft zwischen Griffin und Luca fand ich sehr romantisch – zumindest bis zu dem Moment, in dem sie so dirty wurde. Ab da schien es nur noch um Erotik zu gehen, was ich ziemlich schade fand.
Aber ich mochte Luca und ihre wirklich schlimme Hintergrundgeschichte. Es war verständlich, wieso sie sich nicht mehr bei Griffin gemeldet hat – genau so, wie verständlich war, wieso er sie umso mehr gebraucht hat und sie nicht vergessen konnte.
Schade war,d ass das Hausschwein eine so kleine Rolle gespielt hat, von ihr hätte ich gerne mehr gelesen. Aber den Doc mochte ich sehr. So kuriose Charaktere können die beiden Autorinnen wirklich gut.
Im Grunde hat mir diese 'verschiedene Welten' Geschichte super gut gefallen. Obwohl ich den Part mit dem Rockstarleben zur Mitte hin etwas öde fand. Aber das ist ein persönliches Problem – ich mag einfach nichts mehr über reiche Schnösel lesen.
Aber das Buch hat dann auch noch gut die Kurve gekriegt, indem es sich wirklich mit den Problemen der Charaktere auseinandergesetzt hat. Liebe war kein Allheilmittel, Luca musste dennoch an ihrem Trauma arbeiten, aber es hat gezeigt, dass Liebe zumindest ein Grund sein kann, aus dem man an sich arbeiten möchte. Das fand ich sehr schön.
Ich fänds toll, wenn die beiden Autorinnen wieder mehr solche Geschichten schreiben und wieder aus ihrem Einheitsbrei heraus kommen würden, denn man sieht, dass sie das wirklich gut können.
- A.V. Geiger
Follow Me Back
(287)Aktuelle Rezension von: bookxn_bellyIch habe Follow Me Back tatsächlich innerhalb eines Tages durchgelesen – das Buch hat mich von der ersten Seite an gepackt! Der Schreibstil ist super flüssig, spannend und lässt sich unglaublich schnell lesen. Man möchte einfach wissen, wie es weitergeht, und das macht für mich schon viel aus.
Trotzdem bin ich mit dem Hauptcharakter Tessa gar nicht warm geworden.
Ich habe Tessa als egoistisch und teilweise nur sehr schwer nachvollziehbar empfunden. Ihr Verhalten hat mich regelrecht genervt.
Scott und Tessa´s Mutter hingegen konnte ich deutlich besser verstehen. Ich wäre an deren Stelle längst durchgedreht, bei dem Verhalten was Tessa an den Tag legt.
Ebenso Eric, auch ihn konnte ich gut verstehen und seine Reaktion wirkten für mich realistisch.
Mit dem Ende der Geschichte habe ich mich aber etwas schwergetan… auch dieses ist meiner Meinung nach, was das angedeutete Strafmaß betrifft unrealistisch. Es liegt kein wirklicher Straftatbestand vor und doch ist die Rede davon, dass eine Person „lange hinter Gittern bleiben wird“.Die gesamte Geschichte wirkt mir daher doch sehr konstruiert.
Schlussendlich ein schnell und gut zu lesender Roman, der einen sofort in seinen Bann zieht. Charakterlich zwar teilweise schwierig, aber definitiv ein Buch, das man so schnell nicht aus der Hand legt!
- Oliver Polak
Der jüdische Patient
(22)Aktuelle Rezension von: HoldenOliver Polaks Bericht aus der Psychiatrie, vielen Dank für die Lesung im Alten Schlachthof in Lingen! Was die psychischen Leiden angeht und einem diese Krankenhäuser auch nicht ganz fremd sind, hat man einiges wiedererkannt, so schlimm wie Oliver hatte es mich damals aber zum Glück nicht erwischt. Die Beschreibungen der Verwirrungen, Angstzustände usw. sind schon sehr treffend, mutig so was öffentlich zu machen. Und man ist natürlich nach wie vor sprachlos, mit welchen Gedanken- bzw. Taktlosigkeiten bis hin zu offenen Vorurteilen und Antisemitismen jüdische Menschen in Deutschland klarkommen müssen, wunderbar daß der Autor diese Menschen als das "Dreckspack" bezeichnet, das sie sind. Nur bei der Udo-Jürgens-Verehrung gehe ich nicht mit, auch wenn ich seine sozialkritischen Texte natürlich kenne. Toller Autor, sehr gelungenes Buch!
- José Eduardo Agualusa
Eine allgemeine Theorie des Vergessens
(83)Aktuelle Rezension von: Julietta89Der Einstieg gelingt schnell – man ist sofort mitten im Geschehen, auch wenn anfangs unklar bleibt, wohin die Geschichte führt. Gerade die Protagonistin, die sich in ihrer Wohnung eingeschlossen hat, fand ich bemerkenswert. Auch der kleine Sabulu war ein Highlight.
Was mich beeindruckt hat, war, wie viel man über die Geschichte Angolas mitbekommt. Gleichzeitig war es nicht immer einfach, der Handlung zu folgen. Viele Stränge, Zeitsprünge und Figuren haben es stellenweise verwirrend gemacht, wer gerade eigentlich im Mittelpunkt steht.
Die Figuren wirkten glaubwürdig, auch wenn manches ein wenig überzogen war. Besonders hängen bleibt das Wissen um die portugiesische Kolonialzeit und den schwierigen Bürgerkrieg in Angola – ein Hintergrund, der dem Buch viel Tiefe gibt.
- John Corey Whaley
Hochgradig unlogisches Verhalten
(39)Aktuelle Rezension von: SillivSeit 3 Jahren verlässt Solomon nicht mehr das Haus, er hat Angstzustände und Panikattacken. Lisa will Psychologin werden und erinnert sich an Sol, der auf ihrer Schule war und findet raus, wo er wohnt. Sie möchte einen Aufsatz über ihn schreiben, damit kann sie sich an einer Uni für ein Stipendium bewerben. Sie werden Freunde, auch holt Lisa ihren Freund Clark mit ins Boot.
Am Ende geht es nur um Freundschaft, die Berge versetzen kann.
Nett, hatte andere Erwartungen, dachte es gäbe viele lustige Situationen.
- Franziska Jennifer Lange
Das Aquarium
(25)Aktuelle Rezension von: Cat78Das Buch beschreibt sehr gut wie es für einen Angstpatienten ist das Leben zu meistern. In der Hinsicht muss ich sagen das ist wirklich gut gelungen und ich kann es beurteilen, da ich selber eine Angststörung habe. Also entweder würde hier gut recherchiert oder die Autorin kennt es selber.
Der Streibstiel passt auch sehr gut, ich vermute das Buch ist eher für eine jüngere Zielgruppe gedacht, was man an der Sprache der Figuren erahnen kann. Gestört hat es mich jedoch nicht.
Die Geschichte ist gut aufgebaut. Stück für Stück erfährt man immer mehr warum George so ist und wie es dazu kam. Es erinnert mich etwas an eine Zwiebel bei der man mit jeder Schicht die man abträgt ein Stück weiter zum Kern der Sache kommt. Hier kamen mehrere Punkte zusammen die dazu führten, dass sich die Angst bilden könnte.
Es wird aber auch gezeigt, mit den richtigen Menschen um sich herum die George so akzeptieren wie er ist ihn aber auch immer wieder motivieren, kann das Leben um ein vielfaches einfacher werden.
Nun zu dem eigentlich einzigen Kritikpunkt an dem Buch. Klar die Art wie er dann seine Angst überwindet ist sicher auch eine Möglichkeit und ich habe das auch so ähnlich gemacht jedoch mit intensiver Vorarbeit, daher hätte es in dem Fall wie er im Buch beschrieben wird auch extrem stark nach hinten los gehen können und gerade weil es das Hauptthema in dem Buch ist und sich der ein oder andere mit Angststörung daran ein Beispiel nimmt. Man sollte so was nicht ohne begleitende Therapie und auch nicht ohne Vorbereitung machen. Es kann auf der Art nämlich die Angst unter Umständen noch verstärken.
- A. J. Finn
The Woman in the Window - Was hat sie wirklich gesehen?
(33)Aktuelle Rezension von: 3lesendemaedelsDie Kinderpsychologin Dr. Anna Fox hat ihr Haus in New York seit zehn Monaten nicht mehr verlassen, da sie unter Agoraphobie leidet. Sie wohnt alleine mit einem Untermieter und ihr Mann und ihre Tochter halten in täglichen Telefongesprächen Kontakt. Wenn sie gegen Mittag aufsteht ist ihr erster Gang ans Fenster, um ihre Nachbarn auszuspionieren. Interessantes hält sie mit der Kamera fest. Ansonsten bestimmt ihr Alltag der Griff zum Weinglas, Tabletten und die umfangreiche Sammlung DVD's mit alten Filmen. Als gegenüber eine neue Familie einzieht, wird sofort Anna's Interesse geweckt. Wenig später beobachtet sie, wie im gegenüberliegenden Fenster eine Frau erstochen wird. Doch niemand glaubt ihr, denn es wird kein Opfer gefunden und aufgrund ihrer Erkrankung soll sie sich alles nur eingebildet haben.
Ein perfekter Psychothriller zum Mithören neben der Hausarbeit . Nina Kunzendorf liest sehr gekonnt und macht das Hören zum Erlebnis.
- Dennis Lehane
Der Abgrund in dir
(164)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerDennis Lehane ist der Autor des psychologischen Thrillers Shutter Island, ein Meisterwerk, das mit der Psyche seiner Protagonisten und mit den Erwartungshaltungen der Leser*innen spielt und mit Leonardo DiCaprio kongenial verfilmt wurde. Roman und Verfilmung sind dabei äußerst tiefgründig und aus psychologisch-psychiatrischer Perspektive außergewöhnlich spannend. Grund genug für mich, mich auf den neuesten Psychothriller von Lehane zu stürzen, wird er doch beworben mit „Der Leser findet sich wieder in einem Spiegelkabinett, das in seiner psychologischen Raffinesse an den Weltbestseller ›Shutter Island‹ erinnert.“ „Der Abgrund in dir“ fängt denn auch äußerst vielversprechend an und zeigt, dass Lehane Spaß an der Psychologie hat.
Aber um es gleich vorweg zu sagen, etwa ab der Hälfte kippt der Roman und das letzte Drittel ist, und das tut schon fast leid, das schreiben zu müssen, wirklich ziemlich mies. Hier wurde nicht versucht einen stringenten, intelligenten Roman zu schreiben, hier wurde auf die Verfilmbarkeit hin geschrieben. Und dazu bedarf es in Hollywood wohl vor allem viel Action. Passt zwar überhaupt nicht zu den ersten 300 Seiten, aber das scheint leider keine Rolle gespielt zu haben. Dazu ist die Handlung im letzten Drittel dermaßen unglaubwürdig, mangelt an vielen Stellen einfacher Logik und zerstört die aufgebauten Charaktere zu billigen B-Movie Stereotypen. Für mich völlig unerklärlich, was da in Lehane gefahren ist, wenn nicht ein Vorvertrag mit Hollywood geschlossen wurde.
Nichts ist, wie es scheint
Im Prinzip hat man es hier mit einem guten Beispiel für gehypte Bestseller zu tun. Großer Name, teure Werbung und es muss unbedingt so viel Gewinn wie annähernd möglich herausgeschlagen werden. Der Inhalt spielt dabei schon fast keine Rolle mehr. Dabei ist der Anfang spannend und die Charaktere werden wieder hervorragend aufgebaut. Rachel Childs hat nie ihren richtigen Vater kennengelernt. Sie kennt nicht einmal seinen Namen. Nach dem Tod der Mutter, die sich lebenslang weigerte die Identität zu verraten, macht sich Rachel auf die Suche. Dieser einleitende Abschnitt macht Spaß und Neugierig. Aber bereits hier hätte man beim Lesen aufmerken müssen, denn ein wichtiger plot twist kommt dermaßen dümmlich daher, dass es mich wundert, dass Lehane der Autor sein soll. Wurde hier bereits der Anspruch heruntergeschraubt, um noch breitere Leserschichten zu erreichen? Sind die intelligenten Erklärungen für einige Leser*innen nicht mehr nachvollziehbar? Zugegeben an dieser Stelle hat es mich nur verwundert, aber nicht weiter gestört, da die Gesamtgeschichte bis dahin absolut fesselnd war.
Doch so langsam kippt die Erzählung hin zu absurden Zufällen und unglaubwürdigen Entwicklungen. Zu diesem Zeitpunkt ist nur noch nicht klar, wie sich alles auflöst und es hätte durchaus noch die eine oder andere Option gegeben, dass das alles Sinn ergibt und dass es dann zu einem großartigen Thriller geworden wäre. Denn Lehane ist ja eben bekannt für seine psychologischen Konstrukte. Schließlich heißt es ja auch beim Klappentext bedeutungsschwanger: „Nichts ist mehr, wie es scheint.“ Das hätte ja auch durchaus auf die Wahrnehmung von Realitäten zielen können, auf die psychologisch immer wieder interessante Frage: was ist Wirklichkeit? Leider ist es eben nur nicht dieses Spiel mit den Wahrnehmungen oder Wahrnehmungsverzerrungen. Obwohl es immer wieder auch Anleihen zum Gaslightning gibt. Damit wird zwar meine Aufmerksamkeit getriggert, aber nur um dementsprechend in die bodenlose Enttäuschung zu stürzen, wenn feststellbar wird: da kommt nichts mehr. Keine Wendung, die alles anders erscheinen lässt. Vielleicht ist das ja der Abgrund von dem der Titel erzählt.
Wie es scheint, ist es Nichts
Lehanes Der Abgrund in dir verliert sich ab der zweiten Hälfte in einen banalen Thriller. Das hat man alles schon mal gelesen, und zwar besser. Die „unglaubliche Verschwörung“, die der Klappentext ankündigt, ist wirklich, im wahrsten Sinne des Wortes, unglaublich. Und eigentlich auch keine Verschwörung. Letztlich würde es zu einem Krimi reichen, doch dann hätte man das Ganze auch schon wesentlich besser und vor allem glaubwürdiger gelesen. Für mich das Schlimmste sind jedoch diese unfassbaren Stereotype, die im letzten Drittel auftauchen. Da wird wirklich an keinem Klischee gespart. Und spätestens bei der James-Bond-Referenz, oder ist es eher ein Ideenklau, ist es bei mir mit wohlwollender Kritik eines „psychologischen Spannungsromans“ vorbei. Aber das Beste, respektive das Schlechteste, ist, dass ein ganz wesentlicher Teil des letzten Drittels, nicht nur an Logik mangelt, sondern schlichtweg auch nicht erklärt wird. So als ob Lehane nicht einmal mehr gemerkt hat, was er da alles geschrieben hat. Und so folgt man einer Geschichte, die immer lächerlicher wird und wird weder mit einem bombastischen plot twist zum Ende hin belohnt, noch mit einer Aufklärung aller Absurditäten. Und dabei begeht Lehane sogar einen der allerschlimmsten Kardinalfehler, von denen ich dachte, dass diese Art der Erklärung mittlerweile, zu Recht, tabu sei: Die „Bösen“ erklären im Angesicht des Todes (oder wahlweise ihres Sieges) noch einmal ausführlich den weiteren Masterplan. Hey, warum sollte das jemand tun? Das Internet ist voll mit Verballhornungen genau dieser absurden Erzähltechnik.
Den Vergleich hat Shutter Island wahrlich nicht verdient. Und das Einzige was am Ende bleibt, ist die Erkenntnis: Nichts ist, wie es scheint. Nicht einmal mehr Lehanes psychologisch anspruchsvolle Charaktere und Geschichten.
- Silvia Aeschbach
Leonardo Di Caprio trifft keine Schuld
(14)Aktuelle Rezension von: Igelmanu66»Was, um Himmels willen, geschah mit mir? Die Farben des Himmels und der Bäume erschienen mir unerträglich grell, die Grillen zirpten nicht mehr melodisch, sie kreischten richtiggehend. Der Waldboden, der eben noch so gut nach Moos gerochen hatte, stank plötzlich nach Moder. Ich nahm alles wie durch einen Filter wahr, einen Filter, der die Umgebung nicht in ein angenehmes, weiches Licht tauchte, sondern die Bilder verzerrte. Eine Kälte, wie ich sie vorher nicht kannte, erfasste mich. Noch vor fünf Minuten war mir der Schweiß in Strömen heruntergelaufen, und jetzt hatte ich das Gefühl, in einem Eisblock zu stecken. Für einen Moment schien mein Herz stehen zu bleiben, doch dann begann es noch wilder zu rasen.«
Silvia Aeschbach ist siebzehn, als sie die erste Panikattacke ihres Lebens vollkommen unvorbereitet trifft. Sie fühlt sich wie in einem Horrorfilm, glaubt zu sterben. Ein Erlebnis, das sich im Laufe der folgenden Jahrzehnte zigfach wiederholen wird…
Sehr viele Menschen leben so wie Silvia mit einer Angsterkrankung, etwa jeder fünfte leidet zumindest zeitweise unter Angstzuständen. Und die Dunkelziffer ist hoch, denn noch immer trauen sich viele nicht, über ihre Ängste zu reden. Oder sie versuchen es, versuchen bei einem Arzt Hilfe zu erhalten, doch dieser behandelt lediglich die Symptome und erkennt nicht die Ursache dahinter.
In einer leicht zu lesenden, humorvollen und selbstironischen Art, schreibt Silvia über ihre Angst und ihr Leben mit ihr. Alles wirkt sehr ehrlich und offen, wer selber betroffen ist, erkennt sich an vielen Stellen wieder. Mir jedenfalls ging es so.
Ich fand das Buch enorm berührend, ich konnte so gut nachfühlen, was Silvia empfand und gleichzeitig gingen mir beim Lesen so viele Situationen aus meinem eigenen Leben durch den Kopf, ich erinnerte mich an die ersten Attacken, die ich bereits als Kind erlebte, an all das, was danach kam… Ich glaube, ich könnte auch ein Buch füllen. Nur ohne Leonardo ;-) Jedenfalls bin ich sicher, dass es mir sehr geholfen hätte, wenn ich dieses Buch früher gelesen hätte. Als Betroffener erkennt man, dass man es schaffen kann, ein gutes und erfolgreiches Leben zu führen. Mit und trotz der Angst.
Zusätzlich zu ihren eigenen Erlebnissen vermittelt Silvia viel Wissen rund um die Panik. Angefangen bei ganz allgemeinen Dingen wie dem Fakt, dass man Panik, im Gegensatz zur „normalen“ Angst, nicht durch Mut oder Willen überwinden kann. Es gibt medizinische Hintergrundinfos und einige interessante (oft auch unterhaltsame) Listen mit „Top Ten“, zum Beispiel die Top Ten der Symptome oder der Dinge, die man als Paniker wissen sollte. Sehr treffend auch die Liste der Sätze, die man während einer Panikattacke nicht hören will! Und schließlich Silvias persönliche Tipps – eine tolle Liste!
Nun sind zum Glück die meisten Menschen nicht betroffen. Für sie wird dieses Buch sicher auch hilfreich sein, denn vermutlich können sie sich nicht vorstellen, was ein Paniker durchmacht. Womöglich glauben sie, dass sie jemandem mit einer Panikattacke helfen könnten, wenn sie ganz ruhig auf ihn einreden. Dass alles nur eine Frage der Beherrschung ist und sicher nicht so schlimm. Wer dieses Buch liest, wird hoffentlich mehr Verständnis entwickeln und darf sich im Gegenzug über die sehr selbstironischen Schilderungen amüsieren. Denn ganz ehrlich: Wenn man nicht selbst betroffen ist, ist so einiges wirklich unfreiwillig komisch.
Fazit: Vielen Dank Silvia Aeschbach für dieses informative, ehrliche und mutmachende Buch! Sehr lesenswert für jeden, der selber unter Ängsten leidet und für jeden Interessierten.
- Tetiana Trofusha
COMING HOME
(24)Aktuelle Rezension von: Gina_GrimpoIch verzichte nur äußerst ungern auf meinen Schlaf, aber dieses Buch konnte ich unmöglich aus der Hand legen, ohne es beendet zu haben. Es beginnt beklemmend und düster und ich hatte sofort eine Vermutung, in welche Richtung das alles gehen wird. Doch diese Vermutung wurde mit jeder weiteren Seite entkräftet, ich habe mehrere Theorien quasi im Minutentakt wieder über den Haufen geworfen und auch wenn ich das Ende ein klitzekleines bisschen dann doch vorausgesehen habe: mit der Auflösung im Ganzen hätte ich im Leben nicht gerechnet.
Sehr gut geschrieben, packende Geschichte und die Autorin schafft es zudem perfekt, auf wenigen Seiten eine passen Atmosphäre zu kreieren, der man sich kaum entziehen kann. Gehört definitiv zu den Büchern, zu denen ich meine Mitmenschen nötigen werde :-)
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