Bücher mit dem Tag "akw"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "akw" gekennzeichnet haben.

24 Bücher

  1. Cover des Buches BLACKOUT - Morgen ist es zu spät (ISBN: 9783442380299)
    Marc Elsberg

    BLACKOUT - Morgen ist es zu spät

     (1.386)
    Aktuelle Rezension von: Laurascrimetime

    Das Buch ist ziemlich langatmig. Man hätte das Buch viel kürzer fassen können. Schade fande ich auch, dass man die Katastrophe und die damit einhergehende Lebensumstellung größtenteils von der Oberschicht erfahren hat. Ich hätte viel lieber und viel mehr über die Sicht der Mittel- und Unterschicht gelesen.

    Die letzten 200 - 150 Seiten haben mir gefallen. Hier kam Action rein und es wurde spannend. 

  2. Cover des Buches Die Wolke (ISBN: 9783473580149)
    Gudrun Pausewang

    Die Wolke

     (918)
    Aktuelle Rezension von: Frank2

    Ich kennen Eltern, die ihren Kindern die Lektüre dieses Buches untersagen. Nachdem ich mich im Zuge des Deutschunterrichts meiner Tochter mit dem Buch beschäftigt und es gelesen habe, muss ich zugeben, dass die besagten Eltern aus meiner Sicht gute Gründe dafür haben.

    Ich will diese Auffassung begründen.

    Das Buch ist Fiktion, und darf deshalb auch fiktionale, sprich spekulative Inhalte haben. Die Autorin setzt diese fiktive Handlung aber bewusst in einen 100% realen Rahmen. Der Reaktor, die Orte und der Zeitrahmen sind Realität. Damit wird ein Umfeld geschaffen, dass die Handlung sehr plastisch macht und denkbar erscheinen lässt.

    Das ist sie mitnichten. Dafür gibt es 2 wesentliche Gründe:


    1. Das Bild der technischen Katastrophe ist haarsträubend überspitzt, die Darstellung der unmittelbaren Folgen ebenfalls (auf Spätfolgen wird im Buch nicht weiter eingegangen).


    Die Autorin benennt einen Reaktorunfall, der schlimmer sei als der 1986 in Tschernobyl. Sie bleibt aber jedwede Erklärung schuldig, wie ein solcher Unfall einhergehen könnte. Es ist auch schwer vorstellbar, was folgenschwerer sein soll, als, dass der Reaktor eines Kernkraftwerks samt aller ihn umgebenden Hüllen gesprengt wird und der Inhalt des Reaktors in die Umwelt freigesetzt wird – so geschehen in Tschernobyl. Falls man eine thermonukleare Kettenreaktion wie bei einer Kernwaffe in Betracht zieht, so sei gesagt, dass die physikalischen Voraussetzungen dafür in einem Kernkraftwerk nicht gegeben sind, und auch nicht durch die Umstände eines wie auch immer gearteten Unglücksfalls entstehen können.

    Dennoch beschreibt die Autorin unmittelbare Folgen, die ihrer Fernwirkung z.T. weit über die des Atombombenabwurfs über Hiroshima hinaus gehen. So wird z.B. der Protagonistin Janna-Berta eine schwere Strahlen-Krankheit attestiert (Erbrechen und Haarausfall – Strahlenbelastung 2-4 Gy), die sie in 87 km Entfernung zum Unglücksort erlitten haben soll. Das ist vollkommen unrealistisch. In Tschernobyl erlitten nur Menschen diese Schwere der Strahlenkrankheit, die für Aufräumarbeiten unmittelbar am verunglückten Reaktor eingesetzt waren. In Hiroschima war der Radius um den Mittelpunkt der Bombenexplosion, innerhalb dessen man dieser Belastung durch Primär-Strahlung ausgesetzt war, 1 - 2 km. Die Autoren verortet solche Erkrankungen bis 100 km Luftlinie vom Kernkraftwerk entfernt. Auch wenn man den radioaktiven Fallout als Ursache in Betracht zieht, sei darauf hingewiesen, dass es in Hiroshima nur innerhalb des inneren Stadtgebietes, und in Tschernobyl nirgends außerhalb des Kraftwerks selbst zu derartigen Belastungen durch den Fallout kam.

    Nach der Autorin waren ferner die Menschen in der sogenannten Todeszone so verstrahlt, dass sie eine Gefahr für andere Menschen darstellten, weshalb sie den Unglücksort nicht verlassen durften. Eine solche Verstrahlung ist nicht möglich. Eine Strahlungsdosis, die die Elemente im Körper eines Menschen derart aktiviert, dass er selbst zur Strahlungsquelle wird, wäre tausendfach tödlich, und wird weder bei einem Kernwaffeneinsatz, geschweige denn bei einem Reaktorunglück freigesetzt. Die Radioaktivität, die bei einem Reaktorunglück freigesetzt wird, speist sich nahezu ausschließlich aus radioaktiven Nukleiden der Brennstäbe, die an Stäuben durch die Luft transportiert werden, dem Fallout. Dieser haftet oberflächlich an, und kann abgewaschen werden. Damit wären die betroffenen Menschen, unabhängig von der Strahlungsdosis, die sie erlitten haben, selbst „strahlungsfrei“.

    Weiter: In der 10 km entfernten Stadt Schweinfurt hätte keiner überlebt – das ist ebenfalls eine Folgewirkung, die nicht einmal die Hiroshima-Bombe im entferntesten hätte bewerkstelligen können.

    Insgesamt sind alle Beschreibungen der Folgen des Unglücks entweder hoffnungslos übertrieben oder frei erfunden, so gut wie immer aber sachlich falsch.


    2. Der Staat und seine Organe werden durchgehend als korrupt, unfähig oder lächerlich abqualifiziert, die Bevölkerung als weitgehend asozial.


    Die Autorin benennt als Schuldigen an der Katastrophe den Staat und seine korrupte Bürokratie. Dabei bleibt sie jedwede Erklärung schuldig, welches korrupte Verhalten genau zur Katastrophe geführt haben soll. Die Vorwürfe sind immer diffus – sowohl inhaltlich als auch in ihrer Zielrichtung. Dabei werden dem Leser diese Vorwürfe in einem Dauer-Stakkato präsentiert, das eher kindisch als dramatisch wirkt.

    Den Behörden und den ausführenden Kräften wird ferner so weitreichende Unfähigkeit im Umgang mit dem Unglück unterstellt, dass den Beamten der Befehl erteilt wird, die Menschen, die die „Todeszone“ verlassen wollen, zum Schutz der anderen zu erschießen. Abgesehen davon, dass aus o.g. Gründen, vereinfacht gesprochen, eine gründliche Dusche genügt hätte, um diese Menschen zu dekontaminieren und damit die Gefahr für andere zu beseitigen, ist ein solcher Befehl in einem Rechtsstaat wie dem unseren auch in Katastrophenfällen nicht möglich.

    In jeder Situation im Buch, in der Kräfte der Polizei oder des Staatsschutzes auftauchen, werden diese als vollkommen unfähig dargestellt und damit Gewalt gegen diese Kräfte legitimiert.

    Vom Autofahrer, der den kleinen Bruder der Protagonistin überfährt und ungerührt Fahrerflucht begeht bis zu der alten Frau, die Janna-Berta mit Hinweis auf ihre mögliche Verstrahlung ein Glas Wasser verweigert, begegnen dem Leser eine ganze Reihe von egoistischen und kaltherzigen Mitbürgern, die den Eindruck erwecken, die ganze Gesellschaft hätte sich im Angesicht der Katastrophe weitgehend entsolidarisiert. Wer Berichte aus Katastrophengebieten oder auch aus den Weltkriegen kennt, weiß, dass im Allgemeinen das Gegenteil der Fall ist: Extremsituationen führen bei den meisten Beteiligten zur Solidarisierung. Ausnahmen gibt es immer, aber warum die Autorin der deutschen Gesellschaft asoziales Verhalten in einem solchen Ausmaß unterstellt, bleibt unklar. Tendenziell werden zudem die eher hilfsbereiten Mitmenschen in der Gruppe der Kernkraftgegner verortet, die Egoisten (Großeltern - bleiben im Urlaub, während die Familie in höchster Not ist) in die Gruppe der Kernkraftbefürworter. Ebenfalls ein ärgerlicher, billiger, tendenziöser „Kunstgriff“.


    Fazit


    Beim Lesen des Buches wird man das Gefühl nicht los, die Autorin versucht eher, dem Leser Ihre politische Meinung zu oktroyieren, als eine aufrüttelnde Geschichte zu erzählen. Dafür konstruiert sie ein in fast jeder Hinsicht völlig überzogenes Katastrophenszenario in eine reale Umgebung. Sie bleibt dem Leser jede Erklärung für das Unglück und die seltsame Entsolidarisierung der Mitmenschen schuldig. Sie teilt die Menschen in inakzeptabler Weise entlang ihrer jeweiligen Positionierung zum Thema Kernkraft in gut und böse ein. Sie nimmt sich nicht die Zeit, die Charaktere der Hauptprotagonisten zu entwickeln, sondern wirft sie direkt ins Geschehen, was dazu führt, dass der Leser zu den Figuren im Buch kaum eine Beziehung aufbauen kann. Sie schimpft in einer fast grotesken Frequenz auf Politik und Staat, ohne auch nur einmal konkrete Verfehlungen im Zusammenhang mit der Katastrophe näher zu beleuchten.

    Es heißt in vielen Rezensionen, dass das Buch den Zeitgeist widerspiegelt. Das ist nach meiner Meinung viel zu allgemein gesprochen. Es mag der Zeitgeist aus Sicht bestimmter Gruppen sein, sicher aber nicht die Empfindungslage der gesamten Gesellschaft.

    Insgesamt bleibt der Eindruck, dass dieses Buch für Heranwachsende ungeeignet ist. Es polemisiert, polarisiert und zeichnet das Bild einer kaputten Gesellschaft, wie wir sie Deutschland zum Glück nicht haben. Es ist durchzogen von Misstrauen gegen Staat und Mitmenschen. Wäre es eine klassische Dystopie in einer fiktionalen Gesellschaft mit fiktionalem super-gefährlichen Mega-Industriekomplex, in dem es zur Katastrophe kommt – geschenkt, aber hier geht es ganz klar darum, eine politische Botschaft zu transportieren, indem diese völlig unrealistische Katastrophe in das reale Deutschland an reale Orte gesetzt wird.

    Ich bin der Meinung, dass Heranwachsende, die gerade beginnen, sich mit politischen Themen auseinanderzusetzen, und damit noch kaum in der Lage sind, einen neutralen Standpunkt einzunehmen, ein solches Buch nicht lesen sollten. Es ist ein Paradebeispiel für einen unsachlichen, meinungsdiktatorischen Diskurs.


  3. Cover des Buches Tschernobyl (ISBN: 9783492306256)
    Swetlana Alexijewitsch

    Tschernobyl

     (42)
    Aktuelle Rezension von: TheCoon

    Swetlana Alexijewitsch hat Überlebende interviewt, die die Tragödie in und um Tschernobyl hautnah miterlebt haben. Dabei handelt es sich um Rückkehrer, Geflohene und Helfer im Katastrophengebiet. Ihre Schicksale sind so unterschiedlich wie die Menschen dahinter aber allesamt gleich berührend und verstörend. Die Hintergründe, etwa wie es zu dem Reaktorunglück kam, werden hier nicht beleuchtet, sondern ausschließlich das Schicksal der Menschen.

    Es handelt sich hier definitiv um keine leichte Kost, weder was das Erzählte noch was den Schreibstil betrifft. Es ist unglaublich, was die Menschen dort ertragen musste und wie lange ihr Leid durch die Verstrahlung noch anhält.
    Die Texte stammen aus Interviews mit den betreffenden Personen und werden „Monolog über...“ genannt. Genauso lesen sie sich auch, als Monologe. Einige der Passagen waren dadurch sehr mühsam zu lesen, da die Sätze teilweise lose enden oder unzusammenhängend sind. Ich habe deswegen auch manchmal Abschnitte übersprungen, da ich nicht wusste worum es überhaupt geht.

    Trotzdem ist es ein sehr wichtiges Werk, das Menschen meiner und späterer Generationen (die also erst nach dem Unglück geboren wurden) näherbringt, was für ein Ausmaß die Katastrophe wirklich hatte und wie Menschen immer noch unter den Folgen leiden müssen.

  4. Cover des Buches Schuld (ISBN: 9783442476596)
    Patricia Cornwell

    Schuld

     (149)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Chief medical examiner Kay Scarpetta übernimmt vertretungsweise die Gerichtsmedizin von Virginia Beach, da sich alle möglichen Untergebenen zum Jahreswechsel krank gemeldet haben. Ausgerechnet zu dieser Zeit kommt der Tod eines tauchenden Starjournalisten in die Quere, als sie viel lieber mit ihrer Nichte Lucy quatschen möchte. Pete Marino (heimlicher Hauptdarsteller) eilt rasch herbei (ich stelle ihn mir immer wie den Schauspieler John Carroll Lynch aus "Body of proof" vor), während sich Kay Kompetenzscharmützel mit dem Navy Investigative Service (nicht zum verwechseln mit NavyCIS und Tony Di Nozzo) liefert. Warum müffelt die Reporterleiche nach pathologischem Aufgeschnipsel nach Bittermandel? Fragen über Fragen, die durchgängig fesseln, nur sie ständige Kocherei nervt.
  5. Cover des Buches Irgendwie, irgendwann (ISBN: 9783492254298)
    Verena Carl

    Irgendwie, irgendwann

     (12)
    Aktuelle Rezension von: winter-chill
    Gutes Buch für Zwischendurch, angenehmer, witziger Erzählstil. Irgendwie fühlte ich mich wieder total in die 80er Jahre zurückversetzt.
  6. Cover des Buches Guten Morgen, Revolution - du bist zu früh! (ISBN: 9783462045451)
    Kirsten Ellerbrake

    Guten Morgen, Revolution - du bist zu früh!

     (35)
    Aktuelle Rezension von: Ankerliebe
    Ich bin selbst im Wendland auf gewachsen und füllte mich sehr schnell an die Castor Zeit errinert. Ich hab das Buch schnell durchgelesen, da ich die Geschichte sehr leicht und angenehm fand. Ich kann das Buch jedem empfehlen der etwas leichte Leselektüre mich politischem Hintergrund sucht.
  7. Cover des Buches Der Reaktor (ISBN: 9783894017408)
    Elisabeth Filhol

    Der Reaktor

     (6)
    Aktuelle Rezension von: dominona
    Wer dem Klappentext vertraut, wird enttäuscht. Da ich das aber sowieso nie tue, hatte ich mit dem Buch auch kein Problem. Der Stil ist sehr gewöhnungsbedürftig und trocken bis zuweilen langweilig, aber das Thema an sich und die Einblicke in den Alltag der Arbeit in einem Atomkraftwerk in Frankreich war interessant. Ich würde das Buch aber nicht als Roman bezeichnen. 
  8. Cover des Buches Störfall in Reaktor 1 (ISBN: 9783570307953)
    Wolfram Hänel

    Störfall in Reaktor 1

     (17)
    Aktuelle Rezension von: Kathey
    Klappentext: Als Lukas, Jannik und Alex eines Nachts Strahlenalarm auslösen und per Megafon behaupten, es hätte im nahe gelegenen Atomkraftwerk einen Störfall gegeben, wollen sie eigentlich nur ein Zeichen setzen und die Menschen aufrütteln. Doch am nächsten Tag stehen plötzlich zwei Typen vor Lukas‘ Tür, die wissen wollen, wie sie von dem Störfall erfahren haben. Hat es tatsächlich einen solchen Fall gegeben? Warum weiß niemand etwas davon? Wild entschlossen, hinter die Machenschaften des AKWs und die verdächtig vielen Leukämiefälle in der Stadt zu kommen, hackt sich Lukas' Freundin Hannah in die Betriebsdaten des Kraftwerkbetreibers – und gelangt auf eine heiße und gefährliche Spur …  

    Aufbau: Das Jugendbuch wird aus der Sicht von Lukas erzählt. Hierbei wird in chronologischer Reihenfolge das Geschehen wieder gegeben.Für mich wäre es spannender gewesen man hätte am Anfang einiges weg gelassen oder gekürzt und dann direkt, wo das Buch eendet eingestiegen. Ich dachte, dass man mehr über die Machenschaften des Atomkraftwerks erfährt und wie die Bevölkerung damit umgeht, aber leider hat man dazu nur ganz wenig erfahren.
    Gestaltung: Das Cover sieht wirklich sehr cool aus. Wegen des Covers bin ich auch auf das Buch aufmerksam geworden. Es sieht einfach so geheimnissvoll und gefährlich aus – da dachte ich mir, dass das bestimmt etwas für mich ist.
    Charaktere: Die einzelnen Charaktere fand ich ganz okay. Lukas war mir die meiste Zeit als Protagonist sympathisch, aber manchmal, wenn es um Hannah ging, hat er für mich nicht nachvollziehbar gehandelt. Er hat sich leider viel von ihr sagen lassen, was den Charakter für mich schwach wirken lassen hat. Für mich hätte er stark wirken sollen.Jannik und Alex haben in ihren Rollen nachvollziehbar gehandelt und waren mir auch sympathisch. Hannah war nicht ganz mein Fall. Für mich kam sie mir manchmal echt verzogen rüber. Und wie sie manchmal Lukas behandelt hat, fand ich, wie gesagt, nicht toll.
    Ende: Das Ende hat mich leider nicht sehr überzeugt. Für mich blieb der ganz große WOW-Effekt aus, den der Klappentext versprochen hat. Ich dachte, dass viel mehr das Vorgehen in dem Atomkraftwerk und wie danach mit dem Thema umgegangen wird. Von dem Danach erfährt man leider nur in einem kleinen Epilog.
    Fazit: Den Aufbau der Geschichte war nicht ganz mein Fall. Er war anders, wie man es aus dem Klappentext heraus lesen würde. Die Gestaltung hingegen finde ich top. Die einzelnen Charaktere fand ich ganz okay. Schade, dass Lukas manchmal schwach gewirkt hat und dass Hannah manchmal echt mies zu ihrem Freund war. Das Ende hat mich jetzt nicht so ganz vom Hocker gerissen. Es war okay, aber ich habe mir sicher mehr davon erhofft.Ingesamt ein gutes Jugendbuch für seine Altersklasse. Ich glaube jüngere Leser, die nichgt allzuviel lesen, werden mit dem Buch garantiert ihren Spaß haben.
  9. Cover des Buches Kettenreaktion (ISBN: 9783894253882)
    Sebastian Stammsen

    Kettenreaktion

     (10)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Zum Buch: Ein neuer Fall für die Krefelder Kommissare Markus Wegener und Nina Gerling. Ein Mann ist in einem Elektronik-Fachgeschaft tot zusammengebrochen. Die Todesursache von David Krusekamp ist völlig unklar, Kommissare und Pathologen stehen vor einem Rätsel. Hat sein Tod etwas mit seiner Arbeit als Elektriker zu tun, der in Atomkraftwerken eingesetzt wird? Oder liegen die Motive eher in seinem Privatleben? War es überhaupt ein Mord? Markus und Nina entdecken schnell verschiedene Spuren, und auch Verdächtige gibt es reichlich. Wie bereits auf dem Klappentext geschildert, kommt es während ihrer Nachforschungen zur Besetzung eines Atommeilers und es droht eine nukleare Katastrophe. Ich persönlich finde den Klappentext etwas irreführend, denn das dort beschriebene Geschehen ereignet sich erst im letzten Drittel des Buches, vorher nehmen die Ermittlungen den beiden sympathischen Kommissare viel Raum ein. Wie schon im ersten Fall „Gegen jede Regel“ beschreibt der Autor detail- und kenntnisreich verschiedene Spezialgebiete wie den Online-Devisenhandel und die Sicherheits- und Wartungsbestimmungen deutscher Kernkraftwerke. Teilweise waren mir diese Schilderungen etwas zu ausführlich. Aber das wird ausgeglichen durch das wunderbar augenzwinkernde Verhalten der beiden Ermittler. Vor allem Markus Wegener und seine Bemerkungen brachten mich des Öfteren zum Schmunzeln. Gegen Ende kam es, ähnlich wie in Band 1, zu erstaunlichen Zufällen, die ich nicht so richtig glaubwürdig in einem Krimi fand. Aber es werden zum Schluss alle offenen Punkte schlüssig geklärt. Mein Fazit: Kettenreaktion hat mich nicht ganz so gefesselt und begeistert wie der Vorgänger, aber es war unterhaltsame Krimikost zu einem topaktuellen Thema. Ich bin gespannt, wie es für Markus und Nina weitergehen wird und warte auf Band 3!
  10. Cover des Buches Kontamination (ISBN: 9783499256226)
    Boris Meyn

    Kontamination

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Golondrina
    Solider Krimi, nicht um die Gefahren der Kernkraftwerke, wie man zunächst vermuten könnte sondern eher um Fragen der Entsorgung von nuklear verseuchtem Müll und der Kontrolle von Atomforschungszentren. Ein sympathischer Kommissar. Eine Geschichte, die zurück in die Wirren der letzten Kriegstage reicht. Flüssig geschrieben, Fiktion und Wirklichkeit nahtlos verknüpft. Etwas gestört hat mich, dass der Kommissar quasi alle interessanten und zielführenden Ermittlungen allein erledigt, seine Kollegen wie durch Zufall aber immer auf "tote Fährten" ansetzt. Zeugenbefragungen, für die er keine Zeit findet, müssen warten, anstatt von Kollegen durchgeführt zu werden.
  11. Cover des Buches Ferien bei den Hottentotten (ISBN: 9783548264165)
    Manuela Golz

    Ferien bei den Hottentotten

     (32)
    Aktuelle Rezension von: Buchhandlung_am_Schaefersee
    Geschichte einer Jugend in Berlin (West) der 70-er und 80-er Jahre, zwischen Spießigkeit und Landkommune. Wunderbar leicht und witzig - ohne zu flapsig zu sein. Leben im geteilten Berlin, Transitstrecke und Grenzkontrollen und natürlich auch die erste Romanze. Weckt bei manchem vielleicht Erinnerungen und macht richtig Spaß!
  12. Cover des Buches Expedition Mikro (ISBN: 9783945713358)
    Alexander Kröger

    Expedition Mikro

     (2)
    Aktuelle Rezension von: buchwanderer
    „Mir jedenfalls flößt alles Respekt ein, was lebt, selbst wenn es uns Menschen im Augenblick nicht sosehr nützlich erscheint.“ (S.115)

    Zum Inhalt:

    Die Welt der Mikros , wie die genetisch verkleinerten Menschen auch genannt werden, stößt nach Generationen der abgeschotteten Entwicklung  an ihre Grenzen. Grenzen des zusehends mehr zerfallenden Schutzraumes, Grenzen der gesellschaftlich sozialen Belastbarkeit und Grenzen der Gesundheit.

    Nachdem von der ersten großen Expedition auch nach langer Zeit des Hoffens und Wartens keine Rückmeldung erfolgte, wird ein zweiter ambitionierter Versuch mit der Ozean II gestartet. Die Mannschaft aus hochmotivierten und -qualifizierten Männern und Frauen startet in’s Ungewisse, getrieben von der Hoffnung Kontakt aufzunehmen. Kontakt zu den Makros. Jenen Wesen, um die sich Geschichte und Geschichten ranken.

    Als es schlussendlich gelingt die großen Menschen ausfindig zu machen stellen sich Fragen, deren Tragweite erst peu à peu überschaubar wird: Wissen sie überhaupt von der Existenz der Kleinen? Kann es wirklich sein, dass sie die großen Brüder und Schwestern sind? Wie können Gesellschaften die sich über viele Jahrzehnte getrennt entwickelten zusammenfinden, Gemeinsames erarbeiten? Und sind sie wirklich bereit zu helfen, v.a. nachdem sie das gut gehütete Geheimnis des Ursprungs der Mikros erfahren haben?

    Fazit:

    Mit „Expedition Mikro“ nimmt Alexander Kröger seine Leser mit in eine Welt, in der die miniaturisierten Menschen mit gänzlich anderen physikalischen Unwägbarkeiten zu kämpfen haben, als dies bei den Großen der Fall ist. Sei es die Oberflächenspannung des lebensnotwendigen Wassers, die Aggregatzustände der Treibstoffe ihrer Fortbewegungsmittel oder die simple Aufgabe – aus Sicht der Mikros – enorme Strecken zurückzulegen, um das keinesfalls gesicherte Ziel der Kontaktausnahme mit den Makros zu erreichen.

    Vordergründig geht es um teils halsbrecherische Bewährungsproben in denen schon mal Fische zu Seemonstern und Ameisen zu Fressfeinden werden. Ein wenig dahinter klingt jedoch stets die Auseinandersetzung Krögers mit aktuellen Themen wie Überbevölkerung, Abrüstung, Gentechnik und der generellen Entwicklung der Menschen als soziales Wesen an. Wie solche Themen auch heute präsent sind zeigt u.a. der aktuelle Film „Downsizing“ von Alexander Payne (Trailer), freilich mit einem gänzlich anderen sozialphilosophischen Hintergrund.

    Krögers grundsätzlich gesellschaftsutopische Einstellung der (moralischen) Entwicklung des Menschen zum Besseren ist auch in diesem Text unübersehbar. (Pointiert zusammengefasst, hat diesen Grundtenor Alexander Baumbach in einem Artikel zu Krögers „Sieben fielen vom Himmel“ , einem Buch das auch hier im Rahmen der Alexander-Kröger-Werkausgabe (AKW) rezensiert wurde.) Die Welt der großen Menschen, Makros genannt, wie auch jene der kleinen Menschen wird bevölkert von größtenteils integren, der Gemeinschaft verpflichteten Individuen, die zwar nicht gänzlich altruistisch agieren, deren zentrale Lebensprämisse jedoch das Vorantreiben der menschlichen Vervollkommnung in einer politisch wirtschaftlichen Gemeinschaft ist, in der der Einzelne sowohl nach bestem Wissen gefördert wird, als auch diese Gemeinschaft mit seinen Gaben, seinem Wissen zu vervollkommnen trachtet.

    Auch wenn es manchem als augenscheinliche Selbstverständlichkeit erscheint, schließlich wird das Buch nicht selten als genrebegründend geführt, so fielen mir die vielen Parallelen zu Thomas Morus‘ „Utopia“ des Gesellschaftsentwurfes in Krögers Weltbild besonders auf. Insbesondere in den Passagen über die Bedeutung resp. Bedeutungslosigkeit von Geld als Macht- und Zahlungsmittel wird dies z.B. auf S.203f plastisch hervorgehoben.


  13. Cover des Buches Treue Genossen (ISBN: 9783442463237)
    Martin Cruz Smith

    Treue Genossen

     (12)
    Aktuelle Rezension von: Jens65
    Dieses Buch ist kein Thriller wie es Gorki Park war. Es ist ein zutiefst nachdenklicher Roman über Kontinuitäten der russischen Gesellschaft vom Kommunismus bis heute. Beeindruckend vor allem die Szenen in der Zone von Tschernobyl, die mich an die Schilderungen von Jurij Scherbaks Buch: Tschernobyl erinnert haben. Dies gilt vor allem für die Charakterzeichnung der dortigen Menschen, die der Autor mit großer Authentizität und viel Feingefühl gezeichnet hat. Sicherlich hat sich Cruz-Smith intensiv mit den dramatischen Ereignissen um die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl und ihren Folgen beschäftigt.
  14. Cover des Buches Chimären (ISBN: 9783945713303)
    Alexander Kröger

    Chimären

     (1)
    Aktuelle Rezension von: buchwanderer

    „Genau wie ich wissen Sie, dass ethische und moralische Erwägungen in der Menschheitsgeschichte niemals eine entscheidende Rolle gespielt haben, wenn Wissen, Profitstreben und Kapital zusammentrafen.“ (S.11)

    Zum Inhalt:

    Dem Forscherteam rund um Dr. Lehmann und Master Shirley Lindsey gelingt ein medizinisch-biologischer Durchbruch. Nachdem man die Probleme mit Immunabwehr, dem Transfer von Genen- und Gengruppen innerartlich in den Griff bekommen hatte, wurde der logische nächste Schritt gewagt: das Sprengen von Artgrenzen. Zuerst an Tieren zur Perfektion getrieben, setzt sich Lehmann mit seinen Mitarbeitern über die zaghaften ethischen Bedenken hinweg und beginnt mit Hund-Mensch-Hybriden zu experimentieren. Die Tests verlaufen mehr als nur erfolgreich! So erfolgreich, dass sich die Mitglieder des Forscherteams unversehens mit zentralen Fragen eines regen Verstandes konfrontiert sehen, der weit über seinen ursprünglichen „Zweck“ hinaus, (s)einen Platz im Leben sucht – abseits bloßer Existenz. Gelingt es dem Schöpfer seinem Geschöpf die Frage nach dessen Platz in einer Welt zu beantworten, die mit der bloßen Existenz eben dieser Schöpfung in jedweder Hinsicht überfordert zu sein scheint?

    Fazit:

    Dr. Helmut Routschek, alias Alexander Kröger, kreiert mit „Chimären“ einen inhaltlich wie erzählerisch sehr dichten Text, dessen zentrale Thematik aktueller nicht sein könnte. Speziesübergreifende Genexperimente werfen nicht nur Fragen der reinen technisch-naturwissenschaftlichen Machbarkeit auf. Sie changieren auch nicht nur zwischen den Polen von rein edler medizinscher Hilfestellung und kalter betriebswirtschaftlicher Kosten-Nutzenrechnung. Vielmehr kommen Fragen der Ethik, der moralischen Verantwortlichkeiten und der Grenzziehungen zwischen dem Dürfen/Sollen und der Machbarkeit auf. Einen denkmöglichen Ansatz zeigt „Chimären“ auf, gespickt mit der zusätzlichen Implikation des „Selbst-Verständnisses“ der Geschöpfe des Homo faber. Wie viel des Schöpfers widerspiegelt sein Geschöpf? Und wenn das Geschöpf nach dem Sinn seiner Existenz, seiner Daseins-Berechtigung, seiner Zukunft fragt, welche Antworten hat eine Gesellschaft, die (kreiertes) Leben als Ding, als primär-wirtschaftliche Ressource sieht?
    Die einfühlsame, beinahe liebvoll-empathische Schilderungen des heranwachsenden Ichs der Chimären im Roman stellt aus meiner Sicht einen der Höhepunkte des Textes dar, die den Autor weit abseits jedweder monokausalistischer Polemik einordnet.

    Zum Buch:

    Mit dem Band 20 der Alexander-Kröger-Werkausgabe (AKW) liefert der Solar-X Verlag ein solides Paperback-Buch. Sowohl der feste, abwischbare Einband, als auch der griffige Seitenbedruckstoff hinterlassen, ebenso wie die stabile Verleimung, einen angenehmen haptischen Eindruck. Typografisch ist der Text schlicht gehalten, mit hoher Wertlegung auf gute Lesbarkeit. Drucktechnisch gibt man sich keine Blöße, sowohl was den Text als auch den Umschlag betrifft. Für die bildnerische Gestaltung firmiert Klaus Brandt, welcher auch eine entsprechende Webpräsenz für die AKW eingerichtet hat . „Der langjährige Lektor und Partner des Autors, Wilko Müller jr., plant als Herausgaber in der Edition Solar X eine komplett neue Alexander Kröger Werkausgabe mit 20 ausgewählten Werken.“ 1) D.h. man kann sich als Liebhaber klassisch hochwertiger SF auf weitere Texte aus der Feder Krögers im Rahmen dieser Werkausgaben freuen.

    Quellen:
    1.) Internetpräsenz Alexander Kröger

  15. Cover des Buches Mein russisches Abenteuer (DuMont Reiseabenteuer) (ISBN: 9783770184651)
    Jens Mühling

    Mein russisches Abenteuer (DuMont Reiseabenteuer)

     (34)
    Aktuelle Rezension von: Kristall86

    Klappentext:

    „Weit hinter Moskau liegt das echte, das »russische« Russland

    Fast ein Jahr lang reist Jens Mühling durch Russland und porträtiert aus ganz persönlicher Perspektive eine Gesellschaft, deren Lebensgewohnheiten, Widersprüche, Absurditäten und Reize hierzulande nach wie vor wenigen vertraut sind. Auf seiner Reise erlebt er unglaubliche Begegnungen: Eine Einsiedlerin in der Taiga, die erst als Erwachsene erfahren hat, dass es jenseits der Wälder eine Welt gibt. Ein Mathematiker, der tausend Jahre der russischen Geschichte für erfunden hält. Ein Priester, der in der atomar verseuchten Sperrzone von Tschernobyl predigt. Ihre Lebensgeschichten fügen sich zu einem faszinierenden Porträt der russischen Seele.“



    Das Buch von Jens Mühling ist ein echter Bestseller mir über 25.000 verkauften Exemplaren und hier mit dieser Neuauflage dürfen wir Leser wieder abtauchen. Ich war und bin ein großer Fan russischer Literatur, russischer Reportagen (gerade von Gerd Ruge), egal ob mit politischen Hintergrund oder einfach nur der Natur wegen - Russland ist ein höchst interessantes Land. Mühling geht in diesem Buch auf äußerst viele Themen ein, die Einem nunmal beschäftigen. Die Geschichte mit der Einsiedlerin kenne ich schon sehr lange und ihre Geschichte verfolge ich seit Jahren. Mühling nimmt das alles hier nochmal auf und beschreibt das sehr gefühlvoll und spannend. Ja, auch das ist Russland. Aber das ist nur eine von ganz vielen Geschichten hier. Jens Mühling will dem Leser auf ganz ruhige und auch sachliche Weise die Vielfältigkeit Russlands näher bringen. Bei mir hat er es geschafft. Sein Buch liest sich spannend, amüsant, geheimnisvoll und auch irgendwie aufklärend. Ich vergebe hier sehr gern 5 von 5 Sterne und dazu eine Leseempfehlung!

  16. Cover des Buches Das zweite Leben (ISBN: 9783945713396)
    Alexander Kröger

    Das zweite Leben

     (1)
    Aktuelle Rezension von: buchwanderer
    „»Das zweite Leben«, sagte Helen gedankenvoll. »Es beginnt, wie ein Leben beginnen muss: Von vorn! An uns wird es wohl liegen, etwas darauf zu machen.«“ (S.243)

    Zum Inhalt:
    Die Erde ist jene, die nach dem HAARP-Experiment zurückblieb: eine ohne Menschen – oder fast ohne. Solche nämlich, die sich unter schützenden Gesteins- oder Wassersäulen befanden blieben zu ihrem eigenen Erstaunen verschont, will heißen am Leben.

    Den Anhängern einer Vereinigung, welche sich darauf spezialisiert hatte, Menschen in Stase über lange Zeit schlafend am Leben zu erhalten, um sie in einer von den Schlafenden selbst gewählten fernen Zukunft wiederzubeleben, hatten genau dieses zweifelhafte Glück: sie überlebten und werden nun sukzessive von der Automatik, die ihre Stasiskammern überwacht geweckt.

    So entsteht ein bunt zusammengewürfelter Haufen aus Männern und Frauen, in dem jeder seine Historie vor dem „Schlafexperiment“ mitbringt. Nachdem sich keiner an der Oberfläche entweder an die Menschen zu erinnern scheint oder sie der Gesellschaft schlicht und einfach egal zu sein scheinen, beginnt ein Suchen der Erwachten nach Möglichkeiten aus dem stillgelegten Bergbau, der ihre Schlafmaschinerie beherbergte, einen Weg nach Oben, in eine unbekannte Freiheit zu finden.

    Im Wesentlichen entspinnt sich die Handlung aus ebendieser Motivation: dem Erreichen der Oberfläche. Auf dem Weg kommen die durchwegs realistisch gehaltenen Szenarien – hier glänzt der Autor mit seiner Erfahrung in Sachen Bergbau, war er in seinem Brotberuf doch ausgebildet auf diesem Gebiet – den Protagonisten stets als physische wie auch psychische Hindernisse in den Weg. Gekennzeichnet ist die von Kröger entworfene Gemeinschaft dabei, bis auf wenige Ausnahmen, von Zusammenhalt, der nicht nur – aber auch – auf Druck der äußeren Umstände entsteht resp. aufrecht erhalten wird.

    Würde man es überspitzt formulieren wollen, könnte man sagen: der Weg ist das eigentliche Ziel der Erzählung. V.a. dann, wenn der Leser – Vorsicht Spoiler-Alarm ! – das Ende nach der Lektüre des Vorgängerbandes mehr als nur erahnen kann. Dieses Ziel kulminiert in der Passage: „›Das zweite Leben – jetzt ist es‹, dachte sie [Helen], und ihr war, als sei sie neu geboren – gereift, emporgestiegen aus dem dunklen Schoß, als habe sie in größter Bedrängnis und Qual, den Weg nach außen bewältigt – zu Licht und Wärme.“ (S.216)

    Fazit:
    Die Geschichte ist kein Ausbund an Spannung, die Handlung relativ überschau- und vorhersehbar, was jedoch ihren Charme ausmacht, ist die Ausarbeitung des Miteinanders von unterschiedlichsten Charakteren, wie sie Alexander Kröger entworfen hatte und wie er eine solche Konvergenz anhand der Umstände für möglich erachtete.

    Bei manchen ebendieser Charaktere fehlt – aus meiner Sicht – trotz der 244 Seiten und erheblicher narrativer Möglichkeiten das Quäntchen Tiefe, Dimensionalität, die sie glaubwürdig(er) und nicht so flach erscheinen hätte lassen. In Kombination mit dem Band „Der erste Versuch“ zweifelsohne eine unterhaltsame Lektüre, aber ebenso zweifelsfrei nicht der Weisheit letzter Schluss. Hier hatte Kröger schon besser Erzählungen verfasst.

    Zum Buch:
    Nachdem es sich bei Band 9 der Alexander-Kröger-Werkausgabe (AKW) um ein in Verarbeitung wie Aufmachung identes Buch, abgesehen vom Coverbild, wie bei Band 20 „Chimären“ handelt, sei hier auf ebendiesen für die Buchbeschreibung verwiesen.
  17. Cover des Buches Das Kosmodrom im Krater Bond (ISBN: 9783945713327)
    Alexander Kröger

    Das Kosmodrom im Krater Bond

     (4)
    Aktuelle Rezension von: buchwanderer

    Zum Inhalt:

    Die unfreiwillige Landung der ersten Centauren auf der Erde und die Etablierung einer Kommunikationsbrücke zwischen deren und unserer Welt liegt schon einige Jahrzehnte zurück. Nicht zuletzt mit dem Wissen welches die Besucher den Menschen hinterließen, war es möglich das Umgestalten des Mars in Angriff zu nehmen. Und nun steht die Menschheit kurz davor die Früchte dieser entbehrungsreichen jahrzehntelangen Arbeit zu ernten: die Raumbrücke zum Mars würde mit dem Kosmodrom im Krater Bond eine neue Qualität bekommen und den Mars noch näher an die Erde bringen – im übertragenen Sinne.
    Doch es kommt anders: mitten in die Fertigstellung des gigangtischen Raumhafens schlägt die Nachricht über das Auftauchen einer Raumschiffarmada ein, über deren Ursprung schnell alle Zweifel ausgeräumt sind. Sie stammt von dem im Sterben liegenden Heimatplaneten der Centauren. Ist nicht allein der Zeitpunkt schon pikant gewählt, so ist es die Forderung der interstellaren Nachbarn aus Sicht der Menschen noch erheblich mehr: sie beanspruchen nichts weniger, als das Recht, den Mars als ihre neue Heimat zu kolonisieren! Nicht aus Machthunger oder Verschlagenheit, sondern aus schlichtem Überlebenswillen heraus, denn ihr Planet und somit ihre Spezies, scheint dem Untergang geweiht zu sein.
    Obwohl die Menschheit in den zurückliegenden Jahrzehnten auch eine ethisch moralische Entwicklung durchmachte, mehren sich dennoch die Stimmen, die einen Affront dieser Art in keinster Weise dulden wollen. Sogar der Ruf nach Gewalt als letztem Mittel die Interessen der Menschen durchzusetzen wird lauter – und es bleibt nicht bei Worten. So stellt der Mars den Scheideweg zweier Spezies dar, deren Ursprung und Lebensauffassung in ihrer Unterschiedlichkeit beides bergen: das Potential zu kriegerischer Auseinandersetzung und das eines langen anspruchsvollen Weges der Annäherung und des Herausstreichens der Gemeinsamkeiten…

    Fazit:

    Alexander Kröger führt im zweiten Band der Centauren-Trilogie die Geschichte, die mit „Sieben fielen vom Himmel“ begonnen hatte, konsequent und logisch stimmig fort. Der moderate Spannungsbogen bleibt bis zu den letzten Seiten hin aufrecht, wobei die Handlungsweisen der Protagonisten nie sprunghaft oder im Gesamtkontext unverständlich wirken. Gerade das Herausarbeiten der Verschiedenartigkeit einer Gesellschaft die geprägt ist von einer Art Schwarmverhalten im Gegensatz zu der hochindividuellen derer der Menschen gelingt Kröger ausgezeichnet. Er geht dabei von einer seiner zentralen Weltanschauungsprämissen aus, dass Evolution zu einer (moralisch und technisch) höheren Stufe stets einhergeht mit der parallelen Entwicklung hin zu einem Mehr an „Humanismus“. Sehr wohl ist Kröger sich dabei der gewagten Verwendung eben dieses Begriffes im Zusammenhang mit außeriridschen Spezies bewusst und lässt den Konflikt nicht unbeleuchtet. Sowohl der Handlungsstrang rund um Jul – den unfreiwilligen Leiter der Aktionen auf dem Mars – , wie auch die Entscheidungsfindungen auf der Erde, den Annäherungen und Rückschlägen von Menschen und Centauren im alltäglichen Leben, verweben sich in dem Text zu einer eutopischen Vision eines möglichen Kontaktes zwischen grundverschiedenen Spezies. Es bleibt spannend und der Ausblick auf den dritten Teil der Geschichte ist ein durchweg positiver.

    Zum Buch:

    Nachdem es sich bei Band 1 der Alexander-Kröger-Werkausgabe (AKW) um ein in Verarbeitung wie Aufmachung identes Buch, abgesehen vom Coverbild, wie bei Band 20 „Chimären“ handelt, sei hier auf ebendiesen für die Buchbeschreibung verwiesen. Als Besonderheit kann angeführt werden, das auf Seite 279 mit detailierten Farbdrucken erläutert wird, wo sich der Marskrater „Bond“, benannt nach dem Astronomen George Phillips Bond befindet.

  18. Cover des Buches Sieben fielen vom Himmel (ISBN: 9783945713310)
    Alexander Kröger

    Sieben fielen vom Himmel

     (1)
    Aktuelle Rezension von: buchwanderer

    „Gegen zwanzig Uhr fünfzig Ortszeit Richtung Ost, nicht ganz gewöhnlicher Meteorfall.“ (S.278)

    Zum Inhalt:

    Sie sind zu siebt, die Reisenden deren Mutterschiff, die Galax 2, verschollen ist. Anfangs karge Aussicht auf Rettung bietet ein „bläulich leuchtender Planet“ (S.14), der dritte, der um ein Zentralgestirn kreist. So gut es geht bereiten sie sich auf die Notlandung vor, die ihnen auch erstaunlich unbeschadet gelingt, mit der einen Ausnahme, dass ein Mitglied ihrer Gruppe in der Atmosphäre abtreibt.
    Fasziniert von dem Überfluss an Wasser und Leben, den sie feststellen – zumal sie in einem Dschungelgebiet niedergehen – versuchen sich die Kosmonauten zu orientieren, ihren Kameraden zu finden und einen Erstkontakt mit der einheimischen intelligenzbegabten Spezies vorerst zu vermeiden, um Mißverständnissen entgegenzusteueren.
    Diese Spezies ist jedoch ihrerseits nicht untätig. Der „nicht ganz gewöhnliche Meteorfall.“ (S.278) erregt ursprünglich wenig, jedoch in Folge immer mehr Aufsehen. Die Situation eskaliert, als ruchbar wird, dass unlautere Kräfte sich der Besucher und somit auch deren Wissens bemächtigt haben könnten, um v.a. wirtschaftlichen Nutzen daraus zu ziehen.
    Um eben diesem ersten falschen Eindruck auf die Kosmonauten entgegenzuwirken, ihnen einen würdigen Empfang zu bereiten, sowie eine solide Basis des Vertrauens und der gegenseitigen Achtung zwischen entwickelten Spezies aufzubauen, setzt sich eine Schar integrer Persönlichkeiten ein, deren Ziel das Gelingen einer wertschätzenden Verständigung ist, ebenso wie der Hilfestellung für die Gestrandeten, ihre Heimatwelt wieder zu sehen.

    Fazit:

    Alexander Kröger entwirft in diesem Text eine Vision ganz entgegengesetzt zu den oft bemühten Invasionsszenarien aus z.B. dem Filmgenre á la „Independence-Day“„Falling Skies“ oder „World Invasion: Battle Los Angeles“. Die Aliens sind dem krögerschen Idealbild des Menschen entsprechend primär wohlüberlegte, ausgewogen Handelnde Forscher, deren oberste Prämisse das Wohlergehen der Gruppe ist. Dies wird keineswegs als Schwarmkollektiv auf Kosten des Einzelnen erreicht, sondern vielmehr durch einen Einbringen der Stärken des Einzelnen, über deren Wichtigkeit sich jeder bewusst ist. Demgegenüber steht nun aber auch wieder nicht eine durch und durch perfide menschliche Gesellschaft, die in ihrer Gier nur nach Ausbeutung trachtet. Es gibt auch hier einen differenzierteren Ansatz des sowohl als auch. Genau dieses changieren zwischen den Polen zeichnet den Roman aus, wobei die Sympathie des Autors für eine wissenschaftlich-technische, humanistisch fundierte Weltsicht mehr als nur am Rande ersichtlich ist. Wer Alexander Kröger und seinen schriftstellerischen Werdegang  etwas kennt, den wird dies keinesfalls überraschen und schon gar nicht stören.
    Etwas irritierend wirken inhaltlich nur die teils etwas inkohärente Verwendungen der Zeiteinheiten („Viertelstunde“ S.36 – Chalo, „Noch zehn Sekunden…“ (S.37) – Chalo, „…dass, sie erst 15 Zeiteinheiten unterwegs waren“ ), die gut angedacht, aber zu wenig konsequent durchgezogen wurden. Im Rahmen der AKW ist auch dieser Band ein feines Stück wissenschaftlicher Phantastik die Lust auf mehr macht.

    Zum Buch:

    Nachdem es sich bei Band 1 der Alexander-Kröger-Werkausgabe (AKW) um ein in Verarbeitung wie Aufmachung identes Buch, abgesehen vom Coverbild, wie bei Band 20 „Chimären“ handelt, sei hier auf ebendiesen für die Buchbeschreibung verwiesen.

  19. Cover des Buches Emma Laurent - Zwei Welten (ISBN: 9783946061014)
    Thomas Gotthardt

    Emma Laurent - Zwei Welten

     (9)
    Aktuelle Rezension von: ellenbt

    Inhalt:
    Emma Laurent zieht mit ihrer Familie von München nach Südfrankreich auf das Gelände des Kernforschungszentrums Grimadan. Dass ihr Vater nicht an der Lösung aller Energieprobleme forscht, sondern an einem Projekt, das die Welt für immer verändern wird, erfährt Emma erst, als es bereits zu spät ist. Ein Störfall im Atomkraftwerk auf dem Gelände katapultiert sie und ihren Bruder Felix in ein Abenteuer, das ihre Vorstellungskraft sprengt und aus dem es kein Entrinnen gibt. Auf ihrer Flucht schließt Emma ein Bündnis, das sie immer weiter in eine ausweglose Situation manövriert und ihr eine folgenschwere Entscheidung abringt. Während Zielfahnder des französischen Innenministeriums versuchen, sie aufzuspüren, muss sie alles riskieren, um sich und ihren Bruder zu retten und den Wettlauf gegen die Zeit zu gewinnen.

    Meinung:

    Aufgrund des Klappentextes hatte ich eine Geschichte über zwei Kinder und ihr Kampf um das Überleben während einer Apokalypse gerechnet, jedoch überraschte mich der Autor mit einer Zeitreise-Abenteuergeschichte mit sowohl Sciencefiction als auch Action-Elementen. 
    Das Geschehen findet im Jahre 2037 statt, und der Autor schafft es diese Zukunft realistisch darzustellen, da er selbstfahrende Autos und Datenbrillen alltäglich wirken lässt, dabei aber trotzdem nah am heutigen Entwicklungsstand bleibt. 
    Die Protagonistin ist keine typische Heldin, sondern eher ein schnippischer Teenager, der eher ungewollt zusammen mit seinem kleinem und durchaus nervenden Brüder in die Vergangenheit katapultiert wird und an dem es nun ist die Welt zu retten. Das Verhalten der Protagonisten und auch ihre Beziehung zueinander wird altersgerecht und vor allen Dingen authentisch wiedergegeben.
    Der Autor arbeitet geschickt mit Wechseln zwischen Vergangenheit und Zukunft, was jedoch manchmal etwas verwirrend sein kann...


     
    Der Sprachstil aufgrund des Alters der Protagonisten eher jugendlich gehalten, trotzdem mangelt es dem Buch nicht an Action und Spannung. Am Ende kommt es zu einem großartigen Plot-Twist, den der Leser erahnen konnte, was jedoch die Spannung konstant hält. 

    Alles in allem ein spannender und unterhaltsamer Roman für zwischendurch, der einen doch ab und zu zum Nachdenken bringt.  
  20. Cover des Buches Gekapert (ISBN: 9783839213735)
    Hans-Jürgen Rusch

    Gekapert

     (6)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Das Buch war für mich etwas schwer zu lesen, da mir der Zusammenhang zum ersten Band fehlte, den man zwar nicht unbedingt gelesen haben muss, zum Verständnis aber sicher besser ist. Die Geschichte um ein ausgedientes U-Boot, das abgerüstet und nach Dänemark verschifft werden soll, traf dann doch nicht meinen Lesegeschmack. Das Buch ist sehr gut gegliedert, da die Charaktere und das Boot am Anfang vorgestellt werden. am Schluss werden auch noch Begriffe erklärt. Die Geschichte hat sich teilweise für mich in die Länge gezogen und auch der Schluss hat mir nicht so gut gefallen. Nachdem der Autor durch seinen beruflichen Werdegang immer in diesem Bereich schreibt, wird es mein letztes Buch von ihm gewesen sein.

    Buchgesichter-Meinung:

  21. Cover des Buches Energie für Centaur (ISBN: 9783945713334)
    Alexander Kröger

    Energie für Centaur

     (1)
    Aktuelle Rezension von: buchwanderer
    „Im Kontakt mit einer anderen Zivilisation ist nichts ungeschehen zu machen. Jeder Schritt ist nicht lange genug zu überdenken…“ (S.178)

    Zum Inhalt:

    Eine bahnbrechende Idee der Ingenieure auf der Erde und dem Mars birgt das Potential auf Centaur der bereits Äonen anhaltenden Energieknappheit wirksam entgegenzuwirken. Das Magnetfeld des Heimatplaneten der außerirdischen Besucher, die mit der Marskolonie zu Nachbarn wurden, bietet sich förmlich an diese Idee in die Tat umzusetzen. Die Erde beschließt, der Bitte der Führung auf Centaur nachzukommen und einen Stab an Technikern, Ingenieuren und Wissenschaftlern auf die lange Reise zu schicken, das Vorhaben auf Centaur in die Tat umzusetzen.

    Anfangs noch als Pioniervorhaben mit Enthusiasmus, Mut und freundschatlicher Zusammenarbeit beginnend, gerät das ambitionierte Projekt zusehens ins Stocken. Dabei läge es nicht am Tatendrang der Menschen oder der offiziellen centaurischen Auftraggeber. Das Problem liegt weitaus tiefer in der undurchsichtigen Geschichte des centaurischen Volkes, wie auch in der ungeahnten Inhomogenität der Gesellschaft auf dem Centaur. Präsentierte sich letztere bis dato stets als fast unheimlich einheitliches Gebilde –  einem Bienenstock nicht unähnlich  – so entpuppt sich diese Annahme der Terraner immer mehr als Trugschluss. Einem Trugschluss mit fatalen Folgen, dessen Konsequenz ein unrühmlicher Rückzug seitens der Menschen oder ein Weg beharrlicher Konsensfindung mit ungewissem Ausgang zu stehen scheint…

    Fazit:

    „In der DDR-SF werden die Fähigkeiten der Menschheit, ihre Probleme zu lösen, vorwiegend überaus optimistisch dargestellt.“, so schreibt es Hartmut Mechtel in seinem Essay „Die phantastische Methode“ („Lichtjahr 4 -Ein Phantastik-Almanach“, S.111 ). Alexander Kröger bleibt diesem Credo in seiner Centaure-Trilogie bis zum Schluss treu und unabhängig davon, wie man dazu stehen mag, entwirft er basierend darauf ein durchwachsenes, interessantes Stück SF-Literatur, welches immer wieder die nie enden wollende Problematik von Verständigung, Toleranz, Kulturunterschied und einer divergierenden Welt(all)-Sicht zum Thema macht. Und dabei bleibt die Verständigungsproblematik beileibe nicht nur bei den intergalaktischen Kommunikationsproblemen bestehen, sind es doch auch die Menschen, die trotz Lichtjahre währender Reisen stets sich und ihre Handicaps im Gepäck mitnehmen – kulturelle Evolution hin oder her.

    Das Problem solcher Verständigungsunwägbarkeiten und die resultierende Einstellung der Menschen bringt Wolfgang Kellner in seiner SF-Kurzgeschichte „Tödlicher Irrtum“ auf den Punkt: „Entweder ist unsere Arbeit Quatsch oder das bestechendste Beispiel für den unendlichen Optimismus der Menschheit.“ („Lichtjahr 4 -Ein Phantastik-Almanach“, S.137). Die Trilogie rund um den Erstkontakt mit den Centauren („Sieben fielen vom Himmel“), deren Kolonisationspläne für den Mars („Das Kosmodrom im Krater Bond“) und dem Versuch einer intergalaktischen Zuasmmenarbeit, ist Kröger aus meiner Sicht durchgängig und in sich stimmig gelungen.

    Zum Buch:

    Nachdem es sich bei Band 3 der Alexander-Kröger-Werkausgabe (AKW) um ein in Verarbeitung wie Aufmachung identes Buch, abgesehen vom Coverbild, wie bei Band 20 „Chimären“ handelt, sei hier auf ebendiesen für die Buchbeschreibung verwiesen.

  22. Cover des Buches Radikal mutig (ISBN: 9783867895118)
    Hanna Poddig

    Radikal mutig

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Frau Poddig schreibt über ihr widerspenstiges, freies Leben und es ist eine Freude, alles mitzuerleben. Ich wußte zB bisher nicht, wie sich Castorgegner fühlen und daß es (angeblich) so ist, daß die eingesetzten Polizisten nur so lange freundlich bleiben, soweit die Kameras vor Ort sind. Und wie fühlt man sich, wenn man an ein Schienenstück zwecks Blockade gebunden ist? Informative Einblicke neben einem flammendem Appell zu einem bewußteren und gesünderen leben. Und zusätzlich bietet das Buch an einigen Stellen die Möglichkeit, sich selbst zu hinterfragen, ob man im eigenen voll durchkalkulierten Tagesablauf nicht doch Möglichkeiten hätte, das Richtige zu tun und dagegen zu sein? Angesichts von Trump Gauland usw wünscht man sich natürlich eine Neuauflage, bis dahin sei das Buch allen allen empfohlen.
  23. Cover des Buches Antarktis 2020 (ISBN: 9783945713341)
    Alexander Kröger

    Antarktis 2020

     (2)
    Aktuelle Rezension von: buchwanderer
    „Ein gewonnener Mensch ist ein Motor, ein gezwungener eine Bremse.“ (S.187)

    Zum Inhalt:

    Selbstverliebt, unreif und verwöhnt. So könnte man Thomas Monig kurz und prägnant beschreiben. Als junger Absolvent mit solider Ausbildung in Vermessungstechnik glaubt er die Weisheit mit dem legendären Löffel gefressen zu haben. Evelyn, seine Gefährtin, hatte ihm dies schon mehrfach verdeutlicht und sieht sein ausgedehntes Praktikum in einem global agierenden Konzern zum einen als Entwicklungschance – v.a. für seinen Charakter –, aber auch als eine Art Test für ihre Beziehung.

    Eben dieses dreiteilige Langzeitpraktikum welches in der Antarkis in Titangora, auf einer künstlichen Insel genannt New Maori in wärmeren Gefilden und anschließend in der segenden Hitze der Sahara zu absolvieren ist, führt Thomas in eine andere Welt, deren herbe Schönheit, aber auch unnachgiebige Härte ihn zu einem Anderen macht. Die Art seiner Arbeit, sein Blick auf soziale Gegebenheiten, der Vergleich seines recht wohl behüteten Lebens mit anderen Kulturen, anderen Lebensentwürfen –auch gescheiterten – lassen ihn erfahren, dass es mehr als das Konzept ICH-MEINER-MIR-MICH gibt. Und es zeigt ihm auf, wie weit er seine persönlichen Grenzen zu erweitern vermag, was Freundschaft, Kollegialität und Zuneigung zu bewegen vermögen, welche Klüfte sich jedoch auch durch eine globale Abrüstung im gesellschaftlichen Gefüge der Erde aufgetan hatten.

    Keine der drei Stationen seines Praktikums sollte er jemals wieder vergessen, keinen seiner Gefährten leichten Herzens verabschieden und mit jeder gewonnenen sozialen wie fachlichen Kompetenz mehr und mehr zu einem reiferen Mann und wertvollen Partner werden.

    Fazit:

    Den Text und mit ihm die Einstellung Krögers zu Wertigkeiten in einer potentiell global friedlichen resp. befriedeten Gesellschaft kann man durchaus kontroversiell diskutieren. Wie im Klappentext bereits erwähnt kann er „…auch heute noch zum Nachdenken anregen, obwohl der gesellschaftliche Hintergrund von der Entwicklung überholt wurde.“ Die Abrüstung ist als Faktum realisiert. Dies mit nicht nur positiven Folgen: Überangebot an Arbeitskräften durch ehemalige Soldaten deren Ausbildung nicht am Arbeitsmarkt orientiert war; das Herauskristallisieren von Gesellschaftsschichten minderer und höherer Bezahlung und Aussichten auf Realisierung eines erstrebenswerten Lebenszieles; Kriegsmaterial, welches nur noch Dienst tun sollte, bis es „vom moralischen zum physischen Zerfall geworden war.“(S.118).

    Kröger zeichnet ein durchwachsenes, jedoch nicht allzu kritisches Bild einer stark hierarchischen orientierten Gesellschaft, deren Individuen sich primär darüber zu definieren scheinen, wie sie sich in ihr durch Arbeit für ein größeres Ganzes – man könnte es auch Kollektiv nennen – definieren können. Die Menschheit prescht vor, versucht aus der Erde eine Art Garten Eden unter Einsatz enormer technischer Mittel zu schaffen. Ja man greift sogar in den kühnsten Ideen  – wenn auch nur in Nebensätzen erwähnt – bereits nach den Sternen.

    Letzten Endes jedoch ist es noch immer der einzelne Mensch, dessen soziale Qualitäten über Wohl oder Weh entscheiden – sein eigenes, wie das seiner unmittelbaren Umgebung oder in letzter Konsequenz der globalen Gesellschaft.

    Zum Buch:

    Nachdem es sich bei Band 4 der Alexander-Kröger-Werkausgabe (AKW) um ein in Verarbeitung wie Aufmachung identes Buch, abgesehen vom Coverbild, wie bei Band 20 „Chimären“ handelt, sei hier auf ebendiesen für die Buchbeschreibung verwiesen.

  24. Cover des Buches Theos zweite Reise (ISBN: 9783423623483)
    Catherine Clément

    Theos zweite Reise

     (47)
    Aktuelle Rezension von: quadrupes

    Theo, ein 23-jähriger französischer Medizinstudent, der sich für Umweltschutz interessiert, bekommt einen Anruf aus dem fernen Indien. Dort soll seine Tante Marthe in einem Krankenhaus im Sterben liegen. Hals über Kopf macht er sich auf dem Weg zu ihr, um vor Ort festzustellen, dass Marthe vor allem an einem gebrochenen Herzen leidet. Zu Therapiezwecken entschließt sich Theo, gemeinsam mit seiner Tante zu verschiedenen Orten der Erde zu reisen, an denen er für einen Wettbewerb zu den Themen Wasser, Abholzung und Müll recherchieren möchte.

    „Theos zweite Reise“ enttäuscht auf ganzer Linie. Weder die eigentliche Zielgruppe, Jugendliche zwischen 13 und 16 Jahren, noch Erwachsene dürfte der Roman ansprechen. Das selbsternannte Ziel, ein Buch über die Umweltprobleme der Erde, die Ursachen und die Folgen zu schreiben, verfehlt Catherine Clément völlig. Stattdessen ermüdet der Roman den Leser mit inhaltsleeren Ausführungen, zusammenhanglosen Beschreibungen sowie pseudophilosophischen Dialogen der schwach gezeichneten Charaktere.

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