Bücher mit dem Tag "alex beer"

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6 Bücher

  1. Cover des Buches Die rote Frau (ISBN: 9783809026761)
    Alex Beer

    Die rote Frau

     (74)
    Aktuelle Rezension von: Mogul

    Der angeschlagene Ermittler Emmerich muss eine mysteriöse Mordserie in Wien  anfangs der 1920er Jahre aufklären. Wien ist heruntergekommen, die Nahrungsmittel sind knapp und der Bevölkerung geht es schlecht. Europa ist immer noch durch die Folgen des ersten Weltkriegs destabilisiert, gesellschaftlich und politisch. Die Monarchien in Deutschland und Österreich sind zusammengebrochen. Emmerich selbst leidet unter einer Kriegsverletzung am Knie und wohnt in einem Männerheim als Übergangslösung. Zusammen mit dem erst zwanzig Jahren alten Winter ermittelt er in Wiens Unter- und Halbwelt. Winter selbst ist ein Adeliger, dem der Titel weggenommen wurde, sehr gebildet, aber völlig behütet aufgewachsen. Emmerich mag den Jungen, und zusammen sind sie zwar ein unschlagbares, wenn auch etwas seltsames Team. 

    Mir hat die Stimmung in Wien, wie sie in diesem Krimi geschildert wird, sehr gut gefallen. Man bekommt so Einblicke in einen Teil der Geschichte von Wien, die so - aus gut nachvollziehbaren Gründen- in Museen und den Geschichtsbüchern nur kurz gestreift werden. Und da ich ein Wien-Fan bin, ließ ich mich gerne in diese Geschichte entführen. Der Plot ist gut aufgebaut und der Krimi solide geschustert. Da gibt es nichts auszusetzen.


    Fazit: Klare Leseempfehlung für Wien-Fans, die keine Angst vor den Abgründen der Geschichte haben.


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  2. Cover des Buches Das schwarze Band (ISBN: 9783809027201)
    Alex Beer

    Das schwarze Band

     (37)
    Aktuelle Rezension von: Goch9

    Wien im Juli 1921

    August Emmerich, der erfolgreichste Kriminalinspektor der Abteilung Leib und Leben, ist wieder einmal in Ungnade gefallen. Für 10 Tage wird er in eine Kadettenschule interniert, um gute Umgangsformen zu erlernen. Seinen aktuellen Fall, der Mord an zwei jungen Frauen, muss er seinem jungen und unerfahrenen Kollegen überlassen.

    Aber auch in der Kadettenschule wird ein Mord verübt. August Emmerich beginnt auf seine ihm eigene Art mit den Ermittlungen und kommt einem politischen Komplett auf die Spur.

     

     

    Nein, dieser historische Kriminalroman hat mich leider nicht überzeugt. Das schwarze Band ist der 4. Fall des August Emmerich. Die ersten drei Bücher sind sehr gut bewertet worden, aber ich konnte als Neueinsteiger mit den Protagonisten nicht warm werden. 

    Zum einen habe ich trotz Beschreibungen der politischen Lage, der Verkehrssituation und der Lebensbedingungen der Menschen, arm wie reich, kein Gefühl für die Zeit bekommen. Bei Autoren wie Volker Kutscher (Gereon Rath) oder auch Oliver Pötzsch (Leopold von Herzfeldt) habe ich sofort das Gefühl im Berlin der 20er Jahre oder im Wien um 1890 zu sein. Hier war hauptsächlich die große Hitze gegenwärtig.

    Andererseits kam August Emmerich bei mir nicht authentisch rüber. Seine Befreiungsaktionen und seine Vorgehensweise bei den Ermittlungen waren für mich nicht echt und nachvollziehbar.

    Der Kriminalfall entsprach sicherlich den historischen Begebenheiten und Frau Beer hat in den ersten drei Büchern wahrscheinlich die Gegebenheiten authentisch beschrieben, aber bei mir als Neueinsteiger kam es nicht an.

  3. Cover des Buches Der dunkle Bote (ISBN: 9783734108976)
    Alex Beer

    Der dunkle Bote

     (44)
    Aktuelle Rezension von: jenvo82

    „Der große Krieg war hungrig gewesen, und so gab es kaum eine Familie, die kein Grab zu besuchen hatte. Gebeugte Greisinnen gingen an ihm vorbei, Kinder, die ihre Väter kaum gekannt hatten, schluchzende Frauen, deren Hoffnung auf ein stilles Glück irgendwo im Feindesland verscharrt worden war.“

    Inhalt

    Beruflich läuft es mittlerweile für August Emmerich und seinen jungen Assistenten Ferdinand Winter etwas besser, immerhin haben sie sich mit der Aufklärung neuer Morde einen gewissen Rang bei der Mordkommission erarbeitet und treten nun in einen Wettstreit mit einem anderen Ermittlerteam, um den Bezug eines größeren Büros. Doch privat werden die Schatten wieder länger. Denn seine geliebte Luise befindet sich nach wie vor in den Fängen ihres gewalttätigen Ehemanns, dessen Aufenthaltsort nicht bekannt ist. Allerdings wird sich das bald ändern, denn Xaver Koch plant einen politischen Umsturz und aktiviert seine zwielichtigen Bekanntschaften aus der Unterwelt, um seinen Plan durchzusetzen. Doch auch Emmerich treibt sich in diesen Kreisen herum und ist eifrig bemüht, eine scheinbare Serie von Morden aufzuklären, die den Stempel des Teufels tragen. Als sich die Wege der beiden Männer kreuzen, steht für Emmerich fest, dass er den Nebenbuhler endgültig eliminieren muss, wenn er jemals wieder glücklich sein möchte. Doch die Zeiten des Umbruchs lassen nur wenig Raum für emotionale Befindlichkeiten, denn jeder muss schauen, wo er bleibt und welche Opfer er bringen kann, ohne selbst dabei unterzugehen …

    Meinung

    Da ich in kurzer Folge bereits die ersten beiden Bände der Reihe gelesen habe, und nun mit dem dritten Teil abermals einen spannenden, historischen Kriminalroman gelesen habe, wird auch die Fortsetzung nicht lange auf sich warten lassen. Alex Beer schafft Wiedererkennungswerte und pflegt einen unterhaltsamen, erzählerischen Stil, der nicht nur der Kriminalhandlung Leben einhaucht, sondern auch der Rahmenhandlung samt ihren Protagonisten und deren Befindlichkeiten. Mittlerweile fühlt man sich als Leser schon regelrecht involviert, wenn man mit den Schmugglern, Trinkern und Mördern in zwielichtigen Kneipen verweilt und der Spur der Verwüstung durch das kalte Wien des Jahres 1920 folgt. 

    Nach wie vor gefällt mir die politische Einbindung der Morde in diese dunkle Zeit voller Wut, Armut und Verdruss sehr gut. Dadurch bekommen sowohl die Morde als auch die Motive eine andere Aussage und längst geht es nicht nur um die Bekämpfung des Bösen durch die Polizei, sondern um die Sensibilisierung des Lesers für den herrschenden Zeitgeist, bei dem die Konturen zwischen Recht und Unrecht oftmals verschwimmen und nicht alle Bösen tatsächlich die Übeltäter sind. Gerade der tägliche Überlebenskampf mancher Bevölkerungsgruppe wird so dramatisch dargestellt, dass man anstatt Vorwürfen bald nur noch Mitleid empfindet und gewissermaßen die Selbstjustiz gutheißt oder ihr zumindest Verständnis entgegenbringen kann. 

    Fazit

    Auch hier werden es wieder 5 Lesesterne, gerade weil mir diese Reihe so ans Herz gewachsen ist und jeder neue Band eine mir mittlerweile bekannte Stimmung heraufbeschwört und mich in die damalige Zeit eintauchen lässt, die sich aus sicherer Distanz umso interessanter gestaltet. Obwohl man alle Bücher auch eigenständig lesen kann, da die Mordserien abgeschlossen sind, würde ich dennoch die Einhaltung der Chronologie empfehlen, vor allem, weil dadurch die Nähe zum Hauptprotagonisten entsteht, der mit seinem Wesen einen ganz entscheidenden Beitrag zu den jeweiligen Fällen liefert. Auch die Hintergründe, die ihn selbst antreiben, seine zahlreichen Verluste und die dennoch ungebrochene Entschlusskraft machen nicht nur ihn, sondern die ganze Reihe zu einem besonderen Lesevergnügen im Genre des historischen Kriminalromans. 

  4. Cover des Buches Unter Wölfen - Der verborgene Feind (ISBN: 9783809027362)
    Alex Beer

    Unter Wölfen - Der verborgene Feind

     (30)
    Aktuelle Rezension von: Jossele

    Isaak Rubinstein ist neben August Emmerich ein weiterer Ermittler, den Daniela Larcher unter dem Pseudonym Alex Beer veröffentlicht. Isaak Rubinstein ermittelt in Nürnberg zur Zeit des 2. Weltkriegs und ist eigentlich ein jüdischer Antiquar. Dies ist der 2020 erschienene zweite Band der Reihe, der zeitlich vier Wochen nach dem ersten Band angesiedelt ist, also am 19.04.1942 beginnt und gerade mal 6 Tage überdauert. Nachdem Isaak Rubinstein im ersten Band ein Ermittler wider Willen war, hat er selbst entschieden, seine Tarnung als Adolf Weissmann länger aufrechtzuerhalten, um aus dieser Position heraus dem Widerstand gegen die Nazis zuzuarbeiten. Aus diesem Grund hat er sich auch auf eine Liaison mit der Industriellentochter Ursula von Rahn eingelassen, da ihm diese den Zugang zu mächtigen Nazi-Kreisen ermöglicht.

    Wie schon beim ersten Band kritisiert, leidet die Geschichte an einer Grundschwäche, nämlich der völlig unwahrscheinlichen Ausgangssituation, dass ein jüdischer Archivar wochenlang als berühmter Polizeibeamter mit Verbindungen bis hinauf zu Himmler durchgeht, ohne enttarnt zu werden.

    Sieht man von diesem Geburtsfehler ab, ist es eine schöne Geschichte geworden, deutlich weniger von unlogischen Abläufen geplagt wie der Erstling der Reihe. Immerhin ist es in diesem Band so, dass nicht dauernd irgendwelche abartigen Zufälle die Entlarvung Isaaks verhindern.

     Die Pattsituation zwischen dem Mörder und Isaak Rubinstein ist sogar richtig originell ausgedacht und logisch herbeigeführt, von Wahrscheinlichkeit allerdings zu schweigen.

    Gut gefallen hat mir auch das ausführliche Nachwort, in dem die Autorin u.a. erklärt, was Fiktion und Historie ist und ggf. erläutert.

    Das Ende lässt vermuten, dass die Reihe fortgesetzt werden soll und Isaak Rubinstein weiterhin unerkannt als Adolf Weissmann ermitteln wird. Damit würde die Autorin die Chance verpassen, die Reihe einem ordentlichen Ende zugeführt zu haben.

     Hätte ein guter Krimi sein können, wenn der Geburtsfehler nicht wäre. Drei Sterne.

  5. Cover des Buches Unter Wölfen (ISBN: 9783734109843)
    Alex Beer

    Unter Wölfen

     (51)
    Aktuelle Rezension von: Ingrids_Blog

    Nürnberg im März 1942

    Der Jude Isaak von Rubinstein wird unfreiwillig durch den Widerstand in die Kreise der Gestapo eingeschleust. Sein offizieller Auftrag lautet den Mord an einer beliebten Schauspielerin aufzuklären.

    Tatsächlich soll er jedoch geheime Informationen von einem inhaftierten Widerständler beschaffen. Isaaks Interesse ist es jedoch, seine Familie vor der drohenden Deportation zu schützen.

    Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass dieses Buch polarisiert. 

    Wer lediglich eine spannende Geschichte vor historischem Hintergrund sucht, wird hier jedoch bestens bedient.

    Der Protagonist ist vom Hintergrund Antiquar. Dennoch gelingt es ihm, die Mitglieder der Gestapo (dumm, brutal und machthungrig) hinters Licht zu führen und gegeneinander auszuspielen. Auch ohne jegliche Erfahrung in dieser Disziplin gelingt es ihm, einen Landesmeister bei einem Boxkampf zu besiegen.

    Wer sich an Glück und Zufällen in einem Plot stört oder historischen Tiefgang erwartet, der sollte lieber zu einem anderen Buch greifen. Alle Figuren des Romans sind fiktiv. Historische Persönlichkeiten werden zwar erwähnt, haben aber keinen Auftritt.

    Ich konnte darüber hinwegsehen und mich auf den sympathischen Protagonisten einlassen. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Nicht zu detailverliebt und flott vorwärtserzählt, hat sich das Buch für mich als echter Pageturner entpuppt.

    Die verschiedenen Perspektiven fand ich gelungen und haben die Spannung bis zum Ende hochgehalten.

    Trotz der teils etwas unglaubwürdigen Glückssträhne, habe ich mich gut unterhalten gefühlt. Deshalb eine klare Leseempfehlung für alle, die mehr Wert auf die eigentliche Handlung, als den historischen Kontext legen.


  6. Cover des Buches Der zweite Reiter (ISBN: 9783734105999)
    Alex Beer

    Der zweite Reiter

     (122)
    Aktuelle Rezension von: Federfee

    Um gleich mit der Tür ins Haus zu fallen: Dieser erste Band einer Krimireihe hat mir bestens gefallen und ich kann es kaum erwarten, mehr zu lesen. Auch wenn mich der Roman in einigem an die Reihe von Volker Kutscher (Gereon-Rath-Reihe, Babylon Berlin) erinnert, so fand ich ihn sogar noch besser, vielleicht auch, weil der Kommissar sympathischer, menschlicher ist.

    Wir tauchen tief ins Wien der Nachkriegszeit ein (November 1919) und finden auch hier wieder die krassen Gegensätze zwischen Arm und Reich vor. Der Autor zeichnet ein bitteres Bild der schrecklichen Zustände: Kälte, Hunger, Kriminalität, Kriegsnachwirkungen.

    "Der Krieg hat einen langen Arm. Noch lange, nachdem er vorbei ist, holt er sich seine Opfer." (vorangestelltes Zitat von Martin Kessel)

    Der 36-jährige Kommissar August Emmerich würde lieber in der Abteilung 'Mord' arbeiten. Statt dessen wird er von seinem unfähigen Vorgesetzten Inspektor Leopold zur Verfolgung von Warenschiebern (Schleichhändlerringe) eingesetzt und muss sich auch noch um den Neuling Winter als Assistenten kümmern. Der aber entpuppt sich im weiteren Verlauf als große Hilfe, so dass die beiden ein gutes Team bilden.

    Als ein Toter gefunden wird, glaubt Emmerich als einziger an einen Mord statt an Selbstmord und er ermittelt, obwohl er eigentlich nicht dazu befugt ist. Weitere Morde passieren, während sich für Emmerich die Situation zuspitzt: Probleme im Privatleben, seine verheimlichte Kriegsverletzung, ein Überfall und der Verlust seiner Waffe und Polizeimarke.

    Es wird zunehmend spannender, aber es sind vor allem die Milieuschilderungen, die mich als Leser in ihren Bann gezogen haben. Sehr geschickt webt die Autorin die prekären Lebensverhältnisse, unter denen viele Menschen nach dem Krieg leiden, in den Handlungsverlauf ein. Und wieder einmal mache ich mir als Leser Gedanken und ziehe Vergleiche mit unseren gegenwärtigen Problemen...

    Es geht auch um das Heroin- (Morphium-) Problem der damaligen Zeit, um den dünnen Grat, der Gut und Böse, Recht und Gerechtigkeit trennt und um nicht aufgearbeitete Gräueltaten aus dem Krieg und versuchte Vertuschungen.

    'Recht und Gerechtigkeit sind zwei Paar Schuhe.' (180)

    Am Ende wird der aktuelle Fall zwar aufgelöst, aber man merkt deutlich, dass die Geschichte fortgesetzt und Emmerich weiter ermitteln wird. Ein großartiger Krimi, der auch ein bisschen historischer und Gesellschaftsroman ist.

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