Bücher mit dem Tag "algerien"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "algerien" gekennzeichnet haben.

51 Bücher

  1. Cover des Buches Die Pest (ISBN: 9783499006166)
    Albert Camus

    Die Pest

    (532)
    Aktuelle Rezension von: Marcello

    Die Pest von Albert Camus habe ich mit 4 Sternen bewertet – mehr aus inhaltlicher Achtung als aus reiner Lesefreude.

    Der Roman spielt in der algerischen Stadt Oran, die von einer Pestepidemie heimgesucht wird. Im Zentrum steht Dr. Rieux mit einer kleinen Gruppe von Leuten, die unterschiedlich auf die Katastrophe reagieren. Camus zeigt, wie Menschen mit sinnlosem Leid umgehen, wie sich Solidarität und Egoismus mischen und was es heißt, "anständig" zu handeln, obwohl die Welt keinen erkennbaren Sinn bietet.

    Besonders interessant ist die metaphorische Ebene: Die Pest ist bewusst mehr als nur eine Krankheit. Sie kann als Sinnbild für den Kampf der Résistance gegen den Nationalsozialismus gelesen werden, generell aber auch für jede Form von Tyrannei und politischem Übel, das Institutionen, Sprache und Moral angreift. Gleichzeitig steht sie existenziell für das allgegenwärtige Übel im menschlichen Leben – Krankheit, Tod, Zufall, Grausamkeit –, das sich nie endgültig besiegen lässt. Der Roman legt nahe, dass der Ausweg eher in Haltung und Solidarität liegt als in einer großen Lösung.

    Aktuell wirkt das Buch dort, wo Camus betont, dass der Pestbazillus nie ganz verschwindet, sondern im Verborgenen weiterbesteht und jederzeit zurückkehren kann. Eine ziemlich klare Parallele zu faschistischen und anderen destruktiven Ideologien, die immer wieder auftauchen – wie auch in der heutigen politischen Diskussion.

    Wer einen spannenden Pageturner erwartet, wird hier eher enttäuscht. Die Pest liest sich für mich eher wie ein nüchterner, philosophisch unterlegter Bericht über eine Krise. Der Stil ist bewusst zurückhaltend und stellenweise langatmig. Wenn man sich darauf einstellt und eher an Idee und Atmosphäre als an Spannung interessiert ist, ist das Buch allerdings sehr lohnend.

  2. Cover des Buches Bruno Chef de police (ISBN: 9783257261219)
    Martin Walker

    Bruno Chef de police

    (276)
    Aktuelle Rezension von: Sanne54

    Nachdem ich schon sehr oft über Bruno, den Chef de Police eines kleinen Örtchens in der französischen Provinz gestolpert bin, nie aber ein Buch gelesen habe, habe ich nun doch mal einen Blick in den ersten Teil gewagt.

    Und bin auch eine durchaus charmant konstruierte Geschichte gestoßen, was den namensgebenden Protagonisten und das Setting betrifft. Ein bisschen wie Rosamunde Pilcher in Frankreich. (Passenderweise kommen auch einige Engländer vor.) Bruno, dessen Rolle nicht so ganz trennscharf auf den örtlichen Polizisten festzulegen ist, hat eine große Schwäche fürs Kulinarische und die Tradition seines Perigords, wofür er sich gerne auch mal mit der EU anlegte, und ist anerkannter Teil seiner Gemeinde Saint-Denis. Obwohl kleinere Versuche gewagt werden, der Figur Tiefe zu verleihen (betrifft seine Vergangenheit in der Armee und dass er als Waise aufgewachsen ist), bleibt der überzeugte (?), aber begehrte Junggeselle sympathisch, allerdings ohne Ecken und Kanten. Das finde ich persönlich Schade.

    Insgesamt wartet das Buch für mich mit zu vielen Klischees auf. Vielleicht trägt das zum "Cosy"-Gefühl bei, das diese Krimi-Reihe so erfolgreich macht, ich würde mir mehr Authentizität wünschen und weniger "Reiseführer"-Feeling. Da sind die Figuren die entscheidenden Stellschrauben, wie ich finde.

    Und dann macht zwischen Wochenmarkt, Kulinarik und Tennisplatz der Fall plötzlich eine überraschende Wendung. Nicht nur durch den brutalen Mord, bei dem Bruno den Ermittlern zuarbeitet, sondern auch durch den politisch-historischen Hintergrund, den der Autor einarbeitet. Hier werden interessante Themen aufgeworfen, die aber in diesem Kontext einfach zu flach und banal bearbeitet werden. Das wird der Thematik einfach nicht gerecht, weshalb ich einen zweiten Punkt abziehe. Vielleicht passen die folgenden Fälle Brunos besser zum Setting und sind nicht im Bereich des politisch-brisanten Kapitalverbrechens angesiedelt, denn das würde ihnen meiner Meinung nach besser zu Gesicht stehen.

    Im Großen und Ganzen leicht lesbare Unterhaltung und ein sympathischer, spitzbübischer Protagonist, der nachvollziehbar viele Fans hat und hier aber leider in eine zu ambitionierte Story verwickelt wurde.


  3. Cover des Buches Der Fremde (ISBN: 9783644026216)
    Albert Camus

    Der Fremde

    (638)
    Aktuelle Rezension von: Smimo_Do

    Das Buch ist in zwei Teile aufgeteilt. Im ersten Teil geht es um einen jungen Franzosen in Algerien, der den Tod seiner Mutter gefühlslos lässt. Sich gleichgültig mit einer Frau einlässt und später  einen Araber erschießt. In Teil zwei geht es um den Gerichts Prozess, die Gedanken des Franzosen und einem hitzigen Gespräch mit einem Geistlichen.

    Der Fremde ist von einer Gleichgültigkeit und Teilnahmslosigkeit geprägt, der von Albert Camus wunderbar erzählt wird. Der Schreibstil ist daher in sehr einfachen knappen Sätzen gehalten. So wirkt alles recht trostlos, fast schon lieblos, genau wie der Protagonist.

    Ich fand das Buch durch den trocken Erzählstil sehr anstrengend zum Lesen. Die Art dieser Erzählung ist einfach nicht meins.

  4. Cover des Buches Der erste Mensch (ISBN: 9783644004535)
    Albert Camus

    Der erste Mensch

    (77)
    Aktuelle Rezension von: Malte_Hermann

    Ich habe Der erste Mensch gelesen – und plötzlich war ich ganz nah bei Albert Camus. Nicht beim berühmten Denker, sondern beim Jungen. Beim Sohn. Beim Suchenden. Dieses Buch ist kein Roman wie die anderen – es ist eine Rückkehr. Eine Spurensuche. Eine stille Offenbarung. (Mehr über Albert Camus: https://love-books-review.com/de/rezensionen-nach-autor/albert-camus/)

    Camus schreibt über seine Kindheit in Algerien. Über Armut, Sonne, Schule, Schweigen. Vor allem über seine Mutter, die kaum spricht, aber alles sagt. Jeder Satz ist klar, ehrlich, fast nackt. Kein Pathos, kein Kitsch. Nur Leben.

    Was mich tief berührt hat: Man spürt in jeder Zeile, dass Camus dieses Buch nicht für Ruhm schrieb. Sondern für sich. Für das Kind, das er war. Für den Vater, den er nie kannte.

    Es geht um Herkunft, um Identität, um Erinnern. Und es tut weh, weil es so echt ist. Camus schaut zurück – und lässt uns mitsehen.

    Der erste Mensch ist unvollendet geblieben. Aber genau das macht es besonders. Roh, offen, lebendig. Ein Abschied. Und ein Anfang.

    Ich habe es nicht nur gelesen. Ich habe es gespürt. Und ich glaube: Wer Camus wirklich verstehen will, muss hier beginnen. Beim Kind. Beim ersten Menschen.

  5. Cover des Buches Die Schuld des Tages an die Nacht (ISBN: 9783548610221)
    Yasmina Khadra

    Die Schuld des Tages an die Nacht

    (65)
    Aktuelle Rezension von: Buckshaw

    - Übersetzt aus dem Französischen von Regina Keil-Sagawe - 

    Rezension:

    Younes wächst im ländlichen Algerien auf einer Farm auf. Als diese abbrennt, verschlägt es seine Familie in ein Armenviertel der Stadt Oran. Alle Versuche seines Vaters ihre Situation zu verbessern scheitern und so gibt er Younes fort an seinen Onkel (ein studierter Apotheker, der eine Französin geheiratet hat), um ihm eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Fortan heißt der Junge Jonas, führt ein privilegiertes Leben und freundet sich mit den Kindern der französischen Siedler an. Letztlich sitzt er zwischen den Stühlen in allen Belangen, die Algerien spalten: arabisch und französisch, arm und reich, muslimisch und christlich. Mit der zunehmenden Spannung im Land, kulminierend im Unabhängigkeitskrieg, werden die Unterschiede mehr offenbar und der Druck sich zu positionieren steigt. Doch die historischen Ereignisse rauschen an Jonas vorbei und bilden lediglich den Hintergrund der Geschichte, während er passiv zuschaut und seiner verpassten Liebe nachtrauert. Eine tragische Liebesgeschichte, die im Mittelteil des Romans zu viel Raum einnimmt. Ein guter Anfang und ein gutes Ende trösten aber darüber hinweg. Man lernt etwas über die Geschichte Algeriens zwischen den 1930er und 60er Jahren und die verschiedenen Orte sind sehr gut vorstellbar gezeichnet. Die Charaktere sind real, machen Fehler und haben ihre unsympathischen Seiten, aber genau deshalb liest man gerne über sie. Dass die Folgen der Kolonialisierung, die Lage im Land und der Lebensalltag weitestgehend aus der Perspektive der „pied-noirs“, der Algerienfranzosen erzählt wird, hat mir sehr gefallen und verleiht der Geschichte mehr Komplexität, anstatt auf ein simples Schema aus Gut und Böse zurückzugreifen. Dieses spannende Potential konnte der Roman zwar nicht voll ausschöpfen, eine lohnende Lektüre ist er aber dennoch.

  6. Cover des Buches Eine Liebe zwischen den Fronten (ISBN: 9783404179893)
    Maria W. Peter

    Eine Liebe zwischen den Fronten

    (140)
    Aktuelle Rezension von: lucyliest

    Die Französin Madeleine steht kurz vor der Verlobung mit dem preußischen Arzt Paul in Berlin, als sie die Nachricht von der Kriegserklärung gegenüber Frankreich erhalten. Paul muss als Militärarzt sofort an die Front und Madeleine versucht mit ihrem Vater wieder in ihre Heimat nach Merz zu kommen. Dabei geraten sie mitten ins Kriegsgewirr. 

    Madeleines Vater stirbt unterwegs und sie muss ihn in der Fremde beisetzen. Endlich schafft sie es doch nach Hause und trifft dort nur ihre Mutter und die algerische Magd Djamila an. Sofort setzt sie sich ein und hilft im Lazarett. Und somit beginnt ein harter Kampf, ums Überleben. Wird Madeleine Paul je wieder sehen und wie können sie wieder zusammen finden, wenn ihre Länder verfeindet sind? Madeleine macht sich auch große Sorgen um ihre Bruder Clément, der sich rebellischen Gruppen anschließt um Frankreich zu befreien. 


    Es ist ein unglaublich spannendes Buch. Maria schafft es die Szenen so bildgewaltig zu beschreiben. Grad die Kampfszenen im Krieg waren mir manchmal zu heftig. Die Emotionen schafft sie mit ihren Worten so gut zu transportieren, das man mit der durch Krankheit geschwächten Madeleine, den von Sorgen zerfressenen Paul und den fanatische für sein Land kämpfenden Clément, nachempfindet. Madeleine und Paul, die ihrem Land gegenüber loyal sind, aber noch mehr sich gegenseitig lieben und sich Sorgen machen, wie es dem anderen geht. Werden sie sich wiedersehen?


    Der geschichtliche Hintergrund ist gut recherchiert und beeindruckend detailliert. Ich kann mir nicht vorstellen, wieviel Arbeit und Zeit Maria in dieses Buch gesteckt hat. 


    Ein sehr großartiges, historisches Buch was ich wirklich empfehlen kann. 

  7. Cover des Buches Hochzeit des Lichts Neu (ISBN: 9783716027066)
    Albert Camus

    Hochzeit des Lichts Neu

    (8)
    Aktuelle Rezension von: Maldoror

    Die kleine Anthologie  mit dem Titel Hochzeit des Lichts beinhaltet die wohl sprachlich schönsten Essays und Betrachtungen Albert Camus,  Noces (1938, dt. Hochzeit des Lichts) und L’ete (1954, Heimkehr nach Tipasa).

    Die vier Essays die sich in der Hochzeit des Lichts versammeln, sind frühe Schöpfung en des jungen, gerade einmal Anfang 20- jährigen Camus.

    In ihnen pulsiert in poetischer und empathischer Sprache eine Vereinigung zwischen Individuum und Natur, zwischen Licht und Erde, Meer und Himmel, Wüste und Leben.

    In den Beschreibungen findet man die außerordentliche  Bedeutung und Liebe Camus zu seiner Heimat Algerien, des Lichtes, der Kraft der Sonne,  die Mächtigkeit und Klarheit des Himmels und Horizontes, der Weite und der Schönheit der kargen Natur. Es ist eine impressionistische Darstellung und Exkursion in das mediterrane Algerien, in dem sich im inneren Monolog des  Ich-Erzähler s ästhetische Sinneswahrnehmungen, Empfindungen, Erinnerungen und Beobachtungen verschmelzen.

    Die Texte sind durchdrungen  von einer letztendlich bedingungslosen Liebe zum Leben, ohne den schweren und mühsamen Weg des verzweifelten Nihilismus und den starken existenziellen Verlangen nach Sinn, Wahrheit und Gerechtigkeit zu bestreiten. Wann immer Camus später schwere Krisen und Enttäuschungen überfinden musste, und ihm Hoffnung und Kraft schwanden, besann er sich auf das unbeeinträchtigte, reine Glücksgefühl das ihm das mediterrane Mittelmeerklima Algeriens in seiner Jugend beschert hatte.

    Die Schönheit und Freuden des Lebens genießen, das Glück, wenn es sich denn zeigt, wahrzunehmen und jeden Augenblick davon bewusst zu genießen. Das absurde Da-sein und grüblerische Denken versuchen  in Sinnlichkeit, Erfüllung und Genuss zu  verwandeln.

    „Denn hoffen heißt zuletzt entsagen, wenn man auch das Gegenteil zu glauben pflegt. Und leben heißt: nicht entsagen.“

    Die mehr als fünfzehn Jahre später veröffentlichen sieben Essays, welche unter dem Titel  „Heimkehr nach Tipasa“ , zeugen von den grundlegenden neuen Lebenserfahrungen, seiner  persönlichen Entwicklung  und  tragen noch deutlicher die Grundbegriffe und Motive aus seiner Philosophie  in sich. Das Individuum ist nicht mehr unbeschwert, hat oft jegliche jugendliche Unbeschwertheit und Freude oft verloren, und der Ton ist von Sentimentalität, melancholischer  Reflexion und einer  deutlich wahrnehmbaren inneren Zerrissenheit gezeichnet.

    Trotz aller  Bescheidenheit aller Dinge,  bleibt doch in der ambivalenten Lebenswirklichkeit ein gewisses Gleichgewicht: „ Es gibt einen Lebenswillen, der dem Leben nichts verweigert, und dies ist die Tugend, die ich am höchsten verehre auf dieser Welt. Ich wollte wahrlich, ich hätte sie selber von Zeit zu Zeit geübt. Da wenige Epochen wie die unsere vom Menschen verlangen, dass er sich sowohl dem Besten wie dem Schlechtesten gleichstelle, möchte ich nichts ablehnen und die Erinnerung an beides genau bewahren. Ja, es gibt Schönheit, und es gibt Erniedrigungen. Wie schwer es auch sei, ich möchte weder der einen noch den anderen untreu werden.

    „Es gilt aber zu leben“, dies könnte man als allüberlagernde unabänderliche,  und in gewisser Weise auch wahren, Weisheit und Grundethik am Ende stehen lassen. Trotz des Gefühls der Leere, des Überdrusses, des Grauen, des Ekels, der Fremdheit, der Einsamkeit (Stimmungen der Absurdität, Existenzialismus) und allen weiteren zahl- und namenlosen Schrecken, die auch Camus nur allzu bewusst von einer überschwänglichen, pathetischen und optimistischen Lebensbejahung  abhalten.

    Die Weite und die Stille lasten auf dem Herzen. Eine ungestüme Liebe, ein großes Werk eine entscheidende Tat, ein verklärender Gedanke, alle bewirken sie manchmal dieselbe unerträgliche Angst, gepaart mit einem unwiderstehlichen Reiz. Süße Bangigkeit des Seins, süße, aufreizende Nähe der Gefahr, deren Namen wir nicht kennen – ist Leben dann, sich ins Verderben stürzen?

    Von Neuem, ohne Aufschub, lasst uns ins Verderben stürzen.

  8. Cover des Buches Havarie (ISBN: 9783867542326)
    Merle Kröger

    Havarie

    (17)
    Aktuelle Rezension von: Birkhenne
    Ein Roman über die Begegnung zwischen einem Schlauchboot und einem Kreuzfahrtschiff  auf dem Mittelmeer! Hört sich interessant an, ist es aber leider nicht. 
    Warum dieses Buch auf die Bestenliste in der KrimiZEIT gekommen ist, erschließt sich mir nicht.

    Dieses Buch macht einfach nur schlechte Laune! Vielleicht ist das auch beabsichtigt mit diesen kurzen abgehackten Sätzen, wie "Vogel friss oder stirb!".
    Es ist eine Geschichte über das Drama im Mittelmeer, wie sie realistischer kaum sein kann....
    Als Krimi würde ich dieses Buch aber keineswegs bezeichnen! Es liest sich eher wie ein Zeitungsartikel in stichpunktartigen Sätzen, wahrscheinlich eher die Drehbuchvorlage für den Film, der noch in diesem Jahr in die Kinos kommen soll.
    Am Anfang des Buches hat mich der abgehackte Schreibstil noch nicht sehr gestört aber nach und nach war er für mich lesehemmend. Ich hatte keine Lust mehr weiterzulesen, was mir nur selten passiert. In diesem Fall könnte der Film um Längen besser werden....
    Eine Krimihandlung findet man in diesem "Krimi" nicht!
  9. Cover des Buches Ein sterbender Mann (ISBN: 9783499272165)
    Martin Walser

    Ein sterbender Mann

    (26)
    Aktuelle Rezension von: KINSKINSKI

    Gut, die Hauptfigur ist nicht sonderlich sympathisch. Wer depressive Menschen kennt oder selbst betroffen ist weiß aber, dass der Autor bei der Figurenentwicklung damit nur korrekt gearbeitet hat. Die Geschichte erfährt keine Steigerung. Da sie aber nicht dahinplätschert fällt das nicht negativ auf. Was sich schon negativ auf meinen Lesefluss und meine Leselust ausgewirkt hat, war die wirre Vermischung vieler Elemente. Es wechseln die Erzählperspektive, die Textsorte, der Fokus….. Insgesamt hat der Roman auf mich unausgegoren gewirkt. Gelesen habe ich ihn dennoch (gerne).

  10. Cover des Buches Palast aus Staub und Sand (ISBN: 9783957511621)
    Haroon Gordon

    Palast aus Staub und Sand

    (22)
    Aktuelle Rezension von: angies_bücher

    Tatsächlich fiel es mir etwas schwer den Einstieg in das Buch zu finden. Man wird direkt mitten in die Geschichte hinein geworfen und eine ganze Weile laufen die verschiedenen Erzählstränge nebeneinander ohne,dass man einen Zusammenhang erkennt. Als die Fäden dann zusammen laufen war ich vollkommen fasziniert und konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Die Geschichte hat mich sehr berührt und ich mochte das Buch sehr sehr gerne! 

  11. Cover des Buches Der Schleier der Angst (ISBN: 9783404270781)
    Samia Shariff

    Der Schleier der Angst

    (84)
    Aktuelle Rezension von: jacaranda

    Mir war der Erzählstil einfach etwas zu kindlich. Eine Aneinanderreihung von Ereignissen. Der Hintergrund von vielen Geschehnissen hat einfach gefehlt. Auch die Unwissenheit und Leichtgläubigkeit von Samia konnte ich oft nicht verstehen. Ebenso kommt mir manches einfach unglaubwürdig vor, z. B. dass ihr zufällig eine Frau einen hohen Preis für ihren Diamantring bietet und bezahlt, obwohl eigentlich jeder weiß, dass Diamanten von keinem Mensch der Welt nur per Augenschein als echt oder unecht eingestuft werden können. Hab mich einfach manchmal gefragt, was wirklich gestimmt hat und was dazuerfunden worden ist.

  12. Cover des Buches Our Infinite Fates (ISBN: 9783423765657)
    Laura Steven

    Our Infinite Fates

    (213)
    Aktuelle Rezension von: DarkOcean

    Meine Meinung zum Buch:

    "Our Infinite Fates" von Laura Steven war ein etwas schwermütiger und definitiv sehr emotionaler Einzelband. Ich fand das Grundthema mit der ewigen Wiedergeburt wirklich sehr faszinierend ausgestaltet. Auch das die Handlung immer wieder zwischen der Gegenwart der Hauptcharaktere und ihren vergangenen Leben hin und her wechselt, war wirklich sehr spannend und der flüssige Schreibstil hat einen durchs Buch getragen.

    Nur mit den Charakteren bin ich leider nicht so wirklich warm geworden, aber sonst war alles andere drum und dran wirklich toll gemacht und vor allem das bittersüße Ende hat dann nochmal alles getoppt. Deswegen kann ich insgesamt sagen, dass mit dieses besondere Fantasy Buch hier gut gefallen hat und ich kann es auf jeden Fall allen weiterempfehlen, die nach einem Buch suchen, welches sie so schnell nicht mehr vergessen werden.

  13. Cover des Buches Falsche Austern (ISBN: 9783442485536)
    Catherine Simon

    Falsche Austern

    (23)
    Aktuelle Rezension von: black_snapper

    Dies ist mein erster Leblanc-Krimi. 

    Zunächst mutet er wie ein normaler Krimi an. Verbrechen, Ermittlungen, Aufklärung. Aber dann sind noch etliche Seiten übrig. Zwar gibt es einige Nebenschauplätze aus dem Privatleben des Kommissars, aber tatsächlich gibt es am Ende nochmal zwei unerwartete Wendungen.

  14. Cover des Buches Der Fall Meursault - eine Gegendarstellung (ISBN: 9783462050608)
    Kamel Daoud

    Der Fall Meursault - eine Gegendarstellung

    (12)
    Aktuelle Rezension von: Dirk_Walther1

    Durchaus interessante Auseinandersetzung mit "Der Fremde" von Albert Camus. Denn dass der "Araber" namenlos - und damit die Tat der Zerstörung menschlichen Lebens belanglos - geblieben ist, war mir beim Lesen von "Der Fremde" durchaus aufgefallen. Auch wenn das natürlich genau Teil der philosophischen Aussage Camus' ist (Bedeutungslosigkeit menschlicher Existenz) ist, ist durchaus zu fragen, ob hier auch ein kolonial geprägter Blick zusätzlich mitschwingt. Allerdings kommt es bei weitem nicht an die Tiefe von Camus Text heran, und das fortwährende Klagen über die Nichtbeachtung ist etwas ermüdend. Etwas Dynamik entwickelt sich, wenn der Held nun wiederum selber zum Täter wird.

  15. Cover des Buches Nur wenn du allein kommst (ISBN: 9783406711671)
    Souad Mekhennet

    Nur wenn du allein kommst

    (20)
    Aktuelle Rezension von: PagesofPaddy

    Ich bin immer wieder dankbar für neue Impulse was Bücher angeht. Themen und Geschichten die man nicht kennt sind einfach interessanter als der xte Krimi in Folge. Sachbücher sind etwas was ich selten lese. Nicht weil es mich nicht interessiert. Ich finde einfach selten Bücher bei denen ich das Gefühl hab: Das MUSS ich jetzt lesen. In diesem Fall war das Buch, wie so oft, ein zufälliger Fund auf Instagram. Das mich dieses Buch aber so abgrundtief überzeugen würde hätte ich nicht gedacht. Was Autorin Souad Mekhennet hier erzählt ist zwar, an sich, nicht neu aber gibt ungeahnte, tiefe Blicke in eine Welt die wir als nicht-Journalisten nicht kennen. Es ist ein faszinierendes Buch über so viel mehr als nur „eine Reporterin hinter den Fronten des Dschihad“. Es ist die Geschichte einer Frau, einer Journalistin, einer Autorin, die es geschafft hat, mir viele Dinge näher zu bringen, die ich so nicht verstanden habe. Mekhennet zwängt hier aber keine Sichtweise auf sondern ermutigt sich kritisch mit Themen auseinander zu setzen. Sie erzählt von verschiedenen Stationen ihres Lebens. Vom aufwachsen in Frankfurt über ihre Zeit in Hamburg hin zu vielen Auslandseinsätzen als Journalistin. Wer sich mit den Themen auskennt, wird hier viele bekannte Momente der jüngeren Geschichte treffen. Faszinierend ist hier aber der Blick der Journalistin. So werden auch bekannte Geschichten aus einem neuen, teilweise dramatischen Blickwinkel wahrgenommen und gezeichnet. Oftmals liest sich das Buch eher wie ein Thriller und nicht wie ein Sachbuch. Zwar schreibt die Autorin recht nüchtern und listet Fakt an Fakt auf aber die Geschehnisse sind teilweise so bemerkenswerte, dass man sich am Ende eben doch in einem Thriller wähnt. Das Buch ist lehrreich, emotional und vor allem vermittelt es wunderbar die wichtige Message, dass die Welt eben nicht nur Schwarz oder Weiß ist.
    Themen wie Rassismus, Fanatismus, Wahn aber auch Heimatgefühl, Zugehörigkeit und Identität durchfließen viele Seiten dieses großartigen Buches. Gleichzeitig ist das ganze unverschämt informativ! Es ist definitiv keins dieser Bücher die man nebenbei locker ,leicht weg liest. Es informiert und zeigt Zusammenhänge auf. Das alles ist aber so gut und packend geschrieben, dass es sich nie wie eine dröge Vorlesung anfühlt. Ein fantastisches Buch, ein Highlight!

    FAZIT
    Informativ, packend, oftmals unbequem und überraschend emotional. Ein HIGHLIGHT was ganz, ganz viele Leser verdient. Einfach lesen

  16. Cover des Buches Die Kunst zu verlieren (ISBN: 9783492315043)
    Alice Zeniter

    Die Kunst zu verlieren

    (15)
    Aktuelle Rezension von: renee

    "Die Kunst zu verlieren" habe ich in einem Lese-Marathon beendet und ich habe ein wirklich wunderbares Buch gelesen. Ein weiterer Anwärter für renee`s Best 2020. Ein Blick nach Algerien und ein Blick auf seine Kolonialmacht Frankreich, ein Blick auf den algerischen Unabhängigkeitskrieg und ein Blick auf die Harkis (Algerier, die für Frankreich in den beiden Weltkriegen gekämpft haben) und ihr Schicksal und ebenso ein Blick auf das Schicksal ihrer Nachkommen und gleichzeitig auch viele erhellende Worte über daraus resultierendes Geschehen in Frankreich. Genauso ist dieses Buch ein Blick auf die Kabylen und deren Arabisierung. Und ebenso ist dieses Buch eine interessante Familiengeschichte mit einer interessanten Sprache und ich kann nur begeistert rufen: LESEN!!! Denn wer mich und meine Art Rezensionen zu schreiben kennt, wird wissen: dieses Buch habe ich geliebt!


    Es gibt in diesem Roman drei Hauptpersonen einer Familie, die alle ihre Geschichte erzählen. Da haben wir einmal Ali, ein Bauer aus der Kabylei, ein berberisches Gebiet im arabischen Nordalgerien. Die Berber sind eine Urbevölkerung in Nordafrika, die durch eingewanderte arabische Stämme seit dem 11. Jahrhundert langsam und teilweise auch radikal arabisiert wurden. Trotzdem haben sich in Rückzugsgebieten überall in Nordafrika berberische Stämme behaupten können, wie zum Beispiel die Kabylen im algerischen Teil des Tellatlas Gebirges. Als nächstem Aggressor haben sich die Kabylen dann der Kolonialmacht Frankreich stellen müssen. Alis Schilderung des Lebens in der Kabylei handelt von der Stellung der Kabylen im arabischen Algerien und ebenso von der Stellung der algerischen Urbewohner (Araber und Berber) gegenüber den Franzosen. Beides sollte man zum besseren Verständnis des Buches wissen. Und ebenso geht es um die Harkis und ihre Familien. Die Harkis waren Hilfstruppen der französischen Armee, aus algerischen Einwohnern bestehend, wurden einerseits als Unterstützung der Kolonialmacht Frankreich in Algerien eingesetzt und waren andererseits Unterstützung der französischen Truppen in den beiden Weltkriegen, dazu wurde in Algerien die allgemeine Wehrpflicht eingeführt. So kämpften für Frankreich im ersten Weltkrieg 90000 Algerier und im zweiten Weltkrieg 66000 Algerier, nur um einmal ein paar Zahlen zu hören und damit eine Dimension vermittelt zu bekommen. Und genau diese Algerier und ihre Familien wurden dann im Unabhängigkeitskrieg und auch danach von der FLN (Nationale Befreiungsfront) verfolgt. Auch Ali war so ein Harki und auch er, wie so viele andere Harkis, muss sich eine neue Heimat suchen und feststellen, dass er in der neuen Heimat Frankreich ebenso ungern gesehen ist, wie in seiner eigentlichen Heimat Algerien. Sein Sohn Hamid, noch in Algerien geboren, versucht in der neuen Heimat Fuß zu fassen, anzukommen, sich anzupassen, Franzose zu sein. Es bestehen zwischen Vater und Sohn Differenzen/ungesagte Dinge/Entfremdungen. Alles mündet schließlich in einer Verleugnung der Vergangenheit, die schließlich Naima, die Tochter Hamids herausfinden möchte und deshalb auch in die Kabylei reist. Eine aufgeklärte Einwohnerin Frankreichs reist in die Kabylei und ein weiteres Thema taucht auf, die Frauenrechte, die immer stärker werdenden Einschränkungen, denen Frauen unterworfen werden. Einschränkungen, die von reaktionären Kräften eingesetzt werden. Denn diese Einschränkungen haben nicht mit dem Islam etwas zu tun, sondern mit dessen Auslegung. In der völkerkundlichen Literatur sind immer wieder recht fortschrittliche Frauen in arabischen und berberischen Stämmen zu bewundern. Gerade bei den arabischen Beduinen ist dies öfters der Fall, repräsentieren sie ja auch eine sehr alte arabische Kultur.


    Alles in allem ist "Die Kunst zu verlieren" ein recht informatives und thematisch sehr reiches Buch, welches trotzdem nicht überladen daherkommt und dazu noch sehr interessante Charaktere und eine wunderbare Sprache aufweist, dies alles erklärt auch in meinen Augen die mehrfache Auszeichnung dieses wundervollen Romans. 

  17. Cover des Buches Weit ist mein Gefängnis (ISBN: 9783293002425)
  18. Cover des Buches This Strange Eventful History: Longlisted for the Booker Prize 2024 (English Edition) (ISBN: B0C89H677C)
  19. Cover des Buches Der Schwur der Barbaren (ISBN: 9783875362800)
  20. Cover des Buches Worauf die Affen warten (ISBN: 9783955100728)
    Yasmina Khadra

    Worauf die Affen warten

    (3)
    Aktuelle Rezension von: UteSeiberth
    Ich bin mit großen Erwartungen an diesen Kriminalroman aus Algerien herangegangen,weil mir Khadras Buch "Die Attentäterin" so gut gefallen und mich beeindruckt hatte.Doch dieses Mal haben mich die Intrigen und Korruptionsgeschäfte der Hautevolee in Algerien nicht sehr gefangen genommen.Das schöne tote Mädchen, das am Anfang des Buches eine Rolle spielt ,gerät immer mehr in den Hintergrund und  wird fast zur Nebensache Die Machenschaften  der reichen Leute waren für mich nicht sehr interessant und die polzeilichen Ermittlungen ließen meines Erachtens auch zu wünschen  übrig. Eigentlich sehr schade für diesen Autor!
  21. Cover des Buches Wovon die Wölfe träumen (ISBN: 9783746619781)
    Yasmina Khadra

    Wovon die Wölfe träumen

    (20)
    Aktuelle Rezension von: Gulan
    „Ich habe meinen ersten Mann am Mittwoch, den 12.Januar 1994, getötet, morgens um 7 Uhr 35. Er war Anwalt. […] Ich zog meinen Revolver und lief ihm nach. Er blieb stehen und sah mich offen an. […] Ich hatte alle Mühe, den Arm zu heben. Mein Finger verkrampfte sich auf dem Abzug. […] Der Anwalt glaubte in meinem Zögern die Chance seines Lebens zu erkennen. Hätte er sich weiter ruhig verhalten, hätte ich wohl kaum die Kraft gefunden, es zu tun. Jeder einzelne Schuß ging mir durch Mark und Bein. Ich wußte nicht mehr, wie ich mit dem Schießen aufhören sollte. […] Wie ein Meteorit habe ich die Schallmauer durchbrochen und den point of no return Lichtjahre hinter mir gelassen: Ich war mit Leib und Seele in eine Parallelwelt eingetaucht, aus der es keine Rückkehr geben würde.“ (S.14/15)

    Nafa Walid kommt aus bescheidenen Verhältnissen. Er träumt von einer Schauspielerkarriere, aber Anfang der 1990er fristen die meisten Algerier ein perspektivloses Dasein. Das Land ist heruntergewirtschaftet von einer machtbesessenen Clique aus Militär, Polizei und Oberschicht. Nafa ergattert immerhin den Job eines Chauffeurs bei der reichen Familie Raja. Dort bekommt er einen Einblick in die Dekadenz der Eliten. Als beim Sohn der Rajas ein junges Mädchen an einer Überdosis stirbt, muss Nafa helfen, die Leiche zu beseitigen. Die Rücksichtslosigkeit und Würdelosigkeit, mit der dies geschieht, stürzt Nafa in eine tiefe Krise. Er sucht und findet Halt in der Moschee. Dort begegnet man ihm mit Interesse und Verständnis. Über den Imam gerät Nafa in die Kreise der aufkommenden Fundamentalisten. Er beginnt als Fahrer und Handlanger für sie zu arbeiten. Doch je mehr die allgemeine politische Situation eskaliert, umso tiefer zieht es Nafa in die Fänge der Islamisten. Fast unmerklich beginnt ein Abstieg in die Hölle, bis er schließlich Teil eines Killerkommandos wird.

    Yasmina Khadra ist das Pseudonym des algerischen Schriftstellers Mohammed Moulessehoul. Der Autor war Offizier in der algerischen Armee und begann dann mit dem Schreiben. In zahlreichen Romanen setzt er sich mit der jüngeren algerischen Geschichte auseinander: Korruption, Bürgerkrieg, Islamismus, Gewalt und Massaker. „Wovon die Wölfe träumen“ erschien im Original im Jahr 1999, kurz nach der Hochphase des algerischen Bürgerkriegs. Der Autor schreibt in einer sehr ansprechenden Mischung aus Emotionalität, Poesie und nüchterner Klarheit.

    Das Buch ist fünfzehn Jahre alt und doch von großer Aktualität. Nafas Weg in den Islamismus dient als Blaupause für so manchen Gescheiterten in der islamischen Welt. Anfangs eher unpolitisch beginnt für die Hauptfigur eine schleichende Radikalisierung, unmerklich und fast zwangsläufig. Dabei zeigt der Autor den Islam durchaus auch als emphatische Religion. Die Islamisten erhalten zunächst hohen Rückhalt in der Bevölkerung durch Wohltätigkeit wie Armenspeisung und Arbeitsvermittlung. Doch alle Menschlichkeit verschwindet angesichts der zunehmenden, erbarmungslosen Radikalität, in der unfassbare Gräueltaten geschehen.

    „Und da, als ich das Dickicht vom Rasseln unserer Klingen erschauern hörte, habe ich mich gefragt, wovon die Wölfe träumen, tief in ihrer Höhle, wenn ihre Zunge zwischen zwei satten Rülpsern im frischen Blut ihrer Beute schwelgt, die noch so fest an ihren Hauern haftet, wie das Phantom unserer Opfer uns im Nacken saß.“ (S.318)

    Der Autor zeigt uns den radikalen Islamismus aus arabischer Sicht. Ungeschönt und erschütternd. Ein beeindruckender Roman. Wer sich für das Thema interessiert, sollte es unbedingt lesen.

    Hier noch ein Link zu einem Interview mit dem Autor über sein Buch: http://www.unionsverlag.com/info/link.asp?link_id=2750&pers_id=1666



  22. Cover des Buches Die Isländerin (ISBN: 9783499236020)
  23. Cover des Buches Das Geheimnis der Mutter (ISBN: 9783927069930)
  24. Cover des Buches Postlagernd: Algier (ISBN: 9783875362923)
    Boualem Sansal

    Postlagernd: Algier

    (1)
    Aktuelle Rezension von: Duffy
    Sansal ist der Schriftsteller, der trotz aller Widrigkeiten in seinem Heimatland bleibt. In einem Land, das während der Umwälzungen in Nordafrika nicht in den Strudel der Revolutionsberichterstattung einbezogen wurde. Die Gründe hierfür kann man in "Postlagernd" nachlesen. Sansals Brief an seine Landsleute, 2006 verfasst, zeigt schonungslos auf, an welchem Pukt das Land zu diesem Zeitpunkt stand. Die unbequemen Wahrheiten sichtbar in Worte gegossen und in ihrer Klarheit und Direktheit nicht nur für Algerien von Bedeutung und Transparenz, zeigen Adressaten in aller Welt, mit wie wenig Worten man auskommt, um lange gepflegte Tabus inhaltlich ankratzen zu können. Das Wichtigste an dieser Neuausgabe des kleinen Buches sind die 2011 verfassten zusätzlichen vier Essays, die Sansal anlässlich der Revolutionen in den nordafrikanischen Staaten geschrieben hat. Ein kurzes Interview ergänzt diesen Anhang. Selten hat es eine treffendere und prägnantere Analyse der Befreiungskämpfe im Frühjahr 2011 gegeben. Diese "Schrift", wie sie der Autor nennt, entzieht sich jeder Wertung. Sie ist aber substanziell. Sansal ist Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels 2011.

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks