Bücher mit dem Tag "all"
49 Bücher
- Amie Kaufman
Illuminae
(576)Aktuelle Rezension von: LeseEule28Ich wusste nicht genau, was mich mit den Illuminae-Akten erwartet und habe bewusst vorher nicht viel darüber gelesen, um mich nicht zu spoilern. Auch in meiner Rezension möchte ich nichts spoilern.
Zunächst ein großes Lob an die Autoren, aber auch an die Übersetzer und den Verlag, so ein Projekt anzugehen, denn es ist mehr als ein Buch. Der gestalterische Aufwand war mit Sicherheit immens, aber meiner Meinung nach war er es auf jeden Fall wert. So erlebt man das Buch in einer Eindringlichkeit, die ich so noch nicht kannte.
Die Protagonisten sind noch Teenager, könnten praktisch meine Enkel sein, und ich gehöre somit sicher nicht zur anvisierten Altersgruppe. Trotzdem war ich unheimlich gefesselt und kann das Buch jedem empfehlen, der sich mal auf ein ganz anderes Buchabenteuer einlassen möchte. Die Serie gehört sicher zu meinen Lese-Highlights!
Wenn man 6 Sterne vergeben könnte, würde ich die sicher vergeben.
- Kass Morgan
Die 100
(662)Aktuelle Rezension von: EllenKnorrIch war ehrlich gesagt etwas enttäuscht von dem Buch. Die Fernsehserie ist so gut aufgebaut und spannend, da kann das Buch irgendwie nicht mithalten. Grundlegend passiert auch nicht viel und mir kam es fast so vor, als hätte die Autorin hauptsächlich ihr Augenmerk auf die "Drama-Beziehungen" der 100 gelegt. Schade, die Story ist eigentlich sehr gut und hat viel Potenzial. Mal schauen wie es im 2. Band weiter geht.
- Christopher Paolini
INFINITUM - Die Ewigkeit der Sterne
(238)Aktuelle Rezension von: StephanvaDer Anfang ist ziemlich spannend und fesselnd geschrieben. Ich bin gleich in die Handlung eingetaucht, fand die Konzepte interessant und konnte mich auch mit den Figuren schnell anfreunden. Doch irgendwann wirkte es auf mich zu langatmig. Gerade das zweite Drittel war aus meiner Sicht etwas schwach. Gerne hätte ich hier noch ein bisschen mehr Spannung gehabt und weniger abgedrehte Szenen. Das Ende hat dann wieder einiges wett gemacht. Ich finde auch die Idee der Schiffs-KI ganz gut. Das hat einen guten Drive in die Geschichte gebracht.
- Leo Aldan
Squids - Aus der Tiefe des Alls
(60)Aktuelle Rezension von: SelmalucasioDieses Buch überrascht durch seine Ernsthaftigkeit und den Mut, neue Wege zu gehen. SQUIDS – Aus der Tiefe des Alls erzählt keine leichte Weltraumunterhaltung, sondern entwirft eine komplexe Welt, in der Wissenschaft, Philosophie und Abenteuer miteinander verflochten sind. Besonders die Begegnungen mit den Squids, ihrer Kultur und Denkweise, machen den Roman außergewöhnlich. Die Handlung bleibt spannend, die Charaktere sind glaubwürdig, und das Ganze wirkt durchdacht und niveauvoll. Wer intelligente Science-Fiction sucht, wird hier fündig.
- Cixin Liu
Die drei Sonnen
(261)Aktuelle Rezension von: Norman_P_Ich lese normalerweise kaum Science-Fiction, aber Die drei Sonnen hat mich positiv überrascht. Besonders gefallen hat mir der intelligente und ungewöhnliche Plot, der viele interessante Ideen aufgreift und zum Nachdenken anregt. An manchen Stellen war mir das Buch allerdings etwas zu langatmig und hätte für meinen Geschmack etwas schneller vorangehen können. Trotzdem ein wirklich gutes und außergewöhnliches Buch, das auch für Leser interessant sein kann, die sonst wenig mit Science-Fiction anfangen können.
- Andy Weir
Der Astronaut – Project Hail Mary
(313)Aktuelle Rezension von: meggies_fussnotenRyland Grace wacht auf und ist orientierungslos. Schon bald bemerkt er, dass er sich in einem Raumschiff befindet mit Kurs auf Tau Ceti. Doch warum? Langsam tauchen Erinnerungen auf. Er ist auf einer Mission, die Erde zu retten. Und er weiß, dass er nicht wieder zurückkehren wird. Kurze Zeit später stößt er auf ein anderes Raumschiff mit einer außerirdischen Lebensform, die genau dasselbe Ziel hat, wie Grace. Eine ungewöhnliche Zusammenarbeit beginnt.
"Der Astronaut" im Kino war seit langem ein Film, der mich unheimlich fasziniert hat. Nicht nur die schauspielerische Leistung von Ryan Gosling, auch die Story hat mich in den Bann gezogen.
Ein weiteres Anschauen zuhause bei einem bekannten Streamingdienst hat mich dann doch dazu gebracht, auch nach dem Buch zu greifen.
Und das hat mich noch mehr fasziniert. Schon "Der Marsianer" war für mich ein voller Erfolg und der Autor hat es geschafft, mich nun auch mit "Der Astronaut" vollkommen abzuholen. Auch ein weiteres Buch aus seiner Feder (Artemis) war spannend und interessant.
Hier geht es um Ryland Grace, der auf eine Selbstmordmission geschickt wurde. Sein Flug ins Tau-Ceti-Sonnensystem ist ohne Rückfahrkarte, denn der Treibstoff reicht nicht aus, um wieder nach Hause zurückzukehren.
Doch die Erde braucht Gewissheit, warum Tau Ceti nicht von den zerstörerischen Astrophagen verdunkelt wird, im Gegensatz zu unserer Sonne.
Eine spektakuläre Rettungsmission wird gestartet. Ein Raumschiff gebaut, Astronauten ausgebildet und instruiert, die genau wissen, dass sie nie zurückkehren werden. Alle Nationen arbeiten zusammen, um eins zu tun: Die Erde zu retten.
Und unser Held Grace ist mittendrin. Er ist Physiker und hilft bei der Entwicklung des Rettungsplanes. Doch dann endet er selbst auf dem Raumschiff und seine Crew ist tot. Er ist allein und kann sich zuerst an gar nichts erinnern.
Das Buch ist so aufgebaut, dass wir erleben, wie Grace sich an Bord der Hail Mary zurechtfinden muss. Unterbrochen wird dies durch Rückblenden, in denen wir erfahren, wie es zu allem kam. Dem Bau des Raumschiffes, dem Abflug und letztendlich dann zu der Situation, in der sich Grace befindet.
Gleichzeitig wird erzählt, wie Grace sich einem weiteren Raumschiff nähert und Freundschaft schließt mit Rocky, einem Eridianer vom Planeten 40 Eridani A.
Beide haben die gleiche Mission: ihren Planeten zu retten. Und so entstehen eine ungewöhnliche Zusammenarbeit und eine Freundschaft, die ihresgleichen sucht.
Rocky ist so herzerweichend wunderbar. Ebenso auch Grace, der sich langsam aber sicher damit abfindet, sein Leben im All beenden zu müssen. Und aber doch immer wieder nach einer Lösung sucht, dies doch nicht zu müssen. Rocky ist eine so unschuldige Lebensform. Er lernt schnell, aber manchmal versteht er die Zusammenhänge nicht richtig und so ergeben sich Momente, bei denen man schmunzeln oder sogar herzhaft lachen muss.
Im Vordergrund steht natürlich das Wissenschaftliche. Und hier dreht der Autor richtig auf. Er bringt uns Physik, Astrophysik, Astronomie, Chemie und Mathematik näher. Er erklärt Raumfahrt, Schwerkraft und Zeit. Er spielt mit Elementen, Lebewesen und Stoffen. Und doch ist alles spannend und nicht langweilig. Auch wenn ich manchmal dachte "Ich verstehe nur Bahnhof" hatte ich zu keiner Zeit das Gefühl, dass sich das Buch in die Länge zog oder mein Interesse abflaute.
Es kommt nicht oft vor, dass ich ein Buch nach dem Film lese. Aber diesmal war es so und ich muss ehrlich zugeben, dass ich es nicht bereue. Denn so hatte ich beim Lesen natürlich immer die verschiedenen Schauspieler vor Augen und konnte auch Mimik und Gestik von Rocky sehr gut nachvollziehen.
Alles in allem war ich total begeistert und mache dieses Buch zu einem meiner Jahreshighlights. Den Film werde ich sicherlich noch sehr oft schauen. Gerade höre ich auch das Hörbuch, um abermals in den Weltraum abzutauchen.
Meggies Fussnote:
Absolut lesenswert, absolut sehenswert, absolut hörenswert.
- Kai Meyer
Die Krone der Sterne
(315)Aktuelle Rezension von: thrill.tasticSchon nach den ersten Seiten bzw. Minuten wusste ich, dass es ein Fehler war, dieses Buch so lange auf dem SUB liegen zu lassen. "Die Krone der Sterne" ist nämlich genau mein Fall!
Von Anfang an spannend, mit lebendigen Figuren und faszinierenden Welten. Die einen folgen der Stille, die anderen verehren das große Schwarze Loch Kamastraka. So auch die Gottkaiserin mit ihrem Hexenorden. Als sich die junge Adelige Iniza weigert, eine ihrer Bräute zu werden, beginnt eine actionreiche Reise durch die Galaxis.
Besonders mochte ich, dass Iniza und Glanis von Anfang an zusammen sind und die Probleme einer gefestigten Beziehung bewältigen müssen, anstatt der ewig gleichen Kennenlern-Story. Aber auch die anderen Crewmitglieder, die sich mehr oder weniger freiwillig auf der "Nachtwärts" versammeln, habe ich ins Herz geschlossen. Der grantige Kopfgeldjäger, die naive Androidin und die pfiffige Pilotin ergänzen sich perfekt.
Das Buch versprüht Star Wars-Vibes, ohne den Eindruck einer Kopie zu erwecken.
Tiamande steckt voller tiefgehender Geschichte, Legenden und alter Technologie, bevölkert von religiösen Fanatikern, intriganten Politikern, gewitzten Überlebenskünstlern und mutigen Helden. Vor allem HeldINNEN!
Tolles Buch von vorne bis hinten, inklusive der grandiosen Optik, die Ausgaben sind nämlich auch noch illustriert. Auch als Hörbuch, gesprochen von Philipp Schepmann, ein Fest!
Ein fantastische Space Opera, die ich wirklich jedem empfehle, dem die Reihe bisher entgangen ist. - April Dawson
Up All Night
(422)Aktuelle Rezension von: thewonderlandofbooksIch muss sagen, der Einstieg war für mich ziemlich drüber und hat mich ehrlich gesagt kurz abgeschreckt. Gleichzeitig hatte ich aber das Gefühl, dass das einfach diese typische Anfangsdynamik ist, die die Situation erklärt, also bin ich erstmal dran geblieben.
Die Grundidee fand ich eigentlich ganz gut. Taylor zieht in eine WG mit Daniel, ihrem ehemaligen Freund und einer früheren Freundin, wodurch direkt eine besondere und ziemlich komplizierte Dynamik entsteht. Dazu kommt die Liebesgeschichte mit Daniel, der vorgibt auf Männer zu stehen, während er eigentlich schon länger Gefühle für sie hat, sie davon aber nichts weiß. Das klang für mich erstmal ungewöhnlich und hatte definitiv Potenzial für eine unterhaltsame Story.
Leider hat es für mich am Ende nicht so funktioniert, wie ich es mir erhofft hatte. Mit Taylor bin ich nie so richtig warm geworden. Ich hab ihre Situation schon verstanden und auch nachvollziehen können, warum sie so handelt, aber emotional konnte ich nicht wirklich mit ihr mitfühlen.
Auch Daniel hat es mir nicht leicht gemacht. Ich fand ihn in vielen Momenten eher schwierig. Manche seiner Gedanken und Reaktionen haben sich für mich unangenehm angefühlt und teilweise auch etwas übergriffig. Dadurch ist es mir auch schwer gefallen, die Beziehung zwischen den beiden wirklich zu fühlen.
Die Liebesgeschichte hat am Anfang noch einen ganz interessanten Ansatz gehabt, ist für mich im Verlauf aber immer mehr abgeflacht. Irgendwann wirkte vieles ziemlich konstruiert und nicht mehr richtig rund, sodass ich oft emotional raus war. Gerade die Dialoge haben für mich überhaupt nicht funktioniert, weil sie sich sehr gestellt und einfach nicht echt angefühlt haben.
Auch die Nebencharaktere konnten es für mich leider nicht rausreißen. Die WG-Konstellation hätte so viel Potenzial für eine tolle Freundschafts-Story gehabt, bleibt aber leider sehr flach. Dadurch fehlt der Geschichte einfach Tiefe und Abwechslung.
Fazit:
Spannende Idee, aber für mich leider keine überzeugende Umsetzung.
- Taylor Jenkins Reid
Atmosphere
(293)Aktuelle Rezension von: Carofii💭 M E I N U N G
Ich habe das Buch in Originalsprache (Englisch) gelesen und durch die vielen Fachbegriffe anfangs viel nachschlagen müssen, wodurch ich mich zunächst schwer eingefunden habe. Aaaaber als ich dann soweit war, dass ich die Zusammenhänge der unterschiedlichen Zeiten, Personen und Begriffe verstanden habe, war ich im Sog und habe das Buch kaum zur Seite legen können.
Der Schreibstil der Autorin ist toll, von Anfang an ist eine gewisse Spannung da, die, aufgrund der unterschiedlichen Zeitebenen, bis zum Ende bleibt.
Die Figuren sind feingezeichnet und nahbar, ihre Entwicklungen sind nachvollziehbar und man fühlt mit ihnen mit. 💔
Während des Lesens herrschte bei mir wirklich ein Gefühlschaos, denn nicht nur die Liebesgeschichte von Joan & Vanessa hat mich berührt, sondern auch die zu ihrer Nichte ✨
Und auch wenn ich wenig Ahnung vom Weltall und Raumfahrt, geschweige denn der NASA habe, waren die Prozesse und Abläufe so gut erklärt, dass ich viel dazulernen durfte und gleichzeitig total mitgefiebert habe.
Das Buch, insbesondere Joans Geschichte, hat mich wirklich gepackt und mir gezeigt, wie glücklich ich mich schätzen kann, in der heutigen Zeit zu leben, wo es natürlich auch noch Ungleichheiten gibt, aber diese wesentlich geringer ausfallen. 💭
⭐️ F A Z I T
Eine Geschichte über erste (queere) Liebe & große Träume mit einer starken weiblichen Protagonistin, die dazu aufruft, den eigenen Platz im Universum zu finden 🌏 💫
Und auch wenn ich selbst eigentlich kaum noch Romance-Geschichten lese, war das für mich ein ganz großes Highlight und ich gebe die vollen 5 ⭐️ ! Eine absolute Leseempfehlung für jedes Alter!
Ich möchte auf jeden Fall noch mehr Bücher von TJR lesen! 🙌
- Jennifer Niven
All the Bright Places
(177)Aktuelle Rezension von: Eliza_KoopmannDie Thematik in dem Buch hat mich sehr überzeugt. Ich finde es wichtig, dass man Themen wie Verlust, Selbstzweifel und Tod anspricht. Die Protagonisten waren sehr sympathisch und nachvollziehbar, sowie auch der sehr flüssige Schreibstil.
Allerdings hat sich das Buch in der Mitte sehr gezogen. Ich bin öfters in eine Leseflaute geraten, weil mir manchmal einfach die Motivation fehlte. Ausserdem kam das Ende sehr plötzlich, wobei ich es trotzdem sehr passend gewählt finde.
Ich möchte jedoch besser nicht zu viel verraten....
- Tamsyn Muir
Ich bin Gideon
(81)Aktuelle Rezension von: Spoky313Am Anfang musste ich mich ehrlich gesagt etwas durch das Buch kämpfen. Es startet recht zäh und ich habe mich lange gefragt, worauf die Geschichte eigentlich hinaus möchte. Dazu kommen viele Fachbegriffe und Bezeichnungen, von denen ich einige nicht besonders interessant fand. Gerade die ersten Kapitel haben es mir deshalb nicht leicht gemacht.
Mit der Zeit hat mich das Buch aber immer mehr gecatcht. Die Geschichte nimmt nach und nach Fahrt auf und entwickelt sich in eine Richtung, mit der ich so nicht gerechnet hatte. Auch wenn das Ende zum Schluss hin etwas vorhersehbar wird, hat mich die Art und Weise, wie es umgesetzt wurde, trotzdem noch überrascht.
Vor allem die Mischung aus Science Fiction und Totenbeschwörern fand ich unglaublich erfrischend. So eine Kombination begegnet einem nur sehr selten und sie bringt frischen Wind in ein Genre, das sich oft ähnlich anfühlt. Abgesehen von Warhammer fällt mir spontan keine Reihe ein, die diese Mischung auf ähnliche Weise umsetzt.
Auch die Charaktere haben mir sehr gut gefallen. Sie sind interessant geschrieben und entwickeln sich im Laufe der Geschichte immer weiter. Gerade deshalb freue ich mich jetzt schon darauf, den zweiten Band zu lesen.
Insgesamt ist Ich bin Gideon für mich ein Buch, das einen etwas langen Anlauf braucht, dann aber mit einer außergewöhnlichen Idee und spannenden Figuren überzeugt
- Meagan Spooner
Undying – Das Vermächtnis
(123)Aktuelle Rezension von: Universum_der_WoerterIn diesem Jugendbuch lernt man in abwechselnden Kapiteln die beiden Protagonisten Jules und Amelia kennen, die unterschiedlicher nicht sein können. Da sie ein gemeinsames Ziel vor Augen haben, raufen sie sich zusammen. Doch einer der beiden verbirgt ein Geheimnis und das Vertrauen muss ersteinmal wiederhergestellt werden.
In einem leichten und flüssigen Schreibstil wird über die Abenteuer der beiden Protagonisten, die auf dem Planeten Gaia unterwegs sind, berichtet. Das Buch ist Sci-Fi lastig aber nicht zu dolle. Da die Geschichte zum größten Teil in einem unbekannten Tempel ,der sogenannten Unsterblichen, stattfindet, fühlte ich mich oft an Indiana Jones erinnert.
Im letzten Teil des Buches kam noch einmal richtig Spannung auf und ich fühlte mich trotz der Sci-Fi Elemente sehr gut unterhalten. Es war mal etwas anderes zu lesen und es hat mir Spaß gemacht.
Das Buch ist auch für diejenigen etwas, die mit Sci-Fi so gar nichts anfangen können. Ich war am Anfang skeptisch, doch die Story hat mich sofort gepackt. Auch die Protagonisten waren sehr sympathisch und jeder hatte sein eigenes Ziel und seinen eigenen Kopf.
Leider war das Ende offen.
- Ray Bradbury
Der illustrierte Mann
(68)Aktuelle Rezension von: Malte_HermannIch begegne Bradburys Erzählband als Wanderer, der nachts einem Mann mit tätowierter Haut gegenübersteht. Seine Bilder beginnen zu leben; jedes leuchtet eine Geschichte auf. Ich staune und fürchte mich zugleich, denn die Haut erzählt ohne Rücksicht: Kinderphantasie wird in The Veldt zur häuslichen Falle, Astronauten treiben in Kaleidoscope durch die Finsternis, Regen schlägt in The Long Rain die Vernunft weich. Die Rahmenhandlung bleibt leise, doch die Ahnung, dass die letzte, noch leere Fläche mein eigenes Ende zeigen könnte, begleitet jede Seite wie ein Atem im Nacken. (Mehr Rezension zu Der illustrierte Mann: https://love-books-review.com/de/der-illustrierte-mann-ray-bradbury/ )
Mich bewegt Bradburys Mischung aus Märchenblick und technischer Neugier. Raumfahrt ist hier kein Triumph, sondern ein Spiegel für Sehnsucht und Schuld; in The Rocket Man zerreibt Arbeit im All eine Familie. The Other Foot kehrt Rassismus um und prüft Vergebung, The Exiles lässt verbotene Autoren als Gespenster weiterdenken. Städte, Wüsten, Planeten – alles wirkt bewohnt von Erinnerungen. Ich lese langsam, fast andächtig, und merke, wie die Geschichten weniger Lösungen als Warnungen skizzieren: Fantasie ist Macht, Verantwortung ebenso.
Sprachlich erfahre ich Wärme und leise Melancholie: Sätze wie Laternen, die einen Feldweg markieren. Der Illustrierte Mann hält die Teile zusammen, nicht als Trick, sondern als Frage: Wessen Geschichten trage ich auf meiner eigenen Haut? Am Ende klappe ich das Buch zu, erschrocken und dankbar. Bradbury zeigt mir, dass Zukunft nur dann trägt, wenn wir unsere inneren Bilder ehrlich betrachten – und die Konsequenzen.
- Robert R. McCammon
DIE GRENZE
(13)Aktuelle Rezension von: dunkelbuchNeben der eindrucksvollen philosophischen Betrachtung ist es ein brutaler Roman, der emotional sowie bildlich an die Nieren geht. McCammon lässt den Leser nachdenken, schockiert mit blutigen Szenen, streut Horror-Elemente und persönliche Schicksale ein, fesselt mit Kampfszenen und breitet ein finstere Hoffnungslosigkeit über Figuren und Leser aus.
„Die Grenze“ ist ein grausamer, demütigender Endzeit-Roman, der Horror-Elemente mit fantastischen Theorien verbindet.
- Becky Chambers
The Long Way to a Small, Angry Planet
(45)Aktuelle Rezension von: PeacefulFantasyIch wusste nicht, dass ich Cozy Sci-Fi in meinem Leben brauchte, aber ja, ich brauche es. Und ich schäme mich etwas, dass dieses Buch drei oder vier Jahre auf meinem SuB lag und ich einen Buddyread brauchte, um es in die Hand zu nehmen.
"The Long Way to a small angry Planet" ist ein Paradebeispiel für den Trope Found Family. Rosemary stößt neu zur Crew des Tunneling-Schiffs Wayfarer hinzu, und während es eine übergreifende Handlung mit einem Tunneling-Auftrag gibt (das Anlegen von Sprungtoren/-pfaden im Weltraum, und dieser Auftrag am Ende des Buchs auch wichtig wird, ist es doch mehr eine Geschichte der verschiedenen Crewmitglieder, ihrer Beziehungen zueinander, ihrer Vergangenheiten, ihrer Träume und Wünsche und wie sie sich dabei gegenseitig unterstützen. Und das ist wunderbar wärmend, divers, witzig, tiefgründig und trotz Alienvölkern, Raumschiffen und fremden Welten sehr menschlich und lebensnah geschrieben.
Die anderen Bände der Wayfarer-Trilogie stehen jedenfalls fest auf meiner Leseliste - und ich werde dieses Mal nicht wieder drei oder vier Jahre mit dem Lesen warten. - Lisa Kaltenegger
Alien Earths
(37)Aktuelle Rezension von: Suda"Aliens exist" bzw. in meiner Auflage unter dem Titel "Sind wir allein im Universum" nimmt uns auf eine Reise durch das All. Vor allem geht es um den Platz der Erde in diesem, wie das Sonnensystem aufgebaut ist und welche Arten von Planeten es gibt. Um Leben im Universum geht es allerdings nur am Rande und ganz am Ende. Das macht aber nichts, weil man so gefesselt darauf hinarbeiten kann. Die Erklärungen bei den komplizierten Themen sind sehr verständlich und oft mit unterhaltsamen Metaphern untermauert. Sehr coole Grafiken!
- Kai Meyer
Die Krone der Sterne - Hexenmacht
(104)Aktuelle Rezension von: stefan182Inhalt: Nachdem Iniza und Glanis vor dem Hexenorden fliehen konnten, leben sie mit ihrer kleinen Tochter auf dem Piratenplaneten Noa. Doch auch hier sind sie alles andere als sicher: Nicht nur ist der Planet mit unterschiedlichen Krankheiten verseucht, auch schmieden sich Allianzen gegen Iniza und Glanis. Währenddessen sind die Alleshändlerin Shara Bitterstern und Kranit, der letzte Waffenmeister von Amun, auf geheimer Mission im All unterwegs – doch auch hier warten an jeder Ecke Feinde…
Persönliche Meinung: „Hexenmacht“ ist ein Science-Fiction-Fantasyroman von Kai Meyer. Es handelt sich um den zweiten Band der „Die Krone der Sterne“-Reihe. Da „Hexenmacht“ die Geschichte des ersten Bandes weitererzählt, ist eine chronologische Lektüre sinnvoll. Erzählt wird die Handlung aus einer Vielzahl von verschiedenen, sich abwechselnden Perspektiven: So werden u.a. die Perspektiven von Iniza, Glanis, Shara Bitterstern und Hadrath Talantis, einem Prediger des Kultes der Stille, eingenommen. Wie schon im vorherigen Band sind die Figuren mit ihren Motiven, Zielen, Wünschen und Ängsten differenziert dargestellt. Insbesondere zu Sharas und Kranits Vergangenheit erhält man im vorliegenden Band zusätzliche Informationen, sodass diese noch greifbarer werden. Zur Handlung möchte ich zwecks Spoilergefahr gar nicht zu viel sagen. Nur: Sie schließt stimmig an den Vorgänger an, setzt sich aus mehreren Handlungssträngen zusammen, wodurch ein schönes Tempo entsteht, und besitzt mehrere überraschende Wendungen. Für Spannung sorgt außerdem, dass wir etwas über die Hintergründe der rätselhaften Stille sowie die Ursprünge des numinosen Hexenordens erfahren. Kai Meyers Erzählstil ist gewohnt bild- und wortgewaltig, sodass ein detailreiches Kopfkino entsteht. Insgesamt ist „Hexenmacht“ brillant erzählte Sci-Fi-Fantasy mit schön ausgearbeiteten Figuren. - Ernest Cline
Armada
(125)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerErnest Clines Ready Player One war dermaßen großartige Unterhaltung, dass ich mich auf sein zweites Buch Armada riesig gefreut hatte. Allerdings waren die Bewertungen doch sehr unterschiedlich mit einem starken Hang ins Negative. Egal. Was wäre ich denn für ein Buchnerd, wenn ich mich von den Bewertungen abhalten lassen würde. Selber eine Meinung bilden, ist das Motto des Buchrezensenten. Und um es gleich vorwegzunehmen: Armada ist wieder beste Unterhaltung. Ein spaßiger Trip zurück in die 80er und 90er sowie in die eigene Kindheit und Jugend. Im Gegensatz zu Ready Player One gibt es allerdings diesmal auch reichlich kritikwürdiges.
Die Anspielungen und Reverenzen auf Filme, Bücher, Computerspiele und die Musik der 80er Jahre (aber auch der 90er und der 2000er) sind unzählbar und noch häufiger als in Clines Debütroman. Es beginnt mit dem Namen des Protagonisten Zack Lightman, der den gleichen Nachnamen trägt wie David Lightman aus dem Film „Wargames“, welcher schon in Clines Ready Player One eine herausragende Rolle spielte. Und es endet noch lange nicht bei einer kompletten Musikplayliste „Raid the Arcade“, die zahlreiche (Rock)Hits der 80er vereint.
Der letzte Sternenkrieger
Der Inhalt von Armada ist schnell erzählt und wartet tatsächlich weder mit besonderen Überraschungen noch innovativen Ideen auf. Genau genommen ist es eine Hommage an Orson Scott Cards Ender‘s Game bzw. den Film Starfight.
Letztlich geht es also um Computerspielende Jugendliche, die aufgrund ihrer Fähigkeiten in den virtuellen Welten zu Kämpfern in der realen Welt werden. Ausgelutschtes Thema? Absolut! Und genau darum ging es ja auch schon bei Ready Player One. Es geht nicht darum neue Ideen zu präsentieren, sondern die guten alten Ideen, die guten alten Zeiten in ein neues Gewand zu hüllen und den Spaß wieder aufleben zu lassen. Das ist natürlich alter Wein in neuen Schläuchen und kann somit sicherlich nicht alle überzeugen. Wer mit den 80ern nichts anfangen kann, wer kein Gamer ist, wer mit Nerds und Geeks keinen Spaß hat, wer Science Fiction Filme doof findet, der wird mit Armada auch nicht glücklich werden. Das dürfte dann auch der Grund für die vielen mäßigen Bewertungen sein. Armada entwickelt sein Potenzial nur, wenn man die unzähligen Anspielungen versteht.
I want to believe
Noch nie von Time Bandits gehört? Keine Ahnung was ein Flux Kompensator ist? Wing Commander und X-Wing vs. TIE-Fighter sind Böhmische Dörfer? Dann Finger weg. Wer sich aber noch mal zurückversetzen lassen möchte in die Zeit der kindlichen Allmachtsphantasien, wer Enemy Mind und Kampfstern Galactica mochte, wird fantastische Belletristik erhalten. Bereits der erste Satz des Romans weist den Weg für alle Believer:
„Ich starrte gerade aus dem Fenster des Klassenraums und träumte von Abenteuern, als ich die fliegende Untertasse entdeckte.“
Ernest Cline ist ein Spezialist darin, die Kindheitsträume zu reaktivieren und sich in die damalige (Gefühls-)Welt zurückzuversetzen.
„Dazu muss man wissen, dass ich seit dem ersten Tag im Kindergarten auf irgendein völlig unglaubliches, weltveränderndes Ereignis gehofft und gewartet hatte, das die endlose Monotonie meiner Bildungslaufbahn unterbrach.“
Welchem Teenager wird da nicht aus der Selle gesprochen? Armada ist eine grandios adoleszente Phantasmagorie. Das Buchgewordene kindliche Größenselbst.
Und das hat leider auch seine Schwächen.
Nationaler Pathos und Militarismus
Man könnte es mit dem Independence Day Fiasko vergleichen. Independence Day ist sicherlich einer der besten Science Fiction Filme aller Zeiten und gleichzeitig ist er unerträglich nationalistisch, pathetisch und militaristisch. Und Ernest Cline lehnt Armada ganz deutlich diesem Hollywood-Kitsch und dieser Pentagon Propaganda an. Und so wurden auch von Clines zweitem Buch bereits die Filmrechte verkauft. Während Steven Spielberg Ready Player One verhunzt, würde es mich nicht wundern, wenn Wolfgang Petersen Armada zu einem weiteren US Army Werbevideo verarbeitet. Pathos, Nationalismus und Militarismus gehen an einigen Stellen eine wirklich unangenehme Melange ein, die zeitweilig gar an Trumpismus erinnern. Dieses unkritische Abfeiern, dieses kindliche Bejubeln der militärischen Macht ohne kritische Reflexion, ist selbst des Genres der banalen Unterhaltung unwürdig. Das Militär ist gut, weil es uns vor den Aliens beschützt. Im Englischen wird das Problem deutlicher. Denn Aliens heißt nichts anderes als Fremder.
Auch muss man nicht alles aus den 80ern (und früher) übernehmen. Der lustige Alltagsrassismus ist eben nicht lustig, sondern rassistisch.
„Hall-oh“, sagte er [der Chinese] mit starkem Akzent. „Nett, dich kellenzulennen.“
Das erinnert ganz böse an das Yellowfacing, wie es sehr bitter z.B. in Frühstück bei Tiffanys eingesetzt wurde. Der lustige Chinese. Herausragend wird die Szene in Dragon: The Bruce Lee Story rezipiert.
Versöhnung
Die Schwächen in Armada sind schon nicht unerheblich. Aber und das muss abschließend natürlich gesagt werden: der Spaß überwiegt eindeutig. Und man muss eben etwas kritisch lesen, selbst im banalen Unterhaltungsbereich. Und wie ich schon einmal bei einer Rezension zu Daniel Suarez schrieb: Wer Leeroy Jenkins einbaut, hat bei mir immer einen nerdigen Stein im Brett.
„Sehr ihr, das ist genau der Grund, warum ihr beiden immer in den ersten zwei Minuten draufgeht“, sagte ich. „Weil ihr bei den Einsatzbesprechungen nicht aufpasst.“
„Nein, du bist der Grund, warum wir immer draufgehen, Leeroy Jenkins!“
- Joshua Tree
Ganymed Erwacht
(26)Aktuelle Rezension von: blackburnious„Ganymed erwacht“ bildet den Auftakt einer vielversprechenden Science-Fiction-Reihe von Joshua Tree, bleibt für mich jedoch in einigen Punkten hinter den Erwartungen zurück. Besonders enttäuschend ist, dass der Planet Ganymed, der dem Titel nach im Mittelpunkt stehen sollte, im ersten Band nur sehr wenig in den Fokus rückt. Stattdessen werden viele Details über die Zukunft der Erde erzählt, wodurch die eigentliche Handlung nur langsam voranschreitet.
Das Buch wirkt dadurch teilweise langatmig und zäh, obwohl die Grundidee spannend ist. Die Einblicke in die zukünftige Technologie und gesellschaftliche Entwicklungen sind interessant, aber sie bremsen die Dynamik der Geschichte und lassen das Abenteuer auf Ganymed zunächst in den Hintergrund treten.
Positiv bleibt die solide Recherche und der flüssige Schreibstil des Autors, der das Lesen angenehm macht. Außerdem legt der Band den Grundstein für die Fortsetzungen, in denen die Handlung auf Ganymed hoffentlich stärker entfaltet wird. Insgesamt ein Buch mit Potenzial, das jedoch im ersten Teil für meinen Geschmack zu wenig vom titelgebenden Schauplatz bietet.
- Neal Stephenson
Seveneves
(2)Aktuelle Rezension von: WortmagieAls der Mond zerbrach, glaubte die Erdbevölkerung, ein einmaliges, faszinierendes Spektakel am Himmel zu erleben. Niemand erkannte die Gefahr. Erst, als die Bruchstücke zu kollidieren begannen, sich weitere Gesteinsbrocken abspalteten und Meteoriteneinschläge zunahmen, begriffen Wissenschaftler, dass die Zerschlagung des Mondes fatale Konsequenzen haben würde. Sie errechneten eine niederschmetternde Prognose: zwei Jahre blieben der Menschheit, bis die Anzahl der Fragmente ein kritisches Maß erreicht hätte und der Hard Rain, ein Bombardement aus Billionen von Meteoriten, die Erde in eine Flammenhölle verwandeln würde. Um den Fortbestand ihrer Spezies dennoch zu sichern, bündelten Regierungen ihre Ressourcen und arbeiteten in einem beispiellosen Mammutprojekt daran, innerhalb von zwei Jahren so viele Menschen wie möglich ins All zu schicken. Eine handverlesene Elite sollte ausgehend von der internationalen Raumstation ISS den Weltraum besiedeln. Doch die Unberechenbarkeit menschlicher Verhaltensweisen riskierte selbst in dieser Stunde größter Not das Gelingen der Mission und dezimierte die Pioniere auf eine Handvoll Überlebende.
5.000 Jahre später zählt die Menschheit erneut in die Milliarden. Sieben Rassen entwickelten sich, deren Konflikte einem gemeinsamen Ziel entspringen: der Entdeckung einer fremden Welt. Der Erde.Diese Rezension ist ein Monstrum. Neal Stephensons Science-Fiction-Roman „Seveneves“ umfasst über 860 Seiten, umspannt einen Zeitraum von mehr als 5.000 Jahren und involviert zahllose höchst wissenschaftliche Erklärungen und Darstellungen. Müsste ich das Buch mit einem Wort beschreiben, lautete es „abstrakt“. Kein Wunder, dass ich mir angesichts der Aussicht, über „Seveneves“ schreiben zu müssen, beinahe ins Höschen machte. Wochenlang stand es auf meiner Kommode und verströmte eine bedrohliche Aura. Ich wollte es nicht einmal ansehen, weil es mich daran erinnerte, dass ich bald von einer Geschichte berichten musste, die ich nur ansatzweise begriffen habe und deren Lektüre wahnsinnig anstrengend war. Ich habe überdurchschnittlich lange gebraucht, weil ich unheimlich aufmerksam und präsent sein musste, um zu verstehen, was Stephenson beschrieb. Er führte mir schmerzhaft vor Augen, wie wenig ich über Astrophysik und das All weiß. Ich musste ihm vorbehaltlos vertrauen, dass seine Ausführungen plausibel, realistisch und wahrheitsgemäß sind, weil ich keine Möglichkeit sehe, diese zu überprüfen. Ich bin dermaßen ein Laie, dass ich bei Null anfangen müsste. Bis ich den erforderlichen Wissensstand erreicht hätte, um die technische und theoretische Seite von „Seveneves“ zuverlässig einschätzen zu können, würden Jahre ins Land ziehen. Also begab ich mich gutgläubig in Stephensons Hände und nahm jeden präsentierten Fakt als gegeben hin. Diese Position vollkommener Ahnungslosigkeit befähigt mich allerdings, zu urteilen, dass sich der Autor große Mühe gab, seine Erklärungen nachvollziehbar zu gestalten. Er setzt kein Vorwissen voraus, er erwartet, dass man aufpasst und mitdenkt. In den ersten Zweidritteln des Romans funktionierte das für mich trotz des benötigten Aufwands recht gut. Die ersten beiden Abschnitte thematisieren die Zeit vor und während des Einsetzens des Hard Rains, eine Spanne von etwa fünf Jahren. Es ist faszinierend, wozu die Menschheit in der Lage ist, wenn sie all ihre Energie auf ein gemeinsames Ziel ausrichtet. Ich staunte über die technischen Lösungen, die ein Überleben im All ermöglichen und lernte, welche Hindernisse überwunden werden müssen. Hättet ihr gedacht, dass Wassermangel und radioaktive Strahlung zu den größten Herausforderungen zählen? Stephenson erläutert detailliert jedes Problem und Risiko, ohne die menschliche Ebene aus den Augen zu verlieren. Er bietet einige sympathische Identifikationsfiguren an, die sich heldenhaft für unsere Spezies aufopfern. Ich bewunderte sie alle und ärgerte mich über die Steine, die ihnen vor allem die irdische Politik in den Weg legte. „Seveneves“ lässt keinen Zweifel daran, dass Politik die Geißel der Menschheit ist, weil sie machthungrige, egoistische und skrupellose Individuen hervorbringt, deren einzige Agenda ihr eigenes Schicksal ist. Leider existieren solche Exemplare auch noch 5.000 Jahre später, weshalb die Wiederentdeckung der Erde in einen Krieg ausartet. Dieser dritte Part ist der Grund, warum ich das Buch lediglich mit drei Sternen prämieren konnte. Meiner Ansicht nach war der Zeitsprung zu groß, denn er zwang Stephenson, ausschweifendes historisches Kontextwissen bereitzustellen, das die Handlung immer wieder stocken und in den Hintergrund rücken ließ. Ich hatte das Gefühl, akute Entwicklungen waren nur sekundär von Belang und langweilte mich aufgrund des schmalen Realitätsbezugs, sodass mich nicht mal die als Schocker vorgesehenen Wendungen aus meiner Lethargie reißen konnten. Ich glaube, das letzte Drittel von „Seveneves“ war Neal Stephenson einfach nicht mehr so wichtig, was ich überdeutlich wahrnahm.
„Seveneves“ ist ein anregendes und beängstigendes Gedankenspiel, das mir vergegenwärtigte, wie wenig wir über das All wissen und wie schutzlos wir deshalb auf unserer Erdkugel durch die Galaxie treiben. Wahrscheinlich wollte Neal Stephenson mit diesem Roman sowohl für die Gefahren, die außerhalb unserer Atmosphäre lauern, sensibilisieren, als auch eine pointierte, exakte Untersuchung menschlichen Verhaltens in Extremsituationen vornehmen. Meiner Meinung nach gelang ihm beides, trotz des schwachen Endes. Mein Informationsstand mag begrenzt sein, doch ich glaube, das Szenario eines zerbrochenen Mondes ist durchaus möglich. Eine beklemmende Vorstellung, die Leser_innen, die sich in der Materie besser auskennen, vermutlich noch weit mehr zu schätzen wissen als ich. Mich beeinflusste die Lektüre dennoch nachhaltig: seit „Seveneves“ blicke ich mit anderen Augen in den Himmel.
- S. K. Vaughn
Die Astronautin - In der Dunkelheit wird deine Stimme mich retten
(40)Aktuelle Rezension von: Neytiri888Dieses Buch hat mir eine Woche super Lesespaß bereitet! Besonders zu verdanken ist dies dem flüssigen Schreibstil des Autors, der von der ersten Zeile an spannenden Handlung und - Eve!
Eve ist die KI auf dem Raumschiff, auf welchem die Hauptprotagonistin May am Anfang der Geschichte erwacht.
Eve hat für fast jedes Problem eine Lösung, antwortet und reagiert immer genau so, wie man es sich von einem perfekten menschlichen Gesprächspartner erträumt, sie schafft es Situationen gleichzeitig analytisch neutral zu betrachten und trotzdem irgendwie einfühlsam zu sein. Sie passt sich Mays Vorstellungen für die perfekte Gesprächspartnerin auf traumhafte Weise an. Sie wäre der perfekte Mensch, aber ein Mensch könnte nie so sein wie sie, da jeder Mensch Schwächen und eigene Interessen hat und diese verfolgt. Eve verfolgt keine Interessen und Ziele, ist immer auf der Seite von May, ohne dies besonders stark zu betonen, aber es ist einfach so und das macht sie furchtbar faszinierend, sodass man sich auch eine Eve in seinem Leben wünscht. 😉
Genug Schwärmerei von Eve. Die einzigen Schwächen dieses Buches, sind die ständigen Beschreibungen von Technik und Wartungsarbeiten, die nicht besonders spannend für die weniger technikinteressierten Leser sind. Zum Glück hat der Autor trotzdem ein gewisses Gefühl gehabt, ab wann es zu viel wird und die Technikbeschreibungen hören immer rechtzeitig auf, bevor sie einen anfangen zu nerven.
Etwas gestört hat mich auch Mays sorgloser Umgang mit Alkohol. Selbst in ihrer Schwangerschaft trinkt sie Alkohol, ohne nur einen Gedanken daran zu verschwenden, dass dies ihrem Baby schaden könnte. Ich finde die Darstellung im Buch zu selbstverständlich, als wäre es völlig normal während einer Schwangerschaft Alkohol zu konsumieren.
Fazit: Ich wurde spitzenmäßig unterhalten, besonders von Eve, bis auf wenige, kleine Schwächen, ein tolles Buch!
- Andreas Suchanek
Heliosphere 2265 - Folge 2: Zwischen den Welten
(31)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerDas Cover finde ich sehr gut gestaltet und es passt sehr gut zu der Geschichte.
Alle Sprecher haben mir die Geschichte wieder sehr gut übermittelt und ich konnte alle Charaktere gut auseinander halten. Sie sprachen alle flüssig und ohne zu stocken. So konnte ich richtig eintauchen und ihren Stimmen lauschen.
Weiter ging es mit der Geschichte. Es blieb einfach nur spannend und ich verfolgte alles mit viel Interesse wie es weiter geht. Ich fand es, dass die Zeit sehr schnell verging und viel zu schnell Endete. Es ist so spannend, dass ich mir auch die nächsten Hörbücher holen werde, denn ich bin sehr neugierig wie es noch weiter geht. Die Sprecher sind fantastisch, die mich in ihre Welt entführten und mich nicht herauslassen wollten.
Ich bin schon richtig gespannt wie es weiter geht.
Fantastische Reihe die Andreas Suchanek schrieb und von den Sprechern sehr gut umgesetzt wurde. Ich hatte viel Spaß beim Zuhören und ließ mich entführen. Den nächsten Teil werd ich demnächst hören, denn ich bin wirklich neugierig wie es weiter geht.
- Tim Lebbon
ALIEN: INVASION
(2)Aktuelle Rezension von: einz1975Tim Lebbon legte sich bereits im ersten Teil dieser Trilogie ordentlich ins Zeug, um diese beiden Kreaturen gemäß ihrer Herkunft aufeinandertreffen zu lassen. Der zweite Teil wird nahtlos fortgeführt und wir können auf den ersten Seiten, die Geschehnisse des ersten Teils noch einmal Revue passieren lassen. Starten wir jedoch gleich in die aktuelle Geschichte… Die letzten zwei Überlebenden eines Colonial Marines Einsatzes werden in letzter Minute von einer anderen Einheit gerettet und befinden sich endlich wieder in Sicherheit. Ihre gesammelten nützlichen Informationen werden an das Hauptquartier übermittelt. Es stellt sicher heraus, dass die Xenomorphs durch Androiden gesteuert werden. Dies ist jedoch nur ein Indiz und ich kann euch versprechen, da kommt noch viel mehr auf euch zu.
Indessen fallen auch die ersten Schiffe der RAGE in die menschliche Zone ein. Ein Sprungtor nach dem anderen fällt. Egal wie viele Schiffe der Erde zum Schutz vor Ort sind, gegen diese Macht sind sie absolut schutzlos. Weiter geht es mit der Wissenschaftlerin, welche die Yautja (Predatoren) erforscht hat und zum Waffenstillstand im ersten Teil aufgerufen hat. Sie wird ebenfalls von einem Außenposten gerettet und darf sich an Bord eines der einfallenden Schiffe begeben. Das aktuelle Ziel ist es, einen dieser Androiden zu erwischen, um herauszufinden, wie er diese Viecher steuert. Die damals geflohene Androidin, welche sich gegen die RAGE gesellt hat, ist mittlerweile mit ihrer Yautja-Begleitung auf einer der Station „Hell“ gelandet.
Die trägt immer noch all das Wissen und die Informationen in sich, um die RAGE aufzuhalten. Nur knapp konnten sie ihren Verfolgern entkommen und Zeit spielt aktuell eine mehr als wichtige Rolle. Als letztes haben wir noch die Anführerin der RAGE, welche ihren Hass auf die Menschheit unaufhaltsam nach vorn treibt. Mit ihrer schier unendlichen Zahl an Alien-Soldaten, scheint ein Sieg und vor allem die Rache, welche seit vielen hundert Jahren in ihr brodelt zum Greifen nah. Kleine Episoden aus der Sicht von Siedlern oder Marines, welche gegen die Xenomorphs antreten, verdeutlichen noch einmal die aktuelle Gefahr und die gewaltige Brutalität, mit der dieser Krieg geführt wird. Die beschriebenen Technologien, egal ob Lebenserhaltung für die Gründer, Sprungtore, die technologieverbessernde Masse einer Alien-Rasse, Schutzanzüge der Marines und und und…
All das erwartet man von einem Science-Fiction-Roman und man bekommt es auch. Hinzu kommt die unglaubliche Verschwörung, welche vor vielen hundert Jahren begonnen hat und eine Rache, welche blutiger nicht ausgeführt werden könnte. Menschliches Leben ist den RAGE nichts Wert und so werden sie nicht nur als Brutplätze, sondern auch als Nahrung gesehen. Schade das die Predatoren diesmal etwas weniger in Erscheinung treten, aber die Entwicklung der Geschichte lässt schon vorausahnen, dass sie ihren großen Auftritt noch haben werden. In wie weit die Weyland-Yutani-Cooperation diesmal wieder ihre Finger mit im Spiel hat und wer sein Leben opfert oder sinnlos verliert, wird euch traurig stimmen, aber den Genuss auf Teil drei erhöhen.
Fazit:
Xenomorphs & Predatoren - Die Schreckgespenster der Science-Fiction sind endlich wieder zurück. Tim Lebbon schenkt uns in Alien Invasion einige schrecklich schöne neue Alpträume. Die Schlinge um den Hals der Menschheit schließt sich immer weiter und ein Entkommen aus der Vernichtung scheint schier unmöglich. Heftig, aber dafür auch unheimlich und gut!
Matthias Göbel
Autor: Tim Lebbon
Übersetzt von: Peter Mehler
Taschenbuch: 404 Seiten
Verlag: Luzifer Verlag
Sprache: Deutsch
Erscheinungsdatum: 28.02.2018
ISBN: 978-3-95835-218-6 - Andreas Suchanek
Heliosphere 2265 - Folge 4: Das Gesicht des Verrats
(22)Aktuelle Rezension von: BuchgespenstEin Attentat vernichtet die Regierung. Präsidentin Cartess hatte Glück, doch der Verrat ist von langer Hand geplant. Während die Präsidentin noch um die Kontrolle kämpft, schlagen allen Orts Attentäter von Michalew zu. Blutige Kämpfe, Bomben und Rebellionen kündigen einen Krieg an. Doch es warten noch weitere böse Überraschungen.
Absolut genial und einzigartig inszeniert wird man immer weiter in diese komplexe Geschichte gelockt. Andreas Suchanek versteht es meisterhaft, mit den Erwartungen des Hörers zu spielen und im letzten Moment mit einer unerwarteten Wendung zu überraschen oder zu schockieren. Bekannte Synchronsprecher lassen die Geschichte lebendig werden.
Jedem Hörspielfan sei diese SF-Reihe wärmstens empfohlen. Ich kann die nächsten Folgen nicht erwarten!























