Bücher mit dem Tag "alltagsleben"
23 Bücher
- Celeste Ng
Kleine Feuer überall
(46)Aktuelle Rezension von: JorokaHinter manch schicker Hausfassade und Bewohnern mit demonstrativ symbolisch vor sich her getragener moralischer Monstranz verbirgt sich eine Scheinheiligkeit, die vor allem eigenes Versagen kaschieren soll. Der Finger zeigt immer auf die anderen. Selbst ist man gut situiert, sozial engagiert und gefühlt selbstverantwortungsbefreit.
Mia und und ihre 15jährige Pearl lassen sich ausgerechnet in dieser gutbürgerlichen Umgebung nieder nach vielen Jahren des Umherziehens, schnellem Zeltbraus und Kontaktabbrüchen. Doch dem Schein nach, haben Sie nun Anschluss an eine Familie gefunden, die ihnen eine neue Heimat bieten möchte und sie zunächst mit offenen Armen empfängt.
Doch auch Mia hat eine zum Teil unrühmliche Vergangenheit, die sie wieder einholt, obwohl sie eigentlich moralisch nicht so verwerflich gehandelt hat. Der Stein kommt ins Rollen, als ihre asiatische Arbeitskollegin ihr kleines Baby aus Überforderung vor einer Feuerwache ablegt und sie zu deren 1jährigen Geburtstag eingeladen wird. Denn die zukünftigen Adoptiveltern sind auch obengenannter Schicht zuzurechnen und mit der Wohnungsgeberin eng befreundet.
Es brauchte nicht lange, um von dieser außergewöhnlichen Geschichte gefangen zu werden. Zum Schluss hin konnte ich gar nicht mehr aufhören weiter zu hören. Britta Steffenhagen verleiht mit ihrer unbeschwerten und sehr jugendlich klingenden Stimme dem Hörbuch eine gewisse Leichtigkeit und Frische, trotz zum Teil schwerer Themen.
Es handelt sich um eine ungekürzte Lesung mit über 11 Stunden Laufzeit.
Fazit: packender als die meisten Krimis und Thriller, absolut empfehlenswert, 5 Sterne mit *
- Stephan Orth
Couchsurfing im Iran
(141)Aktuelle Rezension von: BayLissFX... und hier geht auch wieder Stephan Orth für mich auf Entdeckungstour. Er hat jene Ausdauer und den Mut sich auf das dort und dann einzulassen. Und genau das gibt er ja auch als Ziel dieses Berichtes an. Ich habe vorab die anderen Rezensionen gelesen, weil mich die Meinung dazu sehr interessiert hat - spannend finde ich immer wieder, wenn es Kritik für etwas hagelt, dass der Autor explizit als gegeben herausstreicht: Leute die Couchsurfing anbieten sind schon per se die liberale Fraktion. Das heisst im Umkehrschluss - man landet in liberaleren Kreisen. In die anderen kommt man da auch nicht so schnell.
Aber - wie auch in Couchsurfing Russland - die Eindrücke von den Persönlichkeiten und den Umständen, die er am Wegesrand und bei unterschiedlichsten Formen des Zusammentreffens gewinnt und auch genial wiedergibt - geben einen Eindruck von den Lebensumständen. Es war wieder sehr interessant die verschiedenen Leute kennenzulernen, auch wenn es nur kurze Eindrücke sind. SMS oder Treffen, Wortwechsel und wortloses Betrachten der Umgebung.. so hätte ich es wahrscheinlich auch erlebt, und Stephan nimmt einen wunderbar mit auf diese Reise in den Iran.
Freue mich schon auf die Fortsetzung in ... China oder Saudi Arabien?
- Bruno Preisendörfer
Als Deutschland noch nicht Deutschland war
(11)Aktuelle Rezension von: BuecherfreundinimnordenBisher hatte ich es schwer, verlässliche Informationen über das späte 18. und das frühe 19. Jahrhundert zu finden. Sicher, es gibt einiges über die großen Kriege, wichtige Erfindungen und Entdeckungen. Das Alltagsleben der Menschen allerdings spielte dabei kaum eine Rolle. Wer sich dafür interessiert, ist mit diesem Buch gut bedient. Der Autor hat zahlreiche Quellen ausgewertet und zeichnet ein ausführliches Bild der Goethezeit: Reisen sind noch eine Qual, um die Bildung der meisten Mitbürger steht es nicht allzu gut und von geregelter medizisvher Versorgung keine Spur. Ohne Sozialkitsch schildert der Autor Begebenheiten, die mir zumindest überwiegend unbekannt waren. Ich bin mit seiner Hilfe gerne zur Zeitreisenden geworden und empfehle das Buch für alle, die lebendige Geschichtsstunden mögen. - Gabriella Engelmann
Zauberblütenzeit
(83)Aktuelle Rezension von: KarinJInhalt (Quelle: Thalia.de): "Freundinnen zum Verlieben - eine Vorgeschichte zu ZAUBERBLÜTENZEIT aus der Feder von Bestsellerautorin Gabriella Engelmann
Endlich wieder Urlaub! Endlich wieder Zeit mit den Freundinnen! Leonie, Stella und Nina stoßen voller Vorfreude auf die gemeinsamen Tage in Sankt Peter-Ording an. Lange Spaziergänge am Strand, Picknick mit Blick aufs Meer, sich den Nordseewind um die Nase wehen lassen - aber vor allem echte Gespräche unter Frauen stehen auf dem Programm. Denn alle drei haben Rat und Hilfe der Freundinnen dringend nötig. Und schon der erste Abend beweist ihnen, wie unschlagbar sie zusammen in einer Krise sind ..."
Bewertung: Zuerst fiel mir die liebevolle Gestaltung auf mit farblich abgesetzten Überschriften und einer farbigen Grafik darunter. Das E-Short liess sich, was die Sprache betrifft, leicht weglesen. Es fiel mir jedoch bald eine unschöne Häufung von Redensarten auf, die den Text etwas langweilig, konventionell und damit auch wenig authentisch für mich machte. Inhaltlich war es etwas zu viel für mich mit den drei Frauen und der Beschreibung ihres Aussehens und ihrer Lebensumstände; ich konnte sie nicht auseinanderhalten. Das hat jedoch nicht gestört. Ihre Gespräche fand ich wenig echt. Da gab es keinen echten Tiefgang. Das Abenteuer am Strand fand ich überraschend, andererseits auch am Ende unglaubwürdig; dass die Rettung überhaupt funktioniert hat, hielt ich für unwahrscheinlich bzw. grosses Glück. Und es war absolut erstaunlich, wie schnell die drei dieses Erlebnis abgeschüttelt und wieder über ganz andere Dinge geredet haben. Na ja, möglicherweise empfanden sie das Erlebnis genauso wenig aufregend wie ich, die dachte, dass die Spannung der Situation zwischen den Erklärungen zur Lebenssiuation der Frauen zermahlen wurde. Die Darstellung der eigentlichen Handlung und die eingeschobenen Erklärungen zu den Figuren waren für mich schlecht getimt. Genauso rasch war das Ende da, weil diese Kurzgeschichte nur 35% des Ebooks einnimmt. Insgesamt gebe ich ihm 2 Sterne.
- Anna Funck
Egal, ich ess das jetzt!
(13)Aktuelle Rezension von: Ninasan86Zum Inhalt:
Eigentlich wollte Anna Funck sich vom Ernährungswahnsinn nicht verrückt machen lassen, denn nichts geht über eine ordentliche Pasta und ein schönes Stück Steak. Doch als sie merkt, dass der Blähbauch ihren Alltag beeinträchtigt, will sie doch etwas ändern: Die Moderatorin und Mutter von zwei Kindern beginnt, sich mit all den Ernährungstrends auseinanderzusetzen – von Paleo über Low Carb bis hin zur Apfelessigkur, isst Superfoods, Avocados, Chia-Samen und heilfastet.
So manche Eskapaden müssen leider auch die Kinder und Ehemann aushalten, als Anna Funck sich beispielsweise für eine kohlenhydratfreie Diät entscheidet und statt der heißgeliebten Spaghetti Zucchini-Nudeln den Kindern vorsetzt – die nur motzen, weil „die Nudeln kaputt“ sind. Die vegane Phase macht auch die ganze Familie mit, nur dass sie vor den Soja-Bratlingen zum Abendessen schon ihr Wurstbrötchen verdrückt haben. Anna Funck lässt hier nichts aus und erzählt humorvoll und ironisch von ihrem Selbstversuch, bei dem sie feststellt, dass man sich auf gar keinen Fall auf jeden Wahnsinn einlassen sollte.
Über die Autorin:
Anna Funck, TV-Moderatorin, Produzentin und Autorin, wurde 1980 in Lübeck geboren. Seit über zehn Jahren steht die 37-Jährige bereits vor der Kamera. Beim Privatsender RTL wurde Anna Funck zur TV-Moderatorin und Redakteurin ausgebildet, bis die Öffentlich-Rechtlichen 2008 auf sie aufmerksam wurden und der MDR sie unter Vertrag nahm. Dort moderierte sie den „Sachsenspiegel“, stand jährlich als Live-Reporterin auf dem Roten Teppich des Dresdner Semperopernballs und moderierte Sondersendungen. Bekannt wurde sie mit der nationalen Serie »Wir sind überall«, die in der ARD lief. Sie lebt mit ihrem bayerischen Mann und den zwei Töchtern Karlotta und Theresa an der Ostsee.
Mein Fazit und meine Rezension:
Schon lange ist gesund nicht mehr gleich gesund. Schon bevor man die Augen aufmacht, hat sich irgendwo auf der anderen Seite der Erdkugel wieder ein neuer Trend auf den Weg zu uns nach Deutschland gemacht, der uns wieder einmal einschüchtert und uns darüber sinnieren lässt, welche Essgewohnheiten wir haben und ob diese wirklich so gesund sind, wie sie alle tun und uns durch ihren Namen glauben machen.
Die TV-Moderatorin und Autorin Anna Funck hat dieses Essverhalten mit ihrem Buch / Hörbuch passend auf den Punkt gebracht.
In verschiedenen Kapitel geht sie auf sämtliche Mythen und Geschichten oder Trends ein, die sich in allen Supermärkten oder in unterschiedlichen Ernährungsratgebern und Blogs finden lassen. Von Zucker über Gluten bis hin zur Milch und Kaffee ist alles dabei. Natürlich sollte man auch trotz allem auch noch hier einen gesunden Menschenverstand behalten und bei jedem Kapitel auch im Auge behalten, dass es sich hier um eine rein subjektive Betrachtungsweise der Autorin handelt. Was für sie gut ist, muss nicht auch für mich gut sein.
Unverträglichkeiten von Kohlehydraten oder Zucker werden Anna Funck mit Hilfe von Nahrungsmittelimpulsen erklärt und nahezu behandelt. Viele weitere Trends (Smoothies, Superfood usw.) sind auch mir sehr bekannt und tatsächlich habe ich schon den ein oder anderen ausprobiert, ob ich mich dadurch gesünder, fitter und kraftvoller gefühlt habe? Eine gute Frage. Sagen wir einfach mal: nicht nur die Ernährung ist wichtig, auch das drum herum, ob und wie ich mich bewege und wie mein sonstiges Umfeld is(s)t.
Was mir sehr gut gefallen hat waren allerdings die Erfahrungswerte von ihr und ihrer Familie. Was Mama als total toll und super gesund für die Kinder überlegt und zubereitet hat, stieß beim Nachwuchs nicht immer auf große Freude. Sehr in Erinnerung geblieben sind mir dabei die veganen Nudeln, die als „kaputte Nudeln“ bezeichnet wurden. Und auch das Treffen mit ihren Freunden und der Austausch über Nahrungsmittelunverträglichkeiten (Glutenvergiftung und und und) war sehr amüsant – wenn auch etwas übertrieben – geschrieben. Aber, hey? Wer sagt, dass es nicht irgendwo so laufen kann?
Mein Fazit, was ich aus diesem wirklich amüsanten Buch mitgenommen habe: man kann alles ausprobieren, muss es aber nicht! Tatsächlich werde ich dem Apfelessig mal eine Chance geben und euch natürlich darüber berichten. Diäten habe ich schon viele in meinem Leben durchgeführt, eher mit mäßigem Erfolg. Es geht eher darum, Essgewohnheiten zu ändern oder sich anzutrainieren. Man sollte nicht auf alles verzichten müssen, sondern etwas essen dürfen. Hierbei sollte auf eine Balance zwischen Essen und Fitness geachtet werden.
Ich habe für mich das Low Carb Essen entdeckt. Es schmeckt, macht satt und tatsächlich habe ich innerhalb von zwei Wochen einige Kilos verloren und glaubt mir: es ist wirklich toll, ein paar Pfunde gehen zu sehen!
Man darf aber nicht außer Acht lassen, dass es sich bei meinem Exemplar um das Hörbuch gehandelt hat. Über die Sprecherin, Edda Fischer, habe ich leider nichts herausfinden können. Aber sie passt zu diesem Buch wie die Faust aufs Auge und hat es geschafft, mich durch den alltäglichen Essenswahnsinn von Anna Funcke zu begleiten. Sie hat eine außerordentlich angenehme Stimme und vermag die einzelnen Anekdoten mit viel Charme und Witz rüber zu bringen. Ihr hätte ich wirklich noch länger lauschen können!
Also: worauf wartet ihr? Für mich heißt es auch ab sofort: EGAL, ich ESS das jetzt!
- Thomas Majhen
Von Nachtschwärmern & Schnapsdrosseln
(6)Aktuelle Rezension von: AnnejaSie wollen einen Drink? Vielleicht sogar einen Cocktail? Tja, dann haben sie zwei Möglichkeiten. Entweder sie mischen sich ihr eigenes Getränk nach einer Anleitung im Internet bzw. Buch oder sie statten einer der vielen Bars in Deutschland einen Besuch ab.
Die meisten werden wohl die Bar wählen, da man hier neben leckeren Getränken, auch noch unter Menschen kommt und sich so die ein oder andere Freundschaft bilden kann.
Doch Moment, Bar ist nicht gleich Bar. Mögen sie Hotelbars oder Bars in Discotheken oder ehr die Kneipe an der Ecke? Jeder hat seine eigene Vorstellung von dieser Lokalität.
Auch ich bin mit einem Bild von "Bar" in dieses Buch gegangen und kam ,überraschenderweise, mit etlichen weiteren wieder heraus.
Warum mir dieses Buch dadurch noch eine Weile im Gedächtnis bleiben wird, erfahrt ihr jetzt.
Wer glaubt das der Beruf des Barkeeper´s, Bartenders oder des Barmann´s ein eintöniger wäre, der wird nach lesen des Buches, anders darüber denken. Denn wie wir eine Bar und das Thekenpersonal wahrnehmen ist ein völlig anderes Bild als wie sie uns sehen.
Da es sich bei dem Buch um eine biografisches Werk handelte, erzählte der Autor meist, wie er die Dinge sah und erlebte. Hin und wieder jedoch, schilderte er anhand von Geschichten, was andere Bartender bereits erlebt hatten. Diese hatte meist einen enormen Unterhaltungswert, da sie äußerst kurios waren und eine Welt zeigten, die ich mir so hätte nie denken können.
Natürlich möchte dieses Buch unterhalten, aber zuallererst steht wohl die Aufklärung über den Beruf des "Bartenders". Wer meint, das es mit dem Mixen von ein paar Getränken getan wäre, der irrt gewaltig, den schon um sich all die Kniffe und Tricks beizubringen verlangt es Geduld und Hingabe.
Wer einmal eine Karriere als "Herr der Cocktails und Drinks" beginnen möchte, dem würde ich dieses Buch wärmstens empfehlen. Nicht nur das Herr Majhen über ausreichend Erfahrung verfügt, er gibt sie auch sehr gerne weiter. Gerade für Anfänger, finden sich im Buch interessante Hinweise, die man bei ernsthafter Erwägung des Berufes annehmen sollte.
Im Buch wurde wirklich alles erklärt. Die Beschreibung der Schichten, die verschiedenen Art von Bars , welche Rechte ein Barmann hat oder wie er Menschen kategorisch zuordnet. Denn so wie wir einen Bartender bei seiner Arbeit beobachten, so beobachten diese auch uns und das meist schon beim Betreten eines Lokals.
Da ich sonst kein Leser von biografischen Werken bin, waren meine Erwartungen sehr gering. Ich erwartete nix und wurde dann doch überrascht. Denn auch wenn der Autor über sich schrieb, so schrieb er es mit einer Leidenschaft die einen nur faszinieren konnte. Dabei legte er auch noch einen Humor an den Tag, der mich mehr als einmal gewaltig zum Lachen brachte. Gerade seine teils sarkastischen Beschreibungen und Erklärungen sorgten dafür, das ich es kaum schaffte das Buch aus der Hand zu legen. Besonders seine Darstellung von der Evolutionstheorie und der Schöpfungslehre hatte es in sich, da Herr Majhen hier sehr ehrliche Wort nutzte, die wahrscheinlich nicht jedem gefallen würden. Hier heißt es jedoch, "Bitte nicht alles für bare Münze nehmen", den beleidigen möchte der Autor garantiert niemanden. Verstehen sie Spaß ist hier die Devise.
Mit über 400 Seiten empfand ich das Buch als recht lang, was dazu beitrug das ich anfangs meine Zweifel hatte, ob man mein Interesse auch solange beibehalten könnte. Schließlich las ich das ganze Buch und hätte mir sogar noch ein paar Seiten mehr gewünscht, da mir der Schreibstil einfach zu gut gefiel.
Das Cover konnte mich leider nicht überzeugen, da es sehr langweilig wirkte. Von außen würde ich nie darauf kommen, das es sich hierbei um ein unterhaltendes und auch lehrreiches Buch handeln könnte.
Eine gezeichnete Szene mit einem Barmann und den unterschiedlichsten Gästen wäre ein Hingucker gewesen. Das einfache Blau so wie die 2 Gläser , der Vogel, der Schmetterling und der Mond, richten sich klar an den Titel des Buches.
Ich hoffe das es von diesem Buch vielleicht einmal eine Neuauflage gibt, bei welcher man das Cover bearbeitet.
Die Geschichte eines Barmanns, der seinen Beruf mit viel Witz und Charme erklärt und dabei so einige lehrreiche Tipps gibt. Einzig das Cover konnte mich nicht überzeugen. Ansonsten absolut empfehlenswert. - Bandi
Denunziation
(31)Aktuelle Rezension von: hummmelfinished: 12. Juli 2021
3,5/5 Sterne
Ein absolut wichtiges Werk. Was mich wohl von einer höheren Bewertung fernhält ist der verwirrende Schreibstil. Auch möglich, dass ich mir mehr Zeit zum Lesen der 7 individuellen Berichte geben hätte müssen
- Susanne Thiel
Reise Know-How KulturSchock Afghanistan
(1)Aktuelle Rezension von: gstNein, ich habe nicht vor, dieses Land zu bereisen. Dafür ist es mir immer noch zu gefährlich. Nicht von ungefähr sind so viele Menschen von dort in ein sicheres Land geflohen. Um die besser zu verstehen, habe ich mir dieses Buch zugelegt.
Und: Es hat sich gelohnt! Es beinhaltet unglaublich viele Informationen. In sieben unterschiedlich gekennzeichneten Teilen wird der Leser mit dem fernen Land am Hindukusch bekannt gemacht, das nach drei Jahrzehnten Krieg und Bürgerkrieg versucht, zu sich selbst zu finden. Nach einem kurzen Abriss der Vergangenheit, die bereits vor 100.000 Jahren begann, gelangt man in die Gegenwart, in der das Land wieder aufgebaut werden soll. Weder die Religionen noch die ethnischen Gruppen oder die gesellschaftlichen Strukturen werden vernachlässigt. Die Autorin erzählt über das Familienleben ebenso wie über das Alltagsleben, bevor sie die Einstellung der Menschen zum Fremden unter die Lupe nimmt. Der Anhang enthält neben einer Übersichtskarte auch zahlreiche Literaturtipps. Gefallen haben mir die zahlreichen Farbfotos, die genauso wie die grau unterlegten, kurzen Exkurse das Bild, das in mir nach und nach entstand, verdeutlichten.
Ich habe in diesem „Reise Know-How“ ein wertvolles Nachschlagewerk gefunden, das ich immer wieder gerne zur Hand nehme – vor allem, wenn im Zusammensein mit „unseren“ Flüchtlingen unverständliche Reaktionen das Verständnis füreinander erschweren. Je mehr ich darin lese, desto besser kann ich die Menschen aus dieser völlig anderen Kultur einschätzen. Und je besser sie sich verstanden fühlen, desto offener und und anpassungswilliger werden sie.
Bisher das beste Buch, das ich zu diesem Thema in die Hand bekommen habe! - Johann König
Kinder sind was Wunderbares, das muss man sich nur IMMER WIEDER sagen
(26)Aktuelle Rezension von: FranziDieBuechertanteManchmal muss es was lustiges sein. Und da mir die Geschichten und Sprüche von Johann König über Kinder und Familie gefallen, dachte ich mir, dass mir sein Buch Kinder sind was wunderbares auch gefallen könnte (SPOILER).
Meine Meinung:
Das Buch von Johann König schaut mit Humor und Ironie auf das Leben mit Kindern. Dabei ist es an der tatsächlichen Familie und deren Erlebnisse von König orientiert. Geschrieben ist es im Tagebuchstil und wenn auch über ca. ein Jahr chronologisch nochmal thematisch in einzelne Kapitel unterteilt. Außerdem gibt es ein paar Runninggags. Vieles kam mir sehr bekannt vor und ich hab viel gelacht bzw. geschmunzelt.
Fazit:
Im Laufe des Buches wiederholt sich manches und wird dadurch mit der Zeit langweilig. Es ist ein super Buch für zwischendurch, ich würde es allerdings nicht am Stück lesen, sondern mit Pausen. Mich hat auch das zweite Buch von Johann König interessiert, weiß aber noch nicht, ob ich das lesen werde.
Bleiben oder Weg? Erst mal bleibt es bei mir.
- Ulrike Schweikert
Die Tochter des Salzsieders
(144)Aktuelle Rezension von: Tilman_SchneiderUlrike Schweikert versteht es einfach einen guten Plot zu schreiben. Das Mittelalter war eine aufregende, grausame aber auch sehr spannende Zeit. Die Tochter des Salzsieders muss einiges erleben, erdulden und druchmachen und dem Leser entfaltet sich ein historisches Bild einer vergangenen Zeit. Echt gut geschrieben
- Harold Little
Die Macht der Gewohnheit: Wie man schlechte Gewohnheiten verändert und sein Selbstbewusstsein steigert
(1)Noch keine Rezension vorhanden - Corinna Vossius
Immer nach vorne schauen
(5)Aktuelle Rezension von: TimeFliesAwayFür mich, der unbedingt nach Norwegen will, hauptsächlich wegen Frozen, war das Buch schon echt passend. Beim Kauf wusste ich nicht, dass es in Norwegen spielt, aber deswegen hat es das Lesen nur umso mehr beschönigt.
Story/Charaktere:
Auch wenn ich eher ein Fantasy-Leser bin, lese ich hin und wieder auch gerne alltägliche Romane. Ich mag es einfach, über den Alltag anderer Menschen zu erfahren, ihren Charakter ohne besonders spannende Ereignisse kennenzulernen und einfach durch die normale Menschenwelt, in der auch ich lebe, zu spazieren.
Der Roman hier ist wirklich sehr alltäglich, wenn auch die Situation der Protagonistin eher fremd für mich war. Erstens weil ich bis jetzt gar nicht wusste, dass es solche Hausmädchen noch gibt (es kann aber auch sein, dass das Buch nicht ganz der Wahrheit entspricht), (außer halt in den ärmeren Ländern), und zweitens weil ich natürlich selbst nie als Hausmädchen gearbeitet habe.
Trotzdem finde ich die Story mit all ihren verrückten Charakteren sehr interessant. Und auch wenn ich nicht religiös bin – und der Roman des Öfteren Bibelzitate beinhaltet oder weil Inger aus einer christlichen Gemeinde kommt – mag ich das Buch.
Liebe war zum Glück kein zentrales Thema, aber da Inger ein Teenager ist, hat sie sich irgendwann schon einmal ein bisschen verliebt und ich schätze, es gehört einfach dazu.
Rückblickend finde ich die Story sogar auch etwas gruselig, auch ohne dem "Etwas" (wegen spoiler erwähne ich es nicht). Würde das nach Inger’s Aufenthalt spielen, könnte man daraus glatt einen Krimi schreiben.
• Frau Ödegaard
Die Alte war mir anfangs genauso unsympathisch wie jedem anderem in der Stadt, aber um ganz ehrlich zu sein, fand ich es am Ende doch scheiße, wie die anderen Charaktere mit ihr umgegangen sind. Aber dann wirklich auch nur im letzten Teil.
Klar war sie etwas krank im Kopf, aber nicht ganz unschuldig dabei. Ich find ihre backstory sogar ziemlich überzeugend und verstehe auch, warum sie so wurde.
Sicher hätte ich Angst vor ihr, wenn ich in Inger’s Schuhen stecken würde, aber sie so respektlos zu behandeln? Nein. Auch ich habe über mein Leben viele Leute gehasst, mittlerweile hab ich keine Zeit mehr dafür, aber das Ende wünsche ich keinem. So grausam bin nicht mal ich.
• Inger
Ich mochte bzw. verstand sie anfangs, aber später, mit ihren Tod Wünschen gegenüber ihrer Haushälterin, ohne die Inger schon längst auf der Straße leben würde, fand ich dann wirklich nicht mehr lustig. Einmal, okay, sie hatte Angst, war wütend und was sonst nicht alles und sie konnte nirgendwo sonst hin, vor allem nicht wegen des Vertrags. Aber in der zweiten Hälfte des Buches ging es irgendwie nur noch darum...
Sie dachte halt legit nur noch um das Erbe, die eigene Villa, die sie haben würde, das viele Geld, etc... Wie macht dich dieses Denken denn dann besser als die Alte, Mädchen?
• Edith
Edith ist glaube ich mein Lieblingscharakter. Zwar etwas klischeehaft dargestellt, aber ich mag sie. Außerdem hat sie mich auch etwas an jemanden aus meinem Leben erinnert... naja, von der Aura her, ja, allerdings so wie Edith geredet hat, da würde ich mir das eher wünschen von dieser Person, weil dem nicht so ist... :/ :3
Cover:
Super süß, das ist auch das, was mich überhaupt auf das Buch aufmerksam gemacht hat (– okay, ist das nicht immer so?).
Aber ich mag diesen Malstil bei Illustrationen bzw. Covern. :3
Format/Stil:
Der Schreibstil ist einfach gehalten und angenehm zu lesen.
Außerdem auch toll, dass es aus der 3. Person geschrieben wurde und deshalb man die Perspektive mehrerer Charaktere zu sehen bekommen hat. Auch von eher Nebencharakteren.
Was ich hier super fand, ist, dass man in paar Kapiteln nebensächliches Zeug von den Charakteren erfahren hat. Ich liebe das.
-2020
- Gisela Schießl
Rucella Wurzelbein
(9)Aktuelle Rezension von: TimeFliesAway4.5
Das war schön. Und sehr lustig am Ende. XD
Rucella ist eine sehr sympathische Protagonistin und Esmeralda, ihre beste Freundin, ebenso. Beide haben ihre "spitzen" Seiten, aber finden am Ende immer wieder zueinander, lassen Auseinandersetzungen nie lange auf sich ruhen und wissen, wie Kommunikation funktioniert. Obwohl es mit über 200 Jahren wiederum auch nicht überraschend ist, dass die Charaktere so reif sind.
Aus diesem Grund fehlt es dem Buch allerdings ein wenig an Schwung, da es kein Hindernis oder Ziel gibt, das der Protagonist bzw. die Hauptcharaktere überwinden bzw. erreichen müssen.
An sich finde ich es nicht schlimm, eine slice-of-life Geschichte zu haben, die, ähnlich wie Kinderserien, episodisch aufgebaut sind und nur pro Folge/Kapitel ein Ziel haben, anstatt ein Finale, auf das sie von Anfang bis Ende hinarbeiten. Sowas ist ja auch mal gut, einfach ein Buch zur Entspannung zu lesen, und nicht jede Geschichte braucht Drama oder Anspannung.
Ebenfalls ist es toll, gesunde Freundschaften zu haben und über sie zu lesen. Die beiden Hauptcharaktere können echt ein Vorbild für mancher Leute sein!
Da ich zurzeit nur sehr in einer Nervenkitzel-Stimmung bin, fand ich es doch ein wenig zu entspannt manchmal. Liegt aber wirklich nur an meiner momentanen Stimmung – ich weiß, dass ich es ansonsten sehr genossen hätte.
Ich glaube, das Buch wäre eine gute Lektüre in der Weihnachtszeit. Nicht nur wegen dem letzten Kapitel mit der Sternenzaubernacht (Hexen-Version von Weihnachten), aber auch. Wäre aber perfekt für eine Art Adventskalender. Ungefähr jeden Tag ein bis drei Kapitel, und damit arbeitet man sich jeden Tag ein Stückchen mehr auf Weihnachten vor, wie Rucella. (Auch wenn nicht viele Kapitel in der Winterzeit spielen.)
Natürlich nur ein Vorschlag, aber ich denke, das wäre eine gute Sache. Gerade weil sowas Entspanntes womöglich durch den stressigen Dezember helfen könnte.
Außerdem find ich, dem Buch fehlen Illustrationen. Muss nicht mal was krasses sein, aber halt kleine Bilder am Ende vom oder im Kapitel zwischendurch, passend zum Inhalt des jeweiligen Kapitels. An sich braucht man die nicht, um sich alles vorzustellen – der Schreibstil ist gut genug –, aber weil es eben ein Kinderbuch ist, hätte es gut gepasst. Zumindest fühlen sich die Seiten irgendwie ein bisschen "leer" an manchmal. Oder auch wegen dem bunten Cover, ist der physische Inhalt ein wenig zu "schwarz-weiß".
Apropos Kinder(-serien/-buch), hat mich das ganze des Öfteren ein Bibi Blocksberg erinnert – eine Kinderserie (und Hörbuchreihe) des gleichnamigen Charakters, welcher eine junge Hexe ist und täglich mit ihren Hexen- aber auch Menschen-Freunden tolle Abenteuer erlebt. Diesen Vibe hat Rucella auch, bloß eben als alte Hexe (bzw. Hexmensch). ^^
-22.11.23
Vielen Dank an die Autorin für ein Rezensionsexemplar!
Die Meinung ist meine eigene und wurde davon nicht beeinflusst.
Übrigens würde ich mich über eine Fortsetzung freuen bzw. Rucella, Mimi, Esmeralda & Stiefel gern wiedersehen und ihre Abenteuer weiterhin verfolgen! - Ralf H. Dorweiler
Der Gesang der Bienen
(100)Aktuelle Rezension von: zuckerbluetenDer Roman entführt in die Zeit des 12. Jahrhunderts, eine Epoche, in der die Stände sehr klar definiert waren, die Schere zwischen arm und reich weit auseinanderklaffte, Intrigen und die Verdeutlichung von Machtpositionen an der Tagesordnung waren. Der Zeidler, heutzutage würde man ihn als einen Imker bezeichnen, Seyfried versucht das Leben seiner gefangenen Ehefrau zu retten. Dafür wendet er sich an die bekannte Hildegard von Bingen. Diese knüpft an Ihre Fürbitte jedoch Aufgaben.
Dem Autor gelingt es, historische Orte und Persönlichkeiten mit der Handlung zu verknüpfen. So erfährt der Leser, neben der eigentlichen Geschichte, vieles über die damaligen Zustände und die Herrschenden aus Kirche und Staat. Es wird deutlich, dass das bittere Spiel um Ansehen und Macht so manches Menschenleben gekostet hat.
Für mich sind der Zeidler und seine Tochter sehr gut und verständlich dargestellt. Es ist spannend den Wegen zu folgen und in eine völlig andere Epoche einzutauchen. Wenn man mit dem Lesen beginnt, möchte man eigentlich direkt mehr erfahren.
- Anke Müller
Blut ist dicker als Wassereis
(9)Aktuelle Rezension von: LilaLullabyIn diesem Buch findet man wunderbar witzige und humorvoll wiedergegebene Geschichten aus dem Familienalltag mit Kindern die liebevoll als Geflügel und Pubertikel bezeichnet werden.
Bei den vielen Storys musste ich sehr oft, eigentlich ständig herzlich und laut lachen, was mir sogar öfters Lachtränen in die Augen schiessen lies. Dieses Buch könnte ich vor lauter Lachen nicht mal laut vorlesen, es würde niemand etwas verstehen bei meinem Lachflash.
Hier werden Geschichten witzig erzählt, die jeder vielleicht selbst mal so oder ähnlich erlebt hat. Die Dinge sind manchmal etwas überspitzt, aber das macht die Autorin sehr sympathisch, wenn man sich auf dieses Buch einlässt.
Zwischendurch sollte man sich so ein Buch auch mal gönnen, einfach mal um abzuschalten und herzhaft lachen zu können, ohne darüber nachzudenken. Köstlich!
Die Dinge wie sie sind
(4)Aktuelle Rezension von: Ruby SummerIn „Die Dinge wie sie sind” erzählt die Autorin zwar von der Liebe zwischen Mann und Frau, aber weniger in ihrer romantischen als vielmehr in ihrer Alltagsform: Drei Ehepaare reisen Ende der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts auf einer luxuriösen Jacht von Frankreich nach Tahiti. Wie können Mann und Frau zusammen bleiben angesichts bleierner Langeweile? Angesichts des Alterns, der zahlreichen Affären? Besonders nahe kommt die Leserin dabei Marion, deren Tagebuchaufzeichnungen uns teilweise vorliegen, über die anderen erfahren wir aus der auktorialen Erzählperspektive. Marion und ihr Mann Yves sind es schließlich auch, die am Ende des Romans immer noch ein Paar sind, während es um die anderen Ehen eher schlecht bestellt ist.
Benoite Groult schreibt lakonisch, das kündigt bereits der Titel an. Die Dinge sind, wie sie sind. Das allein wäre jedoch langweilig und kaum lesenswert. Die Stärke des Romans liegt meiner Meinung nach in den Dialogen und Charakterstudien der handelnden Personen. Scharfsinnig und oft auch witzig werden die Protagonisten und ihre Sehnsüchte präsentiert. Darüber hinaus gibt es einige interessante atmosphärische Details zu diversen Orten der Welt aus dem Jahr 1958. Stationen der Schiffsreise sind u.a. Griechenland, Indien, Australien, Ozeanien.
Ich habe das Buch sehr gern gelesen und kann es jeder/jedem empfehlen, der/die Freude an Beziehungsgeschichten hat und sich für französische Intellektuelle begeistern kann.
- Petra Durst-Benning
Die Fotografin - Die Zeit der Entscheidung
(82)Aktuelle Rezension von: KhepriDer 2. Teil dieser Reihe entführt den Leser wieder in diese wunderbare Geschichte, die mit einer starken und unabhängigen Protagonistin glänzt. Mimi lebt seit einiger Zeit in Laichingen, um ihren kranken Onkel zu pflegen. Mit ihrer offenen Art, kommt sie schnell in die Herzen der Dorfbewohner und knüpft neue Freundschaften.
Die Autorin schafft es, die harten Arbeitsbedingungen der Weber und Näherinnen im frühen 20. Jahrhundert darzustellen. Man spürt förmlich die Erschöpfung und den Druck, dem die Arbeiter ausgesetzt sind, mit 12 Stunden und mehr Arbeit am Tag. Dabei wird auch die damalige Mentalität deutlich, ist der Vater Weber, so wird es der Sohn auch. Dennoch gibt es Raum für Veränderung, vor allem durch Mimi, die Mut macht Neues zu entdecken.
Die Nebenfiguren sind genauso liebevoll ausgearbeitet wie die Hauptfigur. Ihre Vielschichtigkeit und Authentizität tragen zur Lebendigkeit der Geschichte bei. Romantik mischt sich ebenso angenehm subtil in die Handlung ein, wie alles andere.
Der Schreibstil der Autorin ist erneut fantastisch, fließend zieht er den Leser in die Welt von Laichingen, sodass ich wie beim ersten Teil das Buch nicht mehr aus der Hand legen wollte.
Fazit:Es ist eine gelungene Fortsetzung, die mit ihrem historische Setting und ihren liebenswürdigen Charakteren überzeugt. Wieder eine absolute Empfehlung für alle Fans historischer Romane, die mehr über das Leben der einfachen Menschen Anfang des 20. Jahrhunderts lernen wollen.
- Jenny Rogneby
Leona
(11)Aktuelle Rezension von: PoldisHoerspielseiteOslo steht unter Schock, als ein Mann eine Bombe im Parlamentsgebäude zündet. Dieser hat war schwer verletzt überlebt, will jedoch nur mit einer einzigen Person über die Hintergründe sprechen: Leona Lindberg. Pflichtbewusst übernimmt diese zwar den Fall, ist wegen ihres turbulenten Privatlebens aber nicht immer voll bei der Sache. Denn neben dem Scheidungskrieg mit ihrem Mann hat sie auch Geldsorgen, die sie auf unkonventionelle Weise lösen will…
„Der Zweck heiligt der Mittel“ ist als Titel des zweiten Bandes um die schwedische Polizistin Leona Lindberg ziemlich clever gewählt, lässt es sich doch in mehrerlei Hinsicht auf die Handlung beziehen. Dabei spielt die oben beschriebene Szenerie um das Sprengstoffattentat zwar eine gewichtige Rolle, nimmt aber bei weitem nicht den ganzen Raum ein. Im Gegenteil, in vielen Szenen entfernt sich Autorin Jenny Rogneby stark von diesem Teil der Geschichte und widmet sich dafür ausführlich dem ziemlich turbulenten Leben ihrer Hauptfigur, die noch mehr an Komplexität hinzugewinnt. Charakterlich ist sie ja bereits im ersten Band alles andere als makellos dahergekommen, Scheidung und Geldnöte lassen sie hier aber noch einmal weiter von dem rechtschaffenen Weg abweichen. Mehr über das Seelenleben der Figur erfährt der Leser in einigen Therapiesitzungen, gespickt mit Details aus ihrer Vergangenheit, was einerseits Mitleid erweckt, aber eben doch nicht entschuldigt, wie sie derart auf die schiefe Bahn gekommen ist. Mir gefällt, wie komplex die Figur mit ganz eigenen Wertevorstellungen und moralischem Gewissen ausgestattet ist – dass das aber vielleicht ein paarmal zu oft dick aufgetragen wirkt, muss man mögen.
Die verschiedenen Elemente der Handlung sind hier eng aneinander getaktet, die einzelnen Handlungsstränge werden zwar konsequent und spannend weitererzählt. Da es aber derer viele gibt, wirkt das Tempo trotz aufkommender Dynamik etwas gebremst. Erst später merkt man, warum dies genau so sein musste und kein Teil ausgelassen oder verkürzt werden konnte, am Ende wird alles zu einem stimmigen und packenden Finale zusammengeführt. Die Stimmung ist wieder dicht und prägnante, die Handlung wirkt aber insgesamt noch überladener als in ersten Band.
„Der Zweck heiligt die Mittel“ ist spannend und unterhaltsam – besonders wegen der komplexen und durchaus zwiespältigen Hauptfigur. Auf ihr liegt der Fokus, auch wenn der eigentliche Fall fintenreich geschrieben ist. Ihr Privatleben und einiges an krimineller Energie nehmen einen großen Teil der Handlung ein, was sich am Ende zu einem geschickt erzählten Finale verdichtet. - Frieda Lamberti
Verstrickt und zugenäht
(15)Aktuelle Rezension von: Nika488Frieda Lamberti - Verstrickt und zugenäht
Klappentext
»Verstrickt und zugenäht« geht es in der turbulenten Fortsetzung der Spitzenweiber von Frieda Lamberti weiter.
Die Spitzenweiber sind ratlos. Wem können sie noch trauen? Wer meint es ehrlich mit ihnen und wer spielt ein falsches Spiel? Muss Babette ihr Geheimnis lüften? Kann Franziska die Vergangenheit hinter sich lassen? Wird Lore getäuscht? Lügen und Intrigen machen es nicht einfacher, den Durchblick zu behalten.
_
Mein FazitEs handelt sich hier um den 3. Teil aus der Spitzenweiber Reihen.
Mittlerweile kennt man Lore, Stine, Franziska usw recht gut. Genauso wie die handelnden Orte. Es ist also ein leichtes in die Geschichte einzutauchen, denn es sind gewohnte Menschen und Gegebenheiten. Ich mag Lore unglaublich gern und finde sie ist eine taffe Frau.In diesem Teil der Spitzenweiber kommen mal wieder Sachen ans Licht, womit ich nicht gerechnet habe. Gerade die Situation um Hubert fand ich sehr überraschend und das hätte ich echt nicht erwartet. Simon ist mir immer noch nicht sehr sympatisch, aber Stine muss ja mit ihm leben und nicht ich.
Babette hat ein Geheimnis und hütet das sehr gut. Nur wird sie das weiterhin können?
Franziska tut mir unglaublich leid und ich habe das ganze Buch über für sie gehofft. Ich konnte Lukas Reaktion nicht verstehen.Ihr merkt in dem Buch ist einiges los. Es lohnt sich die Reihe rund um die Spitzenweiber zu lesen. Ich freue mich nun auf den 4. und finalen Teil der Reihe.
Der Schreibstil der Autorin ist locker und leicht. Die Story liest sich sehr angenehm und die Seiten fliegen wirklich nur so dahin.
Ich gebe sehr gerne 5 von 5 Sterne.
- David Bergen
Gestern und heute und morgen
(9)Aktuelle Rezension von: ballerinanatanztEin großartiger Roman, der die Geschichte einer Frau schildert, die voller Wärme, Herzlichkeit, Charakterstärke, Familiensinn, aber auch viel Nachdenklichkeit ist und trotz erlittener Schicksalsschläge niemals aufgibt, auch wenn es manchmal fast so erscheint. Geschildert wird das Leben in seinen verschiedensten Facetten von "Ganz hoch oben" bis in den "tiefsten Staub" hinunter. Über viele Jahrzehnte begleitet man einen Menschen und begreift dadurch selbst viel mehr über sich und sein eigenes Leben. Dieses Buch ist ein "Muss", unbedingt lesen. Mir kamen öfters die Tränen, es geht einem wirklich nahe. - 8
- 12
- 24






















