Bücher mit dem Tag "alpen"
153 Bücher
- Thomas Mann
Der Zauberberg
(571)Aktuelle Rezension von: SeitenwindZu den geistig-vertieften ausführlichen Gesprächsrunden kann ich nicht viel sagen. Die sind mir zu verkopft, wenn auch wirklich gut verfasst.
Den Alltag in der Klinik sowie die Ausflüge und Beweggründe von Hans Castorp fand ich aber hervorragend beschrieben. Besonders der Skiausflug bleibt mir aufgrund der Schilderung bestens in Erinnerung. Aber auch der sachliche Monolog über den menschlichen Körper kommt mir wieder in den Sinn.
Leicht hat man es aber insgesamt als Leser nicht und ich würde empfehlen, manche Passagen aufgrund der sehr verkomplizierten, redundanten Cicero-gleichen Nebensatz-Verschachtelungen, die es, wenn man einmal - so empfinde ich es, darüber nachdenkt, garnicht unbedingt - mit Verlaub- braucht, zu überfliegen.
- Sebastian Fitzek
Die Einladung
(671)Aktuelle Rezension von: SueRockabellaNach langer Zeit habe ich mich mal wieder an einem Fitzek gewagt und es hat sich absolut gelohnt. Das Setting ist gut gewählt, eine abgeschiedene Berghütte in der ehemalige Klassenlameraden aufeinander treffen und dabei nichts so ist, wie es zu sein scheint.
Fitzek schafft es mit "Die Einladung" einen stetigen Spannungsbogen aufzubauen, der am Ende gleich in mehreren Plot-Twists sein großes Finale findet.
Die Story ist spannend und verwirrend und wie immer sehr gut geschrieben. Die Zeitsprünge, kurze Kapitel und Vielzahl an Charakteren sorgen für eine Menge Abwechslung und haben meine Vermutung immer wieder in andere Richtungen gelenkt.
Bereits der Prolog war so spannend und hat mich direkt in die Story katapultiert.
Wer Fitzek mag, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Für mich eines seiner Highlights!
- Kerstin Gier
Wolkenschloss
(1.577)Aktuelle Rezension von: Anna_Lea_ThielWolkenschloss von Kerstin Gier ist für mich eine richtig cozy Romance, perfekt für kalte Wintertage unter der Decke. Die verschneite Hotelkulisse fühlt sich total gemütlich an und man ist sofort mitten in der Geschichte drin. Der Schreibstil ist leicht, humorvoll und angenehm zu lesen, sodass man schnell vorankommt. Die Protagonistin ist sympathisch und man kann ihre Gedanken gut nachvollziehen. Besonders mochte ich die Stimmung und die kleinen zwischenmenschlichen Momente. Einziger Minuspunkt: Sie entscheidet sich meiner Meinung nach leider für den falschen Typen. Trotzdem ein schönes Buch zum Abschalten und Wohlfühlen.
- Walter Bachmeier
Affären, Alpen, Apfelstrudel
(18)Aktuelle Rezension von: Booky-72Nachdem er seine Frau verloren hat, musste Chefinspektor Egger eine schlimme Zeit durchmachen. Ganz alleine muss er seine Söhne Max und Moritz nun großziehen. Sein neuer Fall wird ihn hoffentlich einiges abverlangen und von seiner Trauer ablenken. Besonders schwierig dabei, das tote Mädchen heißt wie seine verstorbene Frau und sieht ihr auch noch sehr ähnlich.
Man denkt, dass der Professor der Musikschule, der die jungen Studentinnen ausnutzt, hier die richtige Richtung zum Ermitteln bietet, doch das gerät immer mehr in den Hintergrund und das Privatleben des Inspektors Egger mehr in den Vordergrund. Das Private möchte ich auch gern in einem Krimi vom Ermittler erfahren, doch hier würde ich sagen, schon wieder zu viel des Guten. Daher gibt es auch nur die halbe Wertungszahl.
Inzwischen liegt der neue, zweite Fall für Egger vor, der mich wieder neugierig machte.
- Eva Fay
Sehnsüchtig berührt 1
(23)Aktuelle Rezension von: Steffi_the_bookwormMir war gar nicht bewusst, dass es sich um den zweiten Teil einer Reihe handelt, aber da es hier um ein anderes Paar geht, hat es eigentlich auch ohne große Probleme funktioniert.
Zunächst zum Positiven, was leider nicht allzu viel ist. Das winterliche Setting in den Bergen war wirklich schön und auch das Hotelambiente hatte was. Auch die Grundidee der Geschichte hat mir gefallen und man hätte aus der Handlung eine Menge machen können.
Damit kommen wir auch schon zum Negativen und das ist die gesamte Umsetzung der Geschichte. Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive von Selina, so dass man sehr viel von ihr erfährt, auch dass sie sich zu Max hingezogen fühlt. Von seiner Seite merkt man leider gar nichts und die beiden tauschen eigentlich nur ein paar Blicke aus, bevor sie bei der ersten längeren Begegnung auch schon in der Kiste landen. Die Sexszenen sind sehr ausführlich, womit ich allgemein keine Probleme habe, aber diese waren leider einfach nur mies geschrieben. Die Wortwahl wirkte sehr abgedroschen und billig und war damit leider gar nicht ansprechend.Zudem hatte ich das Gefühl, dass die beiden bis auf der Sex nicht wirklich viel verbindet. Sämtliche Dates endeten mit Sex, welcher im Gegenteil zu den Dates in sämtlichen Details beschrieben wurde. Dadurch kamen leider überhaupt keine Gefühle und Verbindungen zu den Charakteren auf. Man wurde durch wichtiges, chemie-aufbauendes durchgehetzt und eher unwichtige Sachen wurden sehr detailliert beschrieben.
Wie bereits erwähnt lernte man Selina ganz gut kennen, auch wenn ich ihre Problembewältigung zu oberflächlich dargestellt fand. Max hingegen ist mir völlig fremd geblieben und ich hatte das Gefühl, das einzige was ich über ihn weiß ist, dass er geil auf Selina ist.
Das Buch endet mit einem Cliffhanger, was mich ziemlich überrascht hat, da ich dachte, dass es in sich abgeschlossen wäre. Leider hat mich die Geschichte nicht genug gepackt, dass ich sie weiterverfolgen werde.
Der Schreibstil ist sehr einfach und insgesamt definitiv ausbaufähig, auch was den Story-Aufbau angeht. - Kyra Groh
Fake Dates and Fireworks
(469)Aktuelle Rezension von: justryuureadingBecca ist verknallt und das seit 10 Jahren. Dieses Jahr an Silvester plant sie Nils endlich ihre Liebe zugestehen. Schließlich hatten sie sich damals vor zehn Jahren geschworen an Sylvester immer füreinander da zu sein. Becca hat sogar ein Zimmer in einem Wellnesshotel gebucht, um das beste Setting zu haben. Doch dann ist da plötzlich der verhasste Onkel von einem ihrer Kitakinder und Nils reist mit einer Frau an. Das Chaos scheint Becca zu übermannen.
Ich mochte den Schreibstil von Kyra Groh wieder sehr gerne. Sofort war man mitten im Geschehen und konnte mit den Charakteren mitfühlen. Allerdings muss ich sagen, dass ich am Anfang ein wenig Probleme mit Becca hatte. Sie hat mich ein wenig genervt und ich konnte ihr Handeln echt null nachvollziehen. Ich war aber froh, dass ich dran geblieben bin, denn mit der Story erklärt sich auch mehr und mehr ihr verhalten. Die ganze Geschichte mit Nils, der ziemlich unsympathisch rüber kam, lüftet sich und lässt die Sicht auf eine toxische Beziehung zu.
Raphael dagegen mochte ich umso mehr. Er war charmant, immer wie selbstverständlich zu richtigen Zeit am richtigen Ort.
Ich kann dieses Buch auf jedem Fall jedem empfehlen, der RomComs mag. Die Geschichte war witzig, aber auch emotional.
- Robert Seethaler
Ein ganzes Leben
(472)Aktuelle Rezension von: winniccxxDas Buch "Ein ganzes Leben" des österreichischen Authors Robert Seethaler handelt von Andreas Egger und erzählt dessen gesamte Lebensgeschichte. Dabei werden die verschiedenen Etappen aus dem Leben des Protagonisten anschaulich beschrieben. Besonders hat mir die ruhige, sehr angenehme Erzählweise gefallen, die auch in stressigernen Situationen im Roman sehr gut gewirkt hat. Ein zentrales Thema war für mich der Fortschritt und die Erschließung des Alpenraums, mit dem Egger stetig umgehen zu lernen musste. Diese rasante Entwicklung des mittleren 20. Jahrhunderts hat natürlich in seinem Leben Spuren hinterlassen, nichtsdestotrotz hat er sich nicht unterkriegen lassen. Für mich waren diese Schilderungen dennoch spannend zu lesen.
Das Buch ist ein angenehm zu lesendes Buch für zwischendurch, am Ende des Tages war es jedoch auch nichts extrem außergewöhnliches für mich. Der nette Erzählstil half dabei, sehr gut mit dem Protagonisten mitfühlen zu können, trotz dessen teilweise eigenwilligen Charakters. Ein Bonus-Punkt war die schön geschilderte Alpenlandschaft, die in dem Buch auch eine besondere Rolle spielt, und mir noch einmal mehr Spaß beim Lesen verschafft hat. Insgesamt gibt es so von mir 4 von 5 Sterne.
- Arnulf Hartl
Heilkraft der Alpen
(15)Aktuelle Rezension von: Kristall86Klappentext:
„Gesund durch die Berge.
Wandern tut gut. Wir fühlen uns danach meist wohl, erholt und frisch. Doch hinter dieser subjektiven Wahrnehmung stecken klare wissenschaftliche Fakten – ganz erstaunliche noch dazu.
So finden etwa Asthmatiker in den Krimmler Wasserfällen eine wissenschaftlich erforschte Heilquelle, und ein aktiver Wanderurlaub schafft Erleichterung bei chronischen Rückenschmerzen. Nicht nur die Muskeln, sondern insbesondere auch die Paarbindung bei lange bestehenden Beziehungen wird durch einen gemeinsamen Aufenthalt in den Bergen wesentlich gestärkt, wie Hartls langjährige Forschung belegt. Darüber hinaus wirkt Wandern ähnlich wie ein Antidepressivum bei Depression und Hoffnungslosigkeit. Arnulf Hartl erforscht seit Jahren in fundierten wissenschaftlichen Studien die unglaubliche Heilkraft unserer Alpen.“
Die Aufmachung, die Bilder sowie die Idee des Buches sind wirklich hübsch gedacht und verdienen die 2 Sterne, aber, jetzt kommt das große ABER, die Umsetzung ist nicht gelungen. Hier werden Studien in den Raum geworfen ohne diese näher zu bezeichnen oder zu beleuchten, steile Thesen aufgestellt, auch hier ohne fundierte Quellen - das ist schwach und da würde man selbst in der Schule bei einer simplen Hausarbeit für gerügt werden.
Das Thema ist an sich nicht neu und jeder von uns weiß, dass die Berge/Alpen (genau wie die Nordsee) ihr bestimmtes Klima haben und diese den Körper auf bestes Weise unterstützen. Hier werden jedoch dem „Patienten“ Tipps erklärt, wie wandern/bergsteigen sei gut u.ä. nur muss der Körper an sich ja eben auch dazu mitspielen. Wer Probleme mit der Lunge hat und dazu noch ein Nierenleiden, Diabetes oder gar Arthrose, muss bei solchen Aktivitäten höllisch aufpassen. Ich will hier gar nicht weiter ins Detail gehen aber fest steht, das Buch bietet in gewisser Weise einen netten Denkansatz, aber die Umsetzung überlassen wir bitte den Profis und Ärzten die uns kennen.
2 von 5 Sterne
- Vea Kaiser
Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam
(153)Aktuelle Rezension von: _liesmich_Ich weiß noch immer nicht ob mir das Buch gefallen hat oder nicht. Der Schreibstil ist phänomenal, flüssig und anregend. Aber die Themen sind mir generell zu „wir nehmen alles ländliche auf’s Korn“ und das ist mir zu oberflächlich. Vielleicht bin ich da auch zu empfindlich, da ich selbst "vom Land" komme.
- Paolo Cognetti
Acht Berge
(210)Aktuelle Rezension von: Da_MarisIn diesem Buch taucht man ein in eine ganz andere Welt: In die Abgeschiedenheit und Einfachheit der italienischen Berge. Diese so ganz andere Szenerie hat mir gut gefallen. Cognetti gelingt es wunderbar, die Charaktere seiner Figuren herauszuarbeiten, v.a. ihre sozialen (In)Kompetenzen. Als Leser begleitet man Pietro über die Jahre und man kann erkennen, wie er und die anderen Figuren sich mit der Zeit entwickeln und dabei doch immer sie selbst bleiben. Dazwischen gibt es viele Landschaftsbeschreibungen, die man am liebsten mit eigenen Augen sehen würde - die meisten zumindest.
- Julie Caplin
Das kleine Chalet in der Schweiz
(232)Aktuelle Rezension von: Alexia_Ab in die Berge, ab in die Schweiz. Hier geht es um Schokolade und Käse. Und um Mina und Luke. Pistenspaß und leckeren schweizerischen Kuchen. Klingt nach einer guten Mischung. Doch dieses Mal konnte die mich nicht ganz so überzeugen. Die Protagonistin war mir in diesem Fall zu sehr naiv, als wäre sie 15 und nicht Mitte/Ende 20. Auch wenn ich ihren Ex für seine Aussagen wirklich eine hätte reinhauen können. Wie oft wollte ich Mina für ihre leichtgläubigen Gedankengänge schütteln. Argh. Luke hingegen ist ein toller Gegenpart und sicherlich ein guter Ausgleich für Mina. Dennoch kommt die Chemie zwischen den beiden bei mir dieses Mal einfach nicht an. Auch als es sich gegen Ende und Finale hinbewegt, konnte ich nur den Kopf schütteln. Das hat für mich einfach vorne und hinten nicht zusammengepasst. Sowohl ins Gesamtkonzept als auch zu den Charakteren. Es war wie immer gemütlich aber für mich bisher der schlechteste Band der Reihe. 3 von 5 Sternen.
- Jörg Maurer
Oberwasser
(223)Aktuelle Rezension von: annluIm bayrischen Kurort sind zwei verdeckte Ermittler verschwunden. Das Team um Kommissar Jennerwein soll ermitteln. Dabei darf aber niemand Verdacht schöpfen, warum sie eigentlich im Ort sind. Ein Fake-Verbrechen rund um einen Wilderer muss her – und schafft es, dass Jennerweins Ermittlungen im Verborgenen ablaufen können.
Ich mag die Bücher der Reihe – schon allein wegen dem beißenden Humor, der immer wieder aufblitzt. Auch die Erzählweise ist eine ganz eigene. Scheinbar zusammenhanglos werden unterschiedliche Erzählstränge dem Leser präsentiert und dabei Fährten gelegt und Andeutungen gemacht, die in die Irre führen.
Hier nun hat es Jennerwein und sein Team mit BKA-Ermittlungen zu tun. Von den Verbrechern, denen hier nachgejagt wird, wird wenig offenbart – schließlich ist alles sehr geheim. Dafür trifft man auf alte Bekannte: die Grasseggers hat es wieder in den Kurort verschlagen. Nachdem diese seit dem ersten Band mit dabei sind, gehören sie für mich schon zur Geschichte dazu. Besonders, da ich manchmal das Gefühl habe, dass man von ihnen – und anderen Nebencharakteren – mehr Persönliches erfährt, als vom Team der Polizei.
Neben dem Kurort führt die Geschichte auch nach Marokko und zu einem Jungen, der auf eine interessante Münze stoßt. Diese verleitet ihn dazu ein Rätsel zu lösen, wodurch er ungeahnt in Schwierigkeiten gerät. Wie er mit den ganzen Ermittlungen zusammenhängt wird erst spät aufgedeckt.
Jennerwein greift hier auf einige Finten zurück. Ich fand es amüsant, wie er seine Gedankengänge und Überlegungen in ein urbayrisches Spektakel umsetzt und den Wilderer erfindet. Der spielt natürlich auch immer mal wieder eine Rolle und man bekommt unterschiedliche Szenen rund um ihn vorgesetzt.
Wie in jedem Band bisher trifft man auch hier auf einige der Kurorteinwohner, die man nur als schräg bezeichnen kann. Was mich aber immer sehr anspricht.
Fazit: Hier konnte wieder alles überzeugen – der Fall, die Umgebung, der Humor
- Matthias Bargel
Alpenüberquerung live!
(11)Aktuelle Rezension von: labelloprincessDas Cover gefällt mir sehr gut. Es passt natürlich perfekt zum Inhalt und macht Lust auf’s Lesen sowie auf’s Wandern.
Der Schreibstil ist für mich sehr angenehm zu lesen. Die Landschaft, Unterkünfte und andere wichtige Dinge sind für mich ausreichend beschrieben und ich kann dem Autor auf seiner Reise gut folgen. Ich fühle mich wirklich live dabei. Meine Motivation auf Spaziergänge, Wandern und Zeit in der Natur wird durch das Buch enorm gesteigert. Lediglich das „Jammern“ kommt mir etwas zu kurz, oder ich jammere einfach zu viel. :-P
Die Einführung fand ich sehr schön zu lesen. Der Autor spricht von der dringenden Entschleunigung unseres Lebens, dem stimme ich voll und ganz zu. Die Karte hinten im Buch finde ich sehr hilfreich, da habe ich sehr oft nachgesehen. Gewünschte hätte ich mir eventuell noch ein paar Bilder, da der Autor oft davon berichtete und man sie auch gerne sehen würde. Oder eine super Ergänzung wäre bei jedem Kapitelbeginn zusätzlich die Kilometerangaben/Höhenmeterangaben der jeweiligen Etappe. Lediglich manche Personenbeschreibungen des Autors sind mir eher missfallen.
Ich habe das Buch über einen sehr langen Zeitraum gelesen und immer wieder mal ein Kapitel zum „Entkommen“ vom Leben und vom Alltag genutzt. So war es für mich doch immer wieder spannend und ich habe mit Freude weitergelesen. Auf einem Stück hätte ich das Buch sicher nicht so gerne gelesen.
Ich vergebe für das Buch 4 von 5 Sterne.
- Jörg Maurer
Der Tod greift nicht daneben
(100)Aktuelle Rezension von: Igelmanu66»Die Spurensicherer packten ihre Geräte ein. Alle, die einen Blick in die Zinkwanne geworfen hatten und die Professor Dr. Bertil Carlsson in diesem Zustand gesehen hatten, rührten für den Rest ihres Lebens keine Fleischpflanzl, Buletten, Frikadellen, Klöpse, Fleischküchle, Hacktäschli, Beefsteaks, Brisoletts, Fleischlaberl, Fleischkrapfen, Hackklößchen, Hackhuller, Faschierte, Köttbullar, Ćevapčići und Keftedes mehr an. Nie mehr.«
Ein Gartenhäcksler ist eine wirklich eklige Mordwaffe und das Team rund um Kommissar Jennerwein nicht zu beneiden. Dabei sieht zunächst alles nach einem Unfall aus, der Mediziner und ehemalige Nobelpreisjuror Bertil Carlsson handhabte den Häcksler regelmäßig auf eine höchst leichtsinnige Art und das hatte diesmal wohl bedauerliche Folgen. Doch Jennerweins Bauchgefühl spricht gegen einen Unfall und wird natürlich recht behalten…
Als Leser dieser Krimireihe ist man bereits ungewöhnliche Todesfälle gewöhnt, der bayerische Kurort mit Bindestrich beflügelt beim Verbrechen offenbar die Kreativität. Auch diesmal können sich Ermittler, Spurensicherer und die Gerichtsmedizin nicht über fehlende Abwechslung und mangelnde Herausforderungen beklagen. Ich fühlte mich wieder einmal gut unterhalten!
Neben den Ermittlungen im Kurort gibt es einen zweiten Handlungsstrang in Rumänien, der auf ein bizarres Forschungsprojekt hinweist. Wer die Vorgängerbände kennt, trifft auf einen bekannten jugendlichen Hacker, der mal wieder alle Register seiner Fähigkeiten zieht. Außerdem begeben sich die Eheleute Grasegger, Bestatter a.D., auf eine Gruft-und-Sensen-Rallye (Normalsterbliche würden das als Weltreise bezeichnen), mit Schwerpunkt – natürlich – bei der Erkundung von Friedhöfen. Ebenfalls sehr unterhaltsam ;-)
Die Ereignisse sollen laut Autor auf einem wahren Fall beruhen, lediglich Eigennamen und Ortsangaben wurden verändert. Wenn das stimmt, wäre das mal wieder ein Beweis dafür, wie schräg auch die Realität sein kann.
Diese Krimireihe, ich habe es schon früher geschrieben, wird polarisieren. Entweder man liebt sie oder kommt damit gar nicht klar. Der Stil ist sehr eigenwillig, skurril, sarkastisch und voller Wortwitz. Mit kultigen Charakteren und einem Hang zu Ausschweifungen, bei denen trotzdem die Spannung erhalten bleibt. Ich lese sicher weiter!
Fazit: Leicht eklig diesmal, aber wie immer sehr unterhaltsam. Ich mag diese Reihe.
- Andreas Föhr
Karwoche
(163)Aktuelle Rezension von: Bellis-PerennisAm Gründonnerstag liefern sich Polizeiobermeister Kreuthner in seinem roten Passat und sein Freund Kilian Raubert in einem auffrisierten Kastenwagen, auf der Achenpassstraße ein Straßenrennen, ein Hatzerl, wie wir in Wien sagen. Blöderweise kommt ihnen ausgerechnet jetzt Kreuthners Vorgesetzter Clemens Wallner mit seiner Freundin Vera auf dem Weg in den Osterurlaub zum Gardasee entgegen, Wallner kann gerade noch ausweichen. Um die Hetzjagd als dienstliche Notwendigkeit zu kaschieren, will Kreuthner eine Fahrzeugkontrolle bei Raubert durchführen, bei der er ein Messer zückt und sich widersetzt. Der Grund offenbart sich sogleich: Raubert transportiert eine weibliche Leiche. Die Tote heißt Hanna, war früher Schauspielerin bis sie bei einem Autounfall vor rund 15 Jahren schwerste Brandverletzungen davongetragen hat.
Wallner schaltete sofort auf Dienstmodus und so wird es mit dem Osterurlaub einmal nichts. In Hannas Wohnung entdecken Kreuthner und Wallner Fotos, die zu einem anderen Tatort hinweisen. Vor wenigen Monaten, zu Weihnachten, ist Leni Millruth erschossen worden.
Der Zusammenhang zwischen den beiden toten Frauen erschließt sich den Ermittlern und den Lesern bald, doch was ist das Motiv und wer ist der Täter?
Meine Meinung:
Dieser Krimi ist der dritte aus der Reihe rund um das Ermittler-Duo Wallner & Kreuthner. Eigentlich hatte ich mich ja zu entschlossen, diese Krimis in die Bücherzelle zu bringen. Doch, einen allerletzten Versuch wollte ich wagen ...
Nun ja, was soll ich sagen? Der Prolog beginnt ja noch halbwegs spannend. Doch mit der albernen, aber höchst gefährlichen Wettfahrt zwischen Kreuthner und Raubert hört sich doch alles auf. Eigentlich müssten beiden die Fahrerlaubnis sofort entzogen werden. Flensburg lässt herzlich grüßen! Ich kenne mich ja im Deutschen Kraftfahrrecht nicht aus, aber Straßenrennen, erhebliches Überschreiten der höchst zulässigen Geschwindigkeit und Gefährdung im Straßenverkehr sollten für die Abnahme der Fahrerlaubnis reichen. In Österreich ist man seinen Schein und in besonderen Fällen auch gleich das Fahrzeug los. Jedenfalls, Vorbild ist Kreuthner keines, sondern eher ein Fall für ein Disziplinarverfahren. Es sind solche Kreuthners, die mit ihrem Macho-Gehabe und Angebertum die Polizisten landauf landab in Verruf bringen. Ich wünschte, Clemens Wallner würde hier durchgreifen, Personalnot hin oder her.
Des weiteren komme ich mit den Charakteren ebenso wenig zurecht, wie mit dem (angeblich) bayrischen Humor. Dass dann noch ein eingewanderter Berliner seinen Dialekt zum besten geben darf, gleitet manchmal in Slapstick-artige Szenen ab, die auf mich leider sehr konstruiert und bemüht wirken. Es tut sich sehr viel, ja, eigentlich zu viel. In der Familie Millruth scheint beinahe jeder ein Geheimnis zu haben.
Nein, auch der nochmalige Versuch, einen Krimi dieser Reihe zu lesen, bringt nichts. Ich denke, ich werde die Krimis nun wirklich in die nächsten Bücherzelle bringen. Vielleicht finden die Krimis ein neues Zuhause.
Fazit:
Leider kann ich diesem Krimi nicht viel abgewinnen, daher nur 2 Sterne.
- Rita Falk
Zwetschgendatschikomplott
(383)Aktuelle Rezension von: RoRezepte“Nur zwei, drei Handgriffe, dann wäre dieses Problem für immer gelöst. Ganz langsam zieh ich sie aus meinem Holster. »Du willst mich aber jetzt nicht abknallen, oder was?«, sagt der Rudi, kaum dass er sich umgedreht hat, und stemmt die Hände in die Hüften. »Doch, Rudi, das würde ich gerne. Wenn du dich schön still hältst, dann treff ich auch garantiert schmerzfrei und absolut tödlich.« »Herrjemine, also, kommst du jetzt endlich – oder was?«, […].”
Der Einstieg in Rita Falks 6. Eberhofer-Fall Zwetschgendatschikomplott beginnt mit einem verkaterten Franz Eberhofer, der den Anruf von seinem besten Freund ignoriert. Rudi Birkenberger, Privatdetektiv, bekommt von einer Krähe einen abgetrennten Finger auf seinen Balkon geliefert und begibt sich dann eben allein auf die Suche nach der Leiche. Gerade jetzt zur Wiesn-Zeit ein denkbar unpassender Zeitpunkt für einen Wiesnmörder, der sich zudem auch noch im Rotlichtmilieu herumzutreiben scheint. Rudi und Franz ermitteln gemeinsam, wie ein altes Ehepaar – sehr unterhaltsam.
Franz Eberhofer, der sich mittlerweile an sein Arbeitsleben in München und an das tägliche Pendeln zwischen München und Niederkaltenkirchen gewöhnt ist, kommt noch immer nicht damit klar, dass seine Susi abgehauen ist, als er zu spät zur Hochzeit erschienen war. Dazu soll in Niederkaltenkirchen ein Hotel gebaut werden – das spaltet das Dorf in zwei Lager und hält Eberhofer nach Feierabend noch zusätzlich auf Trapp. Neben der Sorge um Susi.
“Himmelhergott noch mal, wie soll man sich denn da auf seinen Job konzentrieren und diese Wiesnmorde aufklären, wenn’s privat grade Kuhfladen schneit?”
Der Schreibstil bleibt unverändert locker und humorvoll mit einem Provinztouch. Der 6. Fall liest sich super schnell weg und unterhält uns Fans auf ganzer Linie. Für LeserInnen der Eberhofer-Reihe ist der Zwetschgendatschikomplott besonders lesenswert, da wir Franz in seinen privaten Belangen intensiver begleiten können und erleben einen Mann, der seine Sehnsucht nach seiner Frau nun intensiv bemerkt. Dagegen rückt die Fallermittlung ein wenig in den Hintergrund, wobei die Verwicklungen um den Wiesenmörder wieder schön ausgeklügelt war. Für Fans von Provinzkrimis kann ich die Eberhofer-Reihe sehr empfehlen – Zwetschgendatschikomplott sollte allerdings nicht der Einstiegsroman in der Reihe werden.
Die Rezepte aus "Zwetschgendatschikomplott" findet ihr unter www.RoRezepte.com & https://rorezepte.com/zwetschgendatschikomplott-rita-falk/.
- Jörg Maurer
Niedertracht
(197)Aktuelle Rezension von: Tilman_SchneiderIn einer Gipfelwand hängt eine Leiche. Ohne Kletterausrüstung. Wie kam sie denn da hin? Jennerwein und sein Team beginnen zu ermitteln und nicht jeder der Kollegen ist schwindelfrei. Es gibt viele Hinweise und Verdächtigungen, aber erstmal kaum Spuren. Im Ort selber gehen Verdächtigungen los und Getuschel. Was seltsam ist, dass es eine Mückenplage gibt und es hat anscheinend mit einer Tagung und einem Italiener zu tun und da gibts noch mehr Geheimnisse. Der Weg zum Ziel ist steil und man muss klettern können und darf den Schwindel nicht fürchten. Sehr amüsant und ein typisch lokaler Krimi mit zum Teil kuriosen Figuren.
- Jörg Maurer
Föhnlage
(399)Aktuelle Rezension von: BlueberryDessertEs gibt ja viele lustig geschriebene Krimis, aber bei Jörg Maurer schätze ich vor allem den feinen Sprachwitz. Die Figuren bleiben für mich ein wenig blass, aber dem Lesevergnügen tut das keinen Abbruch. Der Humor ist es, was dieses Buch besonders macht. Der Krimi ist solide und spannend geplottet, mir hat's gefallen.
- Andreas Föhr
Schafkopf
(197)Aktuelle Rezension von: SternenstaubfeeDirekt vor den Augen eines Polizisten wird ein Mann erschossen, dennoch ist der Täter völlig unbekannt. Die Ermittlungsarbeit beginnt, und die stellt sich als recht kompliziert heraus. Der Fall ist verzwickter als zunächst angenommen. Der Tote hat nach seiner Frau gesucht, die vor zwei Jahren spurlos verschwand. Gibt es da einen Zusammenhang?
- Ein sehr komplizierter Fall mit vielen Charakteren, möglichen Motiven und viel Lokalkolorit. Hier kann man es sich nicht leisten, mal unkonzentriert zu lesen, sonst könnte man etwas Wichtiges verpassen. So empfand ich es jedenfalls. Sehr durchdacht und spannend!
Ich freue mich auf den nächsten Band!
10.01.2025 - Anna Schneider
Grenzfall - In der Stille des Waldes
(143)Aktuelle Rezension von: Lilli33Zwei Kriminalfälle und jede Menge Einzelkämpfer
Inhalt:
Polizist Bernhard Krammer wird auf österreichischer Seite zu einem seltsamen Fund in einer Baugrube gerufen: In einem präparierten Dachs ist Babykleidung versteckt. Ob dies auf ein Verbrechen hinweist, muss Krammer erst herausfinden.
Auf deutscher Seite erholt sich Krammers Tochter Alexa von einer Schussverletzung, als ihr ehemaliger Kollege Jan sie aufsucht. Sie beide haben wohl vor einiger Zeit den Falschen gefasst. Es gibt neue Hinweise, und so machen sich Alexa im Krankenstand und Jan im Urlaub auf ins Gebirge, um den Richtigen zu finden.
Meine Meinung:
Ich kenne die beiden vorherigen Bände leider nicht, und so hatte ich des Öfteren das Gefühl, dass mir Infos fehlten. Die früheren Fälle sind anscheinend zum Teil noch nicht abgeschlossen und spielen auch hier in den 3. Fall hinein, der dann übrigens auch wieder mit einem Cliffhanger endet und nicht ganz abgeschlossen ist.
Zunächst empfand ich das Buch als recht spannend und locker geschrieben. Mein Kopfkino sprang sofort an. Das liebe ich. Leider war ich dann aber bald enttäuscht, als ich merkte, dass ich hier zwei komplett unabhängige Kriminalfälle vor mir habe, in denen parallel ermittelt wird - Krammer in Österreich, Alexa in Deutschland. Wo ist hier das angekündigte „Ermittlerteam Bernhard Krammer und Alexa Jahn“? Zudem gab es auch speziell im Mittelteil dann doch einige Längen, wo beide Stories auf der Stelle traten. Erst gegen Ende wurde es dann wieder richtig spannend, allerdings auch nur, weil sich die Ermittler selten dämlich anstellen und absolut unverantwortlich handeln.
So war dieser Band für mich leider kein guter Einstieg in die Reihe.
Die Reihe:
1. Der Tod in ihren Augen
2. Ihr Schrei in der Nacht
3. In der Stille des Waldes
4. In den Tiefen der Schuld
5. Ihre Spur in den Flammen
6. Ihr Grab in den Fluten (ET Januar 2026)
★★★☆☆
- Emily Rudolf
Die Auszeit
(246)Aktuelle Rezension von: FallendreamsNachdem ich von ihrem neueren Thriller "Das Dinner" begeistert war, wollte ich unbedingt dieses Buch lesen. Gut, dass ich das neuere Buch zuerst gelesen habe, sonst hätte ich vermutlich eher nur mit Vorbehalt nach einem neuen Buch von ihr gegriffen.
Es war mir für einen Thiller viel zu Spicy und zu Sexlastig. Die vielen verschiedenen POV's machten es mir dieses mal etwas schwer durchzublicken. Man liest ebenfalls aus der Perspektive der ermordeten Person, was ich super spannend fand. Irgendwas hat der Schreibstil an sich, weshalb ich es einfach nicht aus der Hand legen konnte. Doch die Auflösung war für mich so extrem an den Haaren herbeigezogen, weswegen meine Sternebewertung so "schlecht" ausgefallen ist.
Viktoria ist eine Vorzeige-Influencerin und die Autorin hat sie wohl bewusst in gewisse Klischees gesteckt, um ein gewisses Bild mit eventuellen Vorurteilen zu erzeugen. Die verschiedenen Charaktere wirkten teilweise etwas blass auf mich und durch die vielen verschiedenen Ansichten kam eher Verwirrung als Verständnis auf. Alle wirkten ein wenig unsympathisch und ich konnte mir auch keinen Reim auf deren Zusammengehörigkeit machen. Vermutlich war das genau die Intention dahinter.. Die ganze Welt ist mehr Schein als Sein.
Positiv hervorzuheben sind die Zeitsprünge zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Mir gefallen diese Zeitebenen in Thrillern sehr und man kann so gemeinsam mit den Charakteren alles nachkonstruieren.
Fazit
Zu viel Spice und die Auflösung fand ich nicht so gut wie in "Das Dinner". Für Thriller-Einsteiger, die auch gerne Spice lesen, sicherlich eine Empfehlung. Für mich war's etwas too much.Es war keineswegs schlecht, nur lag mir dieses Buch leider nicht so. Es hat nichtsdestotrotz etwas fesselndes an sich, weshalb ich es auch gerne zuende lesen wollte.
- Jörg Maurer
Schwindelfrei ist nur der Tod
(109)Aktuelle Rezension von: Igelmanu66»Marco senkte den Kopf. Durch den zersplitterten Boden sah er Wolkenfetzen, Bergspitzen und grüne Wiesen. Einen Fluss, der sich träge glitzernd durch die Wälder schob. Und eine Gestalt, die schreiend in die Tiefe stürzte.«
Für Marco und seine Mitreisenden wird die Fahrt in einem Heißluftballon zum Alptraum, nach einer Explosion stehen ihre Überlebenschancen äußerst schlecht. Unten am Boden sind die Retter aktiv aber ratlos. Wo ist der Ballon bzw. seine Reste geblieben? Gibt es noch Hoffnung, irgendjemanden lebend zu finden? Und wie konnte es überhaupt zu der Explosion kommen?
Im idyllisch gelegenen Kurort mit Bindestrich nahe der Zugspitze gibt es viel Arbeit für das Team von Hauptkommissar Hubertus Jennerwein. Er selbst ist allerdings nicht so ganz bei der Sache, eine Privatangelegenheit beschäftigt ihn bereits seit vielen Jahren und läuft aktuell auf eine besonders komplizierte Situation hinaus. Und dabei ahnt er noch nicht einmal, wie kompliziert es tatsächlich wird…
Ich brauchte mal wieder einen Krimi, bei dem ich so richtig lachen kann. Die Alpenkrimis von Jörg Maurer haben mich noch nie enttäuscht und auch dieser achte Band der Reihe stellt keine Ausnahme dar. Der Autor hat einen ganz eigenen Stil, wortgewandt, skurril, voller Witz und schrägen Einfällen. Allein die Ansammlung von bayerischen Schimpfworten ist ohne Vergleich.
Es gibt durchaus eine ordentliche Krimihandlung, Spannung zudem und an Todesopfern ist auch kein Mangel. Daneben verfolgt man aber weitere Handlungsstränge, die irgendwann zusammenfließen. Und als Intermezzi sachbuchartig aufgemachte Kurzabhandlungen zu Themen, die alle irgendetwas mit Diebstahl zu tun haben. Wer sich angewöhnt hat, auch alles im Anhang zu lesen, wird besonders belohnt – ich habe Tränen gelacht! Dazu die tollen Charaktere! Alle in Jennerweins Team sind Originale, sein besonderer Schützling, um den es im Privatumfeld geht, hat was Liebenswertes an sich und meine besonderen Favoriten, das Bestatterehepaar a.D. und der Problemlöser einer ehrenwerten italienischen Familie erfreuten mich auch diesmal.
Fazit: Immer wieder schön. Auch dieser Band der Reihe ist spannend und voller skurrilem Wortwitz zugleich. Gerne lese ich weiter.
- Andreas Föhr
Totensonntag
(146)Aktuelle Rezension von: WortbibliothekarMeinung:
Der Fall war wieder einmal hervorragend geschrieben und aufgebaut und hat erneut viel Spaß beim Lesen gemacht. Wie sich alles zusammensetzt und wie ein so alter Fall aufgerollt und rekonstruiert wird, hat mir gut gefallen.
Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und die Handlung wunderbar kurzweilig, weshalb keine Langeweile entstehen kann. Am Ende überrascht der Fall dann nochmal und konnte mich sogar etwas betrübt stimmen. Und das, obwohl ich beinahe das gesamte Buch durchlachen musste.
Die zeitlichen Sprünge und Umschnitte zwischen 1945 und 1992 sind sehr gut gelungen und schaffen immer wieder den schmalen Grad zwischen Ernst und Spaß.
Allem voran ist das Zusammenspiel der beiden jüngeren Versionen der bekannten Ermittler hier nochmal eine ganze Ecke dynamischer und „verspielter“ als in den bisherigen Bänden. Es hat mir ungeheuer Spaß bereitet, wie ein chaotischer Kreuthner immer wieder die überkorrekte Fassade eines Wallners bröckeln lässt. In Kombination mit der Staatsanwältin Claudia grenzt das Zusammenspiel der Figuren teilweise beinahe an Klamauk. Genau meine Art von Humor.
Fazit:
Ich glaube, für mich einer der besten Bände der Reihe, der sich auch völlig losgelöst von den anderen Büchern lesen lässt. Durch den teils etwas überspitzten Humor ist der Band vielleicht nicht für jeden etwas, aber mich hat er sehr gut unterhalten und zum Lachen gebracht.
- Romina Casagrande
Als wir uns die Welt versprachen
(174)Aktuelle Rezension von: Nika488Berührende Geschichte mit Längen und wenig Tiefe
Als wir uns die Welt versprachen ist eine bewegende Geschichte über Freundschaft, Schuld und die lange Reise einer alten Frau, die mit ihrer Vergangenheit Frieden schließen will. Die Idee, eine fast 90-jährige Edna auf eine abenteuerliche Reise über die Alpen zu schicken, ist originell und hat viel Potenzial – besonders, weil sie ein kaum bekanntes Stück europäischer Geschichte in den Mittelpunkt stellt: das Schicksal der sogenannten "Schwabenkinder".
Der Schreibstil ist poetisch, teilweise sehr bildhaft, und Ednas treuer Begleiter, der Papagei Emil, bringt eine besondere Note in die Handlung. Auch die Rückblenden in die Kindheit und Jugend sind emotional und gut nachvollziehbar.
Allerdings verliert sich die Geschichte stellenweise in Wiederholungen und philosophischen Gedankenschleifen. Die Handlung entwickelt sich nur langsam, einige Nebenfiguren bleiben blass, und manche Wendungen wirken konstruiert. Die emotionale Tiefe, die das Thema eigentlich verdient, wird dadurch stellenweise abgeschwächt.
Fazit: Eine rührende Geschichte mit geschichtlichem Hintergrund und schönen Momenten, der jedoch etwas mehr Dynamik und Tiefe gutgetan hätten. Empfehlenswert für Leser*innen, die ruhig erzählte Romane mit historischen Elementen mögen.























