Bücher mit dem Tag "alt werden"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "alt werden" gekennzeichnet haben.

50 Bücher

  1. Cover des Buches Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand (ISBN: 9783570585016)
    Jonas Jonasson

    Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

     (5.852)
    Aktuelle Rezension von: Jana03

    Ein sehr tolles Buch, das viel schwarzen Humor und Ironie enthält.                                                  Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen. Der Schreibstil von Jonasson ist sehr humorvoll und flüssig, sodass es viel Freude beim Lesen bereitet.                                    Allerdings ist an manchen Passagen das Buch etwas langatmig, aber das macht der Autor mit dem schon benannten Schreibstil wieder gut.

    Diesen Autor kann ich nur weiterempfehlen und ich werde auf jeden Fall noch mehr Bücher von ihm lesen.                  

  2. Cover des Buches Der Geschmack von Apfelkernen (ISBN: 9783462041491)
    Katharina Hagena

    Der Geschmack von Apfelkernen

     (880)
    Aktuelle Rezension von: Villa_malLit

    Iris erbt das Haus ihrer Großmutter, dabei begegnet sie nicht nur ihrer Kindheit, sondern auch den Geheimnissen und der Vergangenheit ihrer Familie. 

    Man wandelt durch Iris Sommer mit süßem Apfelgeruch in der Nase, würzigem Liebstöckel-Geschmack im Mund und einem alten goldenen Kleid auf der Haut. Die Beschreibungen im Buch lassen den Leser die Geschichte mit allen Sinnen genießen. Manche Passagen geben einen Einblick in Iris Gedankenwelt, welche prickelnde, lebensphilosophische oder fast schon essayistische Züge hat. 

    Eine zum einen schwer tragische Geschichte, aber zum anderen leicht erzählte Sommerstory. Ich kannte vorher die Verfilmung, die mir schon sehr gefallen hat. Nach dem Buch kann ich sagen, dass der Film wirklich sehr nah an das Buch ran kommt. 

  3. Cover des Buches Weit weg ist anders (ISBN: 9783458362562)
    Sarah Schmidt

    Weit weg ist anders

     (93)
    Aktuelle Rezension von: LimaKatze
    Klappentext:

    Kratzbürstige Berlinerin die eine, norddeutsche Kleinstädterin mit einer Vorliebe für Yoga und Handarbeiten die andere: Außer einer gegenseitigen tiefen Abneigung haben Edith Scholz und Christel Jacobi nichts miteinander am Hut. Dennoch lassen sich die beiden 70-Jährigen auf ein Abenteuer ein, das sie gemeinsam quer durch Deutschland führt.


    Zum Inhalt:

    Die beiden Rentnerinnen Edith Scholz und Christel Jacobi verbringen einen Reha-Aufenthalt auf Usedom. Frau Scholz ist eine waschechte Berlinerin, die für gewöhnlich kein Blatt vor den Mund nimmt und ihren Mitmenschen unverblümt zeigt, was sie von ihnen hält. Eigentlich ist Edith am liebsten allein, und daher möchte sie mit nichts und niemand mehr zu tun haben als unbedingt nötig. Christel Jacobi ist von ganz anderer Art, interessiert sich für Esoterik und Yoga, und ist ansich die Liebenswürdigkeit in Person. Allerdings ist sie auch recht unselbständig, arg empfindlich und des öfteren ziemlich anstrengend. Da Frau Jacobi eine eher kontaktfreudige Person ist, hängt sie sich sogleich an ihre Zimmernachbarin Frau Scholz, die davon zunehmend genervt ist.

    Frau Jacobi ist sehr krank. Deshalb möchte die besorgte Tochter, dass ihre Mutter zukünftig in einem Pflegeheim versorgt und betreut wird. Das entspricht aber nicht Christels Vorstellungen, die ganz verzweifelt einen Ausweg aus dieser Misere sucht und leider nicht den Mut aufbringt, ganz offen mit ihrer Tochter über dieses Thema zu sprechen. Recht bald kommt Christel auf die Idee, ihre Reha-Bekanntschaft Frau Scholz ins Vertrauen zu ziehen und möchte diese zu einem aberwitzigen Plan überreden. Frau Scholz hat nun die Wahl des für sie kleineren Übels: Entweder nimmt sie die Einladung von Frau Jacobi an, oder aber sie muss zu Hause den grässlichen Baulärm der momentanen Renovierungsarbeiten ertragen. Sie entscheidet sich für Christel Jacobi, nichtsahnend, auf was für ein Abenteuer sie sich da einlässt.

    Frau Scholz ist zwar eine ziemlich harte Nuss, aber sie hat kein Herz aus Stein. Während der gemeinsamen Reise durch Deutschland entsteht sogar eine zarte Freundschaft zwischen den beiden Frauen. Sie schütten sich gegenseitig ihr Herz aus und Frau Scholz wundert sich mitunter selbst über ihre eigene Zugänglichkeit. In solchen Momenten zieht sie allerdings öfters die Notbremse, man muss schließlich nichts übertreiben. Nichtsdestotrotz fühlt sie sich für Frau Jacobi verantwortlich, der es im Laufe der Zeit immer schlechter geht. ...


    Mein Fazit:

    Der vorliegende Roman („Weit weg ist anders“ von Sarah Schmidt) hat es mir zu Anfang nicht ganz leicht gemacht. In den ersten Kapiteln wurde ich mit den beiden Hauptprotagonistinnen einfach nicht richtig warm. Frau Scholz war mir mitunter zu derb und rücksichtslos, und Frau Jacobi war nicht nur für ihre Kurbekanntschaft, sondern auch für mich als Leserin stellenweise ziemlich anstrengend. Gleichzeitig trübten diverse Längen das Lesevergnügen. Zu meiner großen Freude gerieten die nachfolgenden Kapitel wesentlich schwungvoller. Und die beiden Damen, deren Vergangenheit nun etwas mehr aufgerollt wurde, lernte man ständig besser kennen und schließlich auch mögen. Es hat sich eben niemand selbst gemacht und der Mensch ist immer die Summe seines gelebten Lebens. Vor allem Frau Scholz hat mich oft überrascht und stellte sich als besonders facettenreich heraus.

    Die Geschichte im Buch hält einige Botschaften bereit: Auch der ältere Mensch hat noch Wünsche und Träume, und vor allem hat er ein Recht darauf, selbst über sein Leben zu entscheiden. Fürsorge von Kindern ist eine lobenswerte Angelegenheit, aber sie sollte nicht in Bevormundung ausarten. In diesem Zusammenhang wird gezeigt, wie wichtig es ist, dass miteinander gesprochen wird. Im Hintergrund des Romans wird außerdem vermittelt, dass Alleinsein nicht Einsamkeit bedeuten muss, der ständig Umsorgte aber durchaus einsam sein kann.

    Eine insgesamt unterhaltsame und mit viel Humor gespickte Lektüre, die zum Nachdenken anregt. Und ob man will oder nicht, die beiden Hauptakteurinnen werden einem immer sympathischer, sogar die sperrige Frau Scholz. Sehr gerne vergebe ich hier vier Sterne und eine Leseempfehlung!
  4. Cover des Buches Etta and Otto and Russell and James (ISBN: 9780241185865)
    Emma Hooper

    Etta and Otto and Russell and James

     (63)
    Aktuelle Rezension von: Schlehenfee
    Eines Tages macht sich die 82jährige Etta auf den Weg ans Meer, quer durch Kanada. Ihr Mann Otto bleibt zu Hause und versucht, alleine zurechtzukommen. Doch Etta vergisst allmählich Dinge, Otto erinnert sich an fast alles. Und dann ist da noch Russell, der Nachbar, der selbst in Etta verliebt war. Und James, ein Koyote, der Ettas Begleiter auf der Wanderung ist. Auf dem Weg erzählen sie ihr Leben: von der Liebe, vom Krieg und einer Farm in der staubigen Einöde Saskatchewans, vom Backen und vom Briefeschreiben.

    Emma Hoopers Roman mit dem langen Titel ist ein bezaubernder, ein leiser Roman, der sich nicht vieler Worte bedient. Manchmal erschließt sich die Bedeutung nicht direkt, viele Passagen sind näher an einem Traum als an der Realität, z.B. Ettas Unterhaltungen mit James. Die Autorin überlässt dem Leser die Entscheidung, was geschieht und was nicht. So ist das Ende sehr offen für verschiedene Interpretationen. Diese Unbestimmtheit der Erzählung war mir manchmal etwas zu viel des Guten und ich habe nach tieferen Bedeutungen gesucht. Ich habe viel über die Handlung nachgedacht und bin mir bei den phantastischeren Elementen immer noch nicht sicher, was ich davon halten soll. Daher schwanke ich zwischen 4 und 5 Sternen.

    Die Sprache ist sehr spartanisch und auf das Wichtigste beschränkt. Trotzdem konnte mich die Erzählung vom ärmlichen Leben auf einer Farm, von der Beziehung von Etta mit Otto und Russell und von Ottos Erlebnissen in Europa im 2. Weltkrieg fesseln und zutiefst berühren. Letzten Endes kommt es bei „Etta and Otto and Russell and James“ wohl auch eher auf die zwischenmenschlichen Beziehungen und die Erinnerungen der Charaktere als auf die äußere Handlung an. In dieser Hinsicht konnte mich das Buch überzeugen.
  5. Cover des Buches Ohne Ziel ist der Weg auch egal (ISBN: 9783426516522)
    Michaela Grünig

    Ohne Ziel ist der Weg auch egal

     (77)
    Aktuelle Rezension von: Schokoladenteddy

    An diesem Buch hat mich vor allem der aussergewöhnliche und originelle Titel angesprochen. Auch der Klappentext klang vielversprechend. Leider gingen meine Erwartungen in eine ganz andere Richtung als das tatsächliche Buch, weshalb es mich nicht wirklich überzeugen konnte.


    Darum geht's in »Ohne Ziel ist der Weg auch egal«:

    »Lenja liebt Ben. Das ist ein Naturgesetz. Dummerweise hat Ben sie gerade verlassen und plant, sich »Ärzte ohne Grenzen« anzuschließen. Aber Lenja weiss, wie sie ihn aufhalten kann: Sie schlüpft in die Rolle der 76-jährigen Karla und zieht in das Seniorenstift ein, in dem Ben arbeitet. Selbstverständlich hat sie sich auf ihre Rolle bestens vorbereitet – nur nicht auf die charmante Schlitzohrigkeit ihrer neuen Mitbewohner. Die stehen ihr bald mit Rat und Tat zur Seite, denn auf die Waffen einer jungen Frau muss Lenja alias Karla ja leider verzichten…« 

    Original-Klappentext


    Meine Meinung:

    Der Schreibstil der Autorin ist locker-leicht, manchmal mit einigen ungewöhnlichen Formulierungen, an die ich mich aber im Verlauf des Buches gewöhnen konnte. Die Geschichte wird teilweise aus Lenjas Sicht, teilweise aus der Sicht ihres besten Freundes erzählt.

    Wo wir schon bei den Charakteren sind: Obwohl viele unterschiedliche Figuren mit z.T. aussergewöhnlichen Charaktereigenschaften auftauchen, konnte mich keine Figur wirklich berühren. Woran das genau lag, kann ich nicht sagen, aber vielleicht fehlten mir einfach die Emotionen oder zumindest die emotionale Nähe zu den Charakteren. Das bedeutet aber nicht, dass mir die Charaktere total unsympathisch waren - einige waren sehr liebenswert. Aber irgendetwas fehlte mir trotzdem.

    Von der Geschichte selbst habe ich einen ähnlichen Eindruck. Zwar ergibt die Kombination aus Liebesroman, Krimi und humorvollen Szenen eine interessante Mischung, aber irgendetwas fehlte mir. So gibt es z.B. Szenen, in denen sich zwei Figuren näher kommen - aber sie konnten mich nicht berühren. Oder es gibt Szenen, in denen ich gerne mehr mit den Charakteren mitgefiebert hätte, aber es packte mich nicht richtig.

    Das Buch ist durchaus lesenswert, aber eben eher etwas für zwischendurch. Wer eine berührende Liebesgeschichte oder einen spannenden Krimi sucht, ist mit anderen Büchern sicher besser bedient.


    Fazit:

    »Ohne Ziel ist der Weg auch egal« ist eine interessante, aber nicht wirklich überzeugende Kombination aus Krimi, Liebesroman und Humor. Obwohl ich die Idee des Buches spannend fand, konnte mich die Geschichte selbst leider nicht überzeugen. Das gibt drei von fünf Sternen.

  6. Cover des Buches Mauersegler (ISBN: 9783257069341)
    Christoph Poschenrieder

    Mauersegler

     (65)
    Aktuelle Rezension von: kingofmusic
    "Residenz - als ob das Alter eine Form von Adel mit sich brächte." (S. 22)

    Da schenkt mir meine Schwester zum 40. Geburtstag ein Buch und ich lasse es fast vier Jahre vor sich hin vegetieren. Unglaublich, oder? Darf ich mich trotzdem weiterhin Nerd nennen? Wenn ich mir die Menge an Büchern angucke, die ich seitdem gelesen habe, so muss ich mir diese Frage selber eindeutig mit "Ja" beantworten ha ha ha.

    Aber vielleicht verzeiht mir Christoph Poschenrieder, wenn er wüsste, dass ich "Mauersegler" an etwa einem Tag gelesen habe :-)

    In besagtem Roman gründen fünf in die Jahre gekommene Herren, die sich schon seit Kindertagen kennen (ein Jurist, ein Lebensmitteltechniker, ein Computernerd, ein Schauspielintendant sowie der Ich-Erzähler, der als Journalist gearbeitet hat) eine sehr spezielle WG. Sie wollen im wahrsten Sinne des Wortes zusammen alt werden und selbstbestimmt sterben. Helfen soll ihnen dabei ein von dem Computernerd Ernst entwickeltes Programm namens "Todesengel".

    Nach einiger Suche finden die fünf Freunde schließlich eine Villa am See.

    "Ich habe in vielen Häusern an vielen Orten gelebt. Das ist jetzt das letzte, [...]. Das letzte vor dem Holzhäuschen, in dem man die Arme nicht ausstrecken kann." (S. 37)

    So leben sie mit allen Annehmlichkeiten, aber auch mit den Schwierigkeiten des Alters, bis - ja, bis der "Todesengel" ins Spiel kommt.

    Die Frage des selbstbestimmten Sterbens sprich aktiver Sterbehilfe ist ja in den letzten Jahren immer mal wieder aufgekommen und diskutiert worden, aber europaweit konnte man sich nicht auf einen einheitlichen Konsens einigen.

    Den Großteil des skurril-witzigen Romans nehmen jedoch Erzählungen über das Älterwerden im Allgemeinen, die Schwierigkeiten des Zusammenlebens von fünf unterschiedlichen Individuen sowie philosophische Gedanken ein:

    "Das ganze Denken ist doch nichts als eine unübersichtliche Installation fallender Dominosteine. Aber wer stößt den ersten Stein um? Und was kommt nach dem letzten?" (S. 180)

    Christoph Poschenrieder hat mit "Mauersegler" (der selbstverständlich im Roman auch mehrere kleinere Auftritte hat) einen herrlich augenzwinkernden Roman mit durchaus ernster Fragestellung geschrieben und ich habe ständig lachen müssen. Verdiente 5*

  7. Cover des Buches Elizabeth wird vermisst (ISBN: 9783404172733)
    Emma Healey

    Elizabeth wird vermisst

     (124)
    Aktuelle Rezension von: irrelephant
    Ich mag an diesem Buch, dass man nur genau so viel weiß und sieht, wie auch die Hauptfigur weiß und sieht (was bei Demenz natürlich nicht sehr viel ist). Man teilt Mauds Frustration und Traurigkeit, wenn sie wieder etwas vergisst, es nicht schafft, eine Aufgabe zum Ende zu bringen oder von oben herab behandelt wird. Das Buch bleibt im Gedächtnis, weil Demenz ja heutzutage sehr viele Menschen bedroht.
    .
    Was mich allerdings stört, sind die vielen Rückblenden. Klar muss Mauds Vergangenheit erleuchtet werden, um das heutige Verhalten zu erklären, aber die Passagen nahmen für mich irgendwann Überhand. In erster Linie interessierte mich eben das Leben mit Demenz. Ohne diese häufigen Biographie-Kapitel wäre es nicht so langatmig geworden. So habe ich manche Passagen irgendwann nur noch überflogen.

    Ich glaube, einer der Gründe, weshalb das Buch so hoch gelobt wird, ist, wie wenig Bücher über Demenz es wirklich gibt. Ich halte es nicht für weltbewegend gut, besonders, wenn man sich schon im Vorfeld Gedanken über Demenz gemacht hat. Ich werde es kein zweites Mal lesen. Aber das eine Mal bereue ich auch nicht.
  8. Cover des Buches Juliet, Naked (ISBN: 9783462042450)
    Nick Hornby

    Juliet, Naked

     (221)
    Aktuelle Rezension von: meisterschund

    Einer meiner liebsten Hornbys und auch die Verfilmung kann ich nur empfehlen.
    Ich war schon wirklich gleich vom Anfang sehr begeistert:
    Juliet und ihr Freund machen eine Fanreise nach Amerika, wo ihr Freund seinem Idol Tucker Crowe näherkommen will und möglichst alle verfügbaren Infos herausfinden möchte.

    Der Clou ist natürlich dass dieser mittlerweile völlig abgefuckt ist und sich dann auch noch in Juliet verliebt.

  9. Cover des Buches Der Sommer ohne Männer (ISBN: 9783499255861)
    Siri Hustvedt

    Der Sommer ohne Männer

     (148)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Durch die stetigen intellektuellen Abschweifungen wirkt die eigentliche Geschichte sehr abgehackt und gespalten und das Vergnügen an der Geschichte geht mit fortschreitendem Lesen etwas verloren.

    Mia, von ihrem Ehemann Boris verlassen, um eine „Pause“ in der über dreissigjährige Ehe einzuschalten, unterrichtet pubertierende Mädchen in lyrischen Texten und verbringt einen Sommer in der Nähe des Altersheims ihrer Mutter mit den „Schwänen“, wie sie die Altersgenossinnen derselben nennt. Ihre einzige Tochter, enttäuscht von ihrem Vater und in Sorge um die Mutter, will als Detektivin die wahren Gründe für dessen Auszeit erfahren. Die ganze Story wirkt streckenweise konstruiert und ist dann mühsam zu lesen. Gegen Ende des Buches verdichten sich die Gedankengänge wieder zu einer stringenten Handlung.

    Nach dem sehr gelungenen Roman „Die unsichtbare Frau“ war diese Erzählung eher etwas enttäuschend, wenn auch nicht total uninteressant für mich. Ein Roman, den man jedoch schnell wieder vergisst.

  10. Cover des Buches Antonio im Wunderland (ISBN: 9783499332562)
    Jan Weiler

    Antonio im Wunderland

     (433)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    Der zweite Teil von Weilers Familiengeschichten, diesmal aufgeteilt zwischen einem Familien-Italien-Urlaub mit Jan und alleman, bei dem sich eine Scherbe im Fuß nach tetanus-Spritze als Glücksfall gestaltet (man hat endlich seine Ruhe und wird von Nonna Anna umsorgt), natürlich nur mit mitgebrachter Matratze, und einem New-York-Trip mit Toni und Benno Tiggelkamp, die schon den Check-in am Düsseldorfer Flughafen aufmischen und später zu diversen Verhaftungen im Big apple sorgen. Nur die Robert-de-Niro-Passage kann man kaum glauben, ist dies wirklich passiert? Oder geht hier die Pretty-woman-Phantasie mit dem Autor durch? Sehr mysteriös, wohlwahr, und nur einfach schön mit der Onkelwerdung am Ende des Buchs.

  11. Cover des Buches Nein! Ich will keinen Seniorenteller (ISBN: 9783442468683)
    Virginia Ironside

    Nein! Ich will keinen Seniorenteller

     (170)
    Aktuelle Rezension von: MoniqueH

    Marie ist fast 60 aber fühlt sich noch nicht so alt wie Altersgenossen meinen das sie jetzt ist. Ihre Bekannten sprechen nur über ihr Alter, Altertum, Krankheiten und der kommende Tod. Marie nicht. Marie fühlt sich jung und will das alles machen was junge Menschen machen. In ihr Tagebuch beschreibt sie ihr Leben, ihr Freunden, Familie usw. Ihr Leben und ihre Meinung über Alter und die Personen in ihr Leben wird deutlich kommentiert.

     

    Witzig Buch zum lesen. Marie ist jemand die fröhlich und munter im Leben steht und sich nicht runter kriegen lässt. Ihre Meinung ist anders dann andere und auch teilweise typisch englisch, das macht die Geschichte schön.

  12. Cover des Buches Die letzte Liebe des Monsieur Armand (ISBN: 9783257239034)
    Françoise Dorner

    Die letzte Liebe des Monsieur Armand

     (80)
    Aktuelle Rezension von: Duffy
    Monsieur Armand, pensionierter Philosophielehrer und Pauline, eine Verkäuferin, trennen 50 Jahre Lebenszeit. Der Pensionär, allein lebend und mit einer Familie, die verstreut lebt und sich nur noch zu bestimmten Feiertagen sieht, trifft zufällig Pauline, die sich von Beziehung zu Beziehung hangelt, ohne das zu finden, was ihr am wichtigsten erscheint: eine gewisse Grundgeborgenheit. Zusammen erleben sie eine Zeit, in der es weder um Sex, noch Beziehung oder um die Liebe im Grunde geht, sondern erkennen ihre wahren Bedürfnisse, ihre Fehler, die sie bisher im Leben machten und die Gründe ihres Scheiterns. Mit einer scheuen Distanz, aber engen geistigen Nähe finden sie jeder für sich Antworten auf Fragen, die sie sich vorher nicht in angemessener Form gestellt haben.
    Francoise Dorner hat ihre Thematik so gut und sensibel angesprochen, wie man es nicht oft findet. Zart und Schritt für Schritt beschreibt sie die Gefühle der Protagonisten, nichts ist unschlüssig, nichts ist überflüssig und der Stil passt ganz hervorragend zu dieser einfühlsamen Geschichte: Zurückhaltend, ohne Lärm, die Zwischentöne ganz leise herausgearbeitet. Das Reslultat ist ein Roman, der direkt ins Herz geht, wenn man das so klischeebefrachtet formulieren darf, aber es trifft den Kern. Traurig nimmt man am Ende des Romans Abschied von Armand und Pauline, glücklich ist man, dass man diese kurze Zeit mit ihnen verbringen durfte.
  13. Cover des Buches Pferde stehlen (ISBN: 9783596510733)
    Per Petterson

    Pferde stehlen

     (117)
    Aktuelle Rezension von: judipudi
    Bevor ich mehr sage nur schonmal vorab: ich glaube ich bin noch 2, 3 Jahre zu jung für das Buch (20) und zudem lese ich oft lieber Bücher mit weiblicher Hauptrolle (ich kann mich dann besser reinlesen). Dementsprechend hat das Buch mich nicht mega umgehauen, schlecht war es jedoch auch nicht. 
  14. Cover des Buches Small World (ISBN: 9783257802207)
    Martin Suter

    Small World

     (55)
    Aktuelle Rezension von: parden
    VIELLEICHT IST DIES DAS WAHRE LEBEN...

    Konrad Lang lebt nunmehr seit sechzig Jahren von den Zuwendungen und Aufträgen der Schweizer Industriellen-Familie Koch, in Kindheit und Jugend eng verbunden mit dem Sohn der Familie, Thomas, gleich alt wie er. Aber auch als Erwachsener, wenn Thomas nach ihm verlangte, war Konrad stets zur Stelle.
    In mittlerweile fortgeschrittenem Alter hütet Konrad eine Villa der Familie im Ausland während deren Abwesenheit - doch durch einen unglücklichen Umstand brennt das Anwesen komplett nieder. Konrad ist sich keiner Schuld bewusst, auch nicht als er der Brandstiftung angeklagt wird. Schließlich verzichtet Familie Koch auf eine Anklage und holt Konrad Lang in die Schweiz zurück.

    Dort mehren sich allmählich die Probleme mit Konrads Kurzzeitgedächtnis, doch kann er diese zunächst kaschieren. Als er sie nicht länger verbergen kann, ergeben medizinische Untersuchungen eine klare Diagnose: Alzheimer. Elvira Koch, der betagten Mutter von Thomas, Haupt der Industriellen-Familie und unumschränkte Alleinherrscherin, kommt der zunehmende geistige Abbau Konrads sehr gelegen - bis sich herausstellt, dass durch den Verlust des Kurzzeitgedächtnisses seine Erinnerungen an frühere Zeiten immer stärker werden.
    Elvira fürchtet, dass durch die zunehmenden Kindheitserinnerungen Korads Dinge aus der Vergangenheit wieder zutage kommen, die sie lieber für immer verschwiegen wissen will. Aus gutem Grund...

    In seinem ersten Roman Small World präsentiert Martin Suter eine gelunge Mischung aus verwickeltem Familiendrama, medizinisch einfühlsamer Fallstudie über die Alzheimer-Erkrankung und nicht zuletzt einem Krimi. Kann so ein Buch fesseln?
    Für mich ist die Antwort ganz klar: es kann! Zunächst schwebt lange die Frage im Raum: worauf will Suter eigentlich hinaus? Stück für Stück offenbart er Konrads Leben - anfangs spielt es in der Gegenwart, und erst als die Alzheimer-Erkrankung immer schlimmer wird, verschiebt es sich in die Vergangenheit. Die Spannung entsteht nicht so sehr durch die Krimi-Handlung, die ist eher nebensächlich. Es ist die Art, wie Suter schreibt - nüchtern, präzise, sehr gut recherchiert und trotzdem schön und leise, mit Bedacht und einer Prise Melancholie. Es ist die Art, wie sich Suter Gesellschaftsproblemen (medizinkritisch) nähert, immer auf der Suche nach unserer wahren Identität:  "Vielleicht ist dies das wahre Leben...", lässt er so auch einen Arzt angesichts des schwer erkrankten Konrad Lang sinnieren.

    Wie der Autor das Anschwellen des Vergessens beschreibt und später dann das Aufkeimen alter, längst verschüttet geglaubter Erinnerungen, das ist anrührend tragisch und unwiderstehlich humorvoll gleichzeitig, dabei unglaublich authentsich. Wenn sich das Ende nähert, ahnt man, was geschehen ist, welches das gut gehütete Familiengeheimnis ist, was aber überhaupt nicht stört, weil Suter seine Geschichte mit einem Augenzwinkern serviert. Teilweise lakonisch, teilweise amüsant, vor allem sezierend, wozu Menschen fähig sind.
    Einzig das, was am Ende mit Konrad Lang geschieht, führte bei mir zu einem leichten Kopfschütteln. Wunschdenken kann man hier nur attestieren, zumindest derzeit - andererseits setzt Suter damit aber auch ein Hoffnungszeichen.

    Obwohl es sich bei dem Hörbuch um eine gekürzte Fassung handelt, hat es mir ausgesprochen gut gefallen. Hervorragend wurde es gelesen von Dietmar Mues, gut betont und dem Schreibstil angemessen,  m.E. die Idealbesetzung für diesen Roman.
    Ein wirklich empfehlenswertes Hörbuch, sprachlich gelungen und mit einem überzeugenden Plot, einfühlsam und spannend und dabei die Untiefen menschlichen Lebens auslotend. Für mich ein wirkliches Hörvergnügen...


    © Parden

  15. Cover des Buches Das Glück an Regentagen (ISBN: 9783958620445)
    Marissa Stapley

    Das Glück an Regentagen

     (9)
    Aktuelle Rezension von: Buchfresserchen1

    Zum Inhalt:
    Seit Generationen lebt die Familie Summers am Ufer des gewaltigen St. Lorenz-Stroms. Sie angeln, fahren hinaus zu den Inseln, trotzen dem Regen und den Gezeiten und betreiben ein charmantes Inn mit blauen Fensterläden direkt am Wasser. Mae Summers und Gabriel Broadbent sind zusammen im Summers’ Inn aufwachsen, nachdem ein schwerer Schicksalsschlag die beiden für immer miteinander verbunden hat. Hier am Fluss haben sie gemeinsam ihre erste Liebe erlebt. Beieinander finden sie Halt, bis Gabriel eines Tages verschwindet. Mae ist am Boden zerstört und beginnt schließlich ein neues Leben in New York. Zehn Jahre später: Mae kehrt zurück nach Alexandria Bay, in das Inn ihrer Großeltern, um sich von einer schlimmen Trennung zu erholen. Aber ihre Großeltern haben sich verändert. Geheimnisse werden gelüftet, die ein neues Licht auf Gabriels Verschwinden werfen. Lässt sich die Vergangenheit zurückerobern, und damit die Chance auf das Glück?

    Das Cover hat mich direkt angesprochen und ich hatte mir eine schöne Liebesgeschichte erwartet.

    Leider war dieser Roman nicht wirklich mein Fall. Ich konnte ihn bis zum Schluss nicht wirklich greifen. Viel zu viel Dramatik und viel zu viele Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu vieler Menschen.

    Sicherlich konnte man es nicht anders erzählen, ohne die Zusammenhänge richtig rüber zu bringen, aber mich hat es einfach zu sehr verwirrt.
    Die Geschichte von Mae und Gabriel, die Geschichte ihrer Mutter und ihres Vaters, dann die Geschichte von Gabe als Kind mit seinem alkoholkranken Vater Jonah und die Geschichte ihrer Großeltern George und Lilly, sowie deren Jugendgeschichte und der Liebe Lillys zu Georges bestem Freund, der leider im Krieg starb.
    So viele Dramen in den einzelnen Generationen und immer wieder Erklärungen warum die Geschichte so kam wie sie gekommen ist.
    Eine berührende Geschichte die mir aber eindeutig zu dramatisch und zu wenig fröhlich war.

  16. Cover des Buches Ein Leben mehr (ISBN: 9783518470640)
    Jocelyne Saucier

    Ein Leben mehr

     (165)
    Aktuelle Rezension von: LitPaed

    Drei Männer haben sich in die Wildnis der Wälder zurückgezogen, um jeder auf seine eigene Weise in Freiheit leben zu können, jenseits gesellschaftlicher Erwartungen. Doch eines Tages kommen erst eine Fotografin und dann eine alte Dame mit einer ganz besonderen Geschichte zu ihnen und verändern ihre Lebensweise.

    Eine wundervolle Geschichte, in der fast nichts und doch unglaublich viel passiert und die viele Fragen stellt, ohne sie formulieren zu müssen. Es geht um Freiheit, um Liebe, Hoffnung und Freundschaft. Und um das Altwerden und seine Möglichkeiten. Hier wird mit großer erzählerischer Kraft aus wechselnden Perspektiven von ganz besonderen Menschen berichtet, die ungewöhnliche Leben leben.

  17. Cover des Buches Die schwedischen Gummistiefel (ISBN: 9783423217057)
    Henning Mankell

    Die schwedischen Gummistiefel

     (76)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Henning Mankell verstand es auch in diesem letzten Roman, tief in die menschliche Seele zu blicken. Mit seiner unverkennbaren Schreibkunst eine dichte, melancholische Atmosphäre zu schaffen, macht er auch diesen Nachfolger von „die italienischen Schuhe“ wieder zu einem interessanten Lese-Erlebnis.


    Die Hauptfigur Fredrik Welin, ein Arzt, der den vorzeitigen Ruhestand aufgrund eines chirurgischen Fehlers wählt, muss zusehen, wie sein Haus abbrennt und damit seine ganze Existenz zugrunde geht. Seine schwangere Tochter, die ein undurchsichtiges Leben führt, ist ihm dabei keine grosse Hilfe. Die Reflexionen über das Leben, das Altwerden, Familie und Einsamkeit verleihen der Lektüre etwas Schweres aber auch Gehaltvolles. Kann man seinen Freunden und den Menschen in der näheren Umgebung trauen? Wer meint es ehrlich und auf wessen Hilfe kann man im Notfall zählen?


    Meine Empfehlung gilt jenen Lesern, die eine unspektakuläre aber tiefgründige Handlung schätzen und den Autor von seinen anderen Büchern her kennen.

  18. Cover des Buches Der erste Tag vom Rest meines Lebens (ISBN: 9783492310192)
    Lorenzo Marone

    Der erste Tag vom Rest meines Lebens

     (48)
    Aktuelle Rezension von: Sarah31

    Er gibt sich Mühe, ein Ekel zu sein - und doch schließt man ihn schon nach den ersten Minuten ins Herz. Cesare ist 77 und zieht Bilanz. Von seinen einst hochfliegenden Träumen ist wenig aufgegangen. Seine Methode, mit den Enttäuschungen des Lebens umzugehen: Ironie und Sarkasmus. Das kommt bei seinen Mitmenschen nicht immer gut an. Bis Emma in die Nachbarwohnung zieht. Irgendetwas stimmt nicht mit ihr und ihrem Mann. Das sieht Cesare an Emmas traurigen Augen. Und plötzlich mischt sich Cesare ein. Er hat wieder Mut zu kämpfen. Für seine junge Nachbarin. Für die Liebe. Für das Glück, am Leben zu sein.

  19. Cover des Buches Abschied von Chautauqua (ISBN: 9783499234910)
    Stewart O'Nan

    Abschied von Chautauqua

     (27)
    Aktuelle Rezension von: Saphir610

    Ein altes Sommerhaus am Chautauqua See im Staat New York. Seit langer Zeit im Besitz von Emily Maxwell und ihrem Mann. Nun ist dieser gestorben und das Haus soll verkauft werden. Die ganze Familie kommt dort noch einmal zusammen. Harmonie ist allerdings anders. Emilys Tochter ist Alkoholikerin, der Sohn steht beruflich vorm Aus.

    Diese Geschichte hat mich interessiert, ich dachte an eine interessante Familiengeschichte, umrahmt von einer sommerlich, angenehmen Umgebung, neben einem gemütlichen Sommerhaus.

    Doch ich habe dann aufgegeben. Von einem Ansatz von Sommerhausatmosphäre war für mich gar nichts zu spüren. Emily kam mir zu kurz und dass da eine Form von Trauer vorhanden war, konnte ich nicht erlesen. Ich weiß auch nicht, ob Emily das Haus überhaupt verkaufen möchte, sie wirkt seltsam fremd. Ihre Kinder, mitsamt dem Nachwuchs, alle voller Probleme. Das ist an sich nicht schlimm, in einer Familie hat wohl jeder seine Probleme, aber hier war es einfach nur extrem runter ziehend. Die Personen blieben mir fremd, auch der Schreibstil konnte sie mir nicht näher bringen. Selbst das Haus wirkte ungeliebt, ist vor Jahrzehnten stehen geblieben.

    Ich habe das Buch abgebrochen, es konnte mich in keinster Weise irgendwie packen. Und Bücher, durch die ich mich nur quälen würde, lese ich dann doch nicht.

     

  20. Cover des Buches Der Alte, dem Kugeln nichts anhaben konnten (ISBN: 9783351035686)
    Daniel Friedman

    Der Alte, dem Kugeln nichts anhaben konnten

     (72)
    Aktuelle Rezension von: buchpinguin
    Buck Schatz, ehemaliger Soldat/Polizist/gelenkiger Mensch zählt stolze 87 Jahre, als ihm sein alter Armeekamerad auf dem Sterbebett ein Geheimnis anvertraut: Der Nazi-Offizier, der die beiden (vorrangig den jüdischen Buck) in einem Lager gefoltert hat, ist noch am Leben - und hat auf seiner Flucht mehrere Barren Gold mitgenommen!

    Zusammen mit seinem Enkel begibt sich Buck schließlich auf die Suche nach dem Schatz. Was wie ein harmloses Abenteuer gilt, wird bald gefährlich. Der Armeekumpel hat dieses Geheimnis nämlich auch noch seinem Schwiegersohn anvertraut, der ebenfalls fest entschlossen ist, das Gold zu bekommen. Als ob das alles noch nicht genug wäre, werden einige Leute in unmittelbarer Umgebung des Alten ermordet, was die Aufmerksamkeit eines Detektives der Mordkommission erregt...

    Das Buch ist ein absoluter Lesetipp! Der kettenrauchende Hauptprotagonist, der um keinen blöden Spruch verlegen ist, ist eine erfrischende Abwechslung zu "normalen" Romanfiguren und wirkt dabei absolut glaubhaft. Auch die weiteren Figuren des Buches sind wie aus dem Leben gegriffen, zudem ist die Handlung wundervoll ausgearbeitet, wendungsreich und fesselnd - einfach großartig!
  21. Cover des Buches Der Mann im Strom (ISBN: 9783455005806)
    Siegfried Lenz

    Der Mann im Strom

     (26)
    Aktuelle Rezension von: sleepwalker1303

    Hätten Bücher eine farbige Aura, dann wäre „Der Mann im Strom“ von Siegfried Lenz für mich grau in grau. Das 1957 erstmals erschienene Buch über den Berufstaucher Hinrichs, der außerdem alleinerziehender Vater von Timm und Lena ist, hat für mich eine durchweg bedrückende Stimmung, was es natürlich nicht zu einem schlechten Buch macht. Gegen Ende wird es unterschwellig spannend und alles in allem fand ich es unglaublich intensiv erzählt. 

    Die Geschichte an sich ist oberflächlich betrachtet einfach und vielen wohl bekannt, schließlich wurde sie auch schon zweimal verfilmt: Hinrichs macht sich in seinem Taucherpass jünger, damit er weiterhin als Bergungstaucher für Munition aus gesunkenen Kriegsschiffen arbeiten kann, sonst droht ihm weitere Arbeitslosigkeit. Parallel dazu möchte sich seine schwangere Tochter Lena abnabeln und mit ihrem Freund Manfred, einem eher halbseidenen Zeitgenossen, zusammenziehen und eine Familie gründen. 

    Das Buch ist eine gekonnte Mischung aus sozialkritischem Roman, fiktivem Zeitdokument und, in Bezug auf Lena, ein Coming-of-Age-Roman. Im Zentrum stehen Lügen, Vertrauen, Misstrauen, Enttäuschung, Not und ein klitzekleiner Hoffnungsschimmer. 

    Alle Beteiligten lernen in der kurzen Zeitspanne, in der die Geschichte spielt, viel dazu: über sich selbst, ihre Beziehungen und darüber, wem man vertrauen kann und sollte. Erzählt ist die Geschichte über das Leben in der Hamburger Arbeiterwelt nach dem 2. Weltkrieg eindrücklich, bildgewaltig und metaphernreich, dazu aber melancholisch und düster, manchmal sogar tieftraurig und hoffnungslos. Einer der wenigen Lichtblicke im Buch ist das Feuerwerk bei der Freundschaftskampagne, an dessen Ende zwei Fallschirme mit einem flackernden Leuchtband über dem See herabschweben „auf dem in bunten Buchstaben stand: DENK JEDEN ABEND ETWAS SCHÖNES!“

    Hinrichs ist für seine beiden Kinder ein liebevoller, wenn auch strenger Vater. Allerdings ist er durch seine spröde Art (er ist kein Mann großer Gesten und vieler Worte), etwas unbeholfen und durchaus mitunter überfordert („Der Mann stand neben dem Bett des Jungen, er stand unschlüssig da für einen Augenblick, aber plötzlich streckte er seine Hand aus, die große, braune, zitternde Hand, er streckte sie dem Jungen hin in lächelndem Komplizentum, und der Junge ergriff sie und begrub darin sein Gesicht.“). Er möchte die Kinder beschützen und versorgen, ein liebevoller Umgang ist ihnen aber nicht gegeben. Er ist der Patriarch der Familie, er sagt, wo es lang geht. Er gibt die Richtung des Stroms vor, selbst schwimmt er aber gerne dagegen und bricht Regeln, deren Einhaltung er von anderen einfordert. 

    Nach „So zärtlich war Suleyken“ und „Deutschstunde“ war es seit vielen Jahren das erste Buch von Siegfried Lenz, das ich gelesen habe. Aber ich weiß jetzt wieder, was mich schon vor 20 Jahren so an ihm begeistert hat: seine Fähigkeit, mit mageren Worten greifbare und plastische Bilder zu zeichnen und mit ruhiger und unaufgeregter Erzählung eine Welt zu schaffen, die den Leser in ihren Bann zieht, oder, um im Bild des Titels zu bleiben: in einen Strom mitreißt und bis zum Schluss und darüber hinaus nicht loslässt. Nicht jeder kann eine so deprimierende und melancholische Geschichte so „schön“ erzählen. Von mir eine ganz klare Lese-Empfehlung und 5 Sterne.   

  22. Cover des Buches Betrunkene Bäume (ISBN: 9783548290508)
    Ada Dorian

    Betrunkene Bäume

     (104)
    Aktuelle Rezension von: Forti

    Das Buch startet in Sibirien, schätzungsweise irgendwann in den 1960'er Jahren. Weiter geht es dann in Berlin im 21. Jahrhundert. Dort spielt sich die Handlung dann größtenteils ab – irgendwie hatte ich mehr Wechsel zwischen den Zeitebenen erwartet, vielleicht mein Fehler. Die beiden Zeitstränge sind durch Erich verbunden – einem Baumliebhaber und -forscher. Das Thema Bäume fand ich interessant behandelt. Das hätte gerne noch vertieft werden können, denn die Geschichte in der Gegenwart mit Katharina fand ich nicht so überzeugend. Auch die angekündigte Freundschaftsgeschichte zwischen Katharina und Erich wurde etwas kurz abgehandelt. Was das Buch aber schafft (soweit ich das beurteilen kann): das Altern ehrlich zu beschreiben.

    Erzählt ist das Buch in einer sehr klaren, schnörkellosen Sprache. Vielleicht auch dadurch erinnerten mich die Passagen über Katharina manchmal an ein Jugendbuch (was nicht schlimm ist).

    Auf garkeinen Fall ein schlechtes Buch, aber auch nicht herausragend. Vielleicht wurde hier einfach zu viel zusammen gemischt.

  23. Cover des Buches Das zweite Leben des Monsieur Moustier (ISBN: 9783458363200)
    Aude Le Corff

    Das zweite Leben des Monsieur Moustier

     (32)
    Aktuelle Rezension von: CocuriRuby

    Die Protagonistin hat keinen Name (bzw. man erfährt ihn nicht)  – da sie den gleichen Beruf und Geburtsort wie die Autorin hat (Tokio), bekommt man das Gefühl, die Autorin schreibt über sich selbst (was soweit ich weiß nicht der Fall ist).

    Gleich mal vorweg gesagt, das Buch ist schrecklich langweilig. Es ist nicht unbedingt schlecht…aber eben langweilig.

    Der Schreibstil ist einfach und nicht unangenehm, aber er hatte für mich auch keinen besonderen Charme oder andere Besonderheiten.

    Es geht sehr viel – eigentlich ausschließlich – um die Vergangenheit. Die Vergangenheit und schlechte Kindheit der Protagonistin und den ungeklärten Vaterkomplex. Sowie um die Vergangenheit des alten Mannes (Moustier), dessen Kindheit und seine Vergangenheit als schlechter Vater.

    Buhu, jeder Mensch hatte schlimme Erlebnisse in der Kindheit bzw. Familie.

    Hinzu kommt auch noch die Problematik des zweiten Weltkrieges – einer Zeit die der alte Mann noch mitbekommen hat und seine Kindheit geprägt hat und alte Berichte, die in dem Buch vorkommen.

    Damit kriegt mich niemand hinter dem Kamin hervorgeholt. Im Gegenteil, damit treibt man mich dahinter.

    Es blieb ein großer bestand zwischen mir und der Geschichte, sie hat mich nicht berührt, noch nicht einmal unterhalten.

    Die Charaktere blieben mir ebenfalls fern. Ich konnte keinerlei Verbindung zu ihnen aufbauen.

    Gerade diese ständigen Selbstzweifel und Selbstvorwürfe, fand ich auf Dauer anstrengend und schwarzmalerisch. Dem gesamten Buch haftet etwas Schwarzmalerisches oder melancholischen an. Hinten raus wird der Geschichte etwas vermutlich Hoffnungsvolles reingedrückt, das hat für mich das Buch aber auch nicht mehr gerettet, geschweige denn mich berührt.

    Letztendlich geht es im ganzen Buch um den verzweifelten Kampf nach Anerkennung und/oder Nähe. Das alleine reicht mir aber nicht. Das ist ein Buch bei dem ich damit gerechnet hätte, dass es ein Buch der 90er ist (Thema und Gestaltung/Ausarbeitung). Warum man sowas noch 2016 schreibt, ist mir vollkommen schleierhaft.

     

    Fazit

    Ich hatte etwas vollkommen anderes von dem Buch erwartet. Es ist kein schlechtes Buch, aber ich fand es unfassbar langweilig und kein bisschen berührend, wie es einen eigentlich versprochen wird.

  24. Cover des Buches Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor (ISBN: 9783827053978)
    Martin Baltscheit

    Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Kinderbuchkiste

    Es gibt die unterschiedlichsten Ansätze Kindern das Thema Demenz in Bilderbuchgeschichten näher zu bringen. Mal sind es Geschichten über Menschen, mal über Tiere. Mal wird über Krankheit gesprochen, mal über das Vergessen.  

    Martin Baltscheit erzählt in dieser preisgekrönten Geschichte vom Fuchs, der seinen Verstand verlor,  sehr einfühlsam aber auch realistisch, um nicht zu sagen schonungslos, wie sich das Vergessen äußert und was für Folgen das für das Leben des Fuchs bedeutet.

    Bei aller Tragik gelingt es ihm seine kleinen Leser mit einem positiven, fast schon hoffnungsvollem Ende aus der Geschichte zu führen.

    Bevor der Fuchs mit dem Vergessen kämpft ist er ein kluger Kopf, der alles weiß was ein Fuchs wissen muss und sein Wissen gibt er gern an die kleinen Füchse weiter. 

    Was sie von ihm lernen, und was ein Fuchs wissen muss um relativ gefahrlos durchs Leben zu wandern, das erfahren wir im ersten Teil der Geschichte. Der Fuchs lebt sein Leben und ist felsenfest der Ansicht, dass man nur lange leben kann wenn man alles weiß. So wird er langsam alt und mit dem Alter auch etwas vergesslich. Zuerst vergisst er nur die Wochentage , dann was er grade machen wollte, oder den Geburtstag eines Freundes. Das war noch nicht weiter schlimm, man ist ja schon mal etwas zerstreut oder abgelenkt und vergisst Dinge, doch das Vergessen nimmt mit der Zeit immer mehr Raum und Ausmaße ein. Er fand den Weg nach Hause nicht, vergaß das Jagen oder machte verrückte Dinge, die er sonst nicht machte. Und dann hatte er plötzlich auch vergessen, das er ein Fuchs war und das wurde gefährlich denn die Hunde jagten ihn. Nur mit viel Glück aber leider auch Blessuren konnte er sich vor der Meute retten. Die kleinen Füchse, denen er alles beigebracht hatte, was Füchse wissen mussten um ein langes Leben zu leben, fanden ihn, nahmen sich ihm an und umsorgten ihn. Ein Fuchs, der seinen Verstand verloren hatte, konnte Hühnern und Gänsen nicht mehr gefährlich werden, das sprach sich schnell rum. Einige machten sich über ihn lustig aber das bekam er nicht mit. 

    Er lebte in seiner Welt. Begleitet wird die Geschichte von einfachen, fokussierenden Bildern, die ganz fantastisch das Vergessen visualisieren und auch Textelemente grafisch eingebunden sind. Ja, es gibt die Illustrationen, die vielleicht das ein oder andere Kind erschrecken könnten. Beim Vorlesen in der Gruppe kann man diese eventuell einfach nicht zeigen. Eigentlich ist es nur ein Bild. Erfahrungsgemäß reagieren die Kinder aber ohne Angst. Es sind mehr die Erwachsenen, die meinen, Kinder würden sich fürchten. Nicht ohne Grund ist dieses Bilderbuch aus der Feder von Martin Baltscheit eines der bekanntesten Bilderbücher zum Thema Demenz und war ein absoluter Vorreiter in diesem Bereich. Es begleitet uns seit vielen Jahren und wird gern gelesen. 

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks