Bücher mit dem Tag "altenpflege"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "altenpflege" gekennzeichnet haben.

58 Bücher

  1. Cover des Buches Wenn ich wiederkomme (ISBN: 9783257071702)
    Marco Balzano

    Wenn ich wiederkomme

     (168)
    Aktuelle Rezension von: buecherhaii

    Ein Buch was eigener nicht sein kann. Vom Erzählstil her, con der Geschichte her. Man merkt wie sehr Pfleger aus anderen Ländern in die „reichen“ reisen & hoffen ein besseres Leben zu haben.. für sich und ihre Kinder. Es ist traurig mit anzuhören wie schwer manche für ein Minimum schuften müssen und wie viel sie zurück lassen. Das Buch öffnet mir sehr die Augen. 

  2. Cover des Buches Dolores (ISBN: 9783453435766)
    Stephen King

    Dolores

     (625)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    Dolores St. George (damals mit dem Namen des Göttergatten) redet sich im Polizeirevier in East Head auf Little Tall Island ihr ganzes Leben von der Seele, wunderschön dargestellt als Monolog, dabei nur auf einzelne Zwischenfragen eingehend. Nein, mit dem Tod der sie triezenden alten umnebelten Missus Donovan, für die sie jahrzentelang als Haushälterin arbeitete, habe sie nichts zu tun, auch wenn einige Hinweise darauf hindeuteten. Aber ihren Mann habe sie damals beseitigt, das gibt sie gleich zu Beginn unumwunden zu. Im Rückblick entsteht das Porträt einer bienenfleißigen Frau mit dem Herz am rechten Fleck, die mit recht von sich behauptet, alles was sie tat, aus Liebe getan zu haben. Die Verfilmung läuft ab und zu auf Kabel Eins, übrigens der zweite gute Film mit Kathy Bates neben "Misery", Marshal Eriksen!

  3. Cover des Buches Zusammen ist man weniger allein (ISBN: 9783570197134)
    Anna Gavalda

    Zusammen ist man weniger allein

     (3.319)
    Aktuelle Rezension von: Zahn-Fee

    Ein interessantes Buch mit besonderen Protagonisten, welche sich im Zusammenleben mit all ihren verschiedenen Charakteren und  Eigenarten doch irgendwie ergänzen. Herzerwärmend, wie diese Menschen schliesslich den Weg aus ihrer Einsamkeit finden. Ausserdem eine Hommage an Paris, diese Stadt kann ich mir nun recht gut vorstellen, obwohl ich noch nie dort war. Eine schöne Lektüre, ich habe mich keine Sekunde gelangweilt.


  4. Cover des Buches Deiner Seele Grab (ISBN: 9783548611242)
    Inge Löhnig

    Deiner Seele Grab

     (148)
    Aktuelle Rezension von: julestodo

    in diesem Buch wird eine alte Dame tot aufgefunden, im Tod drapiert mit Apfel und Trauben.

    Tino beschäftigt sich mit der Symbolik dieser Inzenierung und sieht die entsprechenden Schlüsse daraus. Aber ist er auf dem richtigen Weg?

    Bitte selber lesen, ich will die Spannung nicht verderben!

    Gewohnt flüssiger Schreibstil von Inge Löhnig macht das Buch zu einem Lesegenuss!

  5. Cover des Buches Sinfonie des Himmels (ISBN: 9783865917485)
    Chris Fabry

    Sinfonie des Himmels

     (45)
    Aktuelle Rezension von: gst
    Billy hatte es nicht leicht im Leben. Zu viele Prüfungen (Verlust des großen Bruders, Verlust der Heimat nach einer Flut, früher Verlust des Vaters) prägten sein Leben. Wer hätte gedacht, dass gerade er einen Engel als Schutz an seiner Seite hatte?

    Chris Fabry hat einen sehr emotionalen Roman geschrieben, der sich nicht nur leicht lesen lässt, sondern auch zum Nachdenken anregt. „Kämpfen bedeutet, dass Gott einem hilft, einen Schritt weiter zu gehen, wenn man denkt, dass kein Schritt mehr möglich ist“ (Seite 136), sagt Billy auf der Beerdigung seiner Mutter, die er durch eine sehr schwere Zeit begleitete. Dem Autor ist es gelungen, Schuld und Unrecht zu relativieren, indem er Billy mit einem unwahrscheinlichen Gottvertrauen ausrüstete. Mit Hinweisen auf diverse Bibelstellen stellt er eine nachvollziehbare Verbindung zwischen dem Wort und der Realität her und erreicht so ein besseres Verständnis für das Buch der Bücher.

    Dieser Roman, der in drei Teile und 34 Kapitel aufgeteilt ist, nimmt zum Ende hin eine ungeahnte Wendung. Doch zuvor erlebt der Leser fast kopfschüttelnd, dass Billy die von seinem Vater geerbte Mandoline verkauft. Dabei hat er ein besonderes Talent, damit umzugehen. „Musik hat etwas an sich, das die toten Winkel unserer Seele ausfüllt. Sie ist ein Geschenk von Gott. Er hat sie erfunden, weil er wohl der Meinung war, dass das Leben ohne Musik nur halb so schön wäre.“ (Seite 340)

    Das Buch basiert übrigens auf einer wahren Geschichte, die dem Autor zugetragen wurde. 
  6. Cover des Buches Die Magie der letzten Wünsche (German Edition) (ISBN: B075CNGYN6)
    Emma Peony

    Die Magie der letzten Wünsche (German Edition)

     (23)
    Aktuelle Rezension von: AnniHops

    Kilian kann machen was er will, aber er verliert trotzdem ein Job nach dem anderen. Nun hat er eine weitere Chance einem Job in der Küche, einer Seniorenresidenz. Und wie durch ein Wunder freundet er sich mit den Bewohnern der Residenz an und nach einiger Zeit vertrauen die Menschen ihm ihre letzten Wünsche an. Doch dann stirbt einer seiner besten Freunde in der Residenz und es wirft Kilian aus der Bahn, zum Glück holt ihn Albrecht zurück auf den Boden der Tatsachen. Heinrichs letzter Wunsch hat mit Lea seiner wunderschönen Enkelin zu tun und Kilian möchte, dass alles perfekt wird. Kann das gut gehen? Und wird Lea, der letzte Wunsch von ihrem Großvater gefallen?

    Cover

    Das Cover zeigt Maggy, das Moped von Kilian und sein ganzer Stolz. Der Hintergrund wirkt verträumt. Die Farben sind so strahlend und positiv und dazu die Schmetterlinge, es ist einfach nur schön <3


    Fazit

    Am Anfang hatte ich kurzzeitig Schwierigkeiten mich einzulesen, aber das verging schnell. Kilian ist eher ruhig und schüchtern, aber er blüht in seiner Arbeit richtig auf. Er nimmt sich die Zeit für die Senioren, hört ihnen zu und ist einfach nur für sie da. Das ist für manche schon viel Wert, von daher wundert es mich nicht, dass er sich schnell mit den Mitbewohnern anfreundet und sie ihm sogar ihre letzten Wünsche überreichen. Die Beschreibungen von den Senioren sind einfach nur super, jeder hat eine eigene Art und das ist so schön, da keiner wie der andere ist. Und nur weil sie alt sind heißt es nicht, dass sie ab nun alle gleich sein müssen. Es ist alles in allem ein wirklich schönes Buch.


    Bewertung (Sterne)

    Das Buch bekommt 5 Sterne von mir.






  7. Cover des Buches Das Heim (ISBN: 9783596703777)
    Mats Strandberg

    Das Heim

     (85)
    Aktuelle Rezension von: sleepwalker1303

    Zwanzig Jahre ist es her, dass Joel, Protagonist in Mats Strandbergs Roman „Das Heim“, zu Hause war. Jetzt ist er in das westschwedische Städtchen gekommen, um seine demenzkranke Mutter Monika zu pflegen. Als sich ihr Zustand rapide verschlechtert, besorgt er ihr einen Platz im Seniorenwohnheim „Nebelfenn“, wo sich die Ereignisse nach und nach überschlagen und das Buch von einer tragischen Familiengeschichte schnell zu einem Horror-Roman wird. Denn Monika scheint immer weniger sie selbst zu sein. Aber wer ist sie, wenn sie nicht sie selbst ist? Ist es ihre Krankheit, die sie so „seltsam“ werden lässt? Und wieso weiß sie Dinge, die sie eigentlich gar nicht wissen kann?

    Der Autor erzählt die Geschichte alternierend aus den Perspektiven von Joel und seiner Jugendfreundin Nina, die als Pflegekraft im Seniorenheim arbeitet. Die beiden hatten ebenfalls 20 Jahre lang keinen Kontakt, nachdem Nina eine gemeinsame Musikkarierre zugunsten eines bürgerlichen Lebens aufgegeben hatte. Joel versuchte es alleine, rutschte in eine Drogensucht und scheiterte in jeder Hinsicht. Trotz ihrer Differenzen stellt sich zwischen ihnen schnell wieder eine Vertrautheit ein.

    Die erste Hälfte des Buchs ist langsam, fast träge erzählt. Der Autor beschreibt Monikas Umzug ins Heim und ihre neuen Mitbewohner:innen. Aber dann wird die Geschichte packend, spannend und enorm gruselig. Vor allem der immer wieder auftauchende „Fettfleck“, der sich durch das ganze Buch zieht, erinnerte mich an „Das verräterische Herz“ von Edgar Allan Poe und steigerte bei mir den Gruselfaktor enorm.

    Und abgesehen vom Grusel-Element ist das Buch für mich sehr realistisch. Die Demenz der Heimbewohner hat der Autor treffend beschrieben, ebenso die teilweise Überforderung der Angestellten. Ihre Arbeit ist auch ohne einen Dämon eine stetige Herausforderung. Joel kämpft gegen seine eigenen Dämonen: seine Sucht (auch wenn er sechs Jahre clean ist, hat er oft das Verlangen danach), seinen Bruder Björn, der ihm die ganze Arbeit alles überlässt, weil er meint, Joel sei es der Mutter schuldig und noch dazu sein schlechtes Gewissen, weil er die Mutter im Heim „abgeliefert hat“.

    Ich finde das Setting und die Protagonisten sehr gut ausgearbeitet. Die Charaktere sind gut in ihren Stärken und Schwächen gut und vielschichtig beschrieben. Auch sprachlich fand ich das Buch gut, es ist sehr flott zu lesen und bis auf wenige holprige Stellen ist es auch sehr gut übersetzt. Die „Zwischenkapitel“, die mit „Nebelfenn“, also dem Namen des Seniorenheims überschrieben sind, beschreiben das Leben im Heim und die dort lebenden Personen näher und geben einerseits einen tiefen Einblick in das Leben mit Demenz, andererseits zeigen sie, wie das vorher friedliche Leben im Heim angespannter und zunehmend ungemütlich wird. Der Horror des Dämons war für mich ebenso greifbar wie die Verzweiflung, mit der die 95jährige Wiborg immer wieder versucht, ihre schon lange verstorbenen Eltern anzurufen. 

    Das Buch war daher für mich auf mehreren Ebenen eine unbehagliche, aber lohnende Lektüre. Einerseits, weil das Horror-Element gut ausgearbeitet ist, andererseits sind die Elemente Demenz, Ausgeliefertsein, Einsamkeit hervorragend damit verflochten. Eingesperrt sein ist ein sehr zentrales Element. Die Menschen sind physisch im Heim mehr oder weniger eingesperrt, die Haustüren sind nur mit Codekarten zu öffnen. Sie sind aber auch irgendwie in sich selbst eingesperrt, denn ihre Erinnerungen und das, was einmal ihre Identität ausmachte, schwinden. Aber auch Joel ist in seinem Leben und seinen Schuldgefühlen gefangen, ebenso wie Nina in ihrer Ehe.  

    Der Roman ist düster und hintergründig. Der Verfall, der mit der Demenz einhergeht, die klaustrophobische Atmosphäre im Heim, ein bisschen Rassismus, Überforderung und Überlastung von Pflegepersonal – das alles macht die bedrückende, ergreifende Stimmung aus, die der Autor stets eher subtil und leise erschafft. Wer das mag, ist mit dem Buch hervorragend bedient. Von mir 5 Sterne.

  8. Cover des Buches Der alte König in seinem Exil (ISBN: 9783423253505)
    Arno Geiger

    Der alte König in seinem Exil

     (344)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Arno Geiger beschreibt eindringlich und nah das Verhältnis zu seinem dementen Vater. Voller Würde und Nachsicht entdeckt er auch den Gewinn, den die Erkrankung ihm und seiner Vater-Sohn Beziehung zuspielt. Mutig und ehrlich, voller wunderbarer Erzählkraft. Lesenswert.

  9. Cover des Buches Ehrenwort (ISBN: 9783257240955)
    Ingrid Noll

    Ehrenwort

     (107)
    Aktuelle Rezension von: Azalee

    „Ehrenwort“ war mein zweites Buch von Ingrid Noll und wird bestimmt nicht mein letztes von ihr sein. Die Autorin versteht sich darauf, auf eine lockere Art über den Tod und das Alter zu schreiben. Statt Beklemmung fühlt man in ihren Büchern eher Belustigung.

    In „Ehrenwort“ leben drei Generationen unter einem Dach. Opa xx, sein Sohn Harald mit Ehefrau Petra und Enkel Max. Alle verfolgen ihr eigenes Ziel und kommen sich dabei immer wieder gegenseitig in die Quere. Schön zu sehen, war wie sich die Dynamik zwischen den einzelnen Figuren entwickelt – vor allem durch die Geheimnisse, die im Lauf des Buches ans Licht kommen und die weiteren Handlungen beeinflussen.

    Die Handlung selbst war stellenweise recht vorhersehbar. Während der Anfang noch Schlag auf Schlag ging, gab es im Mittelteil einen Durchhänger, nur damit es gegen Ende wieder spannender wurde. Vieles konnte ich mir erschließen, aber das Ende selbst hat mich dann doch ein wenig (positiv) überrascht.

    Allerdings lebt das Buch auch weniger von der Handlung, sondern viel mehr von den Figuren und der bereits erwähnten Dynamik zwischen ihnen. Erzählt wird meist aus der Er-Perspektive von Max. Immer wieder wechselt der der Erzähler aber zu einer anderen Person. Dadurch erfährt man deren Geheimnisse und erhält Hintergrundwissen über die Geschichte. Zugleich kann man auf diese Weise so manchen Handlungsverlauf bereits erahnen. Zunächst habe ich die Perspektivwechsel als etwas störend empfunden, mich aber rasch daran gewöhnt und sie zu schätzen gelernt. Allesamt sind die Figuren gut gezeichnet und waren in ihren Handlungen nachvollziehbar. Auch ihre Entwicklung war nachvollziehbar.

    Der Schreibstil selbst ist eher neutral, was in Kontrast zu dem emotionalen Handeln der Figuren steht. Schön fand ich, dass Ingrid Noll, hier einen Bezug zu Büchern einbringt. Mutter Petra arbeitet in einer Buchhandlung, der Opa wirft immer wieder mit lateinischen Zitaten um sich. Dieses kleine Extra hat das Buch auf angenehme Weise ergänzt.

    Insgesamt ist „Ehrenwort“ ein Buch, dessen Lektüre mich trotz des schwierig wirkenden Themas amüsiert hat. Die Entwicklung der Figuren und ihrer Beziehungen war interessant zu verfolgen, sodass ich auch über die nicht allzu spektakuläre Handlung hinwegsehen konnte.

  10. Cover des Buches Nichts wie es war (ISBN: 9783934327276)
    Kathrin Heinrichs

    Nichts wie es war

     (16)
    Aktuelle Rezension von: ech
    Der 77-jährige Anton ist entsetzt, als er erfährt, das sein bester Freund Hannes, der an Demenz erkrankt ist, seine polnische Pflegerin ermordet haben soll. Wild entschlossen macht er sich daran, die Wahrheit herauszufinden. Da er aber nach einem Schlaganfall selbst auf Hilfe angewiesen ist, wird seine neue Pflegerin Zofia, die ebenfalls aus Polen stammt, kurzerhand in die Ermittlungen eingespannt. Und so begibt sich das ungleiche Paar auf Mörderjagd im Sauerland.

    Kathrin Heinrichs hat hier einen äußerst gelungener Kriminalroman vorgelegt, der neben einer gut konstruierten Geschichte und einem flotten und flüssigen Schreibstil vor allem aber durch seine wunderbar gezeichneten Charaktere überzeugen kann.
    Anton und Zofia sind ein wahres Dreamteam, sie harmonieren prächtig und strahlen beide so viel Wärme aus, das man sie einfach gernhaben muss und auch in Gefahrensituationen förmlich mit ihnen mitfiebert.
    Die anderen Charaktere des Buches haben es gegenüber diesen beiden Protagonisten dann doch ziemlich schwer, lediglich Antons Sohn, dem Polizisten Thomas, gelingt es im Laufe des Buches an Statur zuzulegen, er entwickelt sich zu einer gelungenen Ergänzung zu den beiden Hobbydetektiven.

    Ein Krimi mit Ermittlern, von denen man sehr gerne lesen möchte.
  11. Cover des Buches Kein Feuer kann brennen so heiß (ISBN: 9783257071153)
    Ingrid Noll

    Kein Feuer kann brennen so heiß

     (25)
    Aktuelle Rezension von: Jollymare

    Lorena ist die sagenumwobene "Perle" des Hauses. Sie umsorgt die betagte Pflegeperson. Arrangiert sich mit den Hilfskräften, Masseuren und nicht zuletzt mit dem erbschleichenden Neffen. Ein Krimi mit Finesse und einer gehörigen Priese schwarzen Humor. Seit langem wieder ein bitterböser Ingrid Noll Roman. Das hatten wir seit der "Apothekerin" vermisst.

  12. Cover des Buches Um 180 Grad (ISBN: 9783825152376)
    Julia C. Werner

    Um 180 Grad

     (26)
    Aktuelle Rezension von: Seelensplitter

    Meine Meinung zum Jugendbuch:

    Um 180 Grad


    Inhalt in meinen Worten:

    Hi mein Name ist Lennard, und eigentlich wäre ich jetzt nicht hier, wenn du nicht mein Buch in die Hand nehmen würdest aber ich muss dir eine Geschichte erzählen. Meine Geschichte. Aber Achtung ich bin kein Held! Im Gegenteil. Dank einer dummen Tat meiner Freunde und mir musste ich in einem Altenheim Lesepate spielen, darauf hatte ich jetzt weniger Lust, auch wenn ich das Graffiti sprüte meine Eltern verlangen das ich es zurück gebe das Geld, was sie einsetzen mussten, hab ich einfach keinen Nerv auf Altenheim und alten Menschen zu begegnen, doch irgendwie stellte ich mir das alles schwerer vor als es war, denn ich traf auf eine wirklich besondere alte Dame. Sie wurde sogar eine Freundin und nach und nach erfuhr ich ihre Geschichte. Denn sie trägt eine Nummer auf dem Arm und musste schon recht früh vieles verlieren. Warum das so ist? Na am besten lest ihr euch meine Geschichte durch, aber Achtung, es könnte sein, das ihr die alte Dame auch in euer Herz schließt.


    Wie ich das Gelesene empfinde:

    WOW! Dieses Buch ist ein besonderes Buch. Denn es hat mich deutlich herausgefordert dann aber auch irre beschäftigt und auch noch sehr bewegt und am Ende als ich das Buch zumachte war ich einerseits ziemlich traurig, andererseits musste ich lächeln wie Lennard sich während der Geschichte verändert hat. 


    Themen im Buch:

    In diesem Buch steckt so vieles. Nicht nur der erhobene Zeigefinger, wobei der am Anfang deutlich sichtbar war, dann aber auch noch die Geschichte einer alten Frau, die ihr Lächeln nicht verloren hat und dabei Lennard eine gute Freundin wurde, dann geht es aber auch um Verlust, und wie hart der Holocaust zum Zweiten Weltkrieg war. Es geht aber auch um die erste Liebe, um den Tod und darum wie man aus Fehlern wieder heraus kommen kann, auch wenn man dafür aufkommen muss. 

    Gesamt ein tolles Paket.


    Charaktere:

    Für mich ist Lennard anfangs nervig, denn er lässt seinem Unmut wirklich Luft, aber nach und nach wird er mir vertrauter und ich schätze ihn wert, und freue mich schon darüber was er mit der alten Dame erleben wird, am meisten mitgeweint habe ich, als die alte Dame eine Reise tätigte, aber auch wie Sie für sich kämpfte und nicht wollte, das mit ihr etwas gemacht wird. Das hat mich wirklich berührt. 

    Ansonsten gibt es noch eine echt coole Schwester im Heim, die braucht einfach jedes Heim. Doch meistens sind die Altenpfleger*innen überfordert und wollen nur schnell und hektisch alles schaffen, das zeigt das Buch auch wirklich gut auf. Es gibt aber auch die kostbaren Perlen, die man auch in diesem Buch kennenlernen darf.

    Dann gibt es noch ein besonderes Mädchen wo Lennard kennenlernt. 

    Gesamt sind es realistische und tolle Charaktere im Buch.


    Spannung:

    Anfangs tat ich mich etwas schwer um mich auf das Buch einzulassen, was einerseits am Schreibstil lag, aber auch weil ich mich auf das Buch einstellen musste, als mir das aber gelang war ich wirklich richtig in der Geschichte und war auch richtig begeistert davon. Die Spannung ist eher die Lebensgeschichte von der alten Dame. 


    Empfehlung:

    Dieses Buch ist sehr realistisch dargestellt und die Geschichte berührt mich intensiv auch im Nachgang, jedoch musste ich mich ganz bewusst auf die Geschichte am Anfang einlassen aber es lohnte sich. Gut finde ich, das ein Thema das schon etwas her ist, in diesem Jugendbuch so einen Stellenwert erhalten hat. Es wird klar das der Holocaust eine Rolle spielt, aber doch auf eine sehr angenehme Art und so das es ziemlich nah an das Leserherz getragen wird. 


    Bewertung:

    Der Geschichte von Lennard gebe ich fünf Sterne und auch wenn der Anfang etwas holperig war, so war sie intensiv und brachte mein Herz zum schlagen, jedoch das ich mich von Lennard am Ende wieder lösen musste, das war nicht ganz so leicht. Deswegen gibt es klare fünf Sterne. 

  13. Cover des Buches Blutengel (ISBN: 9783442474110)
    Michael Koglin

    Blutengel

     (59)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Ich war ja schon begeistert von den Vorgänger-Büchern des Autors. "Blutengel" ist wieder sehr spannend und brutal! Konnte das Buch kaum aus der Hand legen und habe es an einem Abend gelesen!! Wer  "grausigen und blutrünstigen" Thriller gerne liest, ist hier bestens aufgehoben. Chronologisch müssen die Bücher nicht gelesen werden.
  14. Cover des Buches Nachts, wenn der Tiger kommt (ISBN: 9783421046079)
    Fiona McFarlane

    Nachts, wenn der Tiger kommt

     (34)
    Aktuelle Rezension von: Herbstrose

    Seit fünf Jahren schon, seit dem Tod ihres Mannes Harry, lebt die 75jährige Ruth allein in dem abgeschiedenen Haus in den Dünen am Meer. Mit ihren beiden Söhnen hat sie nur telefonisch Kontakt, sie führen weit weg ihr eigenes Leben - Jeff in Sydney und Phil in Hongkong. Bisher konnte sie alles noch ganz gut allein bewältigen, doch in letzter Zeit fühlt sich Ruth sehr einsam. Die Arbeit wird immer mühsamer, das Gedächtnis lässt sie öfters im Stich und neben den Schlafstörungen sind es die nächtlichen Geräusche, die sie nicht zu identifizieren vermag. Sind es Schritte? Ist es der Wind? Oder ist es gar ein Tiger, der durchs Wohnzimmer schleicht? Ruth ist mehr und mehr verunsichert. Da kommt Frida nicht ungelegen, die eines Morgens vor der Tür steht - vom Staat geschickt, wie sie sagt - um sich um Ruth und den Haushalt zu kümmern. Zunächst ist Ruth froh über Fridas Fürsorge, doch bald fühlt sie sich bevormundet und kontrolliert. Nach dem Besuch eines Jugendfreundes verändert sich Ruth dramatisch. Sie verliert immer mehr den Bezug zur Realität und Frida übernimmt vollends das Kommando …

    Die Autorin Fiona McFarlane wurde in Sydney geboren, studierte an der dortigen Universität und promovierte an der University of Cambridge. Sie schrieb Kurzgeschichten, die in einigen namhaften Zeitschriften veröffentlicht wurden. „Nachts, wenn der Tiger kommt“ ist ihr erster Roman. Er erschien 2013 unter dem englischen Titel „The Night Guest“ und wurde inzwischen in 19 Ländern und 15 Sprachen publiziert. 2014 wurde Fiona McFarlane als die beste Australische Nachwuchsautorin ausgezeichnet.

    Erstaunlich, wie einfühlsam die junge Autorin die Thematik des Alterns, der Einsamkeit und des Verwirrtseins behandelt. Sehr real empfindet man die Übergänge zwischen Wirklichkeit und Wahnvorstellung und ertappt sich als Leser des Öfteren dabei, an seinem eigenen Verstand zu zweifeln. Man ist mit seiner Sympathie voll und ganz bei Ruth und leidet mit ihr, wie sie langsam von der Realität in einen Dämmerzustand abgleitet, der nur noch ab und zu von Versuchen des Aufbegehrens und der Selbstbestimmung unterbrochen wird. Gute Gefühle kann man aber auch Frida entgegenbringen. Es ist schon bemerkenswert, mit welcher Tatkraft und Aufopferung sie den Haushalt wieder in Schuss bringt und mit welch stoischer Ruhe sie Ruths Eigenheiten erträgt. Auch wenn von Anfang an klar ist, dass mit Frida etwas nicht stimmen kann, entbehrt das Buch nicht einer gewissen Spannung. Man ahnt, dass die Geschichte nicht gut ausgehen kann, hofft aber dennoch auf ein gutes Ende.

    Der Schreibstil der Autorin ist von beeindruckender Intensität, flüssig, gut verständlich und gelegentlich leicht ironisch. Sehr gut und außergewöhnlich lebendig sind die Protagonisten heraus gearbeitet. Die doch so gegensätzlichen Charaktere der beiden Frauen ergänzen sich großartig. Die detailgetreue Beschreibung des einsam gelegenen Hauses in den Dünen, des Meeres und des sonnendurchfluteten Strandes wirkt sehr authentisch und bringt eine gewisse Leichtigkeit in die sonst eher bedrückende Atmosphäre.

    Fazit: Ein großartiger Roman, der den Leser in seinen Bann zieht und ihn am Schluss sehr nachdenklich zurück lässt.
  15. Cover des Buches Ziemlich beste Freunde (ISBN: 9783596196036)
    Philippe Pozzo di Borgo

    Ziemlich beste Freunde

     (323)
    Aktuelle Rezension von: de_best_from_de_universum

    Meine Meinung:

    Ich finde das Buchcover nicht so gut, denn es ist einfach gemacht.

    Das Buch „Ziemlich beste Freunde“ war spannend. Ich habe dieses Buch von der Schule lesen müssen, aber es war bis jetzt das beste von der Schule. Wir sahen dann noch denn Film. Bei dem Film fande ich es nicht so gut, dass manche Teile nicht vor kamen wie im Buch. Manche Schauspieler hatten im Film einen anderen Namen als im Buch. Der Charakter von Abdel finde ich gut, aber manchmal auch nicht, denn er ist manchmal zu frech.

    Fazit:

    Es ist das beste Buch, das ich in der Schule lesen musste.

  16. Cover des Buches Die Frau Müller hat mir schon wieder die Zähne geklaut! (ISBN: 9783453603363)
    Stefanie Mann

    Die Frau Müller hat mir schon wieder die Zähne geklaut!

     (18)
    Aktuelle Rezension von: evafl

    Steffi ist Altenpflegerin und gibt einen schönen Einblick in ihren Beruf, den sie liebt – und stellt „ihre Alten“ ebenso vor, die sie im Heim betreut. Es gibt jedoch auch Tage, da möchte sie sich am Liebsten vor den Rollator werfen, eben wenn mal wieder jemand das Gebiss versteckt hat, Bewohner versuchen den Weihnachtsbaumschmuck zu essen – oder eben ähnlichen Dingen, die im täglichen Leben durchaus vorkommen. Sie schildert all dies in einer sehr direkten Art und Weise, man merkt aber auch, dass sie das Herz am rechten Fleck sitzen hat. (Stefanie Mann heißt nicht wirklich so, sondern hat sich diesen Namen als Pseudonym zugelegt. Ihre Arbeitsstätte ist auch nicht die Frankenruh, wie im Buch geschildert, auch sind die einzelnen Personen nicht so direkt vorgekommen, sondern aus einer Sammlung von Personen und Ereignissen aus ihrer Zeit in Altenheimen "entstanden".)

    Ich hatte schon eine grobe Ahnung, was mich da beim Lesen wohl so erwartet, und so bin ich mit gemischten Gefühlen rangegangen. Eben einerseits weil ich selbst eine gewisse Erfahrung im Umgang mit dem Altenheim sowie gerade Dementen und alten Menschen gemacht habe, andererseits weil es mich emotional doch auch sehr packen könnte - was das Buch auch durchaus gemacht hat - aber durchaus eben im positiven Sinn.

    Die Schilderungen von "Schwester Steffi" sind soweit alle sehr nachvollziehbar, ich fand es vom Sprach- und Lesestil her sehr gut geschrieben, keine großartigen Schachtelsätze, spezielle Begriffe werden im Glossar ganz hinten im Buch noch einmal erklärt. (Wobei die Begriffe sich auch schon im Kontext erschließen lassen und auch da oftmals schon kurz und verständlich erklärt werden.) Von der Sprache her kommt "Steffi", die das Buch ja wohl nicht selbst geschrieben hat, sondern "lediglich" die Erfahrungen und Geschichten Carina Heer mitteilt, die das Ganze dann aufgeschrieben hat, als sehr umgängliche Person rüber. Stefanie Mann kommt in den Schilderungen als durchaus selbstbewusste, aber auch pflege- und berufserfahrene, junge Frau daher und rüber, was ich sehr sympathisch, aber für ihr junges Alter auch bewundernswert finde. Sie wirkt oftmals vielleicht auch ein wenig burschikos bzw. auch robust, wobei man das in diesem Beruf sicher auch sein muss, man darf nicht zu zaghaft bzw. zerbrechlich sein, außerdem auch nicht empfindlich (weder emotional noch körperlich). Dennoch merkt man auch immer wieder wie liebevoll sie mit "ihren Alten" (Alte ist für sie kein Schimpfwort wie es andere ggf. so sehen!) umgeht, wie sie manches auch emotional packt, wie wunderbar sie aber auch gewisse Momente der einzelnen Personen betreut.

    Das Buch zeigt durchaus auch die Pflegenotstände und generelle Engpässe in der Pflege auf, was ich einerseits persönlich als schlimm und heftig empfinde - Zeit ist oftmals quasi Mangelware, die Dokumentation der verschiedenen Schritte einer Behandlung nehmen viel Zeit in Anspruch, die man lieber mit der alten Person verbracht hätte - und aber andererseits auch wichtig empfinde, dass es angesprochen wird. Vielleicht wird man ja irgendwann einmal darauf aufmerksam, dass sich hier einiges ändern muss? (mehr Pflegekräfte, mehr Wert auf den Menschen legen zu können als in die Dokumentation einzelner Schritte/der Verwaltung, gerechte Löhne zu zahlen, etc.)

    (Vielleicht bin ich da persönlich auch ein bißchen zu nah dran, da ich erlebt habe, wie sich in einem Alten- und Pflegeheim die Situation von "familiär, herzlich und dennoch sauber, korrekt" zu "alles gleich, alles ändern müssen, Bürokratie hoch 10, gemobbten Pflegekräften, wunderbaren Wand-Sprüchen" geändert hat - was nur durch den Wechsel der Heimleitung kam... )

    Das Buch hat mich ziemlich gepackt, einerseits konnte ich oftmals auch mitlachen, wenn lustige bzw. kuriose Geschichten erzählt wurden, ich habe hier aus eigenen Besuchen im Heim auch so verschiedene Geschichten miterlebt, die mich heute auch noch schmunzeln lassen; zum Anderen war es für mich auch eine durchaus emotionale Sache, weil der sehr liebevolle Umgang auch in schwierigen Zeiten geschildert wurde - was einen wieder an das Gute im Menschen glauben lässt.

    Gerade die folgende Aussage aus dem Buch finde ich absolut gelungen - vielleicht hilft es manchen Menschen ja, dass sie "Demenz" verstehen - und vor allem akzeptieren? (Demenz heißt u.a. auch "Altersblödsinn", "Altersstarrsinn" - was ich aus eigener Erfahrung auch absolut so unterschreiben würde - ohne dass ich dies abfällig meine!!!)

    Seite 120 

    Man muss sich einfach bewusst sein, dass es einem Dementen nicht darum geht, dich zu ärgern. Er hat einfach nur seinen ganz eigenen Plan im Kopf, den du nicht verstehst – und den er häufig selbst nicht begreift.

    Ich würde mir wünschen, dass es mehr solche Pflegekräfte wie "Stefanie Mann" gibt, ich habe zwar auch solche Pflegekräfte erlebt, leider aber auch andere, was aber sicher auch am enormen zeitlichen Druck liegt...

    Sollte die Autorin dies irgendwie selbst mal lesen, würde ich mich wirklich freuen, wenn Sie Kontakt mit mir aufnimmt, teilweise hatte ich das Gefühl, dass wir im gleichen Pflegeheim unterwegs waren (ich war dort allerdings nur als Besucherin) - und "Stefanie Mann" ist ja wohl aus Franken, was man im Buch immer mal wieder auch "heraus hört". :)

    Ich kann diese Lektüre wirklich nur jedem ans Herz legen, spreche eine absolute Empfehlung aus, jeder sollte hier einmal über seinen Tellerrand hinaus schauen, man wird ja auch durchaus gut unterhalten, es sind auch viele lustige und kuriose Situationen im Buch geschildert, ebenso sind andere wieder sehr emotional. Alles in allem ist es eben ein Buch, das einen guten Einblick in den Alltag in einem Alten-Pflegeheim gibt und dennoch nicht nur fachlich, sondern eben auch menschlich und emotional geschrieben ist. Von mir gibts dafür 5 von 5 Sternen.

  17. Cover des Buches Der Bibliothekar, der lieber dement war als zu Hause bei seiner Frau (ISBN: 9783442713240)
    Dimitri Verhulst

    Der Bibliothekar, der lieber dement war als zu Hause bei seiner Frau

     (45)
    Aktuelle Rezension von: ulrikerabe

    Desiré Cordier war bis zu seiner Pensionierung Bibliothekar. Mit seinem neuen Lebensabschnitt kommt der literatur- und musikaffine Mann nicht zurecht. Zu seinen erwachsenen Kindern besteht kaum eine Beziehung und seine Frau Moniek kann er nicht mehr ertragen. Eines Tages wählt er eine unkonventionelle Weise, dem lieblosen Eheleben zu entkommen, täuscht Demenz vor und lässt sich in ein Pflegeheim einweisen.

    Die Geschichte liest sich flott und sogar heiter, aber die Lachen dazu bleibt einem eher im Hals stecken. Desiré lässt auf wenigen Seiten sein Leben Revue passieren, mit vielen Entscheidungen hadert er, damals wie heute, scheint er zu falschen Entscheidungen zu tendieren. Auch die Gesamtsituation im Pflegeheim Winterlicht ist trist, den alten Menschen wird keine Möglichkeit der Selbstbestimmung gegeben, sie vegetieren schlicht und ohne Würde vor sich hin.

    Bücher nehmen mich dann mit, wenn ich nicht einfach nur neutral eine Geschichte verfolgt Hier ruft der Autor bei mir starke Emotionen hervor, auch wenn es hier sehr negative sind. Denn mich persönlich hat der Bibliothekar verärgert. Ich weiß, ich sollte das Verhalten, erfundener Figuren nicht persönlich nehmen, und trotzdem fand ich Desiré schlicht unmöglich. Er war gehässig, gemein und es gibt auch im Alter Möglichkeiten, eine Ehe zu trennen. Desiré ist ein Simultant, der an seinem Plan scheitert. Möglichkeiten, seinen Mitmenschen neu zu begegnen, nimmt er nicht wahr und spielt lieber den vertrottelten Alten. So möchte man doch nicht alt werden.

    Was wollte wohl Dimitri Verhulst mit seinem Buch bezwecken:  Wer eine harmlose Komödie a la „Der Hundertjährige, der…“ erwartet, ist mit diesem Büchlein jedenfalls falsch bedient. Wenn es eine bitterböse zynische Abrechnung mit dem geriatrischen Gesundheits- und Pflegewesen sein soll, dann hat Verhulst alles richtig gemacht.

     

  18. Cover des Buches Die Annäherung (ISBN: 9783630874708)
    Anna Mitgutsch

    Die Annäherung

     (12)
    Aktuelle Rezension von: gst

    Manchmal nimmt das Buhlen um die Liebe der Eltern kein Ende. So wie bei der 70jährigen Frieda, deren Mutter schon starb als sie elf war. Als Jugendliche wurde sie von Berta, der zweiten Frau ihres Vaters, aus Eifersucht vertrieben.
    Wenige Jahre vor seinem 100. Geburtstag erleidet Theo einen Schlaganfall. Frieda würde sich nun gern mehr um ihren Vater kümmern, doch Berta weiß es weiterhin zu verhindern. Als sie selbst an ihre Grenzen stößt, wird eine Pflegerin aus der Ukraine angeheuert. Die schenkt Theo neue Lebensfreude. Und wieder kommt Bertas Eifersucht zum Tragen, so dass Ludmilla in ihre Heimat zurückkehrt. Nachdem Theo seine Tochter bittet, sie zurückzuholen, bietet sich für Frieda endlich die Gelegenheit, sich mit der Vergangenheit ihres Vaters im Krieg auseinanderzusetzen. Schließlich hat sie ihn schon als Jugendliche verdächtigt, im Krieg Verbrechen begangen zu haben, deren er sich sich nicht bewusst ist.

    „Erinnerungen sind wie Gefühle, wir haben keine Herrschaft über sie, kaum einen Einfluss.“ (Seite 101)

    Das Buch wird von Erinnerungen getragen, an den Krieg, an Verletzungen nicht gelebter Liebe, an Sprachlosigkeit und fehlendes Vertrauen. Es erzählt von der Rückschau am Ende des Lebens, von Trauer um verpasste Gelegenheiten und der Angst vor dem Ende. Dabei denkt sich die Autorin ganz tief in ihre Figuren hinein. Sie schreibt ausführlich, ohne langatmig zu werden – trotz einiger Wiederholungen. Dabei passt sich der Erzählstil dem Alter der Protagonisten an.

    „Erinnerungen verändern sich, sie verändern sich langsam, ohne unser Zutun, weil wir uns verändern. Dann weiß man nicht mehr, welche die richtige ist und wie es wirklich war, aber vielleicht stimmen sie alle.“ (Seite 246)


    Die 1948 geborene Österreicherin Anna Mitgutsch wusste bereits in der Volksschule, dass sie Schriftstellerin werden wollte. An der Universität Salzburg studierte sie Anglistik und Germanistik. In der Hippie-Bewegung lotete sie ihre Grenzen aus und bereiste die halbe Welt. Für ihre Werke erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen.

  19. Cover des Buches Mondlicht steht dir gut (ISBN: 9783898971232)
    Mary Higgins Clark

    Mondlicht steht dir gut

     (142)
    Aktuelle Rezension von: eskimo81
    Maggi Holloway begegnet zufällig ihrer Stiefmutter und freut sich darauf, viel Zeit mit ihr zu verbringen, sich näher zu kommen... Als sie dann endlich bei ihr als Gast erscheint ist sie tot, erschlagen. Ein Schock für Maggi und vorallem, als sie bei ihren Recherchen bemerkt, dass noch weitere ältere Damen, ohne Angehörige, in einem Alterstift auf unerklärliche Weise versterben.

    Bei Mary Higgins Clark bin ich immer unsicher, das Buch startet als Krimi, gemächlich, gemütlich wird ermittelt, Details offenbart und gegen Schluss artet es in einen brutalen, Gänsehaut Thriller aus.

    Fazit: Was gemütlich als Krimi startet endet als Gänsehaut-Thriller den man nicht mehr aus der Hand legen möchte.
  20. Cover des Buches Supergau im Sozial- und Gesundheitswesen (ISBN: 9783839121559)
    David Trachea

    Supergau im Sozial- und Gesundheitswesen

     (12)
    Aktuelle Rezension von: Der Leser
    Wer sich einen kleinen Eindruck vom Sozial- und Gesundheitswesen verschaffen möchte, ist mit diesem Buch gut beraten. Ebenso Personen , die einen sich mit dem Medizinischen Dienst der Krankenkassen oder einer Berufsgenossenschaft auseinandersetzen müssen. Jetzt oder in absehbarer Zeit. Es wird beschrieben auf was man bei Gutachtersituationen achten muss, und wie diese vorgehen. Neben diesen Abschnitten, werden in Kurzform auch amüsante Anekdoten aus allen Bereichen des Sozial- und Gesundheitswesens erzählt.
  21. Cover des Buches Opakalypse (ISBN: 9783492502115)
    Ingo Bartsch

    Opakalypse

     (10)
    Aktuelle Rezension von: Buchkupplerin

    Chancen auf die große Liebe haben:
    - Pflegerinnen und Pfleger
    - Personal sämtlicher Pflegeeinrichtungen
    - Jeder, der ältere Menschen kennt
    - Leser und Leserinnen, die gerne herzhaft lachen wollen, aber auch schrägen Humor mögen und Tiefsinn hinter dem Spaß verstehen.
    - eigentlich wirklich jeder😂

    Darum geht es:
    Julius Wicküler ist Philosophiestudent, Sohn eines reichen Vaters und Kiffer aus Leidenschaft. Er weiß, wie man sein Leben mit Nichtstun möglichst angenehm gestaltet. Plötzlich dreht ihm sein Vater jedoch den Geldhahn zu. Aus Trotz sucht er sich einen Job, den ersten, jedoch leider nicht besten, denn er wird Hilfskraft im Altenheim für eine Zeitarbeitsfirma und damit nimmt die Opakalypse ihren Lauf.

    Das Besondere:
    Dieser Roman ist wirklich extravagant. Man kann sich schlapplachen, während man gleichzeitig über die beschriebene Situation heulen könnte und ebenfalls zugleich anfängt, über das Leben, die Welt, die Liebe, das Alter und die Menschheit im Allgemeinen nachzudenken. Ich bin absolut schockverliebt in diesen zauberhaften Roman und kann ihn wirklich JEDEM empfehlen. So lustig, tiefsinnig, brutal, grenzüberschreitend, nachdenklich, liebevoll, warmherzig, gnadenlos, ach, einfach zauberhaft. Sicher nicht mein letztes Date mit einem Werk von Ingo Bartsch.

  22. Cover des Buches Über das Sterben (ISBN: 9783406629792)
    Gian Domenico Borasio

    Über das Sterben

     (20)
    Aktuelle Rezension von: BettinaKok

    Gian Domenico Borasio ist nicht nur einer der führenden Palliativmediziner im deutschsprachigen Raum, sondern auch ein Arzt, der in der Lage ist, sich für Laien verständlich auszudrücken. Sein Buch enthält zwar schwere Kost, ist aber verhältnismäßig leicht zu lesen. Das allerdings, ohne in irgendeiner Weise populärwissenschaftlich zu argumentieren.

    Borasio bringt die Dinge auf den Punkt und beantwortet Fragen zum Thema Sterben, die viele von uns niemals zu fragen gewagt hätten. Der Erkenntnisgewinn ist groß. Für mich persönlich unglaublich erhellend war die eigentlich schlichte Weisheit "Man stirbt nicht, weil man nicht mehr isst. Man isst nicht mehr, weil man stirbt."

    Ich würde dieses Buch als Standardwerk jedem empfehlen, der mehr über das Sterben erfahren möchte. Die Wahrscheinlichkeit, dass das hier erworbene Wissen irgendwann einmal lebenswichtig wird, ist groß.

  23. Cover des Buches Berlin liegt im Osten (ISBN: 9783746631226)
    Nellja Veremej

    Berlin liegt im Osten

     (14)
    Aktuelle Rezension von: Lillianne

    Zum Buch :: Verlagsinformationen
    Aus einem kaukasischen Städtchen über Leningrad bis nach Berlin führt das grandiose Roman-Debüt von Nellja Veremej, das seine geographischen und kulturellen Motive schon im Titel trägt. »Berlin liegt im Osten« heißt das Buch, in dem von den städtischen Enklaven russischer Migranten ebenso farbig erzählt wird wie von Provinzkindheiten in der ehemaligen Sowjetunion.

    Das Berlin dieses Romans, der rund um den Alexanderplatz spielt, hat seine Reservate der Einsamkeit und der Lebensfreude, und es wird durch die unnachahmliche Stimme einer Ich-Erzählerin lebendig, die den nur scheinbar unspektakulären Beruf einer Altenpflegerin ausübt. Durch sie hindurch wandern die Lebensgeschichten der Klienten und verbinden sich mit ihrer eigenen Biografie. Darin gibt es neben dem aberwitzigen, fast surrealen Osten auch ein Deutschland, in dem diese Frau endgültig anzukommen versucht.

    »Berlin liegt im Osten« lebt von der zarten Zuneigung der Autorin zu ihren Figuren, der Roman entwirft ein großes Panorama aus Geschichten und Geschichte, und er handelt vom Anfang allen Erzählens: von der Erinnerung.

    Ein Berlin voller Lebensgeschichten und eine Autorin, die sich einfühlsam an die Seite ihrer Figuren stellt.

    *Mein Kommentar*

    Tja, was soll ich zu so viel Vorschusslorbeeren sagen. Mich hat es gelangweilt und einmal entsetzt, als die Ich-Erzählerin viel zu nah an ihren zu pflegenden Herrn Seitz gerät. Das Positive an dem Roman ist die Sprache, mit der die Autorin virtuos umgehen kann.  »Und dieses speziell breite, helle Lächeln! Seine Träger scheinen viel mehr Zähne zu haben, als einem Sterblichen zusteht.« [S. 95] Ansonsten ist die Geschichte nicht Neues mehr ... Wie heißt es »Tausendmal berührt ...« Marina, die Tochter der Erzählerin,  will ihre Träume verwirklichen. Sie arbeitet neben der Schule dafür, dass sie mit dem angesparten Geld ein Jahr nach Amerika fliegen kann ... vielleicht bliebt sie auch da, so denkt die Mutter. Nein, sie gibt das Geld ihrem Vater, der immer dann auftaucht,  wenn er wieder welches braucht.
    Herrn Seitz hat die Erzählerin ihrer Kollegin überlassen, sie beerdigt ihre Mutter in Russland und bleibt »länger, um den Papierkram zu erledigen«. [S. 240] Sie organisiert alles, damit sie den Hund ihrer Mutter mit nach Berlin nehmen kann. »Ein schlauer, zahmer, schlecht riechender Kerl auf kurzen Beinen, er hat das unsympathische, helle Fellmuster einer Hyäne oder einer schlampigen Blondine. Seine Pfoten und die Nase jedoch sind dunkel, die Augen braun, wunderbar klug und wach. Wenn Kubik die Ohren anlegt, zieht sich sein Maul auseinander - er lächelt und die Augen lächeln mit.« [S. 241]

    Der Hund spielt dann in Berlin keine große Rolle mehr, der Vater wird mit seinem Pfand - einem goldenen Ring-, das er für das Geld seiner Frau, der Ich-Erzählerin, zurückgelassen hat, vor die Tür gesetzt und Herr Seitz wird noch im Krankenhaus besucht.

    Wir erfahren nicht, ob Marina nach Amerika kommt, aber wie Vera, die Freundin der Erzählerin sagt: »Nur in den Schundromanen werden alle Geheimnisse gelüftet, die Literatur aber ist dafür da, die wichtigen Fragen zu stellen, sie muss sie nicht beantworten.« [S. 79]


  24. Cover des Buches Ein Spiel zuviel (ISBN: 9783426306727)
    P. D. James

    Ein Spiel zuviel

     (23)
    Aktuelle Rezension von: parden

    TYPISCHER ENGLISCHER LANDKRIMI...

    Auf Martingale Manor, dem Herrenhaus der Maxies, wird das traditionelle Sommerfest gefeiert. Als wäre dies nicht genug Aufregung, muss sich Mrs. Maxie an diesem milden Julitag auch noch mit der Nachricht herumschlagen, dass sich ihr Sohn mit dem neuen Hausmädchen verlobt hat, der ledigen Mutter Sally Jupp. Hinter ihrer Maske aus Tüchtigkeit und Ergebenheit versteckt Sally Gefühle der Verachtung – was den meisten auf Martingale verborgen bleibt. Am nächsten Morgen jedoch wird Sally ermordet aufgefunden. Ein komplizierter Fall für Kommissar Adam Dalgliesh, denn unter der Oberfläche des ländlichen Idylls brodelt es vor Hass und Eifersucht... 

    Dieser Krimi entschleunigt das Lesen. So viel sei schon einmal verraten. Sehr bedächtig ist das Erzähltempo, und das Personenregister ist v.a. zu Beginn schon recht gewaltig. Es dauerte ein wenig, bis ich in der Geschichte ankam, aber dann begann ich zunehmend Gefallen daran zu finden.

    Perspektivwechsel sorgen dafür, dass Ereignisse von verschiedenen Seiten beleuchtet werden und dadurch unterschiedliche Facetten erhalten. Ansonsten kann man Kommissar Adam Dalgliesh nur bewundern, wie sorgfältig und geduldig er Befragungen und Ermittlungen durchzieht. Seinen großen Höhepunkt hat er gegen Ende, als er alle Beteiligten im Stile eines Hercule Poirot zusammen bittet, um ihnen seine Ergebnisse - und den Täter - zu präsentieren.

    Gefallen hat mir hier, dass das Zwischenmenschliche so einen hohen Stellenwert erhält. Gefangen in der gesellschaftlichen Etikette, gibt es hier in der Gefühlswelt der meisten Beteiligten doch so einige Untiefen, in die der Leser zunehmend Einblick erhält. Und Motive, das keineswegs freundliche Hausmädchen zu ermorden, hätten doch so einige gehabt. Am Ende wartet der Krimi mit einigen Überraschungen auf, ohne dabei jedoch sein gemächliches Tempo zu verringern.

    Ein netter und vielversprechender Start in die Cosy-Crime-Reihe um Kommissar Adam Dalgliesh im Stile eines typischen englischen Landkrimis. Die Erstausgabe dieses Krimis erschien 1962 - die Wiederauflage hat sich m.E. gelohnt. Manches verliert seinen Charme auch über die Jahre nicht.

    14 Bände der Reihe gibt es bereits als Wiederauflage - mal schauen, ob ich Fan werde...


    © Parden

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks