Bücher mit dem Tag "alternative geschichte"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "alternative geschichte" gekennzeichnet haben.

29 Bücher

  1. Cover des Buches Er ist wieder da (ISBN: 9783404171781)
    Timur Vermes

    Er ist wieder da

     (3.376)
    Aktuelle Rezension von: worldofbooksps

    Ein Roman der vom ersten Moment an zum Schmunzeln bringt. Man muss sich nur einen Adolf Hitler in mitten Deutsch-Türkischen Mitmenschen vorstellen. Timur Vermes, macht aus einem grauenhaften Mann, einen Mann mit dem man lachen kann. Man darf allerdings nicht außer Acht lassen, dass dieser Roman mit Humor geschrieben ist und nicht um irgendetwas verharmlosen zu wollen. Ich finde die Idee dahinter sehr interessant und bin froh es gelesen zu haben. 

  2. Cover des Buches Jonathan Strange & Mr. Norrell (ISBN: 9783827005229)
    Susanna Clarke

    Jonathan Strange & Mr. Norrell

     (196)
    Aktuelle Rezension von: Klausviedenz

    Ja, es ist sehr lang. Ja, es hat langatmige Passagen. Ja, am Anfang passiert lange herzlich wenig. Und trotzdem habe ich zu keinem Zeitpunkt bereut, dieses Buch in die Hand genommen zu haben, denn Susanna Clarke schlägt hier einen großen Bogen von alter englischer Literatur a la Dickens und Austen zur modernen Fantasy, unterlegt mit herrlicher Ironie. Das Ende ist etwas unbefriedigend dafür, dass die Konfrontation auf 1000 Seiten vorbereitet wurde, aber die poetische Schönheit des Schreibstils und die einzigartige Herangehensweise an das Thema lassen für mich keine niedrigere Wertung zu: intelligent, originell, absolut lesenswert.

  3. Cover des Buches Vaterland (ISBN: 9783453421714)
    Robert Harris

    Vaterland

     (351)
    Aktuelle Rezension von: Archer

    April 1964: Das dritte Reich hat den Krieg vor zwanzig Jahren gewonnen. Die Nazis beherrschen Europa und Deutschland, insbesondere Berlin, bereitet sich auf den 75. Geburtstag des Führers vor. Ausgerechnet jetzt wird die Leiche eines hochrangigen SS-Offiziers gefunden. Xaver March, Ermittler der Mordkommission, wird auf den Fall angesetzt. Doch überall wird gemauert, er findet keinen Zugang zu dem Fall und plötzlich mischt sich auch noch der Sicherheitsdienst ein und entzieht ihm das Ganze. Doch Xaver hat Blut geleckt und je tiefer er gräbt, desto scheußlicher werden die Verbrechen und desto lauter schreit sein Gewissen.

    Ich mag ja diese Was-wäre-wenn-Szenarien sehr. Mit diesem Buch hat der Autor wohl vor 25 Jahren in Deutschland einen Skandal heraufbeschworen, hat er doch Ängste und Schuldbewusstsein ordentlich wieder aufgewühlt. Andererseits finde ich das Ganze gar nicht abwegig, schon gar nicht im Licht heutiger Ereignisse betrachtet. Es war eine beklemmende, spannende und durchaus authentische Lektüre, die zwischendrin manchmal ein bisschen langatmig daherkam, ganz besonders, wenn es um das amerikanische Loveinterest von Xaver ging. Dafür riss der Schluss vieles wieder heraus; er war unglaublich intensiv, hoffnungslos, realistisch und vor allem - offen. Nicht was das Schicksal einzelner Beteiligter angeht, aber dafür das Schicksal der ganzen Welt. Fast wie im echten Leben. 

  4. Cover des Buches In einem anderen Buch (ISBN: 9783423212946)
    Jasper Fforde

    In einem anderen Buch

     (272)
    Aktuelle Rezension von: CocuriRuby

    Man kommt sehr gut in die Geschichte rein. Wenn man noch weiß wer Thursday, Bowden und Landen ist, dürfte man keine Schwierigkeiten haben.

    Der zweite Teil ist sogar noch abgedrehter als der erste. Ich würde sagen, dass der erste Teil schon etwas Verrücktes an sich hatte, aber dieser Teil ist wirklich abgedreht.

    Das meine ich nicht mal negativ, weil ich sowas liebe! Aber das muss man mögen, sonst wird man mit diesem Buch nicht glücklich werden.

    Dieses Mal wird auch mehr Blick auf die Welt und Thursdays Familie gelegt. Die beide so einiges zu bieten und entdecken haben.

    Jeder hat in seiner Familie diesen einen verschrobenen, leicht verrückten Onkel oder Tante. Bei Thursday sind ALLE Mitglieder ihrer Familie so. Und das ist absolut sympathisch – man möchte ein Teil davon sein.

    Die Detailliebe für diese Welt/Gesellschaft ist unglaublich und wirklich alles fügt sich zu einem perfekten Bild zusammen – auch wenn es noch so abgedreht ist.

    Selbst vermeintlich alltägliche Dinge werden zum Erlebnis. Allein die Darstellung eines Buchverkaufes von stark reduzierten Büchern in einem modernen Antiquariat, war der Hammer!

    In diesem Band wurde viel Fokus auf Zeitreisen gelegt.

    Das Ganze auch mehr auf die fiktive, als wissenschaftliche Sicht. Es gab da durchaus Paradoxien, aber die wurden von dem Buch selbst aufgegriffen bzw. angesprochen und sehr charmant erklärt. Deshalb finde ich das wirklich gut gemacht und natürlich ist es auch sehr kreativ in Szene gesetzt. 

    Allerdings erlaubt dieses Konzept der Geschichte sehr viel. Auch außerhalb der Zeitreisesache gibt es ein paar Dinge, wo sich logische Fehler finden lassen. Die werden in aller Regel aber gut kaschiert.

    Man übertreibt bei dieser Reihe auch wirklich nicht, wenn man sagt, dass so ziemlich alles an dem Buch kreativ ist.

    Da wird auch nicht von Parallelwelten, Zeitrealitäten oder auch eine ganze Welt der Gedanken halt gemacht.

    Es werden allgemein sehr viele Themen an- oder besprochen. Wie z.B. Zeitreise, Ausmaß von Erinnerungen, Konzernmonopole, Überwachung, Zensur, der Frage was Kunst ist usw.

    Aber natürlich steht im Mittelpunkt, die Liebe zur Literatur, die man auch in diesem Band überall herauslesen kann – vielleicht sogar noch mehr als im ersten Band, weil sich hier nicht auf ein Roman fokussiert wird.

    Allerdings müsste man alle Werke gelesen haben, auf die hier angespielt werden, weil man sonst ein paar Raffinessen verpasst.

    Das dumme ist, dass man vorher nicht wissen kann, auf was für Werke oder Figuren angespielt werden. Denn es gibt keine Liste oder so etwas. Man merkt das Defizit also erst, wenn es zu spät ist (zumindest wenn man keine Lust hat das Buch zu unterbrechen und das betreffende Werk nachzulesen).

    Was ich auch etwas schade fand war, dass das Buch nicht so ganz in sich abgeschlossen ist – damit hatte ich aber gerechnet, weil es bei dem ersten Band der Fall war.

    Es ist auch nicht gänzlich offen, ich würde sagen es gab in dem Band zwei große Handlungsthemen – eine davon wurde aufgelöst, die andere nicht. Irgendwie fühlte ich mich da fast ein wenig halbherzig zurück gelassen – aber macht nichts, ich habe den dritten zum Glück bereits griffbereit.

     

    Fazit

    Insgesamt bin ich bisher sehr begeistert von der Reihe – ich finde den zweiten Band sogar noch etwas besser als den ersten.
    Es ist unglaublich kreativ, es ist vielschichtig, sehr unterhaltsam und eine Liebeserklärung an die Literatur.

  5. Cover des Buches Das Orakel vom Berge (ISBN: 9783596521326)
    Philip K. Dick

    Das Orakel vom Berge

     (128)
    Aktuelle Rezension von: Gittenen2

    Zunächst einmal finde ich den deutschen Titel und den Klappentext etwas irreführend. Von dem Klappentext ausgehend, würde ein großer Teil des Romans sich mit Julianas(dieJudolehrerin)Reise ,zu einem Mann der hinter dem  Begriff "Orakel vom Berge" steht, handeln. 1. ist von Julianas Reise erst nach knapp 2/3  des Buches die Rede und zweitens, könnte man unter dem Orakel vom Berge von einem alten weisen Mann ausgehen. Diese fälschliche Annahme hat mich fast abgeschreckt das Buch zu lesen.

    Das Buch  handelt vielmehr von einer alternativen Welt in den 60ern ,in der Deutschland und Japan den Krieg gewonnen haben , im speziellen von  Amerika das von den beiden Siegerstaaten aufgeteilt wurde.Und einem Buch im Buch im Buch ,in dem das nicht der Fall ist und Großbritannien die Siegermacht ist.

    Es gibt jedoch schon ein Orakel in diesem Buch .Es handelt sich hier um ein Tao, ein zwei bändiges Buch das von allen handelnden Personen des Romans, mit Hilfe von Scharfgarbenstängeln zu allen Lebenslagen befragt wird und mich mehr als einmal genervt hat.Ich frage mich: auch wenn die Bevölkrung von Asiaten besetzt wurde ,wie kann eine Kultur sich in so kurzer Zeit ändern ,dass alle an die Vorausagekraft des I-Gings bzw. Taort glauben. Das kam mir wie die reinste Gehirnwäsche vor.

    Obwohl ich den Roman recht interessant fand, hat es mich dochl nicht ganz überzeugt, es blieben einfach zu viele Fragen offen.

  6. Cover des Buches Geschichte machen (ISBN: 9783746623337)
    Stephen Fry

    Geschichte machen

     (177)
    Aktuelle Rezension von: scoobs_turner
    Mein absolutes Lieblingsbuch seit Weihnachten 1997, das eine Buch, das ich mit auf die berühmte einsame Insel nehmen würde. Ich schreibe jetzt aber nicht NOCH eine Rezi, in der steht, wie Michael und Leo es tatsächlich schaffen, Adolfs Geburt zu verhindern .. So wichtig das Thema Nationalsozialismus ist .. ist niemandem die wunderbare Liebesgeschichte erwähnenswert, die Stephen Fry erzählt? Ich habe natürlich nicht alle Beiträge gelesen, und vielleicht habe ich mir nur die Stichproben rausgesucht, in denen ausgerechnet nichts davon geschrieben wird... aber, hach und seufz, wie schön ist diese Liebesgeschichte! Und wie schön, dass ich heute hier drüber gestolpert bin - die Ausgabe, die oben abgebildet ist, kannte ich noch gar nicht. Mal gucken, ob die noch erhältlich ist, das wäre dann für mich Variante Nr. 4. Ich beneide immer noch jeden, der das Buch zum ersten Mal liest ... aber auch beim fünfzehnten Mal ist es immer noch spannend. <3
  7. Cover des Buches Hammer of the North - Die Söhne des Wanderers (ISBN: 9783945493410)
    Harry Harrison

    Hammer of the North - Die Söhne des Wanderers

     (17)
    Aktuelle Rezension von: Kaito

    Es herrschen finstere Zeiten in England des Jahres 865. 
    Während sich die Königreiche gegenseitig bekriegen, lenken mächtige Bischöfe das Land und niemand wagt es, sich der Kirche zu widersetzen. Doch als kriegerische Nordmänner Englands Küsten erreichen und mordend durch die Lande ziehen, muss das wikingische Halbblut Shef sich entscheiden, welchen Göttern er folgen soll… 


    „Die Söhne des Wanderers“ ist der erste Band von Harry Harrisons und John Holms Wikinger-Epos. Die Geschichte bedient sich historischer Figuren und Schauplätze, erzählt aber eine mehrheitlich fiktive Geschichte.
    Der Schreibstil ist trotz der teilweise altertümlichen Ausdrucksweise der Figuren sehr gut lesbar. Die Schlachten, Schauplätze und das Leben der Protagonisten werden sehr gut und anschaulich beschrieben. Ich konnte mich sofort in das Setting hineinversetzten. Allerdings hat sich der Einstieg der Handlung etwas in die Länge gezogen.


    Man sollte sich aber die Zeit nehmen und sich auf die ca. 580 Seiten einlassen.
    Die Entwicklung der Geschichte und auch des Protagonisten Shef werden im Verlauf des Buches immer facettenreicher und interessanter.
    Das Buch spielt mit dem „Was wäre, wenn“-Gedanken. Was wäre, wenn statt der Normannen die Franken die Hand nach England ausstrecken, und die Kirche die Errungenschaften römischer Kriegstechnik nicht als Teufelswerk verdammt, sondern bewusst zu nutzen beginnt? Und auch die Nordmänner öffnen sich durch Shef neuen Möglichkeiten der Kriegsführung. Diese Verflechtung von Fiktion und Historie erschafft ein spannendes neues Weltbild.


    Natürlich werden für die Figuren und Parteien gerne bekannte Klischees bedient. Die Nordmänner sind wild, stark, grausam und haben eine ganz eigene Vorstellung von Ehre.
    Die Kirchenmänner sind verschlagen, berechnend und fühlen sich dem „ungebildeten“ Volk und den englischen Königen weit überlegen.
    Man sollte also keine geistig hoch anspruchsvolle Schilderung von historischen Fakten mit einer großen Prise Fiktion erwarten. Die Handlung konzentriert sich mehr auf die Konflikte der einzelnen Gruppen, als auf die Charakterentwicklung, so das manche Figuren eher Archetypen bleiben.
    Trotzdem fand ich die Kombination aus historischer Erzählung und Fantasy-Roman fesselnd und spannend zu lesen.
  8. Cover des Buches Plan D (ISBN: 9783442744428)
    Simon Urban

    Plan D

     (34)
    Aktuelle Rezension von: Masau
    Dieses Buch spielt mit dem Gedanken: Was wäre wenn? Was auch der Hauptgrund meines Interesses war. Allerdings passiert nicht wirklich viel in der alternativen Realität, der Hauptcharakter ist uninteressant, die Geschichte baut keine wirkliche Spannung auf, sodass ich nach knapp 3/4 der Geschichte einfach kein Interesse mehr hatte und diese weggelegt habe. Wieder einmal eins von diesen Büchern die viel Potential in der Grundidee hatten, dies aber nicht nutzen konnten. Schade.
  9. Cover des Buches Watchmen (ISBN: 0930289234)
    Alan Moore

    Watchmen

     (59)
    Aktuelle Rezension von: berenstein

    Ob das nun eine Graphic Novel ist oder ein Comic (Alan Moore insistiert selbst darauf, dass es ein Comic ist), es ist schlichtweg eines der wichtigsten literarischen Werke der vergangenen Jahrzehnte. Es ist philosophisch, hintergründig, wunderschön klar und einfach nur brilliantly told.


    Bild und Sprache sind in diesem Buch kongenial ineinander verflochten. Es ist nicht nur eine weitere Superhelden-Geschichte, sondern die Superhelden-Geschichte, die das Genre dekonstruiert. Und das bedeutet nicht, dass es das Genre zerstört, denn Dekonstruktion bedeutet nicht Zerstörung – auch wenn Dekonstruktion und Destruktion rein klanglich so nah beieinander liegen. „Watchmen“ greift all die Versatzstücke des Genres auf, nimmt sie auseinander, analysiert sie und setzt sie dann wieder zusammen, auf eine bekannte und gleichzeitig dennoch komplett andere Weise. Dekonstruktion – Versetzung, Verschiebung, Neubedeutung, die Differenz in die Struktur der Wiederholung einarbeiten.

    Insbesondere das Doktor-Manhatten-Kapitel ist ein genialer Moment, erzähltechnisch der kraftvollste und eindrücklichste Abschnitt des gesamten Comics. Man fühlt praktisch, wie es ist, wie Dr. Manhatten zu denken und zu fühlen, sich wie ein göttliches Wesen in unserer Welt zu bewegen. Dieser Abschnitt ist atmosphärisch so dicht und überwältigend, dass ich ihn immer und immer wieder gelesen habe und jedesmal aufs Neue begeistert war. Nur wenige Werke der sogenannten hohen oder Welt-Literatur können erzählerisch mit „Watchmen“ mithalten.

    „Watchmen“ – genial!

  10. Cover des Buches Der Fall Jane Eyre (ISBN: 9783423282741)
    Jasper Fforde

    Der Fall Jane Eyre

     (557)
    Aktuelle Rezension von: Ambermoon

    Können Sie sich eine Welt vorstellen, in der Literatur so wichtig genommen wird, dass es eine Spezialpolizei gibt, um sie vor Fälschern zu schützen? Als Geheimagentin Thursday Next ihre neue Stelle in Swindon antritt, ahnt sie schon, daß ihr die größte Herausforderung ihrer Karriere bevorsteht: Niemand anderes als der Erzschurke Acheron Hades hat Jane Eyre aus dem berühmten Roman von Charlotte Brontë entführt, um Lösegeld zu erpressen. Eine Katastrophe für England, das mit dem seit 130 Jahren tobenden Krimkrieg schon genug Sorgen hat. Aber Thursday Next ist eine Superagentin: clever und unerschrocken. Und wenn sie wirklich mal in die Klemme gerät, kommt aus dem Nichts ihr von den Chronoguards desertierter, ziemlich anarchistischer Vater, um für ein paar Minuten die Zeit anzuhalten... (Klappentext) 

    ❃❃❃❃❃


    "Der Wachmann, der im Haus seinen Rundgang machte, hörte Acheron nicht kommen. Sein lebloser Körper wurde später unter dem Ausgußbecken gefunden. Lautlos stieg Hades die Treppe hinauf. Dabei hätte er soviel Lärm machen können, wie er nur wollte. Er wußte, dass ihm die Wachleute mit ihren 38ern nichts anhaben konnten, aber mir nichts, dir nichts hineinzuspazieren und sich zu bedienen machte einfach keinen Spaß."
    (S. 270)


    Dies ist der 1. Band einer ganz besonderen Buchreihe, welche einem in eine abgefahrene Parallelwelt der 80er Jahre katapultiert.
    Eine Welt, in der zwar die Computer erfunden wurden, es aber Luftschiffe gibt, eine Welt in der England seit 130 Jahren Krieg mit den Russen um die Krim führt, in der manche Spezialisten durch die Zeit reisen können und, und das ist das Wichtigste, eine Welt in der sich alles um Literatur dreht. So werden z.B. von Kindern Sammelkarten mit AutorInnen getauscht, die Baconiers klopfen an Türen und wollen die Menschen bekehren zu glauben, dass Francis Bakon die Shakespeare-Werke geschrieben hat und es gibt natürlich Spezialeinheiten, welche sich der literarischen Kriminalität entgegenstellen.
    Zu einer dieser Einheiten gehört auch Thursday Next, die Protagonistin. Genauer gesagt arbeitet sie als Literaturagentin und sie macht Jagd auf den Superschurken unter den Kriminellen - Acheron Hades. Diesem wird zur Last gelegt das Originalmanuskript "Martin Chuzzlewit" von Charles Dickens aus dem Museum entwendet zu haben.
    Da der Täter keinerlei Spuren hinterließ und nicht einmal von den Kameras entdeckt wurde, kann es nur Acheron Hades gewesen sein. Doch was will er mit diesem Manuskript?
    Thursday war ihm knapp auf den Fersen, doch dieses Zusammentreffen überlebte sie nur knapp. Für sie ist klar - bei diesem Mistvieh von Schurken muss sie härtere Geschütze auffahren, denn Acheron Hades scheint nicht nur Meister der Manipulation und Täuschung zu sein, sondern nahezu kugelsicher. Wie will man so einen zur Strecke bringen? ... Und die Jagd beginnt.


    ">>Er verfügt über bemerkenswerte Fähigkeiten. Deshalb dürfen wir auch seinen Namen nicht laut aussprechen. Ich nenne das die Regel Nummer Eins.<<
    >>Seinen Namen? Warum nicht?<<
    >>Weil er seinen Namen - selbst wenn man ihn nur flüstert - im Umkreis von mindestens tausend Meilen hören kann. Mit seiner Hilfe nimmt er sozusagen unsere Witterung auf.<<"
    (S. 32)


    Mit dem Einstieg tat ich mir anfangs etwas schwer, da man von der ersten Seite an in diese irre Parallelwelt geworfen wird. Nach ca. 50 Seiten gewöhnte ich mich jedoch an diese Welt und begann sie so richtig zu genießen.
    Im Verlauf lernt man diese Welt immer besser kennen, genau wie auch die Protagonisten selbst. Mit ihr erlebt man nicht nur völlig skurrile Grundgesetze, die in dieser Welt herrschen, sondern auch ebenso skurrile Personen. Dabei nimmt der Autor häufig Bezug auf die Literatur, vorzugsweise britische Klassiker. Da hätten wir z.B. Onkel Mycroft und Tante Polly. Na? Kommen Euch diese Namen nicht irgendwie bekannt vor?
    Es gibt hier für bibliophile Nerds also unheimlich viel zu entdecken, vor allem, wenn man den ein oder anderen Klassiker kennt, was für zusätzlichen Lesespaß sorgt.


    ">>Er könnte ja in das Buch auch vorsätzlich hineingesprungen sein. Und dann hat es ihm in dem Roman so gut gefallen, dass er einfach dortgeblieben ist.<<
    Victor blickte mich argwöhnisch an. Aus Angst für einen Springer gehalten zu werden, hatte er es nicht gewagt, jemanden von seiner Theorie zu erzählen, und nun kam auf einmal eine Londoner Literatur Agentin daher, kaum so alt wie er, und ging weiter, als er es sich je hätte vorstellen können. Da traf ihn die Erkenntnis.
    >>Sie haben es selbst schon mal gemacht, stimmt's?<<"
    (S. 213)


    Der Schreibstil ist flüssig und der Autor weiß Spannung zu erzeugen. Zudem hat er eine einzigartige Welt erschaffen, die voller Liebe zur Literatur steckt und in der alles anders ist als in unserer Welt.
    Dies war anfangs für mich etwas verwirrend, da man, wie schon erwähnt, in diese Welt hineingestoßen wird ohne Zeit zu haben sich auf diese einzustellen. Gleichzeitig beschreibt er diese Welt, als wäre es für ihn das Normalste auf der Welt und das machte es schließlich zu einem kleinen Erlebnis diese Welt zu entdecken.

    Die Kapitel sind zudem kurz und werden durch Anekdoten aus Sach- und Fachbüchern aus dieser Welt eingeleitet, wie z.B. aus verschiedenen Geschichtsbüchern oder Biographien, die einem ebenso Einblick in diese verrückte Welt werfen lassen.

    Die Figuren und allen voran die Protagonistin Thursday Next, sind wunderbar und facettenreich gezeichnet. Man begegnet hier nicht nur Schurken und Figuren, die man sofort ins Herz schließt, sondern auch skurrilen und nicht ganz durchschaubaren Figuren.

    Auch für Spannung und Action wird hier gesorgt, inklusive überraschender Wendungen und äußerst schrägen und trockenen Humor. Und so stürzt man sich mit der einzigartigen und selbstbewussten Thursday in irrwitzige Missionen und Abenteuer.


    "Der Geruch von versengter Kleidung stieg mir in die Nase. Ich wich zurück, als eine grelle, orangerote Flamme aus seinem Jackett schlug. Sie setzte seinen Körper in Brand, und wir räumten eilig das Feld, während er in der starken Hitze bis zur Unkenntlichkeit verkohlte; das Ganze dauerte keine vierzig Sekunden..."
    (S. 261)


    Leider nimmt jedoch Jane Eyre selbst nur eine untergeordnete Rolle ein und wird erst gegen Ende präsent, was mich persönlich ein kleines bisschen enttäuschte. Für das Buch wäre wohl der Titel "Der Fall Martin Chuzzlewit" passender gewesen.

    Fazit:
    Für einen Buchnerd wie mich, der auch die klassische Literatur liebt, war dieses Buch ein ganz besonderes Erlebnis.
    Trotz der anfänglichen Schwierigkeiten lernte ich rasch diese schräge Welt kennen und vor allem lieben. Am Ende wollte ich daraus überhaupt nicht mehr auftauchen und daher ist für mich klar, dass ich diese Reihe weiterverfolgen werde. Denn was gibt es Schöneres, als in eine verrückte Welt einzutauchen, die sich ganz der Literatur verschrieben hat?

    © Pink Anemone (inkl. Leseprobe, Autoren-Info und Rezept zum Buch "Stanfords berühmtes Krabben-Sandwich")

     

  11. Cover des Buches Im Sturm (ISBN: 9783453436725)
    Tom Clancy

    Im Sturm

     (83)
    Aktuelle Rezension von: Eglfinger
    Inhalt:
    Auf ein sibirisches Ölfeld wird ein Attentat von arabischen Fundamentalisten verübt. Die Sowjetunion steht vor einem wirtschaftlichen Zusammenbruch. Um diesen Zusammenbruch zu vermeiden will Moskau an das Öl im Persischen Golf. Doch bevor sie in den Persischen Golf eindringen, in dem bereits die Amerikaner Fuß gefasst haben, will die Sowjetunion erst die Nato versuchen zu spalten. Mit einem fingierten Bombenattentat im Kreml beginnt die Sowjetunion einen Krieg in Europa. Der in der Schublade liegende Angriffsplan "Roter Sturm" läuft an...

    Meine Meinung:

    Clancy zeigt zu Beginn auf, wie schlecht die Sowjetunion Ende der 80er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts wirtschaftlich da steht. Dies trifft im Nachhinein auch im Großen und Ganzen zu. Clancy veranschaulicht in seinem Roman, wie der Zusammenbruch der Sowjetunion auch hätte laufen können und sich der Kalte Krieg in einen heißen Krieg verwandeln hätte können. Es beginnt ein mörderischer und materialverschlingender Panzerkrieg auf deutschem Boden. Schnell stellt sich heraus, dass die Nato auf Nachschub aus den USA angewiesen ist, um die sowjetische Offensive zu stoppen. Hierfür bleibt nur der Seeweg über den Atlantik, doch dieser birgt allerlei Gefahren, da die Sowjetunion bei ihrem Überraschungsangriff Island besetzt hat und somit ist der Weg für sowjetische U-Boote über die Barentssee frei. Die Nato kann den Vorstoß des Gegners nur stoppen, wenn sie genügend Material über den Atlantik nach Europa bringt und hierzu muss sie wieder die Oberhand auf dem Ozean bekommen. Während sie mit Seestreitkräften versucht, die isländische Insel wieder zurückzuerobern, kommt die sowjetische Offensive ins Stocken, weil ihnen die Reserven schneller ausgehen und der Widerstand der Nato größer ist als erwartet. Dies alles fand ich sehr interessant, weil es mir auch sehr realistisch vorkam. Das einzige was mich bis dahin gestört hat, war, dass Clancy die Politik fast vollständig außen vor gelassen hat. Auch wurde nie der Einsatz von Atomwaffen in Betracht gezogen. Doch dies klärte Clancy kurz vor Schluss auf. Als die Sowjetunion sieht, dass der Krieg so nicht zu gewinnen ist, wird der Einsatz von taktischen Atomwaffen in Betracht gezogen. Hierbei sagt der sowjetische General, der für die Offensive zuständig ist, zum Generalsekretär, dass Kernwaffen vor allem politische Waffen sind, die von der politischen Führung auf beiden Seiten kontrolliert werden. Damit klärt Clancy meiner Meinung nach ausreichend auf, warum er in diesem Roman diese Option außen vorlässt. Dennoch hätte ich mir gewünscht, dass Clancy auch die Politik in seinen Roman einbezieht.

    Mein Fazit:

    Ein erschreckend realistischer Thriller, der aufzeigt, wie der Kalte Krieg auch hätte enden können. Für militärische Technikfreaks ist auf jeden Fall genug vorhanden. Schade ist nur, dass der politische Inhalt fehlt. Daher vergebe ich nur ♥♥♥♡♡.


    Zum Beitrag in meinem Blog
  12. Cover des Buches Der 21. Juli (ISBN: 9783955200107)
    Christian v. Ditfurth

    Der 21. Juli

     (28)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis
    Der Autor ist bekannt für seine „Was-wäre-wenn-Szenarien“ oder auch „Alternativweltgeschichte“ genannt.

    In vorliegendem Buch nimmt er einmal an, dass das Attentat vom 20. Juli 1944 erfolgreich war und Adolf Hitler tot ist. Weitere Annahme: Deutschland verfügt über eine Atombombe und setzt die dann auch ein.

    Das Buch ist gekennzeichnet durch historische Details und fiktive Geschehnisse. Es spielt in mehreren Zeitebenen. Beginnend mit Ereignissen im Jahr 1953 gibt es Rückblenden nach 1944/45, um dann wieder in das Jahr 1953 zurückzukehren.
    Die Welt im Jahr 1953 wird von drei Großmächten beherrscht: die USA, die UdSSR (ja damals gab es sie noch) und ein wieder erstarktes Deutschland mit mehreren Vasallenstaaten. Das „Großdeutsche Reich“ wie es sich Hitler vorgestellt hatte, ist Wirklichkeit geworden. Der NS-Diktatur ist eine Pseudo-Demokratie gewichen. Herrenmenschentum, Rassismus und Antisemitismus sind zwar nicht mehr Regierungsprogramm, unterschwellig aber in den Köpfen vieler Menschen weiterhin vorhanden.

    Eine der Hauptfiguren ist der Spion/Verräter Knut Werdin, der eine sehr heterogene und auch zwielichtige Rolle spielt.

    Ich finde das Buch ein wenig beklemmend. Denn nur den Diktator auszuwechseln, hat in den meisten Fällen nur einen anderen (oft Schlimmeren) oder – meiner Ansicht nach noch gefährlicher – ein Machtvakuum - hervorgebracht.
    Dass Deutschland, um einen Frieden mit dem Westen herbeizuzwingen, eine Atombombe auf Minsk abwirft, lässt mich schaudern.

    Historiker werden an diesem Buch vermutlich einiges auszusetzen haben. Freunde von Verschwörungstheorien und Dystopien könnten aber auf ihre Rechnung kommen.
  13. Cover des Buches Der Hammer des Nordens (ISBN: 9783453156487)
    Harry Harrison

    Der Hammer des Nordens

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  14. Cover des Buches Der Pakt (ISBN: 9783499242069)
    Philip Kerr

    Der Pakt

     (29)
    Aktuelle Rezension von: TheSilencer
    1943. Auf beiden Seiten der Fronten ist eines klar: das Deutsche Reich kann den Krieg nicht mehr gewinnen.
    Während die Nazi-Größen um Hitler ungeachtet dessen Möglichkeiten des Endsieges ausloten, SS-Offiziere den Sturz Hitlers planen, streben Churchill, Stalin und Roosevelt einen Friedensplan untereinander an, um dem Dritten Reich den Todesstoß zu versetzen – ein Versuch, der in den eigenen Reihen nicht immer Zuspruch findet.

    Philip Kerr ist ein brillanter Erzähler. Vom Wittgenstein-Programm mal abgesehen, das in Philosophie ersäuft. Die spielt hier auch eine Rolle, wird aber nicht ganz so ernst genommen.
    Mir fiel es besonders schwer, bei den zahlreichen Charakteren durchzublicken. Authentische Personen treffen auf fiktive – das ist verdammt unterhaltsam, aber nicht in der Vielzahl.

    Nach dem verwirrenden ersten Viertel bleibt eine Abhandlung geheimdienstlicher Spionagearbeit, deren Unverfrorenheit lediglich im Gegenschlag übertroffen wird.
    Dialoglastig, spannend, mit Hängern und mit einer Schlußpointe, die man eigentlich erwartet – zumindest, wenn man den Buchrücken gelesen hat.

    Nicht sein bester Roman, aber auch keine Zeitverschwendung.
  15. Cover des Buches Die Vereinigung jiddischer Polizisten (ISBN: 9783462052381)
    Michael Chabon

    Die Vereinigung jiddischer Polizisten

     (58)
    Aktuelle Rezension von: Giselle74
    Sitka, Alaska. Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Atombombe auf Berlin, durften sich geflüchtete Juden dort mit Erlaubnis der Amerikaner einen eigenen kleinen Staat errichten. Nun soll die Enklave zurück an die USA fallen und die dort wohnenden Juden wären wieder heimat- und staatenlos. In dem Chaos der Abwicklung und inmitten sich auflösender Behörden und Zuständigkeiten geschieht in einem kleinen, schmierigen Hotel ein Mord. Ein junger Schachspieler wird mit einer Kugel im Kopf auf seinem Zimmer aufgefunden. Der zufällig im selben Hotel wohnende Polizist Meyer Landsman beginnt zu ermitteln und sticht dabei in ein Wespennest.
    Was für ein grandioser Roman! Einerseits ein Krimi im Stile Chandlers, mit einem Protagonisten, der ähnlich zerbeult agiert wie Philip Marlowe, andererseits aber auch ein Blick auf die unterschiedlichen Strömungen jüdischen Lebens. Die Chassidim und Zionisten kommen dabei eher schlecht weg, verhalten die "Schwarzhüte" sich doch ähnlich wie die Mafia und haben ihr Netzwerk über ganz Sitka gespannt.
    Mit ungeheurer Fabulierlust, viel Wortwitz und genauso viel Einfühlungsvermögen führt uns Chabon durch seine Welt bzw durch Meyer Landsmans Welt. Glaube, Politik, Schach, die große Liebe, Identitätsfragen, Chabon verbindet und mischt diese Themen hemmungslos. Sein Blick ist zugleich zynisch, schwarzhumorig und liebevoll. Das muss einem erst einmal gelingen! Und wenn dann noch Ureinwohnerrecht auf jüdische Befindlichkeiten trifft, wird die Mischung explosiv...
    Es ist beeindruckend, wie mühelos Chabon ein Meer durchquert, das klippenreicher nicht sein könnte. Er überschreitet Grenzen und verteilt seine Spitzen hemmungslos in jede Richtung: seien es geldgierige Stammesregierungen, tiefgläubige Mafiosi, gewinnorientierte Amerikaner oder attentatsbereite Zionisten. Und so ganz nebenbei zeigt dieser Roman auch, dass Menschlichkeit und Fanatismus sich ausschließen. Immer.
    Wer also Krimis mag, wer... ach, Unfug! Lest dieses Buch, es ist einfach rundherum großartig!
  16. Cover des Buches Die letzte Welt (ISBN: 9783596522637)
    Christoph Ransmayr

    Die letzte Welt

     (106)
    Aktuelle Rezension von: Janine2610
    Darum geht's:

    In diesem Roman ist die Verbannung des römischen Dichters Ovid durch Kaiser Augustus im Jahre 8 n. Chr. der historisch fixierte Ausgangspunkt einer phantasievollen Fiktion. Der Römer Cotta, sein – durch Ovids » Briefe aus der Verbannung« – ebenfalls historisch belegter Freund, macht sich in Tomi am Schwarzen Meer auf die Suche nach dem Verbannten, denn in Rom geht das Gerücht von seinem Tod, als auch nach einer Abschrift der » Metamorphosen«, dem legendären Hauptwerk Ovids. Cotta trifft in der "eisernen Stadt" Tomi jedoch nur auf Spuren seines Freundes, Ovid selbst begegnet er nicht. Er findet dessen verfallenes Haus im Gebirge, den greisen Diener Pythagoras und, je komplizierter und aussichtsloser sich die Suche gestaltet, immer rätselhaftere Zeichen der » Metamorphosen« - in Bildern, Figuren, wunderbaren Begebenheiten. Bis sich zuletzt Cotta selbst in der geheimnisvoll unwirklichen Welt der Verwandlungen zu verlieren scheint: die Auflösung dieser "letzten Welt" ist wieder zu Literatur geworden.

    Meine Meinung:

    Wenn etwas auf dieses Buch zutrifft, dann, dass es auf alle Fälle sehr historisch ist. Nicht nur der Römer Cotta (unser Protagonist), den es tatsächlich gegeben haben soll, auch der römische Dichter Ovid und Kaiser Augustus wirken in diesem Roman, der sich etwa 8 nach Christus abspielt, mit.

    Die letzte Welt war eine Leihgabe von meinem Onkel, der sehr begeistert vom Inhalt war. In meinem Kopf hat der Roman ebenfalls beeindruckende Bilder heraufbeschworen, denn der Erzählstil des Autors ist relativ bildmächtig, wenn auch manchmal etwas mühsam, da viele sehr lange, auch verschachtelte, Sätze darin ihren Platz haben. Außerdem wirkt der Schreibstil sehr historisch, wie aus der Zeit gefallen – also der Zeit, in der die Handlung stattfindet, absolut angepasst. Nichtsdestotrotz hat sie auch was ganz eigenes. Möglicherweise ist das der generelle Stil des Autors, das weiß ich aber nicht, da dies mein erstes Buch von Ransmayr war.

    Die Handlung an sich hat mir nicht immer gut gefallen. Teilweise ist sie SEHR fantasievoll. Mit der Realität hatte das dann nicht mehr viel zu tun. Außerdem sind die Charaktere in dieser Geschichte alle – ohne Ausnahme! – ziemlich eigenartige, teils unheimliche Gestalten, deren Beweggründe und Verhalten ich selten verstehen oder auch nur nachvollziehen konnte. Meist wurde ich überrascht, wenn dieses oder jenes getan oder gesagt wurde. Die Phrase »Total aus der Zeit gefallen« passt hier wie die Faust aufs Auge.

    Die letzte Welt ist ein Roman, bei dem ich zwiegespalten bin. Soll ich ihn weiterempfehlen, soll ich es lieber sein lassen?
    Ich glaube, dass der Schreibstil des Autors schon mal absolute Geschmackssache ist. Die manchmal doch recht fantasyreiche Handlung ist vielleicht ebenso nicht jedermanns Sache, das muss erwähnt werden. Ansonsten schafft es Ransmayr wunderbar, zumindest bei mir, mit seiner Geschichte herrliche Bilder entstehen zu lassen. Bilder, die man sich vermutlich nicht so häufig vorstellt, da das Setting ein eher seltenes und weniger attraktives ist: Tomi, die eiserne Stadt. Mit den Charakteren bin ich leider nicht ganz warm geworden, mit dem Protagonisten Cotta noch am meisten, aber selbst der blieb mir bis zuletzt eher fern. Drei Sterne für diesen teilweise recht beeindruckenden Roman finde ich an dieser Stelle auf jeden Fall angebracht.
  17. Cover des Buches Kaisertag (ISBN: 9783864021053)
    Oliver Henkel

    Kaisertag

     (8)
    Aktuelle Rezension von: karatekadd

    Im Oktober 2014 schrieben wir eine Rezension zu einem Buch, welches für den Deutschen Phantastik Preis nominiert war.  Es ging um Zeitreisen im Zusammenhang mit der deutschen Geschichte im sogenannten Dritten Reich.

    Mich hat das Thema wieder eingeholt. Zum einen mit dem eBook WALKÜRENRITT von Heiger Osttag und zum anderen mit KAISERTAG von Oliver Henkel.  Um das letztgenannte Buch aus dem Jahr 2014, welches den Deutschen Science-Fiction-Preis gewonnen hat geht es hier, WALKÜRENRITT sei schon mal angekündigt.

    Wir bleiben damit schön in der zeitlichen Reihenfolge, denn KAISERTAG spielt zwar 1988, die Rückblenden reichen bis zum 1. Weltkrieg zurück. Was wäre gewesen, wenn der habsburgische Thronfolger, Erzherzog Ferdinand. gar nicht Opfer des bekannten, scheinbar den ersten Weltkrieg auslösenden Attentats geworden wäre?

    Also ich gehe mal davon aus, dass es dann ein Paralleluniversum ohne diesen mörderischen Krieg gegeben hätte. Nein, nein, ich glaube eigentlich nicht an solche Fantastereien. (Übrigens, es geht nicht um Zeitreisen.) Ob Oliver Henkel daran glaubt weiß ich nicht, aber eins ist sicher, wir haben es mit einer etwas anderen Art von Science-Fiction zu tun.

    Science-Fiction [ˌsaɪəns ˈfɪkʃən̩] (engl. science „Wissenschaft“, fictionFiktion“) ist ein Genre der Literatur und des Films, aber auch anderer Bereiche wie etwa der bildenden Kunst oder der Videospiele, das den Einzelnen, die Gesellschaft oder die Umwelt in (oft radikal) alternativen Konstellationen betrachtet. Science-Fiction entwirft – häufig in die Zukunft verlegte, teilweise auch räumlich entfernte – Konstellationen des Möglichen und beschreibt deren Auswirkungen. Dabei werden reale wissenschaftliche und technische Möglichkeiten mit fiktionalen Spekulationen angereichert. [1]

    Zukunft. Aha. Meist jedenfalls. Wir aber schauen mit Henkel zurück. Zuerst einmal in das Jahr 1914. Also. Ferdinand ist nicht ermordet wurden, Weltkrieg 1 und 2 fanden nicht statt. Das Dritte Reich war auch kein Thema, dafür regiert im Jahr 1988 Kaiser Wilhelm V. – ziemlich jung auf den Thron geraten, Vater, älterer Bruder und Großvater segneten zu schnell das Zeitliche.

    Das Kaiserreich hat sich ziemlich langsam entwickelt. Es gibt noch Autos mit mechanischen Blinkern, äh, Winkern. Kutschen, Pferdefuhrwerke sind auch noch allgegenwärtig. Die Soldaten tragen immer noch den unbequemen Waffenrock und die Pickelhaube. Das Offizierskorps scheint immer noch ziemlich abgehoben zu sein. Zeppeline sind das Reisemittel, z.B. in die Kolonien.

    Den Privatdetektiv Friedrich Prieß sucht eine junge Dame auf, deren Mann, ein Oberst des Reichsministeriums für Aufklärung (Militärgeheimdienst) sich das Leben genommen haben soll. Sie glaubt nicht richtig dran und da das Entgelt ansprechend ist, sagt Fritz zu.  Der Hamburger muss also nach Lübeck. Und diese Hansestadt weist eine Besonderheit auf. Sie hat nämlich eine Polizeipräsidentin. Unverheiratet. Protegiert von einem Senator. Alexandra ist die Ex-Verlobte von Fritz. Und wegen der endete seine Militärkarriere bereits als Leutnant. Denn (zukünftige) Offiziersgattinnen hatten, bzw. haben nicht zu arbeiten. Punkt. Andernfalls müsse er den Dienst quittieren. Er quittiert, denunziert von einem Kameraden.

    Wie gesagt, das Deutsche Kaiserreich ist ziemlich entschleunigt wurden. Die Polizeipräsidentin, in der Beschreibung verfügt sie aber nur über den Personalbestandes eines kleinen Reviers, hat eine gewaltige Aufgabe: Der KAISERTAG steht bevor. Seine Majestät besucht die Freie und Hansestadt Lübeck. Und plötzlich steht der Fritz wieder vor ihr. Der erste Abend geht schrecklich aus. Da der Oberst aber wohl tatsächlich ermordet oder zum Selbstmord gezwungen wurde, kommt es zu einer Zusammenarbeit der beiden, die nicht so richtig in die vorherrschende Gesellschaft zu passen scheinen. Das ungleiche Pärchen sticht in ein Wespennest: Zwei geheime Gruppen bekämpfen sich im Deutschen Kaiserreich, das gerade mitgeteilte, dass es die Atombombe entwickelt hat. Testgebiet – man hat ja Kolonien. Und Krieg ist der Vater aller Dinge. Oder so. Und Großmachtstreben gibt’s auch.

    Was kann ich noch verraten?

    Diverse Namen kommen schon vor. Ein E. Presley leitet die New Yorker Philharmonie. Generalfeldmarschall Erwin Rommel ist ein Graf von Kai-Feng, er hat den Großen China-Krieg gewonnen. Das war im Jahr 1944. Der greise Held tritt selten in die Öffentlichkeit. Alexandra Dühring vernimmt einen gewissen Feldmann, der durch Bildergeschichten das deutsche Handwerk „verunglimpft“. Freunde würden ihn „Brösel“ nennen, erklärt er in der Vernehmung. Die Bildergeschichten sind in der Jugend ziemlich beliebt…

    Arno Wyzniewski[2] spielt im Kino immer den Großen Friedrich, ein Bürokopierer kostet 4000 Mark. Soviel wie ein Opel-Benz. Nein, ich habe mich nicht verschrieben. Autos sind teuer, die Bürger sollen nicht so viel rumkutschen. Geschickter Weise hat Henkel das Jahr 1988 gewählt. Computer waren damals noch nicht so sehr verbreitet ;) – Hier verzichten wir gleich mal ganz darauf.

    Ein General Göring hat vor Jahrzehnten das Maul zu voll genommen, so gewann der militärisch-industrielle Zeppelin-Komplex das Rennen und Jagdflugzeuge braucht man zwar, aber besonders wichtig scheinen sie nicht. Bomben kann man auch mit Luftschiffen. 

    Und diverse weitere Anspielungen, die einen schmunzeln lassen.

     

    * * *

    Am Ende ist es ein spannender Spionagekrimi und weniger ein Science-Fiction-Roman der Marke WAS WÄRE WENN? Aktuell der Umstand, die Türkei mischt ein klein wenig mit. Für Verschwörungstheoretiker ist das Buch auch eine Fundgrube. Antisemitismus diverser unangenehmer Personen ist gelegentlich vorhanden.

    Verblüffend ist letztlich, dass, so wie die Gesellschaft beschrieben wird, diese Alexandra Dühring tatsächlich Polizeichefin einer Hansestadt werden kann. Vorbotin einer neuen Zeit ist sie damit noch nicht. Da fällt auch schon mal der Begriff „Suffragette“. Das Ende erinnert an Robin Hood. Den mit Sean Connery als König Löwenherz.

    Oliver Henkel hat sich auch schön selbst auf die Schippe genommen. Der Friedrich Prieß findet bei der Alexandra einen Roman. Von Richard Harris. Vaterland. Und schüttelt den Kopf ob der Frage, wer sich denn solch abstrusen Unsinn ausdenken konnte: „Ein Regime massenmordender rassistischer Wahnsinniger, angeführt ausgerechnet von einem messiasartig verehrten österreichischen Postkartenmaler, der nicht nur den [2.] Weltkrieg vom Zaun gebrochen hatte, sondern auf dessen Befehl hin auch Millionen von Menschen in monströsen Tötungslagern ermordet worden waren.“ (Seite 182)

    Aber auch wenn dies auf dieser Zeitebene nicht stattgefunden hatte: Verbrechen sind auf der Skala nach oben wohl keine Grenzen gesetzt. Auch nicht unter Wilhelm V. im Jahr 1988.

    So eben fand ich in der Beschreibung eines weiteren Buches von Oliver Henkel, Die Fahrt des Leviathan, einen Begriff, den wohl der Atlantis-Verlag für solche Bücher geprägt hat: Alternativwelt-Roman. Das gilt auch für den Roman Die Zeitmaschine Karls des Großen. Ebenfalls von Henkel. Der Verlag hat sich auf Science Fiction und Fantasy spezialisiert und ist bestimmt eine Fundgrube für Liebhaber solcher Geschichten.

    Wenn Geschichte auf SF oder Fantasy stößt, dann finde ich dies schon mal interessant. Hier zum Beispiel. Und hier.

    Henkel wurde im Jahr 1973 in Lübeck geboren. In der Informatikbranche arbeitend verblüfft die Computerlosigkeit seiner Geschichten. Zweimal wurde er mit dem Deutschen-Science Fiction-Preis ausgezeichnet. Seine Bücher handeln alle in derartigen Alternativwelten. Sicher eine seltene Form von Geschichtsrezeption, aber diese könnte mir gelegentlich gefallen.

     

    ► DNB / Atlantis-Verlag / Stolberg 2014 / ISBN: 978-3-86402-105-3 / ca. 366 S.

     

    © KaratekaDD


    [1] Seite „Science-Fiction“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 27. Juli 2016, 06:23 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Science-Fiction&oldid=156492562 (Abgerufen: 1. August 2016, 14:16 UTC)

    [2] Das hat er auch in „Sachsens Glanz und Preußens Gloria“ getan

  18. Cover des Buches Die Mauer steht am Rhein (ISBN: 9783462301694)
    Christian v. Ditfurth

    Die Mauer steht am Rhein

     (26)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Ein schreckliches Buch! Zugegeben, die Idee ist gut: Da gelangt die Sowjetunion durch List und Tücke im Jahr 1988 an die BRD - die Wiedervereinigung unter gänzlich anderen als den realen Gegebenheiten ist die Folge. Die BRD wird dem Geltungsbereich der DDR angeschlossen, wodurch die DRD (Demokratische Republik Deutschland) entsteht, zuerst eine Art Föderation, später dann als geeintes Land. Parteien verbinden sich und zerbrechen darunter, hochrangige Politiker und Wirtschaftsführer fliehen oder arrangieren sich mit den Neuerungen. Die Stasi erweitert ihr Betätigungsfeld um einige neue Bezirke, dem 17. Juni ähnliche Demonstrationen führen zu tausenden Festnahmen und auch Toten. Erzählt wird das ganze von einem Ich-Erzähler, seines Zeichens ehemaliger Sportjournalist der Rheinischen Post, die auch schneller, als man gucken kann, ihr Fähnchen in den Wind hängt. Wie viele andere Pressehäuser der ehemaligen BRD übrigens auch. Jedenfalls entschließt sich dieser Ich-Erzähler aus dem Exil in Zürich heraus ein Buch zu schreiben, in dem er über die wahren Hintergründe der Wiedervereinigung berichtet. Dieses Buch, das dem Leser dann also vorliegt, ist ein Bericht. Ein elend langatmiger, detailverliebter, aber unglaublich sachlicher und mit DDR-Fachbegriffen und politischen Namen gespickter Bericht. Der Teil über die gelungene Flucht ist kurz, persönliche Schicksale spielen keine Rolle, es geht um das große Ganze. Und das zieht sich. Für mich wurde hier eindeutig eine Chance verpasst. Nachdem ich Harris' "Vaterland" nur so verschlungen hatte, wurde mir "Die Mauer steht am Rhein" als weiterer lesenswerter Szenario-Roman anempfohlen. Denjenigen muss ich jetzt wohl hauen. Diesem Werk geht wirklich jegliche Spannung ab. Ein Ich-Erzähler, der aus dem Exil berichtet, kann einfach nicht die Gedanken eines Mitglieds des ZK der SEdDRD (sic!) wissen. Das ist unlogisch. Ebenso ist es unlogisch, auch wenn als Quelle hier Informanten aus dem innersten Kreis zählen, dass Gespräche noch Jahre später wortgenau wiedergegeben werden können. Figuren werden nicht entwickelt und spielen eigentlich auch keine Rolle. Gut, ein Bericht muss nicht spannend sein. Aber so, wie sich dieser Roman literarisch präsentiert, wird er nicht allzu viele Leser gewinnen, da es einfach unlesbar ist. Zumindest für denjenigen, der nicht im Bereich Politik einer großen deutschen Wochenzeitung arbeitet oder sonst irgendwie aktiv an Politik in der DDR beteiligt war. Menschliche Auswüchse und Schicksale werden nur am Rande tangiert und spielen kaum eine Rolle. Aber gerade das wäre nötig zu zeigen, denn Willkürmaßnahmen der Stasi, verfehlte Fluchten mit dramatischen Folgen, Auswirkungen auf die Schule oder die Rolle der Medien in der DDR sind interessante und v.a. wissenswerte Themen. So nähert sich aber garantiert kein junger Mensch freiwillig dieser Problematik an. Wirklich schade. Ich habe an diesem Buch drei Jahre gelesen. Es ist ein Trauma-Buch. Es quält mich, wenn ich weiß, dass da ein Buch angefangen im Regal wartet. Jetzt habe ich es endlich besiegt.
  19. Cover des Buches Goliath (ISBN: 9781416971788)
    Scott Westerfeld

    Goliath

     (4)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Achtung: Rezension für die komplette Trilogie!!! Europa 1914. Der Thronfolger von Österreich-Ungarn, Ferdinand, und seine Frau Sophie werden in Serbien ermordet und ihr Sohn Aleksandar von Hohenberg muss mit ein paar treuen Untergebenen aus Österreich fliehen, da befürchtet wird, dass er Anspruch auf den Thron erheben könnte. Zur selben Zeit verkleidet sich Deryn Sharp als Junge, um in die britische Luftakademie aufgenommen zu werden, denn sie will nichts mehr als Flieger werden. Darwinisten und Mechanisten treffen aufeinander und der Krieg zwischen den Großmächten Europas bricht aus. In diesen Wirren lernen sich Alek und Deryn kennen, werden zu Freunden und Verbündeten, auch wenn beide ihre Geheimnisse hüten. Doch sie sind vielleicht die Einzigen, die den Krieg zu einem Ende bringen und Schlimmeres verhindern können - mit Hilfe des Darwinisten-Luftschiffs Leviathan. Ich bin absolut begeistert von dieser Steampunk-Trilogie!!! Scott Westerfeld fasst den Steampunk, wie es sein soll: historische Personen und Ereignisse vermischt mit futuristischen Erfindungen - eine alternative Realität. Dazu kommen die wunderschönen Illustrationen von Keith Thompson! Sie begleiten die Handlung und helfen, sich die Maschinen und Tierwesen besser vorzustellen. Sie haben meine Fantasie nur noch mehr beflügelt. In Leviathan werden die Hauptfiguren Alek und Deryn eingeführt. Beide sind Charaktere mit denen man sich identifizieren kann. Vor allem Deryn, deren Wünsche und Ziele man gut verstehen kann, für die sie sich als Junge ausgibt. Auch Aleks Gefühle sind gut nachvollziehbar: er hat seine Eltern verloren, ist auf der Flucht und auf der Suche nach seinem Platz im Leben. Im ersten Band erfährt der Leser auch, wie die Welt in der Trilogie aussieht: Mechanisten und Darwinisten herrschen über Europa. Mechanisten, dazu gehört Alek, sind die Leute, die große, dampfende Maschinen bauen. Kriegsschiffe, Kampfläufer, Waffen. Die Darwinisten, dazu gehört Deryn, züchten Tierwesen, die die Maschinen ersetzen können. Alek und Deryn begegnen sich auf dem Luftschiff Leviathan, das eine Schöpfung der Darwinisten ist, eine Art riesiges Säugetier. Deryn ist als Junge, Dylan, Kadett auf diesem Schiff. Alek versucht sein Geheimnis bezüglich seiner Herkunft zu wahren, was nicht so leicht ist, da die Engländer den Österreichern nicht trauen. Doch sie sind aufeinander angewiesen, also reisen Alek und seine Gefährten mit den Engländern Richtung Osmanisches Reich, denn dort hat die Darwinisten-Biologin Dr. Barlow einen Geheimauftrag. Alek und Deryn spüren, dass nicht alles nach Plan laufen wird. In Behemoth erreicht die Leviathan das Osmanische Reich, doch die diplomatischen Verhandlungen scheitern und Alek und seine Leute fliehen, gemeinsam mit einer neuen, sehr intelligenten Tierschöpfung, die Teil von Dr. Barlows Mission ist. Deryn versucht alles, um Alek zu helfen und in Istanbul zu finden. Man kann eine deutliche Charakterentwicklung der beiden Hauptcharaktere mitverfolgen. Sie wachsen an den Situationen, die sich ihnen stellen und müssen Entscheidungen treffen. Auch wachsen die Beiden enger zusammen. Deryn kennt und bewahrt Aleks Geheimnis für sich, auch wenn andere es entdecken. Sie werden in einen Aufstand in Istanbul verwickelt und helfen, wo sie können, auch um die Leviathan zu retten. Aleks Identität wird der Welt offenbart und er setzt sich zum Ziel diesen unnötigen Krieg zu beenden. In Goliath spitzen sich die Ereignisse dann vollkommen zu, denn ein verrückter Wissenschaftler hat eine schreckliche Waffe gebaut, die er dazu nutzen will, um den Weltfrieden herzustellen. Alek und Deryn wissen, dass sie etwas tun müssen. Auch werden endlich alle verbleibenden Geheimnisse zwischen den Charakteren gelüftet und Konflikte lösen sich. Die Charaktere finden zueinander und ich habe das Ende als absolut passend empfunden. Fazit: Die Leviathan-Trilogie ist eine spannende, aufregende Abenteuergeschichte um zwei Teenager aus unterschiedlichen Welten, deren Schicksal und Geschichte miteinander verbunden scheint. Die Liebesgeschichte ist sehr zart und nicht vordergründig und passt damit perfekt in die ganze Geschichte. Ich habe jede Seite der drei Bücher genossen! Ich habe die Bücher regelrecht verschlungen! Die Charaktere waren absolut klasse, ich mochte wirklich jeden Charakter. Mit Hilfe der tollen Zeichnungen fiel es mir auch sehr leicht mir die Tierschöpfungen und Maschinen vorzustellen und richtig in die Welt von Scott Westerfeld einzutauchen. Wer Steampunk und spannende Abenteuergeschichten mag, ist hier bestens bedient. Für eine absolut grandiose Unterhaltung gebe ich 5 Sterne!!!
  20. Cover des Buches Das Rosa-Luxemburg-Komplott (ISBN: 9783958245006)
    Christian v. Ditfurth

    Das Rosa-Luxemburg-Komplott

     (12)
    Aktuelle Rezension von: Jens65
    Das Buch ist nicht nur ein Thriller, sondern der Leser erfährt ungemein viel über die Auseinandersetzungen und Schwierigkeiten des Jahres 1919, in dem in Deutschland die Weichen gestellt wurden in Richtung 1933 und 1939, dem Machtantritt der Nazis und der Entfesselung des Zweiten Weltkriegs. Ich finde das Buch noch intensiver als die ausgezeichneten Ditfurth'schen Vorgänger "Der 21. Juli" und der "Consul".
  21. Cover des Buches Darwinia (ISBN: 9783453526464)
    Robert Charles Wilson

    Darwinia

     (26)
    Aktuelle Rezension von: Manfred_SH
    Ein bisschen viel Fantasy wird verlangt, um das Buch zu verstehen. Mir hat es nicht so gut gefallen, war einmal drauf und dran es wegzulegen.
  22. Cover des Buches Leviathan (ISBN: 9781416971740)
    Scott Westerfeld

    Leviathan

     (9)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Europa im Jahre 1914. Nach dem Mord am österreich-ungarischen Thronfolgers Franz Ferdinand und seiner Frau, bricht der erste Weltkrieg aus.
    Anders als in unserer Realität wird hier aber nicht mit Gewehren und Panzern gekämpft, sondern auf Seiten der Maschinisten (Dreibund Deutschland-Österreich-Italien) mit riesigen Kriegsgeräten, wie man sie aus Mecha-Animes kennt, auf Seiten der Darwinisten (England, Frankreich) mit genetisch optimierten Kriegstieren wie gezähmten Tigern, oder den Namensgebenden fliegenden Wal Leviathan.
    So treffen Elemente aus Steam- und Cyberpunk im Szenario des ersten Weltkriegs aufeinander.
    In diesem Aufeinandertreffen der Kräfte treffen zwei Persönlichkeiten aufeinander, die beide ihre eigene Geschichte schreiben.
    Auf Seite der Maschinisten steht Alexander, der Sohn von Franz Ferdinand von Österreich-Ungarn, dessen Erbe und damit politisch ungewollter Thronfolger des Reiches. Auf Seite der Darwinisten haben wir Deryn, ein Mädchen, dessen Wunsch, zur britischen Luftwaffe zu gehen, so stark ist, dass sie sich dafür als Junge ausgibt.
    Ohne es zu wissen, bestehen sie ihre eigenen Abenteuer, bis diese unverhoffter Weise zusammenlaufen.

    Ich habe das Buch in einem Outlet ausliegen sehen und war vom steampunkig angehauchten Cover fasziniert. Auch wenn ich persönlich nicht viel mit geschichtlichen Szenarien anfangen kann, hat mich die doch stark verzerrte Realität der Darwinisten und Maschinisten überzeugt, es mitzunehmen.
    Westerfelds Schreibstil ist einzigartig, ungewöhnlich, frisch, charmant und irgendwie einprägsam. Das Buch ist eher an jüngeres Publikum gerichtet, das merkt man in der Art und Weise, wie er seine Charaktere ausarbeitet. Deryn zum Beispiel verliert das ganze Buch über nicht ihre sehr eigene Art zu sprechen, auch wenn es teilweise eher unangebracht ist, Alek bleibt auf seine Art und Weise auch naiv, auch wenn er im Laufe der Geschichte deutlich an Reife gewinnt.
    Leider bleiben die anderen Charaktere, die das Buch anreißt vergleichweise flach.
    Das macht aber nicht so viel, denn die Welt wirkt dagegen umso lebendiger (was ironisch ist, weil es die meiste Zeit in recht kargen Gebieten spielt). Die Idee mit den Kriegstieren und -maschinen ist mir in dieser Form noch nicht untergekommen und wirkt auf mich deshalb auch erfrischend.
    Die knapp 500 Seiten lasen sich im Handumdrehen (3 Nachtschichten und weg war es).
    Hierbei ein kleiner Hinweis: die Perspektive wechselt von Kapitel zu Kapitel immer wieder zwischen Alek und Deryn hin und her, bleibt aber in dritter Person. Das kann hin und wieder für Verwirrung sorgen, ich fand es aber ganz angenehm.

    Schade, dass man an den zweiten Band so schwer in Hardcover herankommt, denn ich würd wirklich gerne weiterlesen. Vielleicht muss ich aber doch die Reihe im Taschenbuchformat kaufen. Wäre auch mein Tipp an euch, wenn ihr keine Unsummen für Band 2 ausgeben wollt :/

    Wenn man auf Steam- und/oder Cyberpunk oder aber auch nur auf alternative Realitäten oder Kriegsszenarien mit jugendhaftem Charme steht, kann man sich das Buch auf jeden Fall ins Regal stellen. Macht Spaß.
  23. Cover des Buches Behemoth (ISBN: 9781847386779)
    Scott Westerfeld

    Behemoth

     (4)
    Noch keine Rezension vorhanden
  24. Cover des Buches Der Consul (ISBN: 9783866853560)
    Christian v. Ditfurth

    Der Consul

     (17)
    Aktuelle Rezension von: Jens65
    Ditfurth schickt seinen Kommissar Soetting auf Ermittlungen in Berlin, Leipzig und anderswo in der dramatischen Endphase des Niedergangs der Weimarer Republik. Das ist nicht nur historisch aufregend. Auch ohne den Geschichtsablauf handelt es sich um einen einzigartigen Krimi mit einem interessanten Helden, der ganz Typ seiner Zeit ist und einen mehr als mysteriösen Serienmord aufzuklären hat: Hitler, Röhm, Strasser und Goebbels sind auf merkwürdige Weise umgebracht worden. Dahinter steckt natürlich politische Absicht. Nur welche? Ditfurth führt den Leser durch ein fein verzweigtes Labyrinth der Intrigen und Machenschaften finsterer Gestalten. Am Ende steht eine überraschende Lösung.

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