Bücher mit dem Tag "altersweisheit"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "altersweisheit" gekennzeichnet haben.

11 Bücher

  1. Cover des Buches Abschiedsfarben (ISBN: 9783257071375)
    Bernhard Schlink

    Abschiedsfarben

     (44)
    Aktuelle Rezension von: sina_liest

    In "Abschiedsfarben" präsentiert Bernhard Schlink neun Kurzgeschichten, die sich alle um das Thema Abschied drehen. Mal ist dieser Abschied sehr offensichtlich, mal kann man ihn eher zwischen den Zeilen lesen. Mal geht es um Tod, oft aber auch um Liebe und Vergebung.

    Ich habe ziemlich lange gebraucht, um in das Buch zu finden, doch dann konnte mich Schlink wieder mit seiner schönen Sprache überzeugen. Wie es bei Kurzgeschichtensammlungen nun mal so ist, haben mir manche Geschichten mehr gefallen und andere weniger. Tatsächlich war das Verhältnis davon recht ausgeglichen, vor allem weil mir bei ein paar Geschichten das letzte Etwas gefehlt hat, um mich wirklich begeistern zu können. Insgesamt konnte mich das Buch aber schon unterhalten.

  2. Cover des Buches Tag und Nacht und auch im Sommer (ISBN: 9783442737505)
    Frank McCourt

    Tag und Nacht und auch im Sommer

     (119)
    Aktuelle Rezension von: Lese-katze92
    Mit viel Humor und einer satten Portion Ironie schreibt Frank McCourt in seinem Werk "Tag und Nacht und auch im Sommer" mit seiner gewohnt ehrlichen Art über den mehr oder weniger "harten" Alltag als Lehrer und die dazugehörigen  teils extrem witzigen Situationen zwischen Schüler und Lehrer. Zwar manchmal vielleicht etwas langatmig, dennoch hat es viel Freude gemacht, dieses Buch zu lesen. Man kann es nur empfehlen, da es sich Tag und Nacht und sogar im Sommer gut liest!:)
  3. Cover des Buches Signor Rinaldi kratzt die Kurve: Roman (ISBN: 9783961615032)
    Lorenzo Licalzi

    Signor Rinaldi kratzt die Kurve: Roman

     (19)
    Aktuelle Rezension von: ulrikerabe
    Pietro Rinaldi hat genug vom Leben. Akribisch plant der 80-jährige seinen Selbstmord. Doch unerwartete wie tragische Umstände veranlassen ihn, sich plötzlich um seinen Enkelsohn Diego kümmern zu müssen. Der alte Mann und der Teenager begeben sich auf eine Reise, die beider Leben verändern wird.

    Signor Rinaldi kratzt die Kurve ist trotz seines traurigen Hintergrundes ein absolut amüsantes Buch. Pietro, der ehemals gefeierte Schriftsteller ist nach dem Tod seiner Frau ein mürrischer Zyniker geworden. Zu der Familie hält er nur sporadisch Kontakt. Scharfsinnig und –züngig kommentiert er die Welt in all ihrer Trivialität. Wie er darüber nachdenkt, auf welche Art er sich am besten umbringen könnte hat einen ziemlich morbiden Charme. Überhaupt kann man sich dem ruppigen Senior kaum entziehen. Hinter seiner rauen abweisenden Schale befindet sich jedoch ein weicher Kern, den sein Enkel (und dessen riesiger tölpeliger Hund Sid) zu knacken weiß.

    Das Leben (und auch das Sterben) geht manchmal seine eigenen seltsamen Wege. In einer Woche im September hatte der alte Mann die Absicht gehabt zu sterben und wieder ins Leben zurückgefunden. Von Verlust, Abschied und Neubeginn, vom Wiederfinden der Freude am Leben, von all dem erzählt der italienische Autor Lorenzo Licalzi mit trockenem Humor und gleichzeitig voller Wärme und hinterlässt den Leser mit einem wohltuenden Gefühl.
  4. Cover des Buches Friedhof der Kuscheltiere (ISBN: 9783453441606)
    Stephen King

    Friedhof der Kuscheltiere

     (1.920)
    Aktuelle Rezension von: benfi
    KURZBESCHREIBUNG: 
    Nur zwei Dinge waren es, die Louis Creed und seiner Familie nach dem Umzug nach Ludlow vom perfekten Zuhause trennten. Zum einen die stark befahrene Route 15 direkt vor der Tür und zum anderen der Friedhof der Kuscheltiere; gut eine Meile hinter dem Haus im Wald versteckt. Ersteres war immer eine Gefahr für Mensch und Tier, zweiteres weckte in Louis Frau Rachel dunkle Erinnerungen an den frühen Tod ihrer Schwester Zelda. Als Arzt der Universität von Maine sieht der dreißigjährige Mann dies jedoch als natürliche Sache dem Leben zugehörend an. Bis eines Tages der Familien-Kater Churchill Winston eben auf jener Straße überfahren wird. Da Rachel, Tochter Ellie und Sohn Gage bei seinen Schwiegereltern sind, nimmt Louis die eigenartige Hilfe des Nachbarn Jud Crandall an und begräbt das Tier auf einem alten Indianer-Friedhof hinter dem für die Kuscheltiere. Church kommt tatsächlich wieder, wenn auch verändert und emotionslos erscheinend. So richtig fällt dies aber nicht auf. Als jedoch das Drama seinen Lauf nimmt und Louis Sohn der Route 15 zum Opfer fällt, will der Vater trotz aller Warnungen und Geschehnissen in der Vergangenheit Gage auf dem Friedhof begraben und ihn zurückholen...

    KOMMENTAR:
    Auch bei dem erneuten Lesen des Romans 'Friedhof der Kuscheltiere' fühlte ich die drückende Stimmung, die durch das Thema Tod in dem Buch vorherrscht. Der amerikanische Autor Stephen King empfand die Story selber als harten Stoff, trotzdem wurde sie 1983 auf dem Markt gebracht - erfolgreich, denn es landete auf Platz Eins der Bestsellerliste. Dabei ist der Roman nun wirklich kein acition-geladener Stoff oder mit typischen Figuren aus klassischen Horror-Geschichten geladen; nein - King spielt einfach mit den natürlichen Ängsten des Menschen und dies ziemlich erfolgreich. Gerade Louis Frau Rachel und ihre kindlichen Erlebnisse innerhalb der Familie ist glaube für nicht wenige Menschen ein Horror-Szenario, dass sie nicht selber durchschreiten wollen. Natürlich kann man jetzt von Untoten reden, allerdings ist dies hier durch diesen mystischen Friedhof doch etwas anders konstruiert. Der Roman fesselt durch seine intimen Gedanken zu dem Thema des Todes und dem Sterben, und hat dafür doch verschiedenste Charaktere parat. Kam er mir beim ersten Lesen gar nicht so in den großen Fokus, ist der alte Nachbar Jud eine wirklich wunderbare Figur, die der Schriftsteller in diesen Roman eingebaut hat. King beweist auch mit diesem Werk, was mit seinen über sechshundert Seiten nicht gerade einen kurzweiligen Lesestoff bietet, seine erzählerische Kunst durch die Erlebnisse seiner Charaktere in deren Vergangenheit und ihren sehr tiefgründigen Gedanken. Immer noch begeistert mich, dass King in dem Roman mehrfach die Punk-Rocker RAMONES erwähnt, welche ja zu dem Film aus den Achtzigern sogar einen Song lieferten. 'Hey Ho, let's go' wurde ja sogar zum Schlachtruf der Hauptfigur. 'Friedhof der Kuscheltiere' ist ein wirklich gelungener Roman, der dosierten Horror vermittelt, immer wieder ein unwohles Schaudern verbreitet und den Leser wunderbar an die Seiten bindet. Eigentlich ein schöner Roman, um in die Welt von Stephen King einzusteigen. Und ein zweites Mal kann man das Buch ebenfalls nochmal sehr gut lesen...

    9,0 Sterne

  5. Cover des Buches Altwerden ist nichts für Feiglinge (ISBN: 9783442174195)
    Joachim Fuchsberger

    Altwerden ist nichts für Feiglinge

     (18)
    Aktuelle Rezension von: Perle
    Klappentext:
    "Blacky" Fuchsberger zeigt, wie man würdevoll und mit einem Augenzwinkern alt werden kann

    Er ist bekannt und beliebt. Und er verfügt über mehr als achtzig Jahre Lebenserfahrung. Launig und charmant, nachdenklich, aber nie weinerlich, plaudert Joachim Fuchsberger über die Blüte seines Lebens und darüber, wie es sich anfühlt, wenn sie langsam dahinwelkt. Er empfiehlt, sich den Lebensabend nicht durch demographische Schwarzmalerei verderben zu lassen. Vor allem aber macht der große alte ;Mann des deutschen Unterhaltungsfilms seinen Altersgenossen (und auch allen anderen) Mut, locker mit diesem unvermeidlichen Vorgang umzugehen.

    "Ich stehe auf und hole mir die Zeitung, schlage zuerst die Todesanzeigen auf, lese sie aufmerksam durch - wenn ich nicht drinstehe, zieh ich mich an!" (Joachim Fuchsberger)

    Eigene Meinung:
    Dieses Buch entdeckte ich vor einiger Zeit in einem Öffentlichen Bücherschrank und musste es unbedingt mitnehmen, da ich schon immer ein großer Fan von ihm war. "Blacky" wie er liebevoll von seinem Publikum und Fans genannt wird, war und ist immer noch super!

    Joachim Fuchsber ist ein Multitalent. Er kann moderieren, Theater spielen und auch gut schreiben. Daher freute ich mich auf diesen Spiegel-Bestseller "Altwerden ist nichts für Feiglinge" sehr und begann  zu lesen, in nur drei Tagen war ich komplett durch. Schon auf den ersten Seiten musste ich schmunzeln, und hatte tatsächlich auf den 222 Seiten eine gute Unterhaltung. Er erzählt die Dinge und seine Erlebnisse der 60-80 Jahren, die er Gast auf Erden war, als wäre man Live dabei. Der schreibstil gefiel mir außerordentlich gut. Keine Schreibfehler drin, so soll ein Buch auch sein.

    Habe ihn leider nie persönlich kennengelernt. Schade! Hätte gerne etwas von seinem Leben mitbekommen. Leider ist er letztes Jahr im September im Alter von 87 1/2 verstorben. Da hat er wirklich ein stolzes Alter erreicht.

    Auf der letzten Seite dieses gelungenen Werkesvon Joachim "Blacky" Fuchsberger wird auf ein weiteres Buch von ihm hingewiesen. "Ich habe keine Angst vor der Zukunft", ganze 224 Seiten, welches mich jetzt sehr interessiert. 
  6. Cover des Buches Auf eine Zigarette mit Helmut Schmidt (ISBN: 9783462049664)
    Helmut Schmidt

    Auf eine Zigarette mit Helmut Schmidt

     (74)
    Aktuelle Rezension von: Masau

    Ein kurzes, kompaktes Buch mit besten Kurzinterviews die damals in „Die Zeit“ veröffentlicht wurden. Helmut Schmidt nimmt darin Stellung zu aktuellen weltpolitischen Themen, Religion und eigenen Erfahrungen und Ansichten. Leicht wegzulesen, war innerhalb kürzester Zeit durch. Ein Muss für jeden Schmidt-Interessierten und lesenswert für andere Neugierige.

  7. Cover des Buches Kein Land für alte Männer (ISBN: 9783644050617)
    Cormac McCarthy

    Kein Land für alte Männer

     (129)
    Aktuelle Rezension von: letusreadsomebooks

    In der texanischen Wüste stößt der Jäger Llewelyn auf ein Blutbad, das Resultat eines gescheiterten Drogendeals. Er findet zerschossene Pick-ups, Leichen und am Ende einer Blutspur entdeckt er einen Koffer mit über 2 Millionen Dollar. Llewelyn beschließt, das Geld zu behalten und begeht den Fehler, in der Nacht zum Tatort zurückzukehren. Er gerät in das Visier verschiedener Banden und eines Psychopathen.

    Mit seinem von den Coen-Brüdern verfilmten Roman Kein Land für alte Männer kehrt Cormac McCarthy in das Western-Genre zurück. Das Buch ist ähnlich düster und fast schon so apokalyptisch wie sein Meisterwerk Die Abendröte im Westen. Obwohl eigentlich nach dem Fund des Geldes Llewelyn und dessen Flucht mit seiner Frau im Mittelpunkt stehen, wird die Geschichte aus der Sicht des Weltkriegsveteranen Sheriff Bell erzählt, der aus persönlichen Gründen nach Wiedergutmachung sucht.

    Sowohl Bell als auch Llewelyn stehen dem jähen und brutalen Gewaltausbruch in ihrer texanischen Provinz hilflos gegenüber. Die eigentliche Handlung wird immer wieder durch innere Monologe Bells unterbrochen, der vergeblich nach einem Grund für die sinnlose Gewalt sucht, die immer mehr Leben kostet. Besonders das Vorgehen des Psychopathen Chigurh, der seine Opfer mit einem Bolzenschussgerät ermordet und ohne Emotionen nach seinen eigenen Regeln handelt, führt bei den Ermittlern (und Lesern) zu Verstörung.

    Wie es McCarthys Art ist, wird hier kein Wort zu viel oder zu wenig benutzt. Die Dialoge sind eher knapp gehalten und spiegeln das Verstummen und Entsetzen der Figuren, die für die plötzlich einsetzende Gewalt keine Worte mehr finden. Hier versagen alle Erklärungen.

    Die sprachliche Präzision und gleichzeitige Kargheit, mit der McCarthy seine Handlung vorantreibt, ist beeindruckend und ist wie fürs Kino gemacht (was zum Glück bereits passiert ist). Der Leser wird dabei immer tiefer in den Strudel der Gewalt hineingezogen, aus dem es für Llewelyn keinen Ausweg mehr gibt. In den Monologen des Sheriffs kommt der Glaube zum Vorschein, dass früher alles besser war, die Menschen sich noch an Gesetze hielten und es immer einfache Antworten gab. Doch ihm ist selbst klar, wie falsch er damit liegt. Eine Erklärung für die Gewalt liefert der Autor nicht und ist gleichzeitig in der Darstellung nicht pathetisch. Die Gewalt scheint direkt aus einem Albtraum zu kommen.

    Mit seinem szenisch geschriebenen Roman Kein Land für alte Männer hat Cormac McCarthy die perfekte Vorlage für den gleichnamigen Film geliefert. Durch die Inszenierung und sprachliche Präzision lässt er Leser genauso sprachlos zurück wie seine Figuren, die angesichts der Brutalität zu verstummen scheinen. Am Ende erreicht er nicht ganz das Niveau von Die Straße und Die Abendröte im Westen. Dafür ist dieser Roman zugänglicher und setzt sich ebenso mit philosophischen Fragen auseinander, wenn auf melancholische und düstere Weise.

  8. Cover des Buches Zielgerade (ISBN: 9783442176007)
    Joachim Fuchsberger

    Zielgerade

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Marakkaram
    >>Es sind keine Schmeichler, die uns mit Staunen betrachten und meinen, dass wir im hohen Alter immer noch gut aussähen. Ich erwidere das Kompliment gerne mit der lapidaren Feststellung: "Im Gesicht fehlt mir ja nichts!">>

    In "Zielgerade" erleben wir einen Blacky, wie man ihn kennt und wofür man ihn liebt. Offen, schnörkellos und gerade heraus, sinniert er über das Leben, Politik, Religion, das alt sein, die Umwelt und und und.... und der Leser - der folgt ihm wie gebannt.

    Ja, er plaudert ohne einen roten Faden oder Ziel einfach drauf los und es funktioniert. Wer ihn einmal auf der Bühne erlebt hat, weiß wovon ich rede, denn er ist ein Magnet, ein "Menschenfänger" und dieses ihm so eigene Charisma strahlt auch in diesem Buch aus jeder Seite.

    Schonungslos offen, bzw. einfach nur ehrlich, erzählt er von der Nazivergangenheit seines Vaters, dem Tod seines Sohnes und die Freundschaft zu einigen wenigen Weggefährten. Dabei immer an seiner Seite, seine "Regierung" - Ehefrau Gundel.

    Mich persönlich hat Blacky bereits durch meine Kindheit begleitet. Ich war und bin von seiner Ausstrahlung fasziniert. Für alle denen es ähnlich geht, ist dieses Buch ein absolutes Muss. Für diejenigen, die einfach aus Interesse gerne eine Autobiographie o.ä. lesen möchten, wohl eher nicht. Denn hier sinniert jemand über Gott und die Welt und das stets mit sehr starken eigenen (manchmal auch eigensinnigen, oft sehr pessimistischen) Ansichten - unverstellt und frei Schnauze.
  9. Cover des Buches Pfeif drauf – morgen hast du's eh vergessen! (ISBN: 9783742304469)
    Jürgen Brater

    Pfeif drauf – morgen hast du's eh vergessen!

     (14)
    Aktuelle Rezension von: Igelmanu66

    »Verstohlen blicke ich mich um. Wenn ich Glück habe, bin ja gar nicht ich gemeint. Vielleicht klammert sich ja hinter mir ein humpelnder Fünfundneunzigjähriger krampfhaft an seinem Rollator fest, oder der Bauch einer Hochschwangeren schwuppt in jeder Kurve gegen die Stehnachbarn. Doch nichts dergleichen! Das Sitzplatz-Angebot gilt zweifelsfrei mir.«

     

    Was für ein Schock! Gerade war man selbst noch derjenige, der rücksichtsvoll älteren Menschen seinen Platz im Bus anbot – und nun findet man sich plötzlich auf der Gegenseite wieder. Offenbar ist man nun alt. Aber was bedeutet das eigentlich? Und ist das überhaupt schlimm?

     

    Auf höchst amüsante Weise hat sich Jürgen Brater (nachdem er sich von dem Schock erholt hatte ;-) mit dem Thema „alt werden“ auseinandergesetzt. Wer selber nicht mehr taufrisch ist, erkennt mit Sicherheit viele der geschilderten Situationen und Gedankengänge wieder. Angefangen bei dem klassischen Gedanken, dass jeder älter werden, aber niemand alt sein will. Weshalb eigentlich nicht? Auf sehr lebensbejahende Art stellt Brater seine grundlegende Lebensauffassung dar, bei der jedes Lebensalter seine Vor- und Nachteile hat. Der Trick ist nun der, die Vorteile so gut wie möglich auszukosten und die Nachteile so gut es geht hinzunehmen.

     

    Damit auch jeder versteht, was er damit meint, zählt er jede Menge Vorteile auf, die er jetzt im Alter hat und genießt. Da kann man, wenn man noch einige Arbeitsjahre zu absolvieren hat, schon manchmal neidisch werden. Ausführlich wird als erstes das Luxusproblem »Wohin mit der vielen Zeit?« behandelt und auch das Folgekapitel »Die Überlegenheit der Alten: Gelassenheit« zeigt diverse Vorteile auf.

     

    Die Kapitel »Schöner werden wir alle nicht: Äußere Erscheinung« und »Ab sechzig geht’s bergab: Altersbeschwerden« beleuchten nun die Dinge, die einem im Alltag oft so zusetzen. Hier wird, je nach Thema, entweder zu Gelassenheit geraten oder es werden konkrete Tipps gegeben. Alles meist eingebettet in persönliche Anekdoten, die mich nicht selten schmunzeln ließen. In den folgenden Kapiteln geht es dann um »Glücklich altern«, um das Fit bleiben, um soziale Kontakte und die Familie. Und ja, auch der Tod wird nicht verschwiegen.

     

    In der Summe ergibt das ein flott und unterhaltsam zu lesendes Buch, das wirklich gute und wichtige Gedanken aufwirft und damit wertvolle Hilfe geben kann. Aber natürlich sind Menschen und Ansichten verschieden und ich kam mit einigen davon nicht gut klar. Der Autor wirkte auf mich manchmal egoistisch und intolerant. Mich störten abwertende Äußerungen gegenüber Senioren, die sich zum Beispiel in Vereinen engagieren, Kurse belegen, einen vollen Terminkalender haben. Wenn sie so zufrieden sind, ist doch alles wunderbar in Ordnung! Und wenn er selber kein Ehrenamt ausüben will, bitte, das ist seine Sache. Aber offen gesagt finde ich nicht, dass man darauf so stolz sein muss. Und wie kann er sagen, dass ihn nicht mehr tangiert, was Menschen wie Trump tun? Er hat doch Kinder und Enkel, deren Zukunft kann ihm doch nicht gleichgültig sein? Und vielleicht sollte er auch noch ein wenig mehr bedenken, dass es ihm persönlich finanziell sehr gut geht, dass es aber auch ältere Menschen gibt, die immer noch arbeiten müssen, die sich keine seniorengerechte tolle Wohnung leisten können und auch nicht dann verreisen können, wenn sie Lust dazu haben.

    Aber abgesehen von diesen kleinen Aufregern habe ich im Text so manche Anregung für mich gefunden. Und die Grundaussage, die jeweiligen Vorteile zu nutzen und den Nachteilen nicht zu viel Aufmerksamkeit zu schenken, ist auf jedes Alter übertragbar - ich werde mich gleich mal in der Umsetzung üben.

     

    Fazit: Tipps zum entspannteren Umgehen mit dem Älterwerden. Unterhaltsam zu lesen und mit ein paar wirklich guten Anregungen.

     

    »Und dort, im Bus, auf einem von einem jungen Mädchen freundlicherweise überlassenen Sitzplatz, nehme ich mir vor, künftig exakt nach dieser Devise zu leben und zu handeln. Das Altwerden soll mir in Zukunft nicht nur nichts ausmachen, es soll mir nicht nur wurscht oder schnuppe sein, nein, ich werde das Beste daraus machen, ich werde die Vorteile genüsslich auskosten und mich mit den zwangsläufig zunehmenden Einschränkungen optimal arrangieren.«

  10. Cover des Buches Yofi oder Die Kunst des Verzeihens (ISBN: 9783981517200)
    Oliver Bantle

    Yofi oder Die Kunst des Verzeihens

     (12)
    Aktuelle Rezension von: LimaKatze
    „Gedanken sind dafür da, dem Herzen den Weg zu bahnen. Nicht, um die Richtung zu bestimmen.“ (Zitat Meru, Seite 49)

    Zum Inhalt:

    Yofi ist ein junger jähzorniger Nashornbulle und lebt am Fuße des Hohen Berges. Seit langer Zeit schon trägt Yofi einen tiefen Groll mit sich herum und bemerkt dabei gar nicht, dass ihm dieser Groll jegliche Freude am Leben nimmt. Jeden Morgen wacht er auf und hat sogleich schlechte Laune. Und sollte er tatsächlich mal nicht schlechte Laune haben, sucht er solange, bis er etwas findet, dass ihm die gute Laune schnell wieder vermiest. Doch das war nicht immer so.

    Eines Tages trifft Yofi auf seinen Großvater. Ein Zufall? Großvater Meru ist sehr weise und erinnert Yofi daran, dass dieser früher mal einen großen Lebenstraum hatte. Als Nashornjunge wollte Yofi unbedingt ans Meer. Es dauert ein Weilchen, aber dann kann Meru seinen Enkel dazu überreden, seinem Traum aus Kindheitstagen nachzugehen. Mit diesem Ziel vor Augen begeben sich Meru und Yofi nun also auf Wanderschaft durch Afrika. Für Yofi wird es nicht nur eine Wanderung zum Meer, sondern auch eine Reise zu sich selbst. Die Auseinandersetzung mit sich selbst fällt Yofi sehr schwer. Es ist eben viel leichter, Wut und Zorn zuzulassen. Wie gut, dass der junge Nashornbulle durch seinen Großvater einen so klugen Wegbegleiter hat. ...

    ***

    Mein Fazit:

    Diese wunderbare Fabel, gespickt mit den philosophischen Lebensweisheiten von Meru, hat mir sehr viel Freude bereitet. Eine Erzählung, aus der vermutlich jeder Leser etwas für sich herausziehen kann. Sehr gerne habe ich Yofi und Meru in Gedanken auf ihrer Wanderung begleitet, und dabei das eine und andere Mal über Parallelen in meinem eigenen Leben nachgedacht. Als kleiner Ratgeber fürs Leben stellt dieses Büchlein mit seiner berührenden und liebevoll erzählten Geschichte eine kleine Besonderheit dar. Wenn ich in Zukunft in den Zoo gehe, werde ich bei den Nashörnern bestimmt immer wieder an diese Erzählung zurückdenken.

    Sehr gerne vergebe ich hier fünf Sterne für ein lehrreiches Lesevergnügen, welches sich auch hervorragend als Geschenk für alle möglichen Gelegenheiten anbietet.
  11. Cover des Buches Angstblüte (ISBN: 9783644002418)
    Martin Walser

    Angstblüte

     (27)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    INHALT: Karl von Kahn, Anfang 70, ist Anlageberater in der Upper Class Münchens, wo er reiche Leute noch reicher macht. Es geht ihm dabei nicht ums Geld verdienen, sondern ums Vermehren des Geldes anderer; das ist seine Bestimmung, seine Gabe, seine Kunst. Er fühlt sich sicher im Sattel seines Lebens, glaubt, alle Fäden in den Händen zu halten, aber nach und nach beginnen die Dinge aus dem Ruder zu laufen und er merkt, wie er immer wieder getäuscht wird. Liebe, Ehe, Freundschaft – alles wird wackelig und muss hinterfragt werden, so auch die eigene Selbstgerechtigkeit, an die man sich so leicht gewöhnen kann.

    FORM: Walser schreibt dick aufgetragen, jeder Satz ein Monstrum an Poesie und Wahrhaftigkeit. Egal, was beschrieben wird, Walser gibt immer alles. Manchmal, besonders bei den ausufernden Kapiteln über die Geldgeschäfte, war es mir persönlich zu detailliert, da schaltete ich mangels Interesse und Durchblick irgendwann ab.

    FAZIT: Ein sehr ehrlicher, privater Roman, der tief blicken lässt – vier Sterne.

    *** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich über Euren Besuch ***

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