Bücher mit dem Tag "altes testament"

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43 Bücher

  1. Cover des Buches Das Tagebuch der Menschheit (ISBN: 9783499631337)
    Carel van Schaik

    Das Tagebuch der Menschheit

    (10)
    Aktuelle Rezension von: PhilippWehrli
    Evolution und Bibel? - Diese Kombination assoziieren wir mit Streitgesprächen. An vorderster Front sehen wir den Evolutionsbiologen Richard Dawkins,  der sich ‚militanter Atheist’ nennt und erklärt, der Gott des Alten Testaments sei „ein kleinlicher, ungerechter, nachtragender Überwachungsfanatiker, ein rachesüchtiger, blutrünstiger ethnischer Säuberer: ein frauenfeindlicher, homophober, rassistischer, Kinder und Völker mordender, ekliger, grössenwahnsinniger, sadomasochistischer, launisch-boshafter Tyrann.“ 

    Deshalb war ich einigermassen überrascht, als im anthropologischen Museum Zürich eine Zeitung der reformierten Kirche auflag. Noch einmal überrascht war ich, in dieser Zeitung ein Interview mit dem Direktor des anthropologischen Museums Zürich, Carel van Schaik, zu lesen. Thema des Interviews: Der Bestseller ‚Das Tagebuch der Menschheit – Was die Bibel über unsere Evolution verrät’, den van Schaik zusammen mit dem Historiker und Wissenschaftsjournalist Kai Michel schrieb, der in den Zeitungen ‚Die Zeit’,  ‚FACTS’ und ‚Die Weltwoche’ zu Themen Archäologie, Religion und Evolution bearbeitete.

    Tatsächlich zeigen uns van Schaik und Michel Schätze der Bibel, die auch Atheisten begeistern dürften. Sie erreichen dies, indem sie eine eigentlich naheliegende Perspektive einnehmen: Sie lesen die Bibel als ‚Buch der Bücher’, als weltweit reichste Sammlung historischer Zeugnisse, als Tagebuch der Menschheit, in dem über mehr als tausend Jahre verschiedene Menschen ihre Gedanken, Fragen und Ideen festhielten. Diese Berichte vergleichen sie mit den Erkenntnissen der Archäologie und erreichen dadurch ein wesentlich lebendigeres Bild der Antike, aber auch der Frühgeschichte.

    Natürlich bemerken auch die Autoren die Brutalität des alttestamentlichen Gottes. Sie untersuchen aber, wie denn aus der von Dämonen und Geistern erfüllten Welt der Jäger und Sammler ein einziger, allmächtiger, aber grausamer Gott wachsen konnte. Fast könnte man sagen, sie unterziehen den grausamen Gott einer Psychoanalyse und ergründen in dessen ‚frühester Kindheit’, worin denn die Grausamkeit gründet.

    Die originelle und überzeugend belegte These: Durch die Sesshaftwerdung traten ungekannte Naturkatastrophen von geradezu apokalyptischen Ausmassen auf, Katastrophen, welche die Macht von Dämonen oder lokalen Göttern bei weitem überstiegen. Wenn ein Erdbeben eine ganze Stadt zertrümmerte, wenn Hunderte von Menschen in einem Tsunami ertranken oder von einem Vulkan verschüttet wurden, dann musste eine gewaltige Macht dahinter stehen.

    Anschaulich schildern die Autoren, wie sich in den ungeschickt gebauten ersten Städten Seuchen ausbreiten, oft durch Haustiere eingeschleppt, welche in Jägerkulturen noch kaum bekannt waren. Nachvollziehbar ist auch das moralische Dilemma, als die ersten Bauern ihre Felder schützen wollten. In Jahrmillionen langer Evolution hat sich das Naturgesetz in unsere Gene eingegraben, alles, was die Erde hergibt, gehöre allen. Früchte, die noch am Baum hängen, die man aber doch nicht essen darf, waren undenkbar. Ein Bauer, der seine Ernte verteidigt, der wie Kain seinen eigenen Bruder erschlägt, nachdem er ihn heimtückisch mit reifen Feldfrüchten angelockt hat, so etwas gab es unter Jägern nicht.

    Van Schaik und Michel anerkennen die kulturelle Meisterleistung, die intuitive, angeborene Jägerethik zu überwinden und dem Bauern zu seinem überlebensnotwendigen Recht zu verhelfen. Sie machen aber auch klar, welche Kraftanstrengung nötig war, der Jägernatur eine zweite oder gar eine dritte Natur anzuerziehen.

    So führen uns die Autoren durch die Abschnitte der Bibel von der Schöpfungsgeschichte über Moses, die Könige über Jesus bis zu den Evangelisten. Sie berücksichtigen dabei, wann und in welchem Zusammenhang eine Textstelle zum ersten Mal auftaucht und ziehen auch Texte anderer Kulturen hinzu oder hebräische Texte, die es nicht in den offiziellen Kanon der Bibel geschafft haben. Sie zeigen, wie sich parallel zur kulturellen Evolution des Menschen auch der Gott Jahwe entwickelt hat.

    In diesem Punkt unterscheiden sich Van Schaik/Michel am stärksten von Dawkins: Sie zeigen Hochachtung für die grandiose kulturelle Leistung, die angeborene Jäger- und Sammlermentalität zu überwinden und Gesellschaftsformen zu erfinden, die für Bauern, Händler und insbesondere für Städter tauglich waren. Sie honorieren, dass die Bibelautoren diese kulturelle Evolution über weite Strecken initiierten. Tragisch liest sich vor diesem Hintergrund der Satz in Kapitel 19: „Um das Jahr 400n. Chr. Jedoch wurde die Bibel durch die Kanonisierung ihrer Schriften schockgefroren.

    Tatsächlich wurde die Entwicklung des Christentums durch die Kanonisierung zumindest stark gebremst. Kühn scheint mir daher die These, durch das Christentum seien die Wissenschaften und die Demokratie gefördert worden. Wissenschaften seien in einer monotheistischen Religion entwickelt worden, weil es eher denkbar sei, die Gedanken und Pläne eines einzelnen Gottes zu ergründen, als die eines in sich zerstrittenen Pantheon. Natürlich waren bis vor kurzer Zeit praktisch alle westlichen Wissenschaftler Christen oder Juden, wohl aber vor allem mangels Alternativen.

    Spannend ist aber die Frage, die van Schaik und Michel zum Abschluss aufwerfen: Wie würde das Abendland heute aussehen, wenn die Kanonisierung nie stattgefunden hätte? Wie würde die Welt aussehen, wenn wir die Religion nicht eingefroren, sondern stetig weiter entwickelt hätten und heute vielleicht am 5. Testament schreiben würden?

    Das ‚Tagebuch der Menschheit’ ist eine unterhaltsam geschriebene, durchwegs gelungene und empfehlenswerte Hommage zweier Agnostiker an das Buch der Bücher, das wichtigste Buch des Abendlandes.


    Nachtrag vom 1. Oktober 2017
    Im Podcast der Skeptiker Schweiz habe ich ein Interview mit Carel van Schaik zu diesem Buch geführt.

  2. Cover des Buches Alles hat seine Zeit (ISBN: 9783641239213)
    Karl Ove Knausgård

    Alles hat seine Zeit

    (21)
    Aktuelle Rezension von: Sandra1975

    Klappentext:

    "Über die Natur der Engel – und das Wesen der Menschen ...
    Wie sieht es aus, das Göttliche? Hat es die Engel wirklich gegeben? In seinem hymnisch gefeierten Roman stellt Knausgård die grossen universalen Fragen und geleitet uns durch die gewaltigen alttestamentarischen Erzählungen: über Kain und Abel, Noah und die Sintflut, über Sodom und Gomorrha, gelangen wir nach einem Zwischenstopp im spätbarocken und schliesslich aufgeklärten Europa auf eine Insel vor der norwegischen Küste – bei einem modernen, schuldbeladenen Menschen, der die Einsamkeit sucht und die überwältigende Schönheit des Lebens findet …"

    ______________________

    Um ein Buch zu schreiben, sollte man das Thema des Buchs beherrschen oder sich wenigstens sehr gut darin auskennen. Karl Ove Knausgard hat die Bibel regelrecht durchdrungen. In dem 637-seitigen Werk “Alles hat seine Zeit” erzählt der Autor die Geschichte vom Fall der Engel nach.

    Die Gattungsbezeichnung lautet zwar “Roman”, jedoch mutet das Ganze als Essay nach lateinamerikanischem und französischem Vorbild an. Zitate (weder mit Quellenangabe noch mit Anführungs- und Schlusszeichen versehen), eigene Gedanken, Fiktion und Poetisches fügen sich darin zu einem harmonischen Ganzen, das einer bestimmten Frage nachgeht. In Knausgards Buch lautet die Fragestellung: “wie Unschuld und Reinheit [der Engel] sich so leicht in ihr Gegenteil verkehren konnten.” Was auf diese Eingangsfrage folgt, ist eine biblische, theologische und kunstgeschichtliche Spurensuche der Engel, denn diese kommen in der Schöpfungsgeschichte nicht explizit, doch, wie Knausgard meint, implizit vor, etwa im Satz “Es werde Licht”. Da die Engel Lichtwesen seien, wären sie in diesem göttlichen Imperativ zwar nicht genannt, aber mitgemeint gewesen. Oder aber, die Engel seien nicht aus Licht, wären aber vor der Erschaffung der Welt schon dagewesen. Solcherlei Spekulationen machen den Roman aus. Das Ergebnis ist ein dichtes und tiefgründiges Werk, das sich biblische Worte auf der Zunge zergehen lässt, sie dreht und wendet und mit verschiedenen Interpretationsmöglichkeiten spielt. Neben dieser im weitesten Sinne exegetischen Arbeit, die eher einer Textmeditation gleichkommt, greift Knausgard die Geschichte der Engel von der Antike bis zur Aufklärung auf, anhand zweier fiktiver Charaktere, einem Antonio Bellori aus der Renaissance, der Kontakt zu Engeln gehabt haben will und dem Historiker Bergotti, der die Biografie Belloris schreibt. Diese beiden ermitenartigen Charaktere fügen eine mythologische Dimension in die Erzählung ein. Denn die beiden Männer muten wie Baum- oder Flussnymphen an, die sich von den Menschen zurückgezogen haben und ganz in der Natur aufgehen.

    Bei diesem Konglomerat aus Bibellektüre, Mythologie, Religions- und Kunstgeschichte fragt man sich: Warum hat der Autor nicht eine Dissertation zur Engelsfrage geschrieben? Es hätte nicht viel dazu gebraucht - nur noch die Quellenangaben anfügen und schon hätte man sie gehabt. Die gattungsmässige Uneindeutigkeit ist auch der Grund, weshalb ich zunächst gezögert habe, 5 Sterne zu vergeben, wobei mir klar ist, dass dies eine Kritik auf sehr hohem Niveau ist. Die vielen Anspielungen, von Thomas von Aquin, über Augustinus bis hin zu Hieronymus verleihen dem Buch einen hermetischen, um nicht zu sagen eigenbrötlerischen Charakter. Wer kann im 21. Jh. schon von sich behaupten, die Summa theologica auch nur ansatzweise gelesen zu haben? Solche Kenntnisse darf man unserer Tage nicht einmal in sogenannten gebildeten Kreisen voraussetzen. “Alles hat seine Zeit” ist von daher kein einladendes Buch, sondern zuweilen ein sperriges, das, wie die beiden Hauptcharaktere, eremitenhafte Züge trägt. Bei alledem ist es kein grüblerisches Buch. Der Autor bzw. die Ich-Erzählstimme verirrt sich nicht im Labyrinth der eigenen Überlegungen, sondern der rote Faden ist immer klar.

    Was das Werk zu Literatur macht, ist die Sprache. Das halte ich für die grosse Leistung des norwegischen Autors, unabhängig davon, ob man sich für Engel interessiert oder nicht. Man findet in dem Buch Sätze, bei denen die Zeit stehenbleibt. Ein Beispiel von vielen möglichen: “Doch die Sprache ist nur eine Karosserie, und was die Sprache in sich birgt, wird von der erreichten Geschwindigkeit weitergeschleudert, über den Punkt hinweg, aus dem Satz heraus und zwischen die Zeilen, wo es natürlich nicht mehr gelesen, nur noch erahnt werden kann.”

    Ein Anliegen, das in der Zeit verfolgt wird, die Zurückhaltung des Autors und die Arbeit an der Sprache - das macht grosse Literatur aus. “Alles hat seine Zeit” ist grosse Literatur. Anspruchsvoll, belesen, meditativ - ein Buch über die (heute immer seltener werdende) Kunst des langsamen Lesens.

  3. Cover des Buches How to Be Gay (ISBN: 9783733500924)
    Juno Dawson

    How to Be Gay

    (37)
    Aktuelle Rezension von: Bücher_Tini

    Dieses Buch wurde mir empfohlen als ich auf der Suche für Bücher für eine Schulbibliothek war . Ich muss gestehen es ist gut, es ist locker geschrieben und man liest es sehr flott , ohne große Umwege wird erklärt und begrifflichkeiten nahe gebracht. Sowohl für Jugendliche als auch für mich als Mutter ist es ein wirklich gelungenes aufklärendes Buch um sich besser zu verständigen.

    Es ist kein plattes Sachbuch , was nur erklärt , nein hier komm auch betroffene ( das klingt blöd) zu Wort und das ohne ihre Texte umzuschreiben, man merkt das es aus ihnen heraus kommt und das macht es verständlich und nahbar.


  4. Cover des Buches Die Löwin von Jerusalem (ISBN: 9783757700027)
    Ruben Laurin

    Die Löwin von Jerusalem

    (75)
    Aktuelle Rezension von: Aenna612

    Historische bzw. biblische Romane gehören eigentlich nicht zu meinen bevorzugten Genres – und trotzdem haben mich Cover und Klappentext sofort neugierig gemacht. Auch ohne besonders bibelfest zu sein, konnte ich gut in die Geschichte eintauchen, denn sie wird aus Bathsebas Perspektive erzählt und dadurch sehr zugänglich aufbereitet. Die bekannten biblischen Ereignisse (etwa rund um David und Goliath) bilden zwar den Rahmen, stehen aber weniger im Vordergrund als ihr Erleben und ihre persönliche Sicht darauf.

    Gerade dieser Perspektivwechsel hat mir gut gefallen: Die Handlung wirkt nahbar und emotional nachvollziehbar, ohne dass man große Vorkenntnisse braucht. Gleichzeitig wurde mir aber auch wieder bewusst, warum ich mit diesem Genre manchmal hadere – das dargestellte Frauenbild, sowohl in der Selbstwahrnehmung als auch im Umgang der Männer mit ihnen, hat mich häufig wütend gemacht. Vermutlich historisch stimmig, aber dennoch schwer auszuhalten.

    Sehr überzeugt hat mich der Sprachstil. Besonders gelungen fand ich die Übergänge zwischen den Zeitebenen, in denen ein:e allwissende:r Erzähler:in die Leser:innen sanft durch die Geschichte führt und Orientierung gibt, ohne den Lesefluss zu brechen.

    Unterm Strich also ein Buch, das mich thematisch herausgefordert, sprachlich aber absolut überzeugt hat – und trotz meiner Genre-Skepsis sehr lesenswert ist.

  5. Cover des Buches Bibelstudium für Einsteiger: Eine Einführung in das Verstehen der Heiligen Schrift (ISBN: 9783935558891)
    R C Sproul

    Bibelstudium für Einsteiger: Eine Einführung in das Verstehen der Heiligen Schrift

    (3)
    Aktuelle Rezension von: lieberlesen21
    „Bibelstudium für Einsteiger“ von R. C. Sproul ist „Eine Einführung in das Verstehen der Heiligen Schrift“ (von der Titelseite). Laut Hinweise zum Anfang des Buches ist der Autor eine Kapazität in Sachen bibeltreues Schriftverständnis. ********************************************************************* Mich hat das Büchlein leider sofort abgeschreckt und als ich dann noch sah, dass es Fragen zur Lernkontrolle gibt, war mir das alles zu viel. Richtet sich das Buch eher an Studenten als an interessierte Laien? Der Leser muss langsam lesen und sich erstmal sehr genau mit dem vorliegenden Text auseinandersetzen, verstehen, wie das Bibelstudium gemeint ist. ******************************************************************** So gliedert sich das Buch in 5 Großkapitel: Bibelstudium - warum? Persönliches und selbständiges Bibelstudium Hermeneutik: die Lehre von der Auslegung Bibel und Kultur Hilfsmittel fürs Bibelstudium ****************************************************************** Fazit: Leider musste ich mich mühsam erst durch diese Texte arbeiten und es machte mir eigentlich keine Lust aufs Bibellesen. Mehr angesprochen und viel einfacher zu verstehen ist für mich das kleine Büchlein: die ersten 100 Tage mit der Bibel
  6. Cover des Buches Lass das Land erzählen (ISBN: 9783775160759)
    Assaf Zeevi

    Lass das Land erzählen

    (11)
    Aktuelle Rezension von: Andrea_Varga1

    Der Autor kennt das Land. Er nimmt uns an der Hand und nimmt uns mit zu den uns bekannten und weniger bekannten Orten, die uns aus der Bibel vertraut sind. Durch seine eigene Erfahrung und durch Hintergrundinformationen schenkt er uns einen sehr lebendigen Blick auf das biblische Israel. Ich lese die Bibel mit anderen Augen. 

  7. Cover des Buches Keine Posaunen vor Jericho (ISBN: 9783406655395)
    Israel Finkelstein

    Keine Posaunen vor Jericho

    (8)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Auch wenn man kein Historiker ist, dies Buch liest sich wie ein Krimi. Spannend erzählt der prominenteste Archäologe Israels die Erkenntnisse der archäologischen und historischen Forschung zur Frage der Authentizität biblischer Ereignisse und Erzählungen.

  8. Cover des Buches Noah (ISBN: 9783775161343)
    Damaris Kofmehl

    Noah

    (19)
    Aktuelle Rezension von: lucyliest

    Damaris nimmt uns mit in die Zeit Noahs aus den Anfängen der Bibel. Nur ein paar Generationen, nachdem Gott die Menschen geschaffen hat, wenden sie sich von ihm ab und begehen solche Gräueltaten, das Gott es nicht mehr mit ansehen kann und die ganze Erde vernichten möchte. Es findet sich nur ein Mann, der noch nach dem Herrn fragt. 


    In der Bibel ist die Geschichte von Noah relativ kurz, daher greift Damaris etwas weiter zurück und wir erleben Noah als jungen Mann, wie er seinen Weg in einer kaputten Welt gehen möchte. Die Szenen sind teilweise so heftig, aber ich denke es ist in etwa so gewesen, denn sonst hätte Gott nicht diesen vernichtenden Schritt getan. 


    Damaris schildert die Geschichte so spannend, das man es kaum aus der Hand legen kann. Die Charaktere sind sehr gut beschrieben und die Entwicklung dieser ist echt dargestellt. Es ist einiges reininterpretiert, aber nichts was sich unrealistisch anhört, da es in der Bibel so in der Art beschrieben wird. 


    Eine unglaublich spannende Darstellung dieser biblischen Geschichte, die ich wirklich weiterempfehlen kann. 

  9. Cover des Buches Das dritte Triumvirat- Band 2 (ISBN: 9783944264752)
    Virginia Bischof Knutti

    Das dritte Triumvirat- Band 2

    (14)
    Aktuelle Rezension von: anna720
    In "Das dritte Triumvirat II" geht es um den wiederauferstandenen Julius Caesar, der seinen früheren Eroberungen auf der Spur ist.
    Caesar trifft zuerst ein Mädchen, das auf Dauer ziemlich anstrengend wird. Ihr Gemecker ist nicht wirklich nachvollziehbar - über eine gratis Reise, für die ich obendrein noch bezahlt werde, würde sich kein normaler Mensch beschweren.
    Helmut ist ja ganz nett, aber nicht mal in Österreich oder Oberbayern läuft man außerhalb von Vereinsfesten und der Dult mit Lederhose herum: Ergo nervt sein übertriebener Patriotismus einfach nur.
    Die Handlung besteht zum Großteil aus Geschichtsvorträgen, die nicht unbedingt alle spannend sind, manchmal sind sie jedoch ganz interessant.
    Der Schreibstil ist gut sehr flüssig und gut zu lesen. Die englischen Wörter sind die ersten zwei Mal noch lustig, auf Dauer allerdings nur noch kindisch. Ich kann auch nicht ganz nachvollziehen, dass Caesar gar kein Englisch kann, aber momentan schon mit Französisch beginnt. Englisch wäre rational gesehen wirklich sinnvoller.


    Insgesamt ein annehmbares Buch, kann man schon lesen. Kann man aber auch sein lassen.
  10. Cover des Buches Die Ökonomie von Gut und Böse (ISBN: 9783442157549)
    Tomas Sedlacek

    Die Ökonomie von Gut und Böse

    (18)
    Aktuelle Rezension von: Wortsalat
    Das Buch gliedert sich in zwei Teile, der erste geht auf die historischen und religiösen Wurzeln der Ökonomie ein und erzählt von seiner bisherigen Entwicklung. Irrsinnig interessant, aufwendig und fabelhaft recherchiert, - lehrreich
    Der zweite Teil führt die Diskussion über das Modell der heutigen Ökonomie weiter: Bestandskraft von Glaubensgerüsten, Illusion von Zahlen als absolute Wahrheit der Gegenwart, vermeintliche Prognosen.. und, und, und (ich möchte nicht zuviel verraten). 

    Der Autor regt eine ganzheitliche Betrachtung der ursprünglich interdisziplinären Wissenschaft an und belegt das mit jeder Buchseite so eindringlich und nachvollziehbar, dass es einem wie Schuppen von den Augen fällt: Wieso mathematische Formeln unzureichend sind, um eine gesamte Volkswirtschaft abbilden zu können. Wieso Prognosen nur Schall und Rauch sind. Der Bezug zwischen der Ökonomie und der Moral. Der Autor besticht durch Weitblick, der den meisten engstirnigen Ökonomen verwehrt bleibt und lässt das Wesen der Ökonomie im neuen Gewand erscheinen. 

    Wenn es nur mehr solcher Bücher gäbe!
  11. Cover des Buches Widersprüche in der Bibel? (ISBN: 9783892874065)
    Drüeke-Remmers

    Widersprüche in der Bibel?

    (5)
    Aktuelle Rezension von: Marie-Therese89

    Ich muss wirklich sagen, dass mir bis jetzt noch jedes Buch, das beim CSV Verlag erschienen ist, zum großen Segen wurde! 😃😌 Ich bin wirklich dankbar für die Literatur, die man bei ihnen bekommt. Sie stärken den Glauben, man wird ermutigt, erbaut und lernt auch viel Neues!
    So ging es mir auch mit dem Buch "Widersprüche in der Bibel?".

    Für mich persönlich ist es immer sehr interessant, Bücher und Predigten zu Themen zu hören, die sich mit der Glaubwürdigkeit und absoluten Zuverlässigkeit der Bibel und dem Glauben an sich beschäftigen. Ich finde es äußerst wichtig, dass wir als Christen wissen, WAS wir glauben und WARUM wir es glauben. Denn wie sollen wir anderen Menschen mit ihren Fragen und Zweifeln helfen, wenn wir selber nicht einmal wissen, warum man sich tatsächlich zu 100% auf die Bibel und die darin offenbarten Wahrheiten über Gott verlassen kann?

    In diesem Buch wird speziell auf diverse kritische Fragen zur Bibel eingegangen. Man betrachtet die angeblichen Widersprüche in seinem Kontext und greift dabei auch auf den hebräischen und griechischen Grundtext zurück.

    Nach genauer und gewissenhafter Prüfung 📖🧐🔎 dieser Bibelstellen wird deutlich: Die scheinbaren Widersprüche sind tatsächlich keine. Im Kontext und mit dem geteilten Hintergrundwissen im Kopf lösen sich diese nämlich sehr schnell auf.

    Ein total ermutigendes, lehrreiches und vor allem äußerst hilfreiches Buch, das ich jedem - Christen, als auch Zweifelnden / Kritikern - nur ans Herz legen kann. 😌💯👌

  12. Cover des Buches Meine kunterbunte Kinderbibel (ISBN: 9783417287707)
    Bethan James

    Meine kunterbunte Kinderbibel

    (7)
    Aktuelle Rezension von: orfe1975

    Cover und Gestaltung:

    Das Cover macht dem Titel alle Ehre: es ist sehr farbenfroh. Obwohl dabei die Situation dargestellt ist, bei der Jesus mit seinen Jüngern auf dem Schiff in einem wilden Sturm kommt, wirkt alles sehr fröhlich und hoffnungsgeben. Das Buch ist als Hardcover glänzend bedruckt und hat stabile Seiten, die genau für Kinderhände gemacht sind. Insgesamt ist es für Kinder sehr ansprechend gestaltet und wirkt sehr hochwertig.

    Inhalt:

    Auf 142 Seiten sind die wichtigsten Bibelgeschichten des Alten und Neuen Testaments kindgerecht und bunt illustriert erzählt.

    Mein Eindruck:

    Bei dieser Kinderbibel ist der Name Programm: Wirklich jede Seite ist bunt illustriert und veranschaulicht in liebevollen Bildern das Geschehen. Das Buch ist zwar erst ab 6 Jahren empfohlen, aber durch die vielen Bilder, bei denen es immer was zu sehen gibt, ist das Buch ohne Weiteres auch für jüngere Kinder interessant. Ich habe es meiner 3,5 Jahre alten Tochter vorgelesen und sie war begeistert.
    Die Länge der Geschichten beträgt oft 2-4, in wenigen Fällen 6 Seiten und ist für die Aufmerksamkeitsspanne von Kindern gut geeignet. Für unseren Geschmack hätten einige Geschichten auch etwas weniger vereinfacht und dafür auch etwas länger als 2 Seiten sein dürfen. Wichtig ist jedoch, dass die Kernbotschaften kindgerecht vermittelt werden und das ist hier der Fall.
    Meine Tochter wollte gerne aufgrund der Bilder frei eine Geschichte wählen. Dabei sollte man als vorlesender Erwachsener jedoch etwas achtgeben, denn viele Geschichten bauen aufeinander auf und sind daher für sich genommen oft nicht verständlich, wenn man die Bibel das erste Mal liest. Bekannte und weniger bekannte Geschichten (vor allem im Alten Testament) sind hier gleichermaßen vertreten, sodass es für jeden noch etwas Neues zu entdecken gibt.

    Was mir persönlich fehlt, sind die originären Bibelstellen zu den Texten, um gezielt einige Dinge nachschlagen und beim Vorlesen mit dem Kind erörtern zu können.
    Wir hatten schon eine andere Kinderbibel, in der weniger Geschichten, diese jedoch ausführlicher erzählt waren als hier. Somit vermissten wir in der kunterbunten Kinderbibel manchmal etwas. Irritierend fanden wir, dass Jona von einem "großen Meerestier" verschluckt wurde, obwohl ein Wal abgebildet war und der Wal bei der Geschichte ja auch bekannt ist.
    Insgesamt ist dies jedoch eine wunderschön gestaltete Kinderbibel, die man immer wieder gerne zur Hand nimmt und die das Bibelgeschehen in kindgerechter Sprache erklärt.

    Fazit:

    Kinderbibel mit fröhlich-bunten Illustrationen, die auch für jüngere Kinder sehr gut zum Vorlesen geeignet ist
  13. Cover des Buches Jüdische Märchen (ISBN: 9783596521876)
  14. Cover des Buches Herders Kinderbibel (ISBN: 9783451717147)
    Ursel Scheffler

    Herders Kinderbibel

    (3)
    Aktuelle Rezension von: Lesensundspielenddurchsleben

    Die Bibel hat mir vom Cover sehr gut gefallen, da sie so fröhlich wirkt und die Bilder auch sehr hell wirken. Auch innen sind die Bilder sehr hell und die Texte durchaus gut kindgerecht. Was mir nicht ganz so zugesagt hat, war die Auswahl der Geschichten. Ich hab mich so gefreut, zwei wirklich überzeugende und tolle Psalmworte in der Bibel zu finden. Auch die Bilder zu den Psalmworten waren sehr stimmig. Davon hätte ich mir mehr gewünscht, dafür hätte man andere sehr grausame Geschichten meiner Meinung nach für eine Kinderbibel weglassen könnten. Ich würde meinen Kindern zum Beispiel das salomonische Urteil nicht vorlesen, ebenso wenig Kain und Abel. Beeindruckend waren einzelne Seiten, etwa die des brennenden Dornbusches. Hier wirken die Illustrationen schon fast ohne den Text und strahlen eine solche Macht aus. Mir hat das sehr imponiert.
    Ich denke, man sollte sich vorher die Geschichten durchlesen und auf das Kind abstimmen, welche der Geschichten in dieser Kinderbibel man wirklich vorlesen möchte. Alle Geschichten sind jedenfalls kindgerecht formuliert, aber auch nahe am Text der Bibel.

  15. Cover des Buches Der König David Bericht (ISBN: 9783442734177)
    Stefan Heym

    Der König David Bericht

    (17)
    Aktuelle Rezension von: sKnaerzle

    Der Historiker Ethan wird von König Salomon gezwungen, einen lobhudelnden Bericht über das Leben König Davids zu schreiben. Ethan will unbedingt die Wahrheit recherchieren und berichten, aber der Tyrann Salomon und seine Schergen zwingen ihn, eine genehme Version der Geschichte abzuliefern.

    Heym nutzt Lücken und Widersprüche im biblischen Bericht um daraus Elemente seiner Handlung zu konstruieren, deshalb sind Kenntnisse des Alten Testaments sehr hilfreich

    Spaß macht auch Helms Behandlung der Sprache: er reichert den Bericht mit biblischem Lutherdeutsch und kommunistischer Bürokratensprache an, und wenn beides in einem Satz zusammenstößt, ist das Anlass zum Schmunzeln.

  16. Cover des Buches Jesus (ISBN: 9783629101907)
  17. Cover des Buches Eine Entdeckungsreise durch die Bibel (ISBN: 9783868276497)
    Dave Strehler

    Eine Entdeckungsreise durch die Bibel

    (8)
    Aktuelle Rezension von: danielamariaursula

    Die Bibel mit dem Alten und Neuen Testament sollte eigentlich inhaltlich bekannt sein und doch kennen sie immer weniger Kinder. Heutzutage steht bei uns in Rheinland-Pfalz auch keine Bibel mehr auf der Schulbuchliste. Erst ab der 5. Klasse und dann ist es die Standard-Bibel. Aber können Unterstufenschüler sie schon so richtig verstehen und etwas mit ihr anfangen?

    Dieses Buch versteht sich als Arbeitshilfe. Sie hilft Kindern einen leichteren Zugang zur Bibel und ihre doch recht eigene Sprache zu finden. Sie erklärt und schafft Querverweise. Es wird kurz in kindlich verständlicher Sprache der Inhalt vom Alten zum Neuen Testament zusammengefasst und immer wieder aufgefordert die entsprechenden Stellen in der Bibel nachzulesen. Hierbei wird besonders auch ein Augenmerk darauf gelegt, daß einige Stellen im Neuen Testament, bereits im Alten Testament angekündigt werden. Das heißt, daß sich die Prophezeiungen des Alten Testamentes mit Christi Geburt, Leben, Wirken, Tod und Auferstehung erfüllten.

    Dabei wird die sehr bildliche Sprache der Bibel beibehalten und ich war mal wieder erstaunt, wie martialisch das Alte Testament eigentlich ist. Wie oft dort Kriege mit Gottes Willen und Unterstützung gerechtfertigt werden. Meine Tochter fand das jetzt nicht sonderlich verwunderlich. Sie fand es richtig klasse, daß es einen wirklich guten Überblick über die Zusammenhänge in der Bibel gibt. Durch Stammbäume werden für sie einzelne, ihr bekannte Geschichte mit einander verknüpft.

    Meine Tochter findet dieses Buch ganz große klasse und sie hat auch schon ihrer nunmehr ehemaligen Religionslehrerin davon vorgeschwärmt, die es sich nun auch in den Sommerferien anschauen will. Sie findet es sehr gut verständlich. Die Tabellen in denen z.B. Gottes Gebote aufgelistet werden, Landkarten in denen man die Verteilung der 12 Stämme auf das Land erkennen lassen, machen die Geschichten für Kinder und Erwachsene viel greifbarer und erhöhen den Bezug.

    Die vorgenommenen Interpretationen sind mir bisweilen zu wörtlich, aber meine Tochter scheint es so deutlich besser begreifen zu können, als wenn ich es ihr abstrakter erklären würde. Daher habe ich auch kritische Anmerkungen z.B. zur Schöpfungsgeschichte mit Eva die aus einer Rippe Adams geformt wurde, mir verkniffen.

    Ich habe immer wieder gemerkt, daß das Alte Testament zwar sehr viel dramatischer und abenteuerlicher ist, mir das Neue Testament aber deutlich mehr liegt, auch wenn einige Gleichnisse für mich ebenso schwer zugänglich sind, wie für seine Jünger (an dem Gleichnis vom verlorenen Sohn knabbere ich immer wieder von Neuem). Für Unterstufenschüler scheint es aber genau richtig zu sein und eine gute Motivation auch mal in die „richtige“ Erwachsenen Bibel einen Blick zu werfen und sich nicht gleich von den vielen dünnen Seiten und der kleinen Schrift abschrecken zu lassen.

    Aber auch wenn natürlich die Geschichten von Jona und dem Wal, oder dem sich vor Mose teilenden Meer echte Sensationen sind, steht das Neue Testament dem ja eigentlich in nichts nach. Das Pfingstwunder ist nicht minder spektakulär, doch die dahinter stehende Botschaft fällt mir deutlich leichter mit meiner Tochter zu besprechen. Das Liebesgebot des Neuen Testamentes liegt mir einfach mehr, als die kriegerischen Verwicklungen des Alten Testamentes. Aber, während ich es vorlas hatte ich das Gefühl, daß ich die Konflikte im Nahen Osten, ihre Wurzeln und jeweiligen Rechtfertigungen deutlich besser nachvollziehen kann. Insofern war es für mich schon sehr interessant und aufschlussreich noch mal einen Überblick über das Alte Testament in gekürzter Form zu erhalten. Dabei wird in dieser Entdeckungsreise auch ein anderer Schwerpunkt gesetzt, als in den üblichen Kinderbibeln.

    Es war eine Lektüre und Bibelarbeit, die mich oft nachdenklich gemacht hat, während meine Tochter das Gefühl hatte, daß ihr ganze Kronleuchter aufgingen, weil für sie Zusammenhänge und Verknüpfungen geschaffen wurden, die ihr bislang noch keiner so aufgezeigt hatte. Auch für mich waren gerade die Stammbäume und die Karten, die ihre Verteilung über das Land aufzeigten wirklich interessant.

    Ein für mich wirklich bemerkenswert anderer Anknüpfungs- und Schwerpunkt für eine Bibelarbeit mit Kindern.

    Ein wirklich beachtliches Werk für die Bibelarbeit mit Kindern, daß mir bisweilen die Bibel ein wenig zu wörtlich nimmt, aber dennoch wirklich empfehlenswert ist. Daher gebe ich ihm gerne 4 von 5 Sternen und meine Tochter 5 von 5 Sternen.

  18. Cover des Buches Exodus (ISBN: 9783406730252)
    Jan Assmann

    Exodus

    (3)
    Aktuelle Rezension von: M.Lehmann-Pape
    „Wahr und Falsch“ statt „Stärker“, „Lebens-Treue“ statt „Nur-Anbetung“

    Hatten die „alten Völker“ je ihre Götzen und Stammesheilige, die sich im Leben und Kampf als „Stark und hilfreich“ erweisen hatten, konnten ohne große Überlegungen solche „Götter“ auch „ausgetauscht“ werden (wenn sie sich als „schwach“ gezeigt hatten) und gab es damit eine vielfältige und „bunte“ Götterschar in alter Zeit, die einander befehdeten, ergänzten, ersetzten und vieles mehr, so verweist Jan Assmann zu Recht seit Langem bereits darauf, dass die Entwicklung des Monotheismus einer der absoluten und existenziellen „Wendepunkte“ der Menschheitsgeschichte darstellt.

    Ein Wendepunkt, der, vor allem, Loyalität ohne Ausnahme (und ohne Grenze) erforderte in den neuen religiösen Orientierungen mit ihrem je allgemeinen und universellen Wahrheits- und Geltungsanspruch.
    Und, wie Assmann ebenfalls seit Langem herausgearbeitet hat, damit auch mit einem wesentlichen Kern an „ausgrenzender Gewalt“.
    Am „Kampf bis aufs Blut“ gegen „andere Götter“ und deren Religionen. Ein Kampf, der nicht nur in antiker Zeit die Welt formte, sondern bis heute in (fast) unverminderter und immer wieder neu aufflammender Art und Weise die Menschheitsgeschichte mit bestimmt.

    Eine, eher „die“ (folgt man den akribischen, fundierten und detaillierten Ausführungen Assmanns in diesem, seinem neuen Werk) Gründungsgeschichte, Gründungsurkunde des Monotheismus ist die Geschichte des Exodus. Der Auszug Israels aus Ägypten unter Mose (unter drängender und harter Gewalt, schon in der biblischen Vorbereitung dieses Auszuges).

    In zwei Richtungen nimmt Assmann kenntnisreih und sehr verständlich formuliert dabei den Leser mit auf diese „existenzielle Reise“.

    Zum einen befasst er sich mit den historischen Tatbeständen und versetzt den Leser „hautnah“ in die Hoch-Zeit des alten Ägypten. Zum anderen aber, und das ist sein eigentliches Anliegen, geht Assmann den verdichteten Menschheitserfahrungen und der tiefgreifenden Symbolik hinter der biblischen Geschichte nach.
    Ein Ereignis (nicht nur in der Geschichte Israels als „Volkwerdung“ und „Bundeschluss“ mit umfassendem Treuegebot diesem „einen Gott“ gegenüber, sondern auch für die Weltgeschichte), welches das Judentum, aber auch später das Christentum und den Islam grundlegend mitgestaltet und geprägt hat.

    Das Individualität und persönlicher Lebenssinn nur erfasst wird in die Einbettung einer Glaubensgemeinschaft und damit nur im personalen Gegenüber zwischen „dem einen Gott“ (mit seinem Plan für „sein Volk“ und den einzelnen Menschen in diesem Volk) und dem eigenen Sein, das ist jener existenzielle Kern der Exodusgeschichte, der „Geschichte gemacht hat“, persönliche und allgemeine Geschichte, und diese bis heute beeinflusst und prägt.

    Loyalität und „Treue“ sind dabei die prägenden inhaltlichen Begriffe.
    Eine „gegenseitige“ Treue in Form einer „Bundesverpflichtung“, letztlich auf Augenhöhe, ein „Vertrag“ zwischen zwei Partnern, Gott und den Menschen seines Volkes, dass mit Lob und Strafe, Gewinn und Restriktionen einhergeht, wie es Israel in seiner folgenden Geschichte von Erfolgen und Niederlagen, Zerstörung und Aufbau immer wieder reflektiert und immer wieder auf das „Gründungsgeschehen“, die „Bundesartikel“ (Gebote) und Bundeszeichen (Lade, Stiftshütte und anderes) sich hin orientiert.

    So erläutert Assmann historisch und als „erzählte Geschichte“ die Kraft dieses Ereignisses einer inneren und äußeren Zeitenwende, verweist auf die „Freiheit“, die hier als „höchstes Gut“ (nur in Bindung mit einem patriarchalischen Gott allerdings) Antrieb und „gelobtes Land“ zugleich ist, zeigt die Folgen dieser „revolutionären“ Haltungen auf (auch in ihren gewaltsamen Ausprägungen) und führt so dem hin zu den Grundlagen der „modernen Welt“.

    In einem geschichtsimmanenten System von Ursache und Wirkung, von einem direkt möglichen Erleben göttlichen (korrigierenden oder bestätigendem) Eingreifen in das gesellschaftliche und individuelle Leben, das bis heute die Weltreligionen bestimmt (mit anderen Vorstellungen eines „gelobten Landes“ und anderen „Geboten“ vielleicht).

    Die Vision einer „besseren Zukunft“ findet in der Exodus Geschichte damit erstmalig Ausdruck, die Deutung der Vergangenheit erhält einen linearen Faden und die Ausgrenzung Andersgläubiger bildet nun eine der Wesensgrundlagen der Religion.

    Ein ungeheuer erhellendes, sehr akribisch und fundiert verfasstes, dabei überaus verständliches Buch, das die Elemente und Grundgedanken der Exodusgeschichte erläutert und damit die Grundlagen für Religionskriege, Erwählungsgedanken und „irdische Zeichen Gottes in der Geschichte“ dezidiert aufweist und benennt.

    „In diesem Sinne lässt sich die Exodus-Geschichte als die grandioseste und folgenreichste Geschichte verstehen, die sich Menschen jemals erzählt haben…und ist…zum Symbol grundlegender geistiger, religiöser und politischer Wenden überhaupt geworden“.

    Ein sehr empfehlenswertes Buch, das in der Besinnung auf „den Anfang“ eine hochaktuell Erklärung der gegenwärtig noch immer stark zu spürenden „Folgen“ in sich trägt, der (behaupteten) „Einwohnung Gottes inmitten seines Volkes“ mit all dem, was dies auch im Negativen und an Fanatismus bedeuten kann, wie es ebenso Identität und Kraft zu geben vermag.
  19. Cover des Buches Die Bibel für die zweite Chance: Abhängigkeiten überwinden - Befreiung erleben (ISBN: 9783417258158)

    Die Bibel für die zweite Chance: Abhängigkeiten überwinden - Befreiung erleben

    (6)
    Aktuelle Rezension von: Rose75

    Ich habe schon lange vor mit einem Leseplan die ganze Bibel im Laufe eines Jahres durchzuarbeiten.  Bis jetzt bin ich da aber immer wieder ganz früh gescheitert, weil mir die 'Sprache' in meiner ganz normalen Hausbibel nicht gelegen hat.   Mit dieser Bibel bin ich aber optimistisch, dass ich durchhalten kann.   Es liegt hauptsächlich an der modernen Sprache und den zahlreichen 'weiterführenden Gedanken'  die einen das Gelesene noch besser reflektieren und verinnerlichen lassen. 

    Obwohl ich keine Abhängigkeiten oder Süchte habe, finde  ich die Gedanken und Anregungen im begleitenden 12-Schritte-Programm sehr gehaltvoll und bewegend. 

    Wer in einer belastenden Situation  steckt und/oder Halt und Orientierung sucht, der kann in diesem Buch heilsame Impulse finden. 

    Man kann diese Bibelausgabe als leicht lesbare Hausbibel verwenden oder auch "therapeutisch" nutzen.   

  20. Cover des Buches Die zehn größten Irrtümer des Neuen Testaments (ISBN: 9783828837119)
    Gernot Beger

    Die zehn größten Irrtümer des Neuen Testaments

    (6)
    Aktuelle Rezension von: Peter_Domnik
    Ich habe das Buch nicht selbst gekauft, es ist mir geschenkt worden. Zum Glück, kann ich nur sagen, denn es ist lesenswert. Eine gelungene Kombination aus fundiert recherchiertem Sachbuch und amüsant geschriebener unterhaltsamer Lektüre.
  21. Cover des Buches Kain (ISBN: 9783455307184)
    José Saramago

    Kain

    (1)
    Aktuelle Rezension von: Alais
    Saramago erzählt Höhepunkte der Grausamkeit des altestamentarischen Gottes neu: von der Vertreibung aus dem Paradies bis hin zur Sintflut. Dabei folgt der Leser bzw. Hörer den Spuren Kains, der in eine Art Wettstreit mit Gott tritt.
    Dies hätte, aus der Feder dieses genialen Schriftstellers, grandios werden können, aber leider wurde daraus nur eine von Hass und Verachtung für den Gottesglauben triefende Erzählung, die für mich auch die wunderbare Stimme des Sprechers Helmut Krauss nicht mehr retten konnte.
    Auch wenn es zwischendurch immer wieder spannend wurde, beispielsweise auf Noahs Arche, auf der ein Mörder umging, musste ich mich durchquälen und vermisste das Aufblitzen der Weisheit, die ich mir bei einem Werk von Saramago immer erhoffe. Dieses Mal hat er mich leider enttäuscht.
  22. Cover des Buches Totale Religion (ISBN: 9783711720450)
    Jan Assmann

    Totale Religion

    (2)
    Aktuelle Rezension von: Jari
    Da ich in einer Buchhandlung mit katholischem Hintergrund arbeite, ist mir der Name Jan Assmann geläufig. Sein Werk "Exodus" gehört zum Inventar. Da dies aber ein ziemlich umfangreiches Werk ist, wagte ich mich erst einmal an das um einiges schmalere Werk "Totale Religion", das mich auch vom Thema her sehr fasziniert.

    Doch zu Beginn hatte ich meine liebe Müh mit dem Buch, da sich Assmann immer wieder auf die zwei Arten des Monotheismus bezieht: den "Monotheismus der Treue" und der "Monotheismus der Wahrheit". Wobei ich stets Mühe hatte, die beiden auseinanderzuhalten. Auch kam es mir immer mal wieder vor, als hätte der Autor diesen Titel nur geschrieben, um sich gegenüber bestimmten Leuten zu rechtfertigen.

    Zum Glück legte sich dies mit der Zeit und auch die beiden unterschiedlichen Monotheismen verlieren mit fortschreitendem Text an Wichtigkeit. Dennoch: Assmann ist keine leichte Lektüre, auch dieses eher kurze Werk fordert volle Aufmerksamkeit. Wer diese aufbringt, erfährt jedoch auch sehr viele interessante Dinge.

    Assmann möchte hier keine Antwort darauf geben, wie wir mit dem Terrorismus umgehen können, sondern lotet die Bedeutung der Gewalt im sprachlichen Kontext aus. Sehr viele Bibelstellen sind äusserst gewalttätig, obwohl die Botschaft dieses Buches der Bücher eine ganz andere ist.

    Woher kommt das? Was hat das zu bedeuten? Welchen Einfluss hat diese Sprache der Gewalt?

    Dabei fördert der Autor einige höchst interessante Fakten zutage. Mich interessieren die anthropologischen Hintergründe zur Entstehung der biblischen Texte, auch die Frage, wie das Leben damals für die Menschen war. Hier lässt Assmann tief blicken und somit ist "Totale Religion" eine spezialisierte Vertiefung zu Carel van Schaiks "Das Tagebuch der Menschheit".

    Mit jedem Satz merkt man, dass Assmann ein absoluter Fachmann ist (Ägyptologie, Klassische Archäologie und Gräzistik). Sein Wissen ist tief und fundiert, sein Text strotzt vor Selbstbewusstsein, aber nach den eingangs erwähnten Stolpersteinen sagte mir das alles sehr zu. Ich habe mir sehr viele Textstellen vermerkt, hatte einige Aha-Erlebnisse und mein grundsätzliches Wissen über die Hintergründe der Bibel wurden ein weiteres Mal erneuert.

    Dass der Autor seine Theorien mit Carl Schmitt untermauert, hat zwar einen faden Beigeschmack, aber in dem Bezug, in dem er sie verwendet, passen sie. Ich denke auch, dass sich Assmann bewusst war, dass er damit dünnes Eis betritt. Aber ihm einen Strick daraus drehen, muss man meiner Meinung nach nicht, da Assmann wirklich sehr bedacht damit umgeht.

    Mich hat Assmann tief beeindruckt und vielleicht wage ich mich irgendwann auch an sein Monumentalwerk "Exodus".
  23. Cover des Buches Fundament der Hoffnung (ISBN: 9783868275582)
    Lynn Austin

    Fundament der Hoffnung

    (12)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Nehemia ist Mundschenk am Hof des persischen Königs Artaxerxes als er mitbekommt wie schlimm die Zustände in Jerusalem sind. Noch immer sind die Mauern nicht aufgebaut und die Feinde aus der Nachbarschaft machen den Juden das Leben schwer. Der König bekommt mit, dass es Nehemia nicht gut geht und schickt ihn nach Jerusalem. Und Nehemia hat einen Plan: Er will die Stadtmauer wieder aufbauen und das in weniger als einem Jahr. Doch Gefahren durch die Feinde und auch innere Konflikte zwischen den Juden gefährden immer wieder das gewaltige Projekt. Wird es ihnen gelingen, die Stadtmauern wieder aufzubauen?


    Lynn Austin ist mit ihrem Roman ein weiteres mitreißendes Werk über eine biblische Geschichte gelungen. Gekonnt und nah am biblischen Original erzählt sie die Geschichte nach und erweckt biblische Persönlichkeiten wie Nehemia und seine Feinde Tobija und Sanballat zum Leben.


    Es ist dabei faszinierend zu sehen wie nah sie dabei am Original bleibt und doch Nebenschauplätze besonders hervorhebt. Während im biblischen Buch "Nehemia" nur nebenbei erwähnt wird, dass auch einige Frauen am Mauerbau mithalfen, so bekommen diese Frauen in ihrem Roman nun einen prominenten Platz und werden zu Hauptfiguren. Manche Aussagen der biblischen Charaktere übernimmt die Autorin direkt und flicht sie geschickt in die Dialoge ein. 


    Die Figuren wirken glaubwürdig und authentisch. Der Schreibstil ist wie immer flüssig und gut zu lesen. Ein Glossar am Ende des Buches erklärt Begriffe der damaligen Zeit und des Judentums, die vielleicht nicht für alle Leser verständlich sein dürften.


    Ich kann diese Buch nur jedem, der gerne die biblischen Geschichten auf eine andere Art und Weise kennenlernen möchte, nur wärmstens empfehlen!
  24. Cover des Buches Keine Posaunen vor Jericho? (ISBN: 9783775159616)

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