Bücher mit dem Tag "american dream"

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74 Bücher

  1. Cover des Buches Der goldene Sohn (ISBN: 9783462047745)
    Shilpi Somaya Gowda

    Der goldene Sohn

     (92)
    Aktuelle Rezension von: makama
    Anil wächst als ältester Sohn einer wohlhabenden Familie behütet  in Indien auf. Sein Weg scheint vorgezeichnet. Er soll später die Rolle des Familienoberhauptes und Schiedsmanns einnehmen, und die Streitkeiten der Dorfgemeinschaft schlichten.
    Leena ist seine beste Freundin in Kindertagen. Obwohl die beiden nicht vom gleichen Stand sind, sind sie unzertrennlich.
     Ihre Wege trennen sich.
    Anil studiert Medizin und geht dann in die USA um dort seine Ausbildung abzuschliessen und um dort als Arzt zu arbeiten.
    Der Kontrast ist groß, doch Anil liebt sein neues Leben. Er verliebt sich in eine Amerikanerin.  Doch die Beziehung hat keine Chance. Ein ärztlicher Fehler und das sein ebenfalls indisch stämmiger Mitbewohner brutal zusammengeschlagen wird stürzen ihn in eine Krise.....
    Auch Leena hat es nicht gut  getroffen. Sie geht eine arangierte Ehe ein. Doch sie wurde arglistig getäuscht. Die neue Familie und ihr Mann behandeln sie schlimmer als eine Sklavin ....
    Sie flieht.
    Jahre Später begegnen sie sich wieder. Die alten Gefühle sind sofort wieder da.
     Doch beide müssen lernen, dass sie nicht da weiter machen können, wo sie aufgehört haben und beide gehen ihren Weg.
    Das Buch beschreibt zum einen Anils Leben, der zwischen zwei Fronten steckt....  und das Leben von Leena. Ihr Leben ist vorbestimmt. Als Mädchen hat sie nur die Möglichkeit einer Ehe.
    "Fazit und Meinung: "
    Das ist das zweite Buch der Autorin Shilpi Somaya Gowda. Stärker noch als "DIE GEHEIME TOCHTER" , das mir auch sehr gut gefallen hat, zeigt die gewaltigen Kontraste zwischen dem einfachen und mit vielenTradionen behafteten Leben eines indischen Dorfes und dem modernen westlichen Leben.
    Besonders gut hat mit der Teil gefallen, der das Leben in Indien beschreibt. Die Menschen gerade in den Dörfern stecken immer noch in den altenTradionen fest. Es scheint das sich da noch nichts geändert hat.  Erschütternd ist, das Mädchen leider immer noch als minderwertig gelten......
    Mir hat dieses Buch, wie schon GEHEIME TOCHTER  sehr gut gefallen und es gibt gute 5 Sterne und eine volle Leseempfehlung.



  2. Cover des Buches Die amerikanische Prinzessin (ISBN: 9783806234824)
    Annejet van der Zijl

    Die amerikanische Prinzessin

     (75)
    Aktuelle Rezension von: Yolande
    Annejet van der Zijl wurde am 6. April 1962 in Leeuwarden, Niederlande geboren. Sie studierte Massenkommunikation und Journalismus in Amsterdam und London. Im Jahr 2000 erschien ihr erstes Buch "Jagthust", über eine baufällige Villa, die in den sechziger Jahren ein Treffpunkt für viele Künstler und Dichter war.
    Mit ihrem vierten Buch "Bernhard - a hidden history", einer Rekonstruktion des unbekannten frühen Lebens von Prinz Bernhard von Lippe-Bielefeld, dem deutschstämmigen Ehemann der niederländischen Königin Juliana, promovierte van der Zijl in Geschichte an der Universität von Amsterdam.
    Ihre Bücher wurden für mehrere historische und literarische Preise nominiert und 2011 erhielt Annejet van der Zijl den M.J. Brusse Award for Best Journalism.
    Sie lebt mit ihrem Mann, einem Journalisten, in Amsterdam.
    (Quelle: Wikipedia)

    Inhalt (Lovelybooks):
    Am 13. April 1927 geht Allene Tew im Hafen von New York an Bord der Mauretania. Sie lässt ein Leben hinter sich, das ihr alles geschenkt hatte, wovon sie als junges Mädchen vom Land einst träumte: Wohlstand, Ansehen, Mutterglück und die Liebe ihres Lebens. Fast alles hat sie wieder verloren. ›Die reichste und traurigste Witwe der Stadt‹ nennen die Klatschspalten Allene. Doch an diesem Tag bricht sie auf in eine neue Welt. In Europa wartet auf sie eine zweite Heimat, eine Zukunft als wahrhaftige Prinzessin, russische Gräfin und Patentante von Königin Beatrix.

    Das Buch ist flüssig geschrieben und liest sich wie ein Roman.
    Nach einem interessanten Beginn ergeht sich die Autorin leider immer mehr in die Beschreibungen des Lebens der Schönen und Reichen New Yorks zu Beginn der 20er Jahre.
    Das Leben der "amerikanischen Prinzessin" Allene Tew war durchaus abwechslungsreich und bewegt, es hat mich allerdings nicht sehr beeindruckt. Obwohl sie aus bescheidenen Verhältnissen stammte, gelang es ihr durch die Heirat mit einem reichen Erben in die Upper-Class aufzusteigen. Sie war ohne Zweifel eine kluge Frau und wurde auch von schweren Schicksalsschlägen nicht verschont. Aber durch ihren Reichtum fiel es ihr doch um einiges leichter, ihrem Leben immer wieder eine neue Richtung zu geben. 
    Deswegen habe ich ihre Lebensgeschichte auch mit etwas gemischten Gefühlen gelesen. Mit vielen Millionen auf dem Konto fällt es doch bedeutend leichter, eine starke Frau zu sein.

    Fazit:  Ein bewegtes und abwechslungsreiches Leben - besonders beeindruckt hat es mich aber nicht






  3. Cover des Buches Fat City (ISBN: 9783351050399)
    Leonard Gardner

    Fat City

     (34)
    Aktuelle Rezension von: Jana_hat_buecher

    1950, Kalifornien, Arbeiter-Milieu. Billy Tully - mit Ende 20 pensionierter Boxer - trifft auf Ernie Munger - 18 Jahre alt und aufstrebender Boxer. Obwohl sie beide das Boxen lieben, verlaufen ihre Leben so unterschiedlich. Ernie heiratet und bekommt Nachwuchs. Billy hüpft von Job zu Job, von Bett zu Bett. Man muss sich gedanklich erstmal 70 Jahre zurück versetzen, um das Buch und viele Gegebenheiten zu verstehen. Hat man das geschafft, ist es ein interessantes Buch über den amerikanischen Traum, der sehr schwer zu erreichen ist und viele Opfer fordert. Das Kämpfen um Liebe, Anerkennung, Sucht und schlichtweg ums Überleben lässt diesen ach so tollen Traum recht schnell verblassen.

  4. Cover des Buches American Gods (ISBN: 9783847905875)
    Neil Gaiman

    American Gods

     (374)
    Aktuelle Rezension von: Raiden

    Mythische und mystische Urbanfantasy für Erwachsene mit viel Melancholie. Sehr gut ausgearbeitete Charaktere und eine interessante Story. Kurze Zwischenkapitel machen das ganze Setting noch gelungener.

  5. Cover des Buches Midnight Cowboy (ISBN: 9783351050481)
    James Leo Herlihy

    Midnight Cowboy

     (23)
    Aktuelle Rezension von: Nespavanje

    Als James Leo Herlihy im Jahr 1965 den Roman „Midnight Cowboy“ veröffentlichte, erhielt der Roman zwar durchwegs gut Kritiken, konnte aber an dem Erfolg seines vorigen Romans „All Fall Down“ ein Familiendrama, nicht anknüpfen. Obwohl beide Romane verfilmt worden sind, ist es „Midnight Cowboy“ der zu einem Klassiker der Filmgeschichte avanciert ist und für Dustin Hoffmann ein Sprungbrett für die Filmbranche war. Trotz der großartigen Verfilmung bekam der Roman kaum Beachtung geschenkt.

    Dem Blumenbar Verlag ist es nun zu verdanken, dass der Roman von niemand geringeren als Daniel Schreiber ins Deutsche neuübersetzt wurde. Die hervorragende Übersetzung, lässt den Leser die Figuren sehen, so wie es James Leo Herlihy sie gemeint hat: Im Angesicht der Tragik sind sie würdevoll gezeichnet und die Themen, die im Buch behandelt werden, haben an Aktualität nichts verloren. Es geht um Moral, die Inszenierung der Männlichkeit von Charakteren am Rande der Gesellschaft und Krankheit. Ähnlichkeiten zu den Werken von Truman Capote und Tennessee Williams sind frappant zugegen. Diese Geschichte füg sich zu einem lebendigen und authentischen Porträt des amerikanischen (Alb)Traums: Vom Tellerwäscher zum Stricher.


  6. Cover des Buches Die verblödete Republik (ISBN: 9783426780985)
    Thomas Wieczorek

    Die verblödete Republik

     (85)
    Aktuelle Rezension von: TheSilencer
    Ich dachte mir, ich gebe dem Miesmacher- und Pessimisten-Buch nach der Generation Doof noch eine Chance. Doof war schließlich unterirdisch.

    Wieczorek nimm in bester Tradition dieser zur Zeit hippen Bücher den Rundumschlag vor und trifft des öfteren ins Schwarze. Das macht er geschickt und gut formuliert.

    Bloß leider nimmt die Interessenkurve - mal analog zur Spannungskurve eines Romanes zu sehen - stetig ab.

    Daß wir verblöden, steht wohl außer Frage. Alleine mit der Fernbedienung einen Abend lang durch die TV-Landschaft zappen und man bekommt das kalte Grausen.
    Darüber Bücher zu schreiben, ist legitim, denke ich. 

    Aber als Leser beginnt man genau damit die Therapie. 

    Was nützt es, wenn ich Geifer-sabbernd diese Werke lese, anstatt meine Zeit in richtige Bildung zu investieren? Wenn das das Ziel des Buches war, habe ich es erreicht. Denn es war mein letztes dieser Mein-Land-ist-schlecht-Bücher.

    (Welchen Eindruck möchte Wieczorek eigentlich mit der allgegenwärtigen "Bild"-Schelte hinterlassen, war er doch mal selbst Chefreporter dieser Zeitung ... ?)
  7. Cover des Buches Strahlend schöner Morgen (ISBN: 9783548609997)
    James Frey

    Strahlend schöner Morgen

     (116)
    Aktuelle Rezension von: Buchstabenliebhaberin

    In L.A. scheint immer die Sonne, ob für den Obdachlosen Old Man Joe am Strand, der täglich auf eine Antwort wartet, oder den Filmstar Amberton, der auf seiner Terrasse frühstückt und in Luxusproblemchen schwelgt, Einwanderin und Hausmädchen Esperanza auf dem Weg zu ihrer herrischen Chefin oder Dylan, der Rockern ihre Motorräder repariert, Golftaschen trägt oder Maddie, die im 99 Cent Laden an der Kasse sitzt.

    Ich habe diese Figuren sofort ins Herz geschlossen und konnte nicht genug von ihnen bekommen!

    Die 5 Personen treffen sich nicht, es sind in sich geschlossene Geschichten, die sich häppchenweise der Leserschaft erschließen. Zwischen jeder Episode gibt es einen kurzen historischen Einwurf zur Entstehung von L.A, in der Regel eine halbe Seite lang, chronologisch aufgebaut, bis zur Jetztzeit. 

    Gegen Ende des Buches häufen sich Aufzählungen von Menschen, die den amerikanischen Traum leben wollen, der Autor zeichnet ein Bild von Heerscharen junger, schöner Menschen, die in L.A. erfolgreich werden wollen und innerhalb weniger Jahre in weniger glamorösen Jobs landen, als Kellner, Pornodarsteller oder wechselnden, unterbezahlten Jobs. L.A. steht für Sehnsüchte und Hoffnungen, ist ein beliebter Ort für Touristen, und damit auch für Obdachlose, die sich aus den Mülltonnen der Fressbuden ernähren und sich dort Geld für Alkohol und Drogen erbetteln. Man bekommt ein gutes Bild von den verschiedenen Stadtteilen, den aufgeräumten, sauberen, wo die Menschen leben, die es geschafft haben, und den weniger guten Vierteln, wo die Mieten zwar billig, Gewalt und Drogen aber allgegenwärtig sind.

    Insgesamt ergeht es den Personen des Buches nicht besonders gut, sie kämpfen täglich ums Überleben, selbst die Filmstars, die zwar finanziell ausgesorgt haben, deren Hunger nach Anerkennung und Liebe aber nicht gestillt werden kann, zahlen einen hohen Preis für, ja wofür? Für das was sie brauchen um sich halbwegs glücklich zu fühlen. 

    Ich habe mitgelitten und mitgefiebert, habe gehofft und war entsetzt und traurig. James Frey schreibt intensiv und besonders, ich habe seinen Stil sofort geliebt, er hat eine Art, Wiederholungen einzusetzen, die sich einbrennen, die eindrücklicher sind als jedes Argument, und damit auch eine Emotionalität schaffen, ohne viel Aufhebens zu machen. The american dream of life, diese Sehnsucht bekommt man hier perfekt vermittelt. Bei den Wenigsten erfüllt sich dieser Traum ...

  8. Cover des Buches Fegefeuer der Eitelkeiten (ISBN: 9783499236747)
    Tom Wolfe

    Fegefeuer der Eitelkeiten

     (109)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    besitzt eine Wohnung in der Park Avenue, hat eine Frau, eine Tochter und eine Geliebte, die ihrerseits mit einem dreimal so alten widerlichen notgeilen Bock verheiratet ist. Sie verirren sich im Sportwagen Shermans in der Bronx und fahren einen jungen Schwarzen an, der daraufhin ein Jahr im Koma liegt und dann stirbt. Sherman wird ausgeforscht und vor Gericht gestellt. Schmierige Reporter, publicitygeile Staatsanwälte, Drogendealer, die jedem ihre Seele verkaufen, der dafür zahlt, eine betrügerische Immobilienmaklerin, 'Freunde', die sich abwenden, sobald es dem Protagonisten dreckig geht, Anwälte und ähnliche Landplagen, ein Prediger mit penetrantem Sendungsbewußtsein, unausstehliche Parties in der New Yorker Upper Class, etc. Die Wahrheit scheint überhaupt niemanden mehr zu interessieren, jeder darf auf den angeblich Schuldigen einprügeln, wie es ihm gefällt, die Angelegenheit bekommt eine Eigendynamik, die nicht mehr zu bremsen ist. Handlungsstränge verlaufen scheinbar ins Leere, werden aber unvermutet wieder aufgenommen, überraschende Wendungen machen die Geschichte fesselnd und abwechslungsreich, gleichzeitig handelt es sich um eine (gesellschafts-)kritische Milieustudie von großer Tiefe. Das Ganze über 925 spannende Seiten - große Leistung! Zwei Szenen haben mich besonders gefesselt: (1) die Verhaftung Shermans, sein Spießrutenlauf durch eine Meute von Reportern und Demonstranten und sein vorübergehender Aufenthalt in einer stinkenden, von Ungeziefer strotzenden Zelle, in der er von anderen Arrestanten bedroht wird; und (2) der Tod des Ehemannes seiner Geliebten, der in einem Luxusrestaurant einem Herzschlag zum Opfer fällt und dessen Todeskampf auf dem Boden des Lokals in der degenerierten Gesellschaft nicht einmal Entsetzen - von Hilfsbereitschaft und  Mitgefühl ganz zu schweigen -, sondern nur Gereiztheit über die Störung hervorruft. Daß ich einem Finanzhai Sympathie entgegenbringen könnte, habe ich mir vor dieser Lektüre nicht vorstellen können. Ein großartiger Roman!

  9. Cover des Buches Behold the Dreamers (ISBN: 9780812998481)
    Imbolo Mbue

    Behold the Dreamers

     (7)
    Aktuelle Rezension von: walli007

    Das junge Ehepaar Jonga hat es von Kamerun nach Amerika geschafft. Jende Jonga hat Asyl beantragt und Neni ist mit einem Studentenvisum in den USA. Alles scheint sich zum Besten zu wenden als Jende von seinem Cousin ein Job als Fahrer bei dem reichen Investmentbanker Edvard Clark bekommt. Über seinen Einwanderungsstatus sagt Jende nichts weiter, Hauptsache, er hat erstmal den Job. Und Neni ist fleißig beim Lernen, sie will einmal Pharmazie studieren. Auch sie arbeitet nebenbei und kümmert sich noch um den gemeinsamen Sohn, der schon zur Schule geht. Clark arbeitet bei den Lehman Brothers und man schreibt das Jahr 2007.


    Der Roman beginnt kurz vor der großen Finanzkrise, die im Jahr 2008 ihren Anfang nahm. Die Einwanderer aus Kamerun sind trotz ihres unsicheren Status` optimistisch, dass sie es vor allem für ihren Sohn schaffen werden. Sie sind schon einige Zeit in Amerika und mit dem neuen Job glauben sie, das große Los gezogen zu haben. Relativ einfache, wenn auch verantwortungsvolle Arbeit, zu einem guten Lohn. Neni kann sich mehr auf ihr Studium konzentrieren und auch mal was shoppen. Jendes Tätigkeit führt zu etwas wie Familienanschluss. Besonders die Kinder ihrer Arbeitgeber kommen gut mit Jende und Neni klar.


    Glück und Glas - wie leicht bricht das. So ungefähr könnte man die Quintessenz dieses Romans empfinden. Wie zerbrechlich die sicher geglaubte Welt sein kann, kann man gerade heute auch wieder ausmachen. So ähnlich muss es auch zu Zeiten der Finanzkrise gewesen sein, die Arm und Reich treffen konnte. Sowohl die Jongas als auch die Clarks stehen vor großen Umwälzungen und sie bewältigen sie irgendwie, aber irgendwie auch mit Verlusten. Ob man dabei jede Entscheidung nachvollziehen kann, mag dahingestellt sein. Die handelnden Personen müssen dazu stehen. Klar wird jedenfalls, dass der amerikanische Traum auch mal ausgeträumt sein kann, für Amerikaner ebenso wie für Einwanderer. Doch auch in der Krise gibt es Chance, die man so oder so einschätzen kann. Ein Buch, aus dem man Einsichten über das Leben der Einwanderer gewinnen kann und welche Veränderungen Menschen durchmachen, wenn die Welt in eine Krise gerät.

  10. Cover des Buches Die Selbstmord-Schwestern (ISBN: 9783644011717)
    Jeffrey Eugenides

    Die Selbstmord-Schwestern

     (398)
    Aktuelle Rezension von: mariameerhaba

    Als sich die erste Schwester aus dem Fenster stürzte, war ich wie gebannt von der Szene. Es hat mich schockiert, mir den Atem geraubt, für einen Moment habe ich perplex mit dem Lesen aufgehört, damit ich die Wirkung des Geschriebenen begreifen konnte. Der Autor war schonungslos, fast brutal, das Nachbeben hat mich eine Zeitlang begleitet, war wie ein Echo weit hinter meinen Gedanken, zwischen den Zeilen, zwischen jedem Atemzug, bis der Autor wieder endlos um den heißen Brei gesprochen hat.

    Er zieht es in die Länge, erzählt über alles Mögliche und macht dabei so einen gewaltigen Rückschritt vom Mord, dass er die Geduld des Lesers überstrapaziert. Irgendwann wurden die Informationen über die Schwestern zu viel, die Handlung blieb auf halber Strecke stecken und das Lesen wurde anstrengender. Ich kämpfte gegen die Flut von Nebensächlichkeiten, die ich unmöglich besiegen konnte und dann habe ich mich zu langweilen begonnen. Ich wollte nicht mehr.

    Die Idee des Autors ist interessant. Als ich den Titel las und die Kurzfassung, wollte ich das Buch unbedingt lesen. Ich habe mich ehrlich darauf gefreut. Doch der Autor überspannt den Spannungsbogen und überhäuft mit so vielen Nebengeschichten, dass es für mich nicht funktioniert.

  11. Cover des Buches Fear and Loathing in Las Vegas (ISBN: 9780007204496)
    Hunter S. Thompson

    Fear and Loathing in Las Vegas

     (58)
    Aktuelle Rezension von: Der_Buchklub

    Zu unserer Buchbesprechung geht es hier: https://www.youtube.com/watch?v=QebdCDz78VI

    Vorsicht, Spoiler!

  12. Cover des Buches Zum Wiedersehen der Sterne (ISBN: 9783548609836)
    Dinaw Mengestu

    Zum Wiedersehen der Sterne

     (19)
    Aktuelle Rezension von: sabatayn76
    'Einen Vogel, der zwischen zwei Zweigen festsitzt, erwischt es an beide Flügeln.' Inhalt: Sepha Stephanos ist vor 17 Jahren aus seiner Heimat Äthiopien geflohen, doch wirklich angekommen ist er in seiner Wahlheimat Washington nie. Mit seinen Freunden Joseph (aus dem ehemaligen Zaire) und Kenneth (aus Kenia) schwelgt er in Erinnerungen an Afrika und pflegt ein sehr spezielles Afrika-Quiz, in dem historische Ereignisse im Zusammenhang mit Diktatoren und Putschisten abgefragt werden. Sephas Leben bietet ansonsten wenig besonderes - tagtäglich öffnet er seinen Laden, der jedoch eher suboptimal läuft und für dessen Aufbau und Funktionieren er nur wenig Energie aufbringt. Doch dann treten Judith und ihre Tochter Naomi in Sephas Leben und lassen ihn auf eine positivere Zukunft hoffen. Mein Eindruck: Dinaw Mengestu - selbst Äthiopier und in den USA aufgewachsen - erzählt die Geschichte Sephas in einfühlsamer und berührender Weise. Dabei ist der Roman trotz des bewegenden Themas einfach lesbar, oft humorvoll und sarkastisch, doch nie verzweifelt. Die Protagonisten wirken lebensnah und sind glaubwürdig, die Beziehungen zwischen ihnen sind komplex und realistisch geschildert. Dadurch gelingt Mengestu ein Roman emotionaler Tiefe, der zwischen den Zeilen von der Leere, von den verlorenen Wurzeln und von der Sehnsucht der Immigranten erzählt. Mein Resümee: Ein leichtes und poetisches Buch zum schwierigen Thema Immigration. Sehr zu empfehlen.
  13. Cover des Buches Zwischen mir und der Welt (ISBN: 9783596298327)
    Ta-Nehisi Coates

    Zwischen mir und der Welt

     (11)
    Aktuelle Rezension von: People-abroad

    Das Buch ist ein Bericht über das Leben des Autors an seinen Sohn.

    Im Getto aufgewachsen, will er herausfinden, was es bedeutet ein Schwarzer zu sein und wie man damit umzugehen beziehungsweise welche Vision über die Rolle als Schwarzer gerechtfertigt und real machbar ist.

    Dies will er folgendermaßen herausfinden. Erstens erzählt er über seine eigenen Erfahrungen aus seiner Jugend im schwarzen Getto von Baltimore, aus seinem Studium. Der Schock als sein Freund von der Polizei bei einer Verkehrskontrolle erschossen wird. Von anderem Unrecht gegen Schwarze.

    Zweitens erforscht er mit Büchern und beim Studium, welche Rolle die Schwarzen hatten und haben. Liest über Denker und Macher in der schwarzen Bewegung - von Malcom X ist er begeistert.

    Das alles fast er in diesem Buch als Brief an seinen Sohn zusammen. Auf der einen Art eine Predigt an seinen Sohn, wie sein Leben verlief und was sein Sohn daraus lernen soll.

    Auf die andere Art erlebt man als Leser mit, wie er seine Rolle als Schwarzer hinterfragt und erforscht.

    Ein gutes Buch über das Leben als Schwarzer in den USA.



    Notizen:

    Jugend im Viertel voller Gangs, seine Familie, Schule, Studium, Black Movements, Black writers, Malcom X, Freund wird von der Polizeit erschossen, Freundin, etc.


  14. Cover des Buches Fast genial (ISBN: 9783257609295)
    Benedict Wells

    Fast genial

     (414)
    Aktuelle Rezension von: kaelle

    Nachdem Francis' Mutter von seinem Stiefvater verlassen wurde, leben Mutter und Sohn in einem Trailerpark. Francis geht es dort alles andere als gut: Er ist ein schlechter Schüler, hat kaum Freunde, seine Ringerkarriere ist vorbei, bevor sie richtig angefangen hat, seine Mutter hat wechselnde Männerbekanntschaften und ist vor allem manisch-depressiv. Dies führt dazu, dass sie immer wieder in einer Klinik landet. Dort versucht sie sich eines Tages umzubringen und schreibt Francis einen Abschiedsbrief. Darin verrät sie ihm, dass er ein Retortenbaby und sein Vater ein genialer Mensch mit extrem hohem IQ sei. Kurzerhand macht sich Francis auf die Suche nach ihm, einmal quer durch die USA, von der Ost- an die Westküste. Mit an Bord sind sein bester Freund Grover, Typ nerdiger Feigling, und Anne-May, die einen Suizidversuch hinter sich hat und darum in der gleichen Klinik liegt wie Francis' Mutter.

    Wie es für Roadtrips in Romanen üblich ist, macht die Reise etwas mit den drei jungen Erwachsenen. Sie verändern sich, öffnen sich, erkennen sich zum Teil selbst. Freundschaften werden auf die Probe gestellt. Das Thema Liebe taucht ebenfalls auf. Das ist alles ganz nett gemacht und für Jugendliche sicherlich nicht uninteressant.

    Überhaupt nicht gefallen hat mir der letzte Teil. Dort passiert im Zeitraffer sehr viel, was wohl besser etwas ausführlicher geschildert worden wäre. Das eigentliche Ende fand ich dann total doof. Den Grund dafür möchte ich hier jedoch nicht nennen, um nicht zu spoilern.

    Man merkt dem Buch an, dass es sich um eines der ersten von Wells handelt. Bis zu "Hardland" ist noch viel Luft nach oben.

  15. Cover des Buches Ein Jahr in San Francisco (ISBN: 9783451062568)
    Hanni Bayers

    Ein Jahr in San Francisco

     (35)
    Aktuelle Rezension von: Eleonora

    Hanni arbeitet für ein Unternehmen, das Software für Medizintechnik herstellt. Als ihr Arbeitgeber ihr anbietet, ein Jahr in San Francisco zu leben und dabei zu helfen, in der amerikanischen Auslandsgesellschaft das Geschäft mit aufzubauen, sagt sie sofort zu. Wir begleiten Sie von ihren ersten Schritten eine Wohnung zu finden (sehr schwierig), über Schließen erster Bekanntschaften (das ging schneller), Datings (etwas kompliziert) und zu beruflicher Weiterentwicklung mit einem Start-up. Sie erzählt dabei von vielen außergewöhnlichen und skurrilen Festivals und Veranstaltungen, die in San Francisco stattfinden, wie z.B. dem Bay to Breakers Marathon, bei dem alle in verrückten Kostümen durch die Stadt rennen oder dem Truthahnrennen im Golden Gate Park. Aber auch von Ausflügen ins Umland zur Weinverkostung im Sonoma Valley, dem Wandern auf dem Earthquake Trail oder dem Whale Watching vom Point Reyes Leuchtturm aus. Sie ist fasziniert von der bunten Mischung, der kulturellen Vielfalt, dem steten Optimismus und dem Willen der Menschen, Dinge einfach mal auszuprobieren. Darüber hinaus lässt sie aber auch nicht die Schattenseiten aus, wie z.B. die hohe Obdachlosenrate, die immens hohen Wohnungskosten oder auch einfach nur das oft neblige, wechselhafte Wetter. Ein Jahr, das sie bestimmt nicht so schnell wieder vergisst📖 


    Das Buch hat mich für ein paar Tage im Kopf verreisen lassen. Es war ein interessanter, informativer und unterhaltsamer Städtetrip, auf dem mich dieser Erfahrungsbericht entführt hat. Die Charaktere im Buch waren zwar offenbar fiktiv, zusammengesetzt aus eigenen Erfahrungen und Erzählungen, die Informationen jedoch echt. Ich war wie Hanni im Buch beeindruckt von dem, was die Stadt zu bieten hat, ihrer Vielfalt und der Lebenseinstellung der Menschen. Einzig mit den Tech-Events und den unzähligen Restaurant Besuchen konnte ich nicht so wirklich viel anfangen. Der Schreibstil war einfach und teils amüsant. 

    Ich mag die "Ein Jahr in..." Reihe des Herder Verlags eigentlich sehr gerne. Allerdings fände ich es ehrlich gesagt doch auch gar nicht so schlecht, wenn es eine Karte und eventuell ebenso ein paar Bilder zu den Orten gäbe. Vielleicht immer zum Kapitelanfang oder -ende. Das hätte ich noch ganz nett gefunden. So las ich eben immer mit meinem Handy an der Seite parat liegend, um die Orte per Google Street View nachverfolgen zu können. Das ging allerdings auch ganz gut. Das Buch kann ich jedenfalls allen empfehlen, die diese interessante Stadt gerne mal näher kennenlernen möchten. (4/5)⭐🙂

  16. Cover des Buches Der große Gatsby (ISBN: 9783649640950)
    F. Scott Fitzgerald

    Der große Gatsby

     (1.125)
    Aktuelle Rezension von: 65_buchliebhaber

    Ein reicher Amerikaner steht im Mittelpunkt der Geschichte, die ihm auch den Titel zu verdanken hat. Seine Villa ist Treffpunkt der reichen Society, ohne dass jemand näheres über ihn weiß. Er ist zurückhaltend und nur langsam kann sein Nachbar, der Erzähler im Buch, Kontakt zu ihm aufbauen. Die Bekanntschaft beider mit der Jungliebe Gatsbys verstärkt die Beziehung jedoch. Sehr gefühlvoll beschreibt Fitzgerald eine Gesellschaft, bei der Oberflächlichkeit und Rücksichtslosigkeit walten, die in Intrigen und Skandalen versinkt.

    Der angenehm zu lesende Schreibstil hat mich in die goldenen Zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts in einen Teil der Vereinigten Staaten von Amerika entführt und die gezeichneten Bilder vor meinem inneren Auge entstehen lassen. Die Charaktere sind wunderbar beschrieben und entwickelt, so dass man sich im Geschehen wiederfindet. Besonders gut gefallen haben mir die Landschaftsbeschreibungen. Die schön gebundene, schmuckvolle Ausgabe aus dem Nikol Verlag unterstreicht noch das Niveau dieses Klassikers. Eine absolute Leseempfehlung von mir.

  17. Cover des Buches Haben und Nichthaben (ISBN: 9783499106057)
    Ernest Hemingway

    Haben und Nichthaben

     (53)
    Aktuelle Rezension von: Julia250916

    📚 "Haben und Nichthaben" von Ernest Hemingway 📚


    HANDLUNG

    Harry ist ein ehemaliger Angler und verdient sich das täglich Brot mit Charterausflügen für Touristen und lehrt denen das Angeln. Nachdem er von einem Kunden so richtig übers Ohr gehauen wurde, musste er sich mit illegalen Angelegenheiten über Wasser halten, nämlich Menschen- und Alkoholschmuggel. Damit nahm sein grausames Schicksal seinen Lauf. (...)


    FAZIT

    Ich möchte erstmal mit dem Positiven beginnen. Die Story um Harry ist schon interessant und er durchlebt mehrere verschiedene Ereignisse. Hier wird das Leben eines Schmugglers gut auseinander genommen. Schießereien und Ehestreitigkeiten werden wirklich gut in Szene gesetzt. Nun zu den negativen Aspekten dieses Buches. In dem Buch kommt es immer wieder zu wechselnden Erzählstrukturen, was für mich sonst kein Problem ist, aber hier trägt es zu einer immer wieder aufkommenden Verwirrung bei. Es werden dazu auch immer wieder irgendwelche Personen in den Raum geworfen, wo Hemingway einem sagen möchte, die müsst ihr kennen und euch muss dieser kleine Abstecher gefallen. Dies war bei mir leider nicht der Fall. Das ich kein großer Angelfan bin, muss ich nicht sagen und daher haben mir die expliziten Informationen zum Angeln und zu den verschiedenen Booten nicht gefallen, da ich für solche Dinge kein Verständnis besitze. Weiterhin kommt es immer wieder zu extremen Wiederholungen. Mehrere Seiten hätte ich überspringen können, denn auf denen ist nichts weiter passiert, als tausend mal das Gleiche zu sagen. Dies war wirklich öde. Außerdem wurde die Spannung wirklich gut aufgebaut und ich dachte, jetzt wird das Buch endlich besser, aber so schnell wie die Spannung aufgebaut war, wurde sie einem auch wieder genommen. Leider hat mir das Buch nicht gefallen und kann es auch nicht weiterempfehlen. Aber jeder hat zum Glück seine eigene Meinung und falls es jemandem wirklich gut gefallen hat, dann schreibt es doch bitte in die Kommentare. ☀️

  18. Cover des Buches Hoffnung wagen (ISBN: 9783442159543)
    Barack Obama

    Hoffnung wagen

     (25)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Und wieder einmal verblüfft uns Barack Obama. Sein zweites Buch erzählt seinen Werdegang in beruflicher Form. Wieder hervoragend geschrieben und mitfühlend. Erfolg und Niederlage liegen nah beieinander, doch lässt er nicht locker.
  19. Cover des Buches The Godfather (ISBN: 0451167716)
    Mario Puzo

    The Godfather

     (21)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Die Vorlage zu dem wundervollen Film mit Brando, Pacino usw. Der Aufstieg des Don wird erzählt, und wie er Audienz hält, indem er sich die Sorgen seiner Bittsteller anhört und mal gütig, mal kalt reagiert, wie er seine Nachfolge zu regeln gedenkt, sich mit seinem Consigliori berät und auch äußert widerspenstige Naturen wie den Filmproduzenten Jack Woltz zu überzeugen vermag ("Ich hab ihm ein Angebot gemacht, das er nicht ablehnen konnte.") Nur die Beschreibung von Sonnys "derbem Puttengesicht" wirkt albern.
  20. Cover des Buches Frühstück bei Tiffany (ISBN: 9783036959344)
    Truman Capote

    Frühstück bei Tiffany

     (636)
    Aktuelle Rezension von: Daniel_Mechling

    Vorweg: Nein, den Film habe ich nicht gesehen. Mir flog das Buch über einen Bücherschrank zu, und da ich gerne mal die "Klassiker" lese habe ich es mitgenommen. Jedoch bin ich sehr enttäuscht. Holly ist eine unleidliche und nervtötende Frau, die zwar ihren eigenen Weg geht, aber dabei alles umwälzt was ihr im Weg steht. Ist sie ein doofes Naivchen, oder absolut gewitzt? Ich verstehe es ehrlich nicht. Man ist mit dem Buch schnell durch und ich bleibe fragend zurück, was es mir jetzt mitteilen wollte? 

    Ich finde leider keine Interpretation für mich und selbst wenn es gar keine geben sollte, so ist es als reine Unterhaltung für mich viel zu unleidlich. Ich kann mich mit Holly nicht anfreunden und Ihr Vogelkäfig-Freund bleibt mir ebenfalls fremd. 

    Leider nichts für mich - wie gesagt, gestehe ich mir ein, dass ich es eventuell einfach nicht verstehe. 

  21. Cover des Buches The Great Gatsby (ISBN: 9783526522201)
    F. Scott Fitzgerald

    The Great Gatsby

     (415)
    Aktuelle Rezension von: betweenenchantingpages

    Jay Gatsby ist ein einsamer reicher Geschäftsmann, der einer verlorenen Liebe nach jagt. Das Buch spielt in den "roaring twenties" und erzählt von Genusssucht, Langeweile und der Sinnlosigkeit des mondänen Lebens.

    Echt ein guter Roman, aber Meinung nach einfach nur overrated. Versteht mich nicht falsch, ich mag das Buch total, aber es gibt einfach bessere Klassiker.

  22. Cover des Buches Die Teerose (ISBN: 9783492956024)
    Jennifer Donnelly

    Die Teerose

     (915)
    Aktuelle Rezension von: Solodze

    Die Teerose wurde mir vor vielen Jahren von meinem Opa zum Geburtstag geschenkt. Das Buch hat kein catchy Cover und klang beim Lesen des Klappentextes auch nicht nach Potenzial zum nächsten Lieblingsbuch. Ich wurde total überrascht. Die Autorin hat einen angenehmen und flüssigen Schreibstil, der einen von Beginn an mitnimmt. Die Charaktere sind alle greifbar und ich habe stets mitgelitten. Ich war super begeistert und habe das Buch vielen Freundinnen empfohlen. Auch noch viele Jahre nachdem ich es gelesen habe, denke ich oft daran zurück wie toll ich das Buch fand. Es gehört nach wie vor zu meinen Favoriten.

  23. Cover des Buches Portnoys Beschwerden (ISBN: 9783446249820)
    Philip Roth

    Portnoys Beschwerden

     (64)
    Aktuelle Rezension von: LarissaMaria

    Ich wusste ja worauf ich mich einlasse. Im Prinzip zumindest. Zwangsstörung meets Promiskuität.

    Nicht selten wurde Philip Roth dafür kritisiert, dass seine Charaktere zu getrieben sind, es ginge nur um Sex und Selbstmitleid,
    Die geteilten Meinungen, welche über ihn kursieren, haben mein Interesse geweckt. Ich wollte mir selbst ein Bild machen.

    Ich lernte also Alexander Portnoy kennen; einen jüdischen Amerikaner, der beim Psychiater sitzt und sein Leid klagt.
    Das würde das ganze Buch eigentlich schon in einem Satz zusammenfassen.

    Der Monolog, aus dem das Buch besteht, veranschaulicht seinen Werdegang, schildert eine Existenz ohne besondere Sternstunden, ohne besonderen Glanz.

    Seine Kindheit mit der Glucken-Mama und dem Waschlappen-Vater, seine Jugend, das Erwachen seiner Sexualität welche gleich in zwanghafte Sphären abdriftet, seine Unfähigkeit eine gute Beziehung zu führen… es ist eine endlose Misere.

    Ich war während des Lesens ständig hin und her gerissen; zwischen Abscheu vor dem Protagonisten und Bewunderung für die Fähigkeit von Roth, dessen verrückte Gedankensprünge so anschaulich darzustellen.

    Daher machte das Lesen irgendwie Spaß. Großteils war ich einfach nur genervt von Portnoys Veranschaulichungen, seinen Anschuldigungen, seiner Unfähigkeit zu erkennen, dass man an seinen Fehlern arbeiten kann...  aber genau das hat eine eigene Art von Spannung erzeugt.

    Ich bin nicht restlos begeistert, aber besonders die Pointe am Schluss hat mich nochmals laut auflachen lassen.

    Also der Gesamteindruck war nicht schlecht.

  24. Cover des Buches Gun Love (ISBN: 9783518470305)
    Jennifer Clement

    Gun Love

     (95)
    Aktuelle Rezension von: Buchruecken

    Die Geschichte beschreibt die späte Kindheit und frühe Jugend eines Mädchens in den Südstaaten, das mit seiner Mutter in Obdachlosigkeit aufwächst. Die enge, emotionale Bindung zur Mutter, mit der die Protagonistin in einem Auto lebt, bildet das Herzstück des Buches; das Leben der Nachbarn innerhalb des Trailerparks und deren Affinität für Schusswaffen, sowie die tragische Liebesgeschichte der Mutter stehen dem entgegen.


    Wie erwartet haben mir die Charaktere ausgesprochen gut gefallen und mich mitgerissen, weil sie vielschichtig und mit charakterlichen Eigenheiten dargestellt werden, die manchmal liebenswürdig, aber auch abstoßend wirken.

    Die Autorin bedient sich einer bildhaften, melancholischen Sprache, die in mir viele Gefühlsregungen ausgelöst hat; mit seelischen Erkrankungen ist es emotional auslaugend und gleichzeitig wohltuend zu lesen.

    Insgesamt habe ich diesen außergewöhnlichen Roman genossen, gleichwohl ist es keine leichte Kost.

    Lesern, denen gesellschaftskritische und poetische Erzählungen gefallen, möchte ich "Gun Love" ans Herz legen.

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