Bücher mit dem Tag "amerikanischer traum"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "amerikanischer traum" gekennzeichnet haben.

55 Bücher

  1. Cover des Buches Der Junge, der Träume schenkte (ISBN: 9783404160617)
    Luca Di Fulvio

    Der Junge, der Träume schenkte

     (1.121)
    Aktuelle Rezension von: Peter_Pilz

    Der Titel verspricht einen positiven Inhalt, auch der Klappentext des Buches lässt eher an einen Aufbruch in der neuen Welt Anfangs des 20. Jahrhunderts glauben. Es werden mehrere Personen, teilweise in verschiedenen Jahrzehnten, zwischen welchen hin- und hergesprungen wird, beschrieben. Alles befremdlich, beängstigend, Vergewaltigungen, unpersönlicher Sex, Mord, Verstümmelung, Traumatisierung, Psychopathie, Erniedrigung. Ich habe es nach fast 300 Seiten abgebrochen und kann es nicht empfehlen. Zwei Sterne nur deswegen, weil es ja nach 300 Seiten eventuell doch noch ein gutes Buch werden kann. Meines Erachtens muss ein Buch allerdings nach spätestens 40 Seiten inhaltlich auf eine klare Linie kommen, mittel derer ich es beurteilen kann.

  2. Cover des Buches Die Teerose (ISBN: 9783492242585)
    Jennifer Donnelly

    Die Teerose

     (901)
    Aktuelle Rezension von: bingereading

    "Die Teerose" von Jennifer Donelly gehört zu der Sorte Buch, die man am liebesten gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Die Charaktere sind sehr nahbar und man fühlt mit ihnen. Obwohl das Buch ziemlich dick ist, gab es keinen Moment, an dem ich mich gelangweilt hätte. Mehrere Handlungsstränge wurden gekonnt miteinander verwoben und am Ende wird klar, dass sie alle zusammenhängen. Der Krimianteil des Buches war sehr spannend, doch für meinen Geschmack etwas zu blutrünstig. Die Liebesgeschichte würden manche Leute wohl als kitschig bezeichnen, doch ich fand sie wunderschön, auch wenn es mich manchmal genervt hat, dass die Protagonisten sich ständig verpassen und es durch Missverständnisse dutzende fehlgeschlagene Versuche der Versöhnung zwischen den beiden gab. 

    Das Einzige, was mich am Buch wirklich etwas gestört hat, war, dass teilweise Fehler bei den Namen der Personen gemacht wurden. So hieß Joe zu Beginn des Buches mit vollem Namen noch Joseph, während er am Ende Jonathan ist. Das ist zwar eine Kleinigkeit, die für die Handlung nicht weiter schlimm war, sollte aber meiner Meinung nach nicht passieren dürfen. Auch wirken alle Hauptfiguren für das Ende des 19. Jahrhunderts sehr modern und die Frauen sehr emanzipiert. Einige kleine Details finde ich auch historisch fragwürdig, beispielsweise, dass ein Londoner Straßengangster in den 1890ern ein Telefon hat. Für Leser, die auf so etwas Wert legen, ist "Die Teerose" vielleicht eine kleine Enttäuschung.

    Dennoch finde ich, dass "Die Teerose" ein wirklich gutes Buch ist, in dem man dank der guten Beschreibungen der Szenerie und der Personen leicht versinken und ein bisschen der Realität entfliehen kann.


  3. Cover des Buches All die Jahre (ISBN: 9783552063662)
    J. Courtney Sullivan

    All die Jahre

     (112)
    Aktuelle Rezension von: renee

    Dieses Buch ist eine Familiengeschichte, eine richtig intensive Familiengeschichte über Schuld und das Umgehen damit, wo ich leider die Begeisterung anderer Leser nicht unbedingt und vollkommen unbedarft teilen kann. Zwei Schwestern wandern in den späten 50ern aus Irland kommend in die USA ein. Dabei bringt das Buch den Lesern den Mief und das eingeengte Denken dieser Zeit nahe und zeigt das Leben der beiden ungleichen Frauen bis in die heutige Zeit hinein und besonders eine der beiden Schwestern hätte ich fast durchweg schütteln können. Nora, die ältere Schwester, ein wirklich furchtbarer Charakter, bis in die 2000er hinein kann sie ihrem Naturell schlecht entfliehen, ist ein Kind ihrer Zeit und ihrer ländlichen und etwas bildungsfernen Herkunft, merkt kaum was sie durch ihre strenge, unnahbare und schwer abänderliche Art ihrer Umgebung antut, angetan hat. Dabei muss man Nora aber zugutehalten, sie ist durch den frühen Tod ihrer Mutter zu einem Mutterersatz für die jüngere Schwester Theresa geworden, hat deshalb ihre Jugend eingebüßt, eine Zeit der Unbeschwertheit. Diese Mutterrolle ist aber auch viel verlangt von der jungen Frau, deren Denken sich fortan um ihren Ruf, um den Ruf der Familie dreht, die dadurch in eine Rolle hineingedrängt wird, sich hineingedrängt empfindet, der sie eigentlich nicht gewachsen sein kann und, was eigentlich fast noch schlimmer ist, diese Entscheidung/ dieses Geschehen hat auch Folgen für die weitere Entwicklung der Nora, in ihrer eigenen Familie. Die jüngere Theresa ist etwas lebenslustiger, ist ja auch noch jugendlich unbeschwert. Beide Schwestern stehen dann durch ein Geschehen vor Entscheidungen, die erst viele Jahre später etwas abgeändert werden können. Erst stand für mich eine Drei Sterne Bewertung fest, denn das Geschehen ist wirklich etwas seifig und die Denkweisen der Charaktere haben schon etwas verstaubtes und altbackenes an sich. Dennoch ist die Geschichte spannend geschrieben, besonders das chronologisch nicht geordnete Schreiben fasziniert mich und ein gewisser Wandel in engen Grenzen lässt mich das Buch dann doch noch etwas höher bewerten. Wäre dieser Wandel in Noras Wesen nicht zu bemerken gewesen, wäre dies ein Drei-Sterne-Buch für mich geworden. Denn dieser Charakter Nora hat es mir nicht leicht gemacht, hat wohl etwas in mir getriggert. Keine einfache Lektüre für mich!

  4. Cover des Buches Kain und Abel (ISBN: 9783453422032)
    Jeffrey Archer

    Kain und Abel

     (97)
    Aktuelle Rezension von: Harry_Robson

    Jeffrey Archer entwickelt hier eine Geschichte, die in Europa beginnt und in den USA weiterläuft.  Genau wird beschrieben, wie sich die Protagonisten entwickeln und irgendwann im Leben aufeinander stoßen. Sehr schön und in aller Deutlichkeit werden die "Brüder" gezeichnet und dargestellt. Ein Meisterwerk der Romankunst

  5. Cover des Buches Der große Gatsby (ISBN: 9783311220008)
    F. Scott Fitzgerald

    Der große Gatsby

     (1.051)
    Aktuelle Rezension von: Blintschik

    Alle kennen die großen Partys des großen Gatsbys. Die Leute kommen von überall her und nehmen sogar uneingeladen an den berühmten Feiern teil, aber keiner kennt den Gastgeber Gataby wirklich. Deswegen ranken sich viele Gerüchte um ihn. Als Nick sein neuer Nachbar wird, lernt er ihn auf eine ganz andere Weise kennen und merkt, dass hinter dem bekannten Mann ein ganz anderer steckt.


    Dieses Buch ist einfach großartig. Allein wie es schon anfängt und man in diese lebendige und doch nachdenkliche Stimmung hineingezogen wird. Ich konnte mir richtig gut vorstellen, wie Nick, der Protagonist, die Geschichte erzählt. Dabei lernt man die Personen immer besser kennen und sieht die Schichten ihrer Persönlichkeit tiefer werden und die komplexen Beziehungen untereinander bringen einen zum Nachdenken. Die Geschichte wirkt ziemlich einfach und simpel und doch schwingen so viele Themen des Lebens mit, die der Autor tragisch und auch zynisch beschreibt.

    Ich für meinen Teil liebe dieses Buch und da es so schnell durchgelesen ist, kann man es immer wieder lesen und stößt dabei immer auf neue Details. Außerdem hat es einen einfachen und schönen Schreibstil, sodass man perfekt für ein paar Stunden in der Geschichte abtauchen kann.

  6. Cover des Buches Die Königin der Orchard Street (ISBN: 9783458361428)
    Susan Jane Gilman

    Die Königin der Orchard Street

     (127)
    Aktuelle Rezension von: Herbstrose

    Kurz vor einem wichtigen Gerichtstermin blickt Mrs Lillian Dunkle, einst gefeierte Eiscreme-Königin Amerikas, auf die vergangenen achtzig Jahre ihres Lebens zurück. Sie war sechs und hieß damals noch Malka, als ihre Familie 1913 aus Russland in die USA emigrierte,  wo sie zunächst in ärmlichsten Verhältnissen in New Yorks Lower East End in der Orchard Street wohnten. Ihr Leben änderte sich, als sie bei einem Unfall mit dem Pferdewagen des  Eisverkäufers Dinello verletzt und für immer behindert wurde. Ihre Familie verstieß das Mädchen, sie war als Arbeitskraft für sie nutzlos geworden. Doch sie hatte Glück im Unglück, die Familie des Eismannes nahm sie bei sich auf, lehrte sie die Kunst der Eisherstellung, lies sie katholisch taufen und gab ihr von nun an den Namen Lillian Maria Dinello. Und wieder war ihr das Schicksal wohlgesonnen, als sie ihren späteren Ehemann Bert Dunkle kennenlernte. Mit viel Erfindungsreichtum, aber auch mit List und Heimtücke, bauen sich Lillian und Bert nach und nach ein Eiscreme-Imperium auf – Lillian Dunkle wird zur „Eiskönigin von Amerika“. Jetzt sind sie ganz oben auf der Erfolgsleiter, doch wieder schlägt das Schicksal zu … 

    Die US-amerikanischen Schriftstellerin Susan Jane Gilman, die 1964 in New York geboren wurde, besuchte dort die High School und die University, war Schülerin von Frank McCourt und erhielt 1993 in Michigan den Master in Fine Arts in Creative Writing. Sie veröffentlichte drei Sachbücher und schrieb für diverse Zeitungen und Magazine, bevor sie sich an „Die Königin der Orchard Street“ wagte. 2019 veröffentlichte sie ihren zweiten Roman „Donna Has Left the Building“, der bisher noch nicht in Deutsch erhältlich ist. Die Autorin lebt heute in ihrer Heimatstadt New York und in Genf/Schweiz. 

    Kaum zu glauben, dass dies der Debütroman der Autorin ist, so ausgefeilt und sprachlich anspruchsvoll ist ihr Schreibstil, dabei jedoch sehr unterhaltsam und informativ. Die gute bildhafte Wiedergabe vom Amerika des frühen 20. Jahrhunderts bis in die 80er Jahre sowie die angedeuteten politischen Probleme der neueren Zeit zeugen von ausgezeichneter Recherchearbeit. Mit Lillian schuf Gilman eine Protagonistin, die man lieben und hassen muss – eine taffe, sehr einfühlsame Frau, die jedoch im Geschäftsleben über Leichen gehen kann und immer dominanter wird, je mehr Reichtum sie ansammelt. Sie gibt ein gutes Beispiel, wie man durch harte Arbeit Geld verdienen kann und wie schwer es dann ist, mit dem Reichtum vernünftig umzugehen.

    Tragik und Komik liegen in der Geschichte nahe beieinander, die mit einigen gut verständlichen jiddischen und italienischen Begriffen gewürzt ist, welche die Protagonistin hin und wieder benutzt. Unsere Heldin ist keine Schönheit und dazu noch behindert, weiß sich aber in allen Lebenslagen zu behaupten. Im fortgeschrittenen Alter genehmigt sie sich gerne vor Verhandlungen oder Fernsehauftritten einen Schluck, oder zwei oder drei, was nicht immer folgenlos bleibt. Da Lillian ihre Lebensgeschichte rückwirkend selbst erzählt und bisweilen den Leser direkt anspricht, hat man oft das Gefühl, sie persönlich zu kennen, bei ihr zu sitzen und ihr zuzuhören. 

    Fazit: Ein Buch das gut unterhält und das vor Witz und Zynismus förmlich sprüht – in dem aber auch viel Lebensweisheit versteckt ist. Sehr lesenswert!

  7. Cover des Buches American Psycho (ISBN: 9783942656412)
    Bret Easton Ellis

    American Psycho

     (402)
    Aktuelle Rezension von: Buecherbaronin

    Es ist Jahre her, dass ich „American Psycho“ gelesen habe. Trotzdem ist mir der Roman noch ziemlich gut in Erinnerung geblieben – vielleicht mehr, als mir lieb ist. Normalerweise breche ich Bücher nicht ab, aber hier war ich mehrmals kurz davor gewesen.

    Und nach dem Lesen habe ich zumindest verstanden, warum das Buch auf dem Index landete. Normalerweise finde ich diese Form der Bevormundung blöd. Aber wenn’s denn sein muss – packt eine FSK-Zahl drauf und fertig. Warum das in Sonderfällen nicht auch bei Büchern machen? Aber ich schweife ab.

    Während des Lesens hatte ich extrem widersprüchliche Gefühle. Es gibt ellenlange Beschreibungen völlig nichtiger Dinge, zum Beispiel das Aussehen von Visitenkarten – ob deren Farbe Elfenbein oder Eierschale ist, welche Schriftart verwendet wurde und so weiter. Es wird debattiert, in welches angesagte Restaurant man essen gehen soll, Bateman spricht viel über seine Lieblingsmusik und bestimmte LPs. Man verfolgt seitenweise seine Körperpflege und die Wahl seiner Kleidung. Kapitalismus ist ein durchgängig wichtiges Thema des Romans.

    Die scheinbar beliebigen Belanglosigkeiten plätschern so vor sich hin – und wechseln sich dann mit Batemans sadistischen Neigungen, seinen Sexorgien und seinen immer brutaler ausfallenden bestialischen Morden ab. Ich glaube, als das Buch damals erschien, war es ziemlich schockierend zu lesen, aber ebenso glaube ich, dass es auch heute noch schockiert. Denn in jeder Zeile schwingt eine grauenhafte Gleichgültigkeit mit, die Bateman als Erzähler suggeriert.

    „American Psycho“ kennt kaum Tabus, um seinen Protagonisten in all seinen Facetten darzustellen. Seine Sexualität, seine egomanischen Züge, seine Langeweile vom Leben, seine Gewaltbereitschaft, sein Drang zu töten – schonungslos stürzt Ellis seine Leser von seitenlanger Monotonie in Gewaltexplosionen und umgekehrt.

    Dabei ist der Roman nicht im klassischen Sinne spannend. Hier und da musste ich mich regelrecht durchquälen, weil einfach nichts passiert ist – nur um einige Seiten später eine neue brutale Aktion zu lesen. Insofern hat „American Psycho“ viele unterschiedliche Empfindungen in mir ausgelöst, von gelangweilt über schockiert und angeekelt bis hin zu beeindruckt.

  8. Cover des Buches Von Mäusen und Menschen (ISBN: 9783423253970)
    John Steinbeck

    Von Mäusen und Menschen

     (317)
    Aktuelle Rezension von: NiWa

    Die Wanderarbeiter George und Lennie ziehen von einem Arbeitgeber zum nächsten.  Und manchmal sind sie regelrecht auf der Flucht. Denn Lennie streichelt gern, wobei er ständig seine Kraft unterschätzt. 

    "Von Mäusen und Menschen" ist ein amerikanischer Klassiker aus dem Jahr 1937, in dem John Steinbeck die Freundschaft von zwei Arbeitern beschreibt.

    George und Lennie arbeiten als Erntehelfer und gehen gemeinsam ihres Wegs. Dabei ist Lennie von seinem Freund George abhängig, weil er sein Verhalten und Verständnis für die Welt am besten einschätzen kann.

    Lennie ist stark wie ein Stier und von hünenhafter Erscheinung. Im Gegensatz dazu steht seine geistige Entwicklung, weil er eindeutig zurückgeblieben ist. Dieser Umstand bringt den Gefährten George und ihn ständig in Schwierigkeiten. Obwohl es der gutmütige Lennie nicht böse meint, verursacht er erheblichen Schaden. Außerdem steht der sanfte Riese auf Flauschiges: Seien es Kaninchen, Mäuse oder Haare - sobald es ein Fell hat, möchte er es streicheln. 

    George ist Lennies Schutzengel, sein Gefährte und er wacht so gut wie möglich über den Freund. Er schärft ihm Verhaltensregeln und Fluchtpläne ein, und hat dabei immer Gutes im Sinn.

    Als die beiden Freunde einen neuen Job anfangen, sehen sie sich ihrem Ziel nahe: Sie wollen ihre eigene Farm, wo sie die Herren sind. Doch diese Hoffnung gerät in Gefahr, weil sich Lennie nicht im Griff hat.

    Tragende Thematik ist der amerikanische Traum vom eigenen Grund und Boden. George und Lennie sehnen sich nach einer kleinen Farm, wo Lennie die Kaninchen versorgen darf. Außerdem ist Lennies Beeinträchtigung Dreh- und Angelpunkt des Geschehens wie auch der gesellschaftliche Umgang damit. 

    Erzählerisch orientiert sich Steinbeck eindeutig an Theaterstücken. Angeblich hat er dieses Werk auch als Schauspiel konzipiert, was man dem Roman durchaus anmerkt. 

    Der Spannungsbogen ist gigantisch. Vom ersten Moment an herrscht Unwohlsein. Man spürt, dass sich eine dunkle Wolke zusammenbraut. Bedrängnis zieht über die Seiten, und man erwartet, dass es jeden Moment ein Gewitter samt Hagel geben wird. 

    Neben der intensiven Leseerfahrung, was die Freundschaft und die beinah unerträgliche Spannung angeht, sind es Steinbecks Naturbeschreibungen, die plastisch und greifbar sind. Ich fühlte mich als ob ich neben George und Lennie am Fluss säße und gemeinsam über den nächsten Schritt nachdächte.

    „Von Mäusen und Menschen“ ist - trotz der geringen Seitenzahl - ein ganz großer Roman. Die Geschichte ist packend, intensiv und dermaßen traurig, dass man alle Hoffnung fahren lässt. 

    Wer sich an Steinbeck versuchen will, ist „Von Mäusen und Menschen“ unbedingt zu empfehlen. Große Träume, eine bewegende Freundschaft und eindrucksvolle Beschreibungen runden diesen Roman zu einem bedeutenden Werk amerikanischer Literatur ab. 

  9. Cover des Buches Forrest Gump (ISBN: 0743453255)
    Winston Groom

    Forrest Gump

     (130)
    Aktuelle Rezension von: Rain698
    Forrest Gump war für mich ein Muss. Der Film ist grandios und da ist es natürlich Pflicht das dazugehörige Buch zu lesen.Und ich wurde nicht enttäuscht.
    Forrest Gump war, finde ich, ein Buch, das nicht unbedingt einfach zu lesen ist. Durch die falsche Grammatik und den verschobenen Satzbau (und noch dazu durch Forrests Art die Dinge zu verstehen) ist es oft nicht leicht zu verstehen was er uns erzählen möchte. Die Geschichte an sich ist für mich super. Eine wirklich schöne Geschichte und noch besser erzählt.Forrest ist ein sehr besonderer Junge. Sein Leben verläuft dagegen sehr erfolgreich, auch wenn er oft nicht weiß wieso. Er gelangt an die verschiedensten Orte der Welt und lernt die verrücktesten Leute kennen. Jedoch ist das einzige was er immer wollte und wollen wird bei Jenny zu sein. Jenny ist Forrests Schulfreundin und trotz Höhen und Tiefen sind sie immer füreinander da und verlieren sich doch nie ganz aus den Augen.
  10. Cover des Buches Antonio im Wunderland (ISBN: 9783499332562)
    Jan Weiler

    Antonio im Wunderland

     (433)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    Der zweite Teil von Weilers Familiengeschichten, diesmal aufgeteilt zwischen einem Familien-Italien-Urlaub mit Jan und alleman, bei dem sich eine Scherbe im Fuß nach tetanus-Spritze als Glücksfall gestaltet (man hat endlich seine Ruhe und wird von Nonna Anna umsorgt), natürlich nur mit mitgebrachter Matratze, und einem New-York-Trip mit Toni und Benno Tiggelkamp, die schon den Check-in am Düsseldorfer Flughafen aufmischen und später zu diversen Verhaftungen im Big apple sorgen. Nur die Robert-de-Niro-Passage kann man kaum glauben, ist dies wirklich passiert? Oder geht hier die Pretty-woman-Phantasie mit dem Autor durch? Sehr mysteriös, wohlwahr, und nur einfach schön mit der Onkelwerdung am Ende des Buchs.

  11. Cover des Buches Strahlend schöner Morgen (ISBN: 9783548609997)
    James Frey

    Strahlend schöner Morgen

     (114)
    Aktuelle Rezension von: Buchstabenliebhaberin

    In L.A. scheint immer die Sonne, ob für den Obdachlosen Old Man Joe am Strand, der täglich auf eine Antwort wartet, oder den Filmstar Amberton, der auf seiner Terrasse frühstückt und in Luxusproblemchen schwelgt, Einwanderin und Hausmädchen Esperanza auf dem Weg zu ihrer herrischen Chefin oder Dylan, der Rockern ihre Motorräder repariert, Golftaschen trägt oder Maddie, die im 99 Cent Laden an der Kasse sitzt.

    Ich habe diese Figuren sofort ins Herz geschlossen und konnte nicht genug von ihnen bekommen!

    Die 5 Personen treffen sich nicht, es sind in sich geschlossene Geschichten, die sich häppchenweise der Leserschaft erschließen. Zwischen jeder Episode gibt es einen kurzen historischen Einwurf zur Entstehung von L.A, in der Regel eine halbe Seite lang, chronologisch aufgebaut, bis zur Jetztzeit. 

    Gegen Ende des Buches häufen sich Aufzählungen von Menschen, die den amerikanischen Traum leben wollen, der Autor zeichnet ein Bild von Heerscharen junger, schöner Menschen, die in L.A. erfolgreich werden wollen und innerhalb weniger Jahre in weniger glamorösen Jobs landen, als Kellner, Pornodarsteller oder wechselnden, unterbezahlten Jobs. L.A. steht für Sehnsüchte und Hoffnungen, ist ein beliebter Ort für Touristen, und damit auch für Obdachlose, die sich aus den Mülltonnen der Fressbuden ernähren und sich dort Geld für Alkohol und Drogen erbetteln. Man bekommt ein gutes Bild von den verschiedenen Stadtteilen, den aufgeräumten, sauberen, wo die Menschen leben, die es geschafft haben, und den weniger guten Vierteln, wo die Mieten zwar billig, Gewalt und Drogen aber allgegenwärtig sind.

    Insgesamt ergeht es den Personen des Buches nicht besonders gut, sie kämpfen täglich ums Überleben, selbst die Filmstars, die zwar finanziell ausgesorgt haben, deren Hunger nach Anerkennung und Liebe aber nicht gestillt werden kann, zahlen einen hohen Preis für, ja wofür? Für das was sie brauchen um sich halbwegs glücklich zu fühlen. 

    Ich habe mitgelitten und mitgefiebert, habe gehofft und war entsetzt und traurig. James Frey schreibt intensiv und besonders, ich habe seinen Stil sofort geliebt, er hat eine Art, Wiederholungen einzusetzen, die sich einbrennen, die eindrücklicher sind als jedes Argument, und damit auch eine Emotionalität schaffen, ohne viel Aufhebens zu machen. The american dream of life, diese Sehnsucht bekommt man hier perfekt vermittelt. Bei den Wenigsten erfüllt sich dieser Traum ...

  12. Cover des Buches Der Verrat (ISBN: 9783598800061)
    John Grisham

    Der Verrat

     (178)
    Aktuelle Rezension von: Stephanus

    Michael Brock arbeitet als Anwalt in einer der angesehensten Kanzleien Washingtons und führt ein Leben auf der Überholspur, d.h. ist beruflich erfolgreich und wohlhabend. Als er dann von einem Obdachlosen als Geisel genommen wird und bei der Geiselnahme dieser getötet wird gerät Michaels Lebens ins Wanken und er entdeckt, dass er die Hintergründe ermitteln möchte. Auf diesem Weg kommt es dazu, dass er seine Job aufgibt und als Anwalt für Arme ein neues Leben beginnen will. Sehr schnell gerät er dabei aber in Konflikt mit der Macht und dem Geld und die erfolgreiche Anwaltskanzlei gerät immer weiter ins Zwielicht.

    Routiniert mit den bekannten Stilmitteln und einer knappen Sprache schafft der Autor eine dichte Handlung. Diese ist aber für mich zu vorhersehbar und die Spannung bleibt dabei dann leider erheblich auf der Stecke. Ab der Mitte zog sich das Buch wie ein sprichwörtlicher Kaugummi in die Länge. Fazit für mich: Aus einem interessanten Thema nur mäßiger Erzähldurchschnitt gemacht. Für mich daher leider kein guter Krimi / Thriller und andere Bücher des Autors sind deutlich zu bevorzugen.

  13. Cover des Buches Das geträumte Land (ISBN: 9783462051841)
    Imbolo Mbue

    Das geträumte Land

     (136)
    Aktuelle Rezension von: Buecherfreundinimnorden

    Mende und Neni, ein junges, afrikanisches Ehepaar zieht es in die USA, denn im Gegensatz zu Kamerun werden dort Träume wahr. Tatsächlich beginnt ihre Geschichte in New York verheißungsvoll. Jende findet einen gut bezahlten Job, Neni beginnt ein Studium, um Apothekerin zu werden. Beide sind sie bereit, sehr hart zu kämpfen, damit ihre Kinder in Freiheit und Wohlstand aufwachsen können. Doch sehr bald treten Probleme auf: Jende arbeitet für einen Manager der Lehmann Bank und die ist durch hochspekulative Geschäfte pleite. Die Bankenkrise, die eine weltweite Finanzkrise nach sich ziehen wird, beginnt. Und auch in Jendes Asylverfahren sieht es nicht gut aus, denn sein Anwalt ist ein Stümper...

    Das Buch ist sehr gut geschrieben und hatte für mich einen hohen Unterhaltungswert. Die Protagonisten waren mir sympathisch, ihre Nöte und Sorgen konnte ich nachvollziehen. Der derzeitige Zustand der USA wurde mir gut vorgeführt, die Ursachen der Megakrise unter Trump wurde für mich ein Stück klarer. Unbedingte Leseempfehlung! 

    einStück plausibel

  14. Cover des Buches Fegefeuer der Eitelkeiten (ISBN: 9783499236747)
    Tom Wolfe

    Fegefeuer der Eitelkeiten

     (105)
    Aktuelle Rezension von: Babscha
    Sherman McCoy ist leitender Rentenhändler bei einer Investmentfirma an der Wall Street. Wohnung in der Park Avenue, Ferienhaus in den Hamptons, geschätztes und gut vernetztes Mitglied der Upper East Side Manhattans, dekadent, narzisstisch, schicke Ehefrau und wohlgeratene Tochter. Ein echter Gunner also, ein selbsternannter Master of the Universe.  

    Bis er eines Abends seine junge Geliebte am Flughafen abholt, mit seinem Sportwagen die Ausfahrt verpasst und sich nach einer Odyssee durch New York zuletzt in den düsteren Straßen der Bronx festfährt. Hier kommt es zu einem tragischen Unfall, bei dem die beiden einen schwarzen Jugendlichen überfahren und lebensgefährlich verletzen. Die darauf folgende Fahrerflucht setzt sodann eine Maschinerie in Gang, deren einziges Ziel Shermans vollständige Vernichtung ist.

    Wolfe seziert in seinem bereits in der 80ern geschriebenen Debütroman scharfzüngig, absolut respektlos und mit genialem Verständnis menschlicher Unzulänglichkeiten und Charakterschwächen die Mechanismen und Gesetzmäßigkeiten des gesellschaftlichen Miteinanders aller Schichten, die diese amerikanische Großstadtmetropole am Laufen halten und legt dabei mal unterschwellig, mal plakativ, den Finger in jede denkbare Wunde amerikanischer Lebensrealität. Nicht nur seine Hauptfigur, auch ungezählte andere Protagonisten dieses Monumentalwerks werden dabei genüsslich und gekonnt so lange durch die Mangel gedreht, bis man sich als Leser nur noch schaudernd abwenden kann ob der geschilderten Abgründe aller Art. 

    Ein zeitloser, unbedingt lesenswerter Klassiker, eine offene und unverändert gültige Gesellschaftskritik. 

  15. Cover des Buches Mr. Vertigo (ISBN: 9783499221521)
    Paul Auster

    Mr. Vertigo

     (91)
    Aktuelle Rezension von: The iron butterfly

    Walt ist ein großmäuliger, bettelnder Tagedieb, der sich zwischen den Bars und Hinterhöfen im St. Louis der 1920er Jahre herumtreibt, dabei ist er gerade mal neun Jahre alt. Seit der Beerdigung seiner Mutter sind die Straßen von St. Louis sein Zuhause, denn weder Onkel Slim noch Tante Peg bieten ihm ein Umfeld oder gar Vorbild, um soziale Kompetenzen, wie Anstand und Moral zu erlernen.

    Als er Meister Yehudi begegnet ist er voll Misstrauen und glaubt nun einem dieser Bösewichte untergekommen zu sein, die kleine Jungen verschleppen, missbrauchen und in Stücke zerteilen. Aber dieser dunkel gekleidete „Meister“ schlägt ihm ein unglaubliches Geschäft vor, das sich zwar phantastisch anhört, auf Walt jedoch einen seltsamen Reiz ausübt. Meister Yehudi verspricht Walt, dass er ihm das Fliegen beibringen wird. Spätestens in drei Jahren soll er die Mengen auf Jahrmärkten und in Shows zu Begeisterungsstürmen treiben. Ruhm und Ehre locken das kleine Großmaul Walt und er lässt sich auf den Handel ein. Er ahnt nicht, welche Prüfungen und Qualen ihm bevorstehen. Zunächst stellt der Alltag auf der abgelegenen Farm im Niemandsland von Kansas eine große Herausforderung für ihn dar, denn das umtriebige Leben der Straßen von St. Louis scheint plötzlich Lichtjahre entfernt. Von heute auf morgen soll er zusammen mit Äsop einem schwarzen, verkrüppelten Jungen und Mutter Sioux, einer dicken, zahnlosen Indianerfrau und dem undurchsichtigen Juden Meister Yehudi ein Familienleben führen. Im Ungleichgewicht seiner bisherigen sozialen Ausrichtung, stellen bereits die einfachsten Umgangsformen, Respekt und Disziplin Walt vor die schwierigsten Herausforderungen.

    Paul Austers doppelt phantastischer Roman „Mr. Vertigo“ ist eine wahrhaft schwindelerregende Geschichte. Mit seinem Helden Walter Clairborne Rawley entführt er den Leser nicht nur auf eine abenteuerliche Reise durch dessen draufgängerisches Leben, sondern auch in die Historie Amerikas. Baseballhelden, Jahrmarktsgetümmel, Wirtschaftsdüsternisse und -wunder, mafiöse Strukturen oder die Unwesen des Ku Klux Klans, Auster lässt nichts aus. Die Beziehung zwischen Walt und seinem Meister beinhaltet sowohl die Zwiespältigkeit zwischen Lehrling und Meister, als auch die tiefgründigen Bande zwischen Vater und Sohn. Weitere Protagonisten, wie Äsop, Mutter Sioux, Molly Fitzsimmons oder die mondäne Mrs. Marion Witherspoon verleihen Walts‘ Geschichte alle Höhen und Tiefen eines menschlichen Daseins.

    Lediglich Walts fixe Idee dem Werfer Dizzy Dean aus seiner misslichen Lage am Ende seiner Baseball-Karriere zu helfen, stellt für mich einen sonderbaren Einschnitt in der sonst sehr flüssigen und gut erdachten Vita Walts dar. Ansonsten hat auch dieser Auster wieder einmal voll und ganz die Aufmerksamkeit der Leserschaft verdient.

  16. Cover des Buches Hillbilly-Elegie (ISBN: 9783548377636)
    J. D. Vance

    Hillbilly-Elegie

     (41)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Die Probleme der armen Gesellschaftsschicht in den USA werden anhand dieser Reportage deutlich. Es ist die Geschichte der Familie des Autors selbst, er weiss also aus eigener Erfahrung, wovon er schreibt. In die weisse Arbeiterschicht hineingeboren, erzählt er sehr eindrücklich, wieviel Mut, Anstrengung und vor allem Eigenverantwortung es braucht, um den Aufstieg zu schaffen. Seine Grosseltern und weitere Mitglieder der Familie habe es ihm vorgelebt. Viele Personen sind es jedoch nicht, wie beispielsweise seine eigene drogenabhängige und sozial verwahrloste Mutter. Seine Kindheit und Jugend sind geprägt von Gewalt und emotionalen, physischen und finanziellen Krisen. Mit seiner Intelligenz, seinem Optimismus und einer gehörigen Portion Mut hat er die soziale Mobilität trotzdem geschafft und kann heute ein geregeltes Leben führen. Er betont aber auch ganz klar, wie schwer es noch immer ist, nicht auf alte Verhaltensmuster zurück zu fallen.


    Gegen Ende des Buches wirft er die interessante Frage auf: Wie viel des eigenen Lebens sind den persönlichen Entscheidungen zuzuschreiben und wie viel davon ist einfach das Erbe des Milieus, in das man hineingeboren? Wo hört die Schuldzuweisung auf, und wo beginnt die Anteilnahme und Verantwortung?


    Ein lehrreiches Buch, wenn man die sozialen Verhältnisse der sogenannten ‚abgehängten‘ Gesellschaft besser verstehen will.

  17. Cover des Buches Tod eines Handlungsreisenden (ISBN: 9783596270958)
    Arthur Miller

    Tod eines Handlungsreisenden

     (54)
    Aktuelle Rezension von: Matalina85
    Viel und nichts hat sich geändert in der amerikanischen Wirklichkeit, seit der 'Handlungsreisende' zum ersten Mal seine Musterkoffer auf die Bühne schleppte. Entlassen würde er heute wohl früher als mit 63, Biff wäre auch mit 32 noch arbeitslos, wenn er den Wettkampf mit seinem Nächsten ablehnt, ein Haus abzuzahlen dauert länger als 25 Jahre, und mit 40 Dollar die Woche käme keiner mehr über die Runde. Und doch gibt es den amerikanischen Traum noch, den Traum, dass jeder es zur Nummer Eins bringen kann. Obwohl wir ihn durchschauen, verhalten wir uns noch danach. Ich habe dieses Buch damals in der Schule lesen müssen, aber im Gegensatz zu den bisherigen Schullektüren fand ich dieses Buch sehr interessant. Erzählungen gibt es keine. Das gesamte Buch ist wie ein einziges Gespräch aufgebaut und sehr tragisch wie die Inhaltsangabe schon unter Beweis stellt. Fazit: Wenn es in der Schule auseinander gepflückt wird, macht es weniger Spaß dieses Buch zu lesen, aber wenn man es sich nach ein paar Jahren mal wieder hervorholt, ist es ein kurzes Lesevergnügen wert.
  18. Cover des Buches Der Samurai von Savannah (ISBN: 9783423120098)
    T. C. Boyle

    Der Samurai von Savannah

     (71)
    Aktuelle Rezension von: BluevanMeer
    Wer sich entscheidet, fürchterlich zu leben und fürchterlich zu sterben, der hat ein schönes Leben gewählt.
    Yukio Mishima: Der Weg des Samurai

    T.C. Boyle hat mit Der Samurai von Savannah einen furiosen Abenteuerroman hingelegt. Worum geht es? Hiro Tanaka, sein Vater war ein amerikanischer Hippie, seine Mutter stammt aus Japan, macht sich auf den Weg ins gelobte Land der Vereinigten Staaten, um endlich mit seiner Vergangenheit ins Reine zu kommen. Als "halber" Japaner war er in der Schulzeit schlimmen Hänseleien und Mobbing ausgesetzt. In seinen Träumen und Fantasien widmet er, der amerikanji, sich der ältesten japanischen Tradition, Er wählt den Weg des Samurai, er liest, was er zu dem Thema finden kann, um endlich als "echter" Japaner anerkannt zu werden. Doch das ist gar nicht so leicht und so beschließt Hiro seinen Weg in die USA anzutreten - irgendwo muss doch seine Heimat sein-  um dort seinen Traum zu leben - und damit fangen die Missverständnisse erst an.

    Gleichzeitig befindet sich die ambitionierte, aber recht erfolglose Schriftstellerin Ruth Derschowitz in einer Künstlerkolonie in Savannah. Hier soll es ihr endlich gelingen - der erste Schritt zu Ruhm und Anerkennung. Und es läuft zunächst auch ganz gut. Sie lernt Saxby kennen, dessen Mutter zufällig die Kolonie leitet, und wählt ihre Schachzüge strategisch geschickt, um möglichst bald die Qeen Bee der Künstlerkolonie zu werden. Und sie schafft es auch, La Dershowitz, die jüdische graue Maus, wird bald zum Zentrum des Geschehens. Ein Traum wird wahr. Unerwartet kündigt sich ihre Erzrivalin Jane an, eine begnadete Nachwuchsautorin, die Ruth ihre Position kosten kann. Während Saxby sich seine Träume erfüllt und Jagd auf seltene Albinofische macht, die ihn zum künftigen Star der Aquaristik machen sollen, stolpert der abgekämpfte Hiro, Ruth über den Weg...

    Es geht sehr viel um Träume, in diesem Roman. Über die Suche, nach Ruhm und Ehre und um kulturelle Missverständnisse, die unweigerlich auftauchen, wenn Hiro die Szenerie betritt. Denn die rassistischen Weißen, die in Savannah auf ihn warten, bereiten ihm eben nicht den erhofften Empfang und in der elitären Künstlerkolonie wird Hiro zu Ruths Geheimprojekt. Zudem warten bald Polizei, Sonderermittler und die Ausländerbehörde auf den angeblich gewalttätigen Japaner, der - zumindest dem Hörensagen nach - mindestens ein Mörder sein soll. Die Jagd ist eröffnet.

    T.C. Boyle erzählt die dramatischen und tragischen Begegnungen zwei sehr unterschiedlicher Kulturen und schafft es dabei, grotesk komische Szenen mit tragischen Momenten abzuwechseln. Gerade wenn die ausgefeilten, ritualisierten Ränkespiele der Künstler und Künstlerinnen mit Hiros Überlebenskampf im Sumpf kontrastiert werden, zeigt sich, was für ein toller Erzähler T. C. Boyle ist. Das Ende ist tragisch, wie so oft und passt doch zum fürchterlichen Leben und Sterben des Samurai.



  19. Cover des Buches The Godfather (ISBN: 0451167716)
    Mario Puzo

    The Godfather

     (21)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Die Vorlage zu dem wundervollen Film mit Brando, Pacino usw. Der Aufstieg des Don wird erzählt, und wie er Audienz hält, indem er sich die Sorgen seiner Bittsteller anhört und mal gütig, mal kalt reagiert, wie er seine Nachfolge zu regeln gedenkt, sich mit seinem Consigliori berät und auch äußert widerspenstige Naturen wie den Filmproduzenten Jack Woltz zu überzeugen vermag ("Ich hab ihm ein Angebot gemacht, das er nicht ablehnen konnte.") Nur die Beschreibung von Sonnys "derbem Puttengesicht" wirkt albern.
  20. Cover des Buches Der Fremde neben dir (ISBN: 9781477823231)
    William Casey Moreton

    Der Fremde neben dir

     (7)
    Aktuelle Rezension von: Antje_Melanie_Schneider

    Story: Dein Mann wird des Mordes beschuldigt

    Mitten in der Nacht wird Brynns Mann vom FBI abgeholt und des Mordes beschuldigt. Brynn ist völlig verzweifelt, denn natürlich hält sie diese Anschuldigung für absoluten Unfug. Als dann ihr Mann sich aber vor einen Zug stößt, gerät alles ins Wanken. In ihrer verzweifelten Lage weiß sie nicht, dass es zudem jemanden gibt, der sie schon die ganze Zeit beobachtet…

    Das Positive zuerst: ein absolut spannender Roman mit jeder Menge Rätsel

    Zuerst einmal muss ich sagen, dass ich sehr schnell in die Story reingefunden habe und gleich von Anfang an Rätsel und kleine Puzzleteile gelegt wurden, die dazu führten, dass ich weiterlesen wollte. Der Autor bediente sich auf gelungene Weise stilistischen Mitteln, die Neugierde erzeugten, wie etwa der Andeutung von Gefahr und sogenannter Cliffhanger, ohne es zu überstrapazieren. Die Idee, dass der eigene Mann mitten in der Nacht vom FBI abgeholt und des Mordes beschuldigt wird, ist sehr gut.

    Weiterhin fand ich es klasse, dass auch die Bösewichte und deren Aktivitäten für mich als Leser sichtbar waren, für Brynn jedoch im Verborgenen blieben. Dadurch bekam ich dieses Gefühl: »ahh, du Arme, du weißt nicht, dass du beobachtet wirst, wie schrecklich!«

    Der Sprachstil ist sehr lebendig, sodass ich gut mit Brynn – der Protagonistin – mitfühlen konnte. Auch ging es nicht zu schnell. Auf diese Weise bekam ich nicht etwa das Gefühl, dass es sich nicht um einen Menschen mit Gefühlen handelte und der Autor nur seine Story schnell erzählen wollte. Die Sätze sind nicht verschachtelt, sondern mittelmäßig lang, sodass ein guter Lesefluss entsteht. Die Kapitel sind ebenfalls kurz, was ich persönlich sehr mag. Der Autor hält sich zudem nicht damit auf, übertrieben lang Hintergründe und Örtlichkeiten zu schildern, was definitiv der Spannung geschadet hätte. Er umschreibt kurz die Situation, sodass man sich gut eingebettet fühlt, konzentriert sich dann aber weiterhin auf das Wesentliche.

    Das Tempo war genau richtig – es gab immer wieder eine Art Zusammenfassung in Form von aufkommenden Fragen, mit denen sich die Protagonistin selbst quält. Diese waren aber in der richtigen Dosis, sodass die Spannung nicht darunter litt. Auf diese Weise ist es auch nicht schlimm, wenn man mal das Buch zur Seite legt und am nächsten Tag weiterliest.

    Viele Autoren vermasseln den Schluss – William Casey Moreton jedoch nicht! Bis zum Ende hielt sich die Neugier und die Fragen wurden alle logisch aufgeklärt. Ein kleines Schmankerl gab es beim Nachwort, denn die ganze Zeit dachte ich: da muss es noch etwas geben und ja, tatsächlich! Es erwartete mich noch eine kleine Überraschung, die einen noch einmal mit einem kleinen Aha-Effekt aus der gefühlten Sicherheit riss.

    Und ein bisschen Kritik

    Es gibt die Ich-Erzählerin und dann noch jede Menge Perspektivenwechsel zu anderen Personen, dessen Aktivitäten in der dritten Person geschildert werden. Ich will nicht unbedingt sagen, dass es das Lesen sehr erschwert, aber es ist etwas anstrengender und man muss sich ständig in neue Situationen hineinfinden. Für meinen Geschmack hätte der Perspektivenwechsel zwischen der Protagonistin und dem Antagonisten ausgereicht. Dadurch fiel es mir anfangs etwas schwer mit der Protagonistin richtig warm zu werden. Allerdings hatte diese Methode zu erzählen (die nebenbei bemerkt ein bisschen an den Aufbau eines Thriller-Films erinnerte) durchaus seine Logik und damit seine Berechtigung. Deswegen nur ein winziger Minuspunkt.

    Hinzu kam, dass gleich zu Beginn zu viele Personen mit Namen auf einem Haufen genannt wurden, die ich mir unmerklich merken konnte. Ein Beispiel: An einer Stelle wurde der Anwalt des Mannes benannt und später wurde er wieder aufgegriffen (nur mit Namen) und ich habe nicht so schnell geschnallt, dass dies ja der Anwalt war. Hier wäre es hilfreich, wenn man den Leser nochmal eine kleine Unterstützung gegeben hätte, sodass der Leser wieder abgeholt wird.

    Alles in allem: ein absolut lesenswerter, geheimnisvoller Roman!

    Ja, ich empfehle den Roman tatsächlich an alle, die absolute Spannung mögen, dabei aber nicht unbedingt Mord, Totschlag und Folter haben müssen. Dieser Thriller lockt eher mit Rätseln, Gefahr und Verunsicherung. Mich hat er gepackt, sodass ich ihn innerhalb weniger Tage verschlungen habe.

  21. Cover des Buches Pippa Lee (ISBN: 9783596511501)
    Rebecca Miller

    Pippa Lee

     (141)
    Aktuelle Rezension von: engineerwife

    Mancher hat es wirklich nicht leicht im Leben. In Pippas Leben ist das Chaos praktisch schon vorprogrammiert. Sie ist gesegnet mit ihrer Mutter, die für Energie und eine schlanke Figur Speed nimmt und  ihrem Vater, ein in sich gekehrter Pfarrer, der sich vom Familienleben gerne in sein Schneckenhaus zurückzieht. Es kommt, wie es kommen muss, Pippa bricht aus. Sie entkommt schließlich ihrer wilden Odyssee, indem sie den dreißig Jahre älteren Herb kennenlernt. Die Autorin, die übrigens die Tochter des gesellschaftskritischen Schriftstellers Arthur Miller ist, setzt sich zum Teil auf sehr grafische Weise mit dem Thema Mutter-Tochter Beziehung auseinander. Kopfkino ist an einigen Stellen unvermeidlich. Wir lernen Pippa an einer Schnittstelle ihres Lebens kennen, reisen mit ihr zurück in ihre Kindheit und Jugend und frühe Erwachsenenjahre und erleben schließlich am Ende des Buchs eine überraschende Wendung, die mir persönlich sehr gut gefallen hat.

    Es ist bestimmt nicht leicht in die Fußstapfen eines großartigen Vaters zu treten. Erst kürzlich kam ich in den Genuss der fantastischen Verfilmung seines Romans Tod eines Handlungsreisenden. Rebecca hat es jedoch geschafft, ihren eigenen Stil zu entwickeln und umzusetzen. Ich werde mich demnächst mal nach ihrem Erstlingswerk Als sie seine Schuhe sah, wusste sie, dass sie ihren Mann verlassen würde umsehen. Von mir bekommt Pippa Lee eine Leseempfehlung. 

  22. Cover des Buches Der Wolf der Wall Street. Die Geschichte einer Wall-Street-Ikone (ISBN: 9783442478132)
    Jordan Belfort

    Der Wolf der Wall Street. Die Geschichte einer Wall-Street-Ikone

     (4)
    Aktuelle Rezension von: Solisanne
    Ich finde dieses Buch furchtbar und würde es keinem empfehlen. Nach einer kurzen Leseprobe vom Anfang des Buches fand ich es recht interessant, wie es weiter geht. Die Geschichte um Jordan Belfort hörte sich für mich spannend an und ich wollte wissen was dahinter steckt. Allerdings war ich recht schnell abgeschreckt und ich konnte und wollte es nicht weiterlesen... der kurze Blick hinter die Kulissen reicht. Mit solch einer Welt mag ich mich nicht beschäftigen. Natürlich ist es jedes Buch wert, erstmal gelesen und dann bewertet zu werden ... für mich hat der weitere Anfang gereicht, ich bin zwar sehr tolerant, war dann aber enttäuscht meine Zeit mit so etwas verschwendet zu haben. Schade.
  23. Cover des Buches Wir sind nicht wir (ISBN: 9783833310553)
    Matthew Thomas

    Wir sind nicht wir

     (54)
    Aktuelle Rezension von: StefanieFreigericht

    Selten habe ich ein Buch gelesen, dass sich gleichzeitig anfühlt wie so „typisch New York“ wie diese Familiengeschichte– und das, während das Buch doch gleichzeitig so universell ist in seiner Beschreibung von Familie, von Träumen und Sehnsüchten, von Ängsten und Bewältigungsstrategien. „Ein Tag nach dem anderen“, sagte ihre Mutter, und Eileen dachte: Und alles auf einmal.“ S. 126


    Selten habe ich so fasziniert an den Seiten geklebt, um dann plötzlich herauskapituliert zu werden durch solche Sätze wie in diesem Buch. Da wird Eileens Vater „Big“ Mike Tumulty beschrieben als „mit einer Bitterkeit im Herzen, die er mit Schweigen nähren würde“ S. 55 Da begreift Eileen nach der Eheschließung und einer gewissen Ernüchterung über ihren Mann Ed „…, dass die Unvollkommenheit ihres Mannes etwas Vollkommenes hatte…“ S. 120.


    Selten habe ich über Seiten, viele Seiten, hinweg etwas gelesen, das zusammengefasst gar nicht viel Handlung wäre – zum Beispiel wäre über lange Strecken von Teil III zu sagen „Eds Verhalten ändert sich“ – und das war völlig ohne das Gefühl von Länge, es passte, es war stimmig.


    Selten habe ich erlebt, wie ein Autor es schafft, eine Geschichte aus der Sicht von zwei Protagonisten zu erzählen, noch dazu ein Mann UND eine Frau, verschiedener Generationen, Eileen und Connell, ohne sie als Ich-Erzähler auftreten zu lassen und das in einer derartigen Komplexität. Beide haben ihre Stärken und ihre Schwächen – und selbst die Schwächen, mit denen man sonst als Leser gerne ungnädig wird, wirken so stimmig, dass man sich immer noch mit den Personen identifiziert, wie Eileens Aufstiegsträume, ihre Probleme mit Nähe.


    Selten habe ich ein Buch gelesen, dass sich so locker-flockig-leicht lesen ließ – und das bei einer Stärke von fast 900 Seiten und einer Einordnung zur eher anspruchsvollen Literatur. Da sind keine sperrigen Sätze, keine Fülle gleichzeitig auftauchender Personen – das Buch liest sich wie ein guter Schmöker, ohne Kitsch oder falsche Romantik. Das hier kann lesen, wer vorher von der Clifton-Saga fasziniert war (als Beispiel für die Schmöker) oder von Benedict Wells‘ „Vom Ende der Einsamkeit“ (für die eher literarischen Bücher). Herrlich, wie Eileens Vater auf das jugendliche Alkoholexperiment seiner Tochter reagiert: er besorgt eine ganze Batterie an Hochprozentigem und zwingt sie zum Trinken. Das Fazit? „Trink Whiskey…Guten Whiskey. Nicht zu viel. Das ist der langen Rede kurzer Sinn.“ S. 62


    Selten habe ich ein Buch gelesen, dass so sehr „Familie“ auf den Punkt brachte. Liebe, Fürsorge, Peinlichkeit, Sorge…Gleichzeitig  waren da aber so viele individuelle Themen – Aufstiegspläne, die Verzweiflung, wenn man sich am anderen aufreibt.


    Selten...ach, einfach: Bitte lesen!

  24. Cover des Buches Das Stephen King Buch (ISBN: 9783453033160)
    Stephen King

    Das Stephen King Buch

     (19)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Ein Buch, das den Anspruch erhebt, ein wenig Licht in das Dunkel um einen der erfolgreichsten Schriftsteller der Welt zu werfen. Wie kam es zu diesem phänomenalen Erfolg? Warum wählte King gerade dieses literarische Genre? Ist er privat auch a bisserl schräg? King äußert sich zu all diesen Fragen umfänglich, er erklärt, warum ein kleines bißchen Horror auch für ganz junge Menschen zur Persönlichkeitsbildung gut sein kann, und eine Handvoll Kurzgeschichten zum Beleg der Qualität der Werke Kings sind auch enthalten. Bleibt das Bild eines bodenständigen, sehr sympathischen Familienmenschens!

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