Bücher mit dem Tag "amour fou"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "amour fou" gekennzeichnet haben.

13 Bücher

  1. Cover des Buches Uns gehört die Nacht (ISBN: 9783257245387)
    Jardine Libaire

    Uns gehört die Nacht

    (124)
    Aktuelle Rezension von: herr_hygge

    1986: Mit Anfang 20 verlässt Elise den Sozialbau, in dem sie aufgewachsen ist, und strandet in New Haven. Dort begegnet sie dem Yale-Studenten Jamey Hyde, der aus einem wohlhabenden Elternhaus stammt und sich um Geld nie Gedanken machen musste. Zwischen den beiden entwickelt sich eine leidenschaftliche Affäre, und mit der Zeit wird aus dieser Obsession Liebe – eine Liebe, die sich mit gravierenden Klassenunterschieden konfrontiert sieht.


    Trotz der zahlreichen Novitäten auf meinem SuB war es mal wieder an der Zeit, einen der ebenso zahlreichen Backlist-Titel vom Stapel zu lesen. Ein passendes Buch war schnell gefunden: „Uns gehört die Nacht“ von Jardine Libaire, erschienen 2018 im Diogenes Verlag. Die Geschichte klang zunächst vielversprechend: Eine Frau aus prekären sozialen Verhältnissen beginnt eine Liaison mit einem Elite-Uni-Studenten aus reichem Haus, und mit der Zeit entwickelt sich mehr als nur das Körperliche. Doch so ganz konnte mich die Geschichte leider nicht überzeugen.


    Ich glaube, es lag daran, dass mir von allem ein bisschen zu wenig geboten wurde – und die Geschichte dennoch an manchen Stellen einige Längen hatte. Die Leidenschaft zwischen Elise und Jamey wirkte etwas gezwungen, manchmal sogar unterkühlt, und die Thematik des Klassenunterschieds wurde mir zu oberflächlich angerissen. Da wäre durchaus Raum für mehr etwas Tiefe gewesen.


    Dennoch war der Roman recht unterhaltsam und hat mir auch sprachlich gut gefallen. Vor allem bei den spicy Szenen beweist Libaire ein gutes Händchen – sie sind prickelnd und sexy, aber in keiner Weise billig oder obszön, was ich sehr schätze. Auch die Art, wie beschrieben wurde, mit welcher Abneigung und welchen Vorurteilen Jameys Familie Elise begegnete, war glaubhaft dargestellt, hätte aber noch etwas mehr Drama vertragen können.


    „Uns gehört die Nacht“ war für mich nice to read: solide Unterhaltung, die hier und da etwas tiefer hätte gehen können, aber dennoch eine interessante und turbulente Romanze erzählt.

  2. Cover des Buches Königskinder (ISBN: 9783446260092)
    Alex Capus

    Königskinder

    (178)
    Aktuelle Rezension von: Hubertus_Feldmann

    ... Eigentlich gar nicht so schwer, da wir alle Geschichten lieben, ja, irgendwie von ihnen abhängig sind, besonders denjenigen, die einen guten Ausgang nehmen. Und hier gibt es gleich zwei von ihnen und beide enden so wie es sein soll ... 

    Die eine findet im Jetzt statt, die andere wird ermöglicht durch einen Ausrutscher im Schnee. Die beiden Protagonisten (Ehepaar) kommen mit ihrem Auto auf einer verschneiten (und gesperrten) Passstraße von selbiger ab und bleiben in der Folge im Schnee stecken. Alles halb so schlimm, könnte man meinen, da der Jaunpass, der das freiburgische Greyerzerland mit dem Simmental im Berner Oberland verbindet, ganzjährig fahrbereit gehalten wird. Man muss halt nur die Nacht überstehen, bis dann irgendwann der Schneepflug kommt …

    Da außerdem der Ehemann ein begnadeter Geschichtenerzähler ist, dürfte es auch in dieser Hinsicht nur eine Frage der Zeit sein, bis Rettung naht. Allerdings sind beide etwas niggelig unterwegs. Und so ergibt sich im weiteren Verlauf nicht nur eine höchst amüsant zu lesende Dialogabfolge, die man kaum als Streit bezeichnen kann, sondern auch eine (erzählte) Liebesgeschichte, die, obwohl von mancherlei Hürden verbaut, doch so leichtfüßig daherkommt, dass man geneigt ist, sich einfach mal so hineinfallen zu lassen. Ohne große Anstrengung, ohne den Wunsch, das Größeres passiert.

    Obwohl doch so einiges in dieser anrührig erzählten Geschichte passiert. Neben der Französischen Revolution 1789 und der ersten Ballonfahrt durch die Brüder Montgolfier (etwas früher, 1783), bricht, ebenfalls 1783, ein Vulkan in Island aus, der nicht nur in Europa, sondern auf der gesamten nördlichen Halbkugel Missernten und damit einhergehende Hungersnöte zur Folge hat – und hier eine „aktuelle“ Zuschreibung erhält: „Nie hatte sich auf Erden, seit die Menschheit in Ostafrika aus einer Affenart hervorgegangen war, ein schlimmerer Fall von Luftverschmutzung ereignet.“   

    Doch in erster Linie ist es eine Liebesgeschichte zwischen einem sprachlich ungeübten Kuhhirten und einer Bauerstocher, die allerdings von ihrem Vater für eine bessere Partie vorgesehen ist. Es kommt, wie es kommen muss. Die „Berührungen“ arten etwas aus, der Hirt flieht zum Militär, was der Verbindung aber keinen Abbruch tut. Schließlich landet er (und etwas später auch seine Marie) im Versailler Schloss, um dort „Schweizer Kühe“ ihrer Bestimmung entsprechend zu versorgen. So ganz nebenbei bekommt man einen launig vermittelten Einblick in das Schlossleben zur Zeit Ludwig XVI.: „Der erste Eindruck, den Jakob vom Schloss hat, ist der eines überwältigenden Gestanks; ein unfassbar scharfer, stechender unerträglicher beißender Ammoniakgeruch, ein Brodem der Verwesung, Moder, Schweinestall und Menschenlatrine – Schloss Versailles stinkt aufs Land hinaus wie ein gigantisches Scheißhaus. Das liegt daran, dass es ein gigantisches Scheißhaus ist. Für die fünftausend Bewohner des Schlosses gibt es nur vier spülbare Klosetts, von denen zwei seit Jahrzehnten außer Betrieb sind und ein drittes für die königliche Familie reserviert ist […].“ Das mag zu Einstimmung und für einen ersten Eindruck reichen.

    Eine Geschichte wie ein laues Sommerlüftchen – und genauso sollte man sie genießen.

    (.9.7.2024)

  3. Cover des Buches Das Leben ist ein Fest (ISBN: 9783458682011)
    Claire Berest

    Das Leben ist ein Fest

    (60)
    Aktuelle Rezension von: EmmaWinter

    Dieser Roman über Frida Kahlo hat mir sehr gut gefallen. Er konzentriert sich auf die Jahre mit Diego Rivera, die geprägt sind von extremer Anziehung, körperlichen Schmerzen und seelischen Verletzungen, Affären, Schaffenskraft und Lebensfreude. Mit 18 Jahren wird Frida das Opfer eines schrecklichen Busunglücks und leidet von nun an unter schrecklichen Schmerzen. Aber das Gefesseltsein ans Bett läßt sie zum Pinsel greifen und begründet ihre Karriere als Künstlerin. Wenige Jahre später trifft sie auf den bereits weltbekannten Künstler Rivera, die beiden heiraten. Frida ist 22, ihr Mann über 20 Jahre älter. Ihre turbulente Beziehung ist ein Auf und Ab der Gefühle.

    Jedes Kapitel ist mit einer Farbe betitelt, die entweder als solche im Text auftaucht oder eine Stimmung aufgreift. Es geht von blau über rot zu gelb und endet in wenigen Nuancen von schwarz. Ist wirklich schön gemacht. Immer wieder werden auch Bilder von Frida beschrieben, die sie in bestimmten Situationen gemalt hat. Ich habe diese dann auch gleich gegoogelt, das war sehr interessant und aufschlussreich.

    Insgesamt erfährt man viel über die zahlreichen Bekanntschaften und Beziehungen der beiden, über die Verstrickung mit Politik und Gesellschaft und die Familie Fridas. Die farbigen Kapitel sind recht kurz, so dass man das Buch sehr rasch gelesen hat. Das Titelbild passt wunderbar zu diesem farbenprächtigen Roman über diese ganz besondere mexikanische Künstlerin. Ich kann es nur empfehlen.

  4. Cover des Buches Am Ende das Nichts (ISBN: 9783945298084)
    Ursula Großmann

    Am Ende das Nichts

    (41)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    Isabel möchte nicht länger nur Hausfrau und Mutter sein. Sie möchte wieder in ihrem alten Beruf als Lehrerin arbeiten. Ihr Mann ist anfangs wenig begeistert, aber Isabel setzt sich durch und fängt wieder an. Die Zeiten haben sich aber geändert und es ist nicht leicht mit neidischen Kollegen und gemeinen Schülern zurecht zu kommen. Zu Hause läuft auch nicht alles rund, denn die Haushälterin scheint irgendwie komisch, aber Isabels Mann tut das als Einbildung ab. Dann beginnen aber merkwürdige Dinge und Isabel fürchtet nicht nur um ihre eigene Sicherheit und die Drohbriefe sind beängstigend.
    Ein super spannender Krimi der aus Passau stammenden Autorin mit vielen Überraschungen.

  5. Cover des Buches Die verlorenen Zeilen der Liebe (ISBN: 9783752867497)
    Astrid Korten

    Die verlorenen Zeilen der Liebe

    (94)
    Aktuelle Rezension von: anke3006
    Wer mich kennt, weiß das ich keine Liebesromane lese. Ich habe von Astrid Korten ihren neusten Roman erhalten. Nein, diesmal kein Thriller, tatsächlich ein Liebesroman. Oh, ich hab mich furchtbar angestellt. Anstatt mich auf mein Bauchgefühl zu verlassen, das mir gesagt hat, das ist ein Roman von Astrid, der kann gar nicht schmalzig sein, hab ich den Roman immer wieder nach unten in den Bücherstapel gelegt. Und dann habe ich angefangen zu lesen und schwups war ich durch. Wow, was für eine Geschichte. Ja, es geht um Liebe, aber ganz anders als gedacht. Die Geschichte nimmt eine Wendung, die mich total überrascht hat. Astrid Korten hat es wieder geschafft mich zu begeistern. Ihr Schreibstil, der Tiefgang ihrer Geschichte und das Gefühl den Figuren ganz nah und verbunden zu sein. Sehr empfehlenswert.
  6. Cover des Buches Mörderisches Monaco (ISBN: 9783746631318)
    Jule Gölsdorf

    Mörderisches Monaco

    (34)
    Aktuelle Rezension von: beastybabe

    Die Formel 1 macht Station in Monaco und das ist natürlich jedes Jahr ein Highlight für Zuschauer und Fahrer. Doch dieses Mal wird das Event von einem furchtbaren Verbrechen überschattet: die Frau, der Sohn und sogar der Hund eines bekannten Rennfahrers werden überfallen und niedergeschlagen.
    Kommissarin Coco Dupont kommt gerade erst an im Fürstenstaat und wird sofort an den Schauplatz des Verbrechens gerufen. Als der Junge auf dem Weg ins Krankenhaus stirbt, wird ein Mordfall daraus ... so hat sich Coco ihren beruflichen Neustart nicht vorgestellt.
    Zusammen mit ihrem Kollegen Henri Valeri versucht sie, den Täter zu finden. Dabei gerät sie selbst in größte Gefahr ...

    Der Schreibstil von Jule Gölsdorf ist einfach toll zu lesen: lebendig, atmosphärisch und alles wirkt sehr authentisch. Die Schauplätze werden prima beschrieben und wenn man die Gegend selbst kennt, dann macht das Lesen sowieso noch mehr Spaß: wie ein kleiner Urlaub.

    Die Ermittlungsarbeiten nehmen den Großteil des Buches ein und sie werden sehr glaubwürdig beschrieben. Einige falsche Spuren sorgen für Überraschungen, aber am Ende klärt sich alles stimmig auf.
    Nur der Bichon, der sich im Ärmel eines stehenden Menschen verbeißt, war etwas zweifelhaft ... aber die Kleine ist wohl zuerst aufs Sofa gesprungen. :D

    Ein sehr gelungener Reihenauftakt, der im privaten Bereich der Ermittler noch einige Fragen offen lässt, die hoffentlich im Folgeband geklärt werden. Ich freu mich schon sehr drauf! :)

  7. Cover des Buches Dreimal im Leben (ISBN: 9783844512854)
  8. Cover des Buches VARN (ISBN: 9783943308105)
    Volker König

    VARN

    (16)
    Aktuelle Rezension von: Blaustern
    Der Erzähler ist ein junger Schriftsteller, der im Internet auf sein Buch aufmerksam machen möchte. Er meldet sich mit einem Avatar bei Second Life als Varn an, und schon bald ist er nur noch im Netz unterwegs. Sein Leben in der realen Welt findet immer weniger statt, nachdem er im Netz auch noch eine Frau, Alida, kennengelernt hat. Er verliebt sich in sie, was tragisch endet. Immer weiter taucht er in die virtuelle Welt ein und kann kaum noch unter Realität und Fiktion unterscheiden.
    Das Buch ist mit seinen 106 Seiten sehr kurz gefasst. Somit fehlen natürlich viele Details, womit man mehr herausholen könnte. Anfangs ist es doch etwas schwierig, in das Buch zu finden, was sich mit der Zeit legt. Allerdings ist es dann oft schwer, Realität und Fiktion zu unterscheiden, genauso schwer wie es für Varn ist. Aber das finde ich sehr realistisch, denn immer mehr Leute verlieren sich im Netz, anstatt sich auf das wirkliche Leben zu kontrollieren. Das kann doch nicht unsere erwünschte Zukunft sein.  
  9. Cover des Buches Die Verängstigten (ISBN: 9783896676276)
    Dima Wannous

    Die Verängstigten

    (8)
    Aktuelle Rezension von: Alais

    „Meine Mutter, die dort auf dem Sofa saß, las seit Tagen die Seite vierundzwanzig. […] Zwar war sie über Nacht gealtert, aber jetzt saß sie ganz ruhig auf dem Sofa und las Seite vierundzwanzig.“ (S. 74/75)

    Ein stiller Roman, in dem Traumbilder und Gefühle, Gedanken und Geschichten aus Syrien, die wahr oder sogar autobiographisch sein oder auch symbolisch für das Leiden vieler stehen können, im Mittelpunkt stehen. Auf sehr eindrucksvolle Weise gelingt es der in Damaskus geborenen Autorin, das Leben in Syrien unter dem Assad-Regime und die Risse, die unter dem Staatsterror durch die Familien gehen, fühlbar zu machen. 

    Die Last, die das Leben den Menschen in diesem Roman aufbürdet, ist enorm – von Unfällen, unglücklichen Ehen, schweren Krankheiten, Tod des Vaters bis hin zu den späten Folgen des Hama-Massakers (1982), ständiger Angst vor Verfolgung, Beobachtung und Verhaftung und einem Bruder, der verschwindet und von dem man wünscht, er sei tot, weil selbst das besser wäre, als ihn in langer Folter zu wissen ... Und immer wieder die Angst sowie die Angst vor der Angst. Das Angstthema wird ohne große dramatische oder blutige Szenen so anschaulich vermittelt, dass es mir während des Lesens definitiv nicht gut ging.

    Was macht wohl diese Angst mit den Menschen und gibt es überhaupt eine richtige Art, mit ihr umzugehen – angstlösende Medikamente, Entwicklung von Ticks, innere Emigration, Auflehnung, die mit dem Leben bezahlt wird, sind einige der Folgen für die Handlungsfiguren ... Die Geschichte ist umso trauriger und erschütternder, da sie so authentisch wirkt.

    Dabei spielt gerade die Frage der Fiktion und der individuellen Geschichten, die für die Geschichte so vieler stehen, eine große Rolle in diesem Roman, in dem sich die Hauptfigur Sulaima in den Schriftsteller Nassim verliebt, dem sie im Wartezimmer eines Arztes begegnet, den beide wegen ihrer Angststörung aufsuchen. Eines Tages, die Liebesgeschichte (die ich leider nicht ganz nachvollziehen konnte, aber das geht mir bei Liebesgeschichten leider oft so) scheint bereits ein frühes Ende gefunden zu haben, findet sie ein Manuskript von Nassim, das von einer anderen Frau zu handeln scheint und doch auch ihre eigene Geschichte erzählt ... Und auch die reale Geschichte der Autorin Dima Wannous scheint zumindest als Inspirationsquelle für diesen Roman gedient zu haben.

    Der Schreibstil ist sehr zart, poetisch und packend zugleich. Dabei ist der Erzählstil eher bildreich und weniger handlungsbasiert. Er ließ mich mitfühlen und weckte in mir immer wieder den Wunsch, die Figuren tröstend zu umarmen (dabei bin ich generell kein Fan von Umarmungen). Das ist natürlich auch der Übersetzerin Larissa Bender zu verdanken, die nicht nur für eine schöne, elegante deutsche Version gesorgt hat, sondern auch in einem Nachwort viele wissenswerte Informationen zur jüngeren Geschichte Syriens und zur Autorin zusammengetragen hat.

    Auch die Covergestaltung hat mich überzeugt, weil sie anscheinend (und das ist ja leider nicht immer der Fall) in Kenntnis der Erzählung entworfen wurde. So meine ich auf dem Cover jene herumwirbelnde arabische Buchstaben zu erkennen, in die sich für Sulaima Nassims Worte auflösen, wenn sie mit ihm telefoniert.

    Nicht einfach zu lesen, aber auf jeden Fall lesenswert!

  10. Cover des Buches Der Liebesidiot (ISBN: 9783813504293)
    Hajo Steinert

    Der Liebesidiot

    (5)
    Aktuelle Rezension von: Gwhynwhyfar
    »Mein Trommelfell vibrierte, meine Sinneshärchen zitterten, meine Gehörschnecke frohlockte, als diese Stimme, eine Stimme, wie ich sie zuvor noch nicht vernommen hatte, einen Impuls in meinem Gehirn auslöste, der im Nu meinen ganzen Körper erfasste.«

    Trotz aller sprachlicher Raffinesse konnte mich dieses Buch nicht begeistern. Sigmund Seiler, von Beruf Sprecher, befindet sich in einer Rehaklinik. in der Schlange der Kantine, als ihn eine Stimme ins Herz trifft. Er verliebt sich in die Frau, die vor ihm steht. Wie kann er sich ihr nähern? Der Roman beschreibt die Zeit von diesem Mittagessen bis zum Abend. Seiler beobachtet die Frau und überlegt sich, wie er sie ansprechen soll. Dabei schweift er gedanklich ab in sein Leben.

    »Sigmund Seiler ist achtundfünfzig. Wenn er, nach seinem Lebensalter gefragt, zu einem mündlichen Geständnis gezwungen wird, beginnt er zu nuscheln. Das »d« im »und« verschluckt er. ›Achtenfünfzich‹ – das darf einem Sprecher eigentlich nicht passieren. Was erst, wenn er ein stechende ›Sechzig‹ wird zugeben müssen?«

    In diesem Buch passiert nichts. Seiler denkt zurück an seine Liebschaften, er, der Beobachter, der Verklemmte. Ich lege das Buch unter Altmännerfantasien ab, das an mir vorbeiging. Ab der Mitte habe ich nur noch quergelesen. Seiler und seine Frauen, seine Fantasien ... Seiler besucht häufig Anastasia Fuckmenow, eine Seite im Internet, erotische Gedanken, gescheiterte Beziehungen, das Resümee seines Liebeslebens. Weder empfand ich diesen Roman als humorvoll, noch als erotisch. Seiler ist ein Vorgartenspanner, ein Slip-Schnüffler, er schenkt Männern gern NYker Schwänzchen, wie er die Penis-Pillendöschen nennt, die er heimlich im Museum kaufte, gleich im Dutzend. Carla Frosch, Sigrid Raschke, Margot, Seiler hat kein Glück mit den Frauen. Was will mir der Autor am Ende sagen? Autobiografisch? Oh mein Gott, hoffentlich nicht! Sprachlich gesehen ein lesenswertes Werk, aber nur das allein macht keinen guten Roman aus.
  11. Cover des Buches An Liebe stirbst du nicht (ISBN: 9783312011742)
    Géraldine Dalban-Moreynas

    An Liebe stirbst du nicht

    (24)
    Aktuelle Rezension von: Silla_Gu

    Wow...zwischenzeitlich hatte mich die Geschichte etwas verloren aber das Ende war echt aufwühlend.

    Ich habe mitgelitten, ich war sauer, ich war erschüttert und habe mehr als einmal mit dem Kopf geschüttelt. Eine tragische Liebesgeschichte an deren Ende es eigentlich nur Verlierer gibt...und auch wenn man an Liebe nicht stirbt, bei den Protagonisten ist auf jeden Fall innerlich etwas gestorben und verloren haben sie ebenfalls viel. Man erlebt alles durch die Beschreibungen sehr intensiv mit, die Intensität der Gefühle kommt sehr deutlich rüber.

    Lässt mich nachdenklich zurück, ob ich es empfehlen würde? Ich weiß nicht.

  12. Cover des Buches Das Glück, wie es hätte sein können (ISBN: 9783888979279)
    Véronique Olmi

    Das Glück, wie es hätte sein können

    (38)
    Aktuelle Rezension von: Sookie70
    Serge, verheiratet mit der schönen, um vieles jüngeren Lucie und Vater von zwei wohlgeratenen Kindern, verliebt sich auf den ersten Blick: In Suzanne, die Klavierstimmerin. Sie ist so anders als seine Frau.

    Er folgt ihr, er verführt sie, er gängelt sie - und sie lässt es geschehen...

    Begegnungen und Trennungen, Leid und Zugeständnisse, Vernunft und Affekt teilen sich die Bühne in dieser etwas ungewöhnlichen Pariser Liebesgeschichte.

    Suzanne schildert ihre Sicht der Dinge in der Ich-Form. Das erzeugt eine seltsame (wahrscheinlich von der Autorin gewollte) Diszanz zu jenen Passagen, in denen über Serge erzählt wird.

    Tatsächlich bleibt die Geschichte der beiden Liebenden für mich eigenartig distanziert bis zuletzt. Die Begriffe Liebe, Beziehung, Ehe, Familie und Herkunft bilden in diesem- ein bisschen tragischen -  Roman die Leitfäden für die gekonnte Schilderung einer "amour fou", und zwar mit für mich gar nicht so unerwartetem Ende...


  13. Cover des Buches Das schöne Fräulein Li (ISBN: 9783955520069)
    Peter Brock

    Das schöne Fräulein Li

    (3)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Im verschneiten Berlin des Jahres 1922 beginnt eine Mordserie an Chinesen, die den trinkfesten Kommissar Kappe bald ziemlich auf Trab halten wird. Die Boulevardpresse stürzt sich mit Freude darauf, und der Druck auf die ermittelnden Beamten der Schutzpolizei steigt täglich. Die ermordeten Männer gehörten rivalisierenden Großhandelsunternehmen an, die an Haustüren Papierblumen oder Jade-Schmucksteine verkaufen. Liegt hier ein einfacher Gebietsstreit vor, der eskaliert ist? Die Schilderung des Milieus der armen Einwanderer und der Arbeiter wird nicht ausreichend betrieben, und die Darstellung des reaktionären Zeitgeistes in der jungen Weimarer Republik ebenfalls nicht. Die Liebesgeschichte ist läppisch, aber bis zum Ende ist es einigermaßen spannend.
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