Bücher mit dem Tag "amour fou"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "amour fou" gekennzeichnet haben.

51 Bücher

  1. Cover des Buches After passion (ISBN: 9783453504066)
    Anna Todd

    After passion

     (4.632)
    Aktuelle Rezension von: H_B_S_004

    Am Anfang erzählt Tessa Young, wie ihr Leben am Anfang war und wie sich alles durch Hardin verändert hat. 

    Das Cover gefällt mir sehr, da es einem so irgendwie die Sommervibes gibt und ich finde das Cover auch viel ansprechender als das Cover der englischen Version. Ich muss schon sagen, sie haben da eine recht gute Szene eingefangen und es verspricht schon einiges, was im Buch so passieren wird.  

    Der Schreibstil von Anna Todd gefällt mir eigentlich ganz gut, aber die Übersetzung hat mir nicht so gefallen, denn am Anfang kam es mir so unecht vor. Im Laufe des Buches hat mich das dann nicht mehr gestört bzw. es ist mir schließlich nicht mehr aufgefallen. Der Grund, warum es mir so unecht vorkam, war, dass ich bereits die englische Version gelesen hatte. Die Kapitel werden all aus der Sicht von Tessa Young erzählt, außer das letzte und zusätzliche Kapitel. Denn dieses Kapitel wird aus Hardins Sicht erzählt. 

    Die Charaktere, egal ob Haupt- oder Nebencharaktere, sie wurden alle nicht außen vorgelassen, bei allen wurde etwas erzählt oder so gesehen beleuchtet.   Bei Tessa Young erfahren wir einiges über ihre Vergangenheit, sowie auch bei Hardin Scott. Durch die Vergangenheit von Tessas Familie, ist ihre Mutter so wie sie ist, oder eher warum sie will, dass sie ein gutes Leben hat und erfolgreich sein soll. Aber auch durch die Vergangenheit von Hardin erfährt man, warum er so abweisend ist. Ich finde es einfach toll, wenn jeder eine Hintergrundgeschichte hat, denn es macht die Charaktere tiefgründiger und man lernt sie besser kennen. Für mich war fast jeder von den Charakter im Buch ein sehr wichtiger Teil des Buches. Was ich auch noch erwähnen muss, ist, dass das letzte (zusätzliche) Kapitel nicht von Tessa, sondern von Hardin erzählt wird. 

    Der Inhalt war an sich sehr gut erzählt, aber das Auf- und Ab zwischen Tessa und Hardin hat mich manchmal gestört. Was ich aber nicht erwartet habe, dass es in diesem Buch sehr intim zugeht. Das hatte mich trotzdem nicht aufgehalten, das Buch weiterzulesen. Das Ende von diesem Buch ist einfach so ein krasser Cliffhanger.

    Kritik: 

    Der eine Kritikpunkt ist die On-Off Beziehung zwischen Hardin und Tessa, weil es meiner Meinung nach zu oft war. Aber gehört nun mal zur Story dazu. Der andere ist, wie ich es schon erwähnt habe, dass die Story am Anfang etwas unecht rüberkam, weil das nicht wortwörtlich Anna Todds Worte waren, sondern es war halt dann die Übersetzung.

    Letztendlich lässt sich sagen, dass es sich relativ einfach lesen lässt, aber wer mit dem On-Off zwischen Hardin und Tessa nicht klarkommt, dem würde ich es nicht empfehlen. Aber die Geschichte ist für mich absolut lesenswert und somit auch einzigartig! Was mir besonders gut gefallen hat, dass es aus der Sicht von Tessa war, denn so konnte man durch ihre Augen die Geschichte erleben und mit ihr durch die Höhen und Tiefen gehen. Alle Personen im Buch wurden meiner Meinung nach alle so gut herausgearbeitet wurden und  wichtig waren für den Verlauf der Geschichte. Man erfährt über jede Person etwas! Das On-Off war mir aber auch irgendwann zu viel.  

  2. Cover des Buches Königskinder (ISBN: 9783446260092)
    Alex Capus

    Königskinder

     (164)
    Aktuelle Rezension von: Lese_Lisel

    Max und Tina werden auf der Strasse über den Jaunpass eingeschneit und müssen die Nacht in ihrem roten Toyota Corolla verbringen. Nach einigen Kabbeleien über den Sinn und Unsinn von Scheibenwischern und ob Velohelme ein Scheidungsgrund sind oder nicht, nutzt Max die Zeit, um Tina eine Geschichte aus der Region zu erzählen...

    Die Französische Revolution steht kurz bevor, Aufbruch und Umbruch liegen in der Luft. Vorerst spürt Jakob, ein junger Kuhhirte aus dem Greyerzerland, jedoch noch nichts davon. Alleine und abgeschieden von der Welt hütet er den Sommer über die Kühe auf seiner Alp. Beim Viehtrieb ins Dorf geschieht es dann, und er und die Bauerntochter Marie verlieben sich - offenbar unsterblich - ineinander. Maries Vater allerdings will nicht nichts von dem Verehrer seiner Tochter wissen und verfolgt Jakob, worauf dieser sich in den Kriegsdienst flüchtet...

    Als Jakob nach vielen Jahren zurückkehrt, schnappt er sich kurzerhand seine Marie gegen den Willen des Vaters und verbringt den Winter mit ihr in seiner Alphütte. Doch die Schwester des Louis XI braucht für ihren Spielzeugbauernhof in Versailles einen echten Kuhhirten, und so wird Jakob nach Versailles eingezogen und muss seine Marie im Greyerzerland lassen... Neben der Liebesgeschichte um Jakob und Marie serviert uns Capus viel Weltgeschichte und Atmosphäre, wobei ihm das Ausmalen von gruseligen Details besonderen Spass zu machen scheint. Wie es mit den beiden weitergeht, soll hier nicht verraten werden. Nur so viel: die Geschichte beruht auf wahren Gegebenheiten. Ein paar Links dazu ganz am Schluss.

    Capus schafft es wunderbar, uns in den roten Toyota Corolla zu holen und ihm in dieser kalten Winternacht zuzuhören. Die Geschichte von Jakob und Marie wird immer wieder durch Dialoge von Max und Tina unterbrochen, in denen sie über die Geschichte diskutieren. Dies und die Art, wie Capus im wahrsten Sinne des Wortes erzählt, geben der Geschichte ihre ganz besondere Note. Ich bin mir immer bewusst, dass ich hier eine erzählte Geschichte lese. Ich lese nicht die Geschichte von Jakob und Marie, sondern die Geschichte, wie Max seiner Tina die Geschichte von Jakob und Marie erzählt. Das ist einerseits wirklich gut gemacht und gibt dem Buch einen ganz eigenen Charme. Andererseits aber konnte ich dadurch nicht so tief zu Jakob und Marie vordringen. Meine Emotionen hielten sich in Grenzen, ich blieb gewissermassen auf Distanz. Ganz klar, es geht nicht beides (siehe Karolinas Töchter)! Sonst wäre die Rahmenhandlung unglaubwürdig geworden. Trotzdem hat mich diese eher emotionsarme Erzählweise teilweise auch ein wenig gestört, so sehr ich das Setting und die Rahmenhandlung schätzte!

    Also wer bei Takis Würgers Stellaeinen emotionslose Erzählweise bemängelt (was ich dort gar nicht so empfunden habe!), der müsste dies eigentlich auch bei Königskinder bemängeln. Seltsamerweise habe ich aber nie etwas derartiges gelesen. (Ja, ich finde Stella ein gute Buch, und nein, ich wurde nicht vom Hanser Verlag bestochen).

    Fazit

    Wie auch immer: alles in allem ein toller Lesegenuss von einem wundervollen Autor. Die Geschichte kommt aber nie und nimmer an Leon und Louise heran. Aber ich schätze Capus' Schreibweise so sehr, dass mir die Geschichte eigentlich schon fast egal ist. Es ist einfach immer schön, seine sympathische Art zu spüren!

    Ach ja, etwas muss ich noch loswerden: Das Cover ist zwar nicht hässlich, aber total unpassend!!! Ein Paar an einem endlosen Strand für ein Buch, das in den Alpen und in Versailles während der Französischen Revolution spielt - was soll das denn bitte?

  3. Cover des Buches Die Wildrose (ISBN: 9783492300384)
    Jennifer Donnelly

    Die Wildrose

     (324)
    Aktuelle Rezension von: Daphne1962

    Klappentext:

    Die Herzen von Willa Alden und Seamus Finnegan schlagen für die Gipfel der Welt – und füreinander. Doch auf einer schicksalhaften Bergtour erleidet Willa einen Unfall und ist fortan für ihr Leben körperlich gezeichnet. Voller Vorwürfe wendet sie sich von Seamus ab – die Trennung bricht ihm das Herz. Jahre später kreuzen sich ihre Wege ein zweites Mal, und ihre Liebe wird auf eine harte Probe gestellt.

    Das es ein doch etwas kitschiges Buch werden würde, hätte man sich denken können. Aber ich wollte es dennoch mal lesen, denn die ersten beiden Bände der Autorin hatten mir recht gut gefallen. Bei diesem Buch kann ich sagen, es war ein Fehlgriff. Vorhersehbar, in die Länge gezogen, zu viele Zufälle. Es war einfach nicht für mich gemacht und ich habe mich da durchgequält. Vielleicht hat sich im Laufe der Jahre ja auch mein Anspruch verändert.

  4. Cover des Buches Uns gehört die Nacht (ISBN: 9783257300727)
    Jardine Libaire

    Uns gehört die Nacht

     (109)
    Aktuelle Rezension von: BirPet

    “Uns gehört die Nacht” von Jardine Libaire erschien in der Übersetzung (aus dem Amerikanischen) von Sophie Zeitz im März 2020 als Taschenbuch im Diogenesverlag.


    Elise Perez und Jamey Hyde könnten unterschiedlicher kaum sein. Die halb Puerto-Ricanerin Elise, die weder Schulabschluss, Geld oder intaktes Elternhaus hat trifft auf den reichen Yale-Studenten aus sehr gutem Haus. Die Geschichte der beiden beginnt an einem Winternachmittag in New Haven und es scheint fast als hätte das Schicksal dies so gewollt und die beiden auserkoren. Zunächst beginnen sie eine Affäre, aber die Intensität ihrer Gefühle nimmt rasch zu und steigert sich in eine Obsession, die alles auf den Kopf stellt.


    Das Buch beginnt im Juni 1987 in einem Motel in Wyoming. Elise kniet mit einem Gewehr in den Händen auf dem Boden und richtet den Lauf auf Jamey’s Brust, der in der Mitte des Raumes auf einem Stuhl sitzt. Ich dachte “Wow, starker Start”, jedoch blieb es für mich auch bei diesem Gefühl. Die erste Szene ist kurz und endet damit, dass das Gewehr entsichert wird und wechselt dann nach Connecticut in den Januar 1986, in das Jahr als Elise und Jamey sich begegnen und ihre Geschichte beginnt. In diesen beiden Jahren, 1986 und 1987 spielt der Roman. Nach dem starken Start, dieser bedrückenden Atmosphäre, folgte für mich nichts vergleichbares mehr. Julia und Romeo in den 80’ern des 20. Jahrhundert, aber ganz weit von Shakespeares Meisterwerk entfernt. Die Sprache teilweise voller Potential und toller Formulierungen, aber die Metaphern stellenweise zu abstrakt. Obgleich mir die Sprache gefallen hat wurde ich nicht warm, weder bekam ich einen Bezug zu den Protagonisten, noch zu der Story. Die Gefühle, die Intensität waren für mich nur in den verwendeten Worten lesbar, aber nicht spürbar. Die Geschichte wird sehr dicht und intensiv zwischen den beiden, die Idee ist zwar nicht neu, aber dennoch in den Ansätzen gut, insbesondere sprachlich konnte der Roman mich bewegen diese 455 Seiten komplett zu lesen, aber leider wurden wir bis zur letzten Seiten nicht warm miteinander. 

    Ich denke ich bin nicht Zielgruppe, vermutlich für junge Menschen deutlich packender und interessanter. Prinzipiell lese ich keine Liebesromane, zumindest äußerst selten, wollte aber mal einen Versuch wagen, denn die Leseprobe fand ich gut und war neugierig. Sollte die Autorin ein weiteres Buch veröffentlichen, werde ich sicherlich einen Blick rein werfen, denn der Sprachstil hatte etwas und hat mich schließlich animiert nicht die Flinte ins Korn zu werfen.

  5. Cover des Buches Das Leben ist ein Fest (ISBN: 9783458179016)
    Claire Berest

    Das Leben ist ein Fest

     (34)
    Aktuelle Rezension von: sabatayn76

    ‚Man kann nie vorher wissen, wer einem die Hand reicht, wenn alles einstürzt.‘ (Seite 37)

    Claire Berest erzählt in ihrem Frida-Kahlo-Roman vom Leben und vom Leiden der mexikanischen Künstlerin: von Diego Rivera und Sexualität, Polio und Unfall, Schmerz und Lebensfreude, Schwangerschaften und Affären, Reisen und Heimat, Leo Trotzki und Kommunismus, Kunst und Ausstellungen, Scheidung und erneuter Heirat, Amputation und Tod.

    Ich habe mich schon etwas intensiver mit Kahlo befasst und war gespannt auf den Roman - und er hat mich nicht enttäuscht. Berest erzählt auf sehr einfühlsame und gefühlvolle Weise von Kahlos Leben und hat einen sehr stimmungsvollen Roman geschrieben. Sie beginnt jedes Kapitel mit dem Namen einer Farbnuance und auch in Sachen Schreibstil und Inhalt ist ‚Das Leben ist ein Fest‘ ein farbenfrohes Buch.

    Berest schreibt lebendig, für meinen Geschmack bisweilen etwas zu blumig, aber der Roman ist immer angenehm zu lesen. Durch die Zeitsprünge ist er auch klug konstruiert, und es ist wirklich eine wahre Freude, das Buch zu lesen bzw. das Hörbuch zu hören.

    Hier lernt man nicht nur Details aus Kahlos Leben kennen, sondern erfährt auch einiges über ihre Bilder und deren Entstehungsgeschichte. Alles in allem macht der Roman richtig Lust auf eine intensivere Beschäftigung mit Kahlos Werken und mit ihrer Biografie.

    Auch die Lesung von Anne Ratte-Polle fand ich gelungen. Sie liest gefühlvoll, aber unaufgeregt und ohne Pathos, gibt dem Roman die passende Interpretation, spricht in angenehmer Geschwindigkeit, so dass man dem Roman gut folgen und sich bezaubern lassen kann.

  6. Cover des Buches Südlich der Grenze, westlich der Sonne (ISBN: 9783832197070)
    Haruki Murakami

    Südlich der Grenze, westlich der Sonne

     (1.049)
    Aktuelle Rezension von: Milaliebt

    Haruki Murakamis Durchbruchsroman, „Gefährliche Geliebte“ ist im Jahr 2002 erschienen. Die Erstübersetzung aus dem Englischen sorgte für reichlich Furore. Die saloppe Sprache, verdeutlicht etwa durch die explizite Darstellung der Sexualität, führte zum Meinungsstreit und anschließenden Auflösung des literarischen Quartetts. Sigrid Löffler bezeichnete dort den Roman wortwörtlich als literarisches Fast Food – eine Art primitives Druckerzeugnis zum Mitnehmen. Für Marcel Reich-Ranicki sei das Buch hingegen ein Meisterwerk erotischer Erzählkunst.

    Die Zweitübersetzung des Werkes ist unter dem Titel „Südlich der Grenze, westlich der Sonne“ im Jahr 2013 herausgekommen. Dieses Mal hat Ursula Gräfe die tragische Liebesgeschickte direkt aus dem Japanischen ins Deutsche übersetzt.

    In dem Roman geht es um Hajime, welcher als Einzelkind inmitten von Familien mit mehreren Kindern in einem japanischen Vorort aufwächst. In seiner Kindheit freundet er sich mit Shimamoto an – genauso ein Einzelkind und zudem noch gehbeeinträchtigt. Beide fühlen sich als Außenseiter in ihrer Gesellschaft. Mit ihr hört er Schallplatten, hält Händchen und philosophiert über die Zukunft. Sie scheint sein Ausweg aus der Einsamkeit zu sein. Nachdem Hajime im Alter von zwölf Jahren umzieht, verlieren sich beide allmählich aus den Augen. Es folgen eine Vielzahl von Beziehungen. Mal sind die Beziehungen schüchtern-platonisch, ein anderes Mal exzessiv-sexuell. Immerzu denkt Hajime an Shimamoto. Mit Ende dreißig ist er beinahe glücklich verheiratet, hat zwei gutlaufende Jazz-Bars in Tokio und zwei kleine Töchter. Als seine Kindheitsgeliebte nach Jahrzehnten in seiner Jazz-Bar auftaucht, steht sein Leben Kopf. Seither erscheint sie immer wieder an regnerischen Abenden, woraufhin sie im nächsten Moment wieder geheimnisvoll und ungreifbar verschwindet. Für Shimamoto ist Hajime bereit sein bisheriges Leben aufzugeben und komplett neu anzufangen, doch gelingt es ihm?

    Der neue Titel „Südlich der Grenze, westlich der Sonne“ ist ebenfalls direkt aus dem japanischen Original  übersetzt und erscheint passender als der Titel „Gefährliche Geliebte“ aus der Erstübersetzung. Ein Teil des Romantitels bezieht sich auf Nat King Cole´s Jazz-Lied „South of the Bourder“, wobei unklar ist, ob Nate King Cole dieses Lied je wirklich aufgenommen hat. 

    Der Schreibstil von Haruki Murakami ist schlicht und nüchtern gehalten. Im Gegensatz zur Erstübersetzung ist „Südlich der Grenze, westliche der Sonne“ sprachlich und stilistisch viel sorgfältiger, feinfühliger und zurückhaltender ausgearbeitet. Die Höflichkeitsrede „Shimamoto-san“ wird bei der Neuübersetzung komplett weggelassen, sodass das Verhältnis zwischen Hajime und Shimamoto weniger distanziert wirkt. Die vom literarischen Quartett kritisierte Darstellung der Sexualität an folgender Stelle: „Ich wollte sie bis zur Hirnerweichung vögeln“ wird mit „[Wir] hatten so wilden Sex, dass uns das Hirn schmolz“ abgemildert. 

    [Die folgenden Absätze enthalten Spoiler!]

    Durch die Ich-Perspektive entsteht ein detailliertes Bild von Hajime und seinem Werdegang Diese Erzählart lässt Hajime aber nicht als sympathischen Charakter auftreten. Das muss er aber auch nicht sein. In seinen dreißiger Jahren verkörpert er einen archetypischen Großstädter, der mithilfe seines Schwiegervaters, einem reichen Bauunternehmer, zwei Jazz-Clubs eröffnet. Auf Drängen investiert er seine Einnahmen in die Börse und in Immobilien, wodurch er schnell an Geld kommt. Hajime passt sich immer mehr der Gesellschaft und dem dazugehörigen Nachkriegskapitalismus an, obwohl er eigentlich aus ihr herausbrechen möchte. Trotz Familiengründung und gewonnenem Reichtum bleibt Hajime unerfüllt. Er hat das Gefühl, dass ihm etwas fehlt und er keinen Sinn mehr in seinem Leben sieht. Motive der Melancholie, Einsamkeit und Sehnsucht ziehen sich durch das gesamtes Werk. 

    Bis auf seine Kindheitsgeliebte bekommen Frauen aus seinem Leben wenig Raum eingeräumt. Sie scheinen wortwörtlich als Lückenfüller zu fungieren. Shimamoto wird dagegen von Hajime seit seinen Kindheitstagen idealisiert. Sie scheint für ihn der einzige Weg aus seiner Einsamkeit zu sein. Shimamoto wird zur autonomen Herrscherin über Hajimes Gefühle. Dabei weiß dieser nichts über die Hintergründe ihres späteren Lebens. Stattdessen hält er an den Erinnerungen seiner Kindheit fest. Ob das Auftauchen von Shimamoto der Wirklichkeit entspricht oder eine Illusion von Hajime verbleibt, wird bis zum Schluss nicht aufgelöst. Hierbei kommt Murakamis Hang zum Fantastischen durch. Genauso führen viele Nebenhandlungen ins Leere, was manchen wohl unbefriedigt zurücklässt. 

    Letztlich ist Murakamis Werk „Südlich der Grenze, westliche der Sonne“ eine tragische japanische Liebesgeschichte, die auf einer leisen und verträumten Art und Weise erzählt wird. Wer kein Problem damit hat, dass die Erzählung viel Interpretationsraum lässt, sollte unbedingt einen Blick ins Buch werfen.

  7. Cover des Buches Die Frau meines Lebens (ISBN: 9783455651072)
    Nicolas Barreau

    Die Frau meines Lebens

     (425)
    Aktuelle Rezension von: bookilicious_de


    Worum geht's? 

    Der Buchhändler Antoine Bellier sitzt eines Tages in der Mittagspause in seinem Pariser Lieblingscafé, als er dort die Frau seines Lebens trifft. Da er sich nicht traut, sie direkt anzusprechen, hinterlässt sie ihm beim Hinausgehen ein Kärtchen mit ihrer Telefonnummer. Aufgrund unglücklicher Umstände ist diese jedoch nicht mehr vollständig, als Antoine seine Traumfrau anrufen will. Die letzte Ziffer ist unleserlich. Ihm bleiben nun zehn Möglichkeiten und vierundzwanzig Stunden Zeit die Frau seines Lebens wiederzufinden…. 


    Dies ist der zweite Roman von Nicolas Barreau, den ich gelesen habe. Das Buch ist recht kurz gefasst und man könnte es auch fast als Kurzgeschichte betiteln mit gerade einmal 142 Seiten. Auch diese Story hat mich sehr gefesselt und mich direkt wieder nach Paris katapultiert. Die Geschichte des Buchhändlers Antoine Bellier hat mich direkt berührt. Handelt es sich doch um einen Augenblick, den wahrscheinlich mancher von uns schon einmal erlebt hat. Eine unbekannte Person treffen und sofort eine gewisse Anziehungskraft verspüren. Der Plot ist schön beschrieben und ich konnte mich sehr gut in den verzweifelt verliebten Buchhändler hineinversetzen. Trotz der Kürze der Geschichte ist es dem Autor gelungen den Charakteren Tiefe einzuhauchen und man fiebert regelrecht mit und will wissen, ob er am Ende die Frau seines Lebens kennenlernen und erobern darf.

  8. Cover des Buches Seide (ISBN: 9783455000566)
    Alessandro Baricco

    Seide

     (383)
    Aktuelle Rezension von: simone_richter

    Diese wundervolle Geschichte spielt im Jahr 1861 und folgende. Der südfranzösische Seidenhändler Hervé Joncour bricht in diesem Herbst nach Japan auf, um Seidenraupeneier zu kaufen. Die Seidenraupeneier aus Afrika, Europa und dem mittleren Osten sind von Krankheiten befallen. Während des Besuchs bei einem japanischen Fürsten als Geschäftspartner wird er vom Blick einer schönen jungen Frau mit nicht asiatisch geschnittenen Augen getroffen. Er reist nun jedes Jahr um diese Zeit nach Japan. Immer wenn er hinreist, wächst in ihm mehr und mehr die Begehrlichkeit… Wird er jemals ihre Stimme hören? 

    Ich habe mir extra die Ausgabe mit dem fast wie Seide anmutenden Umschlagdesign besorgt. Schon dieses fasziniert. Noch berührender ist die Geschichte innen. So werden bestimmte Textpassagen wiederholt, was dem Plot etwas Wiederkehrendes gibt, genauso wie Hervés Reisen nach Japan sind. Der kurze Roman ist so leicht und zart wie Seide, hochemotional und fast prosaisch. Auch im Liebesspiel wird die Seide mit eingebunden. Man wird außerdem immer gespannter über den Fortgang der Parabel und erliest eine hauchzarte schmerzende Liebesgeschichte. Es begegnen einem in dieser auch Buddhismus-Methoden, wie eine Voliére um Vögel reinzusetzen, um sie anschließend fliegen zu lassen, die Langsamkeit und Stille und das Verharren. Ein dezentes Buch mit lauter Leidenschaft, wo der Protagonist stets ein neues Ziel im Blick hat und dabei das Wesentliche übersieht. Genussvoll und mit Interpretationsmöglichkeiten. 

  9. Cover des Buches Unsichtbar (ISBN: 9783499252570)
    Paul Auster

    Unsichtbar

     (165)
    Aktuelle Rezension von: Insider2199

    Das wahre Wesen, der Kern eines Menschen bleibt immer "unsichtbar".

    Der 1947 als Nachkomme eingewanderter österreichischer Juden in Newark, New Jersey geborene Autor studierte Anglistik und Literaturwissenschaft an der Columbia University New York (B.A. und M.A.) und fuhr danach als Matrose auf einem Öltanker zur See. Er lebte eine Zeitlang in Paris und arbeitete auch als Übersetzer französischer Autoren. Heute lebt er in Brooklyn, New York, ist mit der Schriftstellerin Siri Hustvedt verheiratet und hat zwei Kinder. Dies ist mein erster Roman von ihm, „4321“ wird bald folgen.

    Zum Inhalt (Klappentext): NY, 1967: Adam Walker will Dichter werden. Als ihm ein reicher Franzose namens Rudolf Born auf einer Party Geld zur Gründung einer Literaturzeitschrift anbietet, hält er das zunächst für einen Scherz. Einige Tage später kommt ein Scheck. Doch wie sich bald herausstellen wird, ist Born ein Mann von zweifelhaftem Charakter, bereit, über Leichen zu gehen.

    Meine Meinung: An diesem Roman beeindruckt mich einfach alles: die Story, die Charaktere, die Erzählstruktur, die tw. unbeantworteten Fragen, die den Leser zum Nachdenken anregen und ihm Raum für eigene Interpretationen lassen. Kurz: Ich habe mit diesem Buch einen neuen Lieblingsautor entdeckt und freue mich nun umso mehr auf das bereits von mir geplante Mammutwerk und neueste Buch des Autors „4321“, das im Januar dieses Jahres erschien.

    Sprachlich ist der Roman anspruchsvoll, aber auf eine unanstrengende Weise, handwerklich gibt es von mir absolut nichts zu meckern. Vor allem die Erzählstruktur – die Aufteilung in drei verschiedene Erzählperspektiven – und die Buch-im-Buch-Elemente fand ich äußerst gelungen. Der Schluss lässt den Leser darüber nachdenken, ob er auch wirklich die einzelnen Figuren richtig eingeschätzt hat, was mir besonders gut gefiel und natürlich auch die These des Romans aufgreift, denn wie oft stellt sich heraus, dass der äußere Eindruck eines Menschen täuschen kann. Denn das wahre Wesen, der Kern eines Menschen bleibt immer „unsichtbar“.

    „... ist es nicht faszinierend, dass Gedanken ohne Sprache existieren können, und da Sprache eine Funktion des Gehirns ist, müssen wir doch wohl sagen, dass Sprache - die Fähigkeit, die Welt durch Symbole zu erfahren - in gewisser Hinsicht eine physische Eigenschaft des Menschen ist, womit bewiesen wäre, dass die alte Geist-Körper-Dualität der reine Unsinn ist, oder? Adieu, Descartes. Geist und Körper sind eins.“

    Fazit: Ein absolut beeindruckender Roman in jeder Hinsicht, dem ich sehr gerne die vollen 5 Sterne vergebe. Äußerst lesenswert und ein Jahres-Highlight!

  10. Cover des Buches Gesang der Toten (ISBN: 9783548263298)
    Stephen King

    Gesang der Toten

     (163)
    Aktuelle Rezension von: Miss-Tarantulas-Netzwerk

    · • ● Inhalt eigene Worte ● • ·

    In diesem Buch befinden sich 9 unheimlich Kurzgeschichte von niemand geringeren als Stephen King.

    · • ● Schreibstil & Aufbau ● • ·

    ~ Erzähler Perspektive ~

    ● Kapitel ● 

    Das Buch ist in neun Kapitel eingeteilt. Mit 282 Seiten haben die Kapitel eine gute länge und sind nicht all zu kurz. Eine passende Überschrift ist über den jeweiligen Kapitel zu finden. Ansonsten ist das Innere ebenfalls schlicht gestaltet.

    ● Schreibstil ● 

    Der Schreibstil ist bereits hier typisch Stephen King. Die Geschichte beginnt vermeintlich ruhig und nimmt dann schnell an Fahrt auf, meist mit einem unerwarteten Ende. Der Schreibstil ist wie gewohnt fesselnd.

    ● Charaktere ● 

    Die Charaktere werden sehr gut beschrieben und sind fest in der Geschichte integriert. Auch die Charaktereigenschaften werden durch den Schreibstil und die Beschreibungen gerade zu greifbar.

    · • ● Mein Fazit & Bewertung ● • ·

    Die Kurzgeschichten tragen die typische Stephen King Handschrift, welche mir wie gewohnt sehr zusagt. Die Ideen bzw. Geschichten sind außergewöhnlich, mit einer kleinen Prise Verrücktheit. Einfach King einzigartig. Einige Kurzgeschichte wurden sogar schon damals (ab 1982) verfilmt und zwar in der sogenannten "Creepshow". Auch diese Serie ist, wie das Buch, schon älter und ich habe bereits damals die verrückten Geschichten geliebt. Die Original VHS Kassetten dazu habe ich damals unendlich oft geschaut und auch heute liebe ich sie immer noch. Die Kurzgeschichte sind deshalb so toll, weil man schnell das typische Stephen King Ergebnis hat und dann gleich neun Mal, in kürzester Zeit. Ich bin schon, seit dem ich denke kann, eingefleischter Stephen King Fan. Dieses ältere Werk von ihm kann ich wieder klar empfehlen. 5/5🕷.

  11. Cover des Buches Die Akte (ISBN: 9783453169500)
    John Grisham

    Die Akte

     (360)
    Aktuelle Rezension von: Purzel34

    Ich liebe Justiz-Thriller und mit John Grisham kann man da nie etwas falsch machen. Ich habe bereits den Film "Die Akte" geliebt und das Buch steht dem in nichts nach. Immer wieder ein Genuss und Spannung pur.

  12. Cover des Buches Irgendwann werden wir uns alles erzählen (ISBN: 9783548061726)
    Daniela Krien

    Irgendwann werden wir uns alles erzählen

     (142)
    Aktuelle Rezension von: Nette

    Die Autorin nimmt mit dem Buch den Leser in eine landschaftliche Idylle mit. Die Beschreibungen sind so intensiv, dass man das Gefühl hat mit dem Buch durch die Landschaft und Häuser zu ziehen. Zwar begegnen wir vielen Protagonisten im Buch, allerdings wird die Geschichte aus der Sicht von Maria erzählt. Daniela Krien hat es schafft mich mit dem Buch zu fesseln. Ich wollte unbedingt wissen, wie sich die die Beziehung von Maria und Henner entwickelt. Ist es eine Liebesgeschichte? Ich denke eher, dass die Versuchung und der Reiz zwischen Maria und Henner das Buch ausmachen. Der Versuch die Waage zwischen Begierde, Geheimnis und Sehnsucht zu halten. Über die Beziehung der Beiden möchte ich nicht so sehr ins Detail gehen, denn ich möchte nicht Spoilern. Bildet Euch Eure Meinung zum Buch, mich hat das Buch doch nachdenklich gestimmt.


    Wer ein Buch sucht, welches schockiert, spaltet, emotional und intensiv ist, der ist mit diesem gut bedient.

  13. Cover des Buches Liebesleben (ISBN: 9783833309199)
    Zeruya Shalev

    Liebesleben

     (255)
    Aktuelle Rezension von: katermurr
    Ich hab das Buch geschätzt vor 5 Jahren gelesen und fand es ganz gut. Ich werds aber nicht nochmal lesen, um mich dann an mehr zu erinnern - oder vielleicht doch, aber dann erst in einigen Jahren...
  14. Cover des Buches Wenn der Postmann zweimal klingelt (ISBN: 9783865521385)
    James M. Cain

    Wenn der Postmann zweimal klingelt

     (17)
    Aktuelle Rezension von: carolin-jethon

    Die Story geht zügig voran und das Ende überrascht total. Aber ich denke, dass Noir-Thriller nicht so ganz mein Ding sind. Mit dem Erzählstil selbst kam ich nicht so klar. Außerdem finde ich es befremdlich, dass trotz weniger Figuren, einem kein einziger ans Herz wächst.

  15. Cover des Buches An Liebe stirbst du nicht (ISBN: 9783312011742)
    Géraldine Dalban-Moreynas

    An Liebe stirbst du nicht

     (14)
    Aktuelle Rezension von: SteffiWausL

    Zwei Menschen in festen Beziehungen beginnen eine Affäre, bei der die Anziehung und die Leidenschaft von Anfang an sehr groß sind.

    Eigentlich ein Klassiker: Er ist verheiratet und sagt, dass er seine Frau verlassen wird. Dies tut er mehrere Male, und mit jedem Mal, glauben die Protagonistin und wir ihm weniger.

    Sie glaubt schon recht früh zu wissen, dass es für sie schlimm enden wird, und trotzdem kann sie einfach nicht aufhören, ihn zu treffen und an eine gemeinsame Zukunft zu glauben.


    In so wenigen Sätzen ist diese Geschichte zusammengefasst.

    Ist es ein weiterer Roman über eine Affäre? Ja.

    Lernen wir etwas Neues? Nicht wirklich.

    Ist dieser Roman trotzdem empfehlenswert? Ich würde sagen: Ja!


    Ich habe mich wie bei einer nicht enden wollenden Achterbahnfahrt gefühlt. Zwischendurch war ich mal kurz genervt, weil dieses ewige Hin und Her, Schlußmachen und Wiederzusammenkommen, einfach nicht aufhören wollte.

    Dann habe ich aber gedacht, dass es im wirklichen Leben manchmal so ist. Insofern war dieser Roman sehr realistisch, was mir letztendlich gefallen hat. Auch die klare und unverblümte Sprache, und die kurzen knappen Sätze, die es aber auf den Punkt bringen, haben mir sehr gut gefallen.

    Kurz vor Schluß gab es dann noch ein Ereignis, was mich ein wenig überrascht und auch sehr traurig gemacht hat… Und ich liebe nichts mehr an Büchern, wie wenn ich überrascht werde.

    Eine Leseempfehlung an alle, die gerne in der emotionalen Achterbahn fahren.


  16. Cover des Buches Liebeswut (ISBN: 9783499244162)
    Fernanda Eberstadt

    Liebeswut

     (31)
    Aktuelle Rezension von: Liebes-Langohr
    Das Buch Liebeswut war sehr verwirrend, das ende war sehr erschreckend, damit hätte ich nicht gerechnet. das buch würde ich nicht noch mal lesen, weil das Buch mir vom Aufbau zu anstregend ist.
  17. Cover des Buches Der schöne Gast (ISBN: 9783446245228)
    Anna Katharina Fröhlich

    Der schöne Gast

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Ginevra
    Am Fuße des Monte Baldo, Gardasee, in der Gegenwart: die schöne, verwöhnte Erbin eines wunderschönen Anwesens mit blühendem Garten zieht sich vom gesellschaftlichen Leben in den höheren Kreisen zurück. Der Grund: Langeweile und Übersättigung. In der Schönheit der Natur sucht sie geistige „Stromstösse“, indem sie alte Klassiker und Philosophen liest. Der treue indische Diener Nanda kümmert sich um Haus und Hof, der verarmte Snob Lapo wird ihr blasser Lebensgefährte. Plötzlich tritt ein abenteuerlicher junger Kroate in das Leben der Protagonistin. Obwohl sie ahnt, in welche emotionalen Strudel sie gerät, lässt sie sich auf eine „Amour fou“ mit ihm ein. Am Ende zeigen sich die Abgründe der Seele bei allen Beteiligten…

    Anna Katharina Fröhlich wurde 1971 geboren, wuchs in Frankfurt und München auf und lebt heute am Gardasee. 2004 erschien ihr erster Roman „Wilde Orangen“, 2010 folgte Kream Korner, mit dem sie 2011 für den Leipziger Buchpreis nominiert war und den Literaturpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft gewann.

    Mir haben an diesem Roman die Grundidee und das Thema gut gefallen – eine Frau auf der Suche nach „mehr“; sie hasst die „Mittelmäßigkeit“ und versucht, ihre Träume zu leben – indem sie einen Mann wie aus einem russischen Klassiker entsprungen sucht: wild, abgründig, fantasievoll, stürmisch. Was daraus wird, verrate ich natürlich nicht. 

    Was mir nicht gefiel, war der schwärmerische Stil, den ich oft als schwülstig empfand – etwas weniger wäre für meinen Geschmack mehr gewesen! Aber das empfindet sicher jeder unterschiedlich. In der Presse habe ich gelesen, dass dies von der Autorin eine beabsichtigte Übertreibung und Ironie sein könnte, passend zu dem morbiden Thema. Vielleicht muss man den Roman mit dieser Distanz lesen – ich konnte mich jedenfalls nicht in die Ich-Erzählerin hineinversetzen, die Figuren blieben mir fremd.

    Von mir gibt es 3 von 5 Sternen!
  18. Cover des Buches Jahrhundertsommer (ISBN: 9783950399158)
    Raoul Biltgen

    Jahrhundertsommer

     (11)
    Aktuelle Rezension von: SharonBaker
    Es ist heiß in Wien und er sitzt im Kaffee, trinkt einen Kakao und wartet, bis es Zeit wird. Zeit um sich eine Waffe zu besorgen und seinem Dasein ein Ende zubereiten, denn sie ist nicht mehr da. Sie ist weg, gegangen, ohne ein Wort. Was soll er tun? Wie soll er weiterleben? Wie konnte das alles passieren? Und wo ist dieser unbeschwerte Jahrhundertsommer hin?
    Dieses kleine Buch ist so erschreckend bewegend, mit einer unglaublichen Ausdruckskraft erzählt, dass ich total begeistert bin. Es geht um die Liebe und was man alles durchlebt, Großartiges, aber auch Verzehrendes. Eine Geschichte, die mich nach den richtigen Worten ringen lässt, um dieser gerecht zu werden.

    Wir erleben in zwei Erzählsträngen beschrieben die Liebes- und Leidensgeschichte unseres Protagonisten mit. Der erste Strang ist das Hier und Jetzt in Wien, er leidet, ist verzweifelt, will nicht mehr, weiß nicht weiter und schwitz in der Sonnenglut. Der zweite Strang spielt einen Sommer davor. Sein Job hat ihn nach Bregenz gebraucht und er trifft auf sie, der Frau, die Touristen kutschiert und ihn ein wunderschönes Lächeln schenkt. Er ist verzaubert und lässt sich von der Magie mitreißen, der sonst so ernste und stille Mann, blüht auf, liebt, macht dumme Sachen und erlebt einen Sommer voller Nähe und Liebe.

    Dieses Zusammenspiel zwischen Todessehnsucht und Liebestaumel ist so stark und geschickt eingefangen, dass man mitleidet und sich fragt, muss so die Liebe sein. Man möchte so gern helfen, dem Hauptcharakter die Waffe entreißen und sagen, reiß dich zusammen. Diese tiefen schweren Gefühle sind absolut greifbar beschrieben, man spürt die Einsamkeit, das machtlos sein und das nicht mehr wollen. So liest man besorgt und ängstlich weiter und möchte einfach wissen, was ist passiert. Diese Liebesgeschichte fing doch so wunderbar an.

    So wechseln sich die Erzählebenen ab, spielen miteinander, verschmelzen und geben Stück für Stück das große Ganze wieder. Dieser Autor beherrscht mit wenig Worten Bilder einer Liebe einzufangen und ohne Klischees und Kitsch auszukommen. Er verwebt das große Drama mit unserer Zeit, gibt sie realistisch und ungeschönt wieder und schafft beim Leser das Gefühl, alles selbst mitzuerleben, oder es schon getan zu haben. Wer erinnert sich nicht an die erste große Liebe, wo es unvorstellbar war, das diese Endet und das es ein Danach geben könnte.

    Dieser Roman braucht mehr Aufmerksamkeit, denn er kann sich mit den ganz großen Liebesgeschichten messen lassen und spiegelt die Gefühle unserer Zeit gekonnt und eindringlich wieder. Wer über eine bewegende Liebe lesen möchte, sollte mit dieser anfangen.
     
  19. Cover des Buches Das sterbende Tier (ISBN: 9783446251281)
    Philip Roth

    Das sterbende Tier

     (108)
    Aktuelle Rezension von: Miringa_83
    Dies bleibt einfach meine liebste Liebesgeschichte. Ich empfinde immer tiefes Mitleid mit dem guten Kepesh und muss doch immer über ihn lachen. Er ist in vielen Dingen so weise und ehrlich, da wünsche ich mir diese Eigenschaften wären schon vor seiner ersten Ehe etwas ausgeprägter gewesen. Im Grunde tut er mir aber doch nur leid, sorry. Einfach gut!
  20. Cover des Buches Die verlorenen Zeilen der Liebe (ISBN: 9783752867497)
    Astrid Korten

    Die verlorenen Zeilen der Liebe

     (95)
    Aktuelle Rezension von: anke3006
    Wer mich kennt, weiß das ich keine Liebesromane lese. Ich habe von Astrid Korten ihren neusten Roman erhalten. Nein, diesmal kein Thriller, tatsächlich ein Liebesroman. Oh, ich hab mich furchtbar angestellt. Anstatt mich auf mein Bauchgefühl zu verlassen, das mir gesagt hat, das ist ein Roman von Astrid, der kann gar nicht schmalzig sein, hab ich den Roman immer wieder nach unten in den Bücherstapel gelegt. Und dann habe ich angefangen zu lesen und schwups war ich durch. Wow, was für eine Geschichte. Ja, es geht um Liebe, aber ganz anders als gedacht. Die Geschichte nimmt eine Wendung, die mich total überrascht hat. Astrid Korten hat es wieder geschafft mich zu begeistern. Ihr Schreibstil, der Tiefgang ihrer Geschichte und das Gefühl den Figuren ganz nah und verbunden zu sein. Sehr empfehlenswert.
  21. Cover des Buches Am Ende das Nichts (ISBN: 9783945298084)
    Ursula Großmann

    Am Ende das Nichts

     (41)
    Aktuelle Rezension von: wildberry

    Die Kurzbeschreibung hat mich direkt angesprochen.

    Auch aus dem Grund weil die Autorin mich mit ihrem Buch SCHWÄRZER ALS WEISS total begeistern konnte.

    Isabel die Ehefrau eines Arzt und Mutter eines Sohnes fühlt sich mit Ende dreißig irgendwie unterfordert. 

    Sie beschließt wieder ins Berufsleben als Lehrerin durchzustarten. 

    Und genau ab diesem Zeitpunkt verwandelt sich ihr so glückliches und sorgenfreies Leben in einen einzigen Albtraum. 

    Angefangen von Drohbriefen, anonyme Anrufe bis hin zu Morddrohungen. 

    Verdächtige gibt es viele ihrer Meinung nach, angefangen von der Haushaltshilfe mit der sie sich absolut nicht versteht. 

    Über Arbeitskollegen bis hin zu Schülern. 

    Isabel, in meinen Augen auch einwenig naiv und egoistisch, fand ich zeitweise schon nervig. Auf der anderen Seite was sie durchmachen verlieh ihr ein sehr dünnes Nervenkostüm. 

    In einige Situationen hat sie sich selbst hinein katapultiert, wo man als Leser schon denkt das kann nicht gut enden, 

    aber auch irgendwie selbst dran Schuld. 

    Natürlich kann sie nicht für alles verantwortlich gemacht werden. 

    Aber lest selbst und findet raus wer sich an ihr rächen möchte und welche Beweggründe dahinter stecken. 

    Die Geschichte beginnt leise, und für mich eher als Psychodrama einzustufen. 

    Zwischendurch fand ich etwas langatmig, aber durch neue Vorkommnisse blieb es trotzdem irgendwie spannend. 

    Das letzte Viertel hat dann nochmal ein wenig an Fahrt zugenommen, obwohl man zu dem Zeitpunkt wusste wer hinter den Anschlägen steckt. 

    Es wurde aufgeklärt aus welchen Gründen es zu diesem Ausmaß kam. 

    Das Ende ist in dem Sinn abgeschlossen, aber man kann die Story weiterspinnen was mit dem Täter passieren könnte. 

    Der Schreibstil war wie gewohnt flüssig geschrieben. 

    Die Geschichte hat mir gefallen bis auf die Gründe die ich oben schon genannt habe. 

    Bin aber sehr gespannt welche Story als nächstes folgt von der Autorin. 


  22. Cover des Buches Betty Blue (ISBN: 9783570197158)
    Philippe Djian

    Betty Blue

     (154)
    Aktuelle Rezension von: Mirrorman31
    … und ich habe es rausgeschmissen. 
  23. Cover des Buches Eine große Zeit (ISBN: 9783833309014)
    William Boyd

    Eine große Zeit

     (26)
    Aktuelle Rezension von: Daphne1962

    Er wollte eigentlich nur eine Auszeit von der Theaterbühne in London nehmen. Lysander Rief ist nach Wien gereist, um sich einer Physiotherapie zu unterziehen. Er ist in die Fußstapfen
    seines berühmten und bereits verstorbenen Vaters am Theater in London getreten.

    In Wien begegnet er Hettie, einer Künstlerin aus der Wiener Szene. Mit ihrer unergründlichen und lockeren Art beeindruckt sie Lysander schnell. Ihm gefällt der Aufenthalt in Wien schon
    sehr und daher befaßt er sich mit einem dauerhaften Bleiben.

    Doch gibt es keine Zukunft für ihn in Wien, da der 1. Weltkrieg auszubrechen droht. Er muss aus Österreich fliehen, eine Schuld hinterlassend, an die er in London erinnert wird und die er
    begleichen muss. Er stürzt in ein großes ungewisses "Spiel" und er weiß nicht, wer die Fäden zieht. Er selbst soll einen Spion enttarnen. Wer steht auf welcher Seite? Die Agenten hängen ihm im Nacken.

    Ein toller Spionagekrimi mit interessanten, undurchsichtigen und lebendgen Figuren. Lysander nahm den Leser mit auf seine Reise und Gedanken. Die damalige Zeit wurde lebendig dargestellt. Der Autor schaffte es, die Geschichte flüssig lesen zu können. Man kam nicht aus dem Konzept sondern die einzelnen Geschichten fügten sich immer wieder zusammen. Boyd immer wieder gerne,
  24. Cover des Buches Im Park (ISBN: 9783442742301)
    Christian Haller

    Im Park

     (6)
    Aktuelle Rezension von: variety
    Ich bin da weniger begeistert als andere Kritiker/innen. Hallers Sprache war sehr gewöhnungsbedürftig und hat mich anfangs sehr genervt. Halbe Seiten bestehen aus einem Satz, der nie enden will. Ausserdem sind seine Hinweise auf die Paläontologie oder Chandler und andere Themen nicht zwingend passend zur Geschichte, sondern tönen für mich aufgesetzt (bzw. gesucht) und etwas elitär. Wie wenn er uns sein Wissen darüber vermitteln möchte. Und das mag ich als Leser eines Romans überhaupt nicht. Gegen Schluss des Buches konnte ich diese Art des Erzählens dann aber mehr nachvollziehen als zu Beginn. Was hingegen sehr gelungen ist, sind die Zweifel Emiles darüber, wie er sich gegenüber seiner kranken Frau Lia und der jungen Freundin verhalten soll. Auch diese, Klara, erhält gegen Schluss der Geschichte Konturen, die ich anfangs nicht erwartet hätte. Die Voraussetzungen für eine packende Handlung wären gegeben (Ehemann verliebt sich in eine junge Frau, während die eigene Ehefrau schwer erkrankt und körperlich für immer beeinträchtigt bleiben wird). Leider hat Haller für mich daraus kein packendes Werk verfasst, das man uneingeschränkt empfehlen kann.

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