Bücher mit dem Tag "anarchismus"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "anarchismus" gekennzeichnet haben.

114 Bücher

  1. Cover des Buches Fight Club (ISBN: 9783442542109)
    Chuck Palahniuk

    Fight Club

     (424)
    Aktuelle Rezension von: Katharina_Klopotek

    Eines meiner absoluten Lieblingsbücher ever, ever!

    Viele werden den Film kennen. Ich werde im Text ein paar Zitate aus dem Film verwenden, der sehr nah am Roman gehalten Ist Chuck Pahlaniuk schafft es fast immer eine Welt zu erschaffen, die, wenn auch noch so abstrus, während des Lesens real erscheint.

    "Fight Club" ist kein Roman über einen Kampf-Club, wie oft beschrieben. Viel mehr geht es um den gesellschaftlichen Kampf, den Wunsch der Beste zu sein, indem man sich mit Konsumgüter brüstet, sich selbst verliert. "Du bist nicht dein Job! Du bist nicht das Geld auf deinem Konto! Nicht das Auto, das du fährst! Nicht der Inhalt deiner Brieftasche! [...] Du bist der singende, tanzende Abschaum der Welt." Gesellschaftskritisch, populistisch und teilweise auch kafkaesk "Eine ganze Generation zapft Benzin, räumt Tische ab und schuftet als Schreibtischsklaven. Durch die Werbung sind wir heiß auf Klamotten und Autos, machen dann Jobs die wir hassen und kaufen dann Scheiße die wir nicht brauchen. Wir sind die Zweitgeborenen [...] Männer ohne Zweck, ohne Ziel. Wir haben keinen großen Krieg, keine große Depression. Unser großer Krieg ist ein spiritueller. Unsere große Depression ist unser Leben. Wir wurden durch das Fernsehen in dem Glauben aufgezogen, dass wir alle mal Millionäre werden, Filmgötter, Rockstars. Werden wir aber nicht, und das wird uns langsam klar! Und wir sind kurz, ganz kurz vorm Ausrasten."

    Am Ende gibt es einen mega überraschenden Twist, der dennoch total schlüssig ist alles ergibt einen Sinn, erscheint es noch so abgedreht. “Ganz unten zu sein ist kein Wochenendausflug. Kein gottverdammtes Seminar. Hör auf alles kontrollieren zu wollen und lass los! LASS LOS!”

    Wenn ihr bis jetzt nicht darüber nachgedacht habt, was es bedeutet in einer kapitalistischen Konsumgesellschaft - sorry, wenn das zu marxistischen klingt - zu leben, wie dies unser ganzes Leben beeinflusst, werdet ihr es nach der Lektüre dieses herausragenden Romans tun. 

  2. Cover des Buches Freie Geister (ISBN: 9783596035359)
    Ursula K. Le Guin

    Freie Geister

     (19)
    Aktuelle Rezension von: -nicole-

    Der Science-Fiction Klassiker neu übersetzt

    Ursula K. Le Guins „Freie Geister“ ist eine der bedeutendsten Utopien des 20. Jahrhunderts, in der die Systemfrage – Kommunismus, Kapitalismus oder Anarchismus? – mit aller Deutlichkeit gestellt wird. Ältere Ausgaben sind unter den Titeln „Planet der Habenichtse“ und „Die Enteigneten“ erschienen.

    Der einzige Ort auf dem Anarres, der durch eine Mauer von seiner Umgebung abgetrennt wird, ist der Raumhafen. Von hier aus werden die Edelmetalle, die in den Minen des Planeten abgebaut werden, einmal im Jahr zum Nachbarplaneten Urras geflogen.
    Für die Herrschenden von Urras ist das anarchistische Anarres nicht mehr als eine abhängige Bergbaukolonie, die es möglichst effektiv auszubeuten gilt. Für die Bewohner von Anarres ist ihre Heimat jedoch der einzige Ort im ganzen Sonnensystem, wo sie wirklich frei sind – frei von Unterdrückung, aber auch frei von dem Zwang, künstlich erzeugte Bedürfnisse befriedigen zu müssen.
     Als sich auch auf Anarres erste Herrschaftsstrukturen zu bilden beginnen, begibt sich der Physiker Shevek auf eine riskante Reise nach Urras. Er möchte in Dialog mit dortigen Wissenschaftlern treten und gerät dabei zwischen alle Fronten. (Quelle: Klappentext)


    „Der Schwesternplanet schien auf sie hinunter, klar und hell, ein wunderschönes Beispiel für die Unwahrscheinlichkeit des Faktischen.“ – Seite 55


    „Freie Geister“ gehört zu den Klassikern aus dem Science-Fiction-Genre, den ich unbedingt mal lesen wollte. Erstmals erschien dieses Buch im Jahr 1974 unter dem Titel „Planet der Habenichtse“ (Originaltitel: „The Dispossessed“), im Jahr 2006 dann als korrigierte Neuausgabe unter dem Titel „Die Enteigneten“. 2017 hat der Verlag Fischer TOR dann eine Neuübersetzung veröffentlicht: „Freie Geister“, dessen Ausgabe ich auch gelesen habe.


    Positiv überrascht bin ich von dem Schreibstil Le Guins. Er ist klar und detailliert, aber nie überladen. Sie beschreibt die verschiedenen Lebensweisen der beiden Planeten Anarres und Urras sehr genau und man bekommt einen guten Einblick  - selbst Kleinigkeiten werden detailreich geschildert. Wir erfahren auch einiges über die Vorgeschichte der Planeten, z.B. wie es zu der Besiedelung von Anarres kam und wie dessen Hauptstadt Abbenay entstand.

    Hauptfigur hier ist der Physiker Shevek, der sich von seinem Heimatplaneten Anarres auf eine riskante Reise begibt: Er reist als erster Gast auf den Planeten Urras, um sich dort mit den Wissenschaftlern auszutauschen. Die Handlung wechselt regelmäßig zwischen Vergangenheit und Gegenwart: Wir erfahren zum einem, wie es Shevek (in der Gegenwart) nach seiner Ankunft auf Urras ergeht. Zum anderen gibt es auch einen Blick in die Vergangenheit: Wie Sheveks Leben auf Anarres aussah und wie es dazu kam, dass er nun auf die andere Welt reist.

    Das Buch ist spannend geschrieben – neben Sheveks Weg erfährt der Leser einiges über die so verschiedenen Lebensweisen der beiden Welten. Nach einiger Zeit wird klar, dass auf Urras, wo es Güter im Überfluss zu geben scheint, auch nicht alles perfekt ist…


    „Er hatte den Mond als kleines Kind aufgehen sehen, mit Palat zusammen vom Fenster des Domiziels ‚Weites Land“. (…) Doch es war nicht dieser Mond gewesen. Um ihn herum wanderten die Schatten, doch er saß reglos da, während Anarres über den fremden Bergen aufstieg, auf seinem vollsten  Stand, mattgrau gefleckt und bläulich weiß, sanft leuchtend. Das Licht seiner Wellt füllte seine leeren Hände.“ – Seite 103


    Sehr lesesnwert ist auch das Nachwort von Karen Nölle – von ihr stammt die Neuübersetzung.


    Mein Fazit: Ein zeitloser Science Fiction-Klassiker, der interessant ist und auch nachdenklich macht. Ursula K. Le Guin beschreibt hier die Lebensweisen zweier Planeten, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Begeistert hat mir ihr Schreibstil: Klar, detailreich und bildgewaltig, aber nie zu überladen. Die Handlung ist interessant und spannend zu verfolgen – lesenswert!

  3. Cover des Buches Das Hotel New Hampshire (ISBN: 9783937793092)
    John Irving

    Das Hotel New Hampshire

     (720)
    Aktuelle Rezension von: Nokbew

    Alle, ausnahmslos alle, haben in dieser Familie einen (liebenswerten) Sockenschuss. Es geht um sehr ernste Dinge: Vergewaltigung, Inzest, Coming out, Familienbande, Träume, Ziele. Der Autor will schocken und schafft das dann auch auf ganz liebevolle Art und Weise. Der Leser lacht, der Leser weint, der Leser schüttelt den Kopf...

    Was will der Leser mehr? ★★★★★ Sterne!

  4. Cover des Buches Der Baader-Meinhof-Komplex (ISBN: 9783442155972)
    Stefan Aust

    Der Baader-Meinhof-Komplex

     (306)
    Aktuelle Rezension von: hamburgerlesemaus

    Während meine Mutter beim Post-oder Bankschalter anstand (ATM gab es damals noch nicht), guckte ich mir das große Poster mit all den gesuchten RAF-Gesichtern an. In jeder Bank, Geschäft, Bahnhof oder öffentlichem Amt hing dieses Plakat! Wann immer wir mit unseren Eltern aus Hamburg nach Hause nach HH-Lemsahl fuhren, wurden wir von mindestens einer Polizeikontrolle gestoppt. Am Ende wohnte die RAF nur 5 Km von meinem Elternhaus in Poppenbüttel entfernt.

    #derbaadermeinhofkomplex war das erste Buch, das mir alle Zusammenhänge der RAF darstellte.
    Es ist schon länger her, dass ich es gelesen habe, aber ich weiß noch, das es sich wie ein Krimi las. 878 Seiten Spannung pur. Allerdings erinnere ich mich auch, dass ich über Baaders seitenlangen, intellektuellen Ergüsse ohne Punkt und Komma im Gerichtssaal hinweggelesen habe.
    Danke #stefanaust

  5. Cover des Buches Das Buch der Kinder (ISBN: 9783100044174)
    A.S. Byatt

    Das Buch der Kinder

     (12)
    Aktuelle Rezension von: walli007

    Ende des 19. Jahrhunderts leben Olive Wellwood und ihr Mann Humphrey in einem kleinen Paradies. Reich mit Kindern gesegnet sind sie das Zentrum einer kleinen Gemeinschaft von Künstlern, Kunsthandwerkern und Intellektuellen. Der verwitwete Prosper Cain ist als Kurator mit dem Aufbau des neuen Victoria und Albert Museums beschäftigt. Und in dessen Kellern finden seine Kinder den jungen Phillip Warren, der ein begnadeter Zeichner ist, aber wegen seiner ärmlichen Herkunft keine Aussichten hat, sein Talent zu entwickeln. Cains Beschützerinstinkt ist geweckt und er nimmt den Jungen mit zu einem Sommerfest der Wellwoods. Dort lernen sich die Kinder der verschiedenen Familien kennen, die beim Erwachsen werden begleitet werden sollen.


    In eine geschichtlich turbulente Zeit eingebettet nimmt die Autorin ihre Leser mit, das Schicksal der verschiedenen Jugendlichen zu entdecken. Eine Art Downton-Abbey einer künstlerisch geprägten Oberschicht, die kaum von Sorgen geplagt ist. Zwar muss in irgendeiner Form für ein Einkommen gearbeitet werden. Doch bestimmen Geldsorgen nicht den Alltag. Die Menschen als Künstler und Freidenker versuchen sich selbst zu verwirklichen und auch ihren Kindern alle Möglichkeiten zu geben. Phillip Warren und auch seine Schwester Elsie stechen hier hervor, weil sie die einzigen sind, die aus eigener Kraft versuchen, ihr Träume zu verwirklichen. Dennoch ist das Leben in dieser Epoche auch wie ein Tanz auf dem Vulkan. Sozialreformen stehen an, politische Veränderungen, der Kampf um das Wahlrecht für Frauen und schließlich die Entwicklungen, die zum Ausbruch des ersten Weltkriegs führen.


    Von der unbeschwerten Kindheit über die Entwicklungszeit der Jugend bis zu den dramatischen Erlebnissen des Krieges schildert die Autorin die Erlebnisse ihrer Protagonisten. Zwischen die lebendigen Beschreibungen der Empfindungen und  sich ändernden Sichtweisen ihrer Helden sind berichtsartige Passagen gestreut, die die Erzählung beschleunigen. Hin und wieder kann der Leser auch an den Fabelgeschichten teilhaben, die die Schriftstellerin Olive Wellwood ihren Kindern zugedacht hat. So bietet der Roman ein buntes Panorama seiner Zeit, mit Höhen und Tiefen, mit schönen und tragischen Momenten. Allerdings ist die Fülle der Informationen so überbordend, die Anzahl der handelnden Personen so groß und die Handlung umfassende Zeitspanne so lang, dass es teilweise schwierig ist, allem mit der gebührenden Aufmerksamkeit zu begegnen. Man erlebt den Niedergang einer Epoche, ohne im Innersten berührt zu sein.

    3,5 Sterne

  6. Cover des Buches Die Stimmen des Flusses (ISBN: 9783518467008)
    Jaume Cabré

    Die Stimmen des Flusses

     (185)
    Aktuelle Rezension von: Flamingo
    Die „Stimmen des Flusses“ ist eine spannende Familien- und Dorfsaga mit einer großen Portion spanischer geschichtlicher Politik. Auf 666 Seiten verwebt Cabré rd. 90 Jahre spanische Geschichte mit der Geschichte eines Dorfes und einer Familie. Aktueller Aufhänger ist eine Lehrerin, die im Jahr 2002 das Tagebuch eines Lehrers aus den 1940ern findet.
    Geschrieben ist dies in Cabrés üblichem affektiertem Stil, der im Wesentlichen von Leserunfreundlichkeit geprägt ist. Er hat sich allerdings weiter entwickelt von seinem 1996 geschriebenen (aber erst jetzt in 2018 veröffentlichten) Roman „Eine bessere Zeit“. Allerdings muss man immer noch sehr genau lesen, der Autor macht es einem nicht leicht. Manchmal schien es mir auch, er wusste selber nicht, ob er einen anspruchsvollen zeitgenössischen Roman schreiben will oder eine Sex-Schmonzette, die man am Bahnhof kauf. Da kommt für mich sehr ein lüsterner alter Mann durch. Die erzählte Geschichte aber belohnt den Leser und im Grunde bleibt es bis zur letzten Seite spannend.
    Die volle Zahl an Sternen war leider nicht nicht möglich, da der Roman doch teilweise sehr viele Längen hat. Es sind einfach zu viele Baustellen. Selbst die Lehrerin Tina, die im Grunde der Katalysator für die Erzählung ist, hat unglaublich viele Baustellen: Eheprobleme, der Sohn gescheitert, eine Erkrankung und einen Erfinder, der sie permanent dick nennt mit sechs Kilo Übergewicht.
    Man merkt, dass Cabré ein alter Mann ist, der vermutlich ein Frauenbild hat, welches noch sehr tief im vorherigen Jahrhundert verwurzelt ist. Eigentlich werden alle Frauen als Huren oder Flittchen dargestellt. Schade, dass ihm hier nicht eine moderne Frauenfigur gelungen ist, die auch zu mehr Identifikation mit zumindest dieser weiblichen Leserin geführt hätte. Eines der großen Probleme von „Eine bessere Zeit“ war mMn, dass es nicht eine einzige sympathische Figur gab, auf deren Seite man sich schlagen konnte. Hier, in „Die Stimmen des Flusses“ hätte es Tina sein können, aber leider reduziert Cabré sie auf ihre Probleme und ihr Gewicht. Schade.
    Aber trotz diverser Unzulänglichkeiten und eines gewöhnungsbedürftigen Erzählstils ist es ein toller Spanienroman, der gerade in unserer heutigen Zeit an Aktualität nicht zu übertreffen ist. Wer sich z.B. wundert, dass in den USA die evangelikalen Christen einem Abschaum wie Trump immer noch die Treue halten, findet hier die Antwort. Alles, was der Vernichtung der Horden des Bösen (hier konkret Möder, Kommunisten, Atheisten, Freimaurer, Juden, separatistische Katalanen) beiträgt, ist Gott dem Herrn gefällig (lol dass ich als überzeugte Atheistin so einen Schwachsinn schreibe). Und solange Trump der Vernichtung jeglicher liberaler Agenda dienlich ist, wird er für die religiöse Rechte ein guter Christ sein. Und dieses Thema zieht sich auch durch „Die Stimmen des Flusses“. Überhaupt ist das Thema Macht, Macht der Kirchen, Macht des Geldes sehr zentral. Auf alle Fälle ein Roman, der zum Nachdenken anregt.
    P.S.: Ein Mini-Bonus-Pünktchen gibt es für das Lesezeichen mit Personenregister und DEM zentralen Zitat (über den Fluss) des Romans. Das Personenregister hat mich teilweise echt gerettet. 
  7. Cover des Buches Mein Katalonien (ISBN: 9783257202144)
    George Orwell

    Mein Katalonien

     (20)
    Noch keine Rezension vorhanden
  8. Cover des Buches "Krieg ich schulfrei, wenn du stirbst?" (ISBN: 9783423347150)
    Jess Jochimsen

    "Krieg ich schulfrei, wenn du stirbst?"

     (48)
    Aktuelle Rezension von: mysticcat
    So richtig gewusst habe ich nicht, was mich bei "Krieg ich schulfrei, wenn du stirbst?" von Jess Jochimsen erwarten wird. Ich habe das Buch des Titels wegen aus der Onleihe meiner Bücherei ausgeliehen.

    Da ich keine Erwartungen hatte, war ich nicht enttäuscht. Allerdings bin ich beim Lesen draufgekommen, dass es sich um Kolumnen gesammelt in Buchform handelt und daher die einzelnen Erlebnisse jeweils nur oberflächlich geschildert werden. Dieses Buch eignet sich meiner Meinung nach mehr für kurze Leseerlebnisse zwischendurch und nur bedingt zum Am-Stück-Lesen, denn das hatte ich ursprünglich vor.

    Fazit: Unterhaltsam, aber für mich nicht herausragend.
  9. Cover des Buches The Secret JJ Abrams Project (ISBN: 9780857864772)
    J. J. Abrams

    The Secret JJ Abrams Project

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    "S." von J. J. Abrams und Doug Dorst in der limitierten Ausgabe, gebunden, 522 Seiten, im Pappschuber. Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, der Preis 45,00€.

    Zum einen "Das Schiff des Theseus" von einem gewissen (fiktiven) V. M. Straka, der die Veröffentlichung seines letzten Romans nicht mehr erlebte. Seine Hauptfigur, S., ist ein Mann auf der Suche nach seiner Identität, seiner Vergangenheit.

    Nachdem er aus dem Meer gefischt wurde, läuft er durch eine ihm unbekannte Stadt, auf der Suche nach Erinnerungsfetzen landet er in einer Hafenkneipe und kommt dort mit einer Frau ins Gespräch, die ihn zu kennen scheint. Dann wird er jedoch auf ein seltsames Schiff, mit einer noch seltsameren Besatzung verschleppt. Er scheint eine Aufgabe zu haben, die ihm aber noch nicht klar ist. So begibt er sich auf eine verwirrende und gefährliche Reise, in der Hoffnung sich selbst zu finden.

    Zum anderen sind da Jen, eine junge Studentin und Eric, ein in Ungnade gefallener Doktorand, der der Universität verwiesen wurde. Jen entdeckt "Das Schiff des Theseus" in der Bibliothek und liest die Randnotizen von Eric. Sie fügt selber welche hinzu und so entspinnt sich ein Dialog zwischen den beiden. Eric versucht schon eine ganze Weile herauszufinden, wer Straka war und nun unterstützt Jen ihn dabei, ohne zu ahnen, welchen Weg ihre gemeinsame Geschichte gehen wird.

    Des Weiteren sind da noch die Fußnoten der Übersetzerin, die ebenso ihren Teil zu "Das Schiff des Theseus" beitragen und scheibar Codes enthalten, die Jen und Eric zu entschlüsseln versuchen.

    Das Buch von Abrams und Dorst ist eine geniale Idee, allein die Aufmachung ist schon toll. Ich habe die 45,00€ investiert und ein gebundes Buch im Pappschuber bekommen. Das Buch selber ist aufgemacht wie eine alte Ausgabe einer Leihbücherei, vergilbte Seiten mit Kaffee- und anderen Flecken, die Stempel der Leihdaten. Und dann die ganzen Einleger, Postkarten, Briefe, auf Servietten gezeichnete Pläne, Fotos und zu guter Letzt eine Drehscheibe zum Entschlüsseln von Codes.

    Ich muss gestehen, dass mir nicht klar geworden ist, wie diese Scheibe zu benutzen ist. Aber ich musste auch ersteinmal einen Weg finden dieses Buch zu lesen. Seite für Seite mit den jeweiligen Randnotizen, kapitelweise und dann die Randnotizen oder erst die Geschichte und dann nochmal von vorne mit den Randnotizen?

    Eine englischsprachige Rezension hat mich dann darauf gebracht es Kapitelweise zu lesen und dann nur die blau/schwarzen Randnotizen und die darin erwähnten Einleger zu lesen. Als ich das Buch beendet hatte, begann ich dann von vorne mit den orange/grünen Randnotizen, dann die rot/violetten und zum Schluss die schwarz/schwarzen. Ob das der richtige Weg ist weiß ich nicht, sicher ist nur, dass die verschiedenen Farben unterschiedliche Zeitpunkte markieren zu denen die Randnotizen geschrieben wurden.

    Insgesamt hat mir dieses Buch sehr gut gefallen, auch wenn das Ende etwas unbefriedigend ist, weil einiges offen bleibt. Man muss sich auf dieses Erlebnis einlassen und sich Zeit dafür nehmen, es ist definitiv keine Lektüre für nebenbei.
  10. Cover des Buches Anarchie - oder was?: Gespräche mit Mehdi Belhaj Kacem, Nika Dubrovsky und Assia Turquier-Zauberman (Anarchies) (ISBN: 9783035802764)
  11. Cover des Buches Träumer - Als die Dichter die Macht übernahmen (ISBN: 9783462047141)
  12. Cover des Buches Corporate Anarchy (ISBN: 9783863270384)
    Nils Honne

    Corporate Anarchy

     (31)
    Aktuelle Rezension von: Babscha

    Marvin Ruf geht es nicht gut. Er ist Werbetexter in einer Berliner Agentur und fühlt sich gelinde gesagt unwohl. Nicht nur mit seinem Job, in dem er tagtäglich Werbelügen für unterschiedlichste Auftraggeber verfassen muss, sondern auch mit den großen Themen wie der Klimakatastrophe, der rücksichtslosen Ausbeutung unseres Planeten und seiner Menschen durch Konzerne und Manager und der rücksichtslosen Gier der Menschen. Panikattacken sind an der Tagesordnung. Da er über ein nur sehr eingeschränktes Selbstbewusstsein verfügt (den tollen Eltern sei Dank) beschränkt sich seine Gegenwehr zunächst auf das nächtliche Überkleben und Ändern von Plakaten seiner illustren Kundschaft. Eines Tages allerdings lässt er auf einem finalen Meeting mit einem Energiekonzern, Großkunde seiner Agentur, die Bombe hochgehen und düpiert diesen gnadenlos. Das kostet ihn den Job. Kurz danach gerät er auf einer Demo in ein lebensgefährliches Handgemenge mit der Polizei und wird von einem dubiosen Mann namens Lennard schwer verletzt gerettet.

    Als er später aufwacht, befindet er sich auf einem alten verlassenen Stasigelände irgendwo in Brandenburg, auf dem eine Handvoll Männer und Frauen ökologisch mustergültig lebt, eine Rebellentruppe mit ähnlichen Gedankenmustern wie seinen. Polizeilich gesucht und der charismatischen Person des Lennard immer mehr verfallend, bindet er sich an diese Menschen an, bleibt bei ihnen und taucht mit der Zeit immer tiefer ein in deren unheimliche Welt, die ihr gefährliches Gesicht brutaler Gewalt gegen korrupte Managertypen erst nach und nach offenbart. Doch da ist es bereits zu spät für ihn.

    Der Autor, selbst aus der Werbebranche, legt in seinem Debutroman ein handwerklich recht solide gestricktes Stück Literatur mit hoher Sprachkompetenz vor, das trotz einiger Holprigkeiten in Logik und Gedankenführung als Mischung aus Krimi, Ökothriller und Gesellschaftsdrama spannend gemacht ist und im Großen und Ganzen trotz der im letzten Drittel wahrlich bluttriefenden Entwicklung durchaus funktioniert und zu überzeugen weiß. Die Figur des immer selbstkritischen, aber schwachen und damit beeinflussbaren Marvin ist in ihrer Zerrissenheit zwischen Gut wollen und Böse handeln gut konstruiert und streckenweise wirklich beklemmend zu begleiten, zumal die ganze Geschichte nicht fiktional, sondern hautnah an der Realität gebaut ist. Und auch hier gilt mal wieder: No one gets out here alive. Bis zum bitteren Ende.

  13. Cover des Buches Was ist eigentlich Anarchie? (ISBN: 9783879567003)
    Autorenkollektiv

    Was ist eigentlich Anarchie?

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  14. Cover des Buches Inside Occupy (ISBN: 9783593397191)
    David Graeber

    Inside Occupy

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  15. Cover des Buches Und, was machst du so? (ISBN: 9783858696168)
    Patrick Spät

    Und, was machst du so?

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Nespavanje

    „Lohnarbeit, Gartenarbeit, Beziehungsarbeit, Blowjob – alles ist zur Arbeit geworden.“, sagt Patrick Spät in seiner fröhlichen Streitschrift gegen den Arbeitsfetisch. In einem lockeren und umgangssprachlichen Ton, aber deswegen nicht weniger ernsthaft angegangen, widmet er sich dem Phänomen der Modernen Arbeitsgesellschaft. Mit kritischem Blick richtet er sich vor allem an die 75% der berufstätigen Menschen, die in ihrer Arbeit unglücklich sind und innerlich bereits gekündigt haben, die einen immensen finanziellen Verlust für die Unternehmen bedeutet, die jene beschäftigen. Auch wenn ich solchen Statistiken eher kritisch beäuge, glaube nie einer (Statistik), die du selbst nicht gefälscht hast, schätze ich mich glücklich zu den restlichen 25% zu gehören. Dieses kleine aber feine Werk ist eine umfangreich argumentierende Kritik am Arbeitswahn und gleichzeitig ein Loblied auf den Müßiggang. Arbeit scheint das zentrale Thema unseres Lebens geworden zu sein. Aber zu welchem Preis und zu welchen Bedingungen?

    Spät kritisiert aber nicht nur. Nein, er zeigt auch Gegenentwürfe zu unserer Arbeitsgesellschaft und Beispiele auf, wie man es vielleicht besser machen könnte. Für einige wird das wohl nach anarchistischer Utopie klingen und Patrick Spät sagt, dass er durchaus von einer solchen träumt. Eine Gesellschaft die nicht auf den Kosten anderer lebt und in der Solidarität herrscht. Wer sich also schon mal gefragt hat, ob das Leben vielleicht mehr ist als arbeiten zu gehen und Überstunden zu machen, der findet in diesem Buch bestimmt neue Einsichten und Inspiration.

  16. Cover des Buches The Secret Agent a Simple Tale (ISBN: 9783842439146)
    Joseph Conrad

    The Secret Agent a Simple Tale

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Leseratte1248
    Ein Spionageroman der etwas anderen Art, interessant, stellenweise nicht unbedingt spannend, aber dafür nicht immer vorhersehbar.
  17. Cover des Buches Monte Verità (ISBN: 9783570554067)
    Stefan Bollmann

    Monte Verità

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Ruth_Tuescher

    In diesem Buch werden die Menschen porträtiert, die auf einem Hügel im Tessin versuchten, neue Ideale in die Tat umzusetzen und befreit zu leben. Sehr lebendig, fundiert und anregend geschrieben. Auch berühmte Menschen wie Hermann Hesse waren dort und liessen sich inspirieren zum Sonnenbad ohne störende Kleidung, zu vegetarischer oder veganer Ernährung und zum neu erfundenen Ausdruckstanz - auch Eurythmie genannt.

    Ich habe das Buch schon mehrfach mit Gewinn gelesen.

  18. Cover des Buches Ragtime (ISBN: 9783462043198)
    E. L. Doctorow

    Ragtime

     (24)
    Aktuelle Rezension von: Saralonde

    Amerika zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Einwanderer aus aller Herren Länder, die afroamerikanischen Nachfahren ehemaliger Sklaven und eine wohlhabende Oberschicht, die die ersteren beiden Gruppen nur mit scheinheiliger Faszination wahrnimmt – New York ist ein Schmelztiegel. Stellvertretend für die verschiedenen Bevölkerungsschichten lernen wir drei Familien kennen: eine wohlhabende weiße Familie, in New Rochelle ansässig, eine dreiköpfige jüdische Einwandererfamilie aus Osteuropa sowie Sarah, eine junge Schwarze, mit ihrem Neugeborenen und dessen Vater Coalhouse Walker, ein Ragtime-Pianist. Mehr oder weniger zufällig stellt das Schicksal eine Verbindung zwischen diesen Familien her.

    Der Roman des im letzten Jahr verstorbenen Autors E. L. Doctorow wird häufig zu den 100 besten englischsprachigen gezählt. Als historischer Roman mit dem Setting New York im frühen 20. Jahrhundert passt das Buch perfekt in mein Beuteschema und ich war sehr gespannt auf die Lektüre.

    Das Buch rechnet mit der Einstellung der höheren New Yorker Gesellschaft gegenüber schlechter Gestellten ab, so wird äußerst zynisch darauf verwiesen, dass Kinder ja von den Arbeitgebern keineswegs diskriminiert würden, nein, sie seien besonders beliebt als Arbeitskräfte. Gleichzeitig übte Armut eine Faszination auf die reiche Bevölkerungsschicht aus:

    ” At Palaces in New York and Chicago people gave poverty balls. Guests came dressed in rags and ate from tin platzes and drank from chipped mugs. Ballrooms were decorated to look like mines with beams, iron tracks and miner’s lamps …” (Seite 34)

    Das ist einfach ekelhaft und löst beim Leser eine starke emotionale Reaktion aus.

    Was mir außerdem gut gefiel war, dass Doctorow historische Figuren in seine Handlung einbindet, etwa die Schauspielerin Evelyn Nesbitt oder den Zauberkünstler Harry Houdini. Allerdings scheinen die Szenen, in denen diese historischen Persönlichkeiten auftreten, sehr episodenhaft und losgelöst vom Rest der Handlung, Wir erfahren etwas über sie und wie sie den Zeitgeist repräsentieren, doch dann verschwinden sie ohne Weiteres wieder von der Bildfläche. Doctorows fiktive Charaktere bleiben seltsam schemenhaft, das zeigt sich alleine schon daran, dass die meisten von ihnen nicht namentlich genannt werden, es gibt nur “Father”, “Mother”, “Mother’s younger brother” usw. Die Absicht dahinter ist wohl die Zeichnung dieser Charaktere als Stereotypen der damaligen Gesellschaft. Gleichzeitig bewirkt dies allerdings beim Leser, dass keine wirkliche Verbindung zu den Charakteren hergestellt wird – ihr Schicksal bleibt gleichgültig. Einzig Coalhouse Walker sticht als Persönlichkeit heraus, anhand seiner Erlebnisse erfährt der Leser die fürchterliche Scheinheiligkeit der amerikanischen Gesellschaft gegenüber der schwarzen Bevölkerung, die doch eigentlich dieselben Rechte genießen sollte als die weiße. In der Praxis ist das nicht der Fall: Gerechtigkeit? Nicht für Schwarze. Interessant ist, dass Doctorow die Figur des Coalhouse und seines zum Scheitern verurteilten Kampfes für Gerechtigkeit an die Figur des Michael Kohlhaas von Heinrich von Kleist anlehnt, was sich schon an dem ähnlich klingenden Namen zeigt.

    Die ergreifende Geschichte von Coalhouse Walkers ist jedoch nur ein Teil des Buches und kann für mich trotz der bissigen Sozialkritik und des hohen Sprachniveaus nicht die fehlende emotionale Bindung zu den restlichen Charakteren und der übrigen Handlung des Buches wettmachen, weshalb ich dem Buch letztendlich 3,5 von 5 Sternen gebe.

  19. Cover des Buches Der Spanische Bürgerkrieg (ISBN: 9783442154920)
    Antony Beevor

    Der Spanische Bürgerkrieg

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Durruti
    Bei diesem Buch handelt es sich um ein Standartwerk über den spanischen Bürgerkrieg. Allein aufgrund seines Umfanges werden alle nennenswerte Aspekte angesprochen. Besonders erfreulich ist, dass der Autor den Anarchisten und Anarchosyndakalisten genau den Platz einräumt, den sie verdient haben. Sowohl die Kollektivierungen in Katalonien als auch die Widersprüche innerhalb des anarchistischen Lagers (insbesondere bei der Regierungsbeteiligung) werden ausführlich erörtert und gewürdigt. Dabei lässt der Autor, der in seinen sonstigen Werken (z.B. Stalingrad oder Berlin 1945: Das Ende) nicht durch besonders libertäre Tendenzen aufgefallen ist, seine Sympathien für die Anarchisten mit ihren hohen moralischen Ansprüchen und auch ihrem Pragmatismus durchblicken. Auch wenn einzelne Truppenbewegungen zu detailliert beschrieben werden, fasziniert das Buch gleichwohl und macht deutlich, dass es noch einen anderen Weg zwischen Kapitalismus und Kommunismus geben könnte. Die Geschichte im 20. Jahrhundert hätte auch anders verlaufen können...
  20. Cover des Buches Anarchismus in der Postmoderne (ISBN: 9783936049374)
    Jürgen Mümken

    Anarchismus in der Postmoderne

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  21. Cover des Buches DIY (ISBN: 9783897714441)
    Curious George Brigade

    DIY

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Dubhe
    In diesem Buch vergleicht der Autor die heutige Menschheit mit den Dinosauriern, die einfach so durch die Weltgeschichte trampeln. 
    Er ist der Meinung, dass die Welt nicht mehr lange so bestehen kann und nennt auch einige Gründe dafür. 
    Mit diesem Buch möchte der Autor den Leser eigentlich wachrütteln, denn es müssen Veränderungen her. 
    Klar, in einigen Punkten stimme ich mit dem Autor überein, doch er ist viel zu radikal mit seinen Ideen. 
    Definitiv nichts für schwache Nerven. 
    Und wer gegen die Grundlinien des Autors ist, dem wird das Buch absolut nicht gefallen. 
  22. Cover des Buches Contemporary Anarchist Studies: An Introductory Anthology of Anarchy in the Academy (2009-03-14) (ISBN: B01JXS01I0)
  23. Cover des Buches Vegane Schikane, Alle Achtung für Mensch, Tiere und Pflanzen (ISBN: 9783931504359)
  24. Cover des Buches Linksextremismus in Deutschland (ISBN: 9783658045067)

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