Bücher mit dem Tag "anatolien"

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32 Bücher

  1. Cover des Buches Die zitternde Welt (ISBN: 9783709981122)
    Tanja Paar

    Die zitternde Welt

     (83)
    Aktuelle Rezension von: Sikal

    Ende des 19. Jahrhunderts reist Maria hochschwanger dem Vater ihres ungeborenen Kindes von Österreich nach Anatolien nach. Wilhelm arbeitet dort als Ingenieur am Bau der Bagdadbahn mit und wollte sich erst ein Leben aufbauen, bevor er an Familie denkt. Doch meistens kommt es anders … Und so steht plötzlich Maria vor seiner Tür und lebt mit ihm in einem kleinen Dorf lange Zeit ohne Trauschein, denn in Anatolien fragt niemand danach. Die beiden bekommen drei Kinder, mussten auch den Tod eines Kindes miterleben. Als der Hauslehrer Frederic ins Dorf kommt und Maria Französischstunden nimmt, scheint sich einiges zu ändern. Doch Wilhelm ist klug und lässt seiner Frau die Freiheiten, die sie braucht. Als der Erste Weltkrieg naht und die beiden Söhne Erich und Hans ins wehrpflichtige Alter kommen, scheint nichts mehr so zu werden wie es war und die Türkei scheint kein sicherer Ort mehr zu sein für die Familie.

     

    Zurück in Österreich muss die Familie erleben, dass auch hier der Krieg alles verändert, Lebensträume durch die politischen Wirren zerstört werden und Familien nicht nur die Heimat verlieren sondern auch der Tod allgegenwärtig ist. Die Welt zittert …

     

    Der erste Teil des Buches zeigt den Mut einer Frau, sich auf Augenhöhe ihrem Mann zu stellen. Maria ist definitiv in einer falschen Zeit gelandet, denn durch ihre unkonventionelle Art und ihren Hang zur Freiheit, ist sie Vorreiterin einer Reformbewegung.

     

    Der zweite Teil zeigt den Zerfall der Familie, hier rückt das Leben Erichs in den Mittelpunkt, was mich manches Mal etwas verwirrt hat. Doch Erich ist anders – er lässt sich treiben und sucht nach einem besseren Leben. Traumatisiert durch den Kriegseinsatz, hängt er zu sehr an Opiaten.

     

    Tanja Paar hat einen schnörkellosen, reduzierten Schreibstil, den ich sehr schätze. Sie schafft es besonders im ersten Teil, die Atmosphäre Anatoliens einzufangen. Ein intensives Leseerlebnis. Im zweiten Teil gibt es viele Sprünge und Perspektivenwechsel, die dafür mehr an der Oberfläche bleiben. Erichs Orientierungslosigkeit wird gut eingefangen, hat mich aber ein wenig gestört.

     

    Die Charaktere sind sehr vielschichtig gezeichnet. Maria, die ihre Freiheit und ihre Kinder liebt und sich dann in eine verbitterte Frau verwandelt. Wilhelm, dem seine Arbeit über alles geht, gut für seine Familie sorgt. Die beiden haben eine Zweckgemeinschaft gefunden, schätzen und respektieren sich – ohne große Liebe.

     

    Nach dem Zuklappen des Buches, lässt mich diese Geschichte etwas gespalten zurück. Den ersten Teil finde ich äußerst lesenswert, der zweite Teil konnte mich nicht zur Gänze überzeugen, so gibt es 3,5 Sterne (gerundet 4).

  2. Cover des Buches An den Ufern des Bosporus (ISBN: 9783442482313)
    Theresa Révay

    An den Ufern des Bosporus

     (16)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Ich habe das Buch vor einiger Zeit geschenkt bekommen, ich persönlich hätte es mir wahrscheinlich nicht gekauft, da ich kein großer Fan von dieser Art von Büchern bin. Der Klappentext klingt "kitschig" und dramatisch, eine Liebe die nicht sein darf. Ich habe mir aber gedacht, ich lasse mich davon nicht abschrecken und lese es trotzdem, es war nicht so schlecht wie ich gedacht habe, aber auch nicht besonders gut.

    Der Schreibstil war sehr positiv, die Autorin schreibt sehr bildlich und detailreich, die Charakter werden sehr umfangreich beschrieben, sodass man sie eigentlich gleich ins Herz schließen könnte. Man wird in die Geschichte hineingezogen und befindet sich nun in der Türkei in den 20er Jahren. Es hat Spaß gemacht einen Einblick in die Geschichte zu bekommen. Ich war auf den ersten 80-100 Seiten wirklich begeistert aber danach ging es leider stetig bergab.

    Das Buch wurde langatmig, ich hatte das Gefühl auf der Stelle zu stehen, die Handlung hat sich kaum noch entwickelt und auch die Charakter blieben etwas farblos. Genau wegen solchen Büchern wollte ich damals nicht in die historischen Bereiche reinschnuppern. Die Geschichte hat eigentlich viel Potenzial und auch die Charaktere ist aber meiner Meinung nach, nicht so gut umgesetzt worden, wie erhofft.

    Erst gegen Ende des Buches wurde es noch mal spannender, da hatte ich jedoch das Gefühl, alles läuft zu schnell ab, das was mir im mittleren Teil gefehlt hat wurde jetzt auf ungefähr 50 Seiten ausgetragen und das fand ich dann doch etwas schade.



    Fazit:

    Keine schlechte Geschichte, der Anfang war doch vielversprechend, danach wurde das Buch aber schwächer, ich schätze hier spielt viel Geschmackssache mit rein. Wer über 200 Seiten einfach lesen will, wie sich die Charaktere immer wieder in einander verlieben obwohl sie es nicht dürfen und mit ihrem Gewissen hadern, der darf das Buch gerne lesen, für mich war es leider nichts. 
  3. Cover des Buches Der Thron der Welt (ISBN: 9783499257216)
    Robert Lyndon

    Der Thron der Welt

     (51)
    Aktuelle Rezension von: Langeweile
    Vallon ist auf der Flucht ,er hat die Mörder seiner Familie ermordet.Unterwegs trifft er auf Hero,der sich ihm als Reisebegleitung andient.Er hat den Auftrag Sir Walter ,der von dem Emir Suleiman gefangen gehalten wird,zu befreien.Sein raffgieriger Bruder Drogo versucht mit aller Macht das zu verhindern.Als Lösegeld wollen sie vier seltene weisse Gerfalken anbieten.Sie machen sich auf eine gefährliche Reise,die durch mehrere Länder führt.Unterstützung bekommt die zusammengewürfelte Truppe durch Wayland ,der maßgeblich am Einfangen der Falken beteiligt ist. Dem Autor gelingt es auf besondere Weise die Spannung in diesem umfangreichen Roman zu erhalten,es gibt nur wenige Längen. Die Protagonisten waren mir ziemlich schnell ans Herz gewachsen.Natürlich durfte in dem Roman eine Liebesgeschichte nicht fehlen. ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt. Als Manko muß ich erwähnen,daß es ungewöhnlich viele Rechtschreibfehler gab. Buchtitel: Der Thron der Welt
  4. Cover des Buches Memed mein Falke (ISBN: 9783293208117)
    Yaşar Kemal

    Memed mein Falke

     (36)
    Aktuelle Rezension von: ekoepping
    Ich konnte es kaum aus der Hand legen. Wie ironisch, dass Kemal den höchsten Kulturpreis der Türkei im Jahr 2008 ausgerechnet in Anwesenheit von Recep Tayyip Erdoğan erhalten hat... Aber vielleicht ist auch das Anlass zu Hoffnung: dass der Widerstand gegen das Unrechtsregime dort weiter blüht und gedeiht.
  5. Cover des Buches Die Tochter des Schmieds (ISBN: 9783746627342)
    Selim Özdogan

    Die Tochter des Schmieds

     (47)
    Aktuelle Rezension von: Geerthi

    Die Tochter des Schmieds wurde vom Autor Selim Özdogan geschrieben.

    Es geht um ein Mädchen namens Gül, welches in ein System hineingeboren wurde und passt sich ohne Widerstand an, weil sie keine andere Wahl hat. In diesem System geht es hauptsächlich um die gesellschaftliche Rolle von Mann und Frau und welche Sitten und Pflichten sie befolgen und erfüllen müssen. In diesem System steht der Mann über der Frau. Er hat alle Rechte und kann tun und lassen, was er will. Seine einzige Aufgabe ist jedoch zu arbeiten und Geld zu verdienen, um für das Wohlergehen seiner Familie zu sorgen, so dass sie bis an ihr Lebensende versorgt sind. Die Frau in diesem System lebt sehr bescheiden und bekommt keine Möglichkeiten selbstständig zu werden. In diesem Buch wird über das Leben von Gül erzählt. Es ist sehr beeindruckend, wie unterschiedlich die Welten eines Mannes und einer Frau sein können.

    Sehr empfehlenswertes Buch, um Einblicke in dieses System zu erhalten!

  6. Cover des Buches Schnee (ISBN: 9783446252318)
    Orhan Pamuk

    Schnee

     (155)
    Aktuelle Rezension von: DirkSchulte

    Ka, ein türkischer Schriftsteller, besucht aus dem deutschen Exil heraus das verschneite Kars, um über eine Serie von Selbstmorden zu schreiben. Dort trifft er auf die skurrile Dorfprovinz. Die teils lustigen, teils tragischen Ereignisse, die um zwei Theateraufführungen aufgebaut sind, werden von einem befreundeten Schriftsteller nacherzählt.

    Von mir gibt es dieses Mal nur drei Sterne, da alle Personen, Ka eingeschlossen, ständig A sagen und B machen (nicht, dass das ein untypisches, menschliches Verhalten wäre, aber auf etwa 500 Seiten dann doch etwas ermüdend), da mir die Motivation des nacherzählenden Schriftsteller nicht ganz klar ist (außer, dass beide Dichter den Blick auf dieselbe Frau geworfen haben) und weil ich finde, dass es trotz der Vielzahl der literarischen Anspielungen bessere und unterhaltsamere Bücher von Orhan Pamuk gibt, mit denen man beginnen sollte, sein tolles Werk zu erkunden.

  7. Cover des Buches Einmal Hans mit scharfer Soße (ISBN: 9783641151560)
    Hatice Akyün

    Einmal Hans mit scharfer Soße

     (78)
    Aktuelle Rezension von: Leserin_Buchfan

    Es war wundervoll, so erzählt, als erlebe man es selbst. Die Einblicke in eine türkische Familie zu erhalten, war sehr spannend.

    Mich hat das Buch überzeugt und es bekommt 5 Sterne. Toll!!!

  8. Cover des Buches Schwarzer Tee mit drei Stück Zucker (ISBN: 9783837500738)
    Renan Demirkan

    Schwarzer Tee mit drei Stück Zucker

     (26)
    Aktuelle Rezension von: leserin
    Eine türkische Familie emigriert nach Deutschland erzählt vonder Tochter die in Deutschland die Jugend erlebt mit Rückblick in die Kindheit der Türkei.
  9. Cover des Buches Leyla (ISBN: 9783462300529)
    Feridun Zaimoglu

    Leyla

     (51)
    Aktuelle Rezension von: HEIDIZ

    Feridun Zaimoglu konnte ich im Frühjahr zur Buchmesse kennenlernen, im Vorfeld hatte ich zwei seiner Bücher gelesen und möchte euch gern heute "Leyla" vorstellen, ein Buch, welches mich sehr beeindruckt hat.

     

     Das Land seiner Ahnen hat Zaimoglu zum Hintergrund seiner Geschichte gemacht, die von von Leyla erzählte, die in einer Kleinstadt in Anatolien aufwächst. Wir befinden uns zeitlich in den 50er Jahren. Sie hat noch vier Geschwister und ist die jüngste der fünf. Familie und Nachbarschaft sind alles, was sie kennt und ihre Heimatstadt, Leyla aber möchte dieser Enge entkommen ...

     

    Strenger Glaube herrscht vor und die Familie ist der Willkür des Vaters ausgesetzt. Leyla erzählt ihre Geschichte. Mit den kleinen Freiheiten, die sie sich selbst "erarbeitet" hat, macht sie es sich so glücklich es geht, aber dann ... ein Familiengeheimnis bringt alles ins Wanken. Dann plötzlich geht die Familie nach Istanbul. Leyla verliebt sich .... aber ...

     

    Seine Sprache ist atemberaubend staunenswert sinnlich und man könnte schon sagen eindringlich. Zaimoglu schreibt sanft und doch gewaltig - sein Stil ist unverkennbar, und ich mag ihn sehr gern.

     

    Leseprobe:
    ========

     

    Dies ist eine Geschichte aus der alten Zeit. Es ist aber keine alte Geschichte.

    In Gottes Namen -

    Ein Wolfsrudel macht auf offenem Gelände Jagd auf einen Menschen. Auch andere Tiere sind geschickt, doch Wölfe sind Meister im Stöbern und Greifen. Ein Wolf greift das Opfer an. Er fällt vom einfachen Lauf in einen leichten Galopp, und dann treibt es ihn vorwärts, der Kopf als Rammsporn gereckt, der Wind kann das gesträubte Nackenfell kaum niederhalten. ...

     

    Es ist wahrhaft ein Genuss, diese Geschichte zu lesen, inhaltlich sehr spannend und vom Schreibstil tiefsinnig sinnig tief ..... Rundherum gelungen, mehr kann ich nicht sagen, ich bin begeistert. Das Orientalische - diese eigenwillige Stimmung - kommt sehr gut rüber, darin war ich förmlich gefangen und konnte das Buch nicht aus der Hand legen, habe mich treiben lassen in den Szenen, die bildhaft dargestellt sind und habe die Charaktere wahrgenommen, als würde ich sie kennen.

  10. Cover des Buches Heimstraße 52 (ISBN: 9783746628592)
    Selim Özdogan

    Heimstraße 52

     (16)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Nachfolger der Tochter des Schmieds. Die Hauptfigur, Gül, folgt ihrem Mann nach Deutschland. Die Geschichte in diesem fremden Land, Besuche in der Heimat, die Hin- und Her Gerissenheit, Gefühle, Sehnsüchte und Stimmungen sind ebenso warmherzig und toll wie im ersten Buch gelungen. Der Stil, das Gefühl und die (Buch-)Ideen bei Özdogan sind nach wie vor überwältigend schön. Liest und hört man viel über türkische Migration und (Nicht-)Assimilation ist dieses Buch (meinem Gefühl nach) wohltuend anders und viel näher an Wahrheiten sowie weit von nervigen Medien-Diskussionen entfernt. Freue mich schon sehr auf eine Fortsetzung. Sehr empfehlenswert.
  11. Cover des Buches Die Disteln brennen (ISBN: 9783293207851)
    Yaşar Kemal

    Die Disteln brennen

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Marco
    „Brennende Disteln“ ist der zweite Roman von Yassar Kemals Memed-Trilogie. Drei Bücher über das Leben eines Rebellen und Freiheitskämpfer. Jeder Teil ist einzeln ohne Brüche lesbar, jedes Buch ist ein eigenes Leseereignis. Schnell wird man in die eigene Welt der Bauern, Beys und Rebellen gezogen. Die Menschen bekommen Konturen, die Landschaften entfalten Reize, Geräusche und Gerüche. Kemal ist ein Romantiker, der die bunten leuchtenden Farben liebt. Mit ihnen malt er Leidenschaft, Leid und nahezu alle anderen Facetten des Lebens. Seine Naturbeschreibungen sind opulent, sie künden von der Liebe des Autors zu seiner Heimat. Manch Beschreibung scheint zu dick aufgetragen, zu grell, so dass die Handlung in den Hintergrund gerät. Einige charakteristischen Züge der Romanfiguren sind überzeichnet. Zu viele Protagonisten wiederholen ihre bedeutungsschwangeren Sätze und Gedanken. Wenn man sich von alledem nicht ablenken lässt oder diesen Stil sogar genießen kann, dann bekommt man vergnügliche Lesestunden geliefert Im Mittelpunkt des Romans steht Memed Ince, ein kleiner schmächtiger Mann. Memed wird durch den Mord eines Tyrannen zu einem geächteten, verfolgtem Verbrecher, aber auch zu dem verehrten, rebellischen Helden. Genau in diesem Spannungsverhältnis flüchtet Memed von Versteck zu Versteck. Er grübelt über die Folgen seiner Tat, die zwar den Tyrann beseitigt hat, an dessen Stelle aber noch ein größerer Tyrann getreten ist. Lohnt sich der Kampf der Obrigkeit, welche die Menschen ausbeutet? Ist er wirklich der Held, der Befreier, den viele Bauern in ihm sehen? Während Memed in einem tiefen Gewissenskonflikt gerissen wird, wird die Situation der Menschen immer schlechter. Ein einflussreicher Bey beansprucht das Land für sich und will die Bauern vertreiben. Die Lage spitzt sich zu und alle fragen sich, ob der Retter Memed endlich wieder handeln wird. Gleich zu Beginn des Romans erschafft Kemal dem Leser die Landschaft, in der die Handlung ihren Lauf nimmt (Leseprobe): „Im Süden der Anavarza-Ebene fließt der Ceyhan. Schnurgerade bahnt er seinen Weg ohne größere Windungen hinüber zu den Felsen von Anavarza. An manchen Orten haben seine Wasser den Boden tief ausgehöhlt. Das ausgewaschene Erdreich stürzt von Zeit zu Zeit ein und versinkt mit lauten Donnern in den Fluten. Da und dort öffnen sich Abgründe, so steil, als hätte man sie mit dem Schwert eingekerbt, Zeichen ständiger Einbrüche, Klüfte mit gezackten Rändern, die zur Wasserseite hin abfallen und am Flussufer kleine Sandbuchten bilden.“
  12. Cover des Buches Lebewohl, Anatolien (ISBN: 9783946142119)
    Dido Sotiriou

    Lebewohl, Anatolien

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Edition_Romiosini
    http://bibliothek.edition-romiosini.de/catalog/book/9
  13. Cover des Buches Vor 12000 Jahren in Anatolien. Die ältesten Monumente der Menschheit (ISBN: 9783806220728)
    Badisches Landesmuseum Karlsruhe

    Vor 12000 Jahren in Anatolien. Die ältesten Monumente der Menschheit

     (3)
    Aktuelle Rezension von: wolfschwerdt
    Viele der im Begleitbuch zur Ausstellung „Vor 12000 Jahren in Anatolien – Die ältesten Monumente der Menschheit“ dargestellten Ausgrabungsorte sind in der Fachwelt naturgemäß nicht mehr ganz neu, immerhin wird in der Region, die inzwischen als Wiege der vorderasiatisch- europäischen Kultur erkannt worden ist, bereits seit rund 50 Jahren gegraben. Dem Leser allerdings eröffnet sich allein aufgrund der Zahl der bis heute neu entdeckten uralten Siedlungen im sogenannten fruchtbaren Halbmond Vorderasiens im Allgemeinen und im sogenannten Goldenen Dreieck dieser Region im Besonderen eine ganz neue historische Welt. Im Vergleich zu den neolithischen Großsiedlungen Anatoliens wie beispielsweise das gut 8000 Jahre alte Catal Höyük, sind die sogenannten ersten Zivilisationen Mesopotamiens mit rund 6000 Jahren recht jung. Selbst auf Ägyptens Pyramiden können die bis zu 12000 Jahre alten anatolischen Monumentalbauten nach dem Muster der gewaltigen Tempelanlagen von Göbekli Tepe historisch gesehen noch gelassen herabschauen. Aber nicht das Alter der ältesten Monumente der Menschheit an sich ist das Aufregende an der Geschichte, die auch die Fachleute bis heute erst ansatzweise verstanden haben. Es sind vielmehr die neuen Erkenntnisse, die sich immer mehr zu einer völligen Neubewertung des Prozesses der Sesshaftwerdung des Menschen und der Ausbreitung und des Charakters der neolithischen Revolution verdichten. Mit dem Buch „die ältesten Monumente der Menschheit“ erhält der Leser eine umfassende Übersicht über 50 Jahre Grabungen und Entdeckungen in Anatolien, über die Interpretation der Funde, deren Diskussionen in der Fachwelt und nicht zuletzt über die Konsequenzen für die traditionellen kulturgeschichtlichen Sichtweisen. Galten für das Neolithikum noch vor wenigen Jahrzehnten recht klar umrissene Kriterien, wie Sesshaftigkeit, Ackerbau und Viehzucht und daraus resultierend Keramik und Kultstätten, so zeichnen die Autoren des Buches vor „12.000 Jahren in Anatolien“ ein ganz anderes Bild. Da findet man plötzlich das akeramische Neolithikum, das Pre-Pottery-Neolithic, also das vorkeramische Neolithikum A und B, was bedeutet, dass es sesshafte jungsteinzeitliche Gesellschaften gab, die eben kein oder noch kein keramisches Handwerk entwickelt hatten. Da stellt sich heraus, dass die gewaltige Kultanlage Göbekli Tepe, die noch immer nicht vollständig ausgegraben ist und deren Artefakte noch ganz am Anfang ihrer Interpretation und ihres Verständnisses stehen, von einer neolithischen Jäger- und Sammlerkultur errichtet worden war. Und man erfährt in dem Ausstellungsband „die Ältesten Monumente der Menschheit“, dass bereits vor rund 12.000 Jahren zwar noch keine Schrift, aber bereits eine Art Bildersprache entwickelt worden war. Die erste sensationelle Entdeckung, das seit den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts ergrabene rund 8000 Jahre alte Catal Höyük und die seit den achtziger Jahren ergrabene einzigartige Tempelanlage Göbekli Tepe bilden die inhaltlichen Eckpfeiler des Ausstellungsbandes, dessen inhaltlicher Umfang an dieser Stelle nicht einmal annähernd beschrieben werden kann. Immerhin stellt „die ältesten Monumente der Menschheit“ eine für Laien und Fachleute gleichermaßen einzigartige Zusammenfassung wohl so ziemlich aller bislang vorhandener Erkenntnisse zur Neolithischen Revolution und deren Ausbreitung von Anatolien über den Mittelmeerraum, den Balkan bis nach Westeuropa dar. Faszinierend auch, wie sich nun durch die fundbezogene Neubewertung des Prozesses der neolithischen Revolution anstelle der bislang registrierten scheinbaren kulturellen Einheitlichkeit der neolithischen Gesellschaften eine erstaunliche regionale Differenzierung erkennen lässt. Das Buch “vor 12.000 Jahren in Anatolien” lässt kaum einen Aspekt zum Thema aus. So geht es nicht nur um die Darstellung der Funde, Fundorte, zeitlichen und kulturellen Zusammenhänge, um Wandmalereien und Totenkult sondern auch um den Naturraum in Anatolien und dem Zusammenspiel von Klima, Umwelt und Ressourcen, um Kleinkunst und Großplastik, um Obsidian und frühe Kupferverarbeitung, Korbfechterei und natürlich Keramikproduktion. 400 Seiten darf sich der interessierte Leser von „vor 12.000 Jahren in Anatolien“ einverleiben, nur nicht zu schnell. Die Texte sind nicht immer ganz einfach zu lesen, gelegentlich ähneln sie eher einer archäologischen Dokumentation denn einer populärwissenschaftlichen Publikation. Und natürlich ist auch für den in diesem Bereich vorgebildeten Laien wirklich vieles neu, muss man doch ab und zu sein altes Wissen über den Haufen werfen. Das dürfte aber auch dem einen oder anderen Wissenschaftler so ergehen. Dafür aber ist das Buch mit hervorragenden und anschaulichen Fotos und vor allem mit Tabellen, Grafiken und Landkarten ausgestattet, die die Orientierung ein wenig erleichtern. Wenn man sich daran gewöhnt hat, dass das jeweils aktuelle Kapitel immer wieder von Seiten, die einen der vielen Ausgrabungsorte der gerade behandelten Region vorstellen, unterbrochen wird, dann beginnt man zu begreifen, warum die Ausstellungs- und Buchmacher so stolz von einem exklusiven und einzigartigen Werk sprechen.
  14. Cover des Buches Türkei verstehen (ISBN: 9783608962017)
    Gerhard Schweizer

    Türkei verstehen

     (5)
    Aktuelle Rezension von: JazzH

    "Türkei verstehen" ist nach "Die Türkei" aus dem Jahr 2008 Schweizers zweites Buch über die Türkei. Daher gibt es wirklich sehr viele Parallelen. Teilweise liest sich das Buch wie eine Wiederholung. Schade. Wenn er bei diesem Buch sich mehr ausschließlich auf die neuen Erschließungen in den Jahren zwischen 2008, dem Erscheinen seines ersten Buchs über die Türkei bis 2016 fokussiert hätte, wäre das sicherlich besser gewesen - für den Leser, der sich bei dem zweiten Buch ein wenig irritiert fühlt, da er fast alles schon aus dem ersten Buch kennt, als auch für die Umwelt, da umsonst Bäume gefällt werden mussten.

    Sollten Sie dagegen das erste Buch nicht kennen, so empfehle ich ausschließlich dieses Buch zu kaufen.

  15. Cover des Buches Guten Morgen, Abendland (ISBN: 9783404606771)
    Nazan Eckes

    Guten Morgen, Abendland

     (11)
    Aktuelle Rezension von: Henri3tt3
    Dieses Buch wäre fast an meiner 10%-Hürde gescheitert, aber ich habe dann doch weitergelesen und bin sehr froh darüber. Nazan Eckes hat die Geschichte ihrer Familie, ihr Leben zwischen zwei Kulturen und ihre Gedanken zum Thema Integration aufgeschrieben. Das Buch ist literarisch und sprachlich zwar kein großer Wurf, aber die Berichte ihrer Eltern, wie sie damals in den 60er/70er Jahren nach Deutschland kamen, sind sehr berührend und wenn man sie gelesen hat, sieht man die Geschichte der Gastarbeiter in Deutschland mit ganz anderen Augen als vorher. Ich hatte zwar schon Bücher wie "Ganz unten" von Günter Wallraff, "Einmal Hans mit scharfer Soße" und "Ali zum Dessert" von Hatice Akyün gelesen und Filme wie z.B. "Almanya - Willkommen in Deutschland" gesehen, ich war sogar mal zwei Jahre lang mit einem Sohn griechischer Gastarbeiter zusammen und habe viel über seine Familie und deren Geschichte erfahren, aber den größten Eindruck hat diesbezüglich "Guten Morgen, Abendland" bei mir hinterlassen.
    Die Geschichte der Gastarbeiter in Deutschlad ist ein Stück deutscher Geschichte und ich finde, man sollte sich nicht nur für die Weimarer Republik, die Nazizeit, den kalten Krieg und den Mauerfall interessieren, wenn man in Deutschland lebt, sondern auch dafür, wie es für Menschen aus anderen Ländern und Kulturen ist, hier zu leben.
    Was ich weniger gut fand: Das Buch holpert dramaturgisch oft und Spannungsbögen verlaufen plötzlich im Sand. Einige Dinge finde ich unlogisch, z.B. wenn Mesut Özil im Interview einerseits betont, dass er bereits in dritter Generation in Deutschland lebt, aber andererseits erzählt, wie seine Eltern damals als Gastarbeiter nach Deutschland kamen, aber da bin ich leider sehr pingelig (preußische Wurzeln lassen sich auch nicht so leicht verleugnen) und andere können bestimmt gut darüber hinweg lesen.
    An manchen Stellen fragte ich mich auch, warum Unterschiede zwischen damals und heute so oft mit Unterschieden zwischen den Kulturen verwechselt werden. Die Menschen in den 60er Jahren in Deutschland haben sich fast alle immer korrekt angezogen. Es war für Erwachsene einfach nicht üblich, in der Öffentlichkeit Jeans und T-Shirt zu tragen, ganz zu schweigen von Jogginghosen oder Leggings. Man trug als Mann einen Anzug mit Hemd, die Frauen Rock und Bluse oder ein Kleid. Und es wurde auch in deutschen Haushalten auch immer richtig gekocht, Fertiggerichte gab es meines Wissens noch gar nicht. Wenn Nazan Eckes aber meint, dass das ein bemerkenswerter Unterschied zwischen Türken und Deutschen war, frage ich mich, ob das dem Lektorat nicht auffällt?

    Fazit: Ein mäßiger Anfang, ein sehr berührender Mittelteil und am Ende ein wunderbar mitreißendes Plädoyer für kulturelle Vielfalt, Völkerverständigung und Integration. Auf jeden Fall lesenswert!
  16. Cover des Buches Salman (ISBN: 9783293307957)
    Yaşar Kemal

    Salman

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  17. Cover des Buches Träne für Träne werde ich heimzahlen (ISBN: 9783499122347)
  18. Cover des Buches Hattuscha (ISBN: 9783406778230)
    Andreas Schachner

    Hattuscha

     (2)
    Aktuelle Rezension von: WinfriedStanzick
    Das sagenumwobene Volk der Hethiter war bis zu den ersten Funden des Franzosen Charles Texier 1834 im anatolischen Hochland lediglich durch vereinzelte Erwähnungen im Alten Testament bekannt. Erst lange nach Texiers Entdeckung von monumentalen Ruinen wurde durch weitere archäologische Forschungen klar, dass es sich bei den Ruinen um die Reste von Hattuscha, der damaligen Hauptstadt der Hethiter handelte. Es dauerte noch lange, bis Archäologen beginnen konnten, die Ruinen professionell zu erforschen. Das tun sie mittlerweile seit über 100 Jahren. Der Grabungsleiter dieser Forschungen ( seit 2006), Andreas Schachner, legt in diesem Buch für alle an früher Geschichte interessierten Zeitgenossen ein Werk vor, das die spannende Geschichte vom Aufstieg und vom letztendlichen Untergang dieser bronzezeitlichen Metropole erzählt. Zahlreiche Abbildungen, Karten und Pläne lassen etwas ahnen von der Vielfältigkeit und dem Alltagsleben dieser 3000 Jahre alten Hochkultur.
  19. Cover des Buches Anatolischer Totentanz (ISBN: 9783548608419)
    Barbara Nadel

    Anatolischer Totentanz

     (5)
    Noch keine Rezension vorhanden
  20. Cover des Buches Aysche (ISBN: 9783522106603)
    Käthe von Roeder- Gnadeberg

    Aysche

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  21. Cover des Buches Anatolische Hirtenerzählungen. (ISBN: B0036BGU6S)
  22. Cover des Buches Ein Winter in Hakkari (ISBN: 9783293001183)
    Ferit Edgü

    Ein Winter in Hakkari

     (4)
    Noch keine Rezension vorhanden
  23. Cover des Buches Birds without Wings (ISBN: 9780099478980)
    Louis de Bernières

    Birds without Wings

     (47)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Seite 644: "Die liebliche Philotei, die fürchten musste, dass sie Ibrahim nie wieder sah, war von ihrem Elternhaus hinauf zu den alten Gräbern gelaufen, dort wo der Hund lebte, und suchte nach ihrem Verlobten. Er war ja noch immer ihr Verlobter, weil sie nie die Chance gehabt hatten zu heiraten, und nie geheiratet hatten sie, weil Ibrahim fort zum Militär musste, und dann war er fast acht Jahre im Krieg gewesen, zuerst gegen die Franken, dann gegen die Griechen. Er und Philotei hatten nie heiraten können, aber verlobt waren sie nach wie vor. " [Zitat Ende] Das Lexikon dezenteren Wissens bezeichnet sollch ein Verhalten als zwanghaft repetitiv, immer und immer wieder bekommt man in diesem Buch die selben abgelutschten Phrasen vorgesetzt. Man darf mich nicht falsch verstehen. Louis de Bernières ist ein wundervoller Erzähler. Er weiss wie man die Worte richtig setzt und auch seine Regergen sind verblüffend umfangreich, bis hin zur Akribie. Was der Mann aber nicht kann ist mit seinen Figuren umgehen. Es ist ein Jammer mitansehen zu müssen wie er zwar immer wieder schöne Geschichten zusammenbaut aber jene ohne Seele und Leben sind. Ihnen fehlen jegliche Dramatik oder auch Moral. Leere, abgestreifte Worthülsen die überall in diesem Buch herumliegen und die er einfach nicht zu einem ganzen verbinden kann. Das Buch hat keine Struktur. Ständig springt man zwischen dem Hier und Jetzt, zwischen den Ereignissen Jahre nach dem Krieg und zwischen der Biografie von Mustafa Kemal. All diese Ebenen sind nicht miteinander verbunden und interagieren auch nicht miteinander womit eigentlich auch keine Zeitlinie, einen historisch roten Faden gibt. Kemals Biografie ist so scharf und stümperhaft in dieses Buch gepresst das man immer an ein Sachbuch als an einen Roman denken muss. Jene Kapitel kann man aber auch getrost überspringen und statt dessen den ausführlichen Wikipedia Artikel dazu lesen was einem sehhhr viel Zeit spart. Und wenn man schon mal dabei ist kann man auch die ersten 150 Seiten getroßt überblättern weil alle Charaktere noch einmal! eingeführt und vorgestellt werden. Auch die Konzeption als Kurzgeschichtenband, mit verschiedenen Erzählern und Blickwinkeln, erweisst sich als ordentlicher Fehlgriff. Die Kurzgeschichten triefen vor Gutmenschlichkeit und kitschigen Klischees und ergeben meist keinen wirklichen Sinn. Fügen dem Buch als sollches keine dramatische Komponennte dazu wesswegen ich begonnen habe sie vielleicht als Parabel oder Märchen zu sehen. Natürlich hat auch das nicht funktioniert weil es keine Moral, keine Lehren am Ende der Geschichten gegeben hat. Den Todesstoß versetzt der Autor dem Buch mit seiner dogmatischen Hörigkeit dem Handbuch für Creative Writing. Einfach nur grausam wie er seine Wortschwälle über den Leser ergiesst der jedoch schon einen ganzen Absatz weiter ist in der Hoffnung das hier nun die Erzählung weitergeht. Meist hat der Leser kein Glück und muss sich durch die halbe Lebensgeschichte eines Charakters wursteln bis er endlich erfährt ob der Charakter nun sein Pausenbrot gegessen hat oder nicht. Dieses Buch ist ein einziges Ärgerniss gewesen...
  24. Cover des Buches Goodbye Istanbul (ISBN: 9783257606539)
    Esmahan Aykol

    Goodbye Istanbul

     (9)
    Aktuelle Rezension von: Duffy
    Langweilig!

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