Bücher mit dem Tag "anatolien"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "anatolien" gekennzeichnet haben.

34 Bücher

  1. Cover des Buches Heimstraße 52 (ISBN: 9783351033378)
    Selim Özdogan

    Heimstraße 52

     (14)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Nachfolger der Tochter des Schmieds. Die Hauptfigur, Gül, folgt ihrem Mann nach Deutschland. Die Geschichte in diesem fremden Land, Besuche in der Heimat, die Hin- und Her Gerissenheit, Gefühle, Sehnsüchte und Stimmungen sind ebenso warmherzig und toll wie im ersten Buch gelungen. Der Stil, das Gefühl und die (Buch-)Ideen bei Özdogan sind nach wie vor überwältigend schön. Liest und hört man viel über türkische Migration und (Nicht-)Assimilation ist dieses Buch (meinem Gefühl nach) wohltuend anders und viel näher an Wahrheiten sowie weit von nervigen Medien-Diskussionen entfernt. Freue mich schon sehr auf eine Fortsetzung. Sehr empfehlenswert.
  2. Cover des Buches Der Thron der Welt (ISBN: 9783499257216)
    Robert Lyndon

    Der Thron der Welt

     (50)
    Aktuelle Rezension von: Langeweile
    Vallon ist auf der Flucht ,er hat die Mörder seiner Familie ermordet.Unterwegs trifft er auf Hero,der sich ihm als Reisebegleitung andient.Er hat den Auftrag Sir Walter ,der von dem Emir Suleiman gefangen gehalten wird,zu befreien.Sein raffgieriger Bruder Drogo versucht mit aller Macht das zu verhindern.Als Lösegeld wollen sie vier seltene weisse Gerfalken anbieten.Sie machen sich auf eine gefährliche Reise,die durch mehrere Länder führt.Unterstützung bekommt die zusammengewürfelte Truppe durch Wayland ,der maßgeblich am Einfangen der Falken beteiligt ist. Dem Autor gelingt es auf besondere Weise die Spannung in diesem umfangreichen Roman zu erhalten,es gibt nur wenige Längen. Die Protagonisten waren mir ziemlich schnell ans Herz gewachsen.Natürlich durfte in dem Roman eine Liebesgeschichte nicht fehlen. ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt. Als Manko muß ich erwähnen,daß es ungewöhnlich viele Rechtschreibfehler gab. Buchtitel: Der Thron der Welt
  3. Cover des Buches An den Ufern des Bosporus (ISBN: 9783442482313)
    Theresa Révay

    An den Ufern des Bosporus

     (16)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Ich habe das Buch vor einiger Zeit geschenkt bekommen, ich persönlich hätte es mir wahrscheinlich nicht gekauft, da ich kein großer Fan von dieser Art von Büchern bin. Der Klappentext klingt "kitschig" und dramatisch, eine Liebe die nicht sein darf. Ich habe mir aber gedacht, ich lasse mich davon nicht abschrecken und lese es trotzdem, es war nicht so schlecht wie ich gedacht habe, aber auch nicht besonders gut.

    Der Schreibstil war sehr positiv, die Autorin schreibt sehr bildlich und detailreich, die Charakter werden sehr umfangreich beschrieben, sodass man sie eigentlich gleich ins Herz schließen könnte. Man wird in die Geschichte hineingezogen und befindet sich nun in der Türkei in den 20er Jahren. Es hat Spaß gemacht einen Einblick in die Geschichte zu bekommen. Ich war auf den ersten 80-100 Seiten wirklich begeistert aber danach ging es leider stetig bergab.

    Das Buch wurde langatmig, ich hatte das Gefühl auf der Stelle zu stehen, die Handlung hat sich kaum noch entwickelt und auch die Charakter blieben etwas farblos. Genau wegen solchen Büchern wollte ich damals nicht in die historischen Bereiche reinschnuppern. Die Geschichte hat eigentlich viel Potenzial und auch die Charaktere ist aber meiner Meinung nach, nicht so gut umgesetzt worden, wie erhofft.

    Erst gegen Ende des Buches wurde es noch mal spannender, da hatte ich jedoch das Gefühl, alles läuft zu schnell ab, das was mir im mittleren Teil gefehlt hat wurde jetzt auf ungefähr 50 Seiten ausgetragen und das fand ich dann doch etwas schade.



    Fazit:

    Keine schlechte Geschichte, der Anfang war doch vielversprechend, danach wurde das Buch aber schwächer, ich schätze hier spielt viel Geschmackssache mit rein. Wer über 200 Seiten einfach lesen will, wie sich die Charaktere immer wieder in einander verlieben obwohl sie es nicht dürfen und mit ihrem Gewissen hadern, der darf das Buch gerne lesen, für mich war es leider nichts. 
  4. Cover des Buches Enge Schlucht und Schwarzer Berg : Entdeckung d. Hethiter-Reiches. (ISBN: B0037GWTOY)
  5. Cover des Buches Goodbye Istanbul (ISBN: 9783257606539)
    Esmahan Aykol

    Goodbye Istanbul

     (9)
    Aktuelle Rezension von: Duffy
    Langweilig!
  6. Cover des Buches Lebewohl, Anatolien (ISBN: 9783946142119)
    Dido Sotiriou

    Lebewohl, Anatolien

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Edition_Romiosini
    http://bibliothek.edition-romiosini.de/catalog/book/9
  7. Cover des Buches Die Tochter des Schmieds (ISBN: 9783746627342)
    Selim Özdogan

    Die Tochter des Schmieds

     (46)
    Aktuelle Rezension von: JanaBabsi

    Timur ist 11 als sein Vater stirbt. Mit 16 Jahren übernimmt er die Schmiede des Vaters, die bis dahin von seiner Mutter vermietet wurde. Mit 25 führt Timur ein behagliches Leben, sein Beruf als Schmied macht ihm Spaß, er sitzt gerne in den Teehäusern und raucht eine Wasserpfeife und wenn er Abwechslung braucht fährt er einfach in die nächste größere Stadt. Er selbst hat nicht das Bedürfnis zu heiraten, es fehlt ihm an nichts. Seine Mutter ist jedoch anderer Meinung und so arrangiert sie die Hochzeit zwischen Fatma und Timur.

    Das Buch „Die Tochter des Schmieds“ erzählt die Geschichte der erstgeborenen Tochter Gül, die in den 1940er Jahren in einem kleinen Dorf in Anatolien aufwächst. Nachdem Fatma noch 2 weitere Mädchen zur Welt gebracht hat erkrankt sie an Typhus und stirbt. Nun steht Timur alleine mit 3 kleinen Kindern da, aber da er sich um keinen Preis von den Mädchen trennen möchte, braucht er eine Mutter für seine Kinder und so heiratet er recht schnell nach der Beerdigung von Fatma die 19jährige Arzu. Gemeinsam mit Arzu bekommt Timur noch Tochter Nalan und den lang ersehnten Sohn Emin. Arzu jedoch ist mit ihrer Rolle als Mutter von 5 Kindern überfordert und so überlässt sie gerne Gül die Rolle der Aufpasserin, während sie sich mit ihren Freundinnen trifft oder anderweitig beschäftigt ist. Um ihrer Rolle als „Mutter“ gerecht zu werden bricht Gül die Schule ab und macht eine Ausbildung als Schneiderin, während ihre Schwester Melike Fremdsprachen studiert und Sibel Dorflehrerin wird.

    Mit 15 Jahren heiratet Gül den Bruder ihrer Stiefmutter und bekommt bald selbst 2 Kinder. In den 1960er Jahren geht ihr Mann Fuat nach Deutschland um dort Arbeit zu finden und ein besseres Leben zu beginnen. Anfangs wehrt Gül sich noch dagegen ihrem Mann zu folgen, aber nach 1 Jahr beschließt sie, ihre beiden Kinder vorübergehend bei ihrer Schwiegermutter zu lassen und ihrem Mann in das unbekannte Land zu folgen.

    Der Autor Selim Özdogan zeichnet in seinem Buch das Bild einer anatolischen Familie, wie es zur damaligen Zeit Usus war, mit allen seinen Traditionen.

    Gül ist eher die schüchterne und zurückhaltende Tochter, die niemals aufbegehrt oder sich auflehnt und alle Arbeiten, die ihr ihre Stiefmutter aufbürdet, ohne zu Murren verrichtet. Auch auf die Avancen eines Jungen, der ihr sehr gefällt, geht sie nicht ein. Mehrfach hatte sie die Möglichkeit, aber Gül lässt sie verstreichen. Ist es ihre Kultur, die es ihr verbietet oder ihr Pflichtbewusstsein? Vielleicht ist es eine Mischung aus beidem, dass sie ihren Schwarm ziehen lässt um dafür später einen älteren Mann zu heiraten, der sich nicht sonderlich viel für seine Frau interessiert.

    Im Gegensatz zu ihren Geschwistern macht Gül in diesem Buch keine große Entwicklung durch. In Anbetracht der Tatsache, dass es im September 2012 den Nachfolger „Heimstraße 52“ gab, ist das jedoch auch nicht weiter verwunderlich. Und am 18.07.2017, also vor wenigen Tagen, ist der 3. Teil „Wo noch Licht brennt“ erschienen – es geht also weiter mit der Geschichte von Gül.

    Leider ist der überaus poetische und malerische Schreibstil, der von vielen LeserInnen/RezensentInnen so hoch gelobt wird, gerade das, was mir nicht so gut gefallen hat an diesem Buch. Der Autor schafft es leider nicht, mich mit dieser Art der Erzählung an seine Protagonisten zu fesseln – ich brauchte recht lange um das Buch zu lesen, obwohl die Geschichte über Güls Leben interessant ist. 

  8. Cover des Buches Das Haus in den Orangengärten (ISBN: 9783813502855)
    Charif Majdalani

    Das Haus in den Orangengärten

     (7)
    Aktuelle Rezension von: Buecherschmaus
    Es ist die "Geschichte des großen Hauses", die hier erzählt. Des Hauses nämlich, das sich Wakim Nassar, ein junger Beiruter, der die Stadt aufgrund undurchsichtiger Händel verlassen muss, Ende des 19. Jarhunderts an den umliegenden Hängen mit allem Pomp bauen lässt, nachdem er mit der Pflanzung von Orangenbäumen zu Reichtum gekommen ist. Seine Neuzüchtung, die "Clementine" werden zu einer begehrten Delikatesse. Wakim heiratet die schöne Helene, gründet eine große Familie, der auch sein Bruder und ein Cousin angehören und führt damit den Nassar-Clan, der durch den frühen Tod seines Vaters und durch Familienintrigen gefährdet war, fort. Es ist eine Zeit des Aufstiegs. Der Libanon ist als unabhängige osmanische Provinz ein frankophiles, prosperierendes Land. Doch seine Tage sind gezählt. Der Erste Weltkrieg machte der Unabhängigkeit ein Ende. Die christliche, westlich orientierte Familie Nassar wird ins kurdische Exil verbannt, der Libanon Schauplatz der Kämpfe zwischen Alliierten Westmächten und dem auf deutscher Seite kämpfenden osmanischen Reich. Doch der eigentliche Abstieg der Familie beginnt erst danach. Machtkämpfe innerhalb der Familie, der Tod Wakims und schließlich die Weltwirtschaftskrise besiegeln den Niedergang, die Kinder werden in alle Teile der Welt zerstreut, das Haus zerfällt. Wir wissen vom Erzähler dieser Familienchronik, das es Jahrzehnte später von dessen zu Vermögen gekommenen Vater wieder aufgebaut wird. Dieser Erzähler ist es, der die wohlbekannte Geschichte von Aufstieg und Niedergang einer Familie anhand eines Hauses besonders macht. Niemals verschwindert er ganz, lässt uns völlig eintauchen, sondern bleibt immer präsent, gibt kund von seinen Zweifeln an manchen der überlieferten Geschichten, erfindet hinzu, mutmaßt. Das macht aus dem Roman mehr als nur eine gut erzählte Familiengeschichte mit dem interessanten Hintergrund des Libanon von ca. 1860 bis 1930. Es ist eine melancholische, sinnliche, dabei aber nie orientalisch ausufernde Suche nach den eigenen Wurzeln, nach der verlorenen Zeit, nach dem spätestens durch den Libanonkrieg unrettbar verlorenen Gestern.
  9. Cover des Buches Die Sephardim (ISBN: 9783485055123)
    Beatrice Leroy

    Die Sephardim

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  10. Cover des Buches Anatolische Hirtenerzählungen (ISBN: 9783688108336)
  11. Cover des Buches West-östliches Sofa (ISBN: 9783423209083)
    Osman Engin

    West-östliches Sofa

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  12. Cover des Buches Der achte Tag (ISBN: 9783404154203)
    John F. Case

    Der achte Tag

     (20)
    Aktuelle Rezension von: quadrupes
    Wieder beginnt John F. Case diesen Roman in dem ihm so eigenen Stil. In einem Prolog wird eine kurze Episode geschildert, die in einem bestimmten Zusammenhang mit der eigentlichen Geschichte steht, deren Bedeutung sich dem Leser nach und nach erschließt und die Spannung von der ersten Seite an aufkommen lässt: Im Keller eines unscheinbaren Hauses wird die Leiche eines lebendig einegmauerten Mannes gefunden. Der junge erfolglose Künstler Danny wird von einem Unbekannten um einen harmlos und einfach klingenden Aufklärungsdienst gebeten. Doch schon bald befindet er sich mitten im Netz einer obskuren Sekte, die vor nichts zurückschreckt. Seine Flucht vor ihr und die Aufdeckung eines teuflischen Plans führen ihn über Rom und Istanbul in die hinterste Ecke Anatoliens. Doch erst wieder zu Hause in den USA erkennt er den ganzen Plan und ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Exzellent recherchiert und die Verknüpfung von uralten religiösen Mythen und neuester Wissenschaft; John F. Case präsentiert seinen Lesern einen ultra spannenden Thriller. Weglegen zwecklos.
  13. Cover des Buches Hethiter (ISBN: 9783492043380)
    Birgit Brandau

    Hethiter

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  14. Cover des Buches Der Granatapfelbaum (ISBN: 9783293307865)
    Yaşar Kemal

    Der Granatapfelbaum

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  15. Cover des Buches Schnee (ISBN: 9783446252318)
    Orhan Pamuk

    Schnee

     (148)
    Aktuelle Rezension von: PMelittaM

    Der türkische Dichter Ka kehrt anlässlich des Todes seiner Mutter nach Jahren in Deutschland in die Türkei zurück, zunächst nach Istanbul, später reist er nach Kars/Ostanatolien, vorgeblich um über die Selbstmorde junger Frauen und die regionalen Wahlen zu berichten, in erster Linie jedoch um seine Jugendliebe Ípek wiederzusehen und vielleicht für sich zu gewinnen.

    Kaum ist Ka in Kars angekommen, wird der Ort durch starken Schneefall von der Umwelt abgeschnitten und Ka wird in die Probleme der verschiedenen örtlichen Gruppierungen – Säkularisten, Islamisten, Kurden, religiöse junge Frauen, Vorbeter- und Predigerschüler etc. – hineingezogen. Schließlich kommt es sogar zu einer Revolution.

    Orhan Pamuk, der 2006 den Nobelpreis für Literatur erhielt, hat diesen Roman bereits 2002 geschrieben. Als Leser erfährt man viel über die Geschichte der Türkei und ihre Probleme, es wird viel diskutiert über Religion und Glauben, der Roman bietet Stoff zum Nachdenken und animiert durchaus dazu, sich selbst ein bisschen weiter zu informieren.

    Was genau der Autor mir sagen will, konnte ich jedoch nicht ermitteln, klar scheint jedoch eine sozialkritische Komponente zu sein. Es fiel mir sowieso relativ schwer, den Roman zu Ende zu lesen, denn Orhan Parmuk schreibt sehr ausführlich, geradezu ausschweifend, kommt oft nicht zum Punkt, einiges wiederholt sich, manches erscheint mir wenig nachvollziehbar, dann wieder kommen Passagen, die mich doch fesseln und zum Weiterlesen bringen. In der Mitte des Buches kommt sogar so etwas wie Spannung auf, es wird geschossen, Menschen sterben, es gibt eine Revolution, leider hält diese Spannung nicht lange an.

    Leider blieben mir alle Charaktere seltsam fremd, fast schienen sie Stereotypen und keine echten Menschen zu sein. Die gesellschaftlichen Probleme nehmen den größten Teil der Handlung ein, die Liebesgeschichte wirkt daneben fast schon störend, etwas interessanter sind da schon die Selbstfindungsprobleme Kas. Nicht Ka ist der – oft vorgreifende – Erzähler, sondern Pamuk selbst, der einige Jahre nach den Ereignissen auf Kas Spuren wandelt, Ka persönlich gekannt haben will und nun die Geschehnisse aufzeichnet. Gut gefallen hat mir der Humor, der immer wieder zu erkennen ist, leider hat auch er die Geschichte nicht gerettet.

    Die Geschichte selbst ist eigentlich interessant und spannend, leider nimmt die Erzählweise nahezu jegliche Spannung und dem Leser auch ein gut Teil Lesefreude. Ich vergebe daher nur 2,5 Sterne, die ich nicht aufrunden möchte. Empfehlen kann ich den Roman nicht, obwohl es sicher Leser geben wird, die ihn gerne lesen.

  16. Cover des Buches Der große PLOETZ (ISBN: 9783869414195)

    Der große PLOETZ

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  17. Cover des Buches Die Disteln brennen (ISBN: 9783293207851)
    Yaşar Kemal

    Die Disteln brennen

     (12)
    Aktuelle Rezension von: Marco
    „Brennende Disteln“ ist der zweite Roman von Yassar Kemals Memed-Trilogie. Drei Bücher über das Leben eines Rebellen und Freiheitskämpfer. Jeder Teil ist einzeln ohne Brüche lesbar, jedes Buch ist ein eigenes Leseereignis. Schnell wird man in die eigene Welt der Bauern, Beys und Rebellen gezogen. Die Menschen bekommen Konturen, die Landschaften entfalten Reize, Geräusche und Gerüche. Kemal ist ein Romantiker, der die bunten leuchtenden Farben liebt. Mit ihnen malt er Leidenschaft, Leid und nahezu alle anderen Facetten des Lebens. Seine Naturbeschreibungen sind opulent, sie künden von der Liebe des Autors zu seiner Heimat. Manch Beschreibung scheint zu dick aufgetragen, zu grell, so dass die Handlung in den Hintergrund gerät. Einige charakteristischen Züge der Romanfiguren sind überzeichnet. Zu viele Protagonisten wiederholen ihre bedeutungsschwangeren Sätze und Gedanken. Wenn man sich von alledem nicht ablenken lässt oder diesen Stil sogar genießen kann, dann bekommt man vergnügliche Lesestunden geliefert Im Mittelpunkt des Romans steht Memed Ince, ein kleiner schmächtiger Mann. Memed wird durch den Mord eines Tyrannen zu einem geächteten, verfolgtem Verbrecher, aber auch zu dem verehrten, rebellischen Helden. Genau in diesem Spannungsverhältnis flüchtet Memed von Versteck zu Versteck. Er grübelt über die Folgen seiner Tat, die zwar den Tyrann beseitigt hat, an dessen Stelle aber noch ein größerer Tyrann getreten ist. Lohnt sich der Kampf der Obrigkeit, welche die Menschen ausbeutet? Ist er wirklich der Held, der Befreier, den viele Bauern in ihm sehen? Während Memed in einem tiefen Gewissenskonflikt gerissen wird, wird die Situation der Menschen immer schlechter. Ein einflussreicher Bey beansprucht das Land für sich und will die Bauern vertreiben. Die Lage spitzt sich zu und alle fragen sich, ob der Retter Memed endlich wieder handeln wird. Gleich zu Beginn des Romans erschafft Kemal dem Leser die Landschaft, in der die Handlung ihren Lauf nimmt (Leseprobe): „Im Süden der Anavarza-Ebene fließt der Ceyhan. Schnurgerade bahnt er seinen Weg ohne größere Windungen hinüber zu den Felsen von Anavarza. An manchen Orten haben seine Wasser den Boden tief ausgehöhlt. Das ausgewaschene Erdreich stürzt von Zeit zu Zeit ein und versinkt mit lauten Donnern in den Fluten. Da und dort öffnen sich Abgründe, so steil, als hätte man sie mit dem Schwert eingekerbt, Zeichen ständiger Einbrüche, Klüfte mit gezackten Rändern, die zur Wasserseite hin abfallen und am Flussufer kleine Sandbuchten bilden.“
  18. Cover des Buches Memed mein Falke (ISBN: 9783293208117)
    Yaşar Kemal

    Memed mein Falke

     (33)
    Aktuelle Rezension von: ekoepping
    Ich konnte es kaum aus der Hand legen. Wie ironisch, dass Kemal den höchsten Kulturpreis der Türkei im Jahr 2008 ausgerechnet in Anwesenheit von Recep Tayyip Erdoğan erhalten hat... Aber vielleicht ist auch das Anlass zu Hoffnung: dass der Widerstand gegen das Unrechtsregime dort weiter blüht und gedeiht.
  19. Cover des Buches Vor 12000 Jahren in Anatolien. Die ältesten Monumente der Menschheit (ISBN: 9783806220728)
    Badisches Landesmuseum Karlsruhe

    Vor 12000 Jahren in Anatolien. Die ältesten Monumente der Menschheit

     (3)
    Aktuelle Rezension von: wolfschwerdt
    Viele der im Begleitbuch zur Ausstellung „Vor 12000 Jahren in Anatolien – Die ältesten Monumente der Menschheit“ dargestellten Ausgrabungsorte sind in der Fachwelt naturgemäß nicht mehr ganz neu, immerhin wird in der Region, die inzwischen als Wiege der vorderasiatisch- europäischen Kultur erkannt worden ist, bereits seit rund 50 Jahren gegraben. Dem Leser allerdings eröffnet sich allein aufgrund der Zahl der bis heute neu entdeckten uralten Siedlungen im sogenannten fruchtbaren Halbmond Vorderasiens im Allgemeinen und im sogenannten Goldenen Dreieck dieser Region im Besonderen eine ganz neue historische Welt. Im Vergleich zu den neolithischen Großsiedlungen Anatoliens wie beispielsweise das gut 8000 Jahre alte Catal Höyük, sind die sogenannten ersten Zivilisationen Mesopotamiens mit rund 6000 Jahren recht jung. Selbst auf Ägyptens Pyramiden können die bis zu 12000 Jahre alten anatolischen Monumentalbauten nach dem Muster der gewaltigen Tempelanlagen von Göbekli Tepe historisch gesehen noch gelassen herabschauen. Aber nicht das Alter der ältesten Monumente der Menschheit an sich ist das Aufregende an der Geschichte, die auch die Fachleute bis heute erst ansatzweise verstanden haben. Es sind vielmehr die neuen Erkenntnisse, die sich immer mehr zu einer völligen Neubewertung des Prozesses der Sesshaftwerdung des Menschen und der Ausbreitung und des Charakters der neolithischen Revolution verdichten. Mit dem Buch „die ältesten Monumente der Menschheit“ erhält der Leser eine umfassende Übersicht über 50 Jahre Grabungen und Entdeckungen in Anatolien, über die Interpretation der Funde, deren Diskussionen in der Fachwelt und nicht zuletzt über die Konsequenzen für die traditionellen kulturgeschichtlichen Sichtweisen. Galten für das Neolithikum noch vor wenigen Jahrzehnten recht klar umrissene Kriterien, wie Sesshaftigkeit, Ackerbau und Viehzucht und daraus resultierend Keramik und Kultstätten, so zeichnen die Autoren des Buches vor „12.000 Jahren in Anatolien“ ein ganz anderes Bild. Da findet man plötzlich das akeramische Neolithikum, das Pre-Pottery-Neolithic, also das vorkeramische Neolithikum A und B, was bedeutet, dass es sesshafte jungsteinzeitliche Gesellschaften gab, die eben kein oder noch kein keramisches Handwerk entwickelt hatten. Da stellt sich heraus, dass die gewaltige Kultanlage Göbekli Tepe, die noch immer nicht vollständig ausgegraben ist und deren Artefakte noch ganz am Anfang ihrer Interpretation und ihres Verständnisses stehen, von einer neolithischen Jäger- und Sammlerkultur errichtet worden war. Und man erfährt in dem Ausstellungsband „die Ältesten Monumente der Menschheit“, dass bereits vor rund 12.000 Jahren zwar noch keine Schrift, aber bereits eine Art Bildersprache entwickelt worden war. Die erste sensationelle Entdeckung, das seit den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts ergrabene rund 8000 Jahre alte Catal Höyük und die seit den achtziger Jahren ergrabene einzigartige Tempelanlage Göbekli Tepe bilden die inhaltlichen Eckpfeiler des Ausstellungsbandes, dessen inhaltlicher Umfang an dieser Stelle nicht einmal annähernd beschrieben werden kann. Immerhin stellt „die ältesten Monumente der Menschheit“ eine für Laien und Fachleute gleichermaßen einzigartige Zusammenfassung wohl so ziemlich aller bislang vorhandener Erkenntnisse zur Neolithischen Revolution und deren Ausbreitung von Anatolien über den Mittelmeerraum, den Balkan bis nach Westeuropa dar. Faszinierend auch, wie sich nun durch die fundbezogene Neubewertung des Prozesses der neolithischen Revolution anstelle der bislang registrierten scheinbaren kulturellen Einheitlichkeit der neolithischen Gesellschaften eine erstaunliche regionale Differenzierung erkennen lässt. Das Buch “vor 12.000 Jahren in Anatolien” lässt kaum einen Aspekt zum Thema aus. So geht es nicht nur um die Darstellung der Funde, Fundorte, zeitlichen und kulturellen Zusammenhänge, um Wandmalereien und Totenkult sondern auch um den Naturraum in Anatolien und dem Zusammenspiel von Klima, Umwelt und Ressourcen, um Kleinkunst und Großplastik, um Obsidian und frühe Kupferverarbeitung, Korbfechterei und natürlich Keramikproduktion. 400 Seiten darf sich der interessierte Leser von „vor 12.000 Jahren in Anatolien“ einverleiben, nur nicht zu schnell. Die Texte sind nicht immer ganz einfach zu lesen, gelegentlich ähneln sie eher einer archäologischen Dokumentation denn einer populärwissenschaftlichen Publikation. Und natürlich ist auch für den in diesem Bereich vorgebildeten Laien wirklich vieles neu, muss man doch ab und zu sein altes Wissen über den Haufen werfen. Das dürfte aber auch dem einen oder anderen Wissenschaftler so ergehen. Dafür aber ist das Buch mit hervorragenden und anschaulichen Fotos und vor allem mit Tabellen, Grafiken und Landkarten ausgestattet, die die Orientierung ein wenig erleichtern. Wenn man sich daran gewöhnt hat, dass das jeweils aktuelle Kapitel immer wieder von Seiten, die einen der vielen Ausgrabungsorte der gerade behandelten Region vorstellen, unterbrochen wird, dann beginnt man zu begreifen, warum die Ausstellungs- und Buchmacher so stolz von einem exklusiven und einzigartigen Werk sprechen.
  20. Cover des Buches Die zitternde Welt (ISBN: 9783709981122)
    Tanja Paar

    Die zitternde Welt

     (82)
    Aktuelle Rezension von: Mary233

    Maria verlässt 1896 hochschwanger ihre österreichische Heimat, um mit ihrem Geliebten Wilhelm ein neues Leben zu beginnen. Wilhelm ist Ingenieur und am Bau der Bagdadbahn in Anatolien beteiligt.
    Maria und Wilhelms Kinder werden allesamt im Osmanischen Reich geboren, ihre Muttersprache ist türkisch, die Familie lebt glücklich im Wohlstand.
    Doch dann zerstört der Erste Weltkrieg das Glück der Familie: Wilhelm kehrt mit Frau und Tochter nach Österreich zurück und zieht in den Krieg. Auch die beiden Söhne werden eingezogen, einer davon gilt später als verschollen. Die Familie zerfällt und verliert ihre Heimat. Die Welt zittert...
    Der Schreibstil von Tanja Paar gefällt mir sehr gut. Die Autorin versteht es, Charakterzüge einzelner Personen detailgetreu auszuarbeiten, Gefühle werden authentisch übermittelt, man kann sich in die Gedankenwelt der Protagonisten hineinversetzen. Auch die historischen Begebenheiten sind gut recherchiert worden, man erfährt einiges über den Bau der Bagdadbahn sowie über die Türkei und die dortige Kultur.
    Das Buch hat mich unterhalten, ich werde noch weitere Romane von Tanja Paar lesen und empfehle dieses Buch gerne weiter!

  21. Cover des Buches Türkei verstehen (ISBN: 9783608962017)
    Gerhard Schweizer

    Türkei verstehen

     (5)
    Aktuelle Rezension von: nicekingandqueen

    "Türkei verstehen" ist nach "Die Türkei" aus dem Jahr 2008 Schweizers zweites Buch über die Türkei. Daher gibt es wirklich sehr viele Parallelen. Teilweise liest sich das Buch wie eine Wiederholung. Schade. Wenn er bei diesem Buch sich mehr ausschließlich auf die neuen Erschließungen in den Jahren zwischen 2008, dem Erscheinen seines ersten Buchs über die Türkei bis 2016 fokussiert hätte, wäre das sicherlich besser gewesen - für den Leser, der sich bei dem zweiten Buch ein wenig irritiert fühlt, da er fast alles schon aus dem ersten Buch kennt, als auch für die Umwelt, da umsonst Bäume gefällt werden mussten.

    Sollten Sie dagegen das erste Buch nicht kennen, so empfehle ich ausschließlich dieses Buch zu kaufen.

  22. Cover des Buches Einmal Hans mit scharfer Soße (ISBN: 9783641151560)
    Hatice Akyün

    Einmal Hans mit scharfer Soße

     (77)
    Aktuelle Rezension von: Leserin_Buchfan

    Es war wundervoll, so erzählt, als erlebe man es selbst. Die Einblicke in eine türkische Familie zu erhalten, war sehr spannend.

    Mich hat das Buch überzeugt und es bekommt 5 Sterne. Toll!!!

  23. Cover des Buches Guten Morgen, Abendland (ISBN: 9783404606771)
    Nazan Eckes

    Guten Morgen, Abendland

     (11)
    Aktuelle Rezension von: Henri3tt3
    Dieses Buch wäre fast an meiner 10%-Hürde gescheitert, aber ich habe dann doch weitergelesen und bin sehr froh darüber. Nazan Eckes hat die Geschichte ihrer Familie, ihr Leben zwischen zwei Kulturen und ihre Gedanken zum Thema Integration aufgeschrieben. Das Buch ist literarisch und sprachlich zwar kein großer Wurf, aber die Berichte ihrer Eltern, wie sie damals in den 60er/70er Jahren nach Deutschland kamen, sind sehr berührend und wenn man sie gelesen hat, sieht man die Geschichte der Gastarbeiter in Deutschland mit ganz anderen Augen als vorher. Ich hatte zwar schon Bücher wie "Ganz unten" von Günter Wallraff, "Einmal Hans mit scharfer Soße" und "Ali zum Dessert" von Hatice Akyün gelesen und Filme wie z.B. "Almanya - Willkommen in Deutschland" gesehen, ich war sogar mal zwei Jahre lang mit einem Sohn griechischer Gastarbeiter zusammen und habe viel über seine Familie und deren Geschichte erfahren, aber den größten Eindruck hat diesbezüglich "Guten Morgen, Abendland" bei mir hinterlassen.
    Die Geschichte der Gastarbeiter in Deutschlad ist ein Stück deutscher Geschichte und ich finde, man sollte sich nicht nur für die Weimarer Republik, die Nazizeit, den kalten Krieg und den Mauerfall interessieren, wenn man in Deutschland lebt, sondern auch dafür, wie es für Menschen aus anderen Ländern und Kulturen ist, hier zu leben.
    Was ich weniger gut fand: Das Buch holpert dramaturgisch oft und Spannungsbögen verlaufen plötzlich im Sand. Einige Dinge finde ich unlogisch, z.B. wenn Mesut Özil im Interview einerseits betont, dass er bereits in dritter Generation in Deutschland lebt, aber andererseits erzählt, wie seine Eltern damals als Gastarbeiter nach Deutschland kamen, aber da bin ich leider sehr pingelig (preußische Wurzeln lassen sich auch nicht so leicht verleugnen) und andere können bestimmt gut darüber hinweg lesen.
    An manchen Stellen fragte ich mich auch, warum Unterschiede zwischen damals und heute so oft mit Unterschieden zwischen den Kulturen verwechselt werden. Die Menschen in den 60er Jahren in Deutschland haben sich fast alle immer korrekt angezogen. Es war für Erwachsene einfach nicht üblich, in der Öffentlichkeit Jeans und T-Shirt zu tragen, ganz zu schweigen von Jogginghosen oder Leggings. Man trug als Mann einen Anzug mit Hemd, die Frauen Rock und Bluse oder ein Kleid. Und es wurde auch in deutschen Haushalten auch immer richtig gekocht, Fertiggerichte gab es meines Wissens noch gar nicht. Wenn Nazan Eckes aber meint, dass das ein bemerkenswerter Unterschied zwischen Türken und Deutschen war, frage ich mich, ob das dem Lektorat nicht auffällt?

    Fazit: Ein mäßiger Anfang, ein sehr berührender Mittelteil und am Ende ein wunderbar mitreißendes Plädoyer für kulturelle Vielfalt, Völkerverständigung und Integration. Auf jeden Fall lesenswert!
  24. Cover des Buches Peter von Woinovich: Alle Schätze der Welt (ISBN: B002AFLFOI)

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