Bücher mit dem Tag "anders sein"
79 Bücher
- Jay Asher
Tote Mädchen lügen nicht
(5.005)Aktuelle Rezension von: jaspermoIch wusste, worum es geht, und war trotzdem nicht vorbereitet auf das, was dieses Buch mit mir gemacht hat. Tote Mädchen lügen nicht erzählt keine leichte Geschichte. Hannah ist tot, und was bleibt, sind ihre Kassetten. Auf ihnen spricht sie über die Menschen, die sie Stück für Stück an den Punkt gebracht haben, an dem sie keinen Ausweg mehr gesehen hat.
Clay, der die Kassetten hört, ist einer davon. Er versucht zu verstehen, warum sein Name darauf steht, und während er durch die Nacht läuft und hört, was Hannah erzählt, begreift man, wie viele kleine Verletzungen sich zu etwas Unumkehrbarem summieren können. Diese Struktur – ihre Stimme und seine Reaktionen – ist das, was das Buch so eindringlich macht.
Was mich am meisten getroffen hat, war, wie alltäglich alles wirkt. Kein großer Skandal, keine spektakuläre Wendung, nur Situationen, die jeder kennt: Lügen, Gerüchte, Gleichgültigkeit. Genau das macht es so glaubwürdig und schmerzhaft.
Jay Asher schreibt schlicht, ohne jede Übertreibung. Kein Wort zu viel, keine Dramatisierung, und gerade dadurch kommt alles näher. Ich musste mehrmals Pausen machen, weil die Gedanken von Hannah so direkt und ehrlich sind, dass man sie nicht einfach weglesen kann.
Am Ende bleibt ein Gefühl von Leere und Nachdenken. Man fragt sich, wie oft man selbst weggeschaut hat oder wie wenig Worte gebraucht hätten, um etwas zu ändern.
Für mich ein Pflichtbuch, das jeder einmal gelesen haben sollte.
- Joanne K. Rowling
Harry Potter und das verwunschene Kind. Teil eins und zwei (Deutsche Bühnenfassung) (Harry Potter)
(2.084)Aktuelle Rezension von: AmisbuchigeWeltmöchte sich Harrys Sohn , Album Severus Potter , beweisen. Der junge Slytherin möchte mit seinem bester Freund Scorpius Malfoy Cedric Digorry zurückbringen. Doch was passiert wenn die Vergangenheit geändert wird ?
Mir hat das Buch gefallen , obwohl der Schreibstil etwas anstrengend ist .
Ich fand es schön zu sehen das ein Potter mit einem Malfoy so gut befreundet ist das er sich selbst geopfert hätte .
Die Storyline ansich war gut und hat meines Erachtens Sinn ergeben. Das Gefühl von wenig Wert , dass Albus zeigt , kann man gut spüren . Man leidet förmlich mit dem Jungen mit. Es war cool die parallel Welten zu sehen die entstandenen sind . Alles in allem ein gutes Ende der Reihe.
Reminder: Ich unterstütze in keiner Sicht J.K.Rowlings Ansichten . Da ich alle Bände zuhause hatte hab ich sie trotzdem gelesen. Falls ihr sie nicht besitzt kauft sie lieber Gebraucht , da diese Frau leider höchst problematisch ist.
- Graeme Simsion
Das Rosie Projekt
(1.474)Aktuelle Rezension von: Brina_10Don Tillmann weiß, das soziale Interaktion nicht sein Fachgebiet ist. Als Professor und Forscher, der Umgang mit Analysen und rationalen Gedanken hingegen schon. Was liegt also näher als einen Fragebogen zu erstellen? Einen Fragebogen, um die perfekte Ehefrau zu finden? Don ist begeistert von seiner Idee und weiß, das sie erfolgreich sein kann. Doch dann trifft er Rosie. Rosie, die alle Fragen sprengt und sich einfach nicht um den Fragebogen schert, weil sie ein ganz anderes Ziel hat: Ihren leiblichen Vater zu finden.
Dieses Buch hat mich wirklich überrascht. Es war erfrischend und einfach mal etwas total anderes. Und auch, wenn Don stellenweise echt anstrengend war, war es genau diese überzogene Darstellung, die das Buch für mich so einzigartig gemacht hat.
Don und Rosie verfolgen ein gemeinsames geheimes Projekt. Und auch hier ist die Darstellung total überzogen und wahrscheinlich wenig realistisch. Aber genau das, macht es so einfach, sich auf das Buch einzulassen. Es besticht durch seinen trockenen Humor und einzigartige Charaktere.
Das Buch vereint sämtliche Klischees und regt genau deshalb dazu an, nachzudenken. Seine eigene Einstellung zu hinterfragen, andere Perspektiven einzunehmen und die Geschichte einfach auf sich wirken zu lassen. Irgendwie kann sich sicher jeder in diesem Buch ein stückweit wiederfinden und das macht es so einfach, das Buch zu mögen.
Ich habe den Schreibstil, den Humor, die Protagonisten und alles andere an dem Buch einfach sehr gemocht und freue mich schon total auf die anderen Bände.
- Cassandra Clare
Magisterium - Das 1. Jahr
(1.105)Aktuelle Rezension von: MayaBIch wurde von diesem Buch sehr positiv überrascht und das nicht zuletzt, weil wir tatsächlich einen Helden bekommen, der mit einer Behinderung aufwächst und dessen eines Bein praktisch seit seiner Geburt nicht ganz mitmacht. Ich weiß gar nicht warum, aber tatsächlich habe ich damit so gar nicht gerechnet. Es gab leider auch eine Andeutung, dass das mit Magie geheilt werden könnte, was ich persönlich wirklich nicht ideal fände, wenn es passieren würde, aber bisher war nichts dergleichen der Fall, und mir gefiel sehr gut, wie Call mit seiner Behinderung umgeht, bzw. dass diese in der Geschichte nie vergessen wird, sondern sie sich tatsächlich wirklich wie ein Teil von Call anfühlt.
Auch abgesehen davon war ich durchaus positiv angetan. Die Welt kam mir durchaus spannend vor, das Schulsetting und die Magie wirkten auf mich ziemlich liebevoll gestaltet (wenn auch sehr weich, was die Magie angeht, sodass ich gar nicht einschätzen kann, was alles mit Magie gelöst werden kann und sie sich durchaus etwas übermächtig anfühlt), die Figuren waren vielleicht etwas vorhersehbar, aber trotzdem liebenswert und hatten alle irgendwie ihr eigenes Ding, und insgesamt ließ sich das Buch einfach sehr schnell lesen und hat mich super unterhalten.
Etwas schade fand ich den eher vorhersehbaren Plottwist, oder dass Call sich manchmal so anfühlte, als würde er sich eher beliebig verhalten, und er ungerne seine Grenzen akzeptiert, was ich einerseits nett finde, andererseits grenzt es für mich auch an Dummheit, wenn er es doch eigentlich besser wissen sollte. Ebenfalls fühlte sich der zeitliche Ablauf manchmal willkürlich an, bzw. werden einige Dinge erst eingeleitet, wenn sie bereits gebraucht werden, sodass ich nicht immer das Gefühl hatte, dass tatsächlich Zeit vergehen würde, sondern manchmal war es eher ein "von einem Ereignis zum nächsten springen".
Alles in allem war die Geschichte aber dennoch unterhaltsam, die Welt hat mir durchaus gefallen, und die Figuren (besonders Mordo) waren schon cool, weshalb ich die Reihe auch gerne weiterlesen werde. - Tanja Wenz
Die kleinen Sterne leuchten immer - Briefe einer Sternenkindmutter
(29)Aktuelle Rezension von: Tanja_WenzEin Alptraum, wenn man in der Schwangerschaft erfährt, dass das ungeborene Kind nicht lebensfähig sein wird. Wie reagiert man? Abtreiben oder das Kind weitertragen? Liebe als Lösung kann nur richtig sein... - Anne Freytag
Den Mund voll ungesagter Dinge
(692)Aktuelle Rezension von: downey_jr"Und ich gebe es ja nur sehr ungern zu, weil es so traurig und langweilig ist, aber irgendwie ist normal zu sein auch beruhigend. Weil man kein einzelner Fisch, sondern Teil eines riesigen Schwarms ist. Weil man Deckung und Schutz in der Masse findet. Weil man weiß, dass man nicht allein ist."
Das Leben der 17jährigen Sophie war von Anfang an nicht einfach: Ihre Mutter verließ sie gleich nach ihrer Geburt und sie wuchs alleine bei ihrem Vater Christian in Hamburg auf. Ihr bester Freund Lukas, mit dem sie von klein auf unzertrennlich war, ist zu seiner Freundin nach Frankreich gezogen, um dort sein Abitur zu machen.
Sophie selbst war noch nie richtig verliebt, obwohl sie schon was mit dem einen oder anderen Jungen hatte.
Als ihre Vater eine ernsthafte Beziehung eingeht, muss Sophie gegen ihren Willen zu Lena und ihren Söhne Leon und Valentin nach München ziehen.
Sophie ist fest entschlossen, Lena und ihre Söhne nicht zu mögen, doch Lena ist so ganz das Gegenteil einer "typischen" Stiefmutter.
Und dann ist da noch das Nachbarsmädchen Alex, von der Sophie gleich fasziniert ist.
Das Leben in der neuen Stadt ist besser, als Sophie erwartet hätte, doch ein unerwarteter Kuss bringt alles durcheinander...
Anne Freytags Erzählstil hat mir auch bei diesem Jugendbuch sehr gut gefallen. Sophies Verhalten konnte ich (vor allem Jungs gegenüber) nicht immer nachempfinden oder gut finden, ihre Selbstzweifel und Ängste kamen jedoch sehr gut rüber.
Besonders liebenswert fand ich die Charaktere von Leon und Lena. Auch Alex fand ich recht authentisch getroffen, und einen besten Freund wie Lukas hätten wohl viele Mädchen gerne.
Schön ist, dass Anne Freytag nicht explizit die sexuelle Orientierung hervorhebt, sondern das Gefühl, geliebt zu werden und zu lieben.
Die stets treffend formulierten Kapitelüberschriften sowie die am Ende des Buchs aufgeführte Playlist sind schon typisch für Anne Freytag und gefallen mir richtig gut.
Ein sehr schöner, emotionaler Coming-of-Age-Roman (nicht nur) für Jugendliche.
- Martin Baltscheit
Besuch Aus Tralien
(22)Aktuelle Rezension von: Fernweh_nach_ZamonienInhalt:
Austauschschüler Dave stellt das Leben seiner Gasteltern gehörig auf den Kopf:
Der Australier spricht nur ein einziges Wort, verschlingt ein ganzes Huhn mit nur einem Haps und schläft im Gartenteich ...
Irgendetwas stimmt doch mit dem Jungen nicht?!?
Die Gasteltern versuchen alles erdenklich Mögliche, um ihn in die Familie zu integrieren.
Altersempfehlung:
Vorlesen bzw. gemeinsames Lesen etwa ab 8 Jahre
zum Selberlesen etwa ab 10 Jahre
(große, teilweise farbige Schrift, Flattersatz, kurze Kapitel, englische Sätze, hoher Bildanteil)
Illustrationen:
Zahlreiche farbenfrohe Illustrationen ergänzen die Geschichte. Manche hiervon nehmen sogar eine ganze (Doppel-)Seite ein.
Durch geschicktes Spiel mit Farben und Helligkeit erzeugen die Zeichnungen eine ausgelassene und fröhliche Stimmung, aber auch eine gefährliche und düstere Atmosphäre.
Mein Eindruck:
Mit viel Humor wird die Geschichte erzählt. Ganz besonders der mysteriöse Austauschschüler fasziniert. Während die Gasteltern ziemlich lange auf dem Schlauch stehen, ist kleinen Leser:innen schnell klar, dass Dave ein Krokodil ist.
Noch dazu ist er ein gemütlicher und ruhiger Zeitgenosse. Bis auf "Koi" kommt ihm kein einziges Wort über die Lippen. Dafür erhält der Lesende Einblick in seine Gedanken. Diese Passagen sind in grüner Schrift verfasst. So erlebt man nicht nur die Fragen der Gasteltern, sondern auch Daves Verwirrung. Denn auch das Verhalten und die Lebensweise der Deutschen wirken auf ihn mehr als befremdlich. Einzig das Baby in der Familie nimmt Dave so wie er ist und nennt ihn liebevoll "Bokodil".
Während Dave in Deutschland ist, verbringt Piet, der Sohn der Gasteltern, die Zeit bei Daves Familie in Australien. Auch wenn man hiervon nur am Rande etwas mitbekommt, gelingt dem aufgeschlossenen Jungen die Integration dort deutlich besser.
Insgesamt eine interessante Erzählung, die auch erwachsene Vorleser:innen zum Nachdenken bringt.
Man muss sich auf das Fremde einlassen und vielleicht selbst ein wenig wie das Gegenüber werden, um es zu verstehen.
"Unser Planet ist das Lebewesen. Die blaue Erde. Wir sind nicht Fisch, nicht Blume, Krokodil oder Mensch, wir alle zusammen sind das Leben auf dieser Erde." (Piet, vgl. S. 118)
Wie von Martin-Baltscheit-Büchern gewohnt, richtet sich das Abenteuer zwar an junge Lesende, beschert aber auch großen Vorleser:innen ein paar Aha-Momente. Auch "Besuch aus Tralien" ist vielschichtig: unterhaltsam und lehrreich zugleich und obendrein mit einer guten Portion Spannung, denn nicht alle möchten Dave zum Freund. Ein sonderbarer Nachbar hat mit dem Krokodil ganz eigene Pläne.
Leider hat die Geschichte etwas gebraucht, um in Fahrt zu kommen lange Zeit wurde gerätselt, wohin die Reise überhaupt geht. Zuhörer:innen in der vom Verlag empfohlenen Altersgruppe hätten die Lektüre am liebsten abgebrochen. Außerdem wirken die namenlosen Gasteltern sehr angestrengt und gefühlskalt, so dass man selbst mit der Familie nicht recht warm wird.
Für diesen anspruchsvollen Lesespaß zum Schmunzeln, Nachdenken und Philosophieren vergeben wir 3 von 5 Kois.
Fazit:
Themen wie Vorurteile, Toleranz und Integration verpackt in eine witzige und lehrreiche Erzählung, die deutlich macht, dass wir alle unterschiedlich und doch irgendwie gleich sind.
Ein unterhaltsames Abenteuer gegen die Angst vor dem Unbekannten. Aufgrund vieler Botschaften zwischen den Zeilen jedoch für die angegebene Zielgruppe (an 6 Jahre) noch nicht geeignet. Eher ab 10 Jahre.
Farbenfrohe Illustrationen ergänzen die Geschichte und erwecken die Charakteren zum Leben.
...
Rezensiertes Buch: "Besuch aus Tralien" aus dem Jahr 2017
- Andreas Steinhöfel
Die Mitte der Welt
(721)Aktuelle Rezension von: Fynn_AugustusMir hat es wirklich super gefallen, da das Thema Sexualität und vor allem sexuelle Orientierung normal behandelt werden, wie es eben sein sollte. Ich finde die Charaktere spannend, nach und nach taucht man in die Welt der verschiedenen Charaktere ein, man lernt sie alle kennen und lieben. Der Hauptcharakter und Ich-Erzähler legt eine tolle emotionale Entwicklung hin. Diese Selbstfindung ist toll 😊 und auch bei einem Buch schön mit anzusehen. Man fühlt mit!
- Jennifer Niven
Stell dir vor, dass ich dich liebe
(326)Aktuelle Rezension von: Kitty_CatinaNachdem ich vor ein paar Jahren schon so gar nicht in „All die verdammt perfekten Tage“, einem weiteren Roman von Jennifer Niven, hineinfinden konnte, war ich etwas skeptisch, was diesen hier anbelangt, muss aber sagen, dass ich wirklich positiv überrascht wurde, denn er konnte mich tatsächlich auf gewisse Weise in seinen Bann ziehen.
Durch die sehr kurzen, aber prägnanten Kapitel, fiel es mir wirklich leicht, in die Geschichte hineinzufinden und bei der Sache zu bleiben. Überhaupt ließ sich das Buch richtig schnell und flüssig lesen, was nicht nur an der Kürze der Kapitel lag, sondern auch am guten und flüssigen Schreibstil der Autorin. Ebenso hat sie ein riesiges Talent, das Setting, die Charaktere und deren Gefühle zu beschreiben.
Dabei fand ich die beiden Protagonisten sehr interessant, wie sie sich weiterentwickeln und schlussendlich zueinanderfinden. Beide haben eine gewisse Last zu tragen und alle zwei sind richtig gut geschrieben, vor allem aber Libby, die zwar innerlich sehr unsicher ist und mit den Dämonen ihrer Vergangenheit und auch ein Stück weit der Gegenwart zu kämpfen hat, aber dennoch wahnsinnig schlagfertig ist und sich nichts bieten lässt. Für mich ist sie ein sehr starker und liebenswerter Mensch, selbst wenn sie selbst eine Weile braucht, um das zu begreifen. Im Gegensatz dazu wirkt Jack, obwohl er beliebt ist, gut aussieht und mit dem scheinbar coolsten Mädchen der Schule zusammen ist, sehr unsicher. Er versteckt sein Problem und versucht allein damit klar zu werden. Als beide aufeinandertreffen und sich näher kennenlernen, können sie sich gegenseitig helfen, wobei auch hier wieder Libby eher die treibende Kraft ist.
Schön fand ich auch, wie gut sich die Autorin informiert hat. Obwohl ich vorher nicht viel über Gesichtsblindheit wusste, habe ich in diesem Buch noch viel darüber gelernt. Ebenso über die Folgen und Probleme, die damit einhergehen. Dennoch konnte ich mir nicht so recht vorstellen, wie Jack es so lange geheim halten konnte. Ebenso fand ich die Problematik von Libbys Übergewicht etwas zu überdramatisiert. Gut, bis zu dem Part, als sie das dickste Mädchen Amerikas war, fand ich das Interesse daran noch nachvollziehbar und auch, dass sie danach noch als dieses abgestempelt wird. Dennoch gibt es in Amerika so viele übergewichtige Menschen, dass sie in ihre Schule nicht so herausstechen sollte, wie sie es tut.
Trotzdem mochte ich die Geschichte wirklich gern, konnte beide Protagonisten richtig gut leiden und habe sie auch gern dabei begleitet, zu sich zu finden und auch zueinander. Ich habe Libby wirklich für ihre Schlagfertigkeit gefeiert und Jack mochte ich, weil er einen guten, sanften Charakter hat. Beide zusammen ergeben ein gutes Team. Und selbst, wenn mir am Ende das gewisse Etwas noch gefehlt hat, würde ich das Buch uneingeschränkt weiterempfehlen, denn es ist süß, kurzweilig und stellenweise sogar richtig tiefgründig.
- John Irving
Zirkuskind
(253)Aktuelle Rezension von: dunkelbuchDr. Daruwalla ist ein in Bombay (Mumbai) geborener Orthopäde, der mit seiner Österreichischen Frau in Toronto lebt. Doch immer wieder kehrt er in sein Geburtsland zurück, vornehmlich um den chondrodystrophen Zirkuszwergen Blut abzunehmen. Eines seiner Hobbys ist neben dem Drehbuchschreiben, die Genetik. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Gen zu finden, das verantwortlich ist für diese Art von Minderwuchs. Doch sein diesjähriger Aufenthalt wird überschattet von Morden, die in die Vergangenheit des Doktors zurückführen, dem Auftauchen eines Missionars und einer dildoschwingenden Amerikanerin.
Wirklich lesenswert wird das Buch durch aberwitzige Situationskomik. Man Denke an Martin M. im WC im Club, die Verwechslungen von John D. und Martin M., die Geschichte mit dem Wunder an Dr. Daruwalla, die Szenen mit dem Dildo am Zoll und viele andere mehr. Diese Szenen sind für mich das Salz in der reichlichen Irving Suppe.
- Robin Wasserman
Skinned
(315)Aktuelle Rezension von: shinyJulieLia Kahn ist das coole Mädchen, dass von jedem bewundert wird. Bis zu dem Tag ihrer Unfalls. Danach ist sie nicht mehr beliebt, sie ist nicht einmal mehr ein Mensch, sondern nur noch eine Maschine mit den Erinnerungen ihres alten Lebens.
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Die dystopische Welt, in der Lia lebt und die von einem übermäßigen Technikkonsum geprägt ist, wird Schritt für Schritt dargestellt, so dass sich einem immer wieder neue Möglichkeiten offenbaren und man gut mitkommt. Gerade der riesige Unterschied zwischen dieser Welt und der unseren macht das Buch total interessant. Leider waren mir sämtliche Charaktere total unsympathisch, sowohl Lia und ihre Familie und Freunde, als auch nur kurz auftauchende Nebencharaktere, die eigentlich keine große Rolle inne haben. Trotzdem konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen, da mich die Geschichte gefesselt hat und ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. Lias Schicksal will man nicht verpassen. - Leila Sales
This Song Will Save Your Life
(198)Aktuelle Rezension von: MommeetsbooksDas Buch zeigt einem wie schwierig es ist als Jugendlicher sich selbst zu finden und man auch echt schwere Zeiten durch machen muss . Leider hatte ich meine Probleme mit dem Schreibstil und habe erst nach 2/3 so richtig ins Buch reingefunden Davor hat mir der „ Sogfaktor“ gefehlt . Vielleicht lag es auch daran , dass ich keine Verbindung zu Elise aufbauen konnte .
Aber trotzdem kann ich es empfehlen, vorallem Jugendlichen . - Gunnar Kaiser
Unter der Haut
(44)Aktuelle Rezension von: dunkelbuchEin geheimnisvoller Mann, Josef Eisenstein, ist Mäzen und Verführer, nicht im sexuellen, sondern ideologischen Sinne. Eines jungen Mannes. Jonathan Rosen. Zusammen gabeln sie junge Mädels auf. Jonathan beschläft sie. Eisenstein ist Voyeur
Dieses Buch hat mich von der ersten Seite an wie eine Klinge berührt, die leicht über meine Haut fährt mit einem gewissen Druck..... und mir über die mehr als 500 Seiten durchweg Gänsehaut verschafft. Die unterschwellige Spannung ist grandios in drei Erzählsträngen verflochten. 1969, die beiden ungleichen Männer lernen sich kennen und ein spezieller und für Jonathan unvergesslicher Sommer in New York nimmt seinen Lauf. Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts, als Josef Eisenstein geboren wird, und eine Kindheit einen Menschen prägt. Und dann 1990, als sich Jonathan auf den Weg macht, um die wahre Geschichte seines alten Freundes aus dem Sommer 1969 aufzudecken.
Gunnar Kaiser schafft eine so unglaubliche Atmosphäre, die in den verschiedenen Erzählsträngen durch die spezifische Sprache der Zeit und auch im Buch durch die unterschiedlichen Schriften deutlich gemacht wird.Absolut lesenswert
- Paul M. Belt
Geschichten aus Nian - Lindenreiter
(52)Aktuelle Rezension von: admitIm Lande Nian können Bäume und das Gras sprechen. Dort lebt auch ein liebenswertes Volk, lauter winzige Leute mit großem Herz. Ihre besonderen Talente nutzen sie, um ihre Welt vor den Riesen zu retten. Man fiebert mit ihnen mit, wenn es doch einmal gefährlich wird. Die flüssige Schreibweise von Autor Paul wird immer wieder von wunderschönen Illustrationen zu einem wahren Feuerwerk für die eigene Fantasie gesteigert. Absolut empfehlenswert zum Ausstieg aus unserer derzeit so unerfreulichen Realität!
- Julie Leuze
Like Storms We Collide - Der Geschmack von Sommerregen: Roman | Ein aufwühlendes Familiengeheimnis und eine Liebe, die unmöglich scheint
(317)Aktuelle Rezension von: Fiona_HeinBisher habe ich noch kein Buch von Julie Lenze gelesen und der Klappentext hat mich neugierig gemacht, ebenso wie das wunderschön gestaltete Cover.
Der Schreibstil liest sich angenehm und auch die Protagonisten, Sophie und Matti, wirken sehr authentisch und liebenswert. Sophie sieht Gefühle als Farben vor ihren Augen. Doch wer hier eher an einen Fantasy-Roman denkt liegt falsch. Denn es geht um Hochsensibilität und Synästhesie (bei der Reizung eines Sinnes wird ein weiterer Sinn paraell mit angeregt). Ich finde die Idee sehr gelungen, die erste Liebe und die Gefühle die dazugehören mittels Farben zu schildern.
Mich hat das Buch gut unterhalten. Es ist eine schöne und gefühlvolle Geschichte über die erste Teenie-Liebe, aber auch um die Aufarbeitung der Familiengeschichte von Sophie. - Emily Jenkins
Murks-Magie – Teil 1: Das verflixte Klassen-Schlamassel
(6)Aktuelle Rezension von: Samy86Inhalt:
Bisher musste Nory ihre Magie als geheime Angelegenheit tarnen und üben, denn sie ist alles andere als Normal und es geschieht immer etwas unvorhergesehenes und dabei will sie nichts anderes als so sein wie ihr Vater und ihre Geschwister. Und trotzdem passiert es immer wieder: Statt in eine Katze verwandelt sich Nory in einen Stinkefanten und dies ausgerechnet bei der Aufnahmeprüfung an die angesehenste Zauberschule an der auch noch ihr Vater der Direktor ist. *Mpf*
Eine Notlösung muss her und diese folgt zum Glück einer Spezialklasse für Zickzack-Magie an der Dunwiddle-Zauberschule! Hier lernen kleine Zauberer wie Nory und ihre Freunde, ihre »vermurksten« Kräfte zu kontrollieren und gekonnt einzusetzen. Vor allem ist Nory nicht allein mit ihrer „Murks-Magie“, denn da gibt es noch Bax und seine Zauberversuche, die ihn immer in einen Stein verwandeln oder Willa, die Regen hervorbeschwören kann, aber dies leider nur in geschlossenen Räumen. Aber es gibt noch etwas das wichtiger ist als alle Magie nämlich der Zauber von wahrer Freundschaft!
Meine Meinung:
Hier handelt es sich um den ersten Teil einer magischen Kinder-Hörbuch-Reihe, die eine Vielzahl von magischen Missgeschicken, zauberhaften Zwischenfälle und den starken Band der Freundschaft beinhaltet, die man sich absolut nicht entgehen lassen sollte. Mit viel Liebe zum Detail geschrieben, den magischen Zauber des Leben gefühlt und durch die mega sympathischen Protagonisten und wundervollen Schauorte authentisch und bildgewaltig gestaltet.
Maggie wünscht sich nichts sehnlicher als so zu sein wie ihre Geschwister und ihr Vater, aber leider steht ihr da ihre Zickzack-Magie im Weg. Diese führt zu lustiger Zauberei seitens des Hörers, aber leider nicht für Maggie selbst. Doch wo sie ein Problem sieht, sieht ihre neue Lehrerin auf der Dunwiddle-Zauberschule wahre Stärke, die es nur zu beherrschen gilt.
Der Aufbau der Handlung ist sehr locker, mit viel Humor schafft Emily Jenkins ein magisches Abenteuer um wahre Freundschaft, das anders sein und trotzdem etwas besonderes. Glanz, Farbe und Leben erhält dieses Hörbuch durch die Sprecherin Anna Thalbach. Ich mag ihren Stimmklang und die Art wie sie diesen in verschiedenen Szenen einsetzt und die gewünschte Atmosphäre aufleben lässt. Für mich die perfekte Wahl für dieses Hörbuch.
Das Cover ist magischer denje und passt wie die Faust aufs Auge zum Inhalt und dem was den Hörer so erwartet. Mit viel Liebe zum Detail wird hier auch Nory sehr gut dargestellt und man bekommt einen kleinen Eindruck von ihr und ihrer Zickzack-Magie!
Fazit:
Ein wirklich lustiger, vermurkster und magischer Hörbuchspaß für Jung und Jung gebliebene wartet hier verpackt in 158 Minuten pures Hörerlebnis.
- Sayaka Murata
Die Ladenhüterin
(347)Aktuelle Rezension von: entspanntesLesenKeiko, 36, arbeitet als Aushilfe im Kombini und das seit 18 Jahren. Ihre Welt ist anders gebaut, als die der Norm und obwohl sie nach außen die Norm imitiert, bleibt sie sich treu.
Die Geschichte wurde von der Autorin klar formuliert, der Raum des Ungesagten ist jedoch größer als die Worte selbst.
- Cecelia Ahern
Lyrebird
(22)Aktuelle Rezension von: MrsFraserCecilia Aherns aktueller Roman Lyrebird (zu deutsch 'Leierschwanz') ist eine romantische Story, die unsere Art zu leben deutlich kritisiert, ohne belehrend zu sein und dabei auf wundersame Art magisch bezaubert.
Solomon ist Tontechniker. Mit seiner Partnerin Bo, der Dokumentarfilmerin, ist er in einer einsamen Gegend, wo sie die Beerdigung eines Mannes besuchen, über den sie eine Dokumentation gedreht hatten. Plötzlich steht Solomon im Wald einer jungen Frau gegenüber: Laura. Woher kommt diese Frau, wer ist sie und wie soll ihr Leben nach Toms Tod weitergehen? Das sind die ersten Fragen, nachdem Töne wieder Einzug in die Welt gehalten haben, in der Laura und Solomon in der Stille eine Verbindung zueinander gefunden haben. Fortan orientiert sich Laura an Solomon, dem sie als einzigen in einer Welt voller Fremder vertraut. Und er, als jemand, der sich mit Tönen auskennt, ist auch der einzige, der so richtig damit umgehen kann, dass Laura ständig Laute imitiert. Vom Lachen eines Menschen, über das Winseln eines sterbenden Tieres bis zum Rattern einer Nähmaschine. Schnell ist Lauras Spitzname und der Titel Bos neuer Dokumentation gefunden: Lyrebird. Der in Australien heimische Vogel, dessen 'Gesang' aus allen Geräuschen besteht, die er je gehört hat, wird zu Lauras Namensgeber. Bo hat eine fixe Idee davon, wie sie Laura ins Leben begleiten will und glaubt, dass eine Talentshow eine gute Plattform wäre, um Lauras Leben einen Kickstart zu verpassen.
Das Buch ist durchsetzt mit Zitaten aus dem Werk 'The Lore of the Lyrebird' von Ambrose Pratt (1933), ein tatsächliches Werk über den Leierschwanz. Die Zitate verraten uns in kurzen Absätzen Tatsachen über den Lebenszyklus des Vogels und seine Eigenarten. Und natürlich erkennt der Leser, dass sich Lauras Leben auch entsprechend dieser Merkmale entwickelt. Das ist schlicht wunderschön gemacht. Noch dazu, weil es sich bei Pratts Quelle um einen Originaltext handelt. Es zeigt, dass bei aller Technik und Gesellschaft die Natur doch immer noch das Wesen des Menschen bestimmt. Zumindest dieses einen Menschen, den wir hier begleiten.
"... you showcase the world's beauty. [...] You hear things that we don't even notice or that we've long stopped hearing. You capture those things and you display them to the world."
So beschreibt Bo zum Schluss Lauras einzigartiges Talent. Doch Laura macht mehr mit ihren Imitationen als schlichte Wiedergabe. Sie spricht durch sie. Bringt ihre Gefühle und die anderer zum Ausdruck. Wenn Solomon eine Situation unangenehm ist, hört er sein Räuspern von Laura. Wenn Bo die Nähe, die sich zu ihrem Exfreund entwickelt, leugnen will, hört sie sein Lachen aus Lauras Richtung. Lauras Gabe bedeutet nicht nur Schönheit, sie bedeutet auch Ehrlichkeit. Tonlagen, egal ob menschlich, tierisch oder maschinell, sind für Laura ein offenes Buch. Keine Lüge entgeht ihr, kein komischer Unterton. Doch wie kommt sie mit ihrem neuen Leben in einer Welt voller Künstlichkeit zurecht? Auf dieser Odysee darf der Leser Laura begleiten und erinnert sich dank ihr daran, dass glückliches Leben viel mit Einfachheit zu tun hat und dass Ruhm nicht immer erstrebenswert ist. Aherns Botschaft geht noch viel tiefer, aber mir fehlen die Worte, um sie richtig zu greifen. Lyrebird muss man einfach selber lesen, um sich berühen und bewegen zu lassen und hoffentlich etwas für sich mitzunehmen. - Saša Stanišić
Wolf
(93)Aktuelle Rezension von: SusanneEichholzObwohl Mobbing sicher kein amüsantes Thema ist, beschreibt Stanišić die Woche im Wald so witzig und originell, dass ich beim Lesen aus dem Lachen nicht herausgekommen bin. Auch nachts passiert einiges im Lager, zumindest in Kemis und Jörgs Unterkunft. Und hier kommt der Titel ins Spiel. Aber ich will nicht zu viel verraten, sondern kann diesen von Regina Kehn phantasievoll illustrierten Roman über Andersartigkeit und Isolation, aber auch über Verständnis und Freundschaft Jugendlichen wie Erwachsenen nur wärmstens empfehlen.
- Lorelei James
Branded As Trouble - Colts Rettung
(13)Aktuelle Rezension von: raveneyeColt ist der Außenseiter der Familie und wird von ihnen meist auch so behandelt. Halt findet er bei seiner besten Freundin India. Aber kann aus den Beiden auch mehr werden?
„Colts Rettung“ ist der sechste Band der „Rough Riders“-Reihe der Autorin Lorelei James. Kann aber auch ohne Vorwissen gelesen werden.
Für mich ist dies das zweite Buch aus der Reihe und wer schon Bücher aus selbiger kennt, weiß dass es zwar unweigerlich heiß her geht zwischen den Seiten, aber auch, das die Geschichte und ihre Figuren den nötigen Tiefgang haben um sie nicht ins Seichte und Triviale abrutschen zu lassen. Ganz und gar nicht.
Die einzelnen Charaktere sind gut ausgearbeitet und wirken mit ihren Problemen und Wünschen sehr lebendig, so das man schnell das passende Bild von ihnen vor Augen hat. Im vorliegenden Fall liegt das Hauptaugenmerk auf Colt und India und ihrer beider Geschichte. Aber natürlich sind sie nicht die einzigen denen man hier begegnet und so trifft man auf allerlei Nebencharaktere und auch auf alte Bekannte.
Der Schreibstil ist sehr einnehmend und das Kopfkino läuft ohne Startschwierigkeiten an und man wird mitgenommen in eine mitreißende Geschichte in der es gehörig knistert. Die aber in gekonnter und überzeugender Art und Weise in eine sehr solide Grundgeschichte eingebettet ist in der es neben Liebe und Verlangen auch um Freundschaft, Familie, den Glauben an einen selbst und vieles mehr geht.
Das Buch, seine Geschichte und seine Charaktere konnten mich wieder vollkommen überzeugen.
- Gabe Hudson
Gork der Schreckliche
(102)Aktuelle Rezension von: anke3006Gork ist ganz anders, als man sich Drachen so vorstellt. Auch die Geschichte ist so ganz anders als gedacht. Mit dem Erzählstil und den ständig wiederholenden Kraftausdrücken hab ich mich schwergetan.
Muss man, als Leser den Hauptcharakter mögen? Diese Frage hab ich mir immer wieder während des Lesens gestellt. Irgendwie ist das „Weichei“ ja ok, aber diese ständigen Ausdrücke haben mich sehr gestört.
- Craig Lancaster
600 Stunden aus Edwards Leben
(36)Aktuelle Rezension von: Frenx51Edward Stanton ist fast 40 Jahre alt und leidet an einer zwanghaften Persönlichkeitsstörung und dem Asperger-Syndrom. Er lebt allein, nach einem strengen Zeitplan und täglicher Routine. Geschehnisse abseits seines Plans sind für ihn schwierig. Als plötzlich Donna und ihr neunjähriger Sohn Kylie in das Haus gegenüber ziehen, ändert sich Edwards Leben und sein Zeitplan gerät durcheinander. Aber auch so erfährt Edward Einschränkungen, vor allem durch seinen Vater, oder erlebt die Schwierigkeiten in der Welt, für die das Verhalten von Edward nicht immer verständlich ist.
Der Leser kann Edward 600 Stunden seines Lebens begleiten, lernt seine täglichen oder wöchentlichen Rituale kennen, erfährt worüber er sich freut, was ihm komisch vorkommt oder ihm Leid bereitet. Edward lebt aufgrund seiner Diagnose in seiner eigenen kleinen Welt, die Routine gibt ihm Halt. Doch Stück für Stück lernt er neue Erfahrungen kennen, hat freundschaftliche Kontakte zur Außenwelt und rebelliert gegen seinen Vater, der ihm das Leben noch ein bisschen schwerer macht und man fragt sich, warum verhält sich sein Vater so.Der Autor beschreibt die autistischen und zwanghaften Züge von Edward dabei sehr authentisch und für den Leser verständlich. Viele Menschen haben vielleicht eine Routine oder ein Ritual, wenn sie aufstehen oder zu Bett gehen, aber für Edward ist dies viel mehr. Eine Abweichung davon fällt ihm sehr schwer. Ebenso merkt man, wie schwierig ist für diese Personengruppe ist soziale Kontakte einzugehen, zu halten oder Gefühle zu zeigen. Wobei dies immer auch davon abhängig ist, wie die Personen aufgewachsen sind. Edward ist ein sehr sympathischer Mann, der auf seine Art und Weise liebenswert ist und den man an manchen Stellen auch einfach an die Hand nehmen und zum Ziel führen möchte. Durch die neuen Nachbarn verändert sich sein Leben noch einmal und er kann lernen aus der Einsamkeit zu entkommen. Wobei ich nicht glaube, dass vieles davon innerhalb weniger Tage oder Wochen sich so grundlegend verändern kann.Im Buch werden mehrere Tage von Edward, also insgesamt 600 Stunden, beschrieben. Dadurch dass sein Leben sehr strukturiert abläuft werden manche Sätze fast jeden Tag wiederholt. Das hat mich im Lesefluss zum Teil schon beeinträchtigt, da ich manchmal etwas genervt davon war. Mit der Zeit hat sich manches etwas geändert, aber die Wiederholungen hätten nicht sein müssen. Ansonsten fand ich, dass der Autor die Sichtweisen sehr authentisch beschrieben hat, sodass ich mich gut in die Gedanken von Edward oder seinen Tagesablauf hineinversetzen konnte. Dadurch fand ich das Buch wieder angenehm und interessant zu lesen.
600 Stunden aus dem Leben eines Mannes mit autistischen und zwanghaften Zügen. Wiederholungen und Routinen, aber auch neue Erfahrungen und Missverständnisse gehören da zur Tagesordnung.
- Larissa Schwarz
Wir und Es
(14)Aktuelle Rezension von: dia78Das Buch „Wir und Es“ wurde von Larissa Schwarz verfasst und erschien 2018. Wir begleiten in diesem Buch sechs Charaktere, die ihren Weg im Leben finden oder ihn auch mit einigen Problemen gehen. Der Autorin gelingt es ein berührendes und aufrüttelndes Buch zu schreiben, das einem als Leser aufzeigt, wie wichtig es sein kann, an genau der richtigen und schwer zu findenden Stelle einzugreifen, damit gewissen Dynamiken nicht außer Kontrolle geraten. Es werden so viele Themen aufgezeigt, dass man gar nicht weiß, auf welche man hauptsächlich eingehen soll. Auf jeden Fall aber lädt dieses Buch zum Nachdenken ein. Denn Probleme mit Mobbing in der Schule oder auch im privaten Bereich, wegen des Auslebens von Trans- oder Intersexualität, kommt indirekt öfter vor, als uns lieb ist. Die Wortwahl und den Sprachstil möchte ich als kurz und prägnant beschreiben, der die Geschehnisse ohne ein Wort zu viel auf den Punkt bringt. Ein Buch das zum Nachdenken anregt und einiges ankreidet, was in der heutigen Zeit schief läuft. - Willy Russell
Der Fliegenfänger
(195)Aktuelle Rezension von: BuchlieseRaymond ist fast 19 Jahre alt, als er sich nach Grimsby aufmacht und auf dem Weg dorthin Briefe an sein großes Idol Morrissey schreibt. In seinen Aufzeichnungen erzählt er von seiner Reise und seinem Leben. Sein Sarkasmus und sein schwarzer Humor lässt seine eigentlich traurige Geschichte in einem ganz besonderen Licht erscheinen. Nichts wünscht sich seine Mutter mehr, als dass er ein ganz normaler Junge wird. Doch Raymond muss nicht nur die Schule und die Pfadfindergruppe verlassen. Er hat auch keine Freunde mehr und verschwindet einfach in der Schublade "Er war es!". Raymond ist seit dem Sprung in den Kanal der falsche Junge. Niemand hört ihm mehr zu, alle wollen nur noch sein Bestes und ihm helfen. Und so verwundert es nicht, dass er sich in eine eigene Welt verspinnt und sich mit aller Kraft gegen alles Normale wehrt. Er wird er in einen Strudel aus Missverständnissen und unglücklichen Vorfällen immer weiter an den Rand gedrängt. Bis ihn in Grimsby ein Job auf einer Baustelle erwartet ...
Eine sehr sympathische Figur ist Raymonds Oma. Eine Figur, die ihm Halt gibt und die nicht nur zu ihm steht, sondern auch mit scharfer Zunge die Realität im Blick hat. Im folgenden Zitat richtet Raymonds Großmutter das Wort an seine Mutter/ihre Tochter: "Mag sein, dass wir hier im modernen Failsworth leben, Shelagh; mag sein, dass wir uns am Ende des zwanzigsten Jahrhunderts befinden, wo jeder seinen Wintergarten hat und wo man seine Topfpflanzen im Gartencenter kauft und zur Andacht in die voll klimatisierten Konsumtempel läuft. Aber lass dich davon nicht täuschen. Zivilisation! Ein dünner Firniss, Shelagh! Hinter dem Einkaufswagen im Supermarkt trottet noch mancher Neandertaler. Und wenn man mal die Topfpflanzen weglässt, Shelagh, dann laufen in den Gartencentern massenweise Sadisten rum. Glaub nur nicht allzu fest an die so genannte Zivilisation, Shelagh; wenn es nur irgend ginge, würden auf den Parkplätzen vor den Einkaufscentern und Supermärkten bald wieder regelmäßig Menschen gehenkt, verprügelt und als Hexen verbrannt. Und alle wären sie da, in ihren Armani-Anzügen, mit ihren gestylten Frisuren, ihren Topfpflanzen, ihrem Perrier-Wasser und dem marinierten Tunfisch, den sie sich dann mittags auf den Holzkohlengrill legen, um ihn genüsslich im Garten zu verzehren, nachdem sie dem Henker den ganzen sonnigen Vormittag auf dem Supermarkt-Parkplatz beim Köpfen zugeschaut haben."
Vielen Dank dem Autor für dieses großartige Buch! Leider ist es der bisher einzige Roman der von Willy Russell erschienen ist, aber ich warte schon jetzt auf mehr. Lesen! Lesen! Lesen!























