Bücher mit dem Tag "anspruchsvoll"
38 Bücher
- Hanya Yanagihara
Ein wenig Leben
(630)Aktuelle Rezension von: Rose_1997„Jude St. Francis, als dein zukünftiger Vater vergebe ich dir hiermit…alles, wofür du Vergebung suchst.“ (S.267)
Für mich ein einzigartiges Buch.
Für mich ein Jahreshighlight und ein Werk, welches ich nicht zum letzten Mal gelesen/ gehört habe..
Das war intensiv. Es war langwierig. Es hat mich viel Schmerz fühlen lassen. Es hat mich optimistisch gestimmt. Es hat mich wütend gemacht. Es hat mich einmal auseinandergenommen und gewaltsam wieder zusammengesetzt.
Für mich eine ganz tief bewegende Geschichte über die Freundschaft vierer Männer, über eine lebenslange Liebe, über Freund*innen, die zur Familie werden und über ein wenig Leben.
Wer ein Buch mit Tiefgang sucht, in der sich die Handlung viel Zeit lässt und alle Charaktere bis ins kleinste Detail beleuchtet werden, der darf gerne zu diesem Buch greifen.
Die ersten 100 Seiten habe ich definitiv gebraucht, um reinzukommen. Ich habe es zum Teil gelesen und zum Teil gehört (Das Hörbuch kann ich sehr empfehlen).
Ich habe sehr sehr viele Charaktere ins Herz geschlossen: Allen voran Harold, Willem, Jude und Andy. Ich konnte nicht alle Handlungen nachvollziehen/ gutheißen, aber genau dieser Aspekt hat die Charaktere sehr authentisch wirken lassen.
Einfach JA zum Buch! 🥹🥲
- Thomas Mann
Buddenbrooks
(2.417)Aktuelle Rezension von: eight_butterfliesThomas Manns „Die Buddenbrooks“ ist weit mehr als nur die Geschichte einer Lübecker Kaufmannsfamilie. Es ist ein fein gewebtes Panorama des bürgerlichen Lebens um die Mitte des 19. Jahrhunderts und zugleich ein psychologisch präzises Porträt des langsamen, unausweichlichen Verfalls.
Von den ersten Seiten an spürt man den Reichtum an Details, die festlichen Tafeln, das solide Geschäft, die scheinbar unerschütterlichen Werte der Familie. Doch unter der Oberfläche arbeitet bereits die wirtschaftliche, gesellschaftliche, vor allem aber innerliche Erosion. Mit jeder Generation verlieren die Buddenbrooks ein Stück ihrer Kraft, ihrer Lust am Leben, ihrer Fähigkeit, den eigenen Anspruch zu tragen.
Thomas Mann schreibt mit einer Mischung aus ironischer Distanz und tiefer Empathie. Die Figuren sind lebendig, mit Eigenheiten und Widersprüchen, die man nicht vergisst. Der ehrgeizige, aber zermürbte Thomas. Der lebenslustige Christian, der sich dem Ernst verweigert. Die willensstarke Tony, die zwischen Familienpflicht und persönlichem Glück zerrieben wird.
Der Roman ist stellenweise ausufernd. Mann nimmt sich Zeit für Gesellschaftsszenen, Geschäftsprotokolle, ausführliche Dialoge. Wer bereit ist, sich diesem gemessenen Erzählrhythmus zu überlassen, wird jedoch belohnt mit einer Sprachkunst, die Beobachtungen so präzise setzt wie Pinselstriche in einem Gemälde.
Für mich ist „Die Buddenbrooks“ ein Buch, das weniger durch dramatische Höhepunkte fesselt als durch seine stille Konsequenz. Der Niedergang wirkt nicht wie eine Katastrophe, sondern wie etwas Naturgegebenes, so leise wie der Wechsel der Jahreszeiten und doch unausweichlich.
- Jane Austen
Pride and Prejudice
(512)Aktuelle Rezension von: AukjeElizabeth Bennet, die zweite der fünf Bennet Töchter, lebt mit ihrer Familie während des frühen 19. Jahrhunderts in England. Eines Tages zieht der wohlhabende und gutaussehende Mr. Bingley mit seiner Schwester Caroline und seinem besten Freund Mr. Darcy auf sein Anwesen ein. Allein diese Tatsache erregt ein großes Aufsehen und als er dann auch noch einen Ball veranstaltet sind alle Heiratswilligen Mädchen ausser sich vor Begeisterung. Während des Balls lernt Mr. Bingley auch die Bennet Mädchen kennen und er interessiert sich schnell für Elizabeth's ältere Schwester Jane, während sein Freund, der stolze Mr. Darcy, zunächst als arrogant und unnahbar wahrgenommen wird. Besonders Elizabeth entwickelt eine Abneigung ihm gegen über, da Mr. Darcy sie während des Ball's als 'nicht schön genug' beleidigt und abweist. Kurz nach dem Ball reist aber Mr. Bingley, seine Schwester und Mr. Darcy wieder ab und es kommt nicht zu der gewünschten Verbindung zwischen Jane und Mr. Bingley. Dann taucht auch noch der Cousin ihres Vater's Mr. Collins bei den Bennet's auf um sich bei ihnen eine Braut zu suchen, und er möchte zunächst Jane heiraten, allerdings rät ihm Mrs. Bennet davon ab, da sie sich weiterhin eine Verbindung mit Mr. Bingley erhofft. Also macht er darauf hin Elizabeth einen Heiratsantrag den sie aber sofort ablehnt, und er daraufhin ihrer besten Freundin Charlotte heiratet. Im Verlauf erfährt Elizabeth das anscheinend Mr. Darcy seinem besten Freund Mr. Bennet abgeraten hat Jane zu heiraten und Elizabeth Abneigung Mr. Darcy gegenüber steigt. Als sie jedoch mit ihrer Tante und ihrem Onkel das Anwesen von Mr. Darcy besucht erkennt sie immer mehr seinen wahren Charakter und begreift das sie die ihm Gegenüber aufgebauten Vorurteile völlig falsch sind. Gleichzeitig wird deutlich, dass Darcy sich in Elizabeth verliebt hat und er bereit ist, alles zu tun, um sie für sich zu gewinnen. Zum Ende hin überwinden Elizabeth und auch Mr. Darcy ihren Stolz und ihre Vorurteile und Mr. Darcy macht Elizabeth einen Heiratsantrag, den sie sie annimmt, wie auch Mr. Bingley und ihrer Schwester Jane.
Aus heutiger Sicht war Jane Austen ihrer Zeit voraus, da das Buch nicht nur eine romantische Geschichtet, sondern auch ziemlich gesellschaftskritisch ist und Themen wie Klassenunterschiede und Geschlechterrollen behandelt werden. Diese Buch ist mein Allerliebster Roman von Jane Austen und ich kann zu hundert Prozent nachvollziehen das die Geschichte heute immer noch so geliebt wird.
- Daniel Kahneman
Schnelles Denken, langsames Denken
(77)Aktuelle Rezension von: JoennaSchnelles Denken, Langsames Denken von Daniel Kahneman
Es ist kein Buch, das man so schnell, schnell lesen kann. Der Autor ist Nobelpreisträger von der USA.
Im Buch hat es viele Experimente und Fallstudien zum Thema Denken. Es sind sehr viele Informationen in dem Buch, darum konnte ich nicht zu viel auf einmal lesen. Es hat mich fast ein wenig erschlagen und ich konnte mich nicht so lange Konzentrieren. Mit der Zeit ging es besser. Welchen Statistiken kann man überhaupt noch glauben. Auf was müssen wir achten, wen wir Studien lesen und warum. So viel Tiefen der menschlichen Psyche sind in diesem Buch enthalten.
- Taylor Jenkins Reid
Die sieben Männer der Evelyn Hugo
(797)Aktuelle Rezension von: sumaDie sieben Männer der Evelyn Hugo war wieder eine Art fiktive Biografie, die im Buch erzählt wurde.
Die Charaktere im Buch blieben ausser Evelyn für mich teilweise zu flach.
Die Idee dahinter fand ich allerdings spannend und der Schreibstil war angenehm.
Allerdings konnte mich der Plottwist nicht so überraschen, trotzdem war es eine interessante Geschichte.
- Rolf Dobelli
Die Kunst des klaren Denkens
(185)Aktuelle Rezension von: SeitenwindEinige der vorgestellten Tricks aus der Psychologie, die im Marketing und der unseriösen Politik Anwendung finden, kannte ich schon im Vorfeld. Der Confirmation Bias, die Reziprozität und die kognitive Dissonanz sind zum Beispiel Leuten, die überhaupt dran denken würden so ein Buch zu lesen, häufig bereits bekannt. Manches ist unter anderen eingedeutschten Namen ebenfalls schon bekannt wie etwa Herdentrieb, Gruppendenken, Korrelation, etc.
Je weiter man im Buch voranschreitet, desto kompliziertere Denkfehler und Fachtermina werden erläutert. Teilweise sind es keine klassischen Denkfehler mehr, sondern Effekte, die sich aus anderen Denkfehler ergeben. Das sehe ich auch als kleine Schwäche des Buches an. Zwar werden hier und da Verbindungen zwischen den Denkfehlern hergestellt und Unterformen explizit erwähnt, teilweise aber auch nicht. Aus meiner Sicht wäre es sehr ratsam gewesen, die Unterschiede stärker herauszustellen, um das Wissen besser zu festigen.
Das Buch eignet sich ganz passabel als Nachschlagewerk aufgrund eines guten Inhaltsverzeichnisses mitsamt Begriff und Umschreibung.
Die Bilder, die jeden Psycho-Fallstrick merk-würdig herausheben sollen, sind ganz nett. Teilweise sind sie aus meiner Sicht aber nicht allzu hilfreich. Im Gegenteil: Die Komik und der Humor holen mich nicht allzu sehr ab. Ich weiß nicht, ob es Absicht ist oder das ganze Buch auf einer ironischen Ebene gebaut ist: Es wirkt sehr männlich-dominant. Der "Ihr männliche Leser wisst es doch besser als die ganzen anderen Männer"-Witz erscheint schnell platt. Die meisten Beispiele aus der Banken- und Investorenwelt sind hilfreich für das Verständnis, wirken aber teilweise auch unglaubwürdig und aufgesetzt.
Fazit: 2/3 der Denkfehler und psychologischen Phänomene sehr hilfreich zu kennen, möglicherweise aber in anderen Büchern noch besser erläutert.
- Joseph Heller
Catch 22
(94)Aktuelle Rezension von: PoeEA18092. Weltkrieg, 1944/45. Yossarian, der Bombenschütze, auf einer Insel im Mittelmeer stationiert, will nicht mehr fliegen, sondern nach Hause geschickt werden. Ihm ist klar geworden, dass nicht nur der Feind, also die Deutschen, ihm nach dem Leben trachten, sondern vor allem seine eigenen Vorgesetzten, speziell in Person von Colonel Cathcart, der ständig die notwenige Anzahl von Feindflügen erhöht, die ein Soldat erbringen muss, bevor er in die Heimat entlassen wird. Um diesen zentralen Konflikt herum tummeln sich unzählige weitere bemerkenswerte Gestalten, denen das Dasein im Krieg ebenfalls Kopfzerbrechen bereitet. Etwa der kontaktscheue Major Major, der Besuchern den Zutritt zu seinem Büro nur dann gewährt, wenn er selbst nicht in seinem Büro ist (ein genialer Befehl, der von seinem Adjutanten im Vorzimmer streng befolgt wird). Oder Colonel (später General) Schittkopp, dessen einziges Interesse dem perfekten Exerzieren seiner Soldaten gilt. Oder Flume, der als Eremit im Wald um das Lager herum lebt, seit Häuptling White Halfoat drohte, ihm eines Nachts im Schlaf die Kehle durchzuschneiden, und natürlich der notorische Fotograf Hungry Joe, dessen einziges Interesse dem Ablichten nackter italienischer Frauen gilt und der ein Meister an Überredungskunst ist („Life Magazine, …, Hollywood, … multi dinero, multi scandali, multi fuckifuck den ganzen Tag!“).
Der größten denkbaren Absurdität, dem Krieg an sich, setzen Yossarian und seine Kameraden die irrwitzigsten Taten, Ideen und Fantasien entgegen, die man vermutlich überhaupt in der Literatur finden kann. Joseph Hellers Roman ist teils brillante Satire, teils erschreckend realistische Schilderung, mit Dialogen, die manchmal zum Niederknien komisch sind und gleichzeitig tieftraurig machen können.
- Han Kang
Die Vegetarierin
(604)Aktuelle Rezension von: Darcys_LesestuebchenEhrlich gesagt fällt es mir schwer, zu diesem Buch in meinen eigenen Worten eine Wiedergabe des Inhalts zu geben, denn es war ein absoluter Fiebertraum. Yong-Hye und ihr Ehemann sind schon einige Jahre verheiratet und haben einen festen Alltag, mit dem gerade der Mann durchaus zufrieden ist. Dies ändert sich schlagartig, als seine Frau weitreichende Entscheidungen trifft. Erst verkündigt sie, kein Fleisch mehr essen zu wollen, bis diese Überzeugung immer radikaler wird und sie sogar von einem Leben als Pflanze träumt. Und sie reißt nicht nur sich immer mehr dem Abgrund entgegen.
Meine Meinung:
Puh, selbst nach gut einem Monat weiß ich immer noch nicht so recht, was ich über dieses Buch schreiben soll. Es war definitiv ein Erlebnis, das selbst jetzt noch in mir nachhallt, aber nicht in positiver Weise. Selten habe ich ein Buch gelesen, das so schräg und absolut unvorhersehbar war und mich meistens sehr stark irritierte. Zwar konnte ich durchaus erkennen, was die Autorin einem erzählen wollte, gerade in Bezug auf die Kultur in Korea, aber dennoch las es sich wie ein absoluter Fiebertraum. Einzig wegen dem interessanten Anfang vergebe ich eine etwas bessere Bewertung, absonsten war es absolut kein Buch für mich.
Die ersten Kapitel mochte ich sogar recht gerne. Man erlebte die Geschichte aus der Sicht des Mannes von Yong-hye, die nach einem Traum radikal ihre Essgewohnheiten änderte und schließlich nach und nach auch ihr Leben und ihre Ansichten. Die Verwirrung, der Ärger und die Ratlosigkeit des Mannes waren sehr gut greifbar und obwohl er mir unsympathisch war, fand ich ihn authentisch. Nach und nach bekommt man kleinere Informationen und ihre Ehe, wie sie sich kennenlernten und wie ihre Beziehung sich veränderte. Das gefiel mir richtig gut und ich fand es interessant. Auch die Hilflosigkeit der Eltern und der restlichen Familie von Yong-hye fesselten mich. Es war sehr heftig, wie sie reagierten, aber die Autorin hielt eine gute Balance, trotz der großen Unsympathie, die ich gegenüber den Charakteren empfand.
Dies änderte sich aber, als nach ca. der Hälfte des Buches ein radikaler Sichtwechsel vorgenommen wurde und ich große Schwierigkeiten hatte, nicht nur der Geschichte weiter zu folgen, sondern auch absolut keine Ahnung, aus welcher Sicht ich nun las. Die Geschichte machte einen großen Sprung von mehreren Jahren und es war für mich nicht ersichtlich, warum dies geschah. Die Handlung wurde mittendrin unterbrochen und ich hatte das Gefühl, nun ein komplett anderes Buch zu lesen, was mich sehr störte. Zwar kam ich wieder leicht rein, als ich fesstellte, dass nun aus der Sicht des Schwager von der Hauptfigur erzählt wurde, aber die Geschehnisse wurde teils so absurd, so drüber, dass es sich wie ein Fiebertraum las und absolut keine Freude mehr machte. Gerade gewisse Aktionen der Figuren ließen mich völlig ratlos zurück und ich verstand es einfach nicht mehr.
Zum "Schluss" gab es noch einen weiteren Sichtwechsel und nun durfte die Schwester erzählen, was danach passierte. Hier war ich nun völlig raus und ehrlich gesagt auch froh, dass es "endete". Ich setze es bewusst in Anführungszeichen, weil es so etwas wie ein Ende bzw. Finale gar nicht gab und es mittendrin aufhörte. Mit offenen Ende habe ich persé keine Probleme, aber hier hörte es wirklich mittendrin und ohne Sinn auf, was mich ziemlich rastlos zurückließ. Was habe ich hier gelesen und was soll ich davon halten ? Es drehte sich um Gewalt, Wahnsinn, die eigene Identität, Missbrauch und Schuld, was eigentlich interessant und spannend hätte werden können, aber mit dieser Umsetzung harderte ich völlig.
Warum dieses Buch einen Nobelpreis erhielt verstehe ich nicht wirklich, vor allem wegen dem Schreibstils, der aus einfachen Sätzen und einer gewissen Nüchternheit bestand, die ebenfalls nicht gut eingesetzt wurde. Die Sprache war recht schlicht und die Figurenzeichnung kaum der Rede wert. Sie wirkten zwar authentisch, aber allesamt unsympathisch und manchmal hatte ich das Gefühl, dass sie genauso wahnsinnig wie die Hauptfigur waren, die bis auf ein paar Traumsequenzen nie aus ihrer Sicht erzählen durfte. Ein interessanter Ansatz, aber dadurch konnte sich zu dieser Figur niemals auch nur den Ansatz einer Verbindung spüren.
Fazit:
Diese Rezi fällt mir definitiv nicht leicht, weil ich durchaus verstehe, was die Autorin einem erzählen will, aber die Umsetzung, die Wechsel und die Figuren irrtierten mich völlig. Nach dem guten Anfang wurde es immer schräger, bis es sich wie ein Fiebertraum anfühlte und mich völlig ratlos zurückließ. Die Figuren wirkten durchaus authentisch, waren aber allesamt sehr unsympathisch und wirkten teilweise genauso wahnsinnig wie Yong-hye, die leider nie aus ihrer Sicht erzählen durfte. Ein durchaus interessanter Ansatz, der mir aber nicht gefiel.
2 von 5 Sterne
- Sarina Bowen
True North - Wo auch immer du bist
(507)Aktuelle Rezension von: Kitty_CatinaEins will ich gleich zu Beginn sagen, nämlich, dass dieses Buch eines dieser ist, welches von der ersten bis zu letzten Seite unterhält, eine gemütliche und wärmende Atmosphäre mit sich bringt und einfach nur ein Wohlgefühl hinterlässt.
Dazu trägt vor allem das super tolle, ländliche und entschleunigte Setting bei, das naturnahe, harte Farmleben, die liebenswerte Familie Shipley als auch die süße, teils echt spicy Liebesgeschichte zwischen Audrey und Griffin. Und vor allem hat es die Autorin zudem geschafft, dieses alles wahnsinnig lebendig und bildlich zu beschreiben, sodass ich mich beim Lesen wie mittendrin im Getümmel gefühlt habe.
Aber auch die Geschichte selbst ist wirklich schön und gemütlich. Zwar gibt es ein bisschen Drama, was bei diesem Genre ja auch irgendwie dazugehört, genauso das obligatorische Hin und Her, doch das alles hat mich gar nicht so sehr gestört. Audrey und Griffin konnten mich nämlich absolut für sich einnehmen und ich habe jede Seite genossen, die ich sie auf ihrem Weg begleiten durfte, selbst, wenn es sich dann doch mal etwas gezogen hat. Und auch Griffins Familie kann man einfach nur lieben. Diese wuselige Großfamilie, bestehend aus Mutter, Großvater und vier Kindern, sowie diversen Angestellten, ist ein Traum, ebenso das harte und dennoch erfüllende Farmleben, wie es nur in Büchern beschrieben werden kann.
Dazu kommen die tollen Protagonisten und Nebencharaktere, die allesamt ebenfalls richtig toll und lebendig geschrieben sind. Audrey ist eine geniale Köchin, die in ihrem Job nicht zeigen kann, was sie drauf hat, dafür aber von den Shipleys von Herzen aufgenommen wird. Sie muss ziemlich viel wegstecken, behauptet sich aber dennoch und obwohl sie, bis sie wieder auf Griff trifft, allein dasteht, geht sie ihren Weg und ist zielstrebig. Griff dagegen ist ein grummeliger Farmer mit harter Schale aber einem super weichen Kern. Er lebt für seinen Cider, ist bodenständig und hat die ganze Verantwortung für seine Familie auf seinen Schultern, was ihn total liebenswert macht.
Alles in allem ist dieses Buch ein richtiges Wohlfühlbuch, welches die frische Landluft förmlich beim Lesen spüren lässt, welches eine super süße Liebesgeschichte mit Ups und Downs erzählt und die richtig Lust auf die weiteren Bände der Reihe macht.
- Martina Sahler
Die Stadt des Zaren (Sankt-Petersburg-Roman 1)
(70)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerDas Beste an diesem Buch war tatsächlich das Cover, das ich wirklich sehr schön finde. Abgesehen davon fand ich es recht langweilig und vorhersehbar. Es gibt einige Personen und man wechselt häufig zwischen ihnen, was eigentlich immer optimal für einen Historienroman ist, um verschiedene Seiten zu beleuchten. Hier führte diese Technik aber dazu, dass kein Handlungsstrang sich wirklich aufbauen konnte. Die komplette Handlung blieb irgendwie flach. Zar Peter kam nicht allzu häufig vor und ich fand jede Szene mit ihm langweilig oder unangenehm. Da sie keine wirkliche Persönlichkeit entwickelten, ist mir keiner der Charaktere besonders im Gedächtnis geblieben und insgesamt hab ich mich von der Handlung nur ein wenig berieseln lassen, ohne dass es mich allzu sehr gefesselt hätte. Historisch waren die Anfänge St Petersburgs gut dargestellt und auch ganz interessant zu lesen.
- Kami Garcia
Beautiful Redemption
(72)Aktuelle Rezension von: ichundelaineSixteen months, sixteen years
Sixteen of your deepest fears
Sixteen times you dreamed my tears
falling falling through the years...
Gatlin is a typical Southern town, slow to pick up on new stuff and big on Confederate Flags, biscuits and gravy. Everybody know everyone and nothing serious ever happens. Ethan, who only recently lost his mother, is about to be entirely sick and tired of the small-town life, when mysterious Lena Duchannes, niece of the even more mysterious Macon Ravenwood enters his life.
While he and Lena become closer, he discovers the secrets that lie underneath the sleepy town of Gatlin as well as the secrets hidden in the hearts of his fellow inhabitants.
However, Lena is in severe danger - on her 16th birthday some crucial decision will be made for her - and both of them try to fight it with the help of trusted friends and family.
I really don't want to spoil anything by talking too much about the plot, you just have to find out for yourself. As for he style - I was completely sucked into the story and could hardly put the book away. Garcia/Stohl tell a story with an elaborate setting. In the Style of Anne Rice they create a dark Sounthern gothic frame for the story of two star-crossed lovers. I really enjoyed the bits and pieces about aging Southern Belles and their nasty offspring, the Re-enactment-craze as well as the food Amma cooks, having lived in the South for a couple of years myself.
A really great prelude to a series I'll definitely read!
- Tracy Rees
Die zwei Leben der Florence Grace
(112)Aktuelle Rezension von: AmberStClairKlappentext:
Der emotionsgeladene neue Roman der Bestsellerautorin von "Amy Snow"
Die Waise Florrie Buckley wächst wild und glücklich bei ihrer Großmutter in den weiten Mooren von Cornwall auf. Kurz vor dem Tod offenbart die alte Frau das Geheimnis ihrer wahren Herkunft: Florrie ist Teil der reichen Grace-Familie. Mit dem Umzug zu ihrer unbekannten Familie nach London, verändert sich ihr ganzes Leben.
Fortan ist sie für alle nur noch Florence Grace. Doch in der großen Stadt bei der fremden Familie fühlt sie sich nicht willkommen. Als ihr vermeintlicher Cousin Turlington auf der Bildfläche erscheint, findet sie in ihm endlich einen Freund. Über die Jahre entwickeln sich zwischen den beiden leidenschaftliche Gefühle. Aber der charismatische Turlington hat dunkle Geheimnisse.
Meine Meinung:Gefühlvoll und mit viel Liebe wird hier die Geschichte von Florie Buckle erzählt. Als sie nach London zu der Familie ihrer verstorbenen Mutter muß, wird sie sie zu Florence Grace. Man durchlebt jeden Abschnitt ihres Leben, das Höhen und Tiefen hat. Ihre erste große Liebe und den Schmerz das sie nicht in Erfüllung gehen kann. Am Ende jedoch findet sie ihr Glück und ihre Liebe zu ihrer Heimat in Cornwall geben ihr halt.
Ein wunderbares Buch mit viel Herzenswärme geschrieben. Jeden Abschnitt durchlebte man mit und man konnte sich alles klar vorstellen. Die Autorin hat in einem guten Erzähler Stil diese Geschichte nieder geschrieben. Die ganzen Emotionen der einzelnen Personen gut beschrieben. Die malerische Landschaft Cornwalls sehr gut wiedergegeben. Man fühlte und man litt mit.
Ein fesselnde Geschichte und ein gut durchdachtes Ende!
Ich habe jede Seite mit Begeisterung gelesen.
- Kristopher Jansma
Die Flecken des Leoparden
(7)Aktuelle Rezension von: HeikeG"Die besten Romanciers lassen einen beim Lesen glauben, ihre Geschichten seien wirklich. Man hält den Atem an, wenn Raskolnikow sich seiner Nachbarin mit gezückter Axt nähert. Man weint, wenn niemand zu Gatsbys Beerdigung kommt. Und wenn man erkennt, wie geschickt man reingelegt wurde, liebt man den Autor umso mehr." Schriftsteller verzaubern, begeistern, entführen den Leser in andere Welten oder enttäuschen. Es gibt einfache Texte und komplizierte. Manche sagen in einem Satz alles, wieder andere gestalten ihre Erzählung ausufernd-opulent. Der eine Roman quillt über "von in den Text gewobenen postmodernen Rätseln, die die Intellektuellen bei der Stange hielten", ein anderer wiederum punktet mit "herzerwärmenden Albernheiten für die einfachen Leser". Und dann gibt es die ganz besonderen Bücher, die all dies geschickt miteinander verweben, wo man "ab der ersten Zeile (...) sein Herz anders schlagen [spürt], und wenn es ausgelesen ist, möchte man von vorn beginnen." Doch von den Beweggründen, den Belangen und Antriebsfedern des Autors, seinen "Wort-Kämpfen" und schlaflosen Nächten, seinen Ängsten und Schreibblockaden, dem schweren und steinigen Weg bis zur erfolgreichen Geburt seines geistigen Kindes, davon bekommt der Leser nichts mit. Bestenfalls kann er es nur vage erahnen.
Kristopher Jansma, hat in seinem Debütwerk den Versuch unternommen, dies auf ungewöhnliche Art und Weise darzustellen. Die amerikanische Lyrikerin Emily Dickinson hat dies vielleicht in ihrer unnachahmlichen Art perfekt interpretiert: "Im Umweg liegt Gewinn: Zu licht ist unsrer trüben Sicht der Wahrheit Wundersinn. Wie Blitz, durch mildes Wort erklärt, vertrauter wird dem Kind, muss Wahrheit blenden nach und nach, sonst würde jeder blind." Schon mit seinem ersten Satz nimmt er den Leser gefangen und lässt ihn doch stets auf eine gewisse Art im Vagen: "Wenn Sie glauben, dass Sie der Autor dieses Buches sind, nehmen Sie bitte schnellstmöglich Kontakt auf mit dem Verlag Haslett & Grouse, New York, New York". Und weiter: "Ich habe jedes Buch verloren, das ich je geschrieben habe." Jansma erweist sich über reichlich 300 Seiten als "perfekter Lieferant des Scheins". Irgendwo im leeren Raum zwischen den Erfindungen seiner Protagonisten liegt das wahre Wesen des Autors verborgen, der Konstrukt seiner Gedanken und Empfindungen: sein Ich.
Was erwartet den Leser? Der Text, geschrieben in der Ich-Form, erzählt von einem jungen Mann auf seinem Werdegang zum Schriftsteller. Man begegnet ihm das erste Mal als vaterlosen, kleinen Jungen einer Stewardess in Terminal B eines Flughafens, verwöhnt von den Kolleginnen seiner Mutter: "Es war eine wunderbare Zeit in meinem Leben - bevor ich Schriftsteller wurde." Bereits damals verfasst er seine erste Geschichte. Im Folgenden begleitet der Leser Jansmas Protagonisten in größeren Sprüngen durch sein unstetes Leben als werdender Autor. Er zieht mit Julian, seinem Zimmergenossen aus Studienzeiten, nach Manhattan und verliert allmählich alles: "Sein epischer erster Roman versinkt in einem See; seine einzige wahre Liebe heiratet einen indischen Prinzen; Julian boxt ihm am Grand Canyon ins Gesicht und so weiter und so fort." Die Handlungsschauplätze sind in unterschiedlichsten Regionen der Welt angesiedelt. New York, Dubai, ein Panoramawaggon im damals noch bürgerkriegsgepeitschten Sri Lanka, eine stickige Bar in Afrika, um letztendlich wieder an den Ausgangsort des Geschehens, den Flughafenterminal, zurückführen. "Zehn Jahre lang wollte ich ein anderer sein, bin durch die Welt gereist, habe die Liebe einer guten Frau verloren und bin fast gestorben - und hatte gedacht, nach all dem sei ich irgendwo angekommen."
"Die Flecken des Leoparden" erweist sich als Buch wie "ein Garten sich verzweigender Wege." Kristopher Jansma überrascht mit einer äußerst unkonventionellen Erzählkunst. Sie ist fiktional, anspruchsvoll, herausfordernd, intelligent und interessant und hat der Andreas Heckmann einen kongenialen Übersetzer gefunden. Er erzählt nicht linear, sondern wechselt Ebenen und Personen. Der Amerikaner setzt an vielen Stellen des Romans gezielt und in voller Absicht Kunstgriffe ein. Ob das, was er erlebt wahr ist oder einfach nur erfunden, weiß wohl nicht einmal sein Autor so ganz wirklich. Denn wie stellt sein Protagonist treffend fest: "Was ist das einzig Nützliche auf der Welt? Die Fähigkeit zu lügen. (...) Unser Wertempfinden legt uns noch nahe, allzu offensichtliche Lügen zu verurteilen, aber der Wahrheit gehen wir genauso leidenschaftlich aus dem Weg. Am liebsten halten wir uns im grauen Zwischenreich des Halbglaubens auf." Oder frei nach dem Motto: "Sag alles wahr, doch sag es schräg." Jansmas Charaktere sind dabei nicht immer die allersympathischsten. Vielleicht auch, weil sie sie sich selbst kaum trauen und mitunter als die Umkehrversion ihrer selbst daherkommen. Aber immerhin faszinieren sie derart, dass man ihnen auf ihrer weltumspannenden Reise folgen wird. Auf eine Reise in den Kreißsaal der Literaten.
Fazit: "Er fürchtet, falsche Worte verwendet zu haben, und das auch noch in der falschen Reihenfolge. Und diejenigen, die sie lesen, werden nicht in der Lage sein, zu erkennen, was sie erkennen sollen.", teilt der Ich-Erzähler seine Bedenken mit. Doch auch hier kann als Einschätzung ein Satz Kristopher Jansmas herangezogen werden: In "jedem Wort, an jedem Ort spürte ich ein sich entfaltendes Universum von Geschichten, die nur darauf warteten, dass ich sie Wirklichkeit werden ließ." Kein einfaches Buch und sicher auch nicht eben mal so nebenher zu konsumieren, wenn man die "wahren" Schichten tatsächlich ausschürfen möchte. Jansmas Roman ist elegant, modern, stilisiert und auch witzig. Er ist einfallsreich, mitunter exzentrisch, ausgeklügelt und komplex. Ein äußerst einfallsreiches, kluges und interessantes Buch, auch wenn es mir persönlich zuweilen doch einen Tick zu konstruiert erscheint. - Erik Kellen
SeelenZauber: Die Wahrheit
(10)Aktuelle Rezension von: Julia_Kathrin_MatosDie Anfangshandlung, die in Nilahs Seele verortet ist, ist schön geschrieben, inhaltlich anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Ich konnte mit diesem spirituell Angehauchten und den Figuren erstmal nicht so viel anfangen - u. a. darauf zurückzuführen, dass ich in meiner Kindheit andere Bücher gelesen habe (Lindgren, Kästner, Ury, etc.) als diejenigen, die hier Pate standen. Es ist mir dann aber gelungen, mich auch in dieses Storyelement "hineinfallen" zu lassen. Die letzten Seiten des Romans haben mich dann nochmals irritiert. Sprachlich irgendwie wunderschön, aber auch ziemlich rätselhaft-mysteriös. Nach nochmaligem Lesen lässt sich einiges noch besser verstehen.
5 Sterne. Warum?
Die Story ist megaspannend und hält viele unerwartete Elemente bereit.
Insbesondere die Interaktionen zwischen Nilah und Liran sind zauberhaft. Erik Kellen hat wieder mit ganz viel Liebe geschrieben, was sich auf mich als Leserin übertragen hat.
Meine eigene Fantasie wurde intensiv angeregt. Kopfkino ist schon etwas ganz Tolles. :-)
Ich habe zwischenzeitlich viele weitere Bücher gelesen, aber "GezeitenZauber" und "SeelenZauber" wirken bei mir gedanklich immer noch nach.
Beide Romane bilden ein Plädoyer für eine bessere Welt. Und ich glaube, ich bin durch das Lesen dieser Bücher ein ganz kleines bisschen zu einem besseren Menschen geworden - ein ganz kleines bisschen toleranter, empathischer, dankbarer ...
Und wenn das keine 5 Sterne verdient hat, was bitte dann?! - Jessica Koch
Die Endlichkeit des Augenblicks
(166)Aktuelle Rezension von: november2014Inhalt:
Samantha lernt die beiden Freunde Basti und Josh kennen, die unterschiedlich nicht sein können. Basti ist trotz seines schweren Schicksals, dass ihn an den Rollstuhl kettet, ein fröhlicher und lebenslustiger Mensch. Im Gegensatz dazu leidet Josh an Depressionen und verbreitet immer schlechte Stimmung. Schnell werden Basti und Sam ein Paar. Doch auch Josh findet immer mehr Gefallen an Sam. Was bedeutet das für die Freundschaft von Basti und Josh?
Meinung:
Die „Danny-Triologie“ von Jessica Koch hatte mir richtig gut gefallen und auch emotional ziemlich berührt. Leider kann ich das bei diesem Buch nicht behaupten. Das fing schon mit dem Schreibstil an, der überhaupt keinen Tiefgang hatte. Die einzelnen Kapitel, die abwechselnd aus der Sicht der einzelnen Protagonisten geschrieben sind, waren viel zu kurz. Ich konnte überhaupt keinen Zugang zu den Protagonisten finden- Auch viele Handlungsstränge waren für mich nicht nachvollziehbar. Die Charaktere waren mir bis auf „Basti“ unsympathisch.
Es gab natürlich auch durchaus positive Aspekte. Was mir zum Beispiel richtig gut gefallen hat, waren die Zitate die immer wieder im Buch vorkommen. Vor allem das Zitat am Anfang von Johnny Depp: „Wenn du zwei Menschen zur gleichen Zeit liebst, dann entscheide dich immer für den zweiten, denn er hätte niemals dein Herz erobert, wenn der erste der Richtige gewesen wäre.“ Dieses Zitat hat mich richtig berührt und hat eine Menge an Emotionen versprochen. Leider war dies meiner Meinung nach absolut nicht der Fall. Einige sind trotz allem sehr schön gewesen.
Fazit:
Leider konnte mich das Buch nicht überzeugen und hat mich regelrecht enttäuscht. Von mir daher auch keine Weiterempfehlung. Ich habe noch ein Buch von der Autorin auch meinem Sub und hoffe sehr dass es mir besser gefällt.
- Horst Eckert
Apfel, Zimt und Todeshauch 2020: Krimi-Adventskalender mit 24 Karten zum Aufhängen
(1)Aktuelle Rezension von: Igelmanu66»Dann entkorkte ich eine Flasche Wein und fragte mich, wo Max blieb. Um einundzwanzig Uhr rief ich ihn zurück, doch es meldete sich nur die Mailbox. Ich sagte mir, dass ich froh sein sollte, wenn mein alter Freund mich versetzte… Doch schließlich ließ mich der Gedanke an den Einbruch nicht los, von dem Max berichtet hatte.«
Wie man sich an dieser Stelle schon denken kann, war Max nicht mehr in der Lage, zum vereinbarten Treffen zu erscheinen, er wurde Opfer eines Anschlags. Der Ich-Erzähler in diesem Krimi-Adventskalender, ein Journalist, macht sich an die Aufklärung. Wer ermordete Max? Und vor allem warum?
Von Horst Eckert habe ich schon eine ganze Reihe von Büchern gelesen. Ich schätze seine Art, Spannung und eine intelligente und anspruchsvolle Handlung miteinander zu verbinden. Auch hier gelingt ihm das, obwohl die Herausforderung (verteilt auf 24 „Türchen“) nicht ohne ist.
Zu jedem Tag gibt es eine Karte, geformt wie eine Weihnachtskugel, die man mit in der Dose enthaltenen goldenen Bändern aufhängen kann. Die Vorderseite zeigt jeweils ein wechselndes Motiv, das mit der Handlung des Tages zu tun hat. Der Text findet sich entsprechend auf der Rückseite und ich muss gestehen, dass ich mich arg beherrschen musste, um nicht vorzulesen.
Der Tonfall des Erzählers ist recht cool und lässig, ich konnte mir den Protagonisten so sehr gut vorstellen, sah ihn förmlich vor mir. Bei der Kürze des gesamten Textes ist das natürlich ein wichtiger Punkt. Wirklich positiv überrascht war ich von der aufgebauten Spannung, das habe ich bei einem Krimi-Adventskalender in der Form noch nicht erlebt. Auch die politischen Aspekte, die Horst Eckert sehr gerne und gut in seine Bücher einbringt, fehlten nicht und den Abschluss kann man schon recht böse nennen.
Fazit: Nichts für Freunde des Cosy-Krimis. Wer eine Alternative zum gemütlichen Weihnachtskrimi sucht, sollte hier Spaß haben.
- Laurent Schafer
Cosmix
(36)Aktuelle Rezension von: AnndlichCosmix - Vom Urknall bis zum Menschen ist eine Graphic Novel von Laurent Schafer, die sich für 224 Seiten sehr viel vorgenommen hat. Klar, dass es inhaltlich nicht in die Tiefe gehen kann und dennoch bekommt man viele interessante Fakten und Wissen geliefert, das einen guten Einstieg bietet und Interesse wecken kann.
Der Zeichenstil ist super angenehm, die Farben gut gewählt und aufgrund des hohen Textanteils ist auch die eher dezente Farbwahl genau richtig. Die Graphic Novel hat im Gegensatz zu vielen anderen einen sehr hohen Textanteil, der einen phasenweise erschlägt und auch informativ eine extreme Dichte aufweist, sodass Cosmix keine einfache Lektüre darstellt.
Mir hat die komprimierte Darstellung des Wissens gut gefallen, gleichzeitig ist es ein schmaler Grat zwischen ‚es fehlt Tiefe, um die komplexen Themen wirklich nachvollziehen zu können‘ und ‚es ist zu komprimiert, sodass sich Information an Information reiht und kaum Luft zum atmen bleibt‘. Letzteres ist möglicherweise etwas, das sich vor allem Graphic Novel Leser:innen eigentlich wünschen, weswegen eine Entzerrung (und dementsprechend mehr Seiten) Cosmix für meinen Geschmack gut getan hätten.
Den Humor muss man wohl mögen, manche Dinge werden sehr flapsig formuliert. Vermutlich um aufzulockern, auf die Dauer wirkt es jedoch eher gegenteilig.
Cosmix eignet sich vermutlich vor allem für jene, die gerne Graphic Novels lesen und sich dabei erstes Wissen aneignen, das sie dann an anderer Stelle vertiefen.
- Anne Scheller
Ravensburger Exit Room Rätsel: Gefangen im Hotel
(27)Aktuelle Rezension von: almetchenStell dir vor, du fährst in den Urlaub und wachst alleine in einem Zimmer auf, dass du zuvor noch nie gesehen hast. Die Tür ist verschlossen und du findest keinen Schlüssel. Das einzige, was du findest sind seltsame Hinweise und Rätsel, die dir helfen sollen in die Freiheit zu gelangen.
Diese Exit Buch für Kinder finde ich sehr gelungen. Die Geschichte ist sehr spannend und die Rätsel sehr vielfältig. Es muss kombiniert, geschnitten und gefaltet werden. Da kommt bestimmt keine Langeweile auf. Es gibt zwei Räume, die nacheinander bespielt werden. Die Seiten der einzelnen Rätsel sind immer verschlossen und werden erst geöffnet, sobald das Rätsel an der Reihe ist. Für jedes Rätsel gibt es zwei Tipps und eine Lösung.
Wir freuen uns schon auf die nächsten Exit-Bücher - Reinhard Schultze
Das Wasserhaus
(25)Aktuelle Rezension von: GwhynwhyfarDer Anfang: «Wenn sie ihnen heute die Geschichte ihrer Familie erzählen wird, wird sie sich Papa zum Vorbild nehmen. Papa hat seinen Job damals gut gemacht und wenn sie ihren Job ebenso gut machen wird, werden Mies, Senta, Flocke und Jeffrey das fehlende Brimborium hinzustaffieren: all das, was es einmal gegeben hat, aber seit 1945 nicht mehr gibt – seit jenem Tag, an dem eine in letzter Minute abgeworfene Kriegsbombe die Familienburg zu einer Ruine reduziert hat.»
Wem gehört das Wasser? Gehört es Konzernen, die Besitz anmelden oder ist Wasser ein Allgemeingut, das allen Menschen gehört, zu dem jeder Zugang haben muss? Wird es einen Wasserkrieg geben? Mit diesem Thema beschäftigt sich der Roman. Ich habe mich schwergetan beim Lesen, hin und wieder quergelesen, besonders am Anfang. Konstrukt und Stil haben mir den Zugang zu dem gut gemeinten Buch versperrt.
Die Allgäuer Familie Holzrichter hat tiefe Wurzeln, eine bewegende Geschichte mit Stolz und Tradition. Das Oberhaupt ist Ma. Zum Familienbesitz gehört eine Burgruine in Sachsen; nicht verkäuflich, da Ruine. Eine der letzten Kriegsbomben zerstörte die Burg, verblieben ist das intakte Wasserhaus auf dem Gelände. Mutter Marianne, genannt Ma, hat vier Kinder: Mies, Jeffrey, Senta und Flocke. Ma hatte das Gebäude einer insolventen Regenschirmfabrik erworben, um es in ein Geschäftshaus umzuwandeln. Und nun will sie in ein Projekt einsteigen, das sich um die Wiederaufarbeitung von verschmutztem Wassers in Südafrika kümmert. Für den Kredit des Unternehmens muss sie allerdings die Familienburg, bzw. das Wasserhaus, als Banksicherheit einsetzen. Sie darf das nicht allein entscheiden, benötigt die Unterschriften der gesamten Familie. Der Roman beginnt mit dem Familientreffen und uralten Geschichten aus der Familienchronik, bis hin zu den Raubrittern. Nun werden sämtliche Familienmitglieder mit ihren Eigenheiten vorgestellt. Ich fragte mich, wo will der Autor mich hinführen? Diese Anreihen von Anekdoten der Familiengeschichte, mehr oder weniger zusammenhanglos hat mich eher gelangweilt und die reihenweise Vorstellung der Personen schien mir reichlich konstruiert. Man bastelt zusammen, was aneinanderkrachen muss und das kompakt, ohne es literarisch Stück für Stück aufzublättern.
«Man bekommt schon ’ne Menge mit. Die Profs sind gut, sagt sie.
Und die Jungs? Er grinst.
Sie überlegt. Die meisten ihrer Kommilitonen haben sich vagabundierenden Idealen verschrieben. Das Projekt, für das sie sich sofort gemeldet hat, lautet »Menschenrechte und Arbeitsbedingungen in der Globalisierung«. Ihre Familie inklusive Jeffrey würde es bestimmt für Kinderkram halten, allerdings findet sie, es kann nicht schaden, selbst darüber zu diskutieren, anstatt Fernsehmoderatoren zuzusehen, wie die mit ihren Showgästen darüber reden.»
Adoptivsohn Jeffrey, genannt Boxer, ist in Afrika geboren. Er musste Jura studieren; so wollte es Ma. Nun arbeitet er als Anwalt für Gesellschaftsrecht. Er ist der Typ-Klappehalten, hält sich aus jedem Konflikt heraus. Mies arbeitet bei einem Schweizer Lebensmittelkonzern auf verantwortungsvollem Posten – das große N lässt grüßen. Senta, Architektin und Mitherausgeberin einer Architekturzeitschrift hat gerade ein Baby bekommen und pflegt Work-Balance, will nur noch Teilzeit arbeiten, um für die Familie Zeit zu haben. Flocke wird «Die Bundeskanzlerin» genannt, hat Politik studiert, setzt sich für Menschenrechte und soziale Projekte ein. Der Vater ist UNI-Professor.
Neben dem Hauptthema Wasser kommen Konzernpolitik (was ja noch passt), Diversität, verschiedene Familienstrukturen und Lebensmodelle, Arbeitsüberlastung, Weltansichten usw. zum Tragen, was den Roman thematisch überfrachtet und konstruiert wirkt; Gesellschaftliches wird eben auch nur angeschrammt, die Themen erhalten keine Tiefe bei der Masse. Trotz oder vielleicht gerade darum bleiben die Charaktere hölzern und und seelenlos.
«Berichtet man die Geschichte Erwachsenen, ist sie ermüdend, denn der Erzähler verfängt sich im Gestrüpp stochernder Rückfragen.»
Endlich geht es dann um das Hauptthema, das Wasserprojekt in Südafrika. Wem gehört das Wasser? Das Problem der Wasserknappheit auf unserem Planeten wird dargestellt, der Krieg ums Wasser, die Verschwendung. Interessant fand ich u.a. das Problem der stillgelegten Minen; Wasser, das hineingepumpt wird, Regenwasser, das sich dort sammelt und Sulfidmineralien auswäscht – ein Trinkwasserproblem entsteht. Es geht um den Krieg der Konzerne, die Wasserrechte, Landwirtschaft, um unseren eigenen verplemperten Wasserverbrauch, den sorglosen Umgang mit Ressourcen. Und hier passiert das, was in manchen aufklärenden Romanen nicht funktioniert: die langen wissenschaftlichen Einlagen, die dem Leser das Thema erklären – hier extrem, zerstören den Fluss der Geschichte. An vielen Stellen klingt es hier nach abgeschriebenen Passagen aus Büchern und Aufsätzen, die absatzweise hineinkopiert wurden. Am Ende sage ich mir, da hat jemand viel und gut recherchiert, konnte sich von seinem Material nicht trennen und hat drum herum eine Geschichte gebaut, Figuren erfunden, die dort hineinmüssen. Nicht die Erzählung hat das Wort, sondern das Wissen aus dem Fachjournal. Was mich zusätzlich nervt, ist der ganz hoch erhobene Zeigefinger gegenüber dem Leser. Ich sage dir, wie du zu denken hast, was du falsch machst. Ich liebe aufklärende Romane. Belehrende Romane mag ich nicht. Und kommen wir zur Stilkritik. Derzeit ist es in Mode, die grammatischen Zeichen der wörtlichen Rede wegzulassen. Bisher hatte ich nie ein Problem damit, weil dies stilistisch sicher eingesetzt wurde. Hier hat es mich erschlagen, da das Buch fast ausschließlich aus Dialogen besteht. Bisweilen ist man verwirrt: Wer, wie, was wird gesagt, gedacht, wer handelt? Es gibt interessante Informationen in diesem Buch zum Thema Wasser, einiges ist bekannt, anderes nicht so verbreitet. Aber ganz ehrlich, bei Interesse ist es besser zum Thema ein Sachbuch zu lesen.
Reinhard Schultze wurde in Aachen geboren und studierte Rechtswissenschaften in Berlin. Nach Abschluss seiner Promotion arbeitete er als Anwalt und Justiziar einer Landesfilmförderung in Potsdam-Babelsberg, bevor er 2000 nach München wechselte, wo er seither lebt und als Syndikusrechtsanwalt im Medienbereich arbeitet. Neben wissenschaftlichen Veröffentlichungen erschien 2018 sein Debütroman »Schneefeuerball«. Wie diesen sieht Autor Reinhard Schultze auch »Das Wasserhaus« ganz in der Tradition jener Universalromane, die Gesellschaftliches, Politisches und Historisches miteinander verweben, um auf diesem Boden die Geschichten ihrer Helden zu erzählen.
https://literaturblog-sabine-ibing.blogspot.com/p/wasserhaus-von-reinhard-schultze.html
- Erik Kellen
GezeitenZauber - Die Bestimmung
(31)Aktuelle Rezension von: Julia_Kathrin_MatosAls riesiger Fan von "Nimmerherz I und II" mein 3. Buch von Erik Kellen. Kein Buch, dass ich mal so auf die Schnelle durchlesen konnte.
Nichts für zarte Gemüter, da es auch psychisch schon ziemlich hart abgeht. Und ungeeignet für Personen, die sich mal nebenbei mit etwas seichter Fantasy-Literatur berieseln lassen möchten.
Wer die anspruchsvolle Sprache versteht und sich auf die Story einlässt, wird belohnt.
Die Hauptprotagonisten Nilah und Liran habe ich schnell ins Herz geschlossen. Die Hintergründe und Motive zahlreicher Nebenfiguren (z. B. Tok, Sunabru, Mohamed) habe ich hingegen nicht gleich verstanden. Dass sehr viel angedeutet wird und in Rätseln gesprochen wird, war mir an einigen Stellen etwas zu viel. Da ich den Nachfolgeroman aber auch schon gelesen habe, weiß ich, dass diese Mysterien durchaus beabsichtigt sind und Auflösungen später folgen. Bin halt nur nicht so der geduldige Typ. ;-)
Erik Kellen versteht es, durch seine Wortgewandtheit in die Handlung "hineinzusaugen" und die Hauptprotagonisten lebendig zu machen, sodass man sich mitfreut und mitleidet. Ich liebe besonders die Szenen mit Liran und die Szenen, in denen Nilah und Liran miteinander (unmittelbar oder gedanklich) interagieren. Ich habe mich regelmäßig in ihren Bann gezogen gefühlt.
Eine wundervolle Seelenreise hat ihren Anfang genommen.
Ein Buch, das lange in Erinnerung bleibt und in seinen Botschaften nachwirkt. - Thomas Baum
Tödliche Fälschung
(21)Aktuelle Rezension von: Bellis-PerennisChefinspektor Robert Woschädl besucht seiner Frau Karoline zuliebe ein Konzert des Linzer Kammerorchesters und zwängt sich dafür sogar in Smoking und Kummerbund. Doch aus dem Musikgenuss wird nichts- hinter den Kulissen findet man Markus Holl, den stimmführenden Bratschisten erdrosselt vor - mit einer Bratschensaite, Tonhöhe D. Schnell stellt sich heraus, dass der Musiker allseits unbeliebt war. Jedes Orchester, so die Dirigentin, sei eine Schlangengrube. Verdächtig ist gleich einmal der anderen Bratschist, Gernot Braunschweiger, der am Toten kein gutes Haar lässt.
Doch kann die berufliche Konkurrenz wirklich ein Motiv sein? Oder ist es doch Holls Privatleben, in dem - wie gemunkelt wird - auch die schöne Solistin Clarissa Bianchi eine nicht unbedeutende Rolle spielt? Als Worschädl im Zuge der Ermittlungen auf eine gefälschte Banknote stößt, erhält der Mord an Holl eine brisante Dimension. Und warum macht sich der Linzer Stadtrat mit dem Schmiss, Raimund Sedlak so wichtig?
Während sich im österreichischen Linz alles um den toten Musiker dreht, hat Giuseppe Bertini im schönen italienischen Chiusi ganz andere Probleme: Seine blinde Nichte Nina ist entführt worden, um seine weitere Mitarbeit beim Herstellen von Druckerzeugnissen zu erzwingen.
Meine Meinung:
Thomas Baum hat mit Robert Woschädl einen Ermittler geschaffen, der sich nicht verbiegen lässt, auch wenn es ihn wahrscheinlich seine Karriere kostet. Er neigt zu Eigenmächtigkeiten und ermittelt auch gegen Politiker wie Stadtrat Sedlak, wenn diese sichtlich Dreck am Stecken haben.
Gemeinsam mit Sabine Schinagl, seiner alleinerziehenden Kollegin von zwei Kindern, davon eine schwer pubertierende Tochter, löst Worschädl seine Fälle bravourös. Sehr zum Missfallen ihres Vorgesetzten Schweitzer, der den renitenten Worschädl trotz der hohen Aufklärungsrate lieber in Pension oder bei der Schulwegsicherung als in seinem Team sehen möchte.
Sehr gut gefällt mir Worschädl Ehefrau Karoline, die Psychologin ist und ihren Mann in allen Belangen unterstützt. Deshalb fahren die beiden quais privat nach Italien, auch wenn Worschädl Dienstausweis und Waffe im Auto mitführt, um einer Spur nachzugehen, die so mancher lieber vertuscht gesehen hätte.
Der Schreibstil ist flott und der Krimi lässt sich flüssig lesen. Die unterschiedlichen Perspektiven lassen zunächst offen, wie die Ereignisse zusammenhängen. Dadurch ist viel Platz für eigene Überlegungen. Ich habe recht bald herausgefunden, welche Verbindungen es geben könnte und habe im Großen und Ganzen Recht behalten.
Die Charakter sind sehr gut durchdacht. Worschädl hat die eine oder andere kleine Schwäche, die Ehefrau Karoline durchschaut und subtil steuernd eingreift.
Fazit:
Mir hat dieser 2. Fall für Robert Worschädl und Sabine Schinagl sehr gut gefallen, da auch der feine Humor des Autors nicht zu kurz kommt. Gerne gebe ich hier 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
- Pham Dinh Tuyen
Faszinierende Origami-Tiere (Die Kunst des Faltens)
(1)Aktuelle Rezension von: KleinerVampirBuchinhalt:Aus 20 relativ einfachen Grundformen lassen sich viele tolle Tiere falten – 28 um genau zu sein. Von Insekten über Meerestiere bis hin zu Säugetieren ist alles vertreten. Wenige Handgriffe, ein quadratisches Papier und etwas räumliches Vorstellungsvermögen: wer schon Erfahrung gesammelt hat in der Kunst des japanischen Papierfaltens, wird von den hier vorgestellten Modellen begeistert sein!
Persönlicher Eindruck:
Vorab zu erwähnen sei, dass es sich beim vorliegenden Buch um ein Buch mit anspruchsvollen Faltprojekten handelt – in den von TOPP bewährten drei Stufen auf Level 3. Genau das war es, was mich sofort faszinierte. Meist enthalten Origamibücher simple Faltmodelle, die auch mit Kindern gebastelt werden können, die aber den versierten Bastler schnell langweilen. Anders hier.
Wie schon aus anderen Büchern des Verlages gewohnt, bereitet das Buch auch hier eine Schritt-Für Schritt-Anleitung zu jedem Faltprojekt, farbige Detailskizzen und Einzelschritte machen das Nachbasteln zum Vergnügen, wenn auch manches Modell zunächst kniffliger ist, als erwartet und man auch etwas Geduld mitbringen muß.
Origami an sich schult Auge, Koordination und räumliches Vorstellungsvermögen. Tiere zu falten ist meditativ – man kann super entspannen und die Freude, am Schluß ein kompliziertes Objekt aus einem einfachen Stück Papier geschaffen zu haben, ist nicht von der Hand zu weisen.
Ich selbst habe aus den fertigen Falttieren ein Mobile gefertigt – der eigenen Kreativität sind trotz fest vorgegebener Arbeitsschritte keinerlei Grenzen gesetzt.
Der Preis von 22 € für das 128 Seiten stakte Hardcover liegt durchaus im oberen Segment, aber die Investition lohnt sich: alles in allem ist das Buch ein geniales Kreativbuch für den anspruchsvollen Bastler. Davon sollte es wirklich noch mehr geben!
- Margarete van Marvik
Albtraum
(29)Aktuelle Rezension von: DydiFranziska ist ein ungewolltes Kind, das sich selbst überlassen wird und auch als es ins Heim kommt, nur wenige glückliche Momente erleben darf. Auch als sie älter wird, zieht sie unschöne Ereignisse an und hat sehr damit zu hadern. Kraft gibt ihr alleine das Nähen und die wenigen guten Freundinnen.
Krasse traurige, erschreckende, wahre Geschichte, die man keinem Menschen nur annähernd so wünscht. Und man hofft, dass Franziska es schafft, ihr Leben in den Griff zu bekommen.
- Thomas Christian Kotulla
Was soll ich hier?: Eine Begründung der Welt
(14)Aktuelle Rezension von: WindflugEin Buch, das im Untertitel angibt, „eine Begründung der Welt“ zu liefern, lehnt sich sehr weit aus dem Fenster - und macht damit auch gleich klar, dass es sich hier um ein Buch handeln muss, das anders als es der Klappentext angibt, eine deutliche Richtung hat, nämlich die hin zum Christentum als die Antwort auf die behandelten großen Fragen der Menschheit.
Dass das nicht von vornherein klar ist, könnte Nichtchristen, die sich mit diesen Fragen beschäftigen wollen, etwas ärgern, weil sie eben in eine bestimmte Richtung gedrängt werden. Andererseits muss man allerdings auch sagen, dass ein Buch, dass Antworten auf solche Fragen verspricht, notwendigerweise eine bestimmte Richtung gehen muss, denn diese Fragen zeichnen sich ja gerade dadurch aus, dass sie eben keine allgemeingültige, rational für alle erfassbare Antworten haben.
Von daher sollte man das Buch als das lesen, was es ist: die gedankliche Reise eines Menschen, der sich auf philosophischem Wege dem christlichen Glauben angenähert und hier Antworten gefunden hat. Dann kann es meiner Meinung nach auch für Nichtchristen gewinnbringend gelesen werden, wenn man eben nur den Gedanken des Autors folgt und für sich zu anderen Schlüssen kommt. Zumal diese Schlüsse in der Regel durchaus offen formuliert werden und zu eigenen Gedanken anregen wollen.
Für mich war diese gedankliche Reise außerordentlich spannend und gut nachvollziehbar zu lesen. Natürlich war es für mich einfacher, da ich selbst Christin bin. Aber auch für Christen bietet das Buch viel Stoff zum Nachdenken und dazu, sich seinem Glauben von anderen Gesichtspunkten aus zu nähern.
Die Kürze des Buches (gerade einmal 184 Seiten) führt natürlich zu einer etwas vereinfachten Darstellung, bei der viele Dinge nur angerissen werden. Schön fand ich dabei die vielen Anmerkungen und Literaturhinweise, die zum einen die Möglichkeit zur Vertiefung bieten, zum anderen aber auch deutlich machen, dass man kene unausgegorenen Gedankenkonstrukte liest, sondern auf Literatur und Quellen fundiert aufgebaute Thesen, die nicht nur vom Autor stammen, sondern eben auch wissenschaftlichen Thesen anderer aufgreifen.
Andererseits waren mir manche Fußnoten auch zu viel - oft wiederholt sich eine Anmerkung bei jeder Erwähnung eines Problems wieder und wieder, und da es sich tatsächlich eigentlich nicht um Fuß-, sondern um Endnoten handelt, unterbrach das oftmals unnötigerweise den Lesefluss.
Insgesamt war es für mich ein flüssig zu lesendes, regelrecht spannendes Buch, das viele gute Ideen bietet, zu eigenen Gedanken anregt und sich dem Christentum einmal weniger dogmatisch oder gefühlsmäßig, sondern auf logischem Wege zu nähern versucht. Aber es war mir letztlich doch zu viel in einen zu kurzen Text gepackt, so dass ich mit einem leicht unbefriedigenden Gefühl zurückblieb, dass mir da jemand zu schnell zu viele einfache Antworten bieten wollte, wenig verschiedene Richtungen auslotete, sondern gleich die Antworten besprach, die er selbst gefunden hatte, und viele Fragen einfach gar nicht erst stellte.
Und dafür fand ich den Titel dann doch etwas zu hochgestochen.























