Bücher mit dem Tag "antikriegsroman"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "antikriegsroman" gekennzeichnet haben.

29 Bücher

  1. Cover des Buches Im Westen nichts Neues (ISBN: 9783462046335)
    E.M. Remarque

    Im Westen nichts Neues

     (1.176)
    Aktuelle Rezension von: julia-elysia

    Ich habe das Buch sowohl in der neunten Klasse als auch in der Universität im vierten Semester gelesen (ich studiere Germanistik/Geschichte). Beide Male wurde mir vor Augen geführt, wie wichtig dieses Buch ist und wie wichtig es auch ist, sich mit diesem auseinanderzusetzen.

    Es handelt sich nicht um eine biografische Erzählung, jedoch um eine Erzählung, die repräsentativ für die Erlebnisse der Soldaten im Ersten Weltkrieg stehen kann. Als Leser erhält man einen Eindruck, wie sich die Soldaten an der Front gefühlt haben, wie sie damit umgegangen sind, dass sie keinen persönlichen Bezug mehr zu den Gegnern hatten, und wie sie damit umgegangen sind, als sie dem Gegner erstmals von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen und realisieren, dass sie genauso Menschen sind wie sie selbst.

    Verluste, Umgang mit Entfremdung (vor allem in der eigenen Heimat und auch in Bezug auf die Gegner) und der Kampf ums Überleben sind zentrale Themen des Romans.

    Der Protagonist Paul steht nicht für ein einziges Individuum, sondern für viele Soldaten im Ersten Weltkrieg, die gemeinsam diese Erfahrungen gemacht, gelitten und ihre Seelen und ihre Leben geopfert haben.

    Selbst, nachdem ich den Roman zum zweiten Mal gelesen habe, kann ich sagen, dass es für mich immer noch ein 5-Sterne-Buch ist.

  2. Cover des Buches Unter der Drachenwand (ISBN: 9783446258129)
    Arno Geiger

    Unter der Drachenwand

     (82)
    Aktuelle Rezension von: Stephanus

    Mondsee in Österreich 1944. Nach mehr als vier Jahren Krieg treffen am Mondsee, der bislang vom Krieg verschont wurde, der traumatisierte Soldat Veit, die Lehrerin Margot, die mit ihrer Klasse aus Wien verschickt wurde und Margot mit ihrem Baby aufeinander. Es entwickelt sich das Leben in einer Idylle, die scheinbar vom Krieg verschont wurde. Nach und nach kommt aber immer mehr der Krieg ins Leben der Menschen und die Hoffnung auf ein siegreiches Ende des Krieges sind längst verflogen. Als Veit und Margot zusammenkommen und Veit jeden Tag fürchten muss wieder an die Front geschickt zu werden, bekommt das Idyll starke Risse und die Sehnsucht nach einem Leben ohne Krieg wird immer stärker. Diese Sehnsucht verzehrt die Menschen und die Hoffnungslosigkeit breitet sich aus.

    Dem Autor gelingt mit einer tollen Sprache und großer Stilistik ein wundervolles Buch über drei Menschen, die zerrissen sind vom Krieg und dessen Folgen, das vermeintliche Glück gefunden zu haben in einem kleinen Idyll, aber vom großen Krieg wieder eingeholt werden. Die Sehnsucht nach einem normalen Leben wird exzellent eingefangen und auch die Hoffnungslosigkeit des Krieges gelingt als Darstellung. Ein aufrüttelndes Buch, das mich überzeugt hat und daher eine klare Empfehlung.

  3. Cover des Buches Schlachthof 5 (ISBN: 9783455405552)
    Kurt Vonnegut

    Schlachthof 5

     (111)
    Aktuelle Rezension von: JohnnyZombie

    "Schlachthof 5" ist eines der ungewöhnlichsten Bücher, die ich je gelesen habe. Es geht um Billy Pilgrim, der als Gehilfe eines Predigers im zweiten Weltkrieg Gefangener der Deutschen wird und immer wieder zwischen diesen traumatischen Ereignissen und Erinnerungen aus der Zukunft wechselt.

    Was die Geschichte unter anderem besonders macht, ist, dass sich autobiografische Elemente mit komplett fiktiven mischen. Es gibt ein Vorwort, in dem Vonnegut selbst davon berichtet, wie dieses "Buch über Dresden" zustande gekommen ist und an einer Stelle, als Billy einem bestimmten Soldaten flüchtig begegnet, schreibt er sogar, dass er das gewesen sei.

    Gerade weil die Handlung so ungewöhnlich aufgebaut ist und zwischen den verschiedenen Zeiten und Dingen, die (rational gesehen) wirklich so passiert sind oder komplett ausgedacht sind, springt, konnte sie mich fesseln. Obwohl durch den Schreibstil immer eine gewisse Distanz zum Protagonisten behalten wird, ist sein Innenleben mit großer Einfühlsamkeit und Sorgfalt betrachtet worden.

    Es braucht vielleicht ein Buch wie dieses, um sich der Absurdität des Krieges bewusst zu werden. Vonnegut schafft es mit seinen fast schon sachlichen Beschreibungen der geschehen Gräueltaten ein klares und erschreckendes Bild der Situation zu zeichnen.

    Alles in allem ist "Schlachthof 5" berührend und lädt auf eine ganz andere Art zum Nachdenken über den Krieg ein als moralisierende Kommentare und wissenschaftliche Artikel.

  4. Cover des Buches Catch 22 (ISBN: 9783866155237)
    Joseph Heller

    Catch 22

     (90)
    Aktuelle Rezension von: Anton_Loewe
    Ich habe vor Kurzem die Miniserie von George Clooney gesehen und im Anschluss noch einmal den Roman gelesen. Keine Frage, dass der Roman die Serie um Längen schlägt.

    Catch 22 gilt als Antikriegssatire, doch Heller geht es sicher auch darum, die Mechanismen eines außer Kontolle geratenen Kapitalismus zu zeigen. Die Handlung des Romans spielt im Zweiten Weltkrieg, wobei viele Abschnitte eher an die McCarthy-Zeit erinneren. Wer schwarzen Humor mag, liebt dieses Buch bestimmt.
    Der Held Yossarian wird in eine absurde Welt geworfen, in der er kein Held sein möchte.

    Ach so: Wenn man sich überhaupt eine Verfilmung ansehen möchte, dann besser die von Mike Nichols (1970).

  5. Cover des Buches Der ewige Krieg (ISBN: 9783453315976)
    Joe Haldeman

    Der ewige Krieg

     (148)
    Aktuelle Rezension von: Masau

    Tolles Buch, hat mich positive an Starship Troopers  und Space Troopers erinnert. Für Fans dieser Bücher, zugreifen!

  6. Cover des Buches Das Sandkorn (ISBN: 9783257243253)
    Christoph Poschenrieder

    Das Sandkorn

     (32)
    Aktuelle Rezension von: parden
    DAS DRITTE GESCHLECHT...

    Jacob Tolmeyn begegnet dem Leser das erste Mal am 06. Juni 1915, als er, immer wieder innehaltend, durch die Straßen Berlins streift und dabei eine ganze Anzahl kleiner Säckchen Sand ausleert, Worte dazu murmelnd. Ein Verhalten, das nicht lange unbeachtet bleibt; bald schon folgt ihm ein ganzer Trupp Neugieriger, die sein Treiben gespannt beobachten. Grund genug, um einen Polizisten in den unruhigen Zeiten des Ersten Weltkriegs misstrauisch werden zu lassen. Und so wird der junge Mann verhaftet und aufs Polizeirevier gebracht. Kommissar Treptow übernimmt das Verhör Tolmeyns, das fortan als Rahmenhandlung zu einer ganz anderen Geschichte dient, die im Verlaufe der Befragung zutage tritt: der Rückblende in das Jahr 1914, kurz vor und nach Ausbruch des Krieges.

    Der Leser begleitet den Kunsthistoriker Jacob Tolmeyn nach Rom, genauer ins dortige Königlich Preußische Historische Institut, wo er alte Dokumente sichten und auswerten muss. Es überrascht ihn, als er plötzlich den Auftrag erhält, nach Südiatlien zu reisen, um der anstehenden Räumung der Krypta des Doms zu Andria beizuwohnen, wo die Gräber der Gemahlinnen von Friedrich II. vermutet werden, von Federico secondo, dem Stauferkaiser. Im Autrag von Wilhelm II., des letzten Deutschen Kaisers und Königs von Preußen, ergeben sich im Anschluss noch weitere Forschungsreisen nach Südiatalien, die Jacob Tolmeyn in Begleitung seines Schweizer Kollgen Beat Imboden absolviert.


    " °Matera (...) it eine alte malrische Bergstadt von 17081 Einwohnern.° - 'Herrgott noch mal', sagt er, 'wenn es der verdammte Baedeker doch wengistens einmal richtig hinbekäme. M a l e r i s c h? Nur wenn einer wie Hieronymus Bosch malt." (S. 307)


    Unter der apulischen Sonne, bei der Vermessung der staufischen Kastelle, stoßen sie auf Legenden und Vermutungen, viel Sand und Staub, eine große Hitze, primitive Unterkünfte, Landadel, Armut und eine Vielzahl steinerner Zeichen einstiger Macht, angenagt vom Zahn der Zeit, überlagert von Bautätigkeiten späterer Erpochen. Bei der letzten Forschungsreise wird den beiden Kunsthistorikern zudem eine Begeleitung aus dem italienischen Kriegspresseamt mitgeschickt, eine junge Frau zu ihrer Überraschung, Letizia. Jeder der drei hat jedoch seine ganz eigenen Themen, die im Verlaufe der Erzählung immer deutlicher zutage treten - alle sind auf ihre Art auf der Suche nach einem Leben, das nicht von Vorurteilen bestimmt ist..


    "Die beiden anderen können gut miteinander. Das sieht sogar Tolmeyn (...) Die Drei ist doch eine vermaledeite Zahl, denkt er, vor allem die Zwei in der Drei, die die einsame Eins macht." (S. 319)


    Die 'einsame Eins' in dieser Rechnung ist er selbst, Tolmeyn, der eifersüchtig reagiert darauf, dass sich sein Kollege Beat so gut mit Letizia versteht. Doch versucht er unbedingt, diese Eifersucht zu verbergen, denn nicht Letizia ist es, an der er heimlich selbst Interesse hat, sondern Beat, sein männlicher Kollege. Homosexualität - in Deutschland zu dieser Zeit streng verboten und per Paragraph 175 auch gesetzlich unter Strafe gestellt. Der Hauptgrund, weshalb Tolmeyn eine gutdotierte Stellung in Berlin aufgab und nach Rom ging, aus Furcht, erpressbar zu sein, als 'Freundling' oder Anhänger des 'Dritten Geschlechts' geoutet zu werden. Ein Leben und Lieben in Verborgenen, immer in der Furcht vor der Entdeckung. Und nun sitzt er in einem Berliner Verhörraum und läuft Gefahr, dass sein gut gehütetes Geheimnis gelüftet wird.

    Kaleidoskopartig erzählt der Autor scheinbar von leichter Hand geschrieben - und doch ist jedes einzelne Wort wohlgesetzt - von Geschehnissen kurz vor Beginn sowie kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Eine Vielfalt von Themen steht hier gleichberechtigt nebeneinander, man bekommt ein eindringliches Bild vermittelt von den Zuständen zu dieser Zeit. Poschenrieder gelingt es, einen historischen Roman, einen Kriminalroman, einen Roman über gesellschaftliche (In-)Toleranz, aber auch über die Liebe zu schreiben und bei all dem auch eine (Anti-)Kriegsgeschichte zu erzählen. Selbst nahezu beiläufig Erzähltes entwickelt sich hier zu einem interessanten Thema, wie z.B. der kleine Einblick in die Geschichte der Fotografie. Dabei wirkt das Buch keineswegs überfrachtet, die Elemente und Zeitebenen greifen gekonnt und passend ineinander wie das feingewirkte Innenleben einer komplexen Uhr - und der Schreibstil ist so leicht wie passend, authentisch zum gewählten Zeitalter, und dabei kein bisschen übertrieben.

    Ein vielschichtiger, spannender, anspruchsvoller Roman mit einem erzählerischen Sog von der ersten Seite an bis zum überraschenden Ende, ein fein geknüpfter Webteppich aus Geschichte und Geschichten voller schöner Bilder, dabei auch ein unaufdringlicher Appell zu mehr Menschlichkeit und Toleranz. Mit diesem Roman hat mich Christoph Poschenrieder sehr beeindruckt, und sicher wird es noch weitere Bücher von ihm geben, die den Weg zu mir finden.

    Von mir eine ganz eindeutige Leseempfehlung!


    © Parden
  7. Cover des Buches Die Liebe in diesen Zeiten (ISBN: 9783423217545)
    Chris Cleave

    Die Liebe in diesen Zeiten

     (65)
    Aktuelle Rezension von: MissNorge

    ✿ Kurz zur Geschichte ✿

    Mary North ist jung, hübsch und aus guter Familie. In ihrem ganzen Leben musste sie noch nichts Schwereres heben als ein Cocktailglas. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs meldet sie sich impulsiv und voller Enthusiasmus in London zur Truppenunterstützung. Sie wird allerdings ganz unheroisch nur als Hilfslehrerin an einer Schule eingesetzt. Dabei lernt sie Tom kennen, der bei der Schulbehörde arbeitet. Sie fühlen sich sofort zueinander hingezogen. Aber ihre Verlobung begegnet größeren Hindernissen als nur dem Widerstand von Marys Familie. Denn eines Tages kommt Toms Freund Alistair, der sich freiwillig gemeldet hat, auf Heimaturlaub, und sein Zusammentreffen mit Mary löst in ihnen beiden heftige, nie gekannte Gefühle aus. Doch sie werden einander so bald nicht wiedersehen. Briefe sind ihre einzige Möglichkeit, in Verbindung zu bleiben. Und bald überschattet das Drama des Krieges alles andere. Mary und Alistair sehen sich Erfahrungen ausgesetzt, die in ihrem Grauen fast unwirklich erscheinen. Wie lange werden sie noch aneinander Halt finden können?

    (Quelle: Amazon.de)

    ✿ Meine Meinung ✿

    Ich kann gleich schreiben, das dieses Buch nur 1* bekommen wird, weil es einfach nur …….. ist. Im Grunde hat mir, außer dem Cover an dem Roman nichts gefallen. Die Personen sind alle einfach nur unsympathisch, der Plot ist so träge und oftmals behäbig und die Dialoge einfach nur platt und sinnlos. Zudem wurden viele unnötige Sachen dazwischen erzählt, die mich einfach nur haben gähnen lassen. Mehr will ich dazu gar nicht schreiben. 

    ✿ Mein Fazit ✿

    Das Geld kann man sich für bessere Bücher sparen.

  8. Cover des Buches Der Weg zurück (ISBN: 9783942656788)
    E.M. Remarque

    Der Weg zurück

     (55)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis

    Diese Buch ist die Fortsetzung zu dem viel bekannteren Buch „Im Westen nichts Neues“. 

    Hier erzählt Erich Maria Remarque wie es der Handvoll Soldaten ergeht, die als Schüler auf die Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs eingerückt und danach an Körper und Geist verletzt wieder in ihr privates Umfeld zurückkehren.  

    Nichts ist mehr wie vorher. Den jungen Männern, die desillusioniert und orientierungslos sind, schlägt statt der einstigen Kriegsbegeisterung nur noch Verachtung entgegen. Niemand hat ein offenes Ohr für ihre berechtigten Anliegen. So schweigen auch diejenigen, die ein wenig über die erlebten Kriegsgräuel reden wollten auch noch. 

    Dieser Roman wird aus Sicht von Ernst Birkholz geschrieben (Paul Bäumer ist ja in den letzten Kriegstagen gefallen). Auch Ernst hat große Probleme an das Leben vor dem Krieg anzuknüpfen. Seine Schulkollegen und er können/sollen das Abitur nachmachen. Doch angesichts der Traumata ist es kaum möglich, sich mit Latein, Altgriechisch oder mathematischen Formeln zu beschäftigen. 

    Als einer der der Heimkehrer wegen Mordes vor Gericht steht, wirft der Autor die (berechtigte) Frage auf, warum das Töten im Zivilleben anders bewertet werden soll, als das vielfache Töten als Soldat. Darauf weiß natürlich keiner eine Antwort.  

    Fazit: 

    Ein weiteres beeindruckendes Buch aus der Feder von Erich Maria Remarque, das zu Unrecht im Schatten von „Im Westen nichts Neues“ steht. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.


  9. Cover des Buches Der rote Judas (ISBN: 9783499000393)
    Thomas Ziebula

    Der rote Judas

     (64)
    Aktuelle Rezension von: JudithP

    Dieser Krimi hat leider mehrere Krankheiten, die dazu geführt haben, dass ich relativ schnell das Interesse verloren habe.
    1. Er ist nicht spannend. Die Handlung plätschert so dahin, zwischendurch mit ein wenig Action aufgelockert, aber einen konsistenten Spannungsbogen, der einen dazu bringt, das Buch nicht mehr aus der Hand legen zu wollen, sucht man vergebens

    2. Gefühlt ein Drittel des Textes beschäftigt sich mit dem Protagonisten und seinen Problemen. E wirkt wie mit der Schablone für "Krimiheld aus den 20ern" ausgeschnitten. Mann mit Kriegstrauma? Check! Probleme mit der Ehefrau? Check! Ein Faktor, der ihn menschlich machen soll? (In diesem Fall ein kleines Kätzchen) Check! Mittlerweile entlockt mir eine solche Charakterisierung nur noch ein Gähnen, auch wenn ich dem Autor zu Gute halten muss, dass er sich ausführlich mit Kriegstraumata und ihren Folgen im Alltag auseinandergesetzt hat.

    3. Die restlichen Charaktere, inklusive der Gegenspieler, konnte ich kaum auseinanderhalten. Es hätten ruhig ein, zwei weniger sein können und dafür besser charakterisiert und einzigartiger. Das hätte dem Lesefluss auch sehr gut getan, weil man nicht ständig überlegen muss, wer das denn jetzt schon wieder ist.

    4. Frauen existieren in dem Buch nur als Nebencharaktere, die im besten Fall noch Hinweise geben dürfen. Ansonsten sind sie dafür da, dem Protagonisten wahlweise Sorgen zu bereiten oder sich von ihm retten zu lassen (bis auf eine Ausnahme). Bei ihren Beschreibungen sind zwei Dinge immer wichtig: Die Oberweite und die Gesichtszüge. Auch eine als eher burschikos dargestellte Frau hat noch "feine" Züge, denn es wäre ja furchtbar, wenn eine Frau mal nicht hübsch ist. Männer dagegen haben natürlich "harte, forsche, kantige" Züge. Eine Handlangerin der Gegenspieler tritt leider nur sehr kurz auf, aber ihre Geschichte hätte mich am Ende mehr interessiert als der ganze Roman. Schade.

    Das Buch ist jetzt nicht der schlechteste Krimi den ich je gelesen habe und man merkt, dass der Autor viel Recherche betrieben hat. Der Schreibstil war auch angenehm zu lesen. Daher 2 Sterne. Aber es wäre noch viel mehr möglich gewesen und das finde ich sehr schade.

  10. Cover des Buches Zeit zu leben und Zeit zu sterben (ISBN: 9783462019841)
    Erich M. Remarque

    Zeit zu leben und Zeit zu sterben

     (40)
    Aktuelle Rezension von: Brian Brazzil
    Der junge Soldat Ernst Gräber hat keine wirkliche Hoffnung mehr, jemals seinen schon zweimal verschobenen Urlaub zu bekommen. Während er in einem russischen Dorf sitzt, Partisanen erschießen muss und tiefgründige Gespräche mit seinen Kameraden führt, die sich meistens um Leichen und Russen drehen, denkt er, obwohl betäubt vom Krieg, intensiv über seine Erlebnisse nach. Dann wird er abberufen, 3 Wochen Heimaturlaub. Er kommt mit großen Erwartungen, die schnell ernüchtert werden, in ein zerstörtes Werden, in eine Stadt mit Ruinen, voller Schutt, Dunkelheit und Angst. Die Suche nach seinen Eltern bleibt erfolglos, dafür lernt er Elisabeth kennen. Ihr Vater ist im KZ und sie wohnt mit einer Funktionärin der Nazis unter einem Dach. Aus einer zarten Annäherung wird schließlich eine Freundschaft, dann eine Zweckgemeinschaft. Die beiden heiraten, damit Elisabeth Geld vom Staat bekommt. Auch lernt Gräber einige weitere Personen und mit ihnen den Mikrokosmos der Schuttwelt kennen: Einen SS-Funktionär, der ihn mit Essen überhäuft, einen verrückter Luftschutzwart und einen Lehrer, der für der Untergrund arbeitet, um nur einige zu nennen. Sein Urlaub ist fast um, als Elisabeth und er sich plötzlich ineinander verlieben. Die beiden schaffen sich eine Idylle und finden Glück im Gegenüber. Doch Ernst muss wieder an die Front, die sich inzwischen der deutschen Grenze um 120 Kilometer genähert hat. Obwohl der größte Teil des Romans in der zerstörten Stadt Werden spielt, ist der Teil der an der Front spielt um einiges belebter, spannender und näher am Geschehen dran, was nicht heißt, dass der Rest schlecht ist, im Gegenteil. Er ist eben seicht, mit vielen Darstellungen des einfachen Glückes und mit vielen philosophischen Ausflügen, in die Herzen des Protagonisten und der anderen handelnden Figuren. Remarque zeichnet das Leben, welches in den Trümmern der Stadt weiter besteht, so genau, als hätte er es noch am selben Tag gesehen und sogleich niedergeschrieben. Einige Wiederholungen schmücken das Buch, als wären es spezielle remarquesche Stilmittel: Luftangriffe, das Trinken von Alkohol, das Reden über das Ende des Urlaubs, das Reden über die Liebe, das Leben und das Glück. In vielen Dialogen stellt Remarque die Beziehung zwischen Ernst und Elisabeth dar. Er schafft es dabei, das Thema Schuld ziemlich flach und unterschwellig zu halten und geht eher auf grundlegende Dinge ein. Die Dialoge sind teilweise wirkliche Meisterleistungen der Philosophie und des geschrieben Dialogs: “'Ich habe viel über sie nachgedacht Gräber. Und ich habe auch über das nachgedacht, was sie mir neulich gesagt haben. Es gibt keine Antwort darauf.' Pohlmann stockte und sagte dann leise: ' Nur eine. Man muss glauben. Glauben. Was bleibt uns sonst?' 'Woran?' 'An Gott. Und an das Gute im Menschen.' 'Haben sie nie daran gezweifelt?' fragte Gräber. 'Doch', erwiderte der alte Mann. 'Oft. Wie könnte ich sonst glauben?' „ Insgesamt wirkt der der Roman trotz, oder gerade wegen dieser Fülle, seltsam langatmig, aber man kann immer wieder in ihm versinken. Ein bisschen eintönig sind auch die kunstvollen Metaphern und Beschreibungen der Umwelt, doch wenn man auf den Roman zurückblickt, spürt man, dass sie ein nachhaltiges Bild hinterlassen haben. Alles in allem, bleibt Remarque ein Mann, der über den Krieg und seine Welt schreiben kann, ohne allzu offensichtlich zu kritisieren und ein Mann der über die Liebe schreiben kann, ohne sie zu kitschig oder pompöse auszuschmücken. Gerade letzteres, macht ihn zu einem wirklich lesenswerten Schriftsteller.
  11. Cover des Buches Totentanz am Col di Lana (ISBN: 9788868392680)
    Erik Durschmied

    Totentanz am Col di Lana

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Vampir989
    Klapptext:


    Ein schroffer Felsen steht im Sturm, ein Gipfel von atemberaubender Schönheit. Seine Geschichte im Ersten Weltkrieg ist in Blut geschrieben. Die Angreifer verfluchen ihn als »Berg des Blutes Col di Sangue« und die Verteidiger als »Berg des Eisens«.
    Tirol, Mai 1915. Die Sturmglocken läuten. Das Land ist in Gefahr: »Der Welsche kimmt!« Wie bereits anno 1809 ist Tirol wieder auf sich selbst angewiesen. Ein »letztes Aufgebot« der Tiroler Standschützen soll das Unheil verhindern. Fünfzehnjährige stehen mit ihren Großvätern Gipfelwacht. Sie machen sich keine Illusion die Übermacht des anmarschierenden Feindes ist zu gewaltig.
    Ein Berg in den Dolomiten wird zum Symbol. Der Tanz auf dem Vulkan beginnt ...



    Erik Durchschmied ist hier ein wahnsinnig packender und aufregender Roman gelungen.Wir begeben uns auf den Col di Lana im 1.Weltkrieg.Dort erleben wir die brutalen und schrecklichen Kämpfe der Tiroler und italienischen Truppen mit.Ein sinnloser Kampf um einen Berg der viele Menschenleben gekostet hat.
    Mitreisend und packend erzählt uns der Autor von den Ereignissen dort.Die Gefühle,Gedanken und Ängste der Menschen konnte ich richtig spüren und ich hatte das Gefühl alles selbst mit zu erleben.Durch die atemberaubende und faszinierende Erzählweise des Autors wurde ich förmlich in die Geschichte hinein gezogen.Das hat mir sehr gut gefallen.Beeindruckt hat mich zu lesen wie die Tiroler gegen Hunger,Kälte und Unterlegenkeit gekämpft haben.Für Treue und Ehre ihrers Vaterlandes haben sie alles geopfert.
    Durch die guten Recherchen des Autors erfahren wir sehr viel Informatives über die Kämpfe am Col di Lana.Erik Durchschmied der selbst Kriegsreporter ist gelingt es auch durch seine guten beruflichen Erfahrungen uns dies sehr authentisch nahe zu bringen .Viele Schauplätze werden sehr bildhaft und ansprechend beschrieben.Ich habe mit den Menschen mit gelitten,mit gefühlt,mit gekämpft und mit gebangt.Es hat mit tief bewegt und berührt.Dieses Buch hat mich zum Nachdenken angeregt.Es zeigt das Kriege sinnlos sind und nur Leid,Elend und Tot bringen.
    Mir hat diese Lektüre sehr gut gefallen.Für Leseliebhaber die sich für Geschichte interessieren ist das Buch sehr empfehlenswert.

  12. Cover des Buches Die Stunde der toten Augen (ISBN: 9783898123846)
    Harry Thürk

    Die Stunde der toten Augen

     (10)
    Aktuelle Rezension von: Jens65
    Harry Thürk beschreibt in diesem Buch sehr detailliert und schnörkellos die Grausamkeiten des Krieges. Eine Gruppe deutscher Fallschirmjäger wird immer wieder hinter den russischen Linien abgesetzt, um Sabotageakte zu verüben. Doch nach der Heimkehr werden die klagenden Blicke aus den toten Augen immer drängender. Doch den einzig richtigen Absprung wagen die Männer nicht. Einer der besten Anti-Kriegsromane die bisher geschrieben wurden. Der Autor beschreibt in sehr deutlicher Weise die Sinnlosichkeit und Tragik des Krieges.
  13. Cover des Buches Krieg (ISBN: 9783360009760)
    Ludwig Renn

    Krieg

     (8)
    Aktuelle Rezension von: HomersEvil
    In „Krieg“, dem ersten Roman von Ludwig Renn, verarbeitet der Autor seine Erlebnisse während des ersten Weltkrieges. Renn selbst, eigentlich Arnold Vieth von Golßenau, war adliger Abstammung, trat 1910 in die deutsche Armee ein und kämpfte von 1914-1918 als Offizier im ersten Weltkrieg. Sein Roman beruht größtenteils auf persönlichen Aufzeichnungen, mit denen er noch während des Krieges begann. 1928 wurde sein Werk erstmals veröffentlicht. . Renn beschreibt in seinem Roman die Erlebnisse und Handlungen eines einfachen Soldaten. Beginnend mit dem stimmungsvollen Vormarsch der deutschen Truppen über Belgien, hinüber zu den zermürbenden Stellungskriegen in Frankreich sowie dem späteren Zusammenbruch der deutschen Truppen, wird das gesamte Spektrum des Krieges an der Westfront geschildert. Der Erzählstil Renns gleicht dabei oftmals dem eines Berichtes. Ereignisse, ob nun alltäglich oder grausam, werden einfach nur „erzählt“, ohne jegliche Form eines Bedauerns oder des Mitgefühls. Was der Stimmung des Romans jedoch keinen Abbruch tut, sondern im Gegenteil, dem empfinden eines Menschen in solch extrem Situationen, die über so viele Jahre andauerten, wohl recht nahe kommt. Anhand von wunderbar präzise durchgeführten Beschreibungen der Schlachtfelder und den jeweiligen Stellungen der beteiligten Soldaten, schafft Renn es die Wahnwitzigkeit und vor allem die vollkommene Sinnlosigkeit des Stellungskrieges darzustellen. Auch das Stimmungsbild der Soldaten selbst, mit Unverständnis und Verdrossenheit für die politische Gesamtsituation eines Krieges auf der einen, Lebenshungrigkeit und unbedingtem Überlebenswille auf der anderen Seite, werden im Roman realitätsnah und glaubhaft geschildert. Gerade auch die, von wechselseitiger Bedeutung geprägte, Beziehung vom einfachen Mannschaftsdienstgrad zum Offiziersrang wird durch Renns, wohl sehr persönliche Erfahrungen in diesem Gebiet, immer wieder in den Blickpunkt der Betrachtung gesetzt. . Ludwig Renn hat es, zumindest in meinen Augen, geschafft, dieses für Außenstehende nur schwer wahrnehmbare und unkonkrete Gefühl eines real stattfindenden Krieges auf Papier zu bannen und die damit einhergehende Bedrohung für das eigenen Leben mit jeder Zeile, Kapitel um Kapitel, lebendig werden zu lassen. Im Gegensatz zu Erich Maria Remarque, der ja mit „Im Westen nichts Neues“ ein ebensolches brachiales wie feinfühliges Meisterwerk, die Auswirkungen des Krieges betreffend, hinterlassen hat, merkt man Renns Roman diese eindeutig bestimmte Soldatische Ader an, die jedem den Unterschied zwischen wirklichem Berufssoldat und eingezogenem Wehrdienstleistenden spüren lässt. Während man Remarques Protagonisten aufgrund seiner Weltsicht und Persönlichkeit leidend und hoffnungsvoll zugleich folgt, lernt man mit Renn die tatsächlichen Abläufe und Tätigkeiten eines Soldaten im ersten Weltkrieg kennen. Mit allen Unwägbarkeiten und Entbehrungen die solch ein Soldaten-Leben in Zeiten des Krieges mit sich bringt. Wer selbst einmal Erfahrungen mit Wehrdienst oder Auslandseinsätzen z. B. mit der Bundeswehr erlebt hat, wird sich das ein oder andere mal mit Renns Taten, Gefühlen und vor allem Handlungen identifizieren können. . „Krieg“ – Der Titel hätte besser nicht gewählt werden können. Zwar wird wohl nicht jeder Leser sich mit Renns Erzählstil anfreunden können, noch Interesse am genau beschriebenen Kampfgeschehen haben. Doch jeder der schon immer einen Einblick in das Leben eines einfachen Soldaten an der Front nehmen wollte, zudem wissen will wie es ist Aug in Aug mit dem Feind zu stehen, hautnah zu erleben wie sich Krieg anfühlen kann, aussieht, schmeckt, sich anhört, zugleich sich auf alles und jeden auswirkt, der kommt an Ludwig Renns Bericht nicht vorbei.
  14. Cover des Buches Die Nackten und die Toten (ISBN: 9783784434384)
    Norman Mailer

    Die Nackten und die Toten

     (45)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Mailer ist unbestritten einer der größten Dramatiker Amerikas. Dass er allerdings mit diesem Buch nur einen sehr eingeschränkten Leserkreis begeistern konnte liegt auf der Hand. Kritik an der Army in den 1950ern war in den USA verpönt - damit hatte er sich seinen "größten Absatzmarkt" selbst verbaut. Das vermag allerdings nichts daran zu ändern, dass ihm hier ein ganz großer Wurf gelungen ist.
  15. Cover des Buches Eine höllische Karriere : Roman. = Sweet reason, Goldmann 8865 ; 3442088658 [Aus d. Amerikan. von Edda Petri-Bean], (ISBN: B007XNIBAI)
  16. Cover des Buches Eine Zeit zum Töten (ISBN: 9783492033770)
    Michael Peterson

    Eine Zeit zum Töten

     (4)
    Noch keine Rezension vorhanden
  17. Cover des Buches Die Stalinorgel (ISBN: 9783518399620)
    Gert Ledig

    Die Stalinorgel

     (18)
    Aktuelle Rezension von: dominona
    Der Wahnsinn vor Stalingrad 1942 und eine deutsche Truppe, die völlig sinnlos versucht eine Anhöhe zu erobern und einfach nicht aufgeben will, obwohl die Russen immer wieder versuchen, sie zur Besinnung zu bringen. Die Perspektive wechselt zwischen deutscher und russischer Front hin und her, dringt in die Köpfe der Offiziere und Soldaten und man sieht überall den Wunsch zu desertieren oder aber, an höherer Position, sich für eigene Verluste zu rächen. Hass und Wut in den eigenen Reihen und das alles im Angesicht des Todes. Wer sich für Nachkriegsliteratur interessiert, sollte zugreifen.
  18. Cover des Buches Kamikaze (ISBN: 9783929395389)
    Bohdan Arct

    Kamikaze

     (12)
    Aktuelle Rezension von: LiesaB
    "Weise Leute behaupten, die nackte Wahrheit sei ungewöhnlicher als die kühnste Phantasie. Die weisen Leute haben recht.", so die Einleitung zu dem Buch. Ein Buch, welches eigentlich ein Tagebuch ist und vom Verfasser in eine Romanform gebracht wurde. Bohdan Arct hat ein Tagebuch eines Kamikaze-Fliegers aus dem Zweiten Weltkrieg erhalten und daraus einen Roman geschaffen. Es klagt nicht an, er streckt uns nicht den erhobenen Zeigefinger entgegen. Die Wahrheit, die hier beschrieben wurde, braucht das nicht. Es ist ein erschütternder Roman über den Wahnsinn des Krieges und die Grausamkeit, junge Männer, fast noch Kinder, durch Selbstmordattentate in den Tod zu schicken. Die Hauptfigur in dem Roman überlebt, obwohl der Kamikaze-Befehl bereits ausgesprochen wurde, im Alter von 18 Jahren mit schlohweißen Haaren. Ihn trifft die Bombe von Hiroshima. Das ganze Grauen eines Krieges wird in "Kamikaze" erzählt. Meiner Meinung nach sollte dieses Werk Pflichtlektüre in den Schulen werden. Bitte lesen Sie dieses Buch. Je mehr der Einzelne weiß, um so stärker die Kraft gegen weitere Kriege. Vielen Dank.
  19. Cover des Buches Der Abhang (ISBN: B0000BSEG8)
    Erich Loest

    Der Abhang

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Loki
    Kurz vor Ende des Krieges - zwei Freunde werden zu "brauchbarem Kanonenfutter" ausgebildet. Im Ausbildungslager erscheint ein "Kriegsheld", verwundet, dekoriert, als Werber für die Waffen-SS. Die zwei Freunde schwören sich, den immer drängenderen "Argumenten", eines davon ist der Abhang, nicht nachzugeben ....
  20. Cover des Buches Der Krieg und die Kröte (ISBN: 9783546002059)
    Timothy Findley

    Der Krieg und die Kröte

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Einer der besten Antikriegsromane überhaupt. leider viel zu wenig bekannt.
  21. Cover des Buches Die Brücke (ISBN: 9783570303610)
    Manfred Gregor

    Die Brücke

     (15)
    Aktuelle Rezension von: WildRose
    Jugendbücher über den zweiten Weltkrieg gibt es viele und die meisten davon sind insgesamt sehr gelungen. Doch selten schafft ein für junge Menschen bestimmter Roman es so wie "Die Brücke", zu berühren und zu bewegen. Der Autor, Manfred Gregor, lässt sieben Freunde für den Leser lebendig werden, welche in den letzten Kriegstagen im Jahre 1945 eine strategisch absolut bedeutungslose Brücke verteidigen sollen. Die sieben Jungen, welche in einer Zeit aufwachsen, zu der absoluter Gehorsam und die Verteidigung des Vaterlandes wichtige moralische Werte waren, nehmen diesen aussichtslosen Kampf auf.
    Trotz des einfachen Schreibstils und der Kürze des Romans ist "Die Brücke" für mich daher ein Buch, das ich gerne weiterempfehle.
  22. Cover des Buches Du sollst nicht töten (ISBN: B0000BMT0T)
    Hans Werner Richter

    Du sollst nicht töten

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  23. Cover des Buches Ein gerader Rauch (ISBN: 9783644042117)
    Denis Johnson

    Ein gerader Rauch

     (18)
    Aktuelle Rezension von: walli007
    Vietnam Kennedy ermordet und Krieg in Süd-Ost Asien. Dort treiben sie sich herum. Amerikaner, Deutsche, Vietnamesen. Geheimdienste, Armeen und keiner kann gewinnen. Alle verlieren, viele sterben, viele kommen in der Heimat nicht mehr klar, viele landen in einer Heimat, die nicht die ihre ist. Bücher von Dennis Johnson sind manchmal schwer verdaulich und schwer zu durchblicken, doch hier hat mich gerade die erste Hälfte sehr positiv überrascht. Zwar gibt es keine für mich erkennbare durchgehende Handlung, doch wird das Kriegsgeschehen in Vietnam so eindringlich und anschaulich geschildert, dass man sich mitten im Geschehen wähnt. Man sieht die Strände, an denen die Soldaten rumlungern, die Strandbars oder die anderen Bars, die Ventilatoren an den Decken, die sich träge in der Hitze drehen. Die Männer in Uniformen oder hellen Anzügen, die etwas zu besprechen haben. Der Krieg als leichte Unterhaltung, eine Zeit, die es totzuschlagen gilt, in der nicht viel passiert. Bis es plötzlich Tote gibt, Wanderungen durch den Dschungel, mit gezogener Waffe, immer einen Hinterhalt vermutend, die Angst gegenwärtig, der unschöne Krieg. Doch je weiter die nicht vorhandene Handlung voran schreiten desto Johnson-typischer und undurchdringlicher wird es, bis zumindest ich nicht mehr wusste, worum es in diesem Buch gegen sollte. Und am Ende hat keiner etwas geschafft, was dann doch sehr realistisch ist. Insgesamt hatte ich hier mal wieder ein Buch, bei dem ich nur empfehlen kann, sich bei Interesse eine eigene Meinung zu bilden.
  24. Cover des Buches Die Straße der Geschichtenerzähler (ISBN: 9783833310584)
    Kamila Shamsie

    Die Straße der Geschichtenerzähler

     (83)
    Aktuelle Rezension von: gst

    Juli 1914. Über antike Pflastersteine, unter Feigen und Zypressen hindurch, läuft Vivian Rose Spencer eilig den Hang hinauf und stolpert fast unversehens in ihre erste Entdeckung. Tahsin Bey, ein Freund ihres Vaters, hat die junge Engländerin eingeladen, an Ausgrabungen in der Türkei teilzunehmen. Hier, im sagenhaften Labraunda, lässt sie die strengen Konventionen ihrer Heimat weit hinter sich und wird auch Tahsin Bey auf ganz neue Weise begegnen. 

    Juli 1915. Der Krieg hat alles verändert. Vivian folgt einer Spur ihres verschwundenen Geliebten, als sie einem Zug nach Peschawar Qayyum Gul trifft. Beide ahnen nicht, dass ihre Geschicke sich auf immer verbinden und sie eines Tages, auf der Straße der Geschichtenerzähler, wieder zusammenführen werden.

    Diese Zusammenfassung habe ich - entgegen meiner Gewohnheit – dem Buch entnommen. Einem Buch, das mich dank seiner trockenen Schreibe und verzwickten Erzählweise teilweise verwirrt zurückließ. Trotzdem entwickelte es auch einen gewissen Sog, dem ich nicht widerstehen konnte. Ich wollte schon wissen, wie die Geschichte weitergeht, in der der Kampf um Freiheit eine wichtige Rolle spielt. 

    Als Leser wird man in eine fremde Welt mit exotischem Flair versetzt – eine Welt, die sich die Briten zu eigen machten, ohne an diejenigen zu denken, die dort zu Hause waren. Noch bevor es 1930 zur Meuterei in Peschawar kommt, erleben wir einen wissbegierigen Jungen, der sich von Vivian ins antike Karien (heute Türkei) „entführen“ lässt. Obwohl seine Familie es als ungehörig ansieht, dass er bei einer Engländerin Unterricht nimmt, ist seiner Mutter doch klar: „Wie soll man einem fliegenden Vogel die Flügel nehmen?“

    Die unverschleierte Engländerin mit ihren kurzen Röcken unterschied sich fundamental von ihren in einer Burka verborgenen Geschlechtsgenossinnen, wodurch der Kulturunterschied sehr deutlich hervorgehoben wurde. Der 1973 geborenen Autorin ist es meiner Meinung nach gut gelungen, die Stadt Peschawar vor den Augen ihrer Leser lebendig werden zu lassen. Trotzdem war ich mit der Lektüre nicht rundum zufrieden. 


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