Bücher mit dem Tag "antiquariat"
43 Bücher
- Donna Tartt
Der Distelfink
(530)Aktuelle Rezension von: MEvaEine interessante Geschichte über jahrelange Konsequenzen einer einzigen Handlung, die leider etwas unnachvollziehbar in die Substanzen-Ecke taumelt.
Theo Decker ist unter einem schlechten Stern geboren - vermutlich würde sein alkohol- und Glücksspielkranker Vater mir hier zustimmen. Im Alter von 13 Jahren verliert er seine alleinerziehende Mutter bei einem terroristischen Anschlag im Museum. Zeitgleich stellt das Schicksal die Weichen für lebenslange Bindungen: An ein Antiquariat und den "Distelfink" - das Gemälde, was er im Affekt stiehlt. Die Jahre gehen ins Land, er verliert Angehörige und seine Tat verfolgt ihn - bis ein Freund aus der Vergangenheit auftaucht.
Spoilerwarnung:
Meiner Meinung nach hätten 200 Seiten weniger das Thema auch rübergebracht. Theo leidet an PTSD und wurde mehrfach entwurzelt, was eine mögliche Erklärung für seinen heftigen Drogenkonsum ist den ich schon als recht unrealistisch für seinen komplexen Lifestyle als betrügerischer Antiquitätenhändler halte. Das Thema des Kunstraubs und seiner Konsequenzen - auch auf philosophischer Ebene - finde ich interessant. Theo selbst bleibt etwas blass denn seine eigenen Moralvorstellungen werden vom Gutmensch Hobie und dem selbstgerechten Boris überschattet. Am Ende wird der Leser genauso hin- und hergerissen. Was würden wir tun? - Laura Kneidl
Das Flüstern der Magie
(503)Aktuelle Rezension von: nina17sdieses Buch hat mich von Anfang bis zum Ende gefesselt. Durch dieses Buch habe ich meine Begeisterung für Fantasy Bücher gefunden.
Fallon und Reed passen so gut zu einander. Es hat mir so Spaß gemacht mir die ganze Welt vorzustellen ( Ich hatte einen wundervollen Film in meinem Kopf) Laura Kneidel hat für mich so eine Cozy und Spannende Geschichte geschrieben.
Große Empfehlung
- Stephanie Butland
Hoffnung auf Papier
(192)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerStell dir vor, du schlenderst durch die gemütlichen Gassen von York, vorbei an Pubs, die nach Ale und Geschichte riechen, und stolperst plötzlich über ein Antiquariat, das nicht nur Bücher, sondern auch Hoffnung verkauft. Willkommen in Loveday Cardews Welt, in der ein Buch nicht nur Papier und Tinte ist, sondern eine Rettungsleine in Zeiten des Corona-Lockdowns.
Loveday Cardew, die ungekrönte Königin der Bücher
Loveday ist nicht deine durchschnittliche Buchladenbesitzerin. Sie könnte glatt als Superheldin durchgehen – wenn Superheldinnen alte Bücher, statt Capes, tragen würden. Als das Schicksal in Form eines Lockdowns zuschlägt, sitzt sie nicht einfach da und liest die Klassiker (obwohl, zugegeben, das auch eine Option wäre). Nein, sie findet eine geniale Idee: Eine Bücherapotheke, die in der Lage ist, jedes noch so gebrochene Herz zu heilen. Wer braucht schon Superman, wenn man Loveday hat?
Die Bücherapotheke – Heilung auf Rezept
Die Idee ist so einfach wie genial: Menschen schicken ihre Leidensgeschichten, und Loveday verschreibt die perfekte literarische Medizin. Von "Krieg und Frieden" gegen Einsamkeit bis hin zu "Der kleine Prinz" als Heilmittel gegen Existenzkrisen – Loveday hat für jedes Wehwehchen das passende Buch parat. Es ist fast so, als hätte Mary Poppins beschlossen, statt einem Regenschirm einen Buchladen zu eröffnen.
Ein Brief, der alles ändert
Der Auslöser für Lovedays genialen Einfall ist ein Brief von Rosemary und George, einem Ehepaar, das beweist, dass Liebe nicht nur durch den Magen, sondern auch durch gemeinsame Leseabenteuer geht. Dieser Brief ist der Funke, der Loveday dazu bringt, ihr Antiquariat in eine Oase der Hoffnung zu verwandeln. Denn wenn es etwas gibt, das noch ansteckender ist als ein Virus, dann ist es die Liebe zu Büchern.
Zwischen den Zeilen der Pandemie
Stephanie Butland schafft es, in "Hoffnung auf Papier" nicht nur eine Geschichte über Bücher zu erzählen, sondern auch ein lebendiges Bild der Pandemie zu zeichnen. Es ist, als würde man einen Roman lesen und gleichzeitig durch ein Fenster in die Seelen der Menschen blicken, die versuchen, ihren Weg durch die Dunkelheit zu finden. Und genau wie im echten Leben, findet man auch in diesem Buch Lichtblicke, die einem das Herz wärmen.
Fazit: Ein Buch, das beweist, dass Lesen die beste Medizin ist
"Hoffnung auf Papier" ist mehr als nur ein Roman; es ist ein Plädoyer für die Kraft der Literatur und eine Erinnerung daran, dass in Zeiten der Not Bücher zu unseren besten Freunden werden können. Loveday Cardew ist die Freundin, die wir alle während des Lockdowns gebraucht hätten – eine, die genau weiß, welches Buch uns aufmuntern kann. Also, wenn du das nächste Mal das Gefühl hast, gegen Windmühlen zu kämpfen, erinnere dich an Loveday und greif zu einem Buch. Denn wie sie beweist, kann man selbst in den düstersten Zeiten Hoffnung auf Papier finden.
- Christopher Morley
Das Haus der vergessenen Bücher
(208)Aktuelle Rezension von: Lisi_WirthRoger Mifflin betreibt eine antiquarate Buchhandlung. Dort ist es düster, staubig, riecht nach Tabak und anscheinend soll es Geister geben. Roger stellt die Tochter seines Freundes als Gehilfin ein, damit beginnt der ganze Schlamassel. Ich konnte leider nicht immer alle Handlungen nachvollziehen und würde dieses Buch nur an geübte Leser weiterempfehlen.
- Christine Féret-Fleury
Das Mädchen, das in der Metro las
(273)Aktuelle Rezension von: herr_hyggeSobald Juliette auf dem Weg zu ihrem langweiligen Makler-Job in die Metro steigt flüchtet sie sich in die bunte Welt der Bücher, oder beobachtet die Menschen um Sie herum. Da ist die Dame mit dem Kochbuch oder der Mann mit dem grünen Hut, der immer in eine Insektenfibel vertieft ist.
Eines Tages, als sie beschließt zwei Stationen vor ihrem eigentlichen Ziel auszusteigen, begegnet Sie Soliman und seiner Tochter Zaïde, die zwischen unzähligen Bücherstapeln in einem Lagerhaus wohnen. Soliman ist fest davon überzeugt, dass jedes Buch die Kraft hat ein Leben für immer zu verändern, wenn es nur an die richtige Person vermittelt wird. Dafür beauftrag er spezielle Kuriere, welche die kostbaren Güter unter die Leute bringen, die es tätig haben. Juliette wird zu einer solchen Botin und erlebt am eigenen Leib wie Bücher ein Leben verändern können.
Eine nette kleine Geschichte die Christine Furet-Fleury in ihrem Roman „Das Mädchen, das in der Metro las“ niedergeschrieben hat. Allerdings wird dieses Buch mein Leben nicht verändern, denn mehr als die Eigenschaft „nett“ kann ich der Handlung nicht zugestehen.
Eigentlich mag ich Geschichten, die leise vor sich hin plätschern sehr gerne, aber diese war mir dann doch etwas zu leisen. Ich kam nicht richtig rein und es fiel mir schwer zu verstehen was die Figuren in ihrem Handeln antreibt. Alles wirkte etwas farblos und wie eine ausführliche Lektüren-Liste um die eine Geschichte gewoben wurde. Es gab wirklich gut geschriebene Szenen, allerdings befürchte ich, dass diese nicht ausreichen werden, damit mir dieses Buch in Erinnerung bleibt. - Shaun Bythell
Tagebuch eines Buchhändlers
(220)Aktuelle Rezension von: Marco_DusslerCover:
Ich habe die deutsche Erstausgabe des BTB-Verlags von 2019 gelesen. Das Cover gibt, wie ich finde, sehr gut wieder, worum es im Buch geht. Es bietet einen interessanten, nicht zu detaillierten Einblick in das Leben eines Antiquars und Buchhändlers, wobei uns der Autor an ausgewählten Momenten teilhaben lässt.
Wir sehen die Front eines Hauses und blicken durch die Fenster in verschiedene Räume, die vollgestellt sind mit Bücherregalen und Stapeln von Büchern. In den Räumen befindet sich eine bunte Mischung aus Kunden und Angestellten, was den manchmal gemütlichen, manchmal lebhaften Alltag im Buchhandel widerspiegelt. Vor der Eingangstür steht der Besitzer – der Mittelpunkt des Buches – mit einer Kaffeetasse in der Hand.Inhalt:
Shaun Bythell beschreibt seinen Alltag mit bissigem Witz und einer ordentlichen Prise Humor. Wir begleiten den Besitzer des größten Second-Hand-Buchladens Schottlands durch das Jahr 2014. Dabei kommt auch das ländliche Idyll von Wigtown und dessen teils spleenige Bewohner nicht zu kurz. Besonders gut gefallen haben mir die Aushilfe Nicky, die gerne halb verdorbene Lebensmittel rettet und ganz eigene Vorstellungen davon hat, wie ein Buchhandel zu führen ist, sowie Sandy, der tätowierte Heide, ein wiederkehrender Stammkunde.
Darüber hinaus spielt auch die Kleinstadt Wigtown selbst mit ihrem wirklich malerischen Umland eine wichtige Rolle. Als passionierter Radsportler und Angler berichtet Bythell immer wieder von den umliegenden Wäldern, Seen und Flüssen. Trotz ihrer überschaubaren Größe verzeichnet die Stadt ein reges Kommen und Gehen von Touristen – wohl nicht zuletzt wegen der malerischen Landschaft, der beachtlichen Anzahl an Buchläden (sieben Stück) und der Wigtown Fair, einer jährlich stattfindenden Buchmesse.Umrahmt wird das Ganze durch Zitate aus George Orwells Essay Bookshop Memories. Bythell kommentiert diese zu Beginn jedes Monats (also jedes Kapitels) und zieht dabei Vergleiche zum modernen Buchhandel oder seinem Alltag.
Orwell schreibt etwa:„Es gibt immer eine Menge nicht ganz zurechnungsfähiger Verrückter, die die Straßen bevölkern, und sie neigen dazu, sich zu Buchläden hingezogen zu fühlen…“
Worauf Bythell erwidert:
„Alles in allem – zumindest in meinem Laden – hat mich der ständige Ansturm langweiliger Fragen und das unaufhörliche, zermürbende Feilschen der Kundschaft zu dem gemacht, was ich inzwischen bin.“
Fazit:
Im Großen und Ganzen hält das Buch genau das, was der Titel verspricht: In Form von Tagebucheinträgen erhält man einen ehrlichen Einblick in den Alltag, die Freuden und Sorgen eines Buchhändlers. Die teils zynische, teils ironische Schreibweise des Autors ist sicher nicht jedermanns Geschmack, mir hat sie jedoch sehr gefallen. Abgerundet wird das Ganze durch die einleitenden Zitate Orwells.
Ein kleiner Wermutstropfen ist für mich, dass Bythell manche Ereignisse kurz anspricht, aber im weiteren Verlauf nicht mehr aufgreift. Das ist wahrscheinlich der Tagebuchform geschuldet, ich fand es trotzdem etwas schade. Insgesamt halte ich Tagebuch eines Buchhändlers für ein gelungenes Werk und vergebe 4 Sterne. - Katharina Herzog
Das kleine Bücherdorf: Winterglitzern
(199)Aktuelle Rezension von: ButtaIch weiß ja schon, dass so reine romance oft nicht mein Ding sind (außer Nalini Singh und Ana Huang) aber diese Romance hatte nicht mal eine ordentliche Romanze.
Gefallen hat mir: das Setting und die Landschaftsbeschreibung, dieser Buchort und die Buchhandlung.
Das wars auch schon. Die charactere sind flach und langweilig, dafür gibt es viele aber keiner hat Tiefe. Ihre Handlungen waren nicht nachvollziehbar, man konnte sich nicht in sie hineinversetzen, ich hab absolut keinerlei Verbindung oder Gefühle zu denen. Es war mir völlig egal was mit ihnen passiert.
Das Buch lässt sich zwar schnell lesen aber auch der Schreibstil ist irgendwie langweilig.
Vicky ging mir auf die nerven. Siew ar ein totaler push-over Character, wollte ständig Dinge nicht macht sie dann aber weil sie nicht nein sagen und ihre Grenzen aufzeigen kann. Das fand ich sehr demotivierend und ich fand auch nicht wirklich, dass sie sich zum Ende hin entwickelt hat. Beziehungsweise war es dann zu plötzlich/ nicht gut gemacht. Außerdem war sie dauernd voller Vorurteile.
Die gesamte Prämisse des Buches macht für mich keinen Sinn. Zum einen weil sie davon ausgeht, dass ein antiquarischer Buchhändler nicht den Wert einer seltenen Ausgabe kennt und zum anderen, weil sie ihren Job nicht macht. Das ist doch nicht das erste Mal, dass sie was fürs Auktionshaus holen geht? Warum nicht einfach wie sonst darüber reden und stattdessen dort durch eine Lüge zu arbeiten? Andauernd lügt sie, das ist so anstrengend. Sie wirkt außerdem extrem empathielos gegenüber der ganzen toten Mutter Sache oder auch wenn andere von ihren Familientragödien erzählen. Außerdem hat sie wirkllich viele Probleme, die sie ersr mal lösen sollte wie ihre Daddy-Issues und ihre Körper wahrnehmung. Allgemein vermittelt das Buch keine gute Bodypositivity. Weihnachtgefühle gabs auch nicht. Ich mochte niemanden wirklich.Die Romanze kam aus dem Nichts, da war kein Aufbau, keine Anziehungen, keine Chemie. Nada. Und die haben nach den paar Tagen und kaum Gesprächen und Zeit miteinander von der großen Liebe geredet...
Das Buch hat mich ziemlich genervt und aufgeregt, ich war null unterhalten, es war nicht lustig, es war nicht zum mitfühlen...Ich werde die Reihe definitiv nicht weiter lesen.
Noch ein Spoiler zum Schluss:
Ich verstehe nicht warum er ihr einfach verziehen hat? Sie kam nicht um sich ordentlich zu entschuldigen, stattdessen kam er an. Das macht gar kein sinn! Wäre es anders herum würden wir erwarten, dass er zu Kreuze kriecht und sich beweist. Was ist denn das für ne Beziehungsbasis? Was wenn die weiter lügt? allein schon ja über Sachen wie ihre Ernährungsweise?
Auch die Sache mit den Eltern war schrecklich. Warum wird nicht richtig über das Verhalten der Mutter geredet? Stattdessen klingt es immer noch so als wäre der Vater schuld weil er nicht nachgereist ist....
- Manuela Inusa
Der zauberhafte Trödelladen
(213)Aktuelle Rezension von: FrauMaus88Willkommen in der Valery Lane!
Die Buchserie geht um 5 Freundinnen, die jede einen eigenen kleinen Laden in der Valery Lane, einer kleinen, schnuckeligen Straße in Oxford haben.
In jedem Band wird eine der 5 Freundinnen genauer ins Auge genommen. Dabei dürfen auch die persönlichen Lebensgeschichten und das Liebesleben nicht zu kurz kommen.
Hier lernen wir als dritte im Bunde Ruby und ihren Trödelladen genauer kennen und lieben und machen uns mit ihr auf die Suche nach Glück.
Ihre eher introvertierte und zurückhaltende Art sowie ihr familiärer Hintergrund geben der Geschichte dabei etwas mehr Tiefe als den vorangegangenen beiden Bände.
Das ist aber gar nicht negativ gemeint, sondern im Gegenteil sehr positiv!
Ich persönlich finde diese Buchreihe so großartig geschrieben, dass ich sie bereits vor einigen Jahren komplett gelesen habe, mich aber vor einigen Monaten dazu entschieden habe, sie nochmal zu lesen - was bei mir sehr selten vorkommt.
Daher von mir absolute Empfehlung!
- Gerd Ruebenstrunk
Arthur und die vergessenen Bücher
(221)Aktuelle Rezension von: DoraLupinArthur hilft im seinen Ferien in einem Antiquariat aus, als plötzlich ein unheimlicher Fremder auftaucht und den alten Buchhändler dort bedroht. Gemeinsam mit Larissa, der Enkelin des Buchhändlers macht er sich auf eine gefährliche Reise um das "Buch der Antworten" zu finden. Die Suche führt die beiden über Amsterdam bis nach Bologna...
Dies ist der Auftakt einer wunderbaren Reihe die sich auf die Suche sehr besonderer, alter Bücher konzentriert. Der Schreibstil ist kindgerecht und leicht verständlich, die Städte werden sehr bildhaft beschrieben, sodass man am liebsten selbst gleich dorthin Reisen möchte!
Arthur und Larissa sind sympathische Protagonisten, die sich auf eine gefährliche Suche nach den Büchern machen müssen. Es geht in Museen und in dunkle Tunnel hinab, genauso wie auf die Wasserstraßen von Amsterdam.
Die Story ist temporeich erzählt und verbindet wunderbar die Liebe zu Büchern mit dem Abenteuer in fremden Städten. Action und Spannung sind da vorprogrammiert und die Handlung reißt einen regelrecht mit, sodass man das Buch schwer aus der Hand legen kann.
Fazit: Tolles Abenteuer für Buchliebhaber!
- Kai Meyer
Das Antiquariat am alten Friedhof
(119)Aktuelle Rezension von: Literaturwerkstatt-kreativ„Literaturwerkstatt- kreativ / Blog“ stellt vor:
„Das Antiquariat am alten Friedhof“ von Kai Meyer
1930
Inmitten unruhiger Zeiten versammeln sich vier junge Männer aus gutem Hause – Felix, Vadim, Julius und Eddie in einem Antiquariat im Graphischen Viertel und gründen den „Club Casaubon“. Getrieben von Abenteuerlust werden sie zu Dieben kostbarer, okkulter Bücher. Doch als Eddies rätselhafte Schwester Eva zum Club stößt ändert sich die Dynamik und die Freunde werden in etwas hineingezogen, was sie nicht mehr steuern können.
1945Fünfzehn Jahre später arbeitet Felix als Bibliothekar für die Amerikaner, um Millionen von geraubten Büchern zu katalogisieren. Seine Mission führt ihn zurück in das zerstörte Leipzig. Die Freunde von damals sind verschollen – oder nicht wiederzuerkennen. Und ist Eva wirklich tot? Während die Stadt unter dem Druck der nahenden sowjetischen Besatzung steht, gerät Felix in ein Netz aus Verrat und tödlichen Geheimnissen, das seinen Ursprung in den finstersten Winkeln seiner Vergangenheit hat.“
Fazit:
Kai Meyer ist ein extrem vielseitiger Autor, der besonders für seine "bibliophilen" historischen Romane und Mittelalter-Epen bekannt ist. Seine Werke verknüpfen oft reale Geschichte mit mysteriösen oder leicht phantastischen Elementen. 2022 hat er dann mit einer neuen Romanreihe rund um das „Graphische Viertel“ in Leipzig begonnen. „Die Bücher, der Junge und die Nacht“ bildete den Auftakt der Reihe und wurde von mir begeistert – hier auf meinem Blog -- vorgestellt. „Das Antiquariat am alten Friedhof“ ist bereits der vierte Teil dieser Reihe und kann völlig losgelöst von den anderen Büchern gelesen werden.
In allen vier Büchern thematisiert der Autor - die Leidenschaft für Literatur, bibliophile Rätsel und dunkle Geheimnisse in der „Bücherstadt“ Leipzig und lässt das Graphischen Viertel, welches im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört wurde, literarisch wiederauferstehen.
Auch diesmal ist es dem Autor gelungen mich mit seinem historischen und sehr vielschichtigen Roman in seinen Bann zu ziehen. Das Buch ist schnell gelesen, denn der Erzählstil ist flüssig und sehr verständlich. Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen und wird durch die verschiedenen Perspektiven noch interessanter. Zudem gelingt es ihm hervorragend die parallelen Erzählstränge am Ende zu einem Gesamtwerk zusammenzufügen. Im Übrigen hat er ein absolut sicheres Gespür für überraschende Wendungen und Spannungsaufbau in seiner Geschichte. Seine Protagonisten beschreibt er sehr detailliert und authentisch, sodass ich sie mir gut vorstellen konnte.
Wie von Kai Meyer nicht anderes erwartet hat er auch für diese Geschichte hervorragend recherchiert und mir ein sehr umfangreiches Bild über das Graphische Viertel, aber auch über die Lazarettzüge im Zweiten Weltkrieg vermittelt.
Ein weiterer spannender und interessanter Roman um das Graphische Viertel in Leipzig!
Die ganze Rezi auch auf meinem Blog:
https://literaturwerkstattkreativblog.wordpress.com/2026/03/31/das-antiquariat-am-alten-friedhof-von-kai-meyer/
Besten Dank an den „Knauer/Droemer Verlag“ für das Rezensionsexemplar.
- Lars Simon
Das Antiquariat der Träume
(126)Aktuelle Rezension von: PageTurnersCatDas Buch hatte sich so schön angehört und mich am Ende etwas enttäuscht zurückgelassen : /
Zunächst hat mich das sehr schöne Cover zu dem Buch greifen lassen. Es wirkt fast ein bisschen verzaubert und magisch und genau das hatte ich dann auch von der Geschichte erwartet.
In dem Roman begleiten wir Johann Andersson. Nachdem er bei einem Schiffsunglück Lina, eine Frau, die er auf ebendiesem Schiff kennen und lieben gelernt hat, verliert, ändert sich sein Leben komplett. Er verlässt Stockholm und zieht in ein kleines Nest. Dort betreibt er ein Antiquariat mit angehängtem Literaturcafé. Es ist ein sehr ruhiges und einfachen Leben. Doch seit dem schlimmen Erlebnis bekommt Johann regelmäßig Besuch von Freunden. Diese Freunde sind allesamt Charaktere aus Büchern, die einen Platz in Johanns Herzen gefunden haben. So sind zum Beispiel Sherlock Holmes, William von Baskerville, Pippi Langstrumpf, aber auch das Kaninchen aus Alice im Wunderland seine Gäste. Sie stehen Johann zur Seite, geben ihm wichtige Hinweise und versuchen ihn auf den richtigen Weg zu bringen. So muss Johann sich bald entscheiden: glaubt er weiterhin, dass Lina doch das Unglück überlebt haben könnte? Oder geht er zurück nach Stockholm und versucht dort sein Leben neu auszurichten? Auf seiner Recherche entdeckte er nämlich einige Ungereimtheiten über seine große Liebe. Als Johann auf einem Trödelmarkt das Buch ausgehändigt bekommt, dass eigentlich mit Lina am Grund der Ostsee liegen sollte, braucht Johann jede Hilfe die er bekommen kann...
Ich wollte dieses Buch so sehr mögen. Doch leider bin ich bis zum Schluss nicht mit der Geschichte warm geworden. Sie war mir irgendwie zu emotionslos, beziehungsweise (nordisch)nüchtern erzählt. Ich hatte mich sehr auf das Treffen berühmter Protagonisten aus Büchern gefreut, doch auch mit ihnen könnte ich nicht viel anfangen. Das mag zum Teil daran liegen, dass ich viele der im Buch verwendet Personen und ihre Geschichten nicht kenne. Der vorliegende Roman hat mir jetzt aber auch nicht Lust darauf gemacht, die Bücher der Freunde von Johann zu lesen. Eigentlich ist meine Leseliste nach einem Buch, in dem reale Bücher eine Rolle spielen, sonst immer gewachsen.
Was mir gefallen hat war, mit welcher unverkennbaren Kohärenz die berühmten Protagonisten ihre Rolle in diesem Buch gespielt haben. So war der Mönch sehr freundlich und gütig und Sherlock Holmes zwar schlau, aber auch arrogant. Jeder wurde seiner Rolle gerecht.
Doch lässt mich das Buch leider etwas unzufrieden zurück. Wahrscheinlich ist es eher für Leser geeignet, die sonst eher klassische Werke lesen.
- Satoshi Yagisawa
Die Abende in der Buchhandlung Morisaki
(134)Aktuelle Rezension von: Ramona0674Dieses Buch ist nicht von Spannung geprägt. Trotzdem ist es so geschrieben, das es nicht schwerfällt es bis zu ende zu lesen. Es ist ehr ein melancholisches Buch, welches eine wachsende Liebe zwischen zwei Menschen sowie auch eine bereits, über einen langen Zeitraum, über den Tod hinaus bestehende Liebe und Zuneigung beschreibt. Es gibt einige Einblicke in die japanische Literatur. Leider sind viele der dort benannten Buchempfehlungen nicht in deutscher bzw. englischer Sprache übersetzt.
- Satoshi Yagisawa
Die Tage in der Buchhandlung Morisaki
(291)Aktuelle Rezension von: MrsHetfieldDas Buch macht schon alleine vom äußeren Erscheinungsbild eine Menge her! Allerdings ist auch der Inhalt nicht zu unterschätzen. Es beginnt schon mit dem Schock durch eine Trennung und setzt sich fort mit der emotionalen Heilung der Protagonistin durch das Antiquariat ihres Onkels und durch ihre beginnende Liebe zu Büchern. Gleichzeitig wird sie durch das Lesen auch mit anderen Menschen zusammengeführt. Das Buch lebt nicht von expliziten Beschreibungen, sondern eher von unterschwelligen Nachrichten, die man zwischen den Zeilen liest - eben ein typischer asiatischer Roman. Er ist trotz einiger ernsthafter Themen, die in ihm behandelt werden, so locker leicht geschrieben, daß man sich einfach beim Lesen wohlfühlen muss! Mir hat er richtig gut gefallen. Es ist schön, daß es auch noch einen Nachfolgeroman dazu gibt. Auch auf diesen bin ich sehr gespannt.
- Lara Steel
Das Buch der Sinne
(66)Aktuelle Rezension von: AleksandraKlappentext: "Ein uralter Bann! Ein geheimnisvolles Buch! Eine Liebe, die alles verändert … Alice O‘Rourke ist gerade dabei ihr Medizinstudium am Dubliner Trinity College abzuschließen, als ihr Großvater unerwartet an einem Herzinfarkt stirbt. Urplötzlich auf sich allein gestellt, bricht für Alice eine Welt zusammen, zumal sie nun auch noch als einzige Erbin für sein geliebtes Antiquariat eine Lösung finden muss. Schweren Herzens beginnt sie also damit, den Bestand des so liebevoll eingerichteten Ladens zu erforschen und stößt dabei schon bald auf ein außergewöhnliches Buch, das sie auf unerklärliche Weise anzieht. Als Alice das Buch dann aufschlägt, wird es regelrecht lebendig. Sofort will sie es wieder zuschlagen, doch da fliegt es schon wie ein Geschoss durch die Bücherregale und verwüstet alles. Als es endlich in einer dunklen Ecke liegenbleibt, will sie es wieder aufheben. Doch da traut sie ihren Augen kaum: Neben dem Buch liegt ein bewusstloser, junger Mann. Während Alice noch versucht, zu begreifen, was vor sich geht, erwacht der mysteriöse Fremde. Und was er ihr dann berichtet, lässt den Tod ihres Großvaters in einem ganz anderen Licht erscheinen; und bringt Alice selbst in größte Gefahr..."
Das Buch hat mich sofort angezogen. Zuerst das Cover, ein geöffnetes Buch strahlt ein helles Licht aus. Sehr märchenhaft und romantisch. Wobei ich dazu anmerken möchte, ich empfinde fast jedes "Rendezvous" mit einem Buch als romantisch. Der Name des Buches verleitet schon zum Nachschlagen. Und letztendlich ging es in dieser Geschichte um geheimnisvolle Bücher.
Ich landete sofort in der Geschichte, gleich nach der ersten Seite, die ich gelesen habe. Die Schreibweise ist leicht und angenehm. Das Buch liest sich schnell, es wird nur das notwendigste erzählt und erklärt. Es gibt eine zusätzlichen Beschreibungen, Vorkommnisse oder Ähnliches. Somit ist das Buch für mich eine Art sehr leichte Kost zum Entspannen gewesen.
Die Hauptdarsteller Alice und Ryan konnten mich begeistern und ich durfte mit ihnen mit fiebern.
Das Buch der Sinnen ist eine Art Märchen, mit leichtem Hauch von Humor und Spannung. Es liest sich schnell und der Leser taucht gerne in diese Welt ein. Wiederum ist es ein Kampf zwischen dem Guten und dem Bösen. Anfänglich konnte der Leser schon einige Vermutungen aufstellen, was als Nächstes passieren wird, aber ab einem bestimmten unerwarteten Zeitpunkt und einer gewissen Handlung war dieses absolut nicht mehr der Fall.
Empfehlen würde ich das Buch auf jeden Fall den jungen Lesern, sowie denjenigen, die auf der Such nach der amüsanten, aber leichten Kost. Auf jeden Fall ist es ein Wohlfühlmärchen :-D
- Charlie Lovett
Jane Austens Geheimnis
(69)Aktuelle Rezension von: NaikeNette Plot-Idee, die Umsetzung zu lesen hat mir Spaß gemacht. Kleine Kritik allerdings für die permanenten sexuellen Anspielungen, deren hätte es nicht bedurft. Überhaupt wie die Protagonisten mit ihren fragwürdigen Männergeschichten umgegangen ist, war irgendwie auf oberflächliche Weise cringe.
- Tess Gerritsen
Totenlied
(256)Aktuelle Rezension von: Sanne54Dieses Buch liegt schon eine Weile auf meinem SuB, durch ein Thema der diesjährigen Krimi-Challenge habe ich es nun endlich gelesen - zum Glück!
Anfangs war es zugegeben nicht so mein Thema, deswegen sub-te das Buch auch so lange bei mir: Eine Berufsmusikerin stößt in einem Antiquariat in Rom auf handgeschriebene Noten zu einem ihr unbekannten Stück für Violine. Als sie zu Hause das anpruchsvolle Stück spielt, geschieht das Unfassbare: Ihre 3-jährige Tochter tötet zuerst den alten Familienkater und greift später die Mutter an. Da das Kind völlig gesund ist, fällt der Verdacht bald auf die Mutter, selbst Tochter einer psychisch kranken Frau. Die ist fest davon überzeugt, dass das Spielen des Liedes ihre Tochter zu den Gewalttaten gebracht hat; gemeinsam mit ihrer Freundin versucht sie in der Heimatstadt des unbekannten Komponisten, in Venedig, der Sache auf den Grund zu gehen.
Eingestreut wird die Geschichte von Lorenzo (dem Komponisten) und seiner Familie. Der Vater ist ein bekannter Geigenbauer, der Großvater ein angesehener Professor für Musik. Als Juden haben sie es immer schwerer im zunehmend faschistischen Italien in den späten 1930er-Jahren. Dennoch versuchen sie ein normales und unauffälliges Leben zu führen. Den junge Lorenzo verbindet seine Liebe (nicht nur) zur Musik mit Laura, einer begabten, aber nicht-jüdischen Cellistin. Und mehr darf man eigentlich nicht verraten ...
Die Autorin steigt in einen Thriller mit mysteriösen, übernatürlichen Elementen ein und überführt diesen aber relativ schnell in ein historisches Drama vor der Kulisse des 3.Reichs, das die Musik auf beklemmende Weise zu transportieren vermag. Am Ende führt sie die Handlung zu einer durchaus realen Thrillerhandlung zurück, die Vergangenheit und Gegenwart zusammenbringt.
Spannender, aber wegen der Thematik nicht leicht zu lesender Thriller, den ich aber auf jeden Fall empfehlen kann.
- Helene Hanff
84, Charing Cross Road
(317)Aktuelle Rezension von: Tilman_SchneiderHelene Hanff ist Bühnenschrifstellerin und sie liebt Bücher und ist immer auf der Suche nach besonderen Ausgaben und kostbaren Literaturerlebnissen. In den 40er Jahren kommt sie zu einer Adresse, von einem kleinen Buchladen in London. sie schreibt und hofft auf Buchnachschub. Der kommt und auch ein Antwortschreiben und sie beginnt ein Austausch von Büchern und es entwickelt sich eine Freundschaft, die über viele Jahre geht und die Anfangs nur die Liebe zur Literatur und den Büchern teilt und dann immer intensiver und inninger wird. Ein großartiges Buch und auch ein Zeitzeugnis der 50er und auch 60er Jahre. Eine Kostbarkeit und zeitlos schön. Auch immer ein tolles und besonderes Geschenk.
- Carsten Sebastian Henn
Der Buchspazierer
(57)Aktuelle Rezension von: NelebooksKlappentext (LB): "In Carsten Henns »Der Buchspazierer« bringt Carl Christian Kollhoff, seines Zeichens Buchhändler, einigen besonderen Kunden ihre bestellten Bücher nach Hause, abends nach Geschäftsschluss, auf seinem Spaziergang durch die pittoresken Gassen der Stadt. Denn diese Menschen sind für ihn fast wie Freunde, und er ist ihre wichtigste Verbindung zur Welt. Als Kollhoff überraschend seine Anstellung verliert, bedarf es der Macht der Bücher und eines neunjährigen Mädchens, damit sie alle, auch Kollhoff selbst, den Mut finden, aufeinander zuzugehen …"
Cover: Das Cover ist sehr ansprechend. Gerade mit den Büchern und dem Wort "Buch" im Titel werden Vielleser hier angezogen :-) Außerdem passen hier die abgebildeten Karl und Schascha natürlich zum Inhalt des Buches und ich finde es farblich auch harmonisch gestaltet, also einfach gelungen.
Allgemein: Der Sprecher hat eine angenehme Stimme, wodurch ich mich ganz auf den Inhalt konzentrieren konnte. Auch liest er sehr authentisch die verschiedenen Charaktere, so dass man diese gut unterscheiden und sich besser vorstellen konnte.
Inhalt: Die Geschichte ist generell keine schnelle oder sehr aufregende Geschichte, was sie keineswegs dadurch langatmig werden lässt. Es ist einfach eine etwas ruhigere angenehme Geschichte, die ich sehr genossen habe, zu hören. Karl ist mir sympathisch und auch ich würde ihn gerne kennen. Schascha ist einfach klasse und hat nicht nur Karl erheitert, sondern auch mich. Diese kindliche Fröhlichkeit und Ehrlichkeit sind einfach erfrischend und verbreiten eine positive Grundstimmung. Es war schön, die beiden zusammen zu erleben. Es ist schön, hier die Menschen und die Bücher kennen zu lernen und ich habe einfach gerne darüber mehr erfahren. Leider gibt es auch ein paar nicht so schöne Handlungen, aber das ist nicht groß langwierig und am Ende geht schließlich alles gut aus.
Somit fand ich die Geschichte eher ruhig, aber eben nicht langatmig, sondern unterhaltsam, teilweise amüsant, gefühlvoll und kann sie daher einfach nur weiterempfehlen! - Daphne Unruh
Schattenmelodie
(161)Aktuelle Rezension von: Agnes94Gefährdete Teenager könnte das Buch auf dunme Gedanken bringe...denn die Idee der Übergänge ist schon nicht ohne.
Das Buch hat sooo viele Handlungsstränge...alleine die von mindestens 10 Personen (Neve, Emma, Viktor, Grete, Tom, Charlie, Janus, Kira, Tanako, Ferdynant uvm. plus die der verschiedenen magischen Welten (allein in diesem Band).
Schon im ersten Band war ich von den vielen Handlungssträngen erschlagen...aber ich hatte gehofft das sie sich in den 2 weiteren Bändern verflüchtigen...allerdings kamen im 2ten Band noch viel mehr Stränge dazu.
Leider kommen dabei die magischen Welten viel zu kurz...man hat den Eindruck das außer den Protagonisten da niemand lebt (auch wenn hier und da "Studenten" erwähnt werden...und anstatt mehr von den Trainings- und dem Schulalltag zu erzählen und den verschiedenen Freundcshaften und Elementen...kommt man immer nur zu Besuch und ist meistens in 3 Ecken von Berlin.
Vieles am Anfang in Band 2 ist auch einfach aus Band 1 kopiert...da die Geschichte von Kira jetzt aus Neve's Sicht erzählt wird...ich befürchte leider das es in Grete's Geschichte auch so ist.
Die Idee hat soo viel Potential...wenn man sich auf die magische Welt konzentriert hätte und vielleicht einfach mehr Bände geschrieben hätte und den Fokus auf Qualität als Quantität gelegt hätte.
Aber zumindest hat mich die Lovestory überzeugt...ich hab mit gelitten, hatte Schmetterlinge im Bauch und hab mich über das Happy End gefreut.
Der Schreibstil ist wirklich angenehm und die Bücher lassen sich sehr schnell lesen...für einen schönen Sommerabend ist es ein kurzweiliger Zeitvertreib.
- Jenny Colgan
Weihnachten in der kleinen Buchhandlung
(137)Aktuelle Rezension von: moccabohne
„Weihnachten in der kleinen Buchhandlung“ von Jenny Colgan überzeugt mit einer stimmungsvollen, winterlichen Atmosphäre und viel Liebe zu Büchern. Das Setting der kleinen Buchhandlung passt perfekt zur Weihnachtszeit und sorgt grundsätzlich für Gemütlichkeit.
Leider blieben mir die meisten Protagonist:innen über weite Strecken nicht besonders sympathisch. Eine positive Ausnahme war jedoch der Buchhändler Mr. McCredie, der mit seiner ruhigen Art und seiner Liebe zu Büchern für mich die sympathischste Figur der Geschichte war.
Erst in den letzten etwa 50 Seiten entfaltet die Geschichte den Charme, den ich mir von Anfang an gewünscht hätte. Diese Passagen waren deutlich schöner zu lesen, emotionaler und insgesamt stimmungsvoller.
Insgesamt ein atmosphärischer Weihnachtsroman mit einer schönen Idee, der mich aber erst sehr spät wirklich abholen konnte. Für Fans von Jenny Colgan sicher einen Blick wert, für mich persönlich jedoch ein eher durchschnittliches Leseerlebnis.
- Markus Walther
Buchland
(178)Aktuelle Rezension von: Nini55Buchland ist eine liebevolle Hommage an die Welt der Bücher, die sich durch ihren kreativen Umgang mit Fiktion auszeichnet. Besonders gelungen ist das Setting: ein Antiquariat voller Geheimnisse, das der Leser gemeinsam mit den Figuren erkunden kann. Die Intertextualität und zahlreichen literarischen Verweise sorgen für charmante Aha-Momente, die Literaturfans erfreuen werden. Auch der Humor und die ironischen Reflexionen des Protagonisten Herr Plana über das Lesen und Schreiben machen die Lektüre zu einem besonderen Erlebnis.
Allerdings wirken einige Figuren, insbesondere Beatrice und ihr Mann, etwas stereotyp und oberflächlich. Auch das Ende fühlt sich stellenweise konstruiert an und schöpft das Potenzial der Geschichte nicht vollständig aus. Trotzdem überzeugt Buchland als fantasievolle Reise in die Welt der Bücher, die man gerne mehrmals erleben möchte.
- Luis Sellano
Portugiesisches Erbe
(104)Aktuelle Rezension von: JackolinoUnsere persönlichen Erinnerungen an Lissabon sind extrem verregnet, von daher freute es mich, die Stadt nun auch mal von ihrer Sonnenseite aus kennenzulernen. Das tut man, wenn man Henrik Falkner quer durch Lissabon und Umgebung folgt.
Er ist in die portugiesische Hauptstadt gekommen, um das Erbe seines Onkels anzunehmen, eines Onkels, den er gar nicht kannte. Der Onkel führte ein Antiquariat und Antiquitätengeschäft in einer dunklen Gasse, zu der sich kaum ein Kunde verirrte. Umso verwunderter ist Henrik, als ihm schon am ersten Tag 1,1 Mio für das Haus geboten werden. Der tatsächliche Wert liegt weit darunter. Henrik, ehemals Polizeibeamter, steht wenig auskunftsbereiten Hausbewohnern und Mitarbeitern gegenüber, irgendetwas scheint nicht mit rechten Dingen zuzugehen. Und tatsächlich wird er bereits am ersten Abend fast Opfer eines Verkehrsunfalls, da hat es eindeutig jemand auf sein Leben abgesehen.
Anschläge und gruselige Entdeckungen wechseln sich in rascher Folge ab, die Polizei darf nicht eingeschaltet werden, weil man sie für bestechlich hält. Und so jagt Henrik mit wechselnden Partnern kreuz und quer durch Lissabon, nur um zum Schluss die HIntermänner der von ihm aufgedeckten Verbrechen doch nicht zu fassen zu bekommen.
Ich kannte die Reihe nicht, habe aber festgestellt, dass es schon einige Fortsetzungsbände gibt. Von daher dürften die Schuldigen mittlerweile durch die weiteren Bände bekannt sein. Aber wer weiß, was das Antiquariat noch an Geheimnissen barg.
Die Geschichte ist durchaus flott und spannend. Dennoch wäre ich als ehemaliger Polizist in so manchem Fall anders vorgegangen. Warum fotografierte er seine Funde nicht, wenn die Beweislast später doch bei ihm liegt? Auch die beiden sexuellen Intermezzi irritierten zumindest, zumal sich nichts weiteres daraus ergab. Die intuitiven Eingebungen, die ihn auf die Spur der Verbrechen der Vergangenheit führen, wirken sehr konstruiert. Das besondere Plus des Buches ist der Schauplatz. Lissabon ist eine faszinierende Stadt und ihr manchmal etwas morbider Charme kommt im Krimi gut zur Geltung.
Für Leser, die Lissabon kennen, sind die Wege durch die Stadt sicher eine schöne Erinnerung, an manches habe selbst ich mich, trotz damaligen Dauerregens, erinnert.
- Luis Sellano
Portugiesische Rache
(47)Aktuelle Rezension von: JackolinoHenrik Falkner wird Augenzeuge eines Mordes in der Bar neben seinem Antiquariat. Seine Versuche, den Erstochenen noch zu retten, misslingen, aber der Mann hatte kurz vorher noch ein Buch bei ihm gekauft. Es liegt also die Vermutung nahe, dass sein Mord etwas mit diesem Buch zu tun hatte, es macht ihn stutzig, dass es bei dem Toten nicht gefunden wird.
Falkner wird damit in eine Geschichte hineingezogen, mit der er gar nichts zu tun hat. Von Helena, der befreundeten Polizeibeamtin, erfährt er Namen und Hintergrund des Mannes und beginnt mit eigenen Ermittlungen, zumal er sich beobachtet und verfolgt fühlt.
Es beginnt eine gnadenlose Jagd kreuz und quer durch Lissabon. Wer die Stadt kennt, wird sich an viele Orte erinnern, zumindest solange sie in der Innenstadt liegen. Der Autor kennt sich in der Stadt am Tejo sehr gut aus und transportiert mit seinen Beschreibungen viel Lebensgefühl der Portugiesen.
Gut fand ich auch, dass die Handlung die neuere Geschichte Portugals aufgreift. Der Estado Novo endete erst mit der Nelkenrevolution in den 70er Jahren und - wie auch in anderen Diktaturen - so konnten sich auch dort viele Beamte und Geschäftsleute von einer Karriere in die nächste in der Demokratie retten. Ihr Interesse, dass ihre alten Verbrechen noch aufgedeckt werden, ist naturgemäß gering.
Unrealistisch erscheint hingegen Henrik Falkner selbst. Man könnte ihn fast als James Bond Portugals bezeichnen. Nichts kann ihm etwas anhaben, eben ist er noch bewusstlos, kurze Zeit später rennt er schon wieder durch die Straßen. Auch wenn man bei einem ehemaligen Polizisten eine gewisse Kondition unterstellen kann, so schien mir sein Verhalten doch etwas übertrieben.
- Hika Harada
Das kleine Antiquariat von Tante Sango-san
(19)Aktuelle Rezension von: MscheDas war wieder ein sehr schönes Japanisches Buch über Bücher, Freunde usw. wie man es fast schon gewohnt ist von diesem Genre. Ich mag das sehr und hoffe das auch von dieser Autorin bald ein neues Buch erscheint. Diese Bücher haben meistens einen tieferen Sinn und wollen trotzdem auf leichte Art unterhalten.























