Bücher mit dem Tag "araber"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "araber" gekennzeichnet haben.

162 Bücher

  1. Cover des Buches Die Säulen der Erde (ISBN: 9783404171651)
    Ken Follett

    Die Säulen der Erde

     (6.109)
    Aktuelle Rezension von: mailastra

    Eine toller Handlungsstrang, der über mehrere Jahrzehnte reicht. Der Bau von Kathedralen ist sehr detailliert und genau beschrieben. Man lernt noch neben dem Genuss von einer epischen Handlung!
    Ken Follett gelingt es nie ein Tief in einer ewig langen Handlung zu erreichen. Super gut! Kann ich nur jedem ans Herz legen, der nicht reißerische und galoppierende Stories mag, sondern gediegene, weitläufige, epochale Geschichten.

  2. Cover des Buches Während die Welt schlief (ISBN: 9783453356627)
    Susan Abulhawa

    Während die Welt schlief

     (222)
    Aktuelle Rezension von: zeilenrauschen

    Das Buch erzählt über mehrere Generationen die Geschichte einer palestinänsischen Familie, die aus ihrer Heimat vertrieben wurde. Die Autorin berichtet sehr detailliert von den Schrecken des Krieges, Trauer, sehr viel Grausamkeit, militärischen Angriffen des israelischen Militärs und dem Leben im Flüchtlingslager. Ich musste das Buch immer mal wieder beiseite legen, denn natürlich geht das nicht spurlos an mir vorbei. Habe ich aber auch nicht erwartet.

    Ich habe sehr viel über die Kultur und das Leben in Palästina erfahren. Wer sich dafür interessiert, dem kann ich das Buch empfehlen. Ich fand es sehr spannend geschrieben. Die poetischen, lebensechten Schilderungen und die intensiven Freundschaften haben mich sehr berührt.

    Im Buch steht die palestinänsische Perspektive im Vordergrund und die Autorin verarbeitet hier Own-Voice auch ihre eigenen Ansichten und Gedanken. Ich kann mich nicht zur historischen Korrektheit äußern. Im Nachwort werden jedoch alle verwendeten Quellen aufgelistet. Manchmal hätte ich mir mehr Sensibilität im Umgang mit gewissen Begriffen gewünscht.

    Eine Stelle sehe ich als problematisch, da heißt es: „Ich ergötze mich an den Opfern, die sie für unsere Liebe bringt, an ihrer Unterwerfung.“ Das fand ich schon arg frauenfeindlich. Es ist zwar nur ein kurzer Abschnitt und er wird aus der Innensicht eines Charakters geschildert. Aber ich kann und will ihn nicht unkommentiert lassen, da er nicht reflektiert wird und ich ihn unangenehm zu lesen fand. Zumal das Buch ansonsten keine Tendenzen in diese Richtung aufweist.

    Ungewöhnlich sind die sehr häufigen Perspektivwechsel. Diese haben mich oft irritiert, weil sie ohne Vorwarnung kommen. Es hätte mir geholfen, wenn sie stärker angezeigt worden wären.

    Nichtsdestotrotz war es eine sehr intensive Leseerfahrung für mich - allein aufgrund der erzählerischen Eindringlichkeit.

  3. Cover des Buches Verbrechen (ISBN: 9783492272438)
    Ferdinand von Schirach

    Verbrechen

     (721)
    Aktuelle Rezension von: Wortsalat

    Der Autor besticht durch einen sehr geradlinigen und puristischen Schreibstil, was vermutlich auch seiner juristischen Ausbildung geschuldet ist. 

    Ferdinand von Schirach wirft zu Anfang die Frage nach der Schuld auf und impliziert, dass es nicht immer ein Einfaches ist, diese zu beantworten,- die Welt ist mehr als schwarz und weiß. Die Schuldfrage zieht sich durch die genauere Betrachtung der Motivlage und des Täterprofils wie ein roter Faden durch die Kurzgeschichten. Der Leser erlebt selbst den Zwiespalt, der auch das Rechtssystem bei seiner Durchsetzung vor Herausforderungen stellt. 

    Die Kurzgeschichten lassen in psychologische Abgründe blicken und mir persönlich viel es schwer, das Buch zur Seite zu legen. Schade, dass es so kurzweilig war. 



  4. Cover des Buches Der Alchimist (ISBN: 9783257261165)
    Paulo Coelho

    Der Alchimist

     (1.491)
    Aktuelle Rezension von: thepassionsofalice

    "Erst die Möglichkeit, einen Traum zu verwirklichen, macht unser Leben lebenswert."

    "Denn Mut ist die wichtigste Gabe für denjenigen, der die Sprache der Welt sucht."

     

     

    Diese kleine, feine Literatur hat mich eine lange Zeit begleitet. Unterwegs mit einem Bleistift lag sie, wie ein wertvoller Schatz, in meinen Taschen. 

    Sie wurde gezeichnet. 

    Voller Granitstriche, 

    voller Gedanken, 

    voller Eselsohren, 

    voller Leserillen. 

    Schiefgelesen.

    Umgekippte Kaffeeflecken. 

    Ich bin dankbar dafür, dass ich diesen Roman nicht in einem Zug verschlungen habe, sondern er ein längerer Begleiter war und mich hat viel und oft über den Inhalt nachdenken lassen. Über mein eigenes Leben, über meine eigenen Visionen. 

    Eine Lektüre voller Gebrauchsspuren, voller Leben. 

    Wortwörtlich eine Lektüre fürs Leben. 

     

    Eine 'klassische Rezension' wird und kann es für dieses Meisterwerk von meiner Seite aus nicht geben. Ich glaube, dass Vielen, die diese Geschichte kennen, bewusst ist, welch wertvollen Schlüssel für ein erfülltes Leben dieser Roman darstellt. Ich glaube, ich habe noch nie solch eine große qualitative Menge an Zitaten aus einem Buch herausgeschrieben, wie aus diesem. Wenn man sich darauf einlässt, ist es eine riesige Sammlung an Lebenstipps und Weisheiten, die man sich wirklich zu Herzen nehmen kann. Eingebettet in eine magische und wunder-volle Geschichte, die einen an Wunschträume glauben lässt. Um diese meisterlich aneinandergereihten Wörter zu würdigen, die eine wundersame Geschichte erzählen, an der wir uns alle ein Beispiel nehmen sollten, wird es hier in der kommenden Zeit immer wieder Postings mit den bereichernden Zitaten aus dem Alchimisten geben. 

    Zitaten, die mich umdenken ließen. 

    Zitaten, die meinen Blickwinkel auf die Welt veränderten. 

    Zitaten, die mich angestoßen haben, an meine Wunschträume ganz fest zu glauben. 

     

     

    "Das Leben ist wirklich sehr großzügig mit dem, der seinem persönlichen Lebensweg folgt."

     

     

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  5. Cover des Buches Jaffa Road (ISBN: 9783596703845)
    Daniel Speck

    Jaffa Road

     (71)
    Aktuelle Rezension von: Suszi

    Der Tod von Maurice Sarfati/Moritz Reincke führt drei Menschen familiär zusammen, die unterschiedlicher nicht sein könnten: seine deutsche Enkelin Nina, seine jüdische Tochter Jöelle sowie seinen palästinensischen Sohn Elias. Nach anfänglichem Gegeneinander versuchen sie gemeinsam die Puzzlestücke zusammenzusetzen, um zu erklären warum ihr deutscher Vater und Großvater drei Familien hatte, die voneinander nichts wussten, was wiederrum nach und nach das jeweilige Bild von ihm zum Einstürzen und zu der Frage führt: wer war er wirklich?

     

    Aufmerksam geworden bin ich auf „Jaffa Road“ durch das Cover als auch den Klappentext, der die Story um einen untergetauchten Nazi versprach, aber letztendlich nicht das war, was ich erwartet hatte, sondern viel mehr!

    Ich gebe zu, dass mich die 550 Seiten etwas „abschreckten“ und ich deshalb das Buch länger vor mir hergeschoben habe – doch damit habe ich ihm völlig Unrecht getan und mich beim Lesen immer wieder darüber geärgert. 

    Meines Erachtens ist es Daniel Speck nicht nur hervorragend gelungen, die Lebensgeschichten der unterschiedlichen Akteure stimmig darzulegen, sondern diese gleichzeitig auch noch mit deren schwierigen politischen Ansichten und daraus resultierenden Problemen zu verknüpfen. Ich habe schon oft versucht, den Nah-Ost-Konflikt zu verstehen.  Dank der Schilderungen im Buch habe ich den bis heute schwelenden Konflikt in Israel endlich verstanden, vielleicht auch, weil Schicksale Einzelner plastischer wirken, als die Reduzierung auf die Nationalität/den Glauben.

    In dieser Beziehung ist „Jaffa Road“ nicht nur ein interessantes und lehrreiches Buch, sondern zugleich im Aufbau in mehrere Zeitebenen UND Ansichten doch eher ungewohnt. Und trotz dieser Vielzahl von Aspekten bzw. Geschichten in der Geschichte, welche leicht den Überblick verlieren lassen könnten, zieht sich der rote Faden sicher durch das ganze Buch. 

     

    Ein absolut lesenswertes Buch, was noch Lange in mir nachklingt. Definitiv werde die die Vorgängerbände auch noch lesen!

  6. Cover des Buches Der Schwur des Normannen (ISBN: 9783426516409)
    Ulf Schiewe

    Der Schwur des Normannen

     (57)
    Aktuelle Rezension von: Thommy28
    Einen kurzen Blick auf die Handlung ermöglicht die Kurzinfo hier auf der Buchseite. Ich ergänze lediglich meine ganz persönliche Meinung:

    Nachdem ich schon die beiden ersten Bände der "Normannen-Sage" geniessen durfte hatte ich mich schon sehr auf dieses Buch gefreut. Ich wurde nicht enttäuscht!

    Erneut gelingt es dem Autor historische mit fiktiven Ereignissen und Personen zu einem eindrucksvollen Gesamtbild zu verquicken. 

    Dem Buch fehlt es weder an Spannung und Tempo; lediglich im ersten Drittel kam es zu einigen Längen, die aber im letzten Drittel furios ausgeglichen wurden. Sowohl die historisch belegten als auch die fiktiven Protagonisten sind äusserst lebendig und liebevoll gezeichnet.

    Es ist nicht zwingend erforderlich die Vorgängerbände vorab zu lesen, aber aus meiner Sicht dringend zu empfehlen. Nur so kann man die Entwicklung der Geschehnisse und insbesondere der Protagonisten nachvollziehen und richtig würdigen.

    Ich freue mich sehr auf den vierten Band!
  7. Cover des Buches Boy Nobody (ISBN: 9783845800059)
    Allen Zadoff

    Boy Nobody

     (181)
    Aktuelle Rezension von: Weltentraeumerin
    Inhalt:

    Mit zwölf Jahren wurde er von dem „Programm" rekrutiert, nun, mit sechszehn, ist er einer der Besten und macht nie Fehler. Er gibt sich als der Freund der ihm genannten Zielperson aus, erschleicht sich ihr Vertrauen, um dann in die Nähe seines Opfers zu gelangen, das er tötet.
    Sein neuer Job ist ein Job wie jeder andere - oder? Denn der Zeitrahmen ist ungewöhnlich kurz. Und mit einem Mal kommen Zweifel auf - Zweifel, die jemand wie er nicht haben sollte ...

    Meine Meinung:

    Der Protagonist, der sich bei seinem neuen Auftrag Benjamin nennt, und den ich ab sofort auch bei diesem Namen nennen werde, hat quasi keine Identität. Er wurde von dem „Programm“ zum Assassinen ausgebildet und sein ganzes Leben besteht aus Aufträgen, bei denen er Freundschaften, meist zu den Kindern der von dem Programm ausgewählten Opfer vorgaukelt, inklusive erfundener Identität, um dann nach der Ermordung der Zielperson zu verschwinden.
    Bis dato hat er seine Jobs auch immer fehlerfrei erledigt und seine Aufträge nie hinterfragt. Doch dieses Mal ist alles anders.

    Die Frage nach der Moral ist ein zentrales Element. Genaugenommen weiß Benjamin kaum was über das Programm, außer dass es ihn zu einer Waffe ausgebildet hat und angeblich patriotische Absichten verfolgt, wodurch es auf den/die Leser*in automatisch ziemlich dubios wirkt. Davon abgesehen finde ich es aber schwierig, es und vor allem die wirklichen Motive einzuschätzen.
    Hinzu kommt, dass Benjamin ironischerweise selbst einmal Opfer einer solchen vorgegaukelten Freundschaft wahr, deren eigentliche Intention sein Vater war. Das aktuelle Geschehen wird immer wieder von Rückblicken durchbrochen, in denen sich Benjamin an die Geschehnisse von damals erinnert und manchmal auch darüber nachdenkt, was genau warum passiert ist.

    Dabei wirkte Benjamin ziemlich gehirngewaschen auf mich, allerdings mit Potenzial zu mehr. Ich war überrascht, dass er seine frühere Identität, die er immerhin bis zu seinem zwölften Lebensjahr inne hatte, so verdrängt hat, dass er sich an das meiste kaum noch erinnert. Was aber eben auch wieder aufgegriffen wird und definitiv Potenzial für die Fortsetzungen bietet.
    Generell ist dieses Buch in vieler Hinsicht eher ein Auftakt, der vielleicht Weichen stellt, aber dramatische Entwicklungen vermutlich für die Fortsetzungen aufspart. Dennoch können einige Wendungen überraschend sein, und langweilig wird es aufgrund des Zeitlimits und der Frage nach der Richtigkeit des Auftrags und einer möglichen Lösung auch nie, selbst wenn es keinen direkten Thrill-Effekt gibt, wie man ihn von einem richtigen Thriller erwarten würde.
    Die Methoden des Programms bzw. von Benjamin sind dabei sehr ausgeklügelt, was eine faszinierende, aber auch unheimliche Vorstellung ist. Gerade Benjamin denkt dabei oft sehr strategisch und zeigt sein Können, was neben seinen körperlichen auch in seinen analytischen Fähigkeiten liegt.

    Fazit: Spannende Story mit Potenzial, der Frage nach Moral und einem strategisch denkendem Protagonisten in einem dubiosen Programm
  8. Cover des Buches Der Fremde (ISBN: 9783499253089)
    Albert Camus

    Der Fremde

     (561)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    "Der Fremde" des französischen Nobelpreisträgers Albert Camus erschien 1942 und wurde als Meisterwerk berühmt. Die Erzählung entstand parallel zu einer philosophischen Abhandlung des Schriftstellers über das Absurde.

    Die Geschichte handelt von einem jungen Franzosen, Meursault, dessen Antriebslosigkeit keine Grenzen kennt. In seinem Persönlichkeitsprofil könnten fast autistische Züge vermutet werden. Sein Verhalten führt zu einem Mord, den er aus Notwehr begeht. Das richterliche Urteil führt aufgrund mehrerer sinnloser Schüsse, die er zusätzlich abgibt, seiner fehlenden Reue und der kompletten Gefühl- und Gottlosigkeit zur Todesstrafe. Selbst der Geistliche, der ihn am Abend vor seiner Hinrichtung aufsucht, wird Zeuge einer schockierenden Gleichgültigkeit gegenüber der Welt.

    Die schlichte Sachlichkeit und Intelligenz, seine ruhige und pflichtbewusste Art machen aus dem Protagonisten trotz allem einen Menschen, den man eigentlich ganz gern hat. Darin liegt das Absurde der Geschichte.

    Der lakonische Schreibstil hat mich angesprochen und macht den kurzen Essay zu einer leicht zu lesenden Lektüre.

  9. Cover des Buches Bruno Chef de police (ISBN: 9783257240467)
    Martin Walker

    Bruno Chef de police

     (257)
    Aktuelle Rezension von: Tommywien

    Bis dato habe ich noch nichts von Martin Walker gelesen, aber da ich ein großer Fan der Diogenes Bücher bin, musste ich mit dieser Reihe beginnen. Vorweg kann ich betonen, dass ich es nicht bereut habe.

    Bruno ist der Polizeichef des kleinen fiktiven Städtchen Saint-Denis. Als Polizeichef von Saint-Denis hat er tag ein tag aus tag aus mit sympathischen, liebenswerten Kleinkriminellen zu tun. Die Idylle wird allerdings abrupt unterbrochen, als die Leiche eines alten Algeriers aufgefunden wurde. Zunächst deutet alles auf ein rechtsradikales Motiv hin, da das Opfer ein Hakenkreuz auf der Brust eingeritzt hatte. Für Bruno ist es die erste Mordermittlung überhaupt und gleich derartig präsanter Fall.

    Passend zu der Kleinstadtumgebung hat Martin Walker einen gemütlichen Erzählton eingeschlagen. Ich liebe solche Krimis, wer allerdings nach Action und Spannung sucht, wird mit diesem Buch keine Freude haben. Die fehlende Spannung wird allerdings mit viel französischem Flair und detallierten histiroschen Fakten ausgeglichen. Hinsichtlich der historischen Fakten, kam Martin Walker seine Ausbildung als Historiker zu gute. Natürlich kommt auch die Kulinarik in diesem Buch nicht zu kurz, ich ertappte mich des öfteren, dass ich hungrig wurde.  Erschreckend ist für mich, dass das Thema nichts an seiner Aktualität eingebußt hat, im Gegenteil Rassismuss ist auf unserer Erde leider präsenter den je. 

    Etwas störend empfand ich die ausufernden Darstellungen von Tennismatches. Ich spiele zwar selber Tennis, aber dies empfand ich in Tat mehr als langweiliges Füllmaterial.

    Wer Krimis aller Donna Leon liebt, wird auch die Reihe von Martin Walker lieben, da bin ich mir sicher. Ich werde jedenfalls immer wieder eines der Bücher lesen.

  10. Cover des Buches Sand (ISBN: 9783499258640)
    Wolfgang Herrndorf

    Sand

     (153)
    Aktuelle Rezension von: Duffy
    Nordafrika 1972. Es ist das Jahr des Palästinenserattentats bei den Münchener Olympischen Spielen. Irgendwo in der Sahara spielen sich ebenfalls dramatische Ereignisse ab. Ein Mann ohne Gedächtnis wird an einer Tankstelle mitten in der Wüste von einer Amerikanerin aufgelesen, die sich um ihn kümmert und versucht, mit ihm das Geheimnis um seine Identität zu lüften und warum er von wem gejagt wird. Vier Mitglieder einer Hippiekommune werden von einem vermeintlich drogensüchtigen Amokläufer ermordet, ein frustrierter Kommissar versucht, den Fall zu klären, von einer Mine ist die Rede und niemand weiß, was es damit auf sich hat. Spuren werden verworfen und wieder aufgenommen, Verfolger und Verfolgte wissen manchmal nicht, was der Grund für ihre Rolle, die sie gerade einnehmen, ist. Ein Thriller, der manchmal den Atem anhalten lässt, bis es am Schluss eigentlich gar keinen richtigen Schluss gibt, der aber das Plausibelste enthält, was diese großartige Story hergibt.

    Herrndorf wird ja schon längst nicht nur an seinem Megaerfolg „Tschik“ gemessen. Der viel zu früh verstorbene Autor konnte mit verhältnismäßig wenig Veröffentlichtem zeigen, dass er zu einem der wichtigen Gegenwartsautoren hätte zählen können. Sein großes Plus ist nicht nur die Phantasie und das Gespür für einen guten Stoff, sondern in erster Linie sein Stil, der nicht nur die Bilder transparent macht, sondern auch die Szenen so engmaschig und dicht setzt, dass man sich als Leser förmlich mitbewegt. „Sand“ hat alles, was ein guter Thriller braucht, er streift aber auch die Atmosphäre der Orte mit einer klaren Präzision und fängt den Geruch jeder beschriebenen kleinen Gasse exakt ein. So wird aus dem Buch ein Film mit Figuren, die man vor sich sieht, mit denen man leidet und genießt, wo man in die Psyche der mal mehr, mal weniger komplizierten Charaktere eintauchen kann. Das alles ist große Handwerkskunst und wenn man den Begriff „stilsicher“ gebrauchen will, ist das wahrscheinlich zu oberflächlich, denn Herrndorf hat hier seine eigene Sprache gefunden, die einen unwiderstehlichen Sog produziert.

    Das Ende ist schlüssig und plausibel. Um nicht mehr zu verraten, kann man aber sagen, dass es ungewöhnlich ist, weil sich die Erwartungshaltung nach den 470 Seiten natürlich entsprechend intensiviert hat. Aber das ist kein Manko dieses empfehlenswerten Romans. Ein spannendes und großartig geschriebenes Buch. Es ist schade, das Herrndorf so früh verstorben ist, er gehört in dieselbe Abteilung wie Jörg Fauser, von dem man auch noch hätte einiges erwarten können.

  11. Cover des Buches Ein geschenkter Tag (ISBN: 9783596512171)
    Anna Gavalda

    Ein geschenkter Tag

     (304)
    Aktuelle Rezension von: Lilli33

    Taschenbuch: 149 Seiten

    Verlag: FISCHER Taschenbuch (19. Januar 2012)

    ISBN-13: 978-3596189861

    Originaltitel: L’ Échappée belle

    Übersetzung: Ina Kronenberger

    Preis: 7,99 €

    auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich


    Eine herrlich erfrischende Erzählung


    Inhalt:

    Eigentlich sind Garance und ihr Bruder Simon nebst Frau Carine auf dem Weg zu einer Familienhochzeit. Unterwegs gesellt sich noch ihre Schwester Lou dazu. Nur Bruder Vincent hat keine Zeit zu kommen. Kurzerhand beschließen die drei Geschwister, die Hochzeit Hochzeit sein zu lassen und fahren zu einem Blitzbesuch aufs Land zu Vincent. Sie verbringen zusammen einen herrlich unbeschwerten Tag in Erinnerung an ihre Kindheit, frei von allen Zwängen.


    Meine Meinung:

    Anna Gavaldas Romane gefallen mir aufgrund ihrer Leichtigkeit und ihres Tiefgangs. Dies ist auch bei dieser leider recht kurzen Geschichte (geringe Seitenzahl, große Schrift, breite Ränder) nicht anders. 


    Die Beziehung der Geschwister zueinander ist herzerfrischend. Für jedes „Problem“ gibt es eine andere Bezugsperson, aber immer ist jemand für einen da. Die Liebe der vier Geschwister sprüht aus allen Seiten. Es macht einfach Spaß, mit ihnen diesen unbeschwerten, unkonventionellen und albernen Tag zu durchleben. Vor allem, weil man anfangs noch Carine erlebt, Simons Frau, die zu allem eine absolut strikte Meinung hat und einfach nicht genießen kann - ein krasser Gegensatz zu den vier lockeren Geschwistern.


    Fazit:

    Ein kleines Gute-Laune-Buch, bestens geeignet zum Verschenken für Gern-Leser und Nicht-so-gern-Leser.


    ★★★★☆


  12. Cover des Buches Das Büro der einsamen Toten (ISBN: 9783453438385)
    Britta Bolt

    Das Büro der einsamen Toten

     (69)
    Aktuelle Rezension von: Daphne1962

    Britta Bolt nennt sich das Autorenduo, zusammengesetzt aus Britta Böhler und Rodney Bolt. Eine interessante Mischung, denn Britta Böhler ist als Anwältin tätig gewesen und zog 1991 in die Niederlande, wo sie mit strafrechtlichen Mandaten bekannt wurde. Auch befasst sie sich intensiv mit der Anti-Terror Gesetzgebung. Rodney Bolt lebt ebenfalls in den Niederlanden und ist Autor und Reisejournalist. In Amsterdam spielt dann auch dieser neuartige Kriminalfall.

    Neuartig ist auch die NASD, eine Art Behörde, die sich um Todesfälle kümmert, wo keine Angehörigen zu finden sind. Von ihnen wird Recherche betrieben, wie der Verstorbene lebte, wer ihn kannte oder sonst wie Umgang hatte. Schließlich sollte jeder Verstorbene würdig bestattet werden. Auch gibt es das Amt für Katastrophenschutz und Bestattungen nicht. Aber damit haben die Autoren eine interessante und fiktive Handlung entworfen.

    Zur Handlung:

    In der Prinsengracht mitten in Amsterdam wurde die Leiche eines Mannes gefunden. Für die Polizei scheint es ein Unfall gewesen zu sein. Pieter Posthumus, der im Büro der einsamen Toten arbeitet sieht das allerdings etwas skeptischer. Er beginnt Nachforschungen anzustellen. Eine gute Hilfe hat er durch seine Nichte Merel gefunden, die als Journalistin arbeitet und gerade in der Emigrantenszene recherchiert. Der Ertrunkene war ein marokkanischer Emigrant. Der Staatsschutz beobachtet derzeit eine Gruppe militanter Muslime, die sie versuchen dingfest zu machen. Auch der Marokkaner hatte Zugang zu diesen Männern. Aber warum musste er sterben? Ein sehr rätselhafter Fall.

    Mir hat das Buch recht gut gefallen. Allerdings musste man es sehr konzentriert lesen. Die vielen holländischen Namen und Straßenbezeichnungen waren nicht immrer einfach zu merken. Dennoch ein guter und intelligenter Krimi.


  13. Cover des Buches Die Gierigen (ISBN: 9783746631813)
    Karine Tuil

    Die Gierigen

     (65)
    Aktuelle Rezension von: schokoloko29

    Samir, Samuel und Nina lernen sich während des Studiums kennen. Samuel und Nina sind ein Paar und Samir ein guter Freund für beide. Dies ändert sich als Samuel seine Eltern verliert und sich um die Formalitäten der Beerdigung u.ä. kümmern muss. Samir und Nina haben eine Affäre. Als dies herauskommt, versucht sich Samuel umzubringen. Nina entschließt sich für Samuel. Beide brechen das Studium ab. Sie arbeitet als Modell für billige Kleidung und als Verkäuferin und Samuel arbeitet als Sazialarbeiter mit geringen Einkommen.

    Beide empfinden ihr Leben als trostlos und ohne Perspektive. Doch das dumpfe Leben ändert sich als beide im Fernsehen Samir sehen. Als erfolgreichen Anwalt, der sich hochgearbeitet hat. Sie recherchieren im Internet und es kommt heraus, dass Samir sich jetzt Sam nennt und eine andere religiöse Identität angenommen hat. Er stellt sich so dar, als wenn er ein Jude sei, der seine Familie früh bei einem Autounfall verloren hat. Darüber hinaus hat er eine hoch angesehene jüdische Frau geheiratet, die stark mit dem jüdischen Glauben verwurzelt ist. 

    In Wirklichkeit ist Samir Moslem und hat die Lebensgeschichte von Samuel als seine eigene ausgegeben.

    Eigene Meinung:

    Diese Geschichte ist anfangs sehr gut geschrieben. Die Autorin möchte mit ihrem Buch eine gewisse Botschaft übermitteln und hält den Menschen ein Spiegel hin. Dieser Spiegel ist nicht sehr wohlwollend und die sog. Reichen werden sehr grotesk und widerlich dargestellt. Samuel und Nina sind sehr in dieser Opferrolle gefangen und nehmen keine Verantwortung über ihr Leben und ihre Entscheidungen. Darüber hinaus flaut diese Geschichte ab Mitte des Buches einfach ab. Die Affäre zwischen Samir und Nina ist an den Haaren herbei gezogen und die Glaubwürdigkeit der Handlungen der jeweiligen Personen ist in meinen Augen nicht vorhanden.


    Fazit:

    Guter Anfang, ab Mitte des Buches nimmt die Qualität und die Gleubwürdigkeit der Handlungen der Protagonisten ab. Die Geschichte ist an den Haaren herbei gezogen.

  14. Cover des Buches Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran (ISBN: 9783596509577)
    Eric-Emmanuel Schmitt

    Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran

     (740)
    Aktuelle Rezension von: Jana_hat_buecher

    Moses ist ein 11-jähriger Junge, der mit seinem alleinerziehenden Vater in der Rue Bleue, Paris lebt. Da er nur wenig Geld von seinem Vater bekommt, stiehlt er in dem Gemischtwarenladen von Monsieur Ibrahim immer mal wieder etwas. Doch der "Araber an der Ecke" nimmt es dem kleinen Jungen nicht übel, sonst nimmt in unter seine Fittiche und bringt ihm die wichtigen Dingen des Lebens bei - vorallem das Lächeln. Das Buch ist sehr kurzweilig und liebevoll geschrieben. Es zaubert dem Leser ein Lächeln ins Gesicht und macht warm ums Herz. Obwohl man im ersten Moment denken könnte, dass es um die Unterschiede zwischen den Menschen geht (alt/ jung,  Jude/ Moslem, etc.), geht es eigentlich mehr darum, dass man menschliche Wärme und ein Lächeln seinen Mitmenschen entgegen bringen sollte. Auch wenn ich nicht ganz nachvollziehen kann wie ein 11- jähriger in den Puff gehen kann und darf🤣

  15. Cover des Buches Judas (ISBN: 9783518466704)
    Amos Oz

    Judas

     (53)
    Aktuelle Rezension von: gerda_badischl

    Über den Inhalt haben andere Rezensenten schon genug geschrieben. Ich möchte euch gerne erzählen, wie es mir beim Lesen gegangen ist:


    Die ersten zwei Drittel des Buches waren zäh.

    Trockene und viel zu genaue Beschreibungen eines langweiligen Alltags. (a la: "er tat Zahnpasta auf die Zahnbürste, dann putze er zuerst die Zähne oben links, dann oben rechts, innen putze er etwas ungenauer, weil da kam er mit der Zahnbürste nicht so gut hin, ..." das ist KEIN ZITAT, sondern selbst erfunden, und soll nur mein Gefühl beim Lesen wiedergeben!) 

    Abwechselnd mit Dialogen, die wie Vorträge klingen. Hier ein zufällig aufgeschlagenes Zitat aus einem Gespräch zweier Hauptpersonen:     

    "... Thomas Mann hat an irgendeiner Stelle geschrieben, Hass sei nichts anderes als Liebe, die man mit einem Minuszeichen versehen hat. Das Ausmaß des Hasses ist ein Beweis dafür, dass Liebe dem Hass gleicht, denn in der Eifersucht mischen sich Liebe und Hass. Im Hohelied, im gleichen Abschnitt, wird uns gesagt, die Liebe ist stark wie der Tod und ihr Eifer ist fest wie die Hölle. Ataljas Vater hat geglaubt, Juden und Araber wären dazu geschaffen, einander zu lieben, würde man nur das Missverständnis zwischen ihnen beseitigen. ...

    - übrigens ein recht schönes Zitat, das ich hier zufällig erwischt habe, ich schreibe für euch auch noch ab, wie es weitergeht: "...Zwischen Juden und Arabern gibt es kein Missverständnis, es hat nie ein Missverständnis gegeben. Im Gegenteil. Seit Jahrzehnten besteht zwischen ihnen ein vollkommenes Verständnis: Die einheimischen Araber hängen an diesem Land, weil es ihr einziges ist, sie haben kein anderes, und wir hängen an diesem Land aus genau den gleichen Gründen. Sie wissen, dass wir nie darauf verzichten können, und wir wissen, dass sie nie verzichten werden. Das gegenseitige Verstehen ist also völlig klar. Es gibt kein Missverständnis zwischen uns und hat es nie gegeben."

    Man sieht: schreiben kann er ja gut, der Herr Oz, aber die Romanhandlung schien mir anfangs mehr ein Vorwand zu sein, um ein paar Geschichte-Lektionen gut zu verpacken.


    Und dann - im letzten Drittel, oder vielleicht sogar erst im letzten Viertel - ist etwas mit mir passiert:

    Die Beschreibung eines Zimmers...

    Seitenlang...

     Und ich hab noch daran gedacht, wie langweilig mir die Lektüre ist, als ich plötzlich 

    ... das Zimmer GEROCHEN habe

    ... und das Sofa unter mir GESPÜRT 

    ... und plötzlich WAR ich in diesem Haus in Jerusalem!

    Ich kann verstehen, warum dieses Buch von manchen Rezensenten fünf Sterne bekommt. In der richtigen Stimmung gelesen, mit viel Ruhe und ohne große Erwartungen, dass etwas passiert, kann man diesen unglaublichen Sprung in eine andere Welt machen. Die Frage ist nur, ob es beim Zweitlesen leichter und schneller gehen wird. Ich werde es vorläufig noch nicht probieren. Aber vielleicht ... einmal in der Zukunft?


    Fazit: gute 3 Sterne - eventuell korrigiere ich meine Wertung beim Zweitlesen noch nach oben.


    off topic: Ich habe das auch schon bei anderen Büchern erlebt, dass aus Drei-Sterne-Büchern beim zweiten Lesen glatte Fünfer wurden. Aber selten. Eigentlich nur einmal. Buchtipp: https://www.lovelybooks.de/autor/Max-Frisch/Homo-faber-265111788-w/ 

  16. Cover des Buches WATCH – Glaub nicht alles, was du siehst (ISBN: 9783453424487)
    Michael Meisheit

    WATCH – Glaub nicht alles, was du siehst

     (25)
    Aktuelle Rezension von: sollhaben

    Michael Meisheit hat seine Sympathie schon auf der Loveletter Convention gezeigt und mit "Wir sehen dich sterben" hat er einen guten soliden Krimi/Thriller präsentiert (den habe ich im Mai gerade erst gelesen)
    In diesem Buch zeigt er ein weiteres sehr aktuelles Thema auf. Die stetige Überwachung der Menschen. In meiner naiven Sichtweise konnte ich dem anfangs auch nur Gutes abgewinnen. So macht man es Kriminellen schwerer und die Bevölkerung wird geschützt. Doch der Autor holt einen ganz schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück.
    Ich möchte leider auch noch bemerken, dass es sich hier nicht um einen traditionellen Thriller handelt. Für mich wäre die Bezeichnung rasanter Krimi passender. Denn die Handlung fliegt nur so dahin und wird aus zwei Perspektiven erzählt:
    Tina, die das Jobangebot erhält und die sich ziemlich leichtgläubig darauf einlässt und oft einfach die Augen vor den Problemen verschließt. Bisher hat sie sich einfach durchs Leben gleiten lassen ohne viel nachzudenken. Das fühlt man hier eindeutig. Aber sie lernt und entwickelt sich. Vielleicht wächst sie sogar über sich hinaus.
    Nael, ein Deutsch-Araber, der für Europol in Den Haag arbeitet. Seine Persönlichkeit und seine Sichtweise bereichern die Geschichte ungemein. Er eckt auch gerne mal bei seinen Vorgesetzten an. Mir gefällt seine ruhige und besonnene Art, seine Sichtweise und dass er oft auf sein Bauchgefühl und seine Herkunft hört. Denn eines ist klar, in diesem Buch geht es um Familie, Loyalität und Verrat.
    Was mir an der Geschichte am besten gefallen hat, war die Ausgangssituation und die damit verbundenen Möglichkeiten, Gefahren und Versuchungen. Die Story wird schnell erzählt, man merkt, dass Autor auch reichlich Erfahrung im Drehbuch schreiben hat. Sein Erzählstil ist bildreich, so dass man als Leserin überhaupt keine Probleme hat, sich an den Ort des Geschehens zu begeben.
    Mir hat es gefallen, es war kurzweilig zu lesen.

  17. Cover des Buches Eine Geschichte von Liebe und Finsternis (ISBN: 9783518467268)
    Amos Oz

    Eine Geschichte von Liebe und Finsternis

     (107)
    Aktuelle Rezension von: Jari
    Eigentlich hatte ich nie vor, dieses Buch zu lesen. Schlussendlich tat ich es trotzdem und zwar für die Weltreise-Challenge. Also liess ich mich von Amos Oz durch Jerusalem und seine Geschichte führen. Es war kein Flop, obwohl ich mich doch etwas durch das Buch quälen musste, und das ist schon mal nicht schlecht.

    Grundsätzlich bin ich nun froh, sagen zu können, dass ich ein Buch von Amos Oz gelesen habe. Dazu auch noch sein wohl bekanntestes. Am meisten gefielen mir die einzelnen Passagen, in denen es um die Literatur und Amos' intellektuelle Familie ging. Also vor allem der Anfang hat es mir doch sehr angetan.

    Doch schlussendlich hat sich das Buch für mich zu sehr verzweigt, aber damit hatte ich schon gerechnet. Vielleicht war meine Lektüre somit eine sich selbst erfüllende Prophezeiung, wobei ich wie schon gesagt, vom Anfang sehr begeistert war. Aber mit der Zeit liess meine Faszination merklich nach und ich blieb eigentlich nur wegen ein bisschen Faktenwissen und der Challenge dabei.

    Sprachlich bewegt sich Oz auf einem Niveau, das seinem Ruf gerecht wird. Ein präziser Schriftsteller, sehr begabt, ein Talent, welches aus seinem familiären Umfeld gewachsen ist. Wer in eine solch akademische Familie hineingeboren wird, dem liegt das Spielen mit den Worten wahrscheinlich im Blut. Dennoch war es ermutigend zu erfahren, dass auch jemand wie ein Amos Oz Mühe hatte. Deshalb war es auch wieder das Ende, das mich nach längerer Durststrecke wieder mitnahm.

    Ich bin froh, dass ich das Buch durch habe. Trotz meines Mühsals war die Lektüre nicht vergebens. Viele schöne Textzeilen warten darauf, niedergeschrieben zu werden. Ausserdem habe ich einiges über die Geschichte Jerusalems und Israels lernen können. Kein Buch ist vergebens und dieses schon gar nicht.

    Bücher wie "Eine Geschichte von Liebe und Finsternis" tun gut, auch wenn man sich durch sie durchkämpft. Auch dann, wenn man die Handlungen der Figuren nicht versteht. Nicht versteht, wie sie oft nicht zufrieden sein können, wenn sie doch ein Leben leben, das ich auch gerne hätte. Aber jeder kämpft mit seinen Geistern, auch das lehrt uns Oz. Manchmal sind sie auch zu stark, dies zeigt das prägende Erlebnis des Todes der Mutter, das an unterschiedlichen Stellen thematisiert wird.

    Ein eindrückliches Buch mit starkem Charakter. Ein Buch, das sich nicht so leicht unterkriegen lässt, trotz aller Unwirtlichkeiten. Deshalb prädestiniert wie kein zweites, um Israel zu repräsentieren.
  18. Cover des Buches Tanzende Araber (ISBN: 9783833300950)
    Sayed Kashua

    Tanzende Araber

     (24)
    Aktuelle Rezension von: irismaria

     „Tanzende Araber“ von Sayed Kashua handelt von einem palästinensischen Jungen, der in Israel lebt. Die Geschichte ist aus seiner Sicht geschrieben und in seinen Erzählungen von Eltern und Großeltern erfährt man vieles über die Geschichte Israels und das schwierige Zusammenleben von Juden und Arabern. Nach der Lösung eines öffentlichen Rätsels, darf der

    Junge ein jüdisches Elite-Internat in Jerusalem besuchen. Als einziger Araber hat er es dort allerdings nicht leicht, erlebt aber die ganz andere Lebenswelt der jüdischen Mitschüler und verliebt sich auch in eine Jüdin.

    Die Thematik ist sehr spannend, doch leider konnte mich der Stil nicht überzeugen. Viele Gedanken und Handlungen der Hauptperson konnte ich nicht nachvollziehen. Nebensächlichkeiten nahmen einen großen Raum ein, während wichtige Aspekte (wie etwa die Geburt der Tochter) nur nebenbei erwähnt wurden.

  19. Cover des Buches Söldner des Geldes (ISBN: 9783954511341)
    Peter Beck

    Söldner des Geldes

     (25)
    Aktuelle Rezension von: Magicsunset
    „Die Strömungen der Luft und des Geldes waren nicht sichtbar.“ (Zitat Seite 135)

    Inhalt:
    Bei einem Helikopterabsturz in den Schweizer Bergen kommt Anna, Mitarbeiterin und persönliche Vertraute von Tom Winter, Sicherheitschef einer Schweizer Privatbank, ums Leben. Mit ihr der erfahrene Pilot, sowie ein arabischer Scheich, ein extrem vermögender, einflussreicher Kunde der Bank. Es war definitiv kein Unfall. Die erste Spur führt Winter nach Kairo. Als dort ein Geschäftspartner des Ermordeten ebenfalls bei einem Anschlag umkommt, ist Winter klar, dass jemand die geplanten weltweiten Investitionen mit allen Mitteln verhindern will. Eine deutliche Botschaft an Winters Chef lautet: Raushalten aus dem Nahen Osten. Gemeinsam mit der ägyptischen Geschäftsfrau Fatima macht sich Winter auf eine lebensgefährliche Spurensuche, die sie quer durch Europa, nach Amerika und zurück in die Schweiz führt.

    Thema und Genre:
    Dieser packende Thriller beschäftigt sich mit dem System der internationalen Finanzmärkte. Es geht um diskrete Banken, Anlagestrategien, Investmentfonds und unvorstellbar hohe Geldsummen, die hier zu verdienen sind.

    Charaktere:
    Winter ermittelt ziel- und lösungsorientiert. Seine Ausbildung bei einer Spezialeinheit der Polizei ist bei körperlichen Angriffen hilfreich. Er ist verschwiegen und hat Humor.
    Fatima, die intelligente ägyptische Geschäftsfrau kennt die Zusammenhänge im Nahen Osten und unterstützt Winter dort, wo er als Europäer vor verschlossenen Türen stehen würde.

    Handlung und Schreibstil:
    Die straffe Handlung erstreckt sich über etwa 14 Tage, der Hauptprotagonist Winter muss unter enormem Zeitdruck ermitteln, was für den Leser intensive Spannung bedeutet. Dennoch nimmt sich der Autor Zeit für Beschreibungen der unterschiedlichen Handlungsschauplätze und auch das fröhliche Feiern am 1. August, dem Bundesfeiertag der Schweiz wird erwähnt. Diese Schilderungen erhöhen das Vergnügen beim Lesen, ohne jedoch die Spannung zu unterbrechen. Der trockene Humor des Autors zeigt sich in Sätzen wie „Die arabischen Flüche krachten beeindruckend“ und ebenso beeindruckend ist der Ideenreichtum, mit dem der Autor Winter handeln lässt. Auf Seite 275 zum Beispiel beginnt eine Szene, bei der ich schallend gelacht habe, so genial sind die Bilder, die man sich bei dem gekonnt geschilderten Ablauf sofort vorstellt.

    Fazit:
    Dieser spannende Thriller ist das erste von bisher drei Büchern über die internationale Welt der Hochfinanz und den smarten Sicherheitschef Tom Winter, doch die Reihenfolge spielt keine Rolle. Sicher ist jedoch, sobald man eines der Bücher gelesen hat, will man die anderen auch lesen. Dieser niveauvolle, auch sprachlich großartige Wirtschaftsthriller ist ein packender Pageturner, der überzeugt und Spaß macht.

  20. Cover des Buches Die dunkle Seite der Liebe (ISBN: 9783423212243)
    Rafik Schami

    Die dunkle Seite der Liebe

     (115)
    Aktuelle Rezension von: Bibliomania
    Es fällt mir ein bisschen schwer, eine Rezension über dieses Buch zu schreiben.
    Vor Monaten hatte ich angefangen "Die dunkle Seite der Liebe" im Urlaub zu lesen. Doch irgendwie bekam ich ganz schlecht einen Zugang. Seitdem ruhte es. Nun habe ich mich wieder damit befasst und musste feststellen, dass der Zeitpunkt oder die Umstände vielleicht einfach ungünstig waren.
    Es gibt zwei verfeindete Clans: die Schahins und die Muschtaks. Gefühlt ging es auf den ersten 200 Seiten um ganz viele Generationen beider Clans, die immer wieder im Clinch lagen und immer wieder zwei Liebende aus der jeweils anderen Familie hervorbrachten. Niemals konnten die Väter das dulden, die Kinder wurden quasi immer verstoßen.
    Dann aber handelte der Rest des Buch von einer bestimmten Muschtak-Familie, in der der Sohn Farid die Hauptrolle spielte. Auch er verliebt sich, natürlich, in eine Tochter der "falschen" Familie: Rana Schahin. Sie kämpfen um ihre Liebe, jahrelang. Und währendessen wird die Geschichte Syriens erzählt, die Kultur und die Religion Syriens deutlich und vor allem die Probleme, die dieses Land in der Vergangenheit und sicherlich auch heute noch hat. Ein komplexer Roman, der aus verschiedenen "Mosaikteilen" besteht, wie es der Autor selbst ausdrückt. Er teilt sein Buch in verschiedene Bücher, so so gibt es das "Buch des Lachens", das "Buch der Liebe", das "Buch der Farbe", das "Buch des Todes" und noch einige mehr. Erst aus allen Teilen ergibt sich dann eine vollständige Geschichte, die schön und traurig, brutal und liebevoll, lustig und zum Verzweifeln ist.
    Doch über allem hängt die Kultur Syriens, die ich so wenig nachvollziehen kann. Zwangsehen, die Bedeutungslosigkeit von Frauen, fehlende Rechte von Frauen, fehlende Gerechtigkeit, übermäßige Brutalität durch das Militär. Folter und Schläge sind an der Tagesordnung, man darf seine Meinung nicht kundtun und immer so weiter.
    Für mich ein einziger Aufreger. Dennoch ein gutes Buch und wenn mich diese ganzen Aspekte nicht so aufregen und mir den Lesegenuss nehmen würden, könnte ich sicher auch mehr Sterne vergeben. Ich glaube es ist ein wichtiges Buch, um Europäern die Kultur der Syrer näher zu bringen. Ob es hilft, sei dahin gestellt.
  21. Cover des Buches Exodus (ISBN: 9783453138346)
    Leon Uris

    Exodus

     (113)
    Aktuelle Rezension von: Aaron_Aebi

    Leon Uris versteht es, die Geschichte des modernen Israel greifbar zu machen. Er flicht fiktive Held*innen in wahre geschichtliche Begebenheiten ein. Zwar mag genau dort die Gefahr des Buches lauern: in den verschwimmenden Grenzen von Wahrheit und Fiktion, doch lässt es nichtsdestotrotz einen wertvollen Einblick in die Jahre vor und nach 1948 zu. Die Perspektive ist klar eine jüdische, die Anliegen ebenso, Widersacher sind Engländer und die lokale arabische Bevölkerung. In den Auseinandersetzungen, Ungerechtigkeiten und Nöten beschönigt Uris nichts, ebenso wenig mangelt es an Menschlichkeit.

  22. Cover des Buches Der Duft von bitteren Orangen (ISBN: 9783734100468)
    Claire Hajaj

    Der Duft von bitteren Orangen

     (90)
    Aktuelle Rezension von: Petra54

    Ein wunderschöner Einband mit malerischem Titelbild, ein guter Titel und ein interessanter Klappentext, der auf eine spannende Geschichte neugierig macht, garantiert keinen guten Roman. Leider. Der Text ist derart schlecht und konfus erzählt oder übersetzt, dass ich ihn als unlesbar empfand und auf Seite 51 genervt abbrach. Ich bevorzuge klare Aussagen und habe überdies keine Freude an poetischen Umschreibungen.

    Da ich in meinem Bücherregal keine optischen Schönheiten, sondern für meinen Geschmack gut geschriebene Texte sammle, werde ich „Ismaels Orangen“ entsorgen.

  23. Cover des Buches Die Attentäterin (ISBN: 9783423136457)
    Yasmina Khadra

    Die Attentäterin

     (49)
    Aktuelle Rezension von: j125
    Inhalt:
    Amin Jaafari ist ein hoch angesehener Arzt in Tel Aviv - und ein arabischer Israeli. Umso rascher gerät er unter Verdacht, als die Polizei herausfindet, dass seine Frau in Tel Aviv als Selbstmordattentäterin ein Restaurant sprengte. Jaafari kann es nicht fassen, dass er von dem Plan seiner Frau nichts wusste. Er reist nach Bethlehem und Dschenin, in die Zentren des palästinensischen Widerstandes. Unbeirrt versucht Jaafari, die Verantwortlichen zu finden, die seine Frau zu einer "Schwarzen Witwe" gemacht und sein Leben zerstört haben. (Klappentext laut Verlag)

    Meine Meinung:
    Im Praktikum hat eine andere Praktikantin begeistert von dem Buch erzählt und da ich mich schon seit der Schulzeit für den Nahost-Konflikt interessiere, musste ich das Buch unbedingt lesen.

    Gleich zu Beginn merkt man, dass dieses Buch keine normale Unterhaltungslektüre ist. Das erste Kapitel beginnt mit einer Bombenexplosion, mit Schmerzen, mit verletzten Menschen, mit Hilfeschreien. Es ist sehr blutig, nichts wird geschönt, aber das ist wahrscheinlich bei dieser Thematik auch nur schwer möglich.

    Im Verlauf nimmt zwar der physische Horror ab, es gibt nur noch kleinere Raufereien, aber der psychische Schmerz nimmt zu. Amin Jaafari versucht verzweifelt herauszufinden, was seine Frau zu diesem Schritt bewogen hat. Doch wen er auch fragt, jeder schweigt oder rät ihm, stolz auf die Tat seiner Frau zu sein und nicht weiter zu forschen.

    Wie so oft bei wirklich guten Büchern, fällt es mir schwer die Begeisterung in Worte zu fassen. Ich finde das Thema einfach wahnsinnig spannend und es wurde richtig gut umgesetzt. Ich konnte Amin sehr gut verstehen, dessen Gedanken sich immer wieder und wieder im Kreis drehen, weil er einfach nicht akzeptieren kann, dass seine Frau sich und 17 andere in den Tod gerissen hat. Es war schonungslos ehrlich, aber gerade deswegen so gut. Man erhält furchtbare, aber spannende Einblicke in die Gedankenwelt von Selbstmordattentätern. Zwar nur indirekt, durch Gespräche zwischen Amin und anderen Personen über seine Frau Sihem, aber dennoch bekommt man eine Vorstellung davon, was solche Menschen bewegt.

    Mit ein bisschen Abstand betrachtet muss ich zwar sagen, dass ich mir noch ein bisschen mehr Einblicke in Sihems Gedanken gewünscht hätte, noch ein bisschen mehr Klarheit über ihre Motive, aber das ginge letztendlich nur durch Sihem selbst und die ist tot.

    Fazit:
    Es ist nicht zu beschreiben, was das Buch mit einem macht. Wer sich für das Thema interessiert, der sollte es unbedingt lesen. Man muss sich aber darauf einstellen, dass das Buch nicht unbedingt was für schwache Nerven ist.
  24. Cover des Buches Eva Luna (ISBN: 9783518383971)
    Isabel Allende

    Eva Luna

     (146)
    Aktuelle Rezension von: ladyliest

    Eines der schönsten Bücher Isabelle Allendes, wo die Geschichte der Eva Luna mit derjenigen des nicht näher genannten südamerikanischen Landes verwoben wird. Eva, die erste Frau in der Bibel mit dem Nachnamen Luna (Mond), wird von einem sterbenden Indio gezeugt und ist nach dem frühen Tod der Mutter auf sich allein gestellt. Eva Luna erschafft ihre Lebensgeschichte selbst und erzählt sie zusammen mit vielen anderen Geschichten, geschmückt durch ihre sprudelnde Phantasie. Die Realität wird, wie üblich bei Allende, durch Mystisches gewürzt.

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