Bücher mit dem Tag "arabien"
41 Bücher
- Paulo Coelho
Der Alchimist
(2.172)Aktuelle Rezension von: AnnaLovesBooksDer Text enthält kleine Spoiler!
Ich habe Der Alchimist wirklich geliebt. 🥰 Dieses Buch war für mich nicht einfach nur eine Geschichte, sondern eher ein Gefühl. Etwas Ruhiges, Tiefes und gleichzeitig unglaublich Hoffnungvolles. Ich war direkt in der Geschichte drin und wollte ständig weiterlesen, obwohl das Buch gar nicht von Spannung lebt, sondern von seinen Gedanken, Gesprächen und den vielen kleinen Weisheiten zwischendurch.
Der Schreibstil von Paulo Coelho ist wunderschön. Ich kann das gar nicht richtig beschreiben, weil er gleichzeitig so einfach und trotzdem so tief ist. Man kommt sofort in die Geschichte rein und trotzdem steckt gefühlt auf jeder zweiten Seite ein Satz, über den man nachdenken muss. Ich habe wirklich viele Stellen doppelt gelesen, weil ich sie einfach so schön fand. ☺️
Besonders hängen geblieben ist mir die Geschichte mit dem Löffel Öl und dem Palast. Für mich steckt darin eigentlich die ganze Botschaft des Buches. Die Welt sehen, träumen, leben und trotzdem nicht vergessen, was einem wichtig ist.
Viele beschreiben Der Alchimist als Lebensratgeber und irgendwie verstehe ich auch warum. Für mich hat es sich aber nie belehrend angefühlt. Eher wie eine wunderschöne Geschichte voller kleiner Wahrheiten, die einen manchmal ganz still trifft, ohne dabei laut oder kitschig zu werden.
Auch die Gespräche mit der Wüste, dem Wind und der Sonne haben mich total berührt. Eigentlich hätte das alles schnell zu viel wirken können, aber stattdessen hatte es etwas unglaublich Ruhiges und fast Magisches. Gerade die Szene mit der Sonne werde ich, glaube ich, lange nicht vergessen.
Und obwohl die Geschichte so einfach erzählt wird, steckt so viel darin. Vertrauen. Angst. Sehnsucht. Umwege. Zeichen des Lebens. Und dieser Gedanke, dass manche Menschen ihren Schatz vielleicht nie finden, nicht weil er nicht existiert, sondern weil sie sich nie auf den Weg machen.
Vor allem das Ende hat mich komplett bekommen. Nicht wegen eines riesigen Plot Twists, sondern wegen der Botschaft dahinter. Dass Santiago am Ende genau dorthin zurückmuss, wo alles begonnen hat und die Reise trotzdem niemals umsonst war. Er musste all das erleben, um überhaupt der Mensch zu werden, der den Schatz erkennen kann.
Ich hatte auch die ganze Zeit das Gefühl, dass der König vom Anfang irgendwie durch die komplette Geschichte präsent bleibt. Fast so, als würden manche Figuren weniger echte Menschen darstellen und eher Wegweiser auf Santiagos Reise sein. Und genau das liebe ich an dem Buch. Jeder wird wahrscheinlich etwas anderes darin sehen und genau das macht es so besonders.
Dieses Buch kam für mich wirklich zur richtigen Zeit und hat einfach gut getan. 🧡
- Renée Ahdieh
Zorn und Morgenröte
(934)Aktuelle Rezension von: Anna0807Die Grundidee dieses Buches hat mich von Anfang an angesprochen. Das Setting, die Ausgangssituation und die bekannte Geschichte, auf der alles basiert, haben für mich eigentlich großes Potenzial versprochen.
Leider hat mich die Umsetzung lange Zeit nicht wirklich erreicht. Über weite Strecken hatte ich das Gefühl, nicht richtig in die Geschichte hineinzufinden. Erst im letzten Drittel kam bei mir so etwas wie echtes Interesse auf, und ich hatte das Gefühl, endlich in der Handlung angekommen zu sein.
Ein großer Kritikpunkt für mich war der Erzählstil. Die vielen Sprünge zwischen Szenen haben es mir schwer gemacht, mich fallen zu lassen. Oft wirkten Szenen zu knapp erzählt, und auch die Dialoge haben sich für mich teilweise leer und wenig bedeutungsvoll angefühlt. Dadurch fehlte mir die Tiefe, die ich für eine solche Geschichte gebraucht hätte.
Auch mit den Charakteren bin ich nicht wirklich warm geworden. Viele Entscheidungen wirkten auf mich nicht nachvollziehbar, und gerade Shazi und Chalid haben mich eher genervt als berührt. Besonders ihre Beziehung konnte mich emotional überhaupt nicht abholen, da sie für mich zu wenig ausgearbeitet war.
Dabei liegt das Problem für mich weniger in der Idee der Handlung, sondern vielmehr in der Umsetzung. Die Geschichte hätte so viel Potenzial gehabt, wirkt aber stellenweise blass und wenig ausgeschöpft.
Bis kurz vor dem Ende war ich mir deshalb ziemlich sicher, dass ich die Reihe nicht weiterverfolgen werde. Das Finale konnte mich dann zumindest etwas versöhnlicher zurücklassen. Es war solide und hat mich dazu gebracht, Band zwei vielleicht doch noch eine Chance zu geben – auch wenn ich mir da selbst noch nicht ganz sicher bin.
Insgesamt bleibt für mich ein Buch mit starker Grundidee, das mich in der Umsetzung jedoch nicht überzeugen konnte.
- Renée Ahdieh
Rache und Rosenblüte
(354)Aktuelle Rezension von: MiiiShahrads Ziel war es einst gewesen, Chalid den Kalifen zu töten. Doch nachdem sie die Wahrheit über seine Taten erfahren hatte, verliebte sie sich und blieb, um ihn vom Fluch der auf ihm lastet, zu befreien. Die jüngsten Geschehnisse in Königreich zwangen sie jedoch zur Flucht, was sie aber nicht davon abhält, nach einem Weg zu suchen, den Fluch zu brechen. Unabhängig davon, ob sie sich selber dabei in Gefahr begibt.
Nachdem ich mich schon so schwer damit getan hatte, den ersten Band zu verstehen, wurde es im zweiten auch nicht unbedingt besser. Die gröbste Handlung ist klar, ja. Chalid versucht sein Königreich wieder aufzubauen und Shahrzad sucht nach einem Weg, seinen Fluch zu brechen. Währenddessen sind beide noch auf der Hut vor einem weiteren Angriff aufs Königreich, unter anderem von Tarik der Shahrzad mehr oder weniger ja entführt hat um sie in Sicherheit zu bringen.
Mehr habe ich aber auch nicht wirklich mitgenommen. Eine richtige Verbindung gab es zwischen den Büchern nicht unbedingt, man könnte beide auch ruhig unabhängig voneinander lesen. Mal abgesehen von ein paar Randinformationen und den Namen hatte ich jetzt nicht den Eindruck, das ich den ersten Teil unbedingt gelesen haben müsste um den zweiten zu verstehen (das hab ich ja auch so nicht getan).
Auch die ganze Ergänzung jetzt mit den besonderen Fähigkeiten von Shahrzad, die sie von ihrem Vater geerbt hat und jetzt nutzt, um mit ihrem fliegenden Teppich (der kommt einem doch auch von irgendwo bekannt vor oder?) zu einem menschähnlichen wunscherfüllenden Wesen zu fliegen, um ihre magischen Kräfte zu trainieren und später Chalid von seinem Fluch zu befreien… Mal abgesehen von dem großen Drama am Ende, dessen Sinn ich auch nicht ganz verstanden hab. Mir hat einfach ein roter Faden gefehlt. Es war, als hätte man einfach so viele Ereignisse wie möglich wahllos aneinander gereiht bis die Story lang genug war, dass sie als Buch durchgeht.
Insgesamt kann ich daher nur sagen, dass mich die Dilogie mal abgesehen von der malerischen Sprache nicht wirklich überzeugen konnte. - Michael Lüders
Wer den Wind sät
(45)Aktuelle Rezension von: HoldenMichael Lüders beschreibt, was die amerikanische Außenpolitik (häufig durch die CIA und unter Unterstützung bestimmter Think tanks und Journalisten) im Nahen Osten angerichtet hat. Und dem ja auch häufig folgend leider die Europäische Union und die deutsche Regierung. Oft hat man die ausgestreckte Hand zur Kompromissfindung ausgeschlagen, frühzeitig die Welt in "gut" und "böse" unterteilt und sich pragmatschen Lösungen verschlossen, oft auf kosten von Zehntausenden Menschenleben. Teilweise wurde eine erfolgreiche Friedensstiftung durch die USA untergraben, auch in Fällen wie der Hamas oder Irans, was daran liegt, daß die USA ein Interesse an dem dauerhaften Krieg haben, in dem wir uns gegenwärtig befinden, man einseitig auf wirtschaftliche Vorteile der US-Wirtschaft setzt (Big Oil und die Motivation zu George W. Bushs völkerrechtswidrigem Angriffskrieg gegen den Irak) oder indem man zu einseitig auf Israel im Nahen Osten schaut. Natürlich fragt man sich, was die gewählten deutschen Politiker zu dem Ganzen gesagt haben, man möchte Namen und konkrete Aussagen wissen, genauso wie das, was gewisse Medien geschrieben haben. Idles singen in "War" von den "stone-faced liars", Brody Dalle trug ein "The CIA"- T-Shirt auf der Bühne (natürlich als Kritik), beides mit Recht. Ein aufwühlendes Buch, zur Pflichtlektüre empfohlen.
- Steffen Kopetzky
Risiko
(71)Aktuelle Rezension von: sofie
Gleich im Prolog lernen wir den Protagonisten des Romans – Sebastian Stichnote, eigentlich Marinefunker – in der bis dahin vielleicht dunkelsten Stunde seines Lebens kennen. In Afghanistan, auf einer Mordmission. Danach nimmt uns Steffen Kopetzky auf etwas mehr als 700 Seiten mit auf die Reise und nach und nach erfahren wir, wie es dazu kommen konnte. Von Durazzo in Albanien kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs an Bord der BRESLAU bis nach Kabul. Vermeintlich weiß man natürlich schon wie es ausgeht – nicht nur durch den Prolog, sondern auch durch Geschichtswissen. Das Ende des Ersten Weltkrieges kennt man ja. In beiden Fällen weiß der Autor aber zu überraschen.
Mich hat “Risiko” sehr gut unterhalten und mir einen ganz neuen Aspekt des Ersten Weltkrieges nähergebracht, nämlich den deutschen Dschihad, der eine Expedition von Konstantinopel nach Kabul schickte. Der Protagonist Stichnote ist ein vielseitige und spannende Persönlichkeit. Aber auch die weiteren Figuren haben einiges zu bieten. Nur an interessanten Frauenfiguren mangelt es, aber das haben Kriegsromane wohl so an sich.
Ansonsten mangelt es an nichts – es gibt Intrigen und Verrat, Kameradschaft und Freundschaft, Abenteuer und Exotik. Und ganz nebenbei erzählt Kopetzky eine fiktive Geschichte wie das beliebte Brettspiel “Risiko” entstanden sein könnte- zugegebenermaßen musste ich nach dem Lesen erst einmal nachschlagen, ob es nicht vielleicht genau so war.
Für mich war es nicht das erste Buch des Autors und sicher auch nicht das letzte. Mit kleinen Abstrichen vergebe ich vier von fünf Sternen!
- Tom Hillenbrand
Der Kaffeedieb
(115)Aktuelle Rezension von: SternenstaubfeeEin interessanter historischer Roman mit vielen abenteuerlichen Szenen, aber hin und wieder gab es auch ein paar Längen.
Es geht um den Engländer Obediah Chalon, der mit einem gut ausgewähltem Team Kaffeepflanzen nach Europa holen möchte. Es ist das Jahr 1683 und die Reise ist nicht ganz ungefährlich... 💚
Ich habe das Hörbuch gehört; sehr gut gelesen von Hans Jürgen Stockerl.
30.04.2026
- Nicole C. Vosseler
Unter dem Safranmond
(68)Aktuelle Rezension von: TigerbaerEigentlich hat "Unter dem Safranmond" von Nicole C. Vosseler viel zu lange sein Dasein auf meinem SuB gefristet und es hat eines Urlaubs bedurft, dass die Geschichte und ich endlich zueinander gefunden haben.
Der historische Roman erzählt vor dem Hintergrund des viktorianischen Zeitalters, u.a. mit dem Krimkrieg (1853 - 1856) und der britischen Kolonialherrschaft in Indien und Arabien von einem Frauenschicksal.
Der Handlungsbogen spannt sich mit Rückblenden und einem Epilog von 1842 bis 1891.
Die Hauptfigur ist Maya Greenwood, Tochter eines Universitätsprofessors aus Oxford. Die junge Frau wächst mit der Faszination des Vaters für vergangene Zeiten auf, ist selbst sehr wissbegierig und neugierig auf die Welt. Sie lernt mehrere Sprachen, u.a. Arabisch und verschlingt Bücher ohne Unterlass. Ihren großen Traum von Reisen in ferne Länder kann sie sich wegen der ihrem Geschlecht vorgehebenen gesellschaftlichen Beschränkungen nicht erfüllen und das kann Maya nur schwer akzeptieren.
Besuche der Studenten ihres Vaters, allen voran des charismatischen Richard Frances Burton schüren das Fernweh in Mayas Brust nur noch mehr.
Als ihr älterer Bruder Jonathan, der als Arzt beim Militär dient, in Begleitung eines Freundes nach Hause kommt sind Maya und der adrette Ralph Garett voneinander hingerissen.
Die Eltern von Maya stehen der lodernden Liebe ihrer Tochter skeptisch gegenüber und lehnen eine offizielle Verbindung ab. Die rebellische Tochter kann und will das nicht akzeptieren, deshalb brennen sie und Ralph durch.
Die nächste Station führt das frischgebackene Paar nach Aden im Süden Arabiens. Für Maya stellt sich hier bald die große Ernüchterung in Bezug auf die Faszination ferner Länder und auf ihren Ehemann ein.
Auch andere Schicksalsschläge bleiben der jungen Frau nicht erspart und dann gerät sie eines Tages unbeabsichtigt in einen Konflikt zwischen den britischen Besatzern und den arabischen Stämmen. Der Krieger Rashad al-Shaheen entführt Maya und nach dieser Begegnung ist nicht mehr wie es war...
Ich habe eine Weile gebraucht bis ich richtig in der Geschichte angekommen bin, aber dann konnte ich mich nur noch unschwer aus dem Bann derselbigen lösen.
Maya ist eine tolle Protagonisten, die ich schnell ins Herz geschlossen habe und auch die Nebenfiguren, allen voran Tante Elisabeth haben sich ihren Platz in meinem Leseherz erobert.
Es gefällt mir, dass alle Figuren facettenreich gestaltet sind und jede für sich Licht und Schatten wirft.
Besonders begeistert hat mich - wie schon bei einem anderen Buch der Autorin - der sprachliche Ausdruck der Geschichte. Die Autorin malt mit Hilfe von Buchstaben und Worten Bilder, die zuerst gleich Schatten aus den Buchseiten aufsteigen und mit jedem Satz mehr an Substanz gewinnen. Man vermeint die Düfte Arabiens riechen und schmecken zu können, spürt den Sand der Wüste unter den Fußsohlen knirschen und den heißen Atem der Sonne auf der Haut. Wunderbares Kopfkino!
Für mich war "Unter dem Safranmond" eine Lesereise voller Abenteuer, Romantik, schicksalhafter Begegnungen und erzählt von der großen Liebe.
4 Bewertungssterne gibt es dafür! - Jean Sasson
Ich, Prinzessin aus dem Hause Al Saud
(129)Aktuelle Rezension von: makamaSultana ist als Prinzessin geboren, sie gehört einem mächtigen Königshaus an, aber Freiheit hat sie nicht, in einem Land in dem Mädchen nichts sind und nur männliche Nachkommen zählen.
Sultana berichtet vom Leben hinter dem saudischen Vorhang...
von einem Leben in unerermesslichen Reichtum, aber ohne wirkliche Liebe, vom Vater verachtet, sie ist ja nur eine von vielen Töchtern.
Sultana, der Name ist ein Pseudonym, denn ihren wirklichen Namen darf sie nicht nennen, wird 1956 als 10. Tochter geboren, die Familie gehört zur saudischen Königsfamilie.
Sie berichtet davon, dass Mädchen und Frauen keine Rechte haben, sie dürfen nur tiefverschleiert und nie allein das Haus verlassen....
Die meisten werden schon, kaum dass ihre Monatsblutung eingesetzt hat verheiratet - häufig auch mit Männern, die ihre Großväter sein können....
und die können mit ihren Frauen machen was sie wollen - eine Scheidung aus Sciht der Frau ist kaum möglich - hingegen kann sie der Mann schon wegen Nichtigkeiten verstoßen.....
Sulatanas Schwester muss das bitter erfahren...
Sultana hat da etwas mehr Glück.....
Junge Frauen und Mädchen werden wegen geringster moralischer Vergehen aufs härteste bestraft ---- Junge Männer kommen ungeschoren davon......
Das Buch ist bereits Anfang der 90iger Jahre erschienen, also schon recht alt, trotudem glaube ich, dass es nach wie vor doch recht aktuell ist.
Für Frauen und Mädchen hat sich in dem Land seit dem nicht wirklich viel verändert.
Sie sind immer noch von ihren Männern, Söhnen oder Brüdern abhängig und dürfen kein eigenständiges Leben führen.
Das musste ich vor einigen Jahren erfahren.... Stefan Bauer, der ein Jahr in Riad als ParaMedic gearbeitet hat, hat in seinem Buch "Der mit dem Scheich tanzt" davon berichtet.
Sehr interessant fand ich auch den Anhgang, mit Auszügen aus dem Koran, den Begriffserklärungen, das Nachwort und die geschichtliche Chronologie.....
Vom mir gibt es 4 Sterne für dieses Buch.
- Katherine Webb
Das Versprechen der Wüste
(88)Aktuelle Rezension von: KleinerVampirBuchinhalt:
Oman, 1958: Joan sieht sich als Archäologin und möchte in die Fußstapfen ihres Idols, der Forscherin Maude Vickery treten: eine Reise in den Oman soll es richten, Joan reist mit hohen Vorstellungen dorthin, doch Maude ist wenig begeistert von Joans Absichten und deren Orient-Faible...
Persönlicher Eindruck:
Einerseits bildgewaltig und mit schönen Landschaftsbeschrebungen, andererseits trocken und zäh breitet sich dieser historische Frauenroman vor dem Leser aus. Hauptfigur Joan will den Orient bereisen, nicht aber als Touristin, nein, als Forscherin und Archäologin, wie einst ihr Vorbild Maude Vickery. Aus diesem Zweck sucht Joan die exzentrische Dame im Oman auf, doch schon beim ersten Besuch macht diese ihr klar: Joan hat allerlei Flausen im Kopf, für eine Forschein reicht das bei weitem nicht.
Nun, ganz Unrecht hat Maude nicht. Joan sieht sich in der Tradition unterschiedlicher Pionierinnen, spricht von sich selber als Archäologin, hat aber noch keine Ausgrabung gesehen, geschweige denn geleitet. Einzig das Orient-Faibble ihres verstorbenen Vaters bildet die Grundlage für ihr Vorhaben. Ihr Vater, der zweitlebens von 1001 Nacht geschwärmt hat und ihr als Kind weismachte, die Stätten des Orients selbst besucht zu haben, war ebenso ein Blender, wie es Joan selbst jetzt auch ist.
Die Geschichte zieht sich wie Kaugummi und trotz der anscheinend gut recherchierten örtlichen Gegebenheiten kommt der Plot vollkommen emotionslos daher, so dass ich mich bei Seite 79 entschied, das Buch abzubrechen. Mir war die Zeit dafür einfach zu kostbar und ich erwarte keine wesentliche Besserung auf den restlichen Seiten.
Von mir keine Leseempfehlung.
- Barbara Wood
Das Paradies
(170)Aktuelle Rezension von: Michelles_NotebookBarbara Wood versteht es wie keine zweite, Frauenschicksale in wunderbare Geschichten zu verpacken. Über mehrere Generationen hinweg, angefangen in den 1930ern, beschreibt Barbara Wood die Lebenswege der Frauen einer ägyptischen Familie, die über kulturelle Zwänge, familiäre Vorgaben und das herrschende Patriachart hinweg ihre Wege gehen - ob als Mutter, Bauchtänzerin oder Ärztin, eingeheiratete Europäerin oder weibliches Familienoberhaupt. Die damals herrschenden und bis in die heutige Welt nachwirkenden Regeln und Gepflogenheiten werden mit viel Liebe zum Detail verwoben mit den Lebensgeschichten drei starker Frauen, die für ihre Träume kämpfen müssen. Die Autorin schafft es, die Charaktere lebensecht und nahbar darzustellen und die unterschiedlichen Lebensansichten und -entscheidungen nachvollziehbar werden zu lassen. Auch wenn die Geschichten nicht für alle gutausgehen, habe ich doch jede Seite genossen und mit jedem Charakter mitgefühlt. Einer meiner absoluten Lieblingsromane!
- Josephine Quinn
Der Westen
(3)Aktuelle Rezension von: dunkelbuchVorweg gesagt das Buch bietet durchaus einige gut überlegte neue Betrachtungen. ABER wer sich schon mit Geschichte auseinandergesetzt hat wird kaum Neues vorfinden.
Von den 684 Seiten sind nur 503 relevant, der Rest ist ein unglaublich aufgeblähter Anhang, der nur für Wissenschaftler aufschlussreich ist.
Dieses Buch kann man kapitelweise zügig durchlesen, jedes Kapitel ist eine unterhaltsame Erfahrung.
Hatte mir eigentlich mehr und besseres erwartet.
- Hilke Rosenboom
Das falsche Herz des Meeres
(127)Aktuelle Rezension von: finjalovestheseaDiese Rezension ist eigentlich viel zu spät, um relevant zu sein. Und trotzdem habe ich das Bedürfnis meine Gedanken aufzuschreiben.
Gelesen habe ich das Buch zum ersten Mal, als es gerade veröffentlicht worden war. Ich war krank Zuhause und meine Mutter brachte es mir als Überraschung aus unserem Lieblingsbuchladen mit.
Innerhalb kürzester Zeit hat mich Leevkes Geschichte in den Bann gezogen. Ich mochte ihre Bestimmtheit und ihre teils bissige Art. Sie lässt sich nicht von Bedenken abhalten, zu tun was sie will. Und dann kam Hanrib und scheint etwas überheblich zu vergessen, dass nicht seine Ansicht definiert, was ein gutes Leben ist. Ohh die Dialoge der beiden, wie habe ich sie geliebt.
Und dazu diese komplett konträren Lebenswelten der beiden. Ich konnte viele Orte vor meinen inneren Auge durch die Worte der Autorin so klar sehen! Der Schreibstil ist flüssig und passt zu der Story.
Meine Ausgabe hat übrigens ein anderes, meiner Meinung nach viel schöneres Cover….
2015 war ich für ein Jahr im Ausland und welches Buch hat mich als einziges begleitet?– „Das falsche Herz des Meeres!“ Es gibt mir ein Heimatgefühl und ich habe es unzählige Male gelesen.
- Zana Ramadani
Die verschleierte Gefahr
(14)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerZana Ramadani spricht offen aus, worüber in den Leitmedien und in der Öffentlichkeit wegen falschverstandener Toleranz und übertriebener politischer Korrektheit immer noch nicht geredet wird. Sie benennt Ursachen, erklärt Hintergründe und beleuchtet insgesamt, worin die vielfältigen Probleme mit dem Islam und seinen Anhängern bestehen. Ein sehr informativer und wichtiger Beitrag zur aktuellen Diskussion. Dieses Buch sollte Pflichtlektüre sein für Politiker (und für Wähler) unabhängig von Religion und politischer Einstellung. - Nicole C. Vosseler
Jenseits des Nils
(27)Aktuelle Rezension von: Schatzfrau37Dieses Buch habe ich vor einiger Zeit gelesen und gebe zu dass ich anfangs etwas Schwierigkeiten hatte in die Geschichte hinein zu kommen was sich aber nach wenigen Seiten relativ schnell gelegt hat. Ein schöner, spannender, fesselnder Roman der die militärlaufbahn einiger junger Männer im Sudan, Afrika, Arabien und Ägypten beschreibt. Einige finden sogar ihre große liebe . Für mich ein absolut schönes Buch was mich persönlich sehr begeistert hat und was ich sicher einmal wieder lesen werde. Es ist auf jeden Fall sehr zu empfehlen! Mir persönlich hat das Buch richtig gut gefallen. - Alexandra Cavelius
Ich bleibe eine Tochter des Lichts
(12)Aktuelle Rezension von: Angelika123Shirin ist 17 Jahre jung und wohnt mit ihrer Familie in einem jesidischen Dorf im Nordirak. Sie ist zum ersten Mal verliebt, trifft sich mit Freunden und träumt davon, später Jura zu studieren. Eigentlich führt sie ein ganz normales und glückliches Teenagerleben. Bis im Sommer 2014 der sogenannte Islamische Staat über ihr Dorf hereinfällt und plötzlich nichts mehr ist, wie es einmal war. Es folgen Monate des Schreckens. Shirins Familie wird auseinandergerissen und verschleppt, weil sie Jesiden sind und die IS-Terroristen diese für „Ungläubige“ halten. Sie selbst wird wie ein Stück Vieh von Mann zu Mann gereicht, verkauft, verschenkt, ausgeliehen, zwangsprostituiert. Als Haus- oder Sexsklavin wird sie geschlagen und vergewaltigt. Nach den Regeln des IS dürfen Ungläubige als Sklaven gehalten werden und verdienen diese Behandlung regelrecht. Zwangsheirat und Zwangskonvertierung zum Islam sollen dafür sorgen, dass brave Muslime aus ihnen werden. Wer sich dagegen auflehnt, wird noch weiter gequält oder schlimmstenfalls getötet. Mithilfe von öffentlichen Hinrichtungen, Massengräbern und Propaganda-Videos wird die Bevölkerung eingeschüchtert und gefügig gemacht. 2015 gelingt Shirin das Unglaubliche: Sie kann fliehen! Aber auch nach der Flucht sind Angst und Qualen noch lange nicht vorbei. Der Terror in ihrem Kopf geht weiter. Doch Shirin hat einen unglaublichen Überlebenswillen und kämpft voller Mut gegen ihre schrecklichen Erlebnisse an…Dieses Buch zeigt die Schreckensherrschaft des IS und seine barbarischen Methoden aus der Sicht eines jungen jesidischen Mädchens, das in den Monaten ihrer Gefangenschaft die Hölle auf Erden erlebt hat. Doch ist es keineswegs ein Einzelfall – vielmehr steht Shirins Geschichte stellvertretend für die vielen Tausend Mädchen und Frauen, die unter dem IS gelitten haben und immer noch leiden. Ein Buch, das versucht in Worte zu fassen, wofür es keine Worte gibt. Erzählt von einer unglaublich mutigen, jungen Frau, die sich dazu entschlossen hat, über ihr Schicksal zu sprechen, um die unmenschlichen Grausamkeiten des IS öffentlich zu machen.
Shirin mit Alexandra Cavelius und Jan Kizilhan. Ich bleibe eine Tochter des Lichts – Meine Flucht aus den Fängen der IS-Terroristen. Europa-Verlag Berlin. 18,99 Euro.
- Charlotte Thomas
Das ferne Land
(40)Aktuelle Rezension von: ImlammenienCandia, 1645: Die junge Katharina muss ihre Interimsheimat Candia (Kreta) verlassen, als die Insel von den Türken erobert wird. Als sie erfährt, dass ihr Ehemann, ein Kaufmann, im heutigen Jemen verstorben sein und ihr reiche Weihrauchvorräte hinterlassen haben soll, macht Katharina sich gemeinsam mit ihrer Haushälterin Jokasta und ihrem kampferprobten Diener Pjotr auf die Reise. Und weil die eigene Reisekasse schmal bestückt ist, übernimmt sie den Auftrag den ebenso so charmanten wie zwielichtigen Massino Bagliani zu beschatten, der verdächtigt wird ein als Spion für die Türken gegen die Venezianer zu arbeiten. Doch um ihre Reise antreten zu können, muss sie Bagliani zunächst einmal davon überzeugen als ihr Reiseführer zu wirken – und Massimo ist alles andere als willig…
In gewohnt gekonnter Manier setzt Charlotte Thomas auch in diesem Roman ihre vielschichtigen Charaktere in Szene und schickt Katharina & Co auf eine abenteuerliche Reise. Erfreulicherweise wird der Leser nicht zu Beginn des Romans von einer Vielzahl von Figuren erschlagen, stattdessen werden diese nacheinander und in überschaubarer Reihenfolge eingeführt. Und so hat der Leser Katharina, Jokasta, Pjotr und alle anderen schon bald liebgewonnen und kann sich über deren Schrullen und Schwächen ebenso wundern wie auch den Kopf schütteln. Gemischt mit einem tollen Cocktail aus Spionageabenteuer, Liebesgeschichte und Reiseerzählung begleitet der Leser Katharina von Kreta nach Ägypten und auf die arabische Halbinsel und es ist den faszinierenden Beschreibungen der Autorin zu verdanken, dass man als Leser auf jeder Seite das Gefühl hat, mit allen Sinnen auf dieser Reise dabei zu sein.
Eine besondere Freude ist zudem das liebevoll gestaltete Buch mit seinen hübschen Illustrationen und seinem stimmungsvollen Cover – hier auch ein dickes Lob an den Verlag und die verantwortlichen Illustratoren.
FAZIT: Ein ebenso spannender wie in jeder Hinsicht unterhaltsamer Reiseroman, in dem der Leser die Figuren mit allen Sinnen durch einen äußerst faszinierenden Landstrich begleiten darf. Definitiv ein Buchtipp!
- Stefan Bauer
Der mit dem Scheich tanzt
(9)Aktuelle Rezension von: SonnenwindSaudi-Arabien war für mich ein Stück der Weltkarte, mitten in der Wüste, von dem ich wenig mehr wußte als daß dort der Islam Staatsreligion ist und man Andersgläubigen gegenüber sehr intolerant ist. Ach, und daß die meisten der 9/11-Terroristen von dort kamen.
Nachdem ich mich jetzt schon eine Weile mit dem Islam beschäftige, wollte ich auch einmal einen Bericht aus dem Alltag lesen und bin dabei auf dieses Buch gestoßen. Stefan Bauer ist das Pseudonym eines deutschen Rettungssanitäters mit Extraqualifikation, der ein Jahr in Saudi-Arabien gelebt und beim Roten Halbmond (dem Gegenstück zum Roten Kreuz) gearbeitet hat.
Das Buch beginnt sehr sanft, mit der Beschreibung seines Alltags vor dem großen Abenteuer, dann die Bewerbung und das neue Leben. Daß so ein Leben in der Wüste unter völlig anderen Bedingungen abläuft als in Old Germany, war klar, daß es aber SO anders sein würde, hatte ich nicht erwartet.
Der Autor beschreibt sehr lebendig die Schocks, die ihn dort erwarteten. Offensichtlich haben die Menschen im islamischen Umfeld eine völlig andere Sicht auf ihre Mitmenschen und das Leben im Allgemeinen. Da wird gern mal ein Menschenleben geopfert für die Ehre – oder auch nur, um einem Mann einen Blick auf eine Frau zu verweigern. Auch wenn dieser Mann Rettungssanitäter ist und nur helfen will.
Wer sich für diese völlig andere Welt interessiert und eine gesunde psychische Konstitution hat, sollte sich dieses Buch mal zur Brust nehmen. Trotz der menschenverachtenden Haltung dort ist die allgemeine Beschreibung außerordentlich positiv – in diesen Umständen wäre ich sicher nicht so locker geblieben – , aber der Einblick in diese „Kultur“ (eigentlich mag ich den Begriff gar nicht verwenden) ist doch recht deutlich. Da wird man dankbar für die guten Umstände, die wir hier in Deutschland noch haben!
Schlimm ist dann aber noch mal besonders der Schluß: Obwohl das Buch so positiv formuliert ist, wird der Autor bis hierher schikaniert – aus lauter Angst vor der Rache von wem auch immer. Ist so viel Kuschelkurs nötig? Das macht mir Angst... - Susanne Billig
Die Karte des Piri Re'is
(5)Aktuelle Rezension von: SikalEines gleich vorweg:
Die Karte des Piri Re’is ist in manchen Kreisen als Mythos wohl gut bekannt und sorgt für einiges an Gesprächsstoff und Verwirrung – mit diesen Mythen hat das hier beschriebene Buch sehr wenig bis gar nichts zu tun. Weltverschwörungsanhänger oder solche die glauben, die Karte des Piri Re’is wäre aus einem UFO fotografiert, sei gesagt, dass dieses Buch nicht den Mythos um die Karte beschreibt oder gar erweitert, sondern mit wissenschaftlichem Vorgehen die tatsächlichen Hintergründe der Karte untersucht.
Susanne Billig hat auf Grund von Untersuchungen Fuat Sezgins, Professor für Geschichte der Naturwissenschaften, ein Buch geschaffen, welches nur wenig Spielraum für oben genannte Mythen lässt. Akribisch werden die Errungenschaften der arabisch-islamischen Welt und deren Einfluss auf den Westen dargestellt und erläutert.
Um die Herkunft der im Titel genannten Karte zu hinterfragen, wird bis zurück ins neunte Jahrhundert gegangen und Astronomie, Nautik, Geografie und Kartografie der arabischen Raumes erläutert. Die Autorin greift hier ausschließlich auf die Forschungsergebnisse von Fuat Sezgin zurück und versucht chronologisch-sachlich die Vorgeschichte zur Karte und die Entdeckung Amerikas mithilfe dieser und weiterer Karten zu erklären.
Leider sind die Charakteristiken einzelner astronomischer und nautischer Gerätschaften zwar technisch beschrieben, jedoch sind die Bezüge zu den Bildern nicht gegeben. Somit wird es für technisch unversierte Leser unmöglich, die tatsächlichen Funktionsweisen der einzelnen Hilfsmittel der Astronomie oder Nautik zu durchschauen. Hinzu kommt, dass hier sehr wissenschaftlich vorgegangen wird und der Werdegang der arabisch-islamischen Wissenschaft im westlichen Raum einer Aufzählung von Fakten gleichkommt, was den Lesefluss jedoch sehr hemmt.
Auch stellt sich im Laufe des Buches heraus, dass der Zusammenhang der Karte und der wissenschaftlichen Erkenntnisse eher auf Indizien beruhen als auf tatsächliche Fakten – was die Arbeit des Herrn Fuat Sezgin oder Susanne Billigs auf keinen Fall schmälern soll.
Definitiv klar nach dieser Lektüre ist, dass die Karte durch Menschenhand entstanden ist und sämtliche Mythen zur Karte Unfug sind. Definitiv klar ist auch, dass dieses Buch weitere Fragen aufwirft – vor allem, was den Umgang der westlichen, angeblich so sehr aufgeklärten Welt mit der Geschichtsschreibung betrifft. Aber auch hier gilt wie so oft, „Die Geschichte schreiben die Sieger“.
Fazit:
Wenn es auch passagenweise schwierig zu lesen ist, es immer wieder Wiederholungen gibt und die Erklärungen schwer aus den Bildern herauszulesen sind, so ruft dieses Buch dennoch auf, die eigene Denkweise zu hinterfragen. Lange wurden uns geschichtliche Fakten in der Schule eingetrichtert, welche wir heute nicht mehr in Frage stellen.
Dieses Buch leitet wieder dazu an, sich ein eigenes Bild zu machen – von der Entdeckung Amerikas, aber auch von der Geschichtsschreibung im Allgemeinen.
- Güner Yasemin Balci
Das Mädchen und der Gotteskrieger
(10)Aktuelle Rezension von: AnnetteTraksNimet (16) lebt in Berlin. Sie ist die Tochter türkischer Eltern, die sich vor einiger Zeit getrennt haben. Zusammen mit ihrer älteren Schwester wohnt Nimet seitdem bei der Mutter. Diese arbeitet in einer Bäckerei, fühlt sich häufig mit ihrer Lebenssituation überfordert, hat dann Stimmungstiefs und spricht dem Alkohol zu.
Eines Tages bekommt Nimet eine WhatsApp-Nachricht von einem Unbekannten - aufgrund einer Verwechslung vermutet sie. Es entwickelt sich ein kurzes Gespräch, in dem sich der Mann mit Saed vorstellt. Er ist angeblich 22 Jahre alt und erzählt, dass er sich zur Zeit in der Türkei aufhält, wo er sich in Flüchtlingscamps um syrische Kriegsopfer kümmert.
Später gibt er an, dass Nimets Telefonnummer zwar eine willkürlich von ihm eingetippte Zahlenkombination gewesen sei, er sich aber über eine Freundschaft mit ihr freuen würde.
Der Kontakt wird intensiver, und Saed wirkt auf die 16-Jährige nicht nur sanft und verantwortungsbewusst, sondern er macht ihr auch Komplimente, weist sie mit ihrem Einverständnis in die Pflichten eines Muslims ein und lehrt sie vor allem das richtige Beten.Im weiteren Verlauf nennt er sie seine "Verlobte", "Braut", später sogar "Frau".
Parallel dazu lernt Nimet in der Schulmensa eine Cousine ihrer besten Freundin kennen: Nour - geboren als Jacqueline - ist zum Islam konvertiert und lebt streng nach dessen Regeln. Sie zieht Nimet immer mehr in ihren Bann. Es entsteht eine intensive Beziehung, bei der Nour die 16-Jährige immer fester an sich bindet und sie gleichzeitig ihrer Familie und Freunden entfremdet.
Als der Kontakt zu Saed eines Tages abbricht, ist Nimet besorgt und verzweifelt. Bald meldet sich ein Fremder, der sagt, ihr "Mann" sei schwer verwundet und wolle, dass sie so schnell wie möglich zu ihm kommt.
Nour hilft Nimet bei den Reisevorbereitungen: Mit einem Flugticket, einer großen Geldsumme und einer Liste mit Kontaktpersonen ausgestattet, macht sich der Teenager auf zu einer Reise an die türkisch-syrische Grenze.
Fast zu spät merkt sie, dass sie von Saed und Nour benutzt und auf ein Leben im Dienste des IS vorbereitet wurde.
Resümee:Die Journalistin Güner Yasemin Balci ist in Berlin Neukölln aufgewachsen und hat anhand der Summe ihrer umfangreichen Recherchen die fiktive Protagonistin Nimet entwickelt. Die Schlüsselereignisse des "Mädchens" auf dem Weg zur Braut eines "Gotteskriegers" (siehe Titel) schildert sie in diesem Buch.
Nimet ist ein ganz normaler 16-jähriger Teenager türkischer Abstammung, der mit ihrer Freundin Cayenne gerne shoppen und in Discos geht, flirtet, sich für Mode interessiert und schminkt. Zum Islam hat sie kaum eine Beziehung, macht sich im Gegenteil gelegentlich über muslimische Frauen mit Kopftüchern lustig, Verschleierte bezeichnet sie als "Pinguine".
Sie lebt in schwierigen Verhältnissen: Die Eltern sind geschieden, die Mutter kommt mit den neuen Gegebenheiten nicht klar, ist oft depressiv und trinkt zu viel Alkohol. Immer wieder gibt es zermürbende Diskussionen mit den Töchtern, die sich ihrerseits oft uneinig sind. Das alles belastet Nimet sehr.
In dieser Situation treten Saed und Nour in ihr Leben. Sie bieten ihr die Aussicht auf einen neuen Lebenssinn, geben ihr eine zukunftsgerichtete Orientierung und helfen ihr somit bei der Identitätsfindung. Dabei weichen sie kaum von ihrer Seite, sind bei Kummer und Zweifeln sofort zur Stelle. Unverbrüchliche Freundschaft, sinnvolle Aufgaben und das Versprechen von Liebe stehen im Gegensatz zu Nimets bisherigen Lebensumständen und machen sie zu einem leichten Opfer. Seltene kritische Fragen und aufkeimende Ungereimtheiten werden schnell "vom Tisch gewischt".
Nimet merkt erst, als sie bereits an die türkisch-syrische Grenze gereist ist, dass sie missbraucht, einer Gehirnwäsche unterzogen und für den IS angeworben worden ist.
Es ist erschütternd und alarmierend zu lesen, wie einfach und schnell ein intelligentes Mädchen wie Nimet durch geschickte Manipulation in die Fänge des IS geraten kann.
Immer wieder habe ich mich während der Lektüre gefragt, ob sie an irgendeiner Stelle leichtfertig oder blindäugig gehandelt hat. Ich kann dies nur verneinen, wobei ihre familiäre Situation und die generelle Identitäts-unsicherheit eines Teenagers den Anwerbern Saed und Nour natürlich in die Hände spielte und Nimets Bereitschaft begünstigte, sich emotional an die Beiden zu binden.
Die Sprache des Buches ist authentisch den jeweiligen Charakteren angepasst.
Fazit: ein aufrüttelndes Werk, das sowohl Eltern als auch Jugendliche unbedingt lesen sollten. - Marianne Müller
Unverschleiert in Katar
(11)Aktuelle Rezension von: Lesestern„Unverschleiert in Katar“ von Marianne Müller ist ein authentisch-spannende Geschichte aus einem fernen Land, das uns aktuell durch die dort stattgefundene Fussball-WM und die damit verbundene Medien-Präsenz nähergekommen ist.
Das Buch ist im September 2022 im fontis Verlag erschienen.
Mein Leseeindruck:
Die Autorin nimmt uns mit hinein in ihre persönlich erlebte Familiengeschichte und in die Licht- und Schattenseiten ihrer Auswanderung und den Erlebnissen in der arabischen Welt.
Sehr eindrücklich wird die Sehnsucht nach Aufbruch und die damit für Marianne und Matthias Müller verbundene Frage nach Gottes Willen gestellt. Dabei werden auch die Beweggründe neu anzufangen offen zur Sprache gebracht. Während die beiden älteren Söhne der Müllers durch Schule und Freundschaften bedingt dem großen Schritt eines Umzugs in ein fremdes Land zunächst noch skeptisch gegenüberstehen, sind es insbesondere der berufliche Stress, die permanente Überforderung sowie die familiäre und gemeindliche Situation, die den Wunsch nach Veränderung bei Marianne und Matthias verstärken.
Als sich für den gelernten Automechaniker in seinem Arbeitsalltag ein Jobangebot für Katar auftut, ergreifen sie trotz vieler Unsicherheiten ihre Chance.
Marianne Müllers Schreibstil ist flüssig – fesselnd und so folgt man gebannt dem Auf- und Ab der anfangs achtköpfigen Großfamilie Müller in eine neue Welt.
Aufgelockert durch bewegende Fotos von faszinierenden Landschaften, Begegnungen und Menschen wird die Lektüre zu einem kurzweiligen Leseerlebnis. Bei vielen Themen gibt es auch immer wieder persönliche Statements der einzelnen Familienmitglieder, sodass man als Leser und Leserin ein vielfältiges Spektrum und einen umfassenden Einblick in die Geschehnisse der Familie bekommt.
Im Mittelpunkt aller Beschreibungen und Erfahrungen steht Gottes Wille und Plan, der die Familie in all ihren Entscheidungen stets begleitet und leitet.
So entschließen sie sich auch gemäß ihrer christlichen Überzeugung zusammen mit anderen Christen in Katar gegen die unwürdigen Wohnverhältnisse ausländischer Arbeiterfamilien vorzugehen, indem sie praktische Hilfe leisten und das Evangelium verkünden. Damit geraten sie immer mehr in den Blickwinkel der Polizei und das Netz beginnt sich langsam zuzuziehen.
Mein Fazit:
Faszinierend fesselnde und abenteuerlich erzählte Erlebnisse aus der arabischen Welt, die angesichts der dort stattgefundenen Medienpräsenz von Katar, hochaktuell sind.
Sehr empfehlenswerte Lektüre, auf deren Fortsetzung ich gespannt bin…
- Julia Erche
Ich habe meine Musik mitgebracht: Lieder, Spiele und Geschichten von Flüchtlingskindern. Für Kita und Schule
(1)Aktuelle Rezension von: KinderbuchkisteLieder, Spiele und Geschichten
von Flüchtlingskindern
Musik ist eine besondere Sprache.
Eine Sprache die auch ohne Worte auskommen kann, aber dessen Worte man auch verstehen kann wen man die Sprache nicht beherrscht. Irgendwie liegt Musik ein besonderer Zauber inne, der vieles möglich macht.
Wer aus einem anderen Land, einer anderen Kultur kommt kein Wort versteht, fremd ist für den ist die Musik die er kennt ein Stück Heimat.
Daher ist es wichtig den Kindern ihre Musik zu geben, die sie kennen.
Die Gefühle wie Geborgenheit, Heimat vermitteln und so beim Ankommen in der neuen Heimat helfen können.
Für uns ist es eine Bereicherung über unseren Tellerrand sehen zu können, eine andere Kultur kennen zu lernen.
Ziel ist es mit Hilfe dieses Buches gemeinsam Musik zu machen, zu tanzen, zu spielen, zu lachen und zu singen.
So geht gelebte Integration.
Ich lerne dich kennen, du lernst mich kennen.
28 Lieder aus verschiedenen Ländern sind in diesem Buch vertreten. 15 dieser Lieder sind auf der beiliegenden CD zu finden. In Sprachen wie Arabisch, Persisch oder auch Swahili. Aus Ländern wie Iran aber auch Äthiopien, Ghana, Jordanien oder z.B. auch Afghanistan.
Dank einer Lautsprachlichen Übersetzung ist es uns auch ohne Sprachkenntnisse möglich mit zu singen.
Es gibt Klatschgeschichten, Finger- und Singspiele aber auch Klangeschichten.
Es gibt Lieder mit Bewegungselementen, Ruhelieder, Lieder zur Begrüßung aber auch gefühlvolle Lieder. Sogenannte Sehnsuchtslieder. Die jedoch sollten behutsam eingesetzt werden, denn oftmals ist das Heimweh so groß, dass die Kinder bei solchen Liedern traurig werden. Zwar sollen sie diese Trauer auch leben dürfen jedoch sollte man dies im geschützten rahmen ganz bewusst begleiten.
Die jeweiligen, Spiele werden ausführlich erklärt so dass man sie auch ohne große Vorbereitung schnell einsetzten kann.
Besonders interessant sind die begleitenden Erklärungen zu den Liedern, die einem einen guten Zugang zu Land und Kultur vermitteln. Auch wenn diese Informationen primär für Erwachsene gedacht sind vermitteln wir den Kindern diese Infos mit. Je mehr sie über das Lied erfahren desto intensiver können die deutschen Kinder sich in das Lied hinein fühlen.
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Es ist ein ganz wunderbares, sehr bereicherndes Buch mit tollen Liedern, die einen sofort mitnehmen.
- Deborah Meroff
Vor aller Augen
(9)Aktuelle Rezension von: MinniEin Buchauszug aus der Zeitschrift "Faszination Bibel" hat mich sofort gefesselt und ich wusste, dass ich dieses Buch lesen musste.
Deborah Meroff und Tom Hamblin haben hier die spannende Lebensgeschichte von Tom Hamblin aufgeschrieben, der zusammen mit seiner Frau lange Jahre lang als Missionar arbeitete. Dabei wirkt seine "Arbeit" im Buch alles andere als "Arbeit", denn auf eine ganz natürliche und einfache Art hat er Bibeln weitergegeben. Das Buch erzählt von seiner Jugendzeit und wie er zum Glauben fand und weiter in vielen kurzen Episoden, was er alles erlebt hat. Dabei bin ich oft aus dem Staunen nicht herausgekommen.
Zwischenzeitlich kamen mir die Geschichten so absurd vor, dass ich sie fast nicht glauben konnte. Sie erzählen von vielen erstaunlichen Begegnungen hauptsächlich im muslimisch geprägten Afrika, und vom Gefühl her hat sich so ziemlich jeder, dem Tom begegnete, auf der Stelle zu Christus bekehrt. Das ist natürlich überspitzt ausgedrückt, aber es wirkte auf mich fast übertrieben. Dennoch glaube ich, dass diese Geschichten der Wahrheit entsprechen, denn ich weiß, dass Gott so handeln kann. Leider vergisst man das oft im Alltag. Daher war das Buch eine enorme Ermutigung für mich, wieder mehr von Gott zu erwarten, furchtloser zu meinem Glauben zu stehen und darauf zu vertrauen, dass Gott mit einem kleinen Menschen wie mir auch großes Bewirken kann - wenn man ihn denn lässt.
Als Angestellte im Radio fand ich es sehr interessant, wie häufig Tom Menschen begegnet ist, die zwar keine Bibeln besaßen, aber schon lange durch christliche Radiosendungen Christen geworden waren. Manchmal hätte ich mir ausführlichere Berichte gewünscht; die Episoden wirken mehr wie "Häppchen", was es andererseits wieder leicht macht, zwischendurch wieder in das Buch einzusteigen. Besonders über seine Kinder erfährt man nur sehr wenig. Mich hätte interessiert, wie und wo sie aufgewachsen sind und wie sie sich in die Arbeit ihrer Eltern eingefügt haben. Aber vielleicht haben die Autoren das auch auf Wunsch der Kinder absichtlich ausgelassen.
Eine gute Sache fand ich den Anhang, in dem neben Glossar und Anmerkungen auch eine Fülle an Links zu weiterführender Literatur, Webseiten, CD- und Filmmaterial bereitgestellt wird.
Ein Buch, das einen wieder neu für Gottes Wirken begeistert und ermutigt, selbst aktiv zu werden.























