Bücher mit dem Tag "arbeiter"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "arbeiter" gekennzeichnet haben.

127 Bücher

  1. Cover des Buches Sturz der Titanen (ISBN: 9783404166602)
    Ken Follett

    Sturz der Titanen

     (1.233)
    Aktuelle Rezension von: Villa_malLit

    Ein Grubenunglück, Familiendramen, Revolution - der erste Weltkrieg. Wieder einmal vereint Ken Follett verschiedene Schicksale miteinander, doch diesmal nicht nur in einer Region, sondern auf der Welt verteilt im 20. Jahrhundert.

    Die Balance zwischen Gesprächen, Handlungen und Beschreibungen werden über Tausend Seiten gehalten und die Spannung steigt stetig. Die Protagonisten sind alle klar und authentisch dargestellt.

    Mir hat die Kingsbridgereihe schon sehr gefallen, aber der Auftakt dieser Reihe spricht mich mit der Thematik und der Zeitspanne noch mehr an.

  2. Cover des Buches Winter der Welt (ISBN: 9783404169993)
    Ken Follett

    Winter der Welt

     (770)
    Aktuelle Rezension von: Monika_Brigitte

    Teil II einer Trilogie (Jahrhundert-Saga: Sturz der Titanen-Winter der Welt-Kinder der Freiheit)

    „>>Wenn man kein Interesse für das Geschehen aufbringt, macht man sich mitschuldig an dem, was passiert.<< – >>Ich nehme an, das haben wir alle gelernt.<< (…) >>Was soll nur aus der Welt werden, Charlie? Ganz Europa ist faschistisch.<<“ (S.641)

    Vier Länder. Vier Familien. Ein Jahrhundert. In seiner Jahrhunderttrilogie nimmt uns Ken Follett mit in ein bewegendes Jahrhundert europäischer Geschichte.

    Inhalt - von der Machtergreifung der Faschisten bis zur Berliner Blockade

    Die Handlung umfasst die Jahre von 1933 bis 1949, von der Machtergreifung Hitlers bis zur Berliner Blockade und der Währungsreform. Dabei begleiten die Leser:innen wieder die Protagonisten aus dem ersten Teil bzw. deren Kinder, daher fangt bitte zwingend mit dem ersten Teil an.

    Deutschland: Die Weimarer Republik scheitert, die Weltwirtschaftskriese schürt Nöte und Ängste, Inflation und Arbeitsmangel führen dazu, dass die Bürger radikal wählen. Die Familien von Ulrich erlebt die Wahl Adolf Hitlers zum Reichskanzler und das Zustandekommen des Ermächtigungsgesetzes durch den Reichstagsbrand.

    England: Die Appeasement-Politik von Chamberlain ignorierte lange die sich dramatisierende Lage im „Dritten Reich“. Der junge Engländer Lloyd Williams ist beunruhigt von der Hochkonjunktur der Faschisten in Europa. Entschlossen, diesen totalitären Kräften etwas entgegenzusetzen, meldet er sich freiwillig für den spanischen Bürgerkrieg.

    Sowjetunion: Die Verhältnisse seit der russischen Revolution haben sich geändert, der Kommunismus frisst seine Kinder. Der Geheimdienst KGB bespitzelt erbarmungslos. Stalin schließt einen Nicht-Angriffspakt mit dem Nationalsozialistischen Regime. Tja, und dann ist Polen buchstäblich offen. Der junge Mann Wolodja Peshkov nutzt seine Verbindungen und installiert ein deutsches Untergrundnetzwerk, das die Kriegspläne der Nazis an die Russen verrät.

    USA: Das amerikanische Volk will sich nicht in einen europäischen Krieg hineinziehen lassen, doch am 7. Dezember 1941 trifft ein Angriff völlig aus dem Nichts die amerikanische Ehre. In die Ecke getrieben schlägt die Regierung um sich, die alles vernichtende Atomwaffe vernichtet in Sekundenbruchteilen Leben, das Wettrüsten mit der UdSSR beginnt. Die reiche Erbin Daisy Peshkov sehnt sich nach Anerkennung der Oberschicht, nach sozialem Aufstieg. Bald erkennt sie, was wirklich wichtig ist im Leben, während ihr Halbbruder Greg auf fatale Weise lernen muss, wie wenig Wert das Leben von tausenden Menschen eines Landes im Unterschied zum wissenschaftlichen Fortschritt hat, er studiert (Atom-)physik. Woody Drewer hilft seinem Vater im Parlament, während sein jüngerer Bruder als Matrose in Pearl Harbor stationiert ist.

    Der Winter ist über die Welt hereingebrochen

    Es ist nicht möglich, alle Geschehnisse der Jahre 1933 bis 1949 in Europa, Asien und den USA auf etwas über 1000 Seiten abzubilden. Das wäre auch zu viel verlangt, immerhin bemüht sich Follett sichtlich, möglichst viele bedeutende Ereignisse abzubilden. Gerne hätte ich noch 1000 Seiten mehr gelesen über bspw. die Attentate auf Hitler, den Uboot-Krieg, die Spionageaktivitäten des KGB, die Auswirkungen der Atombombenabwürfe auf Nagasaki und Hiroshima. Was ist eigentlich mit den schlesischen Flüchtlingen oder der französischen Résistance im besetzten Frankreich? Wieder habe ich die gleiche Kritik wie im ersten Band: Ich hätte mir eine französische Sichtweise gewünscht. Nur kurz in Verbindung mit dem D-Day werden französische Bürger beschrieben.

    Relativ gefährlich finde ich auch Folletts Darstellung der Nationalsozialisten als dumme, grüne Jungen. Sicherlich gab es viele Mitläufer -wie Follett auch beschreibt-, allerdings war die Ideologie und die Machtansprüche nach der „Schande von Versaille“ stark von den Eliten unterstützt. Follett nimmt hier zu stark die Untergrundkämpfer in den Fokus und lässt dabei die Schuldfrage weitestgehend unberührt.

    Schreibstil

    Ken Follett verschachtelt meisterlich seine Handlungsstränge und Protagonisten miteinander. Jeder kennt sich über höchstens zwei Ecken… etwas unrealistisch, ja, aber ok. Auch, dass immer mindestens eine Person dabei ist, wenn etwas Entscheidendes für die Weltgeschichte geschieht, ist konstruiert. So taucht Stalin auf einer Hochzeit eines Protagonisten auf, ein anderer Protagonist hält Hitler die Tür zum Reichstag auf, einer ist auf Seiten der USA bei der Atombomben-Produktion dabei - wieder ein anderer bei den Forschungen der UdSSR zu diesem Thema. Wenn man erst einmal auf diese keineswegs zufällig so dargestellten Situationen aufmerksam gemacht wurde, wird es sehr augenscheinlich. Doch ist der Roman über diese Vorwürfe erhaben. Ein Roman IST ein Konstrukt und kein Erfahrungsbericht.

    Follett wird sehr emotional – ob Schmerz, Trauer, Ängste oder Leidenschaft- alles ist aufgeputscht und soll die Empathie des Lesenden wecken und ihn unterhalten. Gerade zu anfangs hat mich die gehäufte Darstellung von leidenschaftlichen Liebesszenen genervt. Als die Handlung weiter vorankam, gab sich die Häufigkeit etwas. Ich bin mir sicher, weniger Groschenroman-Szenen würden dem Romankonzept Folletts nicht schaden.

    Illustration

    Es ist ja ganz nett, dass es auf den Einbandseiten jeweils eine Karte Europas vor dem II. Weltkrieg gibt, aber hilfreich ist das nicht. Mir fehlt hier klar eine Weltkarte, oder zumindest eine Karte vom Pazifik mit Hawaii.

    Fazit

    WINTER DER WELT von Ken Follett ist ein historischer Roman, der von den sozialen und politischen Ereignissen rund um den II. Weltkrieg handelt. Ken Follett bringt die verstaubten Erinnerungen des Geschichtsunterrichts wieder ins Gedächtnis der Lesenden. Der Autor schreibt polithistorisch fundiert, emotional und spannend. Auf 1000 Seiten können selbstverständlich nicht alle Geschehnisse um den 2. Weltkrieg angesprochen werden, nagut, in einem Geschichtsbuch schon, aber nicht in einem Roman. Da muss der Autor Kompromisse eingehen. Ich vergebe vier Sterne, da mich das Verhältnis zwischen Liebesszenen und historischen Ereignissen gestört hat. Gerne mehr geschichtliche Details und weniger Bettsport…aber Follett braucht ja auch wieder neue, frische Protagonisten für den Folgeband… . Als Roman für einen guten Überblick kann man es auf jeden Fall lesen und dann zu interessanten Details recherchieren.

    Tipp: Der Roman wird auch grandios vertont von Philipp Schepmann (Lübbe Audio, ca. 35 Std).

     

    WINTER DER WELT| Ken Follett| aus dem Englischen von Dietmar Schmidt und Rainer Schuhmacher| illustriert von Tina Dreher| Bastei Lübbe| 2012| 1022 Seiten| 28,00€ (erhältlich nur noch die Taschenbuchausgabe für 15,00€)

  3. Cover des Buches Die Teerose (ISBN: 9783492242585)
    Jennifer Donnelly

    Die Teerose

     (901)
    Aktuelle Rezension von: bingereading

    "Die Teerose" von Jennifer Donelly gehört zu der Sorte Buch, die man am liebesten gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Die Charaktere sind sehr nahbar und man fühlt mit ihnen. Obwohl das Buch ziemlich dick ist, gab es keinen Moment, an dem ich mich gelangweilt hätte. Mehrere Handlungsstränge wurden gekonnt miteinander verwoben und am Ende wird klar, dass sie alle zusammenhängen. Der Krimianteil des Buches war sehr spannend, doch für meinen Geschmack etwas zu blutrünstig. Die Liebesgeschichte würden manche Leute wohl als kitschig bezeichnen, doch ich fand sie wunderschön, auch wenn es mich manchmal genervt hat, dass die Protagonisten sich ständig verpassen und es durch Missverständnisse dutzende fehlgeschlagene Versuche der Versöhnung zwischen den beiden gab. 

    Das Einzige, was mich am Buch wirklich etwas gestört hat, war, dass teilweise Fehler bei den Namen der Personen gemacht wurden. So hieß Joe zu Beginn des Buches mit vollem Namen noch Joseph, während er am Ende Jonathan ist. Das ist zwar eine Kleinigkeit, die für die Handlung nicht weiter schlimm war, sollte aber meiner Meinung nach nicht passieren dürfen. Auch wirken alle Hauptfiguren für das Ende des 19. Jahrhunderts sehr modern und die Frauen sehr emanzipiert. Einige kleine Details finde ich auch historisch fragwürdig, beispielsweise, dass ein Londoner Straßengangster in den 1890ern ein Telefon hat. Für Leser, die auf so etwas Wert legen, ist "Die Teerose" vielleicht eine kleine Enttäuschung.

    Dennoch finde ich, dass "Die Teerose" ein wirklich gutes Buch ist, in dem man dank der guten Beschreibungen der Szenerie und der Personen leicht versinken und ein bisschen der Realität entfliehen kann.


  4. Cover des Buches Die Auswahl (ISBN: 9783841421197)
    Ally Condie

    Die Auswahl

     (4.448)
    Aktuelle Rezension von: melissajahn

    Die Idee hat mich von der ersten Seite an gepackt und ich wurde nicht enttäuscht. Die Geschichte rund um Cassia liest sich spannend und unterhaltsam. Beleuchtet wird ein Zukunftsszenario, das einem Angst machen kann. Die Gefühle der Menschen und ihr Leben werden durch farbig markierte Tabletten in die richtige Bahn gelenkt und auch das Ableben ab einem bestimmten Alter dadurch bestimmt. Das wirft auch spannende, ethische Fragen für unsere Gesellschaft auf und wie sie sich weiterentwickeln soll. Krankheiten gibt es dadurch keine mehr und den Menschen geht es vordergründig gut. Doch gibt es das perfekte System wirklich und kann es Menschen glücklich machenden?

    Cassia beschließt aus diesem System auszubrechen und seit diesem Moment ist für sie nichts mehr wie es war. Das erste Buch bekommt von mir eindeutig 5 von 5 Sternen. Obwohl die Protagonistin erst 17 Jahre alt ist, habe ich mich gut unterhalten gefühlt. Schade ist, dass die anderen Teilen nicht zu einhundert Prozent mithalten können. Vor allem der dritte Teil fällt von der Geschichte her ab. Insgesamt würde ich die Trilogie aber unbedingt weiterempfehlen!

  5. Cover des Buches Die Schokoladenvilla – Goldene Jahre (ISBN: 9783328104063)
    Maria Nikolai

    Die Schokoladenvilla – Goldene Jahre

     (135)
    Aktuelle Rezension von: Buchfresserchen1

    Es sind die wilden 20er Jahre. Die Schokoladenfabrik der Rothmanns hat  den ersten Weltkrieg überlebt.
    Victors Halbschwester Serafina erscheint nach dem Tod ihres Vaters in Stuttgart ,um in die Schokoladenvilla einzuziehen. Sie bringt ein dunkles Geheimnis mit.
    Aber das Leben der Rheinbergers wird auch ohne sie auf eine starke Probe gestellt. Wird die Schokoladenfabrik der Rothmanns auch diese Widrigkeiten überstehen?

    Es war schön, nach dem ersten Band, direkt mit dem Folgeband beginnen zu können und zu erfahren wie es bei Rothmanns weiter ging oder geht.

    Die Geschichte machte einen großen Sprung und man ist hier schon in den 20 er Jahren. Der alte Rothmann ist inzwischen verstorben und Judith und Viktor leiten zusammen mit Karl die Schokoladenfabrik. Sie haben neben ihrem Sohn Martin, der inzwischen schon erwachsen ist und als Konzertpianist durchs Leben geht, mit Victoria ein weiteres Kind bekommen. Dieser kleine Wirbelwind hält sie ganz gut in Schach. Sie ist sehr selbstbewusst und hat die Eltern sowie beide Onkel gut im Griff.

    Karl ist weiterhin der Draufgänger, der er schon zu Jugendzeiten war. Es fällt ihm schwer sich Victor und seiner Schwester Judith unterzuordnen. Wenn es nach ihm ginge müssten sie viel Geld, das sie aber nicht haben, in die Hand nehmen und die Fabrik von grundauf Erneuern lassen.

    Sein Zwillingsbruder Anton hat sich selbständig gemacht. Er wollte frei sein von seiner Familie und baut nun sehr erfolgreich Pianinos. Nebenbei liebt er die Musik und versucht eine Band zu gründen und Musik zu seinem zweiten Standbein zu machen.

    Ihrer aller Mutter Helene weilt nun inzwischen in München und wohnt bei Georg, der ihr schon damals in Riva den Hof machte. Die Sache mit Max ist vorbei,aber den rechten Zugang zur Familie hat sie aus lauter Angst noch nicht wieder gefunden.

    Außerdem tauchen in diesem Band auch wieder verschiedene Personen aus der Vergangenheit auf und machen es den Rheinbergers mitunter recht schwer.

    Aber wie es oft im Leben ist, erwächst aus einer schlimmen Situation auch oft etwas Gutes. So auch in dieser wieder sehr spannenden und mitreissenden Familiensaga.

    Mir hat das Buch schon wie der erste Band sehr gut gefallen und ich kann es nur empfehlen.

  6. Cover des Buches Italienische Nächte (ISBN: 9783453291737)
    Katherine Webb

    Italienische Nächte

     (83)
    Aktuelle Rezension von: Skeech

    Ich hatte eine sommerliche, leichte Liebesgeschichte erwartet. Gelesen habe ich jedoch eine sehr detaillierte Darstellung der süditalienischen Arbeiterklasse zwischen den Weltkriegen. Das alles wird verpackt in eine ziemlich spannende Geschichte um die junge und verheiratete Clare, die sich leidenschaftlich in einen kämpferischen jungen Italiener verliebt. Die Autorin schreibt sehr anschaulich, man merkt, dass sie Historikerin ist und folgt ihrer Darstellung der einzelnen Tage im tiefsten, von großer Armut geprägten Süditalien, gerne. Die Darstellung der Charaktere sind jedoch teilweise sehr hölzern und zum Schluss wartet das Buch mit einer sehr abstrusen Geschichte auf, wie um es unbedingt zu Ende zu bringen. Das fand ich persönlich sehr schade, denn trotz der unvermuteten Ernsthaftigkeit habe ich es gerne gelesen, bleibe jedoch zum Schuss etwas verärgert ob der unpassenden Auflösung  zurück. 

  7. Cover des Buches Elbleuchten (ISBN: 9783499003448)
    Miriam Georg

    Elbleuchten

     (90)
    Aktuelle Rezension von: livingintwoworlds_

    Das Buch hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Ein junges Mädchen aus reichem Haus, welches feststellt, dass Frauen viel mehr Rechte zugesprochen  und Gleichberechtigung herrschen sollte. Sie kämpft dafür auch wenn es bedeutet dass sie dafür ihr altes wohlbehütetes Zuhause aufgeben muss. Und eine Liebesgeschichte die arm und reich verbindet und ein riesigen Skandal im Herzen Hamburgs auslöst. 

  8. Cover des Buches Das Geisterhaus (ISBN: 9783518463857)
    Isabel Allende

    Das Geisterhaus

     (793)
    Aktuelle Rezension von: Mikki44

    Das Buch erzählt vom Patriarchen Esteban Trueba und seiner hellsichtigen Frau Clara, alle den zusammenhängenden Erlebnissen und Schicksalen, politischen Umbrüchen über viele Generationen hinweg.

    Ich habe mir viel von dem Klassiker von Isabel Allende erhofft und wurde doch etwas enttäuscht. Allendes Schreibstil ist dicht verwoben und passt irgendwie auch perfekt zur Geschichte. Sie nimmt sich Zeit für Details, ohne dabei zu überladen zu wirken. Und dennoch bin ich nicht warm geworden mit dem Buch. Ich bin eigentlich nicht so schnell aus der Ruhe zu bringen bei beschriebenen Gewalttaten in Büchern, aber hier war ich es irgendwann Leid. Vielleicht gebe ich dem Film nochmal eine Chance.

  9. Cover des Buches Spreewaldtod (ISBN: 9783548287614)
    Christiane Dieckerhoff

    Spreewaldtod

     (106)
    Aktuelle Rezension von: Steffi85

    Nachdem mir der erste Fall mit Klaudia Wagner nicht so gut gefallen hat, wurde ich von diesem Buch wirklich positiv überrascht. Das Buch lässt sich gut lesen, es ist spannend und gut durchdacht. Die Spannung reißt auch nicht ab - gerade das finde ich hier sehr positiv. 

    Der Fall ist gut durchdacht und ausgearbeitet. Die Beschreibungen finde ich klasse, ich konnte mir die Protagonisten und auch die Auffindesituation der Leiche gut vorstellen. Auch das Hechtfest und alles was da passiert ist super beschrieben. Die Orte gefallen mir auch gut, ich konnte mir diese gut vorstellen. Irgendwie macht das ganze auch Lust auf einen Urlaub im Spreewald - wobei ich dabei dann bitte keiner Leiche begegnen möchte. 

    Gerade in Klaudia kann ich mich in diesem Buch auch gut einfühlen. Ihre Gedanken und Handlungen sind nachvollziehbar.

    Dies ist ein toller Krimi, der Lust auf mehr macht, ich bin froh, dass ich der Autorin noch eine Chance gegeben habe. Und ich werde weitere Bücher von ihr lesen.

  10. Cover des Buches Sterbenskalt (ISBN: 9783596188345)
    Tana French

    Sterbenskalt

     (293)
    Aktuelle Rezension von: Yolande
    Tana French kam 1973 als Tochter eines amerikanischen Ökonomen und einer Italienerin in den USA zur Welt. Durch die Arbeit ihres Vaters lebte sie als Kind in verschiedenen Entwicklungsländern, unter anderem in Malawi aber auch in den USA, in Italien und Irland. Nach ihrem Schauspielstudium am  Trinity College in  Dublin arbeitete sie für Film und Fernsehen. Sie war einige Zeit Mitglied der irischen Purple Heart Theatre Company. Seit 1990 lebt sie in Dublin, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Über ihre Eltern hat French auch die amerikanische und die italienische Staatsbürgerschaft. (Wikipedia).
    Die Romane von Tana French spielen in Dublin und Ungebung. In jedem Band spielt ein anderes Mitglied des Dubliner Morddezernats (das es in Wirklichkeit gar nicht gibt) die Hauptrolle. Jedes dieser Bücher steht für sich unabhängig und nimmt keinen Bezug auf die vorherigen Bände. 
    "Sterbenskalt" ist der dritte Band dieser reihe.


    Inhalt (Klappentext):
    Frank Mackey, Undercover-Ermittler, hat seine Familie seit 22 Jahren nicht gesehen. Die vier Geschwister, den trinkenden, gewalttätigen Vater, die ruppige Mutter. Er wollte der Armut und Perspektivlosigkeit seines Viertels für immer entfliehen - zusammen mit seiner ersten großen Liebe Rosie. Doch die hatte ihn versetzt und war allein nach England aufgebrochen, so hat Frank es jedenfalls immer gedacht. Bis Rosies Koffer und ihre Fährtickets in dem alten Abbruchhaus in der Straße seiner Kindheit gefunden werden. Frank muss zurück nach Faithful Place - und feststellen, dass er diesen dunklen Ort immer in sich getragen hat.


    Auch in diesem Roman steht das Verbrechen nicht unbedingt im Vordergrund. Es wird wieder viel mehr Wert auf das Innenleben des Ermittlers gelegt. Und wie immer gelingt es Tana French mit ihrem unnachahmlichen Schreibstil, die ganze psychische Misere des Protagonisten für den Leser offenzulegen. Durch Rückblenden in die Kindheit und Jugend ensteht so ein sehr gutes Bild. Der Hauptprotagonist kommt dem Leser dadurch sehr nah, auch wenn er nicht durchweg sympathisch wirkt und handelt. Aber man kann viele seiner Handlungsweisen nachvollziehen.
    Manchmal verliert sich die Story etwas zu arg in Details, aber sie schreitet doch unaufhaltsam zu ihrem Ende. Dieses ist nicht unbedingt spektakulär, aber auch das kenne ich inzwischen von Tana French und es bedeutet für mich keinen Nachteil.


    Fazit: Wer interessante und gut geschriebene Krimis ohne blutrünstige Details sucht und mehr Wert auf die psychologischen Hintergründe einer Tat legt, liegt mit Tana French-Krimis genau richtig.
  11. Cover des Buches Die Pfeiler der Macht (ISBN: 9783404172320)
    Ken Follett

    Die Pfeiler der Macht

     (741)
    Aktuelle Rezension von: eletroe

    Schönes Buch , spannend geschrieben, toll für zwischendurch

  12. Cover des Buches Am Tag davor (ISBN: 9783423281690)
    Sorj Chalandon

    Am Tag davor

     (44)
    Aktuelle Rezension von: Buchperlenblog

    Inhalt

    Michel ist erst sechzehn Jahre alt, als eine Tragödie seinen älteren Bruder Joseph das Leben kostet. Viele Jahre später, Michels Frau ist gerade an Krebs gestorben, erinnert er sich mehr als je zuvor an den Tag des Unglücks. In der Zeche Saint-Amé, im Schacht 3b, in dem sein Bruder zehn Jahre lang als Bergmann gearbeitet hat, gab es eine gewaltige Explosion, 42 Bergleute verloren dabei ihr Leben. Der 43. ist sein Bruder gewesen, doch er starb erst einige Wochen später und wurde nie offiziell zu den Todesopfern gezählt.

    Rezension

    Von trügerischen Erinnerungen

    Sorj Chandalon nahm sich einen wahren Unfall als Vorlage für seinen Roman. Das Unglück unter Tage, bei dem 42 Menschen ihr Leben verloren, kurz bevor die Zeche in Liévin sowieso geschlossen werden sollte, ist ein besonders tragisches. Denn es hätte verhindert werden können, ja müssen. Von den Verantwortlichen, die am 27. Dezember 1974 nicht die nötigen Vorkehrungen trafen, um das Leben der Arbeiter zu retten. Der Schacht wurde nach den Weihnachtsfeiertagen nicht ordnungsgemäß gelüftet, der Kohlenstaub nicht angefeuchtet, die Kontrollgänge reduziert. Eine Explosion, die sich mit gewaltiger Wucht unter Tage durch die Gänge fraß und die Menschen bei lebendigem Leib verbrennen ließ, hinterlässt einen schalen Beigeschmack, angesichts der Nutzlosigkeit des späteren Prozesses, bei dem die Bergwerksgesellschaft nicht ordnungsgemäß zur Rechenschaft gezogen wurde.

    Michel bewahrt die Erinnerungen an Jojo tief in seinem Herzen. Er besitzt eine Garage, in der er die Kleidung seines Bruders aufbewahrt, Bilder von ihm – und von dessen Vorgesetztem, dem Steiger, der all das zu verantowrten hatte.

    Als er Ende 50 ist, kehrt er zurück in seine alte Heimat, gibt sich als fremd aus und freundet sich mit dem ehemaligen Vorarbeiter seines Bruders an. Sein Ziel ist es, endlich Gerechtigkeit walten zu lassen. Der Prozess, der diesmal folgen soll, offenbahrt jedoch noch weitaus mehr, hinterfragt die Erinnerungen Michels an den fragwürdigen Abend. Ist Joseph tatsächlich Opfer der Grube geworden? Und wenn ja, warum wird er dann nicht zusammen mit seinen gefallenen Kumpels genannt, erfuhr keine Trauer in der Öffentlichkeit?

    Chalandon strickt einen Fall direkt neben der Wahrheit und lässt uns teilhaben am Leben der Bergmänner, an ihrem Stolz an ihrer Arbeit, an den immerwährenden Gefahren – und an einer Bruderliebe, die so manche Erinnerunen verschleiert.

    Fazit

    Ein bewegendes Buch über ein reales Unglück, das verhindert hätte werden können, und das Platz für Geschichten lässt, die sich am Rande der Grube abgespielt haben könnten.

  13. Cover des Buches Nineteen Eighty-Four (ISBN: 9780141036144)
    George Orwell

    Nineteen Eighty-Four

     (475)
    Aktuelle Rezension von: Darcy
    "'How many fingers am I holding up, Winston?' 
    'Four.' 
    'And if the Party says that it is not four but five - then how many?' 
    'Four.' The word ended in a gasp of pain."   

    In "1984", erstmals erschienen im Jahr 1949, beschreibt der englische Autor George Orwell (1903-1950) das Leben seines Protagonisten Winston Smith in dem fiktiven totalitären Superstaat Oceania, der sich aus dem amerikanischen Kontinent, den Inseln im Atlantik, Australasien und dem südlichen Teil Afrikas zusammensetzt. Der Rest der Welt ist in die beiden Superstaaten Eurasia und Eastasia aufgeteilt, gegen die Oceania seit Jahrzehnten schon Krieg führt. Winston wurde wahrscheinlich 1944 oder 1945 geboren, sodass er zu Beginn der Geschichte wohl 39 Jahre alt ist. Ganz sicher sein kann er sich nicht, da in seiner Welt das Regime, die Partei, jegliche Fakten ständig ihren Ansichten anpasst. So werden zum Beispiel Wirtschaftsprognosen nachträglich nach unten korrigiert, falls sie sich nicht bewahrheiten, damit es hinterher so aussieht, als wären die Erwartungen übertroffen worden. Die Partei meint außerdem, dass die Welt und auch die Vergangenheit lediglich in den Köpfen der Menschen existieren. Auch die Existenz von Naturgesetzen wird bestritten. Die Partei allein entscheidet, was der Wahrheit entspricht. "Everything faded into mist. The past was erased, the erasure was forgotten, the lie became truth." Wer durch nonkonformes Verhalten auffällt, wird festgenommen, gefoltert und umgebracht, woraufhin jeder Beweis für seine Existenz ausgelöscht wird. Bei der Aussicht auf ein solches Schicksal fällt es schwer zu beurteilen, ob Winston, wie es zunächst den Anschein hat, tatsächlich der einzige Bewohner Oceanias ist, dem es irgendwie gelingt, sich der allumfassenden Gehirnwäsche durch die Partei zu entziehen, oder ob andere genauso denken wie er, sich aber nicht trauen, die Stimme zu erheben. Zudem gilt es tatsächlich bereits als schweres Verbrechen, systemkritische Gedanken zu hegen ("Thoughtcrime"). "'Do anything to me! [...] Is there anybody else you want me to give away? I don't care who it is or what you do to them. I've got a wife and three children. You can [...] cut their throats in front of my eyes [...] . But not room 101!'" Die Menschen wissen nur wenig über die Vergangenheit und die Welt, wie sie vor der Machtergreifung durch die Partei, mit Big Brother an ihrer Spitze, war. Ob es Big Brother, der in Form von riesigen Postern, die sein Gesicht zeigen, omnipräsent ist, wirklich gibt, weiß auch niemand genau. Im Sinne des Prinzips "Doublethink" wird den Menschen abverlangt, gleichzeitig mehrere einander widersprechende Aussagen im Kopf zu haben und an jede davon zu glauben. Außerdem hat die Partei "Newspeak" erfunden, welches nach und nach die traditionelle Sprache, "Old English" genannt, ersetzen soll. Seine Entwickler brüsten sich damit, dass Newspeak die einzige Sprache ist, in der es Jahr für Jahr weniger Begriffe gibt. Darüber hinaus ist es der Partei gelungen, die meisten Formen natürlichen Verhaltens, besonders Emotionen und Liebe zwischen den Menschen zu beseitigen. Zwar werden Eheschließungen zur Zeugung von Kindern zum Zweck des Fortbestands des Staates weiterhin geduldet, jedoch nur, falls keine intimen Gefühle im Spiel sind. Auch Winston ist verheiratet, allerdings haben er und Katharine sich vor zehn Jahren getrennt und seitdem keinen Kontakt mehr. Katharine wird einerseits als äußerlich schön, andererseits aber als "the most stupid, vulgar, empty mind that he had ever encountered" beschrieben; in dem Buch wird sie nur am Rande erwähnt. Alle Kinder treten im Alter von sieben Jahren der Organisation "The Spies" bei, wo sie lernen, anstelle ihrer Familie vielmehr die Partei zu lieben, weshalb sie nicht einmal vor der Denunziation ihrer Eltern zurückschrecken. Die Gesellschaft Oceanias besteht aus drei Schichten, den Mitgliedern der Inner und der Outer Party und den Proletariern. Letztere sind Winstons einzige Hoffnung, dass irgendjemand das System stürzen könnte. Leider handelt es sich bei ihnen lediglich um eine unpolitisch und von der Partei bewusst dumm gehaltene Masse. Trotzdem ist unter ihnen noch am meisten Menschlichkeit zu finden. Die Mitglieder der Outer Party, zu denen auch Winston zählt, fristen eigentlich ein ziemlich freudloses und tristes Dasein, so gibt es zum Beispiel regelmäßig Schwierigkeiten bei der Beschaffung verschiedener Grundgüter. Einzig die Mitglieder der Inner Party dürfen sich an ein bisschen Luxus erfreuen. "the object was not to stay alive but to stay human" Winston arbeitet im Ministry of Truth, wo er für die beschriebene Überarbeitung der Berichte sorgt, die der Partei nicht mehr gefallen. Obwohl er die Partei hasst, macht ihm die Arbeit Spaß, da zumindest einige Aufgaben ihn intellektuell fordern. Schon bevor er sie persönlich kennenlernt, fällt Winston Julia bei der Arbeit im Ministerium auf, zunächst löst ihr Anblick allerdings einiges Unbehagen bei ihm aus und er kann sie nicht ausstehen. Dann übergibt sie ihm eines Tages aus heiterem Himmel eine Nachricht mit dem Inhalt "Ich liebe dich". Im Folgenden beginnen die beiden damit, sich regelmäßig zu treffen, wobei sie dies stets heimlich tun müssen, da die Partei eben außereheliche Liebesbeziehungen verbietet. Die Beziehung zwischen Winston und Julia ist zu Beginn auch nicht von besonderer Emotionalität geprägt, sondern dient hauptsächlich der Befriedigung ihrer sexuellen Triebe, außerdem stellt sie einen Akt des Widerstands gegen die Partei dar. Im Laufe der Geschichte verlieben sie sich dann aber doch noch richtig ineinander. Julia ist mit 26 Jahren deutlich jünger als Winston und wird von ihm als schön bzw. körperlich anziehend empfunden. Sie ist im Fiction Department angestellt, wo sie mit den Maschinen arbeitet, die neue Bücher schreiben. Julia hasst ebenfalls die Partei, kritisiert sie, im Gegensatz zu Winston, aber nicht grundsätzlich, sondern nur, wenn durch deren Vorgehen Einfluss auf ihr persönliches Leben genommen wird und macht sich nicht so tiefgründige Gedanken über die Thematik. Ihrer Meinung nach lässt sich an der Situation ohnehin nichts ändern, weshalb sie ihre Energie nicht verschwenden möchte. Nach außen hin tarnt Julia ihre Ansichten durch vermeintlich besonders engagierte Ausführung ihrer parteilichen Pflichten. Zu Anfang der Geschichte beginnt Winston damit, einige seiner systemkritischen Gedanken in einem Tagebuch niederzuschreiben. "His pen had slid voluptuously over the smooth paper, printing in large neat capitals - DOWN WITH BIG BROTHER [...] over and over again, filling half a page." In seiner Wohnung im heruntergekommenen London gibt es einen kleinen Bereich, in dem er sich von seinem "Telescreen" unbeobachtet fühlt; es handelt sich dabei um einen Fernseher, der sich nicht ausschalten lässt und der pausenlos Sendungen ausstrahlt und jede Bewegung und jedes Geräusch der Hausbewohner aufnimmt. Über Winstons Vorgesetzten O'Brien, ein Mitglied der Inner Party, nehmen er und Julia Kontakt zu der mysteriösen "Brotherhood" auf, welche die einzige Form des organisierten Widerstands gegen die Partei darstellt. Mir hat dieses Buch äußerst gut gefallen, da ich es sehr faszinierend und spannend fand; ich wollte immer wissen, wie es (mit Winston) weitergeht und ob es ihm und eventuellen Anhängern vielleicht sogar gelingt, die Partei und das System zu stürzen. Manchmal war das ganze aber auch sehr komplex und daher anstrengend zu lesen. Am meisten hat sich für mich der Teil gezogen, in welchem ein Auszug aus "dem Buch" (THE BOOK) der Brotherhood abgedruckt ist, das Winston liest. Dieser Teil zog sich über etwa 40 Seiten, er wirkte sehr theoretisch und mit der Geschichte ging es währenddessen überhaupt nicht voran. Er enthält außerdem sehr viele Wiederholungen von Gedanken, die Winston vorher schon gehabt hatte. Als Protagonist war Winston mir sehr sympathisch. Er scheint zunächst kein Held im klassischen Sinn zu sein, sondern eher mittelmäßig, jedoch fand ich es wirklich bewundernswert, dass er seine kritischen Gedanken trotz der widrigen Umstände nicht aufgibt, was sicherlich einfacher gewesen wäre. Die Wandlung, die er gegen Ende der Geschichte mitmacht, war für mich deprimierend, dafür aber sehr realistisch. Auch sonst fand ich das Ende des Buches wirklich gut gemacht. Von Anfang an rechnet Winston jeden Moment damit, aufzufliegen und gefasst zu werden. Julia erschien mir ebenfalls als eine interessante Figur, wenngleich ich sie aufgrund ihrer eher ignoranten und weniger idealistischen bzw. prinzipientreuen Haltung weniger mochte als Winston. Weiterhin hat mir gefallen, wie sich einige Aspekte in "1984" auf die Schrecken von Orwells Zeit, der selbst entschiedener Gegner des Totalitarismus war, beziehen. Zum Beispiel erinnerten mich die Organisationen "The Spies" und "Youth League" für Kinder und Jugendliche an die Hitlerjugend im nationalsozialistischen Deutschland. Das gleiche gilt für die fehlende Bereitschaft der Bevölkerung Oceanias, sich gegen das politische System aufzulehnen aus Angst vor der schrecklichen Bestrafung. Eine starke und schaurige Dystopie, in der Orwell eine düstere und kalte Welt kreiert, die den Leser mit einem beklemmenden Gefühl zurücklässt. Wenigstens kann man davon ausgehen, dass das meiste von dem, was in Oceania geschieht, wohl zumindest praktisch niemals umsetzbar wäre. "You were the dead, theirs was the future. But you could share in that future if you kept alive the mind as they kept alive the body, and passed on the secret doctrine that two plus two make four."
  14. Cover des Buches Die Töchter des Sturms (ISBN: 9783958249462)
    Sibylle Baillon

    Die Töchter des Sturms

     (38)
    Aktuelle Rezension von: alexandra_bartek


    Eigene Meinung:


    Sibylle Baillon entführt uns mit diesem Roman in das 18. Jahrhundert. Es regiert dort in einigen Schichten die Armut. Diese Schichten kämpfen alle um das Überleben. So auch die Familie Coltin. Die Eltern von Marianne, Madeleine und Jeanne, beschließen ihre Töchter in die Obhut von etwas „besser“ gestellten Schichten zu geben. 


    Marianne wird als Gesellschaftsdame für ein reiches verwöhntes Mädchen angestellt, und lernt somit das leben der „reichen“ kennen. Sie geniest dadurch den Vorteil, lesen und schreiben zu erlernen. Bei den beiwohnen der Besuche der Salons lernt sie in diesen Kreisen auch einen Soldaten kenne, ihren späteren Ehemann.


    Madeleine wird zu einer Schneiderin gebracht, die für die „reichen“ und für die französiche Königin als Haus- und Hofschneiderin tätig ist, unter anderem auch für einige andere königliche Häuser. Sie lernt dort ebenfalls das schreiben und lesen. Jedoch wird hierbei klar das es anders ist als bei Marianne. 


    Jeanne hat es am härtersten getroffen. Sie kommt in eine Krämer Familie. Der Hausherr verspricht ihr einiges, jedoch verlangt er auch eine Gegenleistung. Jeanne hält dies nicht aus und läuft weg. Sie lernt Clair kennen die sich ihrer annimmt und eine Art Mutterersatz für sie wird. Jeanne lässt sich von ihrer Situation nicht unterbuttern und sucht sich eine Anstellung. Sie bekommt diese auch und trägt einen Bauchladen um etwas zum Leben beisteuern zu können.


    Sibylle Baillon schafft es Drei Geschichten von den Mädchen so zu erzählen, das man mit ihnen leidet, gerade Jeanne um die e in diesem Band am meisten geht, ist mir als Leserin sehr ans Herz gewachsen. Sie ist einfallsreich und eine Kämpferin.


    Das Spiel wie sich die Schwestern immer wieder sehe ohne es zu merken oder gar zu wissen, hat mich als Leserin oft schmunzeln oder innerlich rufen lassen „Nein wie kann das sein!“.  Aber auch spannend zu lesen wie die Autorin es geschafft hat dies so durchzuziehen. 


    Was den Leser somit jedes mal beschäfftigt ist die Frag, werden es die Schwestern jemals wieder schaffen zu einander zu finden?


    Welche rolle genau spielt Napoleon in der Geschichte? Den Jeanne ganz zu Anfang als jungen Mann kennen lernt der gerade die Kadettenschule abgeschlossen hat.


    Ich gebe für diesen Historisch spannenden Roman 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung an alle historischen Fans. 

  15. Cover des Buches Schindlers Liste (ISBN: 9783570300046)
    Thomas Keneally

    Schindlers Liste

     (276)
    Aktuelle Rezension von: CarinaElena

    Es gibt schon so viele Rezensionen, da weiß ich gar nicht was ich noch neues schreiben soll was man noch nicht gelesen hat. Habe zuerst das Buch gelesen und dann den Film geschaut und beides hat mich so erschüttert. Finde es auch sehr schwer ein solches Werk zu kritisieren (egal ob positiv oder negativ), daher werde ich mich da kurz halten. Für mich sollte dieses Buch auch als Schullektüre eingeführt werden, sodass die Geschichte niemals in Vergessenheit gerät.

    Der Autor führte viele Gespräche mit Weggefährten und Fachleuten und vermeidet es, Lücken mit erfundenen Informationen zu füllen. Man lernt Oskar Schindler kennen, einen Mann den man so schnell nicht vergessen wird.

    Ich kann jedem, der sich für das Thema Holocaust interessiert, nur empfehlen, dieses Buch zu lesen. Auch der Film ist ein Meisterwerk für sich, aber das Buch sollte man dadurch nicht unbeachtet lassen. Wunderbar, ergreifend und  erschreckend mit jedem Wort, das auf den Seiten steht. Alleine dieses Buch sollte uns zeigen, dass so etwas nie wieder passieren darf! Und gleichzeitig zeigt es auch, wie wahr der hebräische Spruch ist, welcher einige Male im Buch Erwähnung findet:

    "Wer auch nur ein einziges Leben rettet, der rettet die ganze Welt."

  16. Cover des Buches Das Herz ist ein einsamer Jäger (ISBN: 9783257242249)
    Carson McCullers

    Das Herz ist ein einsamer Jäger

     (175)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Es sind ganz verschiedene Charaktere und Lebensformen, die Carson McCullers beschreibt und zu einem tiefsinnigen Roman zusammenführt. Die Autorin ist 1917 geboren und litt zeitlebens unter Krankheit und nach dem Suizid ihres Ehemannes unter grosser Einsamkeit.

    Vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise und der Machtübernahme Hitlers in Europa spielt die Geschichte in den Südstaaten der USA. Konflikte, Ausgrenzungen, Hass zwischen Weissen und Schwarzen sind omnipräsent und es wird deutlich, welche Frustrationen auf beiden Seiten ausgelöst wurden. Die Autorin beschreibt in unsentimentaler Weise und mit grosser Güte die verschiedenen Handlungsweisen und Lebenseinstellungen.

    Die Beziehungen der handelnden Personen sind sehr feinfühlig beschrieben. Als verbindendes Element steht immer die Einsamkeit und das Vermögen oder Unvermögen mit Angst umzugehen.

    Ein psychologisch anspruchsvolles Buch, dessen Bedeutung und Sinn sich dem Leser nicht von Anfang an erschliessen.

  17. Cover des Buches Schwarzer Schmetterling (ISBN: 9783426511664)
    Bernard Minier

    Schwarzer Schmetterling

     (149)
    Aktuelle Rezension von: Jules113


    Ein riesiger, bedrohlich schwarzer Schmetterling scheint sich von den schnee- und blutbedeckten Felsen abzuheben. Ein Tierkadaver, grauenvoll inszeniert. Am Tatort wird die DNA von von einem Serienmörder gefunden, der seit Jahren in einem Hochsicherheitstrack sitzt.
    Kurz darauf werden beginnt in einem kleinen Ort eine Mordserie. Commandant Servaz nimmt die Ermittlungen auf. Innerhalb der Anstalt beginnt die junge Psychologin Diane Berg mehr über die Fälle herauszufinden.
    Direkt nach den ersten Seiten kommt die Beschreibung des Kadavers. Bernhard Minier versteht sich darauf seinen Lesern die Situation bildlich vor Augen zu führen.
    Zuerst haben mich die fast 700 Seiten etwas abgeschreckt, da es immer wieder Bücher gibt, die dann einfach nur zu lang sind. Aber hier war das nicht der Fall. Klar ist hin und wieder mal eine etwas ruhigere Phase, aber der Fall hat so viele Wendungen, dass es etwas dauert, bis man alle Zusammenhänge versteht.
    Servaz ist ein Ermittler, der sich auf sein Bauchgefühl verlässt und damit auch oft richtig liegt.
    Der Fall ist spannend von der ersten bis zur letzten Seite und ich war sehr schnell durch.
    Wer es gerne anspruchsvoll mag, der sollte dieses Buch unbedingt lesen.

  18. Cover des Buches Früchte des Zorns (ISBN: 9783552051911)
    John Steinbeck

    Früchte des Zorns

     (152)
    Aktuelle Rezension von: mariameerhaba

    The American Dream wird nur für die Reichen wahr. Das ist heute so, aber ich dachte, früher wäre es anders gewesen. Das Buch hier hat mir die Augen für die wahre Geschichte geöffnet. Menschen waren schon immer gierige Arschlöcher, die für Profit die Würde anderer verkauften.

    Früchte des Zorns ist eine deprimierende Geschichte, in der eine Familie von Schicksalsschlägen förmlich zugedeckt und jede kleine Hoffnung zunichte gemacht wird. Man merkt schnell, dass die Menschen darin keinen Wert haben und wie Hunde behandelt werden, obwohl sie nichts anderes machen wollen, als zu arbeiten, Geld zu verdienen, zu leben.

    Der Autor kümmert sich um jede einzelne Figur, gibt ihr ein Gesicht, ihnen ein Leben, eine Seele, eine Geschichte, was dafür sorgt, dass man die Figuren schnell zu lieben lernt. Man sieht sie vor sich, man kennt sie alle und vor allem bedauert man jeden einzelnen.

    Doch das Buch ist lang, zäh, an manchen Stellen langweilig, manche Stellen sinnlos, manchmal habe ich begonnen, Passagen zu überspringen, weil ich mich nicht wieder mit irgendeinem langweiligen Detail beschäftigen wollte, doch der Spannungsbogen war da und ich habe gierig nach einem Happy-End gehofft.

    Das Ende ist weit offen. Es sind viele lose Enden, um die sich der Autor nicht kümmert, sondern trennt sie brutal von der Hauptgeschichte und sogar am Ende bricht der Autor förmlich das Buch ab, als hätte er es selbst satt zu schreiben gehabt. Ich hätte mir einen richtigen Schluss gewünscht, zumindest einen, der in eine gewisse Richtung für die Familie zeigt, stattdessen sagt das Ende nichts aus. Es endet enttäuschend.

  19. Cover des Buches Of Mice and Men (ISBN: 9780140292916)
    John Steinbeck

    Of Mice and Men

     (158)
    Aktuelle Rezension von: butterflyinthesky


    Synopsis:

    Streetwise George and his big, childlike friend Lennie are drifters, searching for work in the fields and valleys of California. They have nothing except the clothes on their back, and a hope that one day they’ll find a place of their own and live the American dream. But dreams come at a price. Gentle giant Lennie doesn’t know his own strength, and when they find work at a ranch he gets into trouble with the boss’s daughter-in-law. Trouble so bad that even his protector George may not be able to save him…


    My thoughts and opinion:

    I bought this book cause it's an absolute classic and boy was I disappointed. I hated the accent it was written in (don't get me wrong, the actual, spoken accent is alright, I just don't like reading it!) and I also don't like the fact that innocent animals are being killed just ... because. Oh and don't get me started on exploiting the mentally ill. 


  20. Cover des Buches Die Bienen (ISBN: 9783426304785)
    Laline Paull

    Die Bienen

     (101)
    Aktuelle Rezension von: Speechless

    Ich habe nicht erwartet, dass es mir gelingen würde mich in die Gefühls- und Gedankenwelt eines Insekts hineinzubegeben, aber genau das ist passiert. Aus der Sicht der Biene Flora 717 lernen wir das arbeitsame und streng hierarchisch sortierte Leben im Bienenstock kennen. Anders als ihre ebenfalls niedrig geborenen Kameradinnen, kann sich Flora 717 nicht mit der ihr zugeteilten Aufgabe abfinden. Mit Neugier, Mut und Glück gelingt es ihr über sich selbst hinaus zu wachsen und andere Arbeitsbereiche ihres Bienenvolks kennenzulernen. So arbeitet sie als Hebamme und Kammerzofe, darf Nektar beschaffen und Feinde bekämpfen und lernt außerdem die aufdringlichen und undankbaren Drohnen zu besänftigen.

    Ein erfrischend neuer Blickwinkel auf das Leben der Bienen und den damit einhergehenden Herausforderungen und Gefahren. Die Stelle, an welcher sie ein wunderbar duftendes, blühendes Feld vor sich sieht, aber gleichzeitig instinktiv die Gefahr bemerkt, die von dort ausgeht, hat mich tief beeindruckt und hat dazu geführt, dass ich mich wieder einmal näher mit den Thema Pestizid in der Landwirtschaft auseinandergesetzt habe.

  21. Cover des Buches Der Sprengmeister (ISBN: 9783552059016)
    Henning Mankell

    Der Sprengmeister

     (69)
    Aktuelle Rezension von: Leserattenmama
    Vorab - mich hat der Begriff „Mankells erster Roman“ zunächst ziemlich irritiert; selbst wenn man Roman und Krimi unterscheidet, bleibt doch zB der Sandmaler. Gleich auf der ersten Seite wurde dies aber geklärt: der Sprengmeister wurde bereits 1973 geschrieben und ist somit tatsächlich das erste Buch von Mankell, das aber erst 45 Jahre später ins Deutsche übersetzt wurde. 
    In diesem Erstlingswerk zeigt Mankell, was er kann und warum er danach zu solch einem erfolgreichen Autor geworden ist. Allerdings in einem anderen Schreibstil, als man es von den späteren Werken gewohnt ist. Es wird viel in den Zeiten zwischen 1911 und 1969 gesprungen; der Stil wechselt zwischen wiedergegebenen Wortwechseln, allein stehenden Sätzen mit Erinnerungen und Passagen, in denen der Erzähler Ausschnitte aus dem Leben von Oskar Johansson nacherzählt. 
    Mich persönlich hat dies zunächst nicht so angesprochen, da ich eher eine chronologisch aufgebaute, in ihrem Spannungsbogen gut nachvollziehbare und entsprechend fesselnde Geschichte erwartet hatte... aber dies hier ist anders. Es bleibt der Eindruck, dass Mankell gleich in seinem ersten Werk zeigen wollte, was er alles beherrscht : eine Figur erschaffen, die auf der einen Seite so durchschnittlich scheint, aber auf der anderen sehr besonders ist; und dem Leser immer wieder auf vielfältige Arten Informationen geben, die die Geschichte am Ende dann vollständig machen. 
    Sehr anders als Wallander, also bitte die Erwartungen anpassen...
  22. Cover des Buches Das zweite Leben des Herrn Roos (ISBN: 9783442742431)
    Hakan Nesser

    Das zweite Leben des Herrn Roos

     (111)
    Aktuelle Rezension von: efell

    Ein toller Roman, mehr ein psychologische Studie eines Mannes, der durch einen Lottogewinn aus seinem Leben aussteigt. Hat mir gut gefallen. War eigentlich sehr überrascht von Hakan Nesser solch eine Menschenstudie zu lesen, die sich im Lauf der Handlung und der Ereignisse in seinem Umfeld logisch und nachvollziehbar verändert hat.
    Die Titelunterschrift " Ein Fall für Inspektor Babarotti" passt gar nicht zu diesem Roman, er war kaum nicht im Mittelpunkt der Nachforschungen, die erst in der Mitte des Buches begonnen haben. Aber das Ermittlerteam hat mir sonst gut gefallen.
    Witzig fand ich die Bezeichnung "unten" für Deutschland und "Europa"

  23. Cover des Buches Rückkehr nach Reims (ISBN: 9783518072523)
    Didier Eribon

    Rückkehr nach Reims

     (41)
    Aktuelle Rezension von: bpeveling
    Didier Eribon erzählt in dem Buch, wie er nach vielen Jahren in seine Heimat und zu seiner Mutter zurückkehrt. Sein Vater ist mittlerweile verstorben. In jedem Kapitel wird autobiographische Erinnerung und soziologische Reflektion miteinander verbunden. Eribon erzählt, wie er als homosexueller Jugendlicher über die Bildung dem Arbeitermilieu entkam, und vor allem, wie schwer es ist, seinen Platz im Bildungsbürgertum zu finden, wenn man diesen nicht ererbt hat. Anhand seiner eigenen Familie wird erdrückend verständlich, wie die Arbeiterklasse von absoluten Linkswählern nach ganz rechts rückten.
    Das Buch erzählt zwar von der französischen Gesellschaft, aber vieles ist auch auf Deutschland übertragbar. Auch bei uns reproduziert sich das gehobene Bürgertum selbst, es sei denn, jemand findet eine Lücke, so wie Eribon über Kontakte aus dem homosexuellen Milieu. Ich habe das Buch wie einen Krimi verschlungen und viel dabei  über Deutschland und Frankreich nachgedacht.
  24. Cover des Buches Wie später ihre Kinder (ISBN: 9783446264120)
    Nicolas Mathieu

    Wie später ihre Kinder

     (21)
    Aktuelle Rezension von: leselea

    Kaum etwas bleibt so präsent in der Erinnerung wie die Sommer unserer Jugend: Freie Wochen, die man mehr draußen als drinnen verbringt, mehr mit den Freunden als der eigenen Familie, Wochen, die im Rückblick immer heiß, sonnig, schwül und bedeutungsschwanger waren, da mit ihnen die erste Party, der erste Kuss, das erste Bier, der erste Joint, das erste Mal etc. unzertrennlich verbunden sind. Die Sommer auf dem Dorf zeichnen sich zudem durch eine weitere Besonderheit aus: eine drückende Langeweile, der man sich nur entziehen kann, wenn man das Kaff für ein mehr oder weniger große Reise verbringt. Alle andere bleiben zurück im einzigen Freibad, am einzigen Kiosk, an den dorfbekannten Treffpunkten der Heranwachsenden mit den immer selben Leuten, die die immer gleichen Geschichten erzählen und von der Stadt träumen, in die zur schulfreien Zeit kein Bus fährt.

    So geht es auch Anthony und seinem Cousin, Hacine und seiner Kleinganovengang, Stephanie und ihrer Freundin Clémence, die die Leser_innen in Nicolas Mathieus Wie später ihre Kinder insgesamt durch vier Sommer der 1990er begleiten. Sommer, die wie oben geschrieben, geprägt sind von Sex, Joints, Alkoholräuschen, Flirtereien, Prügeleien und der Gewissheit, dass das Leben in Zukunft nur schwerer, nicht aber leichter werden wird. Denn Wie später ihre Kinder ist nicht nur ein Coming-of-Age-Roman über eine Gruppe pubertierender Jugendlicher, sondern auch ein Gesellschaftsroman über die französische Provinz. Mathieus fiktiver Ort Heillange zeichnet sind nicht nur durch die Nähe zum wohlhabenden Nachbar Luxemburg aus, sondern auch durch den Niedergang der Stahlindustrie und der damit einhergehenden Krise der Arbeiterklasse. Arbeitslosigkeit, Prekarisierung und Strukturschwäche schweben über nahezu allen Bewohner und wirken tief in die Familien ein: Alkoholismus, häusliche Gewalt, Ausländerfeindlichkeit, Kleinkriminalität entwickeln sich aus der Trost- und Perspektivlosigkeit heraus und bestimmen das soziale Miteinander.

    Das alles erzählt Nicholas Mathieu sehr klar und kraftvoll, auf die durchaus typisch französische analytische Art, wie sie zum Beispiel auch Édouard Louis zu Eigen ist, zugleich aber auch – und das ist zum Beispiel ein Unterschied zum Genannten – sehr atmosphärisch. Mathieus Untersuchung der Abgehängten und Sich-Abstrampelten entwickelt sich kontinuierlich aus der Geschichte um Anthony, Hacine und Steph, deren Wege sich immer wieder kreuzen und die doch alleine mit der Bürde ihrer Familien bleiben. Ihre jugendliche Verlorenheit spiegelt sich im Bedeutungsverlust des sie umgebenden ländlichen Raumes; die Gewalt, die sie erfahren und die sie auch selber ausüben, speist sich aus der Brutalität der Gleichgültigkeit, die der Staat gegenüber ihrer Heimat walten lässt.

    Wie später ihre Kinder ist hochkomplexe Gegenwartsliteratur, die sprachlich treffend und mit authentischen Figuren realistisch erzählt wird. Auch wenn der Roman sich über seine knapp 450 Seiten als eher handlungsarm erweist, so ist er doch nicht frei von Entwicklungen und vor allem nicht frei von Erkenntnissen. Nicolas Mathieu setzt hier der verlorenen Zukunft einer ganzen Generation und dem Kampf der unteren Mittelschicht gegen den unaufhaltsamen Abstieg ein literarisches Denkmal und deckt dabei die Schwächen der französischen Gesellschaft auf, die ein Emporkommen kaum möglich macht, sondern ihre Mitglieder zur Stagnation verdammt. Auch wenn der Roman einige Längen hat, hier und da zu nacherzählend ist, dort für mich zu testosteronlastig war, besticht er insgesamt durch seine knallharte Desillusionierung bei zugleich bittersüßer sommerlicher Melancholie, die einen in der eigenen Jugenderinnerung schwelgen lässt. Sehr gut, sehr Französisch, aber auch sehr deprimierend und unterschwellig tragisch! 4,5 Sterne und eine Leseempfehlung!

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