Bücher mit dem Tag "arbeitslager"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "arbeitslager" gekennzeichnet haben.

91 Bücher

  1. Cover des Buches Cassia & Ky – Die Flucht (ISBN: 9783841421449)
    Ally Condie

    Cassia & Ky – Die Flucht

     (2.246)
    Aktuelle Rezension von: Freedom4me

    Dieser Band schließt recht nahtlos an den ersten Teil an.
    Inhaltlich ist der Name Programm: Es geht um die Flucht.
    Sowohl um die von Ky als auch um die von Cassia.

    Dieses Buch ist nicht nur aus Cassias Sicht geschrieben, sondern die beiden wechseln sich ab: Ein Kapitel aus der Sichtweise von Cassia, eins aus der Perspektive von Ky.
    Der Schreibstil bleibt dabei flüssig und sehr leicht und schnell zu lesen und die Kapitel haben alle eine angenehme Länge.

    Die erste Hälfte des Buches hat mir sehr gut gefallen.
    Es gibt Einblicke in Kys Leben als Soldat und auch Cassias Leben ist durchaus interessant. Dann wird die Flucht von beiden geschildert und auch das war wirklich spannend. Zusätzlich gibt es noch einige Momente, in denen man als Leser:in mehr weiß als die Charaktere, was Spannung erzeugt hat. Außerdem tauchen neue Charaktere auf, die man schnell ins Herz schließt. Örtlich spielt es sich erst in den äußeren Provinzen und dann noch weiter außerhalb der Gesellschaft ab. Auch die neuen Orten haben mir gefallen.

    Leider hat die Handlung für mich irgendwann etwas auf der Stelle getreten. Die Flucht nimmt das ganze Buch ein, die Örtlichkeiten kennt man irgendwann und dann verhalten sich gewisse Charaktere auch noch echt komisch und gehen einem auf die Nerven. Ich hätte erwartet, dass in der zweiten Hälfte des Buches mehr geschieht und hatte auch gedacht, dass es schon systemkritischer wird und um Widerstand geht...


    Fazit: Das Buch ist auf jeden Fall lesenswert und eine gelungene Fortsetzung. Gerade die erste Hälfte des Buches ist sehr stark. In der zweiten Hälfte wirkt es leider etwas in die Länge gezogen und statt der Flucht hätte ich mir Widerstand und Gesellschaftskritik erhofft. Aber vielleicht geschieht das ja im nächsten und letzten Band.

    Cassia & Ky II: Die Flucht bekommt von mir 4,3 (also gerundet 4) / 5 Sterne.

  2. Cover des Buches Unbarmherzig (ISBN: 9783548290973)
    Inge Löhnig

    Unbarmherzig

     (262)
    Aktuelle Rezension von: Simi159

    Wer die Tino Dühnfort Reihe von Inge Löhnig kennt, der kennt auch Gina Angelucci. Sie ermittelte mit Tino zusammen, dann wurden sie ein Paar und Eltern. Jetzt leitet sie die Abteilung für Cold-Cases der Münchner Kripo und hat ihre eigene Reihe…ja auch im deutschen Krimi gibt es Spin-Offs. 

    Unbarmherzig ist der zweite Fall für Gina, die frisch aus der Elternzeit zurück sich um einen Fall in Altbruck kümmern muss. Dort werden in einer Kiesgrube zwei Leichen gefunden, die schon mehrere Jahrzehnte vergraben waren. Eine davon stammt aus dem Baltikum, doch die Intensität bleibt ein Rätsel. Waren es zwei Zwangsarbeiter, die in der ehemaligen Munitionsfabrik dort gearbeitet haben? 

    Gina möchte den Mörder finden und durch die Klärung der Identität für eine, wenn auch späte Totenruhe sorgen. Doch ich allen in Altbruck gefallen die Ermittlungen und vielen Fragen nach der Vergangenheit….


    Fazit: Wie auch schon in der Reihe um Tino Dühnfort, erzählt Inge Löhnig auch in dieser Reihe in einen ruhigen und gelassenen Ton. Eher wie ein friedliches Plätschern baut sich Kapitel für Kapitel Spannung auf. Stück für Stück deckt Gina Angelucci den alten Fall auf und bastelt die einzelnen Teile zusammen. 

    Eingeschobene Rückblicke nehmen die Leser immer wieder mit ins Jahr 1944 und lassen so die Zusammenhänge besser verstehen und sorgen gleichzeitig für Spannung wegen falscher Fährten und überraschender    Wendungen.


    Die Charaktere sind sympathisch und auch in ihrem Handeln authentisch. Wer Gina mag, wird auch die Reihe um Tino Dühnfort mögen. 


    Ich hätte diesen Spinn-Off generell nicht gebraucht, für mich kann auch ein Paar weiter ermitteln…egal, für Unbarmherzig gibt es 


    4 STERNE.

  3. Cover des Buches Rote Kreuze (ISBN: 9783257071245)
    Sasha Filipenko

    Rote Kreuze

     (168)
    Aktuelle Rezension von: solveig

    Kreuze ziehen sich in abgewandelten Formen durch das ganze Buch. Es sind nicht nur die kleinen roten Kreuze, welche die 91jährige Tatjana Alexejewna zur Orientierung an Türen malt, weil sie an beginnendem Alzheimer leidet. Das Rote Kreuz als Organisation wird für sie zum Auslöser einer großen Last, die ihr Gewissen jahrzehntelang plagt. Als Übersetzerin  des NKID, des "Volkskommissariats für Auswärtige Angelegenheiten", landen während des 2. Weltkriegs zahlreiche Briefe des Internationalen Roten Kreuzes auf ihrem Schreibtisch, die den Austausch von Kriegsgefangenen vorschlagen. Auf einer der Listen mit den Namen sowjetischer gefangener Soldaten entdeckt Tatjana auch den ihres Mannes und löscht ihn, um ihn und ihre kleine Familie zu schützen; denn als mögliche Vaterlandsverräter sind sie alle gefährdet.

    Genau wie es Tatjana leicht gelingt, ihren jungen Nachbarn Alexander mit der Erzählung   ihres Schicksals während und nach der Stalinära zu faszinieren, versteht es Filipenko ganz wunderbar, seine Leser in das Leben seiner Protagonistin hineinzuziehen. So werden wir Zeugen eines langen wechselhaften Lebenslaufs, der von Unglück und Verlust geprägt ist.

    Das Kreuz als Symbol für Schmerz und Leid  -  Tatjanas Stärke zeigt sich in dem Willen, die  Schicksalsschläge zu überleben. Mit bitterem Humor und viel Sarkasmus trägt sie ihr Kreuz und findet einen neuen Sinn darin, andere Frauen, die von der Willkür des Stalinsystems betroffen sind, zu unterstützen  -  eine beeindruckende Zeitzeugin, die sich darum bemüht, die vielen Opfer jener Zeit nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

     

  4. Cover des Buches Der Junge im gestreiften Pyjama (ISBN: 9783596856916)
    John Boyne

    Der Junge im gestreiften Pyjama

     (2.242)
    Aktuelle Rezension von: rotkehlchen

    Das Buch ist ein Jugendbuch, welches häufig als Schullektüre verwendet wird um mit den Schülern das Thema Holocaust zu bearbeiten. Das Buch ist aus Brunos Sicht geschrieben und mit 270 Seiten und größerer Schrift relativ kurz.

    Das Buch nimmt einen beim Lesen mit und ist sehr eingängig geschrieben. Bruno als Protagonist ist gut gelungen, allerdings dachte ich manchmal, dass er für seine neun Jahre vielleicht manchmal etwas zu naiv ist (damit meine ich keineswegs die Punkte bei denen es um den Holocaust geht), habe mich aber auch gefragt ob das altersgerecht ist. Andererseits ist es dem Autor wunderbar gelungen wie Bruno die Dinge hinterfragt, bspw. Was so schlimm an Juden ist und wenn „die anderen“ Juden sind, was sind dann sie? Oder wer entscheiden darf wer Pyjamas und wer Uniformen tragen darf?

  5. Cover des Buches Der Klang der Hoffnung (ISBN: 9783570159903)
    Suzy Zail

    Der Klang der Hoffnung

     (69)
    Aktuelle Rezension von: MoWilliams
    „Der Klang der Hoffnung – Die Geschichte einer unmöglichen Liebe“ warf mich zuerst aus dem Konzept. Eine Liebesgeschichte in Auschwitz ist nichts, was ich mir als besonders romantisch oder liebevoll vorstelle, erst recht nicht, wenn es sich dabei um eine fünfzehnjährige Jüdin und den Sohn eines Kommandanten handelt. Doch es ist nicht nur eine Geschichte über eine junge Liebe, wie man anfänglich vielleicht glauben mag, sondern ein kleiner Ausschnitt über Menschlichkeit, dessen Verlust und der Frage, ob es eine Rechtfertigung dafür braucht, überleben zu wollen. 

    Der Roman von der australischen Autorin Suzy Zail, deren Vater selbst Auschwitz überlebte und nach Australien auswanderte, erzählt die Geschichte von Hanna Mendel. Bereit, um das ungarische Konservatorium zu besuchen, sobald der Krieg vorbei ist, lebt sie seit geraumer Zeit im Ghetto von Debrecen. Schließlich werden sie in die Serly-Ziegelei umgesiedelt, um wenige Tage später mit dem Zug nach Auschwitz-Birkenau transportiert zu werden. Hanna wird sehr schnell von ihrem Vater getrennt, sie bleibt mit einer verstörten Mutter und ihrer älteren Schwester Erika zurück. Als sie im Mädchenorchester Auschwitz ihre alte Klavierlehrerin Piri trifft, ergibt sich bald eine lebenswichtige Chance – der Kommandant sucht nach einer neuen Klavierspielerin und Hanna wird dazu ausgewählt, vorzuspielen.
    Zail bezieht gleich zu Anfang sehr viele historische Fakten mit ein – darunter das Ghetto, als auch die Serly-Ziegelei, deren Entstehung und Räumung historisch nahezu korrekt datiert ist. Auch das Mädchenorchester in Auschwitz, wie der gleich zu Beginn auftauchende Dr. Mengele hat es wirklich gegeben. Die meisten anderen Personen hat sie frei erfunden – zugleich in dem am Anfang auftauchenden Vorwort betont sie, dass es sich bei diesem Buch um einen fiktiven Roman handelt. Sie scheint sich auch ein wenig selbst aus der Situation „Auschwitz zu erleben“ zu „retten“. Denn ihr letzter Absatz beinhaltet, dass sie nicht so tun möchte, als wüsste sie über das Leben der Häftlinge in Birkenau Bescheid. „Ich denke nicht,“, schreibt sie, „dass jemand, der es nicht am eigenen Leib erfahren hat, das jemals verstehen kann. Aber es ist wichtig, es dennoch zu versuchen.“ 

    Und das tut sie. Suzy Zail überzeugt durch einen sehr bildlichen, eigensinnigen Schreibstil, der sehr viel Platz für Beschreibungen lässt und trotzdem nicht die Spannung aufgibt. Sie hat mit einer erstaunlichen subtilen, aber dennoch nicht zu sanften Art Auschwitz-Birkenau und deren Vorkommnisse beschrieben. Was mir allerdings gefehlt hat, waren die Gefühle zu den Beziehungen zu ihrer eigenen Familie und zu den restlichen weiblichen Häftlingen in ihrer Baracke. Da ihre Mutter von Anfang an die Situation in Auschwitz ignoriert und so tut, als wären sie auf Ferienurlaub, begibt sie sich durch ihr Verhalten nicht nur in Gefahr, sofort erschossen zu werden, sondern auch, sich nicht auf das Überleben zu konzentrieren. Hanna beweist hier nicht sonderlich viele Gefühle und klammert sich an ihre Schwester – auch die Trennung von ihrem Vater und das Auftauchen am Ende (ich werde hier ausnahmsweise nicht spoilern ;D) einer geliebten Person verblasste in wenigen Absätzen und war mir zu wenig. Entweder Hanna dreht ihre Gefühle selbst langsam ab, was allerdings der Begegnung am Ende widersprechen würde, oder Zail hat sich tatsächlich auf andere Faktoren konzentriert. Als Erstes wäre die Darstellung der SS, der vorkommenden Nazis und der Blockführerin zu nennen. Obwohl Hanna von Anfang an betont, wie sehr sie diese Leute dafür hasst, was sie tun, lässt Zail immer wieder Momente der Menschlichkeit einfließen. Der Kommandant ist gegenüber Juden eiskalt und brutal – er behandelt sie, als wären sie wertlos – umso stärker wirkt somit seine liebevolle Behandlung gegenüber seinem Schäferhund. Durch diesen Kontrast hat die Autorin in meinen Augen eine sehr realistische Darstellung von dem geschaffen, was es hieß, als Jude „nichts“ wert zu sein, sogar weniger als ein Tier. Die SS und die Blockführerinnen führen diese Gegensätze fort, untereinander sind die Lagerkommandanten sehr menschlich zueinander und auch die Blockführerinnen zeigen ein anderes Benehmen, sobald man ihnen „Wertschätzung“ entgegenbringt und ihnen Zigaretten, Essen oder Dinge zusteckt, die sie in „Kanada“ umtauschen können. 
    Zweitens, dass Zail Beziehungen durchaus mit sehr viel Feingefühl und vielen Emotionen beschreiben und erzählen kann, beweist die langsame Annäherung zwischen Hanna und Karl, dem Sohn des Kommandanten. Davor habe ich mich definitiv am meisten gefürchtet – was soll ich auch erwarten, wenn ich von „unmöglicher Liebe“ lese und ich automatisch an Twilight denken muss? An Twilight in Auschwitz? Dementsprechend ist diese Vorstellung nach wie vor wahnsinnig grotesk für mich – jedoch hat Zail sich sehr, sehr viel Zeit mit der Beziehung gelassen, die für mich persönlich nicht im Vordergrund der Geschichte stand, da sie im Vergleich viel zu wenig Seiten füllt. Karl rettet ihr vermutlich einmal das Leben und schließlich bemerkt sie, dass er in den Wäschekorb, den sie täglich in die Wäscherei von Auschwitz schicken lassen, Essen schmuggelt. Karl hasst, was sein Vater den Häftlingen antut und verschanzt sich daher im Haus und die meiste Zeit hinter einem Buch, doch er lässt Hanna und die anderen Häftlinge, die bei ihnen im Haus arbeiten, nicht im Stich. So gut er kann, rettet er sie vor seinem Vater und sagt nichts – wenn er außer Haus ist – wenn sie sich an den Essensresten bedienen.

    Je länger ich über diesen Roman nachdenke, umso mehr frage ich mich, ob für Zail selbst die Liebe tatsächlich im Mittelpunkt stand. Denn für mich ist die Freundschaft – die viel länger im Fokus steht und die sich zwischen Hanna und Karl entwickelt – viel wichtiger. Sie allein hätte schon gereicht, um zu zeigen, dass es egal ist, welche Religion Menschen haben oder welcher Minderheit sie angehören. Die Liebe entsteht wahnsinnig zart und lässt Hanna so oft hinterfragen, da Karl immerhin der „anderen“ Seite angehört, dass ich ihr sie glaube. Aber sie hätte diesen Faktor nicht benötigt – Zail hat auch so eine sehr subtile, gefühlsbetonte Geschichte von Auschwitz erzählt. 

    Trotzdem komme ich nicht darüber hinweg, dass diese „unmögliche Liebe“ so stark aufgezogen werden muss. (Ich bin hier sehr genau, weil ich dieses Buch vermutlich noch für eine Uniarbeit benötige) Auf S.90 begegnen sich die beiden das erste Mal, auf S.130 richtet Karl das erste Mal (gezwungenermaßen) das Wort an sie und auf S.160 sprechen sie das erste Mal wirklich miteinander, weil Karls Vater nicht zuhause ist. Auf S.230 müssen sie sich trennen, da die Russen immer näher kommen (das Buch umfasst 280 Seiten). Die „Liebesgeschichte“ spielt für mich keine sonderlich große Rolle. Und wie sollte sie auch? Hanna geht nicht Klavier spielen, hätte es nie getan, wenn es nicht darum gegangen wäre, extra Essensrationen für sie, ihre Schwester und ihre Mutter zu bekommen. Meine persönliche Vermutung ist, mit der ich hoffentlich falsch liege, weil sie mich rasend macht – dass mit dieser verbotenen Jugendliebe (natürlich) die Verkaufszahlen angekurbelt werden sollten. Was auch sonst? Verbotene Liebe zieht doch immer. Aber es geht hier nicht um Twilight, sondern um das Überleben in Auschwitz. Ich hoffe, dass hier ein Marketingteam sich dessen bewusst war.

    Andererseits, falls Suzy Zail ihren Roman tatsächlich als Liebesgeschichte bezeichnet, es sich so gewünscht und dies beabsichtigt hat, möchte ich natürlich fest an ihre vermutliche Intention glauben, dass auch Liebe keine Grenzen kennt, dass auch an einem so grauenvollen Ort wie Auschwitz Liebe entstehen kann. Denn wie hat mein Professor gesagt? Warum muss Auschwitz immer für den Tod stehen, warum kann es nicht auch ein Hoffnungszeichen dafür sein, dass es Menschen gab, die tatsächlich überlebt haben?
  6. Cover des Buches Kind 44 (ISBN: 9783442481859)
    Tom Rob Smith

    Kind 44

     (748)
    Aktuelle Rezension von: Nimmie_Aimee

    In der Sowjetunion unter der Macht von Stalin gibt es offiziell keine Verbrechen. Und die Verbrechen die Begangen werden, werden als Unfall deklariert. So auch in Moskau 1953 als der Sohn von dem besten Freund des Geheimdienstoffiziers Leo Demidow tot aufgefunden wird. Der Obduktionsbericht ist deutlich, es kann kein Unfall gewesen sein. Nach und nach tauchen weitere Morde auf, die nicht als solche Ausgewiesen werden und Leo beginnt zu ermitteln. Damit stellt er sich aber dem Regime entgegen und gerät so selbst in Gefahr.

    Ein super tolles Buch! Ein packender Thriller, der einen nicht loslässt. Es lässt sich sehr gut lesen, sodass man richtig in die Geschichte eintauchen kann. Die Geschichte ist grausam und brutal über die Ermordung von Kindern. Die Zeit in der Sowjetunion wird gut und glaubhaft dargestellt. Man kann sich gut vorstellen wie es dort wohl tatsächlich gewesen ist.

    Eine absolute Leseempfehlung!

    Es gibt auch einen Film dazu, den ich nach dem Buch gesehen habe. Mir hat er gut gefallen, tolle Schauspieler (Tom Hardy, Noomi Rapace, Gary Oldman) und das schreckliche Verbrechen wird gut umgesetzt. Man sollte das Buch aber vorher gelesen haben, da sonst einige Sachen die wichtig sind nicht deutlich genug rüberkommen. Der Film allein ist also etwas schwer verständlich. Aber in Kombination mit dem Buch ist er gut.

    Kind 44 ist der erste Teil (meines Wissens) einer Trilogie. Die anderen Bände habe ich noch nicht gelesen, freue mich aber schon drauf, denn ich bin gespannt wie es weitergeht. Man kann das Buch aber auch gut alleinstehend lesen.

  7. Cover des Buches Atemschaukel (ISBN: 9783596512034)
    Herta Müller

    Atemschaukel

     (263)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Eindringlich, wortgewaltig und unprätentiös schildert Herta Müller die Geschichte eines Rumäniendeutschen und dessen Schicksal in einem russischen Gefangenenlager nach dem zweiten Weltkrieg. Die Erzählung lehnt sich an die eigenen Erfahrungen von Oskar Pastior, einem Lyriker und Übersetzter aus Siebenbürgen.


    Der Alltag in den Arbeitslagern ist von Mangel, Entbehrung und Grausamkeit durchsetzt. Trotzdem findet die Autorin eine Sprache, die weder anklagend noch schuldzuweisend ist, sondern sachlich und mit grosser Intensität das Los und die ganze Hoffnungslosigkeit dieser Menschen beschreibt. Dieses verdaut man als Leser nur stückweise und die unmenschlichen Zustände lassen einem sprachlos zurück.


    Eine beklemmende Lektüre einer grossen Schriftstellerin. Herta Müller wurde 2009 der Literaturnobelpreis verliehen.

  8. Cover des Buches Das geraubte Leben des Waisen Jun Do (ISBN: 9783518465226)
    Adam Johnson

    Das geraubte Leben des Waisen Jun Do

     (131)
    Aktuelle Rezension von: Amy86
    Was man ganz klar sagen muss: Dieses Buch ist einfach anders. Anders als in den meisten Büchern über Nordkorea, die von tragischen Fluchtgeschichten handeln, spielt hier beinahe das gesamte Buch in Nordkorea. Sogar Kim-Jong-il selbst wird sehr grotesk dargestellt.

    Das Buch hat mich sehr gut unterhalten, auch wenn es weit weg von der Realität ist. 
  9. Cover des Buches Spiel der Liebe (Die Schatten von Valoria 3) (ISBN: 9783551583901)
    Marie Rutkoski

    Spiel der Liebe (Die Schatten von Valoria 3)

     (35)
    Aktuelle Rezension von: isolatet

    Meine Meinung

    »Spiel der Liebe« ist der finale Band der »Die Schatten von Valoria«-Reihe und auch der spannendste. Ich konnte das Buch fast zu keinem Zeitpunkt aus der Hand legen. Der Cliffhanger von Band 2 ist so gelungen, dass man direkt zu Band 3 greifen muss und auch hier geht es direkt spannend weiter. Besonders in diesem Band habe ich genossen, dass die Geschichte sowohl aus Kestrels als auch aus Arins Sicht geschrieben ist.


    Das Buch hat einige Überraschungen bereit gehalten, mit denen ich nicht gerechnet habe. Am Anfang habe ich unfassbar mit Kestrel mitgelitten, als sie im Arbeitslager war und auf den Moment hingefiebert, wenn sie und Arin sich wiedersehen, ohne zu wissen, wie lange ich darauf wohl warten muss. Gleichzeitig habe ich mit Arin gelitten, der Kestrel nach wie vor vermisst, obwohl er glaubt, dass sie längst mit dem Prinzen verheiratet ist und niemals in ihn verliebt war. Auf jeder einzelnen Seite habe ich gehofft, dass er bald rausbekommt, dass Kestrel seine Motte ist. Und dann muss er gleichzeitig noch die vielen Schlachten gegen das valorianische Imperium kämpfen. Die Spannung hat mich wirklich in Atem gehalten.


    Auch in diesem Teil des Buches geht die Autorin wieder ausführlich auf die Gedanken und Gefühlswelt der Charaktere ein, wodurch man sich in beide Parteien hineinversetzen kann. Der Schreibstil ist wie in Band 1 und 2 flüssig zu lesen, aber immer noch anspruchsvoller. Durch das viele Kampfgeschehen und die ethischen Aspekte vielleicht sogar für den ein oder anderen anspruchsvoller als in den ersten beiden Bänden.


    Generell hat mir die Beschreibungen der Kampfhandlungen in diesem Band sehr gefallen. In Band 2 gab es davon eher wenig, weil es da um die Strategien am Hofe ging, aber in Band 3 ist man mitten im Getümmel. Ich bewundere die Balance, die Marie Rutkoski hier hält. Sie macht durchaus deutlich, dass so ein Krieg auf beiden Seiten viele Opfer fordert (und ich habe gefühlt um jeden einzelnen getrauert, auch wenn es namenlose Gesichter waren) und geht doch nicht zu sehr ins Detail. Die Reihe ist schließlich immer noch eine Jugendbuch-Reihe. Das Kampfgeschehen wird so weit beschrieben, dass man es sich auch als Laie hervorragend vorstellen kann und ich dennoch nicht übertrieben blutig. Das hat mir sehr gefallen, weil Spannung nicht von möglichst vielen möglichst blutigen Sequenzen abhängt.


    Außerdem wird der Leser immer weitestgehend im Dunkeln gelassen, was die strategischen Züge der Protagonisten anbelangt. Er wird angeteasert, aber was sie wirklich planen, erfährt er erst, wenn sie es auch ausführen. Deshalb musste ich einfach Seite um Seite lesen, um zu erfahren, was sie denn geplant haben und ob es gelingen wird.


    Das Gleiche gilt für das Ende. Man merkt, dass Kestrel und Arin einen Plan haben, um den Krieg für sich zu entscheiden, aber worin der besteht, erfährt man bis zum Schluss nicht bzw. man wird sogar vorher noch aufs Glatteis geführt. Die letzten Seiten bergen noch einen Plottwist vom Feinsten.


    Und neben den ganzen Kampfhandlungen kommt auch die Romanze zwischen Kestrel und Arin nicht zu kurz, sodass man Romantiker-Herz regelmäßig höherschlagen durfte.


    Fazit

    Bei diesem Buch hat es mir an nichts gefehlt. Es war spannend von der ersten bis zur letzten Seite mit der richtigen Prise Liebesgeschichte. Die Autorin versteht es wie keine zweite, spannende Szenen mit der richtigen Menge an Emotionen und ethischen Gedanken zu spicken. Ich habe den Abschlussband der Reihe einfach nur geliebt. Mehr als die ersten beiden Bände zusammen. Absolute Leseempfehlung von mir.

  10. Cover des Buches Schindlers Liste (ISBN: 9783570300046)
    Thomas Keneally

    Schindlers Liste

     (276)
    Aktuelle Rezension von: CarinaElena

    Es gibt schon so viele Rezensionen, da weiß ich gar nicht was ich noch neues schreiben soll was man noch nicht gelesen hat. Habe zuerst das Buch gelesen und dann den Film geschaut und beides hat mich so erschüttert. Finde es auch sehr schwer ein solches Werk zu kritisieren (egal ob positiv oder negativ), daher werde ich mich da kurz halten. Für mich sollte dieses Buch auch als Schullektüre eingeführt werden, sodass die Geschichte niemals in Vergessenheit gerät.

    Der Autor führte viele Gespräche mit Weggefährten und Fachleuten und vermeidet es, Lücken mit erfundenen Informationen zu füllen. Man lernt Oskar Schindler kennen, einen Mann den man so schnell nicht vergessen wird.

    Ich kann jedem, der sich für das Thema Holocaust interessiert, nur empfehlen, dieses Buch zu lesen. Auch der Film ist ein Meisterwerk für sich, aber das Buch sollte man dadurch nicht unbeachtet lassen. Wunderbar, ergreifend und  erschreckend mit jedem Wort, das auf den Seiten steht. Alleine dieses Buch sollte uns zeigen, dass so etwas nie wieder passieren darf! Und gleichzeitig zeigt es auch, wie wahr der hebräische Spruch ist, welcher einige Male im Buch Erwähnung findet:

    "Wer auch nur ein einziges Leben rettet, der rettet die ganze Welt."

  11. Cover des Buches Jakobs Mantel (ISBN: 9783426304426)
    Eva Weaver

    Jakobs Mantel

     (51)
    Aktuelle Rezension von: Sahnchen

    Das ist eins meiner Lieblingsbücher. Super geschrieben. Kann ich nur empfehlen. 

  12. Cover des Buches Meine Flucht aus Nordkorea (ISBN: 9783442159130)
    Yeonmi Park

    Meine Flucht aus Nordkorea

     (71)
    Aktuelle Rezension von: Pialalama

    Obwohl ich mich bereits etwas mit der Flüchtlingssituation in Korea beschäftigt hatte und irgendwo auch jeder schon Mal von der Lage in Nordkorea gehört hat, war ich doch schockiert von all den Grausamkeiten die ich hier lesen musste. Yeonmi Park ist noch ein Kind, als sie mit ihrer Mutter die gefährliche Entscheidung trifft, Nordkorea zu verlassen und die Flucht nach Südkorea über China anzutreten. In ihrem Buch beschreibt sie nicht nur das unmenschliche und qualvolle Leben in Nordkorea, sondern auch wie schlimm die Flucht durch eine fremde Welt war. Es gab kaum ein Kapitel, das mich nicht gefesselt, schockiert und Fassungslos gemacht hat. Menschen, die ihren Kot einsammeln müssen, weil das Land keinen Dünger hat. Menschenschmuggler, die die Frauen vergewaltigen und sie dann wie Vieh für wenig Geld verkaufen. Zu Lesen, wie weitreichend sich die Worte der Propaganda in den Kopf der Menschen eingebrannt haben, war ebenfalls schockierend und machte deutlich: Dieses Land ist noch viel schlimmer als man es sich vorstellen kann. Die Reichweite dieser Manipulation wird durch Park sehr gut beschrieben. Wie sie selbst dann, als sie die moderne Welt in Südkorea kennenlernt noch immer nicht vollkommen glauben kann, dass ihre ursprünglich geliebten Führer der Kim-Dynastie eigentlich gar nicht so großartige Wundermenschen sind. Dieser und viele weitere Aspekte haben das Buch sehr interessant gemacht. Yeonmi Park erzählt ihre Geschichte sehr eindrucksvoll und ihre Worte gingen mir wirklich unter die Haut. Eine absolute Leseempfehlung! 

  13. Cover des Buches Am Himmel drei Sterne (ISBN: 9783746636528)
    Maya Freiberger

    Am Himmel drei Sterne

     (37)
    Aktuelle Rezension von: engineerwife

    Puh, das war keine leichte Lektüre, zumal sie auf wahren Tatsachen beruht. Es geht hier um die beiden Schwestern Selma und Irma, die in den frühen Vierzigerjahren des letzten Jahrhunderts beide noch zu Hause bei ihren Eltern in Siebenbürgen leben. Sie gehören als Siebenbürger Sachsen zur deutschen Minderheit in Rumänien. Als Rumänien – ursprünglich Deutschland gegenüber treu - schließlich die Fronten wechselt und die rote Armee das Land besetzt, werden den Rumäniendeutschen ihre bürgerlichen Rechte aberkannt und viele der arbeitsfähigen Männer und Frauen werden zur „Wiederaufbauarbeit“ in sowjetische Lager gesteckt. Auch die beiden Schwestern ereilt dieses grausame Schicksal, obwohl Irma – geschwächt durch jahrelange Krankheit – mitnichten in einem arbeitsfähigen Zustand ist. Doch von russischer Seite wird keine Rücksicht darauf genommen und so beginnt für die jungen Frauen eine grausame Odyssee, für die einem fast die Worte fehlen …

    Die Schilderung des Lagers spiegelt die entsetzlichen Zustände und die grausamen Behandlungen auf realste Weise wider. Immer wieder wird mir beim Lesen schmerzhaft bewusst, was manche Menschen zu Lebzeiten ertragen müssen und dennoch ihren Kampfgeist und Lebenswillen nicht verlieren. Der Spruch „Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben“ wird dem Erlebten nicht einmal annähernd gerecht. Der Schreibstil ist sehr stimmig, aber irgendwie konnte mich das Buch dennoch emotional nicht ganz erreichen, wofür ich ein klitzekleines Sternchen abziehe. Eine Leseempfehlung möchte ich trotzdem aussprechen, denn das Buch befasst sich mit einem Thema, das Aufmerksamkeit verdient und sicher nicht nur bei mir eine Wissensliste schließen konnte. Eine weitere wichtige Geschichte von vielen gegen das Vergessen und für den Kampf gegen Krieg und Unterdrückung. Dieses Buch verdient eine breite Leserschaft! 

  14. Cover des Buches Der Geiger (ISBN: 9783426654446)
    Mechtild Borrmann

    Der Geiger

     (137)
    Aktuelle Rezension von: gst

    Ilja Wassiljewitsch Grenko war ein großer Geiger, der sein Instrument nie ungeschützt durch die Gänge und Flure trug. Schließlich war die Stradivari ein Geschenk von Zar Alexander II und befand sich seit 1862 im Familienbesitz.

    Im Mai 1948 wird der Musiker urplötzlich nach einer Aufführung in Moskau verhaftet und verschwindet mitsamt seiner Geige spurlos. Seiner Frau wird weisgemacht, dass er in den Westen geflohen ist, weshalb sie und ihre Kinder für zehn Jahre ins Arbeitslager nach Sibirien gebracht werden. Als Leser wissen wir bald mehr über Iljas Schicksal, der ebenfalls in die Weiten Sibiriens verschleppt wurde.

    In einem weiteren Erzählstrang widmet sich die Autorin den Nachkommen, die sich in der Gegenwart auf die gefährliche Suche nach der Wahrheit und dem Verbleib der Geige machen.


    Mechthild Borrmann. geboren 1960, debütierte 2006 mit einem Krimi, dem zwei weitere folgten. 2012 erhielt sie für „Wer das Schweigen bricht“ den Deutschen Krimipreis. 


    Auch dieses Buch liest sich wie ein Krimi, wurde aber als Roman gekennzeichnet. Spannend, erschreckend und erschüttert erfuhr ich als Leserin, wie sich korrupte russische Staatsdiener auf Kosten unbescholtener Bürger bereicherten. Ich durchlebte Straflager im kalten Sibirien und wie sich unter diesen unmenschlichen Zuständen Menschlichkeit breit machte. 

    Dies war mein erstes Buch von Mechthild Borrmann, wird aber sicherlich nicht mein letztes bleiben. Selten wurde mir Zeitgeschichte so mitreißend dargeboten. 

  15. Cover des Buches Die Listensammlerin (ISBN: 9783499238444)
    Lena Gorelik

    Die Listensammlerin

     (75)
    Aktuelle Rezension von: uli123

    An diesem Buch stimmt einfach alles – Aufbau, Erzählstil, Sprache, Inhalt, Figuren. Eigentlich ist die Geschichte das Buch, das die neurotische, weil unentwegt ihrer Leidenschaft zum Anfertigen der unmöglichsten Listen nachgehend, Protagonistin Sofia, eine Schriftstellerin, nach langer Schreibblockade schreibt. Es ist die ihr bis vor kurzem noch unbekannte eigene Familiengeschichte. Diese beginnt in den 1950er Jahren in Moskau, wo Sofias Mutter Anna mit ihrem Bruder aufwächst. Grischa ist Künstler, homosexuell, Dissident, wodurch er seine gesamte Familie in Gefahr bringt. Das führt letztlich zur Flucht von Mutter und Schwester  mit deren  inzwischen geborener Tochter Sofia in die Bundesrepublik mit Hilfe von Sofias späterem Adoptivvater. In deren gegenwärtigem Leben (ca. 2010) herrscht Unordnung – die betagte Oma ist schwer an Alzheimer erkrankt und Sofias kleine herzkranke Tochter steht vor einer alles entscheidenden Operation. Erst jetzt erfährt Sofia durch zufällig in der von ihr aufgelösten Wohnung ihrer Oma gefundene Listen von  ihrem Onkel Grischa und der Familienvergangenheit. 

    Die Autorin arbeitet wunderbar mit Worten und stellt die Romanfiguren gelungen und sehr bildhaft dar. Sehr schön ist, dass wir die wichtigsten Familienmitglieder in unterschiedlichen Phasen ihres Lebens kennenlernen. Trotz des Ernstes mancher angesprochener Themen überwiegt ein humorvoller, versöhnlicher Ton. Der historische Bezug zu dem freiheitsbeschränkenden Leben in der alten Sowjetunion war sehr interessant und lehrreich. 

    Ich habe das Buch gerne gelesen und mich stört nicht, dass einiges fragmentarisch und unbeantwortet bleibt.

  16. Cover des Buches Und in mir der unbesiegbare Sommer (ISBN: 9783551582546)
    Ruta Sepetys

    Und in mir der unbesiegbare Sommer

     (109)
    Aktuelle Rezension von: ariadne
    Ich wusste schon von vornherein, dass mir das Buch sehr gut gefallen würde und wurde zum Glück auch nicht enttäuscht.
    Über die Baltischen Länder im 2. Weltkrieg weiß ich leider viel zu wenig und war froh, dass mir dabei dieser Roman etwas mehr Licht in meine dunkle Wissenslücke gebracht hat. 
    Auch wenn die Figuren der Geschichte erfunden sind, so stellen sie doch repräsentativ das Schicksal vieler Tausender Menschen dar, die von dem sowjetischen Regime deportiert, gefangen, und ermordet wurden. Ein dunkles Kapitel zum Krieg, das hoffentlich noch viel mehr erforscht werden wird.
    Von der Autorin werde ich mir auf jeden Fall noch weitere Bücher besorgen.
    Einzig der Erzählstil war mir etwas zu "jugendlich" gehalten, aber das sollte wohl vielen jungen Lesern ein Anreiz sein, sich mit dieser Geschichte zu befassen.
  17. Cover des Buches Die unsichtbare Brücke (ISBN: 9783462043006)
    Julie Orringer

    Die unsichtbare Brücke

     (26)
    Aktuelle Rezension von: AllesSchwarz
    Zuerst schreckten mich die über 800 Seiten etwas und ich stellte mir die Frage, ob mich das Thema dieses Buches wirklich so viele Seiten fesseln würde, aber dann habe ich es doch gewagt und ich muss gestehen, ich habe es nicht eine Seite lang bereut. Es geht um die jüdisch-ungarische Familie Levi mit ihren 3 Söhnen, zum ende der 30er Jahre. Der mittlere Sohn Andras geht nach Paris um dort Architektur zu studieren. Er hat es nicht leicht, da sein Stipendium nach kurzer Zeit eingefroren wird, weil Juden nicht mehr unterstützt werden. Durch einige glückliche Fügungen kann er dann doch weiterstudieren, muss aber neben dem Studium arbeiten und er scheut keine Arbeit. Dann lernt er die ein paar Jahre ältere Claire Morgenstern kennen, die ein Geheimnis mit sich herumträgt und diese Liebesgeschichte ist alles andere als unkompliziert. Andras älterer Bruder kann durch ein Stipendium nach Italien, um dort Medizin zu studieren. Und auch er findet seine große Liebe, die auch von anfänglichen Verwicklungen geprägt ist. Dann greifen die Einschränkungen, denen Juden unterworfen wurden, wurden immer schwerwiegender, so dass sie wieder zurück nach Ungarn müssen, in der Hoffnung schnell wieder nach Paris bzw. Italien zurückzukönnen, was sich als Trugschluß erweist. Dann begleitet man die Familie weiter durch den ungarischen Teil des Krieges und leidet mit den einzelnen Personen, freut sich mit ihnen, wenn sich wieder mal etwas glücklich fügt und ist entsetzt, zu was manche Menschen in so einer Situation fähig sind. Die Geschichte ist ausführlich, allerdings nie zäh oder langweilig, sondern interessant geschrieben. Sie stellt den menschlichen Aspekt sehr in den Vordergrund aber beleuchtet die Hintergründe sehr gut, so dass man auch neue Erkenntnisse gewinnen kann. Die Autorin erzählt hier die Geschichte ihrer eigenen Familie und sie macht es so toll, dass sie mit Recht mit diesem Buch auf der Bestsellerliste der New York Times stand.
  18. Cover des Buches Rückkehr nach Birkenau (ISBN: 9783351034634)
    Ginette Kolinka

    Rückkehr nach Birkenau

     (50)
    Aktuelle Rezension von: Claudia107

    Dieses Buch ist eine kurze und intensive Biographie, die von Ginette Kolinka in ganz eigener Sprache geschrieben wurde. Sie berichtet darin wie sie mit ihrem Vater, ihrem kleinen Bruder Gilbert und ihrem Neffen von Avignon nach Auschwitz-Birkenau deportiert wurde. Sie erzählt wie und was sie dort erlebt hat, erinnert sich an die Schläge, den Hunger, die Kälte, die Nacktheit, die Gerüche, den Hass und über das nackte Überleben. 

    Interessant fand ich, dass sie erst anfing ihre Geschichte zu erzählen als Steven Spielberg Zeitzeugen für den Film "Schindlers Liste" suchte. Heute führt sie regelmäßig Schulklassen durch Auschwitz. Sie ist inzwischen 94 Jahre alt und lebt in Paris. 

    Fazit: Der Inhalt dieses Buches ist grausam, menschenunwürdig wie alles was man aus dieser Zeit liest und klar ist, es darf nicht vergessen werden was damals geschah. Leider konnte mich dieser Bericht nicht so ganz für sich einnehmen, denn er ist in ganz eigener Sprache von der Autorin verfasst und die Umsetzung überzeugte mich einfach nicht. 

    Trotzallem lässt mich dieses Buch mit einer Beklemmung zurück.

  19. Cover des Buches Das Mädchen aus dem Lager – Der lange Weg der Cecilia Klein (ISBN: 9783492062299)
    Heather Morris

    Das Mädchen aus dem Lager – Der lange Weg der Cecilia Klein

     (41)
    Aktuelle Rezension von: breathingfailure

    Das Buch handelt von Cilka, einer Jüdin die Auschwitz überlebt hat, und durch unglückliche Umstände von den Russen gefangen wird und ins Gulag verschleppt wird. Dort erlebt sie neue Traumata und kämpft erneut um ihr überleben.


    Mich hat bereits der Tätowierer von Auschwitz sehr gepackt und mitgenommen. Man hat dort bereits etwas von Cilkas Geschichte erfahren und ihre schrecklichen Umstände wie sie jahrelang Auschwitz überlebt. Auch in diesem Buch Wiederfahren Cilka furchtbare und unmenschliche Dinge und doch ist sie stark und kämpft Tag für Tag um ihr Überleben. 


    Ein wahnsinnig fesselndes Buch mit einem tollen Schreibstil der Autorin, ich kann das buch nur weiterempfehlen.

  20. Cover des Buches Suleika öffnet die Augen (ISBN: 9783746634517)
    Gusel Jachina

    Suleika öffnet die Augen

     (60)
    Aktuelle Rezension von: Forti

    Die Zeitreise in die Welt einer im Rahmen der sowjetischen Entkulakisierung deportierten tatarischen Bäuerin fand ich eindringlich und spannend erzählt. Die Figur Suleika glaubhaft und ans Herz wachsend. Etwas befremdlich vielleicht, dass das Leben in Sibirien bei einigen Figuren als positiver Neustart beschrieben wird. Allerdings werden auch die Schattenseiten der Zwangsumsiedlung in eine unwirtliche Gegend nicht verschwiegen. 

    Insgesamt doch sehr lesenswert und nahegehend.

  21. Cover des Buches Der fremde Tibeter (ISBN: 9783746618326)
    Eliot Pattison

    Der fremde Tibeter

     (81)
    Aktuelle Rezension von: Dekanda

    "Der fremde Tibeter" ist ein außergewöhnlicher Krimi. Das Buch dreht sich nicht nur um einen Fall, sondern taucht tief in eine andere Welt und Gedankenkonstrukte ein. Oft geht es dabei eher um das Überleben des Ermittlers in einem fragilen Umfeld. Wahrheit, Gerechtigkeit und Kompromisse spielen dabei eine große Rolle. In der Gechichte selbst werden auch die Verbrechen der Besatzer an der tibetischen Bevölkerung thematisiert.

    Ich empfehle das Buch sehr gerne an jeden, der sich auch mit einer komplexen, manchmal sperrigen Sprache, anfreunden kann und sich für andere Welten, insbesondere für Tibet, sowie den Buddhismus interessiert.


    Hauptprotagonist in dem Buch ist Shan, ein ehemaliger hochrangiger Ermittler aus Peking, der in Ungnade gefallen ist. Er wurde als Chinese in ein tibetisches Zwangsarbeitslager geschickt und knechtet mit einheimischen Gefangenen unter widrigsten Bedingungen. Im Laufe der Jahre hat er durch seine Mitinsassen den Buddhismus für sich angenommen. Er ist fremd für die Chinesen geworden und wird von den Tibetern meist als Fremder wahrgenommen.
    Durch verschiedene Umstände wird er als Ermittler in einem sehr komplexen Fall eingesetzt. Er kämpft beim Lösen des Falls um das eigene Überleben und um das seiner Mitinsassen. Dabei begegnet er aufeinanderprallenden Weltanschauungen, die sich gegenseitig ausschließen und doch einen Weg finden müssen gleichzeitigen zu existieren.

    Manche Themen in der Geschichte sind extrem komplex und fremd, dass es für mich schwer war, sie zu erfassen. Trotzdem waren sie faszinerend und mystisch und so außergewöhnlich anders, dass es mir eine Freude war darüber nachzusinnen. Manchmal musste ich Absätze zweimal lesen, um den Sinn zu verstehen, da einige Informationen zwischen den Zeilen zweier mir größtenteils fremden Kultur standen.
    Der Umgang mit den Tibetern durch die Besatzer hat mich ebenfalls mitgenommen, auch wenn ich von vielen Gräultaten im Vorfeld bereits wusste.

    Obwohl China im Allgemeinen angeprangert wird, gelingt es dem Autor Protagonisten zu schaffen, die nicht per se (chinesisch und deshalb) böse  oder gut sind. Viele besitzen Facetten und Tiefe und entwickeln sich im Laufe der Handlung

    Ich werde weitere Fälle von Shan lesen, da er mir als Protagonist ans Herz gewachsen ist und ich mehr über ihn wissen möchte.


    Fazit: 

    4,5 von 5 Sternchen (aufgerundet). Da das Buch trotz tiefgründiger und mystischer Gesellschaftskritik doch manchmal sperrig und schwer zu lesen war.  

  22. Cover des Buches Verwandte Seelen - Die Schatten der Erinnerung (ISBN: 9783959915038)
    Nica Stevens

    Verwandte Seelen - Die Schatten der Erinnerung

     (82)
    Aktuelle Rezension von: Naomi-Emma

    Einleitung:

    Samantha und Jake sollten eigentlich die glücklichsten Menschen der Welt sein. Denn sie erwarten ein Kind! Doch das Glück der werdenden Eltern wird jäh in den Hintergrund gedrängt. Esca hat überlebt und will sich nicht nur die Herrschaft über die Unsterblichen sichern, sondern beansprucht auch die Frau an der Seite seines Feindes für sich. Er rüstet seine Anhänger für die alles entscheidende letzte Schlacht. Den schwersten Kampf führt Samantha jdoch nicht gegen Esca—sondern um ihre große Liebe. Hat sie Jake für immer verloren?

    Bewertung:

    Der Klappentext lässt es bereits erahnen: im letzten Band der Reihe geht es um Alles. Um Samanthas und Jakes Liebe. Um das Schicksal aller Menschen und Unsterblichen. Um eine neue Welt.
    Dementsprechend war es super spannend! Schon die allerersten Seiten haben mich wieder an das Buch gefesselt. Da es so viel zu erzählen gibt, geht es bereits am Anfang des Buches richtig zur Sache. Schon nach wenigen Kapiteln wurde ich im Strudel der Ereignisse mitgerissen und war sprachlos. Soviel Tod und Zerstörung treffen das schöne Land. Ich hatte Tränen in den Augen. Die Geschichte hat mich hier auf einer richtig emotionalen Ebene berührt.

    Und dann meint es das Schicksal zunächst auch nicht gut mit Sam und Jake. Die beiden sind ein absolutes Traumpaar! Aber so vieles bedroht ihre gemeinsame Zukunft. Die ganze Zeit über habe ich inständig gehofft, dass es für die beiden doch noch ein Happy-End geben wird. Es ist herzzerreißend. Nach Band 2 dachte ich, dass die beiden nun nichts mehr auseinander bringen kann und doch...Zum Haare raufen! Im nachhinein: gerade dieser Teil ist besonders gut gelungen. Ich liebe es einfach wenn eine Liebe so groß ist, dass sie alle unmöglich erscheinenden Hindernisse und Rückschläge bewältigt. 

    Und auch wenn die Liebesgeschichte einen großen Teil der Geschichte ausmacht, so steht sie doch nicht im alleinigen Fokus. Die Autorin versteht  sich wirklich darauf, die Liebe und die Geschichte um das Schicksal der Menschen und Unsterblichen gleichermaßen zu vereinen. Auch wenn ich im Herzen natürlich immer wissen wollte, wie es mit Sam und Jake weitergeht, ist mir das Schicksal aller Beteiligten ebenso wichtig gewesen. Und der Abschluss der Geschichte stellt mich rundum zufrieden. Ich kann es nicht anders beschreiben: es ist ein super gelungenes Ende, bei dem die Autorin wirklich alles und jeden beachtet hat und nichts und niemanden zu kurz kommen lässt. 

    Nun ist die Geschichte um Samantha, Jake und all ihre Freunde zuende erzählt. Ich muss sagen, dass es mir schwer fällt das Buch aus der Hand zu legen und diese einzigartige Welt zu verlassen. Ich verlasse sie mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Dankeschön für diese tolle Geschichte! 

  23. Cover des Buches Roman eines Schicksallosen (ISBN: 9783499253690)
    Imre Kertész

    Roman eines Schicksallosen

     (228)
    Aktuelle Rezension von: BrittaRoeder

    „Vom Glück der Konzentrationslager“ will er erzählen, der Überlebende in Imre Kertész‘ „Roman eines Schicksalslosen“. Es sind Sätze wie dieser, die mir als Leserin den Atem rauben. Sätze wie dieser, die es mir unmöglich machen, eine „normale“ Rezension zu verfassen. Die sonst üblichen Maßstäbe versagen hier schlicht.

    Kerstesz‘ 1975 erstmals erschienener Roman ist mehr als ein Buch über das Leben im Konzentrationslager. Sein Roman ist dem Akt des Erinnerns gewidmet. Kertész breitet die Erinnerungen seines 15-jähigen Ich-Erzählers vor uns aus. Dieser wird völlig unerwartet aus seinem Leben gerissen. Ohne Anklage verhaftet man ihn am helllichten Tag  in seiner Heimatstadt Budapest und verschleppt ihn mit Hunderten anderen ins Konzentrationslager Ausschwitz, später nach Buchenwald.  Nur langsam bahnt sich das Grauen einen Weg in sein Bewusstsein. Schritt für Schritt, Wort für Wort, verändert sich sein Blick. Das Unnormale wird normal, so dass ihm Stück für Stück die Normalität verloren geht.

    Spätestens jetzt wird klar: Dieser Roman ist eine Perversion, denn jeder Versuch das Unerklärbare erklärbar zu machen ist obszön. Der Tabubruch bricht den Menschen. Das Erinnern gerät zum unmöglichen Akt, weil es versucht das Unbegreifbare verstehen zu wollen.

    Kertesz gelingt es, dieses Unfassbare in Worte zu fassen. Nicht dass es so verständlich würde, nein, dieser Teil der Geschichte entzieht sich jeden Verstehens. Aber so, dass wir, die Leser, dieses Nichtverstehen mit dem Erzähler teilen müssen ohne uns ihm entziehen zu können.

    Es ist unbestreitbar grandios, wie Kertész Form und Inhalt seines Textes zu einer Einheit verschmelzen lässt. Mehr und mehr entgleitet Kertész Protagonisten die Realität und mit ihr die Fähigkeit diese noch zu beschreiben. Selbst als er gerettet ist, kann er die Grenzen seines inneren Gefängnisses nicht sofort überwinden. Er erkennt die zurückgekehrte Normalität einfach nicht mehr. Sie passt nicht mehr in sein Weltbild.

    Durch den Akt des Erinnerns wird das Erinnerte selbst zum Mahnmal, zum Apell gegen das Vergessen. Denn die Zeit, stellt der Überlebende fest, ist nur im Rückblick unveränderlich. Alles was passiert, passiert durch die, die es tun oder lassen. Und so wird jeder zum Verantwortlichen für das Schicksal.

    „Aber auch so habe ich ihnen erklärt, dass man nie ein neues Leben beginnen, sondern immer nur das alte fortsetzen kann. Ich und kein anderer hat meine Schritte gemacht, und ich behaupte mit Anstand. (…) Ob sie denn wollten, dass diese ganze Anständigkeit und alle meine vorangegangenen Schritte nun ihren ganzen Sinn verlören? … warum diese Widerspenstigkeit, warum dieser Unwille, einzusehen: wenn es ein Schicksal gibt, dann ist Freiheit nicht möglich: Wenn es aber (…) die Freiheit gibt, das heißt also, wir selbst sind das Schicksal“

    „Ich werde mein nicht fortsetzbares Dasein fortsetzen“, läßt Kertesz seinen Protagonisten am Ende des Romans sagen. Der Widerspruch löst sich nicht auf. Er bleibt als unheilbare Wunde für immer bestehen.

  24. Cover des Buches Roter Zar (ISBN: 9783426510490)
    Sam Eastland

    Roter Zar

     (45)
    Aktuelle Rezension von: PMelittaM

    1929: Pekkala war das Smaragdauge des Zaren, sein besonderer Ermittler. Nach Jahren im Gulag in Sibirien, bittet man ihn schließlich den Tod der Zarenfamilie zu untersuchen, und stellt ihm im Zuge dessen seine Freiheit in Aussicht.

    „Roter Zar“ ist der erste Band einer Reihe und bereits 2010 entstanden. Mir hat die Erzählweise gut gefallen, abwechselnd erfährt man das aktuelle Geschehen bzw. Pekkalas Erinnerungen aus der Zeit vorher, wir erfahren so, wie er das Smaragdauge des Zaren wurde, und schließlich im Gulag landete. Pekkala ist ein interessanter Charakter, den man gut kennenlernt. Er versucht sein bestes zu geben, hat aber auch Schwächen. Ich bin gespannt, wie er sich im Laufe der weiteren Bände entwickeln wird.

    Es gibt zwei weitere wichtige Charaktere, die Pekkala bei seinen Ermittlungen zur Seite stehen, einer ist recht zwielichtig, und stammt aus Pekkala Vergangenheit, der andere ist ein junger Mann, der eigentlich Küchenchef werden wollte, nun aber Kommissar ist. Wahrscheinlich wird einer der beiden zukünftig weiter eine Rolle spielen, auch hier bin ich gespannt.

    Natürlich weiß man heute, was mit den Romanows passiert ist, im Anhang finden sich dazu auch Anmerkungen des Autors. Trotzdem ist es interessant, den Ermittlungen zu folgen, die nicht ganz den historischen Verlauf wiedergeben. Man erfährt auch ein bisschen darüber, wie man im bolschewikischen Russland lebt, und auch Stalin tritt auf. Der Fall hat einige überraschende Wendungen, ganz zufrieden bin ich mit der Auflösung nicht, ich frage mich, warum Pekkala das mit seinen Erfahrungen und Fähigkeiten nicht früher erkannt hat – aber, wenn man bedenkt, was er alles erlebt hat, ist es auch nicht ganz unwahrscheinlich. Es fehlt vielleicht ein bisschen an Spannung, aber die habe ich hier auch gar nicht gebraucht, viel interessanter waren die einzelnen Entwicklungen, die Menschen und Hintergründe.

    Mir hat der Roman gut gefallen, auch wenn er ein bisschen die Geschichte beugt, wenn man aber die vielen Gerüchte rund um das, was mit den Romanows geschah, kennt, hätte es immerhin so sein können. Pekkala ist eine interessante Figur, ich freue mich darauf, ihn in weiteren Romanen wiederzutreffen. Von mir gibt es 4 Sterne, da mir die Auflösung nicht ganz logisch erscheint, insgesamt ist der Roman aber lesenswert.

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks