Bücher mit dem Tag "arbeitsrecht"
7 Bücher
- Lilian Loke
Auster und Klinge
(40)Aktuelle Rezension von: VictoriaGraderLilian Loke verdient ihre Auszeichnungen, das wird mit der Lektüre klar. Ich finde "Auster und Klinge" nochmal viel besser als "Gold in den Straßen". Normalerweise spreche ich das Cover nicht an. Aber hier? Es springt einem nur so ins Gesicht und ich liebte es von Anfang an. Die Handlung ist packend, die Charaktere sind vielschichtig, hier ist nichts glatt poliert. Das außergewöhnliche an dem Titel ist aber, dass die lebhafte und durchaus actionreiche Handlung in einem extrem hohen sprachlichen Niveau verpackt kommt. Sie ist modern und präzise, kennt allerhand Details, verzichtet auf blumige Ausschmückungen, trifft aber direkt ins Herz.
Inhaltlich möchte ich nicht zu viel verraten. Was passiert wohl, wenn ein Einbrecher und ein Künstler gemeinsam ein Restaurant eröffnen?...
Unbedingt lesen!
- Cy.
Radium Girls - Ihr Kampf um Gerechtigkeit
(4)Aktuelle Rezension von: EmmyLNach der Entdeckung von Radium gab es einen großen Hype um das neu entdeckte Element. Besonders die Eigenschaft im Dunkeln zu leuchten begeisterte die Menschen. Artikel wie Zigaretten, Schuhcreme, Seife, Wasser wurden mit Radium versetzt und teuer verkauft. U.a. in der US Radium Corporation wurde Radium dazu verwendet Farbe herzustellen, welche in der Nacht leuchtete. Mit dieser Farbe wurden dann z.B. Uhrzeiger, Ziffernblätter oder ähnliche Artikel bemalt. Die Frauen welche mit der Farbe arbeiteten wussten nichts von der giftigen Wirkung des Radiums. Sie spitzten sogar ihre Pinsel mit den Lippen, um feinere Linien zeichnen zu können. Auf Grund ihrer Arbeit mit Radium leuchteten diese Frauen tatsächlich in der Dunkelheit. In weiterer Folge erkrankten alle schwer an der Strahlenkrankheit. Zum ersten Mal in der Geschichte begannen Frauen einen Arbeitskampf gegen ihre Arbeitgeber. Obwohl dieser Konflikt und diese Frauen leider in Vergessenheit geraten sind, hat ihr Kampf Auswirkungen bis in die Gegenwart. So leistete er u.a. einen entscheidenden Beitrag zur Verabschiedung von Gesetzen zum Schutz der Arbeitnehmer*innen und zur Gründung einer Bundesagentur als Aufsichtsbehörde.
Die französische Zeichnerin Cy. ist über einen kurzen Artikel der Radium Girls im Internet gestolpert und fand zu Recht, dass ihre Geschichte erzählt werden sollten. Mit ihrem leichten Strich fängt sie die Unbeschwertheit und Aufbruchstimmung im Amerika der 1920er Jahre perfekt ein.
Ihr gelingt es die Tragik der Ereignisse durch den Galgenhumor der betroffenen Frauen etwas abzumildern. Leider verstarben viele dieser Frauen unter großen Schmerzen und ohne eine adäquate Entschädigung der Arbeitgeber*innen. Bei den anschließenden Gerichtsprozessen spielten die Konzerne auf Zeit, denn den Frauen wurde eine Lebenserwartung weniger Monate diagnostiziert. Körperlicher Verfall, häusliche Gewalt, Fehlgeburten und die Behandlung von Frauen als rechtlose Wesen zweiter Klasse… Es braucht nicht viele Worte, wenn man es mit einem großartigen Bild perfekt einfangen und auf den Punkt bringen kann. Cy. ist dies hervorragend gelungen.
Die Panel sind übersichtlich angeordnet, variieren in ihrer Größe und sind mit einem Ramen versehen. Gelegentlich sind die Ramen aufgebrochen oder fehlen ganz. Dadurch ergibt sich eine spannende Dynamik in der Seitengestaltung. Die Zeichnungen sind leicht, forsch und sparsam farbig. Dieses Buch leuchtet übrigens im Dunkeln wie die Radium Girls.
Ein absolut lesenswerter, geschichtlicher Ausflug und eine wahre Geschichte über mutige Frauen. Vielen Dank für dieses besondere Buch.
- Franz Eisenführ
Einführung in die Betriebswirtschaftslehre
(1)Aktuelle Rezension von: HoldenEin gelungenes Buch, das ich mir im Anschluß an meine JUra-Examina gekauft hab, weil man sich ja auch ein bißchen im Betriebswirtschaftlichen auskennen muß. Dem völlig unvorgebildeten Leser werden Grundbegriffe (zb "Entscheidungstheorie") und betriebswirtschaftliche Denkweisen beigebracht, so daß man mal versteht, wie eine betribewirtschaftliche Fragestellung aussieht. Die Ausführungen zu den rechtlichen Fragen fand ich (als Paragraphenonkel) natürlich nur oberflächlich befriedigend, aber zentrale Begriffe, die sonst nur für Verwirrung gesorgt haben, werden erklärt, so daß man zumindest mal "den Fuß in die Tür kriegt" und weiß, was das ganze Fachchinesisch heißt. Für Einsteiger jeder Fachrichtung geeignet. - Christopher Davis
Philadelphia
(50)Aktuelle Rezension von: HoldenIn der "Stadt der brüderlichen Liebe": Andrew Beckett ist einer der talentiertesten Anwälte in Philadelphia und arbeitet wie ein Pferd in der bekanntesten Kanzlei am Ort Wheeler & Wyatt, bis ihm unter einem fadenscheinigen Grund gekündigt wird, als man bei ihm erste Anzeichen einer Aids-Erkrankung erkennen kann. Beckett ist homosexuell und lebt mit seinem Lebenspartner Miguel zusammen, was er in der Kanzlei allerdings verschweigt. Als Anwalt erklärt sich nur Joe Miller bereit, Afroamerikaner und anfangs voller Vorurteile gegenüber Schwulen, Beckett zu vertreten im Arbeitsrechtsstreit um dessen Kündigung und dessen Rechtmäßigkeit. Beckett geht es zunehmend schlechter, je lämnger sich der Prozeß hinzieht, wird er das Ende überhaupt noch erleben? Der erste Oscar für Tom Hanks in der Hauptrolle, die Geschichte war 1993 angeblich noch ein Wagnis, als der Film rauskam. Die Rolle von Denzel Washington als Miller ist vielleicht etwas schwarz-weiß gezeichnet, vielleicht auch etwas viel "Anwaltsverherrlichung" (Tom Robbins), aber auch ohne den Neil-Young-Song am Ende sehr ergreifend.
- Hans Brox
Besonderes Schuldrecht
(7)Aktuelle Rezension von: HoldenBrix` Buch zum Besonderen Schuldrecht, hat wohl jeder während des Studiums gelesen, ich habe damals die Bücher von Medicus bevorzugt, weil die als anspruchsvoller galten. Für den ersten Zugriff im dritten Semester sehr gut geeignet, zur Examensvorbereitung aber nicht ausreichend, das Kleingedruckte ist aber wichtig und sollte man draufhaben. Herrn Brox hat man damals öfters an der Münsteraner Uni gesehen, er hatte angeblich unter dem Dach noch sein Büro, wo er an seinen Werken schraubte. Zur Examensvorbereitung und während des Referendariats sollte man auf den "Palandt" zurückgreifen oder zumindest auf die Buchstaben, die darin enthalten sind.
- Ulf Weigelt
Was Chefs nicht dürfen (und was doch)
(4)Aktuelle Rezension von: FlaventusDas deutsche Rechtswesen ist alles andere als einfach. Noch komplizierter als der deutsche Rechtsdschungel ist die dort verwendete Sprache. Glücklicherweise kommt „Otto-Normalverbraucher“ nur selten mit dieser Sprache in Berührung, mal von der alljährlichen Steuererklärung und den unregelmäßigen Amtsgängen abgesehen.
Beschäftigt man sich ein bisschen mit dem Arbeitsrecht bzw. den Rechten und Pflichten als Mitarbeiter, so wird man unweigerlich mit den Gesetzen konfrontiert und es ist durchaus von Vorteil, zumindest in den Grundzügen über seine Rechten und Pflichten Bescheid zu wissen, denn Unwissenheit schützt bekanntlich vor Strafe nicht. Und genau hier setzt dieser Ratgeber an, der zu vielen Themen des Arbeitsrechts kurz und knapp darüber informiert, was erlaubt ist und was nicht.
Kurz und Knapp
Das Buch selbst ist in sieben Kapitel unterteilt, in denen gängige Fragen zu bestimmten Themen beantwortet werden. Dabei wird immer eine Frage gestellt, auf die eine kurze meist nicht länger als eine Seite umfassende Antwort folgt.
Manche Themen lassen sich nicht so kurz behandeln, weshalb sie zu mehreren Themenfragen zusammengefasst sind. Diese Themenbereiche stellen allerdings die Ausnahme dar. Einige Fragen passen thematisch in verschiedene Themenbereiche, weshalb sich so manche Frage dann auch wiederholt.
Komplexität
Die Antworten sind meist auch für einen Laien verständlich, denn die Autoren vermeiden recht konsequent Fachbegriffe und tief verschachtelte Satzkonstruktionen. Allein schon, dass von Arbeitgebern und Mitarbeitern und nicht von Arbeitgebern und -nehmern die Rede ist, zeigt dies. Allerdings lässt sich eine Vereinfachung nicht immer umsetzen, weshalb sich vereinzelt dann doch ein paar Abschnitte finden, die nicht ganz so leicht verständlich sind.
Manche Themen sind derart komplex (und in Deutschland recht kompliziert geregelt), dass dieser Ratgeber an seine Grenzen stößt. Zum Beispiel die Frage, ob eine Dienstreise durchgängig als Arbeitszeit zu bewerten ist. Zu dieser Frage gibt es sehr viele Gerichtsurteile und eine Beantwortung bzw. Beurteilung ist gar nicht pauschal möglich.
Keine Doktorarbeit
Bei einer solchen Zusammenstellung dürfen die kuriosen Fälle nicht fehlen, die der Leser ggf. aus der Zeitung kennt. So darf der Arbeitgeber nicht das Gehalt kürzen, nur weil der Mitarbeiter vermehrt zu Toilette gegangen ist. In diesem Fall wurde das Aktenzeichen der betreffenden Gerichtsverhandlung hinterlegt.
Was mich zu einem Punkt führt, der den ein oder anderen stören könnte. Bei der Beantwortung der Fragen muss der Leser auf den Wahrheitsgehalt vertrauen. Eine Rechtssicherheit ist nicht gegeben. Auch das einfache Nachvollziehen der Aussagen ist nicht möglich, weil die Verweise zur aktuellen Rechtssprechung fehlen.
Das hätte in meinen Augen allerdings den Umfang des Buchs gesprengt, den „Otto-Normal-Leser“ eher verwirrt und das Buch als solches unübersichtlich gemacht. Wer konkret Fragen hat, der darf sich auch nicht auf „Dr. Google“ verlassen, sondern muss sich sowieso an einen Rechtsanwalt wenden. Von daher finde ich es angebracht, wenn hier nicht jede Aussage mit Aktenzeichen untermauert ist.
Fazit
Dieses Buch ist kein juristisches Werk von und für Juristen, sondern vielmehr ein Buch, das sich an den „stinknormalen“ Arbeitnehmer wendet. Dabei ist es weder als Rechtsberatung noch als Nachschlagewerk zu verstehen, sondern als informativer Ratgeber, der aufzeigt, welche Rechte und Pflichten aus einem Arbeitsverhältnis entstehen.
Worauf das Buch allerdings gar nicht eingeht, ist der Unterschied zwischen Recht haben und Recht bekommen. Es ist aber unabhängig davon gut zu wissen, was der Mitarbeiter oder der Vorgesetzte in bestimmten Situationen zu unternehmen hat und welche Konsequenzen eine Unterlassung hat. Von daher kann ich dieses Buch vor allem allen Arbeitnehmern empfehlen, selbst wenn keine akuten Rechtsverletzungen im Raum stehen.






