Bücher mit dem Tag "arbeitswelt"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "arbeitswelt" gekennzeichnet haben.

76 Bücher

  1. Cover des Buches Kim Jiyoung, geboren 1982 (ISBN: 9783462053289)
    Nam-Joo Cho

    Kim Jiyoung, geboren 1982

     (334)
    Aktuelle Rezension von: SotsiaalneKeskkond

    Kim Jiyoung, geboren 1982, ist eine mehr als nur durchschnittliche Südkoreanische Frau. Schon ihr ganzes Leben über erlebt sie Sexismus und Benachteiligung ihres weiblichen Geschlechts wegen. Sei es in der Schule, in der Erziehung, im Arbeitsleben oder bei der Gründung ihrer eigenen Familie. 

    Das, so ziemlich, ist alles, was mir hinsichtlich des Inhalts zu diesem viel gelobten und vergötterten Buch einfällt. Meine Erwartungen waren innerhalb der ersten paar Seiten noch einigermaßen hochgesteckt. Allerdings musste ich sehr schnell erkennen, dass ich diese Stück für Stück immer weiter zurückschrauben musste. Inhaltlich ist in diesem Buch nämlich wirklich tote Hose. Zwar waren die Schilderungen von Sexismus einer der gesellschaftlich wohl problematischsten, aber dennoch hochangesehenen Republik unserer Erde ohne Frage spannend zu verfolgen, leider nur nicht in einem spannungs- und unterhaltungstechnischen Umfeld. Die Autorin scheint es sich zur Aufgabe gemacht zu haben, auf knöcherne Weise die Missstände in ihrem Heimatland anzuprangern - zu Recht meiner Meinung nach, und auch dringend notwendig - allerdings fällt so ziemlich alles, was ich ansonsten an guten Büchern schätze hinter den Vorhang. So bekam ich beim Lesen mehr und mehr das Gefühl, mich in einen Informationstext verirrt zu haben, ähnlich einem Sachbuch. Wo wir dann auch schon beim sprachlichen Aspekt meiner Kritik sind. Kurz und knapp: der Schreibstil war mir viel zu geradlinig und nüchtern, per se nicht das Problem, wenn der Inhalt ansonsten etwas hergeben würde, was leider hier nicht der Fall war. Vor allem die Fußnoten, die sich alle paar Seiten finden, haben mich massiv irritiert und irgendwann zu stören begonnen. die ganzen 200 Seiten über werden nur Fakten hinausgeballert, die insgesamt ein Skelett ergeben, die jede der faden und schlecht gezeichneten weiblichen Personen des Buches tragen hätte können. Die Zeichnung der Charaktere war es nämlich, die mich am meisten schockiert hat. Als Leser:in hat man hier beinahe nichts, das man greifen könnte. Farb- saft- und geschmacklos kommen diese daher, ohne einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. 

    Kurz gesagt: Ich bin enttäuscht. Nicht von der Idee des Buches, aber von dessen Umsetzung. Cho Nam-Joo hat mit der Umsetzung in meinen Augen das Potential, das in der unterdrückten südkoreanischen Durchschnittsfrau lauert, ziemlich gegen die Wand gefahren. Trotzdem lässt sich nicht leugnen, dass die Lektüre dieses Buches durchaus auch seine informativen Seiten hat. Das war es dann leider aber auch schon wieder. 

  2. Cover des Buches Der Zopf (ISBN: 9783596522668)
    Laetitia Colombani

    Der Zopf

     (653)
    Aktuelle Rezension von: beaknopf

    DER ZOPF

    Roman


    Ein Buch über drei Frauen, deren Leben unterschiedlicher nicht sein könnten:

    In Indien versucht Smita alles, damit ihre Tochter lesen und schreiben lernen kann.

    In Palermo merkt Giulia nach dem Unfall ihres Vaters, dass das Familienunternehmen, eine Perückenfabrik vor dem Ruin steht.

    In Montreal muss die erfolgreiche Anwältin, Sarah eingestehen, dass ihr ihr Körper einen Strich durch die Karriere-Pläne macht.


    Die Filmschauspielerin und Regisseurin, Laetitia Colombani schafft es mit ihrem Debütroman in die Herzen vieler Leser/innen. Wunderbar gefühlvoll und ergreifend erzählt sie die Geschichte der drei oben genannten Frauen.


    Schon einige Monaten – eher Jahre – steht „Der Zopf“ auf meiner Wunschliste. Beim „Ausbau“ der thalia Familienbibliothek steht mir seit Anfang des Jahres das eBook zur Verfügung. Als ich dann noch bei meiner Planung für meinen Lese-Frühling von „Das Mädchen mit dem Drachen“ las, habe ich kurzerhand beschlossen, die Erzählungen über die drei Frauen in den Januar zu schieben. Ich wurde auf ca. 250 Seiten nicht enttäuscht und sehr berührt.


    Eine klare Leseempfehlung! Lass dir die Suche nach dem Glück dieser Frauen nicht entgehen!

  3. Cover des Buches Schöne Neue Welt (ISBN: 9783596905737)
    Aldous Huxley

    Schöne Neue Welt

     (1.133)
    Aktuelle Rezension von: benfi

    KURZBESCHREIBUNG:
    Gott zu spielen - also Menschen ohne die natürliche Fortpflanzung zu erschaffen; dass ist in einer nahen Zukunft gelungen! Dies bringt Vorteile mit sich: in den City-Brüter und Konditionierungscenter kann man die Personen so erschaffen, wie man sie gerade benötigt: vom einfachen Arbeiter - den Epsilons - bis hin zum Führungskopf; den sogenannten Alphas. All das wird stufenweise im Reifungsprozess des künstlich hergestellten Embryos beeinflusst. Somit entsteht bei niemandem Frust und alle führen ein glückliches und sorgenfreies, koordiniertes Leben. Etwaige Gefühlsschwankungen werden direkt mit einer Art Droge, welche den Namen Soma hat, eliminiert. Bernard Marx ist jedoch anders, er möchte ebene jene andere Emotionen spüren, die der leicht verkümmerter Alpha sonst eigentlich gar nicht zu erwarten hat. Ihn reizend Dinge wie Wut, Aufregung oder auch eine gewisse Enthaltsamkeit des freigebigen Sexualverkehrs, wie er eigentlich üblich ist, was ihm alles ganz neue Gefühle offenbart. Als er eines Tages mit seiner derzeitigen Begleitung Lenina Crowne ein Eingeborenenreservat besucht und dort John sowie seine Mutter Linda kennenlernt, ändert sich sein Leben sowie seine Einstellung rapide. Linda ist nämlich keine leibhaftige Eingeborene, sondern wurde vor Jahren während eines Besuchs des Reservats in einem plötzlichen Sturm verletzt und von den Eingeborenen gesundgepflegt, während ihre Begleiter sie für tot vermuteten. Bernard erhält die Erlaubnis, die beiden zurück mit in die Zivilisation zu nehmen, was ihm als Betreuer des 'Wilden' John einen gewissen Ruhm einbringt. Allerdings rechnet er nicht mit den Gefühlen und Empfindungen von eben jenem John, dem die sogenannte Zivilisation schnell überdrüssig wird. Das scheint alles bis dahin Gut gedachte in den Abgrund zu reißen...

    KOMMENTAR:
    Selbst wenn man ihn nicht gelesen hat - der Roman 'Schöne Neue Welt' sollte so ziemlich Jedermann ein Begriff sein. Die Dystopie von dem englischen Autor Aldous Huxley aus dem Jahre 1932 wird als so wichtig angesehen, dass sie sogar im Englisch-Unterricht an den hiesigen Schulen genutzt wird. Dies war auch vor vielen Jahren mein erster Kontakt mit dem Buch, dass meine damalige Freundin im Schulunterricht beackern musste. In der englischen Sprache wurde es mir jedoch nach einigen Seiten schlicht zu anstrengend, da Huxley mit Fachbegriffen der künstlichen Fortpflanzung nur um sich wirft, dass man entnervt aufgeben mochte. Dies ist auch in der neuen Übersetzung, welche Uta Strätling im Jahre 2013 vorgenommen hatte, nicht gerade anders. Sie hat glücklicherweise den Charakteren und lokalen Stätten ihren eigentlichen Namen wiedergegeben und einige Stellen angepasst - aber Huxleys  detailverliebtes Schreiben zu den elementarsten Änderungen in seiner Zukunfts-Vision schrecken schon den einen oder anderen Leser ab. Hat man sich jedoch durch diese gelesen, schildert der Roman dem Leser schon eine schauderhafte Dystopie, welche eben nur eine oberflächliche schöne, neue Welt offenbart. Anhand der Hauptfiguren Bernard und Lenina auf der Seite der zivilisierten Menschen und John auf der Seite der Eingeborenen, welche eigentlich schlicht den Status der Zivilisation des Jetzt (oder auf den Zeitraum der Veröffentlichung bezogen) legt Huxley die jeweiligen Vor- und Nachteile auf den Tisch. Die nun nicht gerade arg verzwickte Storyline ist alsbald leicht nachvollziehbar und regt den Buchfreund doch mehr und mehr zum Nachdenken an, was sich nach Beendigung des Romans sogar noch gesteigert hat. Egal, welche Schlüsse man nun zieht, was denn letztlich eine schöne, neue Welt sei, eines ist völlig klar: die oberen Machthaber sind jene, denen es am Besten geht und wirklich alle Freiheiten haben! 

    8,0 Sterne

  4. Cover des Buches Unsichtbare Frauen (ISBN: 9783442718870)
    Caroline Criado-Perez

    Unsichtbare Frauen

     (76)
    Aktuelle Rezension von: Kagali

    Weiter geht’s mit meinem Sachbuch-Leseplan. Ich bleibe erstmal beim Feminismus und las im August dieses Buch.

    Datenlücke Frau
    Unsichtbare Frauen ist ein klassischer Fall von What you see is what you get. Gerade der Untertitel verrät schon ziemlich genau, worum es geht: Um Datenerhebungen, Statistiken und Analysen und wie und warum Frauen dort kaum bis gar nicht auftauchen und welche Probleme sich daraus ergeben.
    Das Buch ist in sechs große Themenbereiche unterteilt: Alltagsleben, Arbeit, Design, Medizin, öffentliches Leben und der Katastrophenfall. Stets geht es darum, wie in diesen Bereichen Daten erhoben und genutzt werden und Frauen dabei fast immer kategorisch ausgeschlossen werden. Dabei weist die Autorin schon in ihrem Vorwort hin, dass das meist nicht mal mutwillig ist und nicht alle Menschen, die solche Daten erheben sexistische Vollpfosten sind. Vielmehr ist es eine kulturell und historisch bedingte tief verwurzelte Annahme, die den Mann zum “Standard” erklärt.

    "Die Annahme, alles Männliche sei allgemeingültig, ist eine direkte Folge der geschlechtsbezogenen Datenlücke. Weißsein und Mannsein können nur unausgesprochen Selbstverständlichkeit sein, weil die meisten anderen Identitäten die artikuliert werden. Aber die Selbstverständlichkeit des Männlichen ist auch ein Grund für die Datenlücke: Frauen werden nicht gesehen, und man erinnert sich nicht an sie, weil Daten über Männer den Großteil unseres Wissens ausmachen. So erscheint alles Männliche als allgemeingültig. Es führt zur Positionierung der Frauen – also der Hälfte der Weltbevölkerung – als Minderheit mit einer Nischenidentität und einem subjektiven Standpunkt."
    (Unsichtbare Frauen: Wie eine von Daten beherrschte Welt die Hälfte der Bevölkerung ignoriert von Caroline Criado-Perez, btb Verlag, 2020, S. 47)


    Doch ganz gleich, was die Ursache ist, die Probleme, die sich dadurch für Frauen ergeben sind enorm. So zum Beispiel in der Medizin. Der männliche Körper gilt weiterhin als Norm. Wir wissen alles Mögliche über ihn, a er kaum etwas über den weiblichen Körper und wie dieser zum Beispiel diverse Medikamente verarbeitet. Die Medikationsempfehlungen richten sich nämlich auch nach dem männlichen Körper. Nun ist der weibliche Körper aber nun mal nicht nur eine kleinere Version des Mannes. Frauen verarbeiten manche Medikamente ganz anders, als Männer, sodass die empfohlenen Dosen mitunter gar nicht passen. Auch wurden bisher geschlechtstypische Symptome bei diversen Krankheiten fast komplett ignoriert, mit fatalen Folgen: Da Frauen nämlich bei einem Herzinfarkt oft andere “untypischere” Symptome zeigen als Männer, wird der Intakt im Schnitt deutlich später erkannt und behandelt und das Todesrisiko ist dadurch signifikant höher.

    Dies ist nur eins von vielen, vielen Beispiele die die Autorin in diesen Buch aufführt und mit allerhand Statistiken belegt. Es sind erschreckende Fakten die wütend machen. Umso mehr, da es für einen Großteil der Probleme ja eine denkbar simple Lösung gibt: Bezieht Frauen in die Daten ein!

    "Die Lösungen für die geschlechter- und genderbezogene Datenlücke liegt auf der Hand: Wir müssen die Lücke in der Repräsentation von Frauen schließen. Wenn Frauen in der Forschung und Wissensproduktion an Entscheidungsprozessen beteiligt sind, werden Frauen nicht vergessen. Die Leben und Perspektiven von Frauen werden sichtbar. Davon profitieren Frauen auf der ganzen Welt."
    (Unsichtbare Frauen: Wie eine von Daten beherrschte Welt die Hälfte der Bevölkerung ignoriert von Caroline Criado-Perez, btb Verlag, 2020, S. 419)


    Verloren im Datensumpf
    Doch so wichtig und aufführend ich das Thema und die angesprochenen Beispiele auch fand, komme ich nicht umhin Kritik an der Präsentation der Fakten zu üben. Zum einen haben wir die schiere Menge. Die Autorin führt auf wirklich jeder Seite allerhand Studien, Belege und Statistiken an. Während ich das in einer Facharbeit begrüßen würde, ist es für ein an die Allgemeinheit gerichtetes Sachbuch schlichtweg zu viel. Schon nach den ersten Kapiteln raucht der Kopf, zumal die Fakten schon recht trocken präsentiert werden.
    Was mich jedoch noch viel mehr gestört hat, sind die zahlreichen Wiederholungen. Manche Statistiken werden von der Autorin, ohne Übertreibung, dutzendfach wiederholt. Ja, dass 70 % (oder 75 % ? Dafür, dass die Autorin diese Statistik gefühlt hundertmal bringt, ist sie erschreckend uneinheitlich) der unbezahlten Carearbeit von Frauen erledigt werden, ist schockierend, aber das ist noch lange kein Grund mir das alle zwei Seiten zu sagen. Danke ich habs verstanden, ich habe kein Gedächtnis wie ein Regenwurm, ich kann mir das auch ohne ständige Erinnerung merken. Auch inhaltlich wird vieles mehrfach wiederholt und in den unterschiedlichen Bereichen lediglich mit anderen Beispielen belegt, der Kern bleibt jedoch derselbe. Ich bin überzeugt, dass man das Buch problemlos um 200 Seiten hätte kürzen können, ohne dass signifikante Aussagen verloren gegangen wären.

    Welche Frauen?

    Womit man diese 200 Seiten,die ich rigoros rausgekürzt ersetzten könnte? Na mit queeren Positionen. Diese fehlen mir in diesem Buch nämlich leider völlig. Tatsächlich ist es oft nicht ersichtlich, ob die Autorin, wenn sie von Frauen spricht, nun tatsächlich alle Frauen meint, oder nur jene Wesen mit Uterus? Ich fürchte her letzteres, da sie Probleme die z. B. Transfrauen nochmal gesondert haben völlig unbeachtet lässt. Wenn sie davon spricht das (Uterus besitzende) Frauen unsichtbar seien, dann sind queere Frauen ihrer Schilderung nach quasi nicht existent. Das ist nicht nur schade, sondern problematisch!

    Des Weiteren geht eine Rüge an die Übersetzerin. Man kann sicherlich streiten wie und in welchem Umfang gegendert werden sollte und ich stimme auch nicht mit allen aktuell dazu geäußerten Positionen überein, aber ich denke schon, dass in einem feministischen Buch doch wenigstens grundlegend gegendert werden sollte, gerade wenn die Autorin das Problem der Sprache (mit dem Beispiel deutsch!) bereits im Vorwort erwähnt. Und noch wichtiger, ganz egal wie man sich entscheiden, es sollte doch gefälligst einheitlich sein. Tatsächlich finden wir aber im Vorwort gegenderte Formen mit * später im Text mit / und dazwischen seltsame Konstrukte wie “männliche Schüler”. In den allermeisten Fällen wird jedoch einfach gar nicht gegendert, gerade bei Berufsbezeichnungen steht fast immer die männliche Form alleine dort.

    Fazit:

    Das, was Caroline Criado-Perez in diesem Buch anspricht und genaustens recherchiert aufzeigt, ist ohne Frage wichtig und auffüllend. Nichtsdestotrotz hätte all dies auch auf 200 Seiten weniger geschildert werden können, wenn die Autorin die zahlreichen Wiederholungen vermieden hätte. Auch fehlen mir Queere Positionen in diesem Buch. Resümierend lässt sich sagen, das Buch ist sicherlich schon aufgrund seiner Thematik lesenswert, man kann aber durchaus einiges überspringen.


    Folge mir ;)

    Diese und andere Rezensionen (mit zusätzlichem Coververgleich Deutsch/Original) findet ihr auch auf meinem Blog Miss PageTurner


  5. Cover des Buches Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry (ISBN: 9783596033744)
    Rachel Joyce

    Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry

     (1.342)
    Aktuelle Rezension von: benfi

    KURZBESCHREIBUNG:
    Der sehr schlicht lebende Harold Fry wird aus seinem routinierten Leben gerissen, als ihn ein Brief von seiner einstigen Kollegin Queenie Hennessy erreicht, in der ihm mitgeteilt wird, dass sie bald an Krebs sterben werde. Die Erkenntnis wächst schnell in dem pensionierten Mann: Queenie hatte damals eine schüchterne Zuneigung zu Harold, welche dieser aber nicht wahrgenommen hatte. Eine freundliche, briefliche Antwort scheint ihm angemessen. Als er sein Schreibwerk zum Briefkasten bringt, möchte Harold dies herauszögern, läuft zum nächsten Briefkasten und dann zum folgenden. Es wird im wahrsten Sinne ein Selbstläufer und schließlich ist der gewiss nicht gerade sportliche Harold zu Fuß auf dem Weg in das über neunhundert Kilometer entfernt liegende Berwick Upon Tyne. Was nahezu alle für verrückt empfinden, wächst allmählich zu einer Begeisterung - und das landesweit. Harold Fry will doch nur eines: dass Queenie lebt und auf ihn wartet...

    KOMMENTAR:
    Es ist schon interessant, dass in nicht gerade wenigen Büchern sich der zentrale Handlungsrahmen um die urtypischste Fortbewegung des Menschen dreht: dem Gehen und Laufen. Spontan fallen mir da Hape Kerkelings Pilgerreise 'Ich bin dann mal weg' als Erfahrungsbericht sowie Stephen Kings unter seinem Pseudonym geschriebenen Buch 'Todesmarsch', in der diese Fortbewegung ein tödliches Spiel darstellt, ein. Ich habe mir mal zwei Bücher herausgepickt, die ebenfalls ganz schön viel Laufen beinhalten. Faszinierenderweise geht es in dem Buch 'Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry' von Cornwall nach Schottland und in dem folgenden 'Am Ende aller Zeiten' genau in die andere Richtung. Diese Pilgerreise wurde von der englischen Autorin Rachel Joyce niedergeschrieben, die sich mit dem Roman erstmals nach jahrelanger Drehbucharbeit bei der BBC an einen solchen wagte - und das direkt mit großem Erfolg. Die Geschichte von Harold Fry ist eine einfühlsame Angelegenheit; denn unser Reisender macht sich viele Gedanken über das Leben, welches einst so aufregend und nun, in die Jahre gekommen, irgendwie nur noch routiniert langweilig erscheint. Dazu hört der ziemliche Antiheld, welcher erst Meile um Meile charismatischer erscheint, viele Erzählungen von Menschen, die ihm auf seinen Weg über die Grenze nach Schottland begegnen. An vielen Stellen vermag das Buch wirklich zum eigenen Grübeln über sein eigenes Leben anregen. Ebenso stichelt es an den negativen Eigenschaften der heutigen Zeit, in der etwas sehr schnell hype und ebenso schnell wieder nicht mehr gefragt ist - die Oberflächlichkeit sowie die Profitgeilheit sind hier gewissermaßen die raumfüllenden Themen. Obwohl einiges der Handlung schon einen logischen Fortgang hat, überraschen die Seiten von Joyce doch immer wieder mal und es gelingt ihr sogar ein Finale auf das Papier zu bringen, welches man so gewiss auch nicht gedacht hatte. 'Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry' ist ein schönes Buch, was es gerade in der heutigen hektischen Zeit schafft, den Leser etwas abzulenken und runter zu bringen - alleine das ist schon sehr viel wert. 

    8,0 Sterne

  6. Cover des Buches Maria, ihm schmeckt's nicht! (ISBN: 9783548283388)
    Jan Weiler

    Maria, ihm schmeckt's nicht!

     (1.140)
    Aktuelle Rezension von: MoniqueH

    Jan Weiler schreibt Geschichten die teils basiert sind auf sein eigenes Leben. Dieses Buch beschreibt den Anfangsjahren in seine Beziehung, später Hochzeit und die ersten Lebensjahre. Wichtig ist dabei das er eine Frau geheiratet hat die eine italienische Vater hat. Vieles in dieses Buch dreht um den Vater. Der ist originell und sich selbst. Jeder muss sich ihm anpassen ob er will oder nicht es passiert einfach. Jan kommt dadurch in viele komisch und unmögliche Situationen und erzählt es so als ob man selbst daneben sitzt.

    Lachen vorprogrammiert.

  7. Cover des Buches Der Teufel trägt Prada (ISBN: 9783442463411)
    Lauren Weisberger

    Der Teufel trägt Prada

     (829)
    Aktuelle Rezension von: janaobrist

    Ich habe den Film zum Buch schon mindestens 10 mal gesehen und kenne die Geschichte eigentlich inn und auswendig. Der Film ist wirklich toll und die Schauspieler*innen top! Da habe ich letztens dieses Buch Second-Hand gefunden und musste es einfach mitnehmen. Ich mag es zu Filmen die ich schon kenne die Bücher zu lesen. Nun zur Geschichte, in dem Buch geht es um Andrea die sich nichts mehr wünscht als irgendwann mal bei der New York Times zu arbeiten. Das Schreiben ist wirklich ihre grosse Passion. Nach dem längerem Herumreisen mit ihrem Freund Alex will sie wieder auf den Boden der Tatsachen kommen und sich einen Job suchen. Ihr ist schon bewusst dass sie nicht auf anhieb ihren Traum verwirklichen kann. Doch sie tut sich nicht schlecht und erhält einen Job bei Runaway. "Ein Job für den 1000 von Mädels ihr Leben geben würden. " Wie war dieser Spruch ist wird sich erst später heraustellen. Ich denke kennen die Geschichte schon und doch ist sie toll. Aber für mich ist der Film hier wirklich besser als das Buch. Oder das Buch ist einfach zu lang. Viel dreht sich die Geschichte immer um das Gleiche und es wiederholt sich wirklich ständig. Ich glaube für Leute die wirklich Mode interessiert sind und gerne tratschige Geschichten liest ist das Buch sicher sehr befriedigend. Aber irgendwann habe ich es bisschen gesehen und es wurde ein wenig langweilig. Trotzdem habe ich gerne gelesen und es hatte sein Unterhaltungswert auf jede Fälle. Der Schreibstil hat mir auch gefallen und ich mochte den Humor von Lauren Weisberger. Sie hat aufjedenfall ein Buch geschrieben welches seeehr viele Leute erreicht hat. Der einzige Kritikpunkt den ich noch habe, aber der eher präferiert ist: Mir waren die Kapitel oft echt zu lange.

  8. Cover des Buches Nathalie küsst (ISBN: 9783548285061)
    David Foenkinos

    Nathalie küsst

     (212)
    Aktuelle Rezension von: schnaeppchenjaegerin

    Nachdem Nathalies Ehemann Francois beim Joggen von einer Blumenverkäuferin angefahren wurde und wenig später im Krankenhaus stirbt, kehrt sie nach einer Phase der Trauer wieder an die Arbeit zurück. Ihr Vorgesetzter Charles befördert sie direkt zur Teamleiterin. Er ist voll Verständnis für ihre Situation und gibt ihr alle Zeit, um sich wieder neu einzufinden. Dabei agiert er nur vorgeblich fürsorglich und selbstlos, fühlt er sich doch von der schönen, unnahbaren Nathalie schon länger angezogen. Charles drängt sie zu einem gemeinsamen Abendessen, bei dem sie ihm sehr deutlich seine Grenzen aufzeigt.
    Aus einem Impuls heraus küsst sie stattdessen ihren Mitarbeiter Markus, ohne etwas zu fühlen oder zu bezwecken. Dieser ist vor den Kopf gestoßen und verlangt eine Erklärung. Er lässt nicht locker und so bleibt es nicht bei dem einen Kuss, was in ihrer Firma zu wilden Spekulationen führt. 

    Wer von der Geschichte nun einen berührenden Roman über Trauer, Trauerbewältigung und die Chance auf einen neuen Anfang mit einer neuen Liebe erwartet, wird enttäuscht werden. "Nathalie küsst" ist kein klassischer Liebesroman, was vor allem an dem sehr speziellen Schreibstil liegt. Dieser ist distanziert, so dass man sich als Leser lediglich als Beobachter fühlt, aber nicht mitten ins Geschehen eintauchen kann. Wechselnde Perspektiven sorgen zwar dafür, dass man die Gedanken der Hauptfiguren erfährt, aber insbesondere Nathalie bleibt undurchschaubar.
    Der Fokus wechselt zudem stark auf Markus, der wenig attraktiv, unsicher und verschüchtert, aber nach dem Kuss schwer verliebt in Nathalie ist. Zum ersten Mal in seinem Leben steht er im Mittelpunkt und wird von Kollegen beneidet, denn jeder fragt sich, was die schöne, unantastbare Nathalie an ihm findet. Als Leser fragt man sich dagegen, was er an Nathalie findet, denn im Alltag verhält sie sich schroff und unhöflich. 

    Es ist eine kurze Geschichte mit kurzen Kapiteln, die überwiegend in der Firma handeln. Daneben gibt es kurze Einschübe mit Kochrezepten, Spielergebnissen oder Lexikaeinträgen, die zwar inhaltlich irgendwie zur vorherigen Situation passen und kreativ sind, aber wie Lückenfüller für eine Geschichte wirken, von der man das Gefühl hat, das wie den Charakteren auch dem Autor die Worte fehlten.
    Der Roman ist aufgrund der skurrilen Dialoge und manch aberwitziger Szene, da sich alle Figuren übertrieben seltsam verhalten, kurzweilig und unterhaltsam. Dennoch ist der Roman für eine Liebesgeschichte unpassend nüchtern und emotionslos geschrieben. Über die Gefühle von Nathalie kann man nur spekulieren. Als titelgebender Hauptcharakter ist sie weit von einer Identifikationsfigur entfernt. 

  9. Cover des Buches Mit Staunen und Zittern (ISBN: 9783257233254)
    Amélie Nothomb

    Mit Staunen und Zittern

     (136)
    Aktuelle Rezension von: happyoldendays
    „Ich erkannte etwas Wichtiges: Mittelpunkt der Existenz ist in Japan das Unternehmen. Natürlich wurde diese Erkenntnis schon in mehreren ökonomischen Studien über dieses Land festgehalten. Aber es macht einen gewaltigen Unterschied, ob man es in einem Buch liest oder es erlebt. Ich konnte mich durchdringen lassen von seiner Bedeutung für die Angestellten der Firma Yumimoto und für mich. Mein Leidensweg war nicht schlimmer als der ihre. Er war nur erniedrigender“ (S. 137)

    Amélie Nothombs Roman handelt von der jungen, engagierten Amélie, die nach Tokio reist, um dort bei der Firma Yumimoto einen neuen Job anzufangen. Doch was als hoffnungsvoller Start ins Berufsleben gedacht war, entwickelt sich schnell zum Albtraum. Zu sehr kollidiert ihre westliche Denkweise mit der rigiden Arbeitskultur ihrer neuen Kollegen. Gleich ob sie sich aktiv um Aufgaben bemüht, oder mit stoischem Gleichmut sinnlose Handlanger-Dienste übernimmt, Amélie kann nichts rechtmachen. Selbst ihre hervorragenden Japanisch Kenntnisse werden ihr zum Verhängnis. So folgt Schikane auf Schikane, Degradierung auf Degradierung.

    In präziser und klarer Sprache schildert Amélie Nothomb den Abstieg ihrer Protagonistin. Dabei schafft sie gekonnt die Gradwanderung zwischen satirischer Überhöhung und der Darstellung des westlichen Blicks auf die streng dirigistische Arbeitsweise japanischer Angestellter. Einerseits spielt sie mit den vorgefassten Meinungen ihrer Leserschaft in Bezug auf die andere Kultur. Andererseits kann sich der Leser aufgrund der starken autobiographischen Züge des Romans nie sicher sein, ob nicht doch hinter der bitterbösen Satire ein Fünkchen Wahrheit liegt.

    Mir hat dieses schmale Buch einen sehr unterhaltsamen Nachmittag beschert. 4 von 5 Sternen.

     

  10. Cover des Buches Die 4-Stunden-Woche (ISBN: 9783548375960)
    Timothy Ferriss

    Die 4-Stunden-Woche

     (69)
    Aktuelle Rezension von: Greg2001

    Zum Start: Keiner wird kommen und dich aus deinem tristen Leben ziehen. Man muss es selbst tun und ja nicht auf die anderen überglücklichen (Ironie aus) Menschen hören. Schaut euch doch mal um! All die schlechten Beispiele von Menschen, die am liebsten weinen würden, so festgefahren ist ihr Leben. Ferris liefert eine völlig andere Sichtweise und wenn man beginnt so zu denken und so zu handeln, gibt es keine Grenzen. Jetzt werden sich gleich ein paar Leser entlarven und sagen: Wieder so ein Möchtegern Lebensphilosoph. Da schmunzle ich nur, stecke meine Zehen zurück in den warmen Sand und sehe hinaus aufs Meer 😊 Danke Tim Ferris, dass du mir die Augen geöffnet hast! Und den Entlarvten: Viel Spaß weiterhin so zu tun, als wäre alles in Ordnung…

  11. Cover des Buches Super, und dir? (ISBN: 9783548060217)
    Kathrin Weßling

    Super, und dir?

     (86)
    Aktuelle Rezension von: BooksWillTurnYouOn

    Titel

    Super, und Dir?

    Autorin 

    Kathrin Weißling

    Genre/ Verlag

    Roman/ Ullstein

    ISBN 978-3-96101-010-3

    Preis 16€/ Paperback


    Aufmerksam geworden bin ich auf dieses Buch, nachdem ich eine Rezi hier auf LB darüber gelesen hatte. Enttäuscht worden bin ich keineswegs. Innerhalb von drei Tagen war das Buch gelesen.


    Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, zeitgemäß/ modern und lässt es zu, das man von Anfang an gut in die Geschichte ein/abtauchen- und sich gleich mit auf die Reise von Marlene begeben kann. Man wird ab Seite eins mit an die Hand genommen und erlebt die Geschichte als stiller Begleiter hautnah mit.


    Inhalt

    Wir treffen in diesem Buch auf die schöne Marlene Beckmann, 31 Jahre alt, in einer Beziehung lebend, berufstätig, selbstbewusst, taff, und vor allem im Besitz der Stärke, die Scherben ihres Lebens zu verbergen. So gut es geht es, so gut sie kann. Marlene, die alles hat und doch nichts. Marlene, die immer mal wieder Rückschläge erlebt und ihren eigenen Weg findet, damit umzugehen. Marlene, die zu sehr für andere da ist und am wenigsten für sich. Marlene die auf Ziele hinarbeitet, die sie längst nicht mehr glücklich machen, die vielmehr das äußere Bild aufrecht erhalten, die Fassade ein Trugbild für sie selbst und ihre Umgebung. Marlene, die einfach nur durch hält und funktioniert. 


    Meiner Meinung nach hat dieses Buch bei jedem einen Platz im Regal verdient, der sich ganz im Allgemein für Depression/ die Psyche interessiert. Es gibt Einblicke darauf, wie sich so eine Abwärtsspirale in jedermanns Leben einschleichen kann und langsam aber sicher dafür sorgt, das man regelrecht den Boden unter den Füßen verliert.

  12. Cover des Buches Radio Girls (ISBN: 9783442716449)
    Sarah-Jane Stratford

    Radio Girls

     (20)
    Aktuelle Rezension von: FranzysBuchsalon

    Buchinfo

    Eine unvergessliche Reise in Londons Roaring Twenties

                    

    London, 1926, der Krieg ist vorbei, die aufregende Energie der Veränderung flirrt durch die Luft. Die junge Amerikanerin Maisie hat einen Job bei dem gerade erst gegründeten Rundfunksender BBC ergattert. Sie ist elektrisiert vom hektischen Tempo, den jungen klugen Mitarbeitern und einschüchternden Chefs. Sie entdeckt ihre Leidenschaft für das Radio und trifft auf die außergewöhnliche Hilda Matheson, die Gründerin des beliebten Talk-Programms, die ihr zur Mentorin wird. Als die beiden jedoch eine schockierende Verschwörung aufdecken, müssen sie sich entscheiden: Wie weit gehen zwei engagierte Journalistinnen für die Wahrheit? (Quelle: Verlag)


    Anfang

    Im Laufschritt schlängelte sie sich zwischen den verdutzten Fußgängern hindurch, doch ihr Verfolger war ihr immer noch dicht auf den Fersen.

    All ihre sorgfältige Planung, all die Arbeit, um das Netz zu spinnen und die Fliege zu fangen, hatten diese Wendung nicht einkalkuliert, die Möglichkeit, dass die Papiere in ihrer Tasche so wertvoll waren, dass sie sie jagen würde, um die Unterlagen zurückzubekommen.


    Meine Meinung

    Wir schreiben das Jahr 1926 und befinden uns in London. So langsam keimt das Radio auf und möchte den Printmedien das Leben schwer machen. Allerdings steckt die BBC noch in den Kinderschuhen.

    Maisie hat es geschafft! Trotz mangelnder Referenzen bekommt sie einen der begehrten Jobs beim Sender und darf unter anderem für Hilda Matheson arbeiten, die erste Vortragsdirektorin der BBC. Und während sie sich für das Radio erwärmt, kommt sie einer Verschwörung auf die Spur.

    Ich habe mich wirklich gefreut ein Buch über eine gewisse Form des Feminismus und der Emanzipation zu lesen - Ladies in einer "Männerdomäne", das kann ja nur gut werden. Leider hat die Autorin es mir nicht so leicht gemacht.

    Ich bin keine Freundin von ewig langen Kapiteln - 30 bis 45 Seiten sind mit persönlich einfach zu viel und frustieren mich schon fast - und die Geschichte muss wirklich richtig toll sein, damit ich darüber hinwegsehen kann. Das war hier leider nicht der Fall.

    Wenn ihr mal genau schaut, besteht der Teil, den ihr hier unter "Anfang" findet, aus lediglich zwei Sätzen. Der zweite Satz ist dermaßen verschachtelt und verkompliziert, dass man beim Lesen fast ins Stolpern kommt. Leider nimmt mir auch das den Lesespaß. Ich komme nicht flüssig und zügig weiter, wenn ich zwischendurch immer wieder vorne ansetzen muss, weil ich am Ende nicht mehr weiß, wie dieser Satz eigentlich begann. Ich muss dazu sagen, dass ich mir die Leseprobe vorher nicht durchgelesen habe - hier liegt der Fehler also bei mir. Vermutlich hätte ich das Buch nicht angefragt, wenn ich das vorher gewusst hätte.

    Als dritten Minuspunkt muss ich leider die (stellenweise) fehlende Spannung und dadurch auftretende Langatmigkeit erwähnen. An manchen Stellen habe ich quergelesen und Passagen übersprungen, da ich das Buch sonst sicherlich abgebrochen und nicht beendet hätte.

    Bei aller Kritik will ich aber auch am Lob nicht sparen. Insgesamt war es eine gute Geschichte, in der Fiktion und Historie gut miteinander verknüpft wurden. Geschichtliche Ereignisse und echte Personen wurden gut in die Handlung eingearbeitet, ohne, dass die Geschichte an sich ausgebremst wurde oder die Geschehenisse erzwungen untergebracht werden mussten.

    Die historischen Ereignisse wurden interessant dargestellt, ohne zu sehr auf (emotionale) Effekte abzuzielen.

    Die Entwicklung der Maisie Musgrave mitzerleben hat mir sehr gut gefallen. War sie zu Beginn doch eher ein graues Mäuschen avancierte sie im Laufe des Buches zu einer selbstbewussten und politisch engagierten Frau. Die Beschreibungen dieses Weges wirkten auf mich realistisch und nachvollziehbar.


    Fazit

    Eine Mischung aus fiktiver Geschichte und wahrer Begebenheit über die Anfänge der BBC, Feminismus und Emanzipation.

    Mich persönlich konnte die Autorin leider nicht restlos begeistern und auch nicht an die Geschichte fesseln. Wer diese Art von Geschichten mag, sollte sich davon aber nicht entmutigen lassen und sich ein eigenes Urteil bilden. Allerdings empfehle ich einen Blick in die Leseprobe, da der Schreibstil doch sehr speziell ist.

  13. Cover des Buches Der Store (ISBN: 9783453424678)
    Rob Hart

    Der Store

     (179)
    Aktuelle Rezension von: biscoteria85

    Stelle dir vor, du lebst in einer Welt, die jeden Tag ein Stück unbewohnbarer wird. Es gibt kein sauberes Wasser, die Sonne verbrennt dich innerhalb kurzer Zeit, es gibt keine freie Arbeit mehr. Keine Läden in denen du einkaufen kannst, du kein Geld hast um eine Wohnung zu haben.

    Es bleibt dir nur noch eine Möglichkeit. Bewerbe dich bei „Cloud“. Dem Onlineshop, welcher unserem modernen Amazon gleichkommt. Du bekommst eine Arbeit, eine Wohneinheit, Gehalt, Essen und Trinken in guter Qualität und egal wo du bist, es ist nicht zu warm und du musst dafür nur ein Teil des Unternehmens werden.

    Hört sich doch erstmal gar nicht so schlecht an. Von daher ist die Anfrage groß. Doch Zinnia und Paxton habe ihre ganz eigenen Gründe warum sie für diesen Riesen arbeiten wollen.  Zinnia wird zum Läufer und muss den ganzen Tag Ware aus den Regalen beschaffen und aufs Fließband legen. Wortwörtlich eine Fließbandarbeit. Paxton wiederum wird durch seine Vorerfahrung zum Team der Security gesetzt. Beide sind mit der Entscheidung nicht einverstanden, können es aber so erstmal nicht ändern.

    So erleben wir aus deren beiden Sichtweisen ihre Beweggründe für die Arbeit in diesen riesigen Produktionsstätten, welche sich abgekapselt haben von der restlichen Politik der USA und wie eigene Länder funktionieren. Das Ziel vor Auge und zugleich müssen sie schauen ihre Quoten hoch zu halten. Es braucht ein bisschen, dann gehen beide nicht mehr getrennte Wege, sondern werden Freunde. Aber keiner von beiden ist wirklich ehrlich was seine Vergangenheit und seine Gründe für die Anwesenheit vor Ort ist.

    Der dritte Erzähler ist Gibson Wells, der Gründer von „Cloud“. Er erklärt die Entstehungsgeschichte und bereitet den Leser in seinem Bericht (Blog) darauf vor, wer seine Position übernehmen wird. Denn schon im ersten Kapitel erklärt er, dass er sterben wird und möchte somit sein Vermächtnis nochmals erklären und weitergeben.

    Der Wechsel zwischen den drei Personen ist sehr gut gelungen und zeigt die verschiedenen Seiten der Medaille. Die Rettung der Erde auf der einen Seite, sichere Zukünfte für die Mitarbeiter, Wiederaufbau, aber auch Ausnutzung, Missbrauch von Macht und was ohne eine übergeordnete Politik alles in einer Monopolen Welt schief gehen kann.

    Das Buch ist eine tolle Dystrophie. Es vermengt eine Idee die zu was Großem wird, alles schluckt, in Zusammenhang mit einer runtergewirtschafteten Erde und dem Überlebensinstinkt des Menschen.

    Der Schreibstil ist super gewählt und das Buch angenehm zu lesen gewesen. Ich hatte zuerst Sorge es könnte etwas zu trocken sein, dem war aber überhaupt nicht der Fall. Es hat mir so gut gefallen, dass es für mich sogar ein Jahreshighlight ist.  

  14. Cover des Buches Lean In (ISBN: 9783430201551)
    Sheryl Sandberg

    Lean In

     (30)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Auf dem Klappentext liest man, dass das Buch provozieren will. Unter diesem Aspekt habe ich es auch gelesen. Ich kann mir vorstellen, dass Sheryl Sandberg für viele junge Frauen ein Idol darstellt und es wäre umso interessanter gewesen zu erfahren, welche Eigenschaften und Attribute zu ihrem Leistungsausweis geführt haben. Zweifellos ist die Autorin und Vorsitzende des Verwaltungsrates von Facebook eine beeindruckende Persönlichkeit, die mit viel Engagement und Wille es sehr weit gebracht hat.

    Das Buch selbst bringt wenig Neues zur Thematik „Frauen in Führungspositionen" auf. Viele der aufgeführten mehr oder weniger wissenschaftlichen Thesen sind bekannt und bereits unzählige Male kontrovers diskutiert worden.

    Die Frage danach, wie sie es geschafft hat, Karriere, Familie und vieles mehr unter einen Hut zu bringen, findet die Autorin müssig. Jedoch stellte sich genau diese Fragestellung auch mir, insbesondere wenn man die endlose Auflistung von Personen liest, die zum Buch wesentlich beigetragen haben, die zahlreichen Kontakte zu Freunden, Politikern, Berufskollegen, etc. etc. Angesichts einer solchen Fülle von Kontakten, ist es schon fragwürdig, inwieweit diese tiefgründig und bedeutsam sind.

  15. Cover des Buches Schemen (ISBN: 9783404164813)
    Bentley Little

    Schemen

     (50)
    Aktuelle Rezension von: Tapsi0709
    Am Anfang muss ich leider zugeben hat mich dieses Buch schon sehr enttäuscht. Es war sehr zäh und langweilig ... es wollte einfach keine Spannung aufkommen, wie ich es sonst von Bentley Little gewohnt war. Erst ab etwa der Hälfte des Buches würde es etwas besser ... da kam Action und Spannung dazu, die aber auch nicht so richtig zu greifen war ... Ich würde dieses Buch nicht als Horror bezeichnen vom Genre her ... es ist teilweise sehr unterhaltsam und lässt einen die Welt in einem anderen Licht sehen und über gewisse Dinge nachdenken, die wir als selbstverständlich ansehen.
    Wenn man es wirklch als Horror bezeichnet, dann ist es ideal für Einsteiger und Menschen die gerne philosophieren. 
    Alles in allem habe ich mich dennoch gut unterhalten gefühlt, würde das Buch jedoch nicht unbedingt weiter empfehlen, da ich selbst er as anderes erwartet hatte.
  16. Cover des Buches Ein rundherum tolles Land (ISBN: 9783442725458)
    Frank McCourt

    Ein rundherum tolles Land

     (219)
    Aktuelle Rezension von: Salzechse

    Frank ist inzwischen (fast) erwachsen und will in New York ein neues Leben beginnen. Mit geklautem Geld zahlt er die Schiffspassage, arm wie eine Kirchenmaus kommt er in New York an - mit schlechten Zähnen, abgemagert und unwissend.

    Wie er, der arme Junge aus Irland, langsam heimisch wird in Amerika, was er alles erlebt und wie es ihm doch noch gelingt, Lehrer zu werden - das beschreibt Frank McCourt in seiner unnachahmliche direkten, zu Herzen gehenden Art.

     

    Ein Buch zum Lachen und zum Weinen. Genauso gut wie DIE ASCHE MEINER MUTTER.

    Wer Biographien und speziell Autobiographien liebt muss das Buch lesen!

  17. Cover des Buches Taxi (ISBN: 9783442483501)
    Karen Duve

    Taxi

     (166)
    Aktuelle Rezension von: andre-neumann

    Das Hörbuch wird von der Autorin selbst gesprochen, die zwar nicht die beste Vortragestimme hat, aber die Story ausgesprochen mitreißend rüberbringt. Im Kern handelt es sich um eine Mischung aus Roadmovie und Selbstfindung. Die Charaktere sind sehr lebensnah und glaubhaft beschrieben. Der große Spannungsbogen fehlt zwar leider etwas, aber man folgt der Geschichte dennoch sehr interessiert. Lesens- bzw. hörenswert!

  18. Cover des Buches Bullshit Jobs (ISBN: 9783608982459)
    David Graeber

    Bullshit Jobs

     (31)
    Aktuelle Rezension von: Leseratte61


     

    Inhalt:

    Was ist schlimmer? Ein sinnvoller Job, der mies bezahlt wird oder ein gutbezahlter aber völlig sinnloser Bullshit-Job? Mit haarsträubenden Fallgeschichten zeigt David Graeber, wie im Neokapitalismus Unternehmen Engagement vortäuschen und Löhne drücken.

     

    Fazit:

    Warum haben zwischen 37 bis 40% der Arbeitnehmer in Großbritannien und den Niederlanden das Gefühl, dass ihre Arbeit keinen Sinn macht? Woran liegt diese Sinnlosigkeit? Dieser Frage geht der Autor in seinem Buch nach und würzt die graue Theorie mit vielen Fallbeispielen. Doch was ist nun ein Bullshit-Job? 

     

    Der Autor definiert ihn so: „Ein Bullshit-Job ist eine Form der bezahlten Anstellung, die so vollkommen sinnlos, unnötig oder gefährlich ist, dass selbst derjenige, der den Job ausführt, seine Existenz nicht rechtfertigen kann, obwohl er sich im Rahmen der Beschäftigungsbedingungen verpflichtet fühlt, so zu tun, als sei dies nicht der Fall.“

     

    Solche sinnlosen und unnötigen Jobs beschreibt der Autor in seinem Buch und geht dabei auch auf die Schäden ein, die solche Jobs langfristig bewirken. Diese Jobs fügen durch ihre Sinnlosigkeit den Menschen,

    die unter ihnen leiden erhebliche Schäden zu, oft ohne Ausweg, da die Arbeitstätigkeit die wichtigste Existenzgrundlage ist. Was für ein Dilemma.

     

    In großen Teilen des Buches geht der Autor darauf ein, wie es überhaupt zu diesen Bullshit-Jobs kommen konnte und was deren Zweck ist. Welchen Sinn kann es haben, wenn das Management nur den Sinn verfolgt, das Management zu managen und dabei immer mehr sinnlose Jobs aus dem Boden stampft? Um darauf eine Antwort zu finden, solltet ihr dieses Buch lesen.

     

    Mich hat dieses Buch zum Nachdenken und Nachfragen angeregt und ich war überrascht mit wie viel Witz und Klarheit der Autor mir sein Wissen vermitteln konnte.  Zum Glück wurde ich bisher von einem reinen Bullshit-Job verschont, doch wer weiß was noch kommen mag. An vielen Stellen habe ich innegehalten und musste erst einmal Luft holden, da ich vorher nicht wusste wie viele sinnlose Jobs es tatsächlich gibt und vor allen Dingen, warum es sie überhaupt gibt. 

     

    Klar handelt es sich um ein Sachbuch und für die Lektüre sollte genügend Zeit und Muse eingeplant werden, da es sich stellenweise recht trocken lesen lässt. Dennoch sollte es ein breites Publikum finden, da die brisante Thematik uns alle angeht und wir die Augen nicht mehr verschließen sollten. Die Lektüre lohnt sich auf jeden Fall, da der Autor immer wieder frische und freche Erklärungen liefert. 

     

    Habt ihr euch schon mal gefragt, warum sich unsere Arbeitszeiten immer noch nicht verkürzen obwohl die Automatisierung solche Fortschritte gemacht hat? Sind die gestressten Kollegen und Kolleginnen die wir nur als Schatten vorüber huschen sehen wirklich so überlastet, oder tun sie nur so? Was unterscheidet Bullshit-Jobs von wichtigen Jobs, die uns allen nützen? Warum tun wir nichts gegen unnütze Jobs? Für Antworten, die erstaunen und aufklären solltet ihr das Buch lesen.

     

    Für Menschen, die tiefer in dieses Thema einsteigen wollen und auch keine Angst vor Sachbüchern haben vergebe ich eine überzeugte Leseempfehlung, da ich die Aufklärung gefunden habe, die ich mit diesem Buch verband. 

  19. Cover des Buches Die Beschützerin (ISBN: 9783442713073)
    Susanne Kliem

    Die Beschützerin

     (61)
    Aktuelle Rezension von: Thommy28
    Einen Einblick in die Handlung gibt die Kurzinfo hier auf der Buchseite. Meine persönliche Meinung:

    Der Plot - Psychopathin zerstört das Leben einer Person durch Manipulation und Intrigen - ist ja nun nicht gerade neu. Der fleissige Thrillerleser hat so etwas in der einen oder anderen Ausprägung sicher schon oft gelesen.

    Trotzdem gelingt es der Autorin den Leser mit ihrer Geschichte zu fesseln. Der Schrecken beginnt leise um sich dann stetig weiter zu steigern. Unterhaltsam, aber so richtige Spannung wollte nicht aufkommen. Dazu ist auch schon viel zu früh klar, wer hinter der Sache steckt. Man will eigentlich nur noch sehen, was noch alles passiert. Für einen TOP-Thriller ist das aus meiner Sicht zu wenig.

    Die Auflösung erfolgt dann auch etwas zu unspektakulär und für mich nicht so recht logisch durchdacht. Die Variante im Epilog war ebenfalls so zu erwarten; ein Kunstkniff den ich schon in diversen Büchern so gelesen habe und der mich das Buch nicht richtig zufrieden hat beenden lassen. Die Schreibweise ist allerdings sehr flüssig und gut. Ich kann mir durchaus vorstellen noch andere Bücher der Autorin zu lesen.

    Insgesamt ein gutes, unterhaltsames Buch, dem ich mit einer Portion Wohlwollen eine nur knapp erreichte 4 Sterne Bewertung geben kann. 
  20. Cover des Buches Unternehmer (ISBN: 9783498046125)
    Matthias Nawrat

    Unternehmer

     (14)
    Aktuelle Rezension von: Perle
    Klappentext:
    Zwischen Utzenfeld und Schönau, der Ravenna-Schlucht und der Ruinenstadt Staufen sind sie unterwegs - der Vater, die 13-jährige Lipa und der einarmige Berti, ihr kleiner Bruder -, unterwegs zu den verlassenen Fabriken der ehemals boomenden Region. Sie suchen nach Magnetspulenherzen, rattrigen, summenden, um sie bei dem Mann mit den Öllappenhänden in Klimpergold zu verwandeln. Doch die Nachfrage sinkt, und so wagen die drei Unternehmer einen besonders gefährlichen Beutezug mit ungewissem Ausgang.

    "Der herrliche Erzähler Matthias Nawrat hat uns eingewickelt, im besten dichterischen Sinn." (Feridun Zaimoglu)

    Eigene Meinung:
    Dieses Buch habe ich seit Mitte September dieses Jahres, ich entdeckte es in Aachen in einem Öffentlichen Bücherschrank und nahm es kurzentschlossen mit, da mir das Cover so gut gefiel.

    Doch ich las nur ein paar Seiten und merkte sofort, dass es mir nicht gefiel. Die Erzählform sprach mich irgendwie nicht an. Ich wurde nicht warm mit den Protagonisten geschweige denn mit dem ganzen Roman. Trotzdem las ich es weiter, am ersten Tag schon bis Seite 63 von 137, hätte es fast ganz an einem Tag ausgelesen, aber ich dachte, heb es Dir für den nächsten Tag auf, da icxh andere wichtige schönere Sachen zu erledigen hatte.

    Die restlichen 74 Seiten las ich dann am nächsten Abend in zwei Stunden aus. Brauchte also nur ca. 3 Stunden dafür, man konnte es schnell und flüssig lesen. Das war fast das Einzige Gute an dem Buch, da in normaler Schriftgröße gedruckt wurde. Die letzten 40-50 Seiten waren etwas besser, wäre es von Anfang an so gewesen, hätte es mindestens einen Stern mehr bekommen.

    Es hat mich leider nicht ganz überzeugt! Schade! Hatte mich so darauf gefreut! Mal schauen, wem ich es weitergebe, vielleicht im Januar beim nächsten bookcrossing-Treffen. Vielleicht interessiert sich ja dort jemand dafür.

    Der Autor sagt mir auch nichts.
    Ziemlich unbekannt anscheinend oder auch noch ziemlich Neu. Er ist 1979 im polnischen Opole geboren, siedelte als 10-jähriger mit seiner Familie nach Bamburg um. Er studierte in Freiburg und Heidelberg Biologie, danach am Schweizer Literaturinstitut in Biel.

    Für seinen Debütroman "Wir zwei allein (2012) erhielt er u.a. den Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis. Sein Roman "Unternehmer" (2014), euphorisch besprochen und für den Deutschen Buchpreis nominiert, wurde u.a. mit dem Kelag-Preis und dem Bayern-2-Wortspiele-Preis ausgezeichnet. Zuletzt erschien "Die vielen Tode unseres Opas Jurek". Matthias Nwrat lebt in Berlin.

    Vergebe hierfür leider nur 2 Sterne mit einem + dazu.



  21. Cover des Buches Restposten (ISBN: 9783710900884)
    Michael Opoczynski

    Restposten

     (4)
    Aktuelle Rezension von: annlu

    *Alles ist möglich, aber möglichst ohne Menschen...*


    Wie sieht die Zukunft der Arbeit aus? Digitalisierung, künstliche Intelligenz aber auch ein neues Verständnis von Arbeit setzen eine Revolution in der Arbeitswelt in Gang, auf die dieses Buch einen genauen Blick wirft. 



    Die Möglichkeiten künstlicher Intelligenz wächst stetig an. Von dieser Entwicklung aus startet der Autor seine Überlegungen und stellt für ganze Berufsgruppen ein mögliches Aus ihrer bisherigen Arbeit in Ausschau. Ob wirklich alle Firmenangestellten, Fahrer, Spediteure und Boten, Banker und Versicherungsvertreter, Verkäufer und Autofabrikangestellte ihren Job verlieren werden, sei dahingestellt. Zwar startet jedes Kapitel damit, dass es die Zukunft eines dieser Berufsbilder schwarz malt – der reißerische Ansatz verliert sich aber und stellt konkret bereits erreichte und realistisch Zukunftsentwicklungen vor, die die Arbeit eben jener Berufe deutlich verändern wird. Meist auch mit dem Ziel, die Zahl der Arbeiter drastisch zu reduzieren. Dabei sind manche Entwicklungen bereits voll im Gang, während andere erst leise angesprochen werden oder technisch noch gar nicht möglich sind. Auch die aktuelle Corona-Krise wird mitbedacht. 


    Der zweite Teil des Buches beschäftigt sich mit dem Wandel im traditionellen Bild von Arbeit. Vom Angestellten zum (scheinbar) selbstständigen Crowd-Worker, der sich entweder nicht um die Zukunft (sprich Pension) schert oder sich keine Absicherung leisten kann. Dabei wird auch die Rolle des Staates und der Gewerkschaften angesprochen. Obwohl (fast) jedes Kapitel mit einem hoffnungsspendenden „Es geht auch anders“-Beitrag endet, sind die Prognosen, die im zweiten Teil angestellt werden, nicht sehr rosig. 


    Fazit: Die Gegenüberstellung von dem, was schiefläuft mit Beispielen, wie man es besser machen kann, fand ich interessant. Gedanklich beschäftigt und zu generationenübergreifenden Diskussionen haben die Ausführungen zu den Banken und Versicherungen der Zukunft geführt. Obwohl das Nachwort das Buch etwas positiver abschließt (wir sind selbst dafür verantwortlich, die Veränderungen zu lenken), haben besonders die Ausführungen zur Ohnmacht der Staaten in Bezug auf zukünftige Renten und Sozialversicherungen einen bitteren Beigeschmack hinterlassen. 

  22. Cover des Buches Das Feuerschiff (ISBN: 9783455005646)
    Siegfried Lenz

    Das Feuerschiff

     (32)
    Aktuelle Rezension von: Puzzeline
    Rezension: In der Nordsee haben Kapitän Freytag und seine Mannschaft die letzte Wache auf ihrem Feuerschiff. Diese Zeit soll möglichst friedlich und entspannt ablaufen. Dies wird jedoch verhindert, als die Mannschaft ein Boot auf dem Meer treiben sieht, dem sie zu Hilfe kommen müssen. Dessen Besatzung stellt sich jedoch als alles andere als friedlich heraus. Wer wird die Oberhand auf dem Schiff gewinnen? Siegfried Lenz hat einen wunderbaren Schreibstil. Er beschreibt das Meer so eindrücklich, dass man meint, man segele gerade selbst über die Nordsee. Es wird auch keineswegs langweilig, wenn der Autor die Umgebung über mehr als zwei Seiten beschreibt. Ich habe innerlich gebettelt, er möge doch noch weiter über das Meer schreiben, damit ich die Wellen förmlich hören kann. Auch haben mir die Charaktere sehr gut gefallen, da sie sehr viele Facetten zeigen. Freytag ist ein friedliebender Kapitän, der seine Mannschaft nicht richtig im Griff hat, wodurch es oft zu Problemen kommt. Caspary, der Chef der Gruppe des Bootes, nutzt dies aus, um die Oberhand auf dem Schiff zu gewinnen. Es kommt zu wunderbaren Diskussionen zwischen den beiden, voller Ironie. Nie weiß man, wie es im Innern Casparys wirklich aussieht, da er eine Fassade um sich herum aufbaut. Nichts an ihm scheint wirklich echt zu sein. Dieser Aspekt macht diese kurze Geschichte dann auch so spannend. Das Ende ist einfach nicht vorherzusehen. Caspary und Freytag stehen sich ebenbürtig gegenüber, es kommt zu Meutereien und mehreren Machtkämpfen, auch unter der Besatzung selbst. Die Geschichte mag sich vielleicht so anhören, als wenn eher Männer an ihr Gefallen finden könnten. Schließlich geht es um das Segeln und Gewalt unter „echten“ Männern. Davon sollte man sich aber nicht täuschen lassen. Viele Charaktere haben ein trauriges Schicksal hinter sich, sodass es nicht nur um Gewalt und Seefahrt geht. Am Ende dieser Schullektüre findet man noch Zusatzmaterial zu den Themen Gewalt und Vater & Sohn, unter anderem von Bertolt Brecht. Dieses Material ist zwar interessant zu lesen, hat aber teilweise wenig mit dem Buch selbst zu tun. Das Thema Vater und Sohn kommt in der eigentlichen Geschichte nämlich nur am Rande vor. Stattdessen hätte ich mir Informationen zu Siegfried Lenz und zum Entstehen des Buches erhofft. Fazit: Siegfried Lenz hat mit „Das Feuerschiff“ sein ganzes schriftstellerisches Können unter Beweis gestellt. Obwohl der Großteil der Geschichte Spannung mit facettenreichen Charakteren bietet, kommen auch Gefühle nicht zu kurz. Einzig das Zusatzmaterial hätte mehr Bezug zur Geschichte haben können.
  23. Cover des Buches Herr Nakano und die Frauen (ISBN: 9783446272408)
    Hiromi Kawakami

    Herr Nakano und die Frauen

     (66)
    Aktuelle Rezension von: Gittenen2

    Da das neuste Buch Hiromi Kawakamis " Die zehn Lieben des Herrn Nishino " mir sehr gefiel, vor allem  der poetischen Sprache wegen, wollte ich unbedingt einen älteren Roman der Autorin lesen. Nun, der Schreibstil machte mir eine Weile Probleme, ein wirres durcheinander der Beschreibungen von Randgeschehen, Gegenwart, vor, zurück...wie Blasen die auftauchen und zerplatzen. Dann kam mir der Gedanke, dass dieser Schreibstil, die Persönlichkeit der Ich- Erzählerin wiederspiegelt.  Eine junge Frau die die Umwelt, das Geschehen und die Personen darin beobachtet, ohne sie wirklich verstehen zu können.Mehr als einmal meint sie " er ist mir ein Rätsel". Sie ist in Liebesdingen unerfahren und so ist die Liebesgeschichte , die sich im Roman entwickelt, auch recht kompliziert. Wenn man dies berücksichtig und sich auf den Schreibstil einlassen kann,ist die eine durchaus interessante Geschichte. 




  24. Cover des Buches Das Beste von allem (ISBN: 9783548290645)
    Rona Jaffe

    Das Beste von allem

     (64)
    Aktuelle Rezension von: engineerwife

    Das Faszinierende an den Büchern der überaus interessanten und zum Glück wiederentdeckten Autorin Rona Jaffe ist, dass wenn sie Romane schreibt, die in den 50er Jahren spielen, sie diese Zeit auch live und in Farbe miterlebt hat. Sie selbst hat – wie auch eine ihrer Protagonistinnen – das Radcliffe College besucht, das nicht nur in diesem ihrer Romane eine Rolle spielt. Doch diesmal haben die jungen Damen ganz unterschiedliche Hintergründe. Eins haben sie jedoch gemeinsam, alle scheinen sie auf der Suche nach Erfolg, Spaß, Liebe und Geborgenheit. 

    Auf die Idee zu diesem Roman kommt Rona Jaffe durch eine Stellenanzeige, die mit ihren Zeilen: "Sie verdienen das Beste von allem. Den besten Job, die beste Umgebung, die beste Bezahlung, die besten Kontakte!" junge Frauen anlocken wollte. So kreiert sie für ihren Roman, der fünf junge Frauen über einen Zeitraum von drei Jahren begleitet, die hübsche, kluge und von der Liebe enttäuschte Caroline Bender, die mit ihrer Stelle als Schreibkraft in einem Verlag schnell Karriere macht. Auch die junge Mary Agnes arbeitet in diesem Verlag, hat aber wenig Ambitionen sich hochzuarbeiten. Sie spart für ihre Aussteuer und träumt von der Liebe und dem berühmten kleinen Häuschen mit dem „white picked fence“. Die 21jährige Barbara, bereits einmal verlassen, findet eine Nische im Verlag und kann von Glück sagen, denn sie muss nicht nur sich sondern auch noch ihre kleine Tochter und ihre Mutter mit durchfüttern. Schließlich haben wir da noch die flatterhafte April, die vom Show Business träumt und die bezaubernde Gregg, die diesen Sprung geschafft zu haben scheint. 

    Mit „Das Beste von allem“ hat die Autorin seinerzeit sicher einen kleinen Skandal ausgelöst. Es war damals nicht üblich so freizügig über die körperliche Liebe aber auch über die Folgen zu schreiben. Gepredigt wurde noch Jungfräulichkeit bis zur Ehe und nach der Heirat für die Frau ein Leben ganz getreu der drei Ks … Küche, Kinder, Kirche. Der Begriff „sexuelle Belästigung“ war noch nicht geprägt und Frauen, die Karriere machen wollten, waren den Männern noch ein Dorn im Auge. Doch Rona Jaffe schert sich einen feuchten Kehricht um die Konventionen und lässt uns eintauchen ins pulsierende New York der frühen 50er Jahren mit all seinen Höhen und Tiefen. Sie lässt uns die Welt durch die Augen von Caroline, Mary Agnes, Barbara, April und Gregg erkunden. Lässt uns Überstunden schinden, Kater auskurieren und Tränen des Liebeskummers weinen. Vor allem aber hält sie uns ein realistisches und ehrliches Bild vor Augen. Das dürfte in den 50er Jahren nicht jedem geschmeckt haben …

    Der Roman erhält von mir viereinhalb von fünf Sternen. Mir waren ein paar zu viele Länge darin, um ganz mit der Bestnote zu glänzen. Aber trotzdem habe ich mich gefreut mal wieder eintauchen zu dürfen in die Welt von gestern, die gar nicht so anders war als unser heutiges Leben …. 

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