Bücher mit dem Tag "armenier"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "armenier" gekennzeichnet haben.

27 Bücher

  1. Cover des Buches Melmoth (ISBN: 9783847906643)
    Sarah Perry

    Melmoth

     (107)
    Aktuelle Rezension von: Buchfresserchen1

    Helen ist eher der Einzelgängertyp. In Karel und seiner Frau hat aber auch sie Freunde. Karel ist es auch der sie in die Geschichte mit Melmoth hineinzieht, nachdem er von seinem verstorbenen Bibliotheksfreund J.A.Hofmann ein Manuskript "erbt".
    Und damit beginnt für Helen eine Zeit des Gefühls verfolgt zu werden, auf der Suche nach Melmoth.

    Ich habe mir das Buch aus dem Prämienshop geholt, da mich der Klappentext direkt neugierig gemacht hat und es so viele gute Rezensionen bekam.
    Als es bei mir ankam habe ich mich sofort in das wunderschöne Cover verliebt.
    Leider muss ich sagen das dies aber auch das einzige blieb in was ich mich verliebt habe.
    Mit der Geschichte wurde ich leider gar nicht wirklich warm. Es war mir sehr düster und auch tragisch.
    Viele verschiedene Menschen werden hier mit ihrem Leben und ihren eventuellen Sünden beschrieben.
    Da wird vieles angesprochen was den Menschen ausmacht. Neid, Gier, Mißgunst,... Und über allem schwebt Melmoth die über die Welt wandelt um nach den Menschen zu suchen die sie erretten könnte.

    Ich habe mich ehrlich durch das Buch durchgekämpft. Immer wieder kamen Passagen die mich wieder schneller lesen ließen so dass ich dachte: Ja, jetzt habe ich es geschafft, jetzt wird es interessant. Aber leider waren es nur kleine Strohfeuer und ich kam bis zum Schluss nicht wirklich mit der Geschichte klar.

    Helen war mir nicht recht greifbar. Die Menschen um sie herum waren viele, die aber nicht wirklich mit ihr zu tun hatten, aber auch zur Geschichte beitrugen.
    Viel düsteres, harte Zeiten, Jammertäler und ergreifende Geschichten wechselten sich hier ab und ich kam leider nie wirklich richtig rein und könnte nicht genau sagen was mir das Buch nun vielleicht an Inhalt weitergeben wollte. Es war mir vielleicht einfach zu künstlerisch und ich fühlte mich wie bei Hurz von Hape Kerkeling. Ich habe es dann wohl leider einfach nicht verstanden.

  2. Cover des Buches Die leuchtenden Tage am Bosporus (ISBN: 9783458363972)
    Lucy Foley

    Die leuchtenden Tage am Bosporus

     (25)
    Aktuelle Rezension von: Betsy
    "Die Minarette erheben sich in ihrer bleichen Eleganz bis in die Wolken hinauf. Die Stadt wirkt, als läge sie in einem Dornröschenschlaf."

    Istanbul 1921: Auch nach Ende des Krieges ist die Stadt noch immer von den siegreichen Entente-Mächten besetzt und die Einwohner haben sich notgedrungen mehr oder weniger damit arrangiert. Mittendrin die junge Nur, die aus wohlbehüteten Verhältnissen entstammt und fließend Englisch spricht, nun aber ihr Dasein gemeinsam mit ihrer Mutter und Großmutter, sowie einem von ihr aufgenommenen verwaisten Jungen, in einer kleinen Wohnung fristet und sich neben dem Unterrichten mit Näharbeiten durchschlägt. Ihr Mann ist im Krieg gefallen, ihr geliebter Bruder verschollen und ihr ehemaliges Zuhause nun ein britisches Militärkrankenhaus. Als der Junge jedoch schwer krank wird, springt sie über ihren Schatten und bringt ihn zum leitenden britischen Arzt George, der nun in ihrem alten Zuhause lebt. Obwohl Nur in ihm den Feind sieht und nur Verachtung für ihn und seinesgleichen übrig hat, entspinnen sich dennoch nach und nach zarte Bande zwischen ihnen, die eigentlich nicht sein dürfen.

    "Die Finger, die die Zigarette halten, sind geschmeidig, elegant. Und doch, erinnert sie sich selbst, sind es die Hände von einem Menschen der nicht viel besser ist als ein Schlachter. Sie hat Augen, sie sieht die Uniform; er mag Arzt sein, aber er ist auch Soldat. Sein Titel ist nur ein eleganter Euphemismus für "Mörder"."


    Die Autorin versteht es mit Worten umzugehen und den Leser von Anfang an in ihren Bann zu ziehen, so poetisch, stimmungsvoll und berührend ist diese Geschichte, die trotz der ernsten Themen, und einer damit alles andere als leichten Handlung, nichtsdestotrotz einfach wunderschön ist. Dabei fließt die Geschichte recht ruhig dahin, schafft es aber dennoch den Leser zu fesseln, weil man bis zuletzt gespannt ist wie sie enden wird und dabei immer wieder gekonnt mit den Emotionen des Lesers gespielt wird. Dies gelingt nicht nur durch die melancholisch märchenhafte Atmosphäre, sondern vor allem auch, weil die Personen unglaublich vielschichtig dargestellt werden und auf sehr authentische Weise aufgezeigt wird, wie tragisch Krieg für alle Beteiligten ist und die Grenze zwischen Opfer und Täter oftmals nur hauchdünn ist, je nachdem wie die Umstände sind.

    "Krieg bedeutet, schreckliche Dinge für einen guten, ja sogar edlen Zweck zu tun. Jedes Kind weiß das. Jede Armee hat Verräter getötet, das ist einfach ein weiteres tragisches, aber notwendiges Nebenprodukt des Krieges. Es liegt nichts Würdevolles darin, sich selbst zu quälen."


    Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven und auch Zeitebenen erzählt. Anfänglich muss man sich ein wenig auf die schnellen Wechsel einstellen, vor allem da alles noch keinen echten Zusammenhang ergibt. Dies legt sich aber sehr rasch und gerade durch die unterschiedlichen Perspektivwechsel, die übrigens schön gekennzeichnet sind, bekommt man wunderbare Einblicke in die jeweiligen Personen und ist oftmals selbst hin- und hergerissen, da alle hier ihre ganz eigene Geschichte haben die sie ausmacht.

    Da wäre zum einen die für ihre Zeit sehr gebildete und selbstständige "Nur", eine Türkin, die einige Verluste hinnehmen musste, miterlebt hat wie ihr Zuhause von ihren Feinden okkupiert wurde und sich dennoch nicht unterkriegen lässt. "George", ein britischer Militärarzt, der offen für die Lebensweise des Orients ist und dessen Schönheit erkennt, aber auch schlimme Dinge im Krieg gesehen hat und offenbar ein Geheimnis hütet. Der "Junge", der von Nur aufgenommen wurde nachdem sie ihn in den zerbombten Trümmern seines Hauses gefunden hat und der anfänglich durchaus ein wenig für Fragezeichen beim Leser sorgt, weil man erst nach und nach mehr zu seinem Hintergrund erfährt und was genau es mit ihm auf sich hat. Der "Gefangene", der an der Front im 1. WK kämpft, beim Massenmord an den Armeniern dabei ist und von dem am Ende nichts mehr an den einst so sanften und lebensfrohen Mann erinnert, der er einmal war, sowie der "Reisende", der viele Jahrzehnte später mit einem Koffer voller wertvoller Erinnerungsstücke eine lange Reise antritt und quasi die Rahmenhandlung zu der ganzen Geschichte bildet. Der Inhalt des Koffer verknüpft dabei auf wunderschöne Art und Weise die Gegenwart mit der Vergangenheit, denn jeder einzelne Gegenstand daraus hat seinen ganz besonderen Platz in dieser Geschichte. Durchaus für eine gewisse Spannung sorgt dann auch die Identität des Reisenden, da man erst zuletzt wirklich sicher sein kann, um wen es sich dabei handelt, denn die Autorin versteht es durchaus geschickt den Leser immer mal wieder ein wenig unsicher werden zu lassen, ob er wirklich derjenige ist, für den man ihn hält.

    Der Leser taucht hier ein in das bunte und geschäftige Treiben auf dem Basar, bekommt die Schönheit am Bosporus gezeigt und kann die Gerüche der orientalischen Gewürze und des Kaffees fast schon selbst wahrnehmen. Zugleich zeigen sich aber auch die immer noch vorhandenen Spuren des Krieges, wie zerstörte Wohnviertel, Menschen die aus ihren Häusern vertrieben wurden, sowie das Misstrauen und der Unmut gegen die Besatzer. Vor allem über den Armenienkonflikt erfährt man einiges, der hier wie eine verhängnisvolle Wolke immer wieder über dem Ganzen zu schweben scheint und dessen Schilderungen einem einfach nur unter die Haut gehen. Besonders traurig ist dabei allerdings die Tatsache, dass dieser an den Armeniern verübte Genozid von der Türkei bis heute nicht anerkannt wird.

    "Die Wirren des Krieges", sagt er. "Ich glaube, die Menschen denken in dieser Situation, dass sie Teil von etwas Größerem sind als sie selbst. Doch häufig sind sie zu weniger geworden. Weniger menschlich. Sie werden zu Teilen einer Maschinerie, und eine Maschinerie besitzt keine Moral."


    Und inmitten all dieser Dinge entspinnt sich eine wunderschöne Liebesgeschichte, die so ganz anders ist als man es von anderen Geschichten her gewöhnt ist und gerade deshalb ihren ganz eigenen Reiz hat. Einerseits sehr subtil und regelrecht unschuldig, aber zugleich von einer Intensität die man selten so spürt wie hier, wo selbst eine kleine Berührung etwas Bedeutsames ist.

    Mit dem Ende zeigt die Autorin hier einmal mehr, dass sie ihr Handwerk versteht, denn erst auf der letzten Seite fügt sich jedes noch so kleine vorherige Detail zu einer wunderschönen Gesamtkomposition zusammen und präsentiert dem Leser einen emotionalen, aber auch unglaublich stimmungsvollen und passenden Abschluss zu dieser Geschichte. Damit wirkt die Geschichte nicht nur noch einige Zeit nach, sondern sorgt auch für feuchte Augen bei Leser.

    Schön wäre allerdings noch ein kleines Glossar mit all den türkischen Begriffen gewesen, die hier vorkommen, selbst wenn sich ein Großteil beim Weiterlesen von selbst erklärt, sowie ein paar historische Eckdaten, die das Ganze noch mal schön abgerundet hätten, auch wenn das nichts daran ändert, dass die Geschichte für sich genommen einfach großartig ist.

    Fazit: Eine wunderschöne, aber auch sehr berührende und melancholisch anmutende Geschichte, die mit ihrer wortgewaltigen und bildhaften Sprache, sowie ihrer ruhigen und gefühlvollen Art in der sie erzählt wird, verzaubert. Einmal mehr zeigen sich hier die verschiedensten Gesichter des Krieges und man wird gefangen genommen von der inneren Zerrissenheit der jeweiligen Protagonisten, die sehr authentisch dargestellt werden. Ein wunderbares Buch, das sowohl optisch als auch vom Inhalt her zu begeistern vermag und großes Gefühlskino bietet, ohne jedoch kitschig zu sein. Für mich eines dieser Bücher, das mir noch sehr lange in Erinnerung bleiben wird.
  3. Cover des Buches Wir müssen über Kevin reden (ISBN: 9783492310512)
    Lionel Shriver

    Wir müssen über Kevin reden

     (185)
    Aktuelle Rezension von: mariameerhaba

    Als ich das Buch kaufte, dachte ich noch, Kevin wäre ein normaler Teenager, vielleicht in sich verschlossen, ein Außenseiter, der die laschen Waffengesetze Amerikas ausnutzt und so einen Amoklauf begeht. Stattdessen ist er ein Psychopath, der von kleinauf durch und durch böse war. Dadurch kann die Mutter mit Leichtigkeit jegliche Schuld von sich weisen und auf das Kind deuten, das keine andere Entwicklung zu erwarten hatte. Da macht sich die Autorin vieles einfach, übergeht einen wirklich wichtigen Konflikt und sorgt dadurch schließlich dafür, dass ich ab Seite 300 gelangweilt das Buch zur Seite gelegt habe.

    Für den Amoklauf gibt es keinen richtigen Grund. Es musste passieren, weil das Kind so oder so einen Mord begangen hätte und das macht das Buch grottenschlecht. Kevin ist kein normaler Teenager, sondern eine Ausgeburt der Hölle.

    Hinzu kommt auch, dass die Mutter stark um die Sache herumredet. Sie labbert uns förmlich voll und das hat für mich den Spannungsbogen mehrmals brechen lassen. Der Stil ist schön, das gefällt mir, aber alles wird dermaßen in die Länge gezogen, dass mir das auch irgendwann egal war. Interessante Szene werden nur ganz knapp gezeigt. Das wird nur angeschnitten, damit die Mutter wieder ihre ganzen Gedanken über den Leser ergießen kann und das strapaziert die Geduld und wie gesagt, irgendwann war mir alles egal. Ich wollte einfach nicht mehr weiterlesen und habe es abgebrochen.

    Der Stil ist wundervoll. Das muss man ihr gönnen. Sie schreibt in einer schönen Sprache, erzählt gekonnt, zeichnet Bilder, zeigt uns die Figuren, zeigt uns ein ganzes Leben und gleichzeitig macht sie aus einem Baby ein wahres Ungeheuer, das von der Geburt an gegen die Mutter war. Das ist etwas, was ich schwer glauben kann, denn mal ehrlich, welches vier Jahre alte Kind kann so ein Ungeheuer sein? Oder noch besser: Welches Baby kann gleich nach der Mutter die eigene Mutter dermaßen hassen, dass es lieber hungert?

  4. Cover des Buches Choral des Todes (ISBN: 9783404160396)
    Jean-Christophe Grangé

    Choral des Todes

     (108)
    Aktuelle Rezension von: simonfun
    Arische Nachfolger einer Schreckensherrschaft verüben unheimliche Morde? Krass, aber gut!
    Schnell wird dem Leser klar, welche Kernbotschaft der Autor im Sinne hatte.
    Die Umsetzung, Spannung und teilweise hochkommende Aversion meinerseits hat der Autor gut hochgekitzelt. Respekt!
    Wie auch immer - Leser müssen auf die Geschichte eingehen, dann kalppt's!
  5. Cover des Buches Der Bastard von Istanbul (ISBN: 9783036959245)
    Elif Shafak

    Der Bastard von Istanbul

     (32)
    Aktuelle Rezension von: LeaBeck

    Ein Roman über zwei Familien, eine türkische und eine armenische, verbunden durch eine in Vergessenheit geratene, geleugnete und nie aufgearbeitet Vergangenheit. Armanoush, eine amerikanische Armenierin, ist Anfang zwanzig als sie nach Instanbul zu der Familie ihres türkischen Stiefvaters reist, um sich ihrer Vergangenheit zu stellen. Aufgewachsen zwischen zwei Kulturen, unfähig eine der beiden die ihre zu nennen, trifft sie in Istanbul auf eine Familie die keinerlei Kenntnisse über die grausame Vergangenheit des eigenen Landes zu haben scheint. Gemeinsam mit Asya, dem jüngsten Familienmitglied, begibt sie sich auf die Suche nach Antworten. 


    Ein unglaublich wortgewaltiger, wunderschöner und gleichzeitig herzzerreißender Roman. Elif Shafak thematisiert unaufgearbeitete Traumata des armenischen Völkermordes, wodurch ihr drei Jahre Haft in der Türkei drohten. Ein beeindruckendes Buch über Familie, den Wunsch zu Vergessen, die Unfähigkeit zu Verzeihen, Liebe und Schuld. Nicht ohne Grund gilt Shafak als eine der bedeutendsten Autorinnen der Türkei. Dieses Buch muss man einfach gelesen haben.

  6. Cover des Buches Die vierzig Tage des Musa Dagh (ISBN: 9783458361275)
    Franz Werfel

    Die vierzig Tage des Musa Dagh

     (40)
    Aktuelle Rezension von: kingofmusic

    Wehmütig und gleichzeitig befreiend – diese ambivalenten Gefühle hatte ich nach dem Zuklappen von „Die vierzig Tage des Musa Dagh“ von Franz Werfel. Knapp sieben Wochen hat das Buch mich nun (fast) täglich begleitet – sei es im Bus oder auf dem heimischen Sofa. Und schon lange habe ich keinen Roman mehr aus dem Bereich der „Klassiker“ gelesen, in dem Glaube, Liebe, Hoffnung und Tod eine konsequentere Verbindung eingegangen sind als hier.


    Obwohl 1933 erstveröffentlicht (und auch zwischenzeitlich in NS-Deutschland verboten), liest sich der Roman, für den Franz Werfel Originalquellen studiert hat, überaus flüssig und leicht. Erzählt wird die Geschichte des Völkermords an den Armeniern, den Deportationen und (namensgebend für das Buch und den Inhalt) dem Widerstand einer Gemeinschaft aus 7 Dörfern, die sich 40 Tage auf den Musa Dagh verschanzt, mehr oder weniger erfolgreich vor den Türken verteidigt haben und am Ende von einer französischen Flotte gerettet wurden.


    Einige der Figuren im Roman sind also nicht der Fantasie des Autors entsprungen, sondern lassen sich unter anderem Namen historisch belegen, was dem Buch eine sehr hohe Authentizität verleiht.


    Die atmosphärisch dichte Erzählweise sorgt dafür, dass man das Buch schwer aus der Hand legen kann. Bei knapp 1000 Seiten bleibt es allerdings auch nicht aus, dass die ein oder andere erzählerische Länge dabei ist, die aber für den Gesamtkontext wichtig und ergo wieder richtig ist.


    Neben den (nicht nur in so einer Extremsituation) unausweichlichen zwischenmenschlichen Konflikten einer größeren Gemeinschaft werden auch die Zweifel am eigenen Tun des Gabriel Bagradian mit klaren Worten beschrieben:


    „Gedanken, vor denen er selbst erschrak, beschäftigten unausgesetzt Bagradians Geist, ja sie schüttelten ihn so mächtig, daß er ihnen zu keiner Stunde des Tages und der Nacht entrinnen konnte. Dabei waren sie, trotz aller pedantischen Forschertätigkeit, in ein ähnlich traumhaftes Zwischenreich getaucht wie das ganze Leben am Fuße der grünen Alpe. Gabriel sah nur einen Beginn vor sich, er sah nur den Kreuzweg, wo sich die Wege teilten. Fünf Schritt weiter war alles Nebel und Finsternis. Aber es gehört wohl zu jedem Leben vor der Entscheidung, daß nichts unwirklicher ist als das Ziel. Und doch, war es begreiflich, daß sich Gabriel mit seiner ganzen aufgestörten Energie nur in diesem engen Tal bewegte, daß er jeden Ausweg vermied, der vielleicht noch offenstand?“ (S. 203)


    Auch werden philosophische, religiöse und ethische Gedanken präzise beschrieben – die geneigte Leserschaft wird also auch nach fast 100 Jahren noch „aktuelle“ Gedanken in dem Text finden.


    „Der echte Bibliophile liebt mehr als Form und Inhalt eines Buches seine Existenz; er muß es erst gar nicht lesen.“ (S. 67)


    Ob bewusst oder unbewusst – auch seinem knapp 10 Jahre vor dem Erscheinen von „Die 40 Tage des Musa Dagh“ verstorbenen Freund Franz Kafka setzt Werfel in dem Werk ein kleines Denkmal:


    „Die Nacht hingegen war wie bei gar vielen Weisen und Geistesgroßen die Zeit seines hellsten, hochbewegten Lebens.“ (S. 757)


    Und so bleibt mir am Ende nichts weiter, als eine unbedingte Leseempfehlung für diesen Jahrhundertroman auszusprechen.

  7. Cover des Buches Der letzte Harem (ISBN: 9783426509630)
    Peter Prange

    Der letzte Harem

     (106)
    Aktuelle Rezension von: Keksisbaby

    Trotz unterschiedlicher Religion kann die zwei Freundinnen Eliza und Fatima nichts trennen. Nicht einmal als ihr Dorf zerstört wird und beide in den Harem des Sultans verkauft werden. Zunächst gehören beide der untersten Stufe in der Harems Hierarchie an, doch Fatima legt es mit allen Mitteln darauf an eine der Hauptfrauen des Sultans zu werden, während Eliza ihm als Beraterin treu ergeben ist. Nachdem das Regime gestürzt wird und der Sultan ins Exil muss, bricht die Welt der beiden Frauen zusammen. Sie sind nun nicht länger durch den Harem geschützt und müssen sich ein neues Leben aufbauen. Während Fatima schon bald einen neuen reichen Beschützer an ihrer Seite hat, muss Eliza zusehen wie sie zurechtkommt. Doch das Schicksal führt sie alsbald wieder zusammen und hält weitere Hürden für sie bereit.


    „Der letzte Harem“ lag seit über 10 Jahren auf meinem Stapel ungelesener Bücher und das völlig zu Unrecht. Ich weiß, dass Peter Prange ein wundervolles Erzähltalent hat, das mich mit jedem seiner Bücher aufs Neue gefangen nimm. Auch in diesem Buch war es nicht anders. Er brachte mir einen Ausschnitt der türkischen Geschichte näher, die mir bis dato unbekannt war. Wobei ich zugeben muss, dass das meiste der türkischen Geschichte, sich meiner Kenntnis entzieht. Natürlich hat man als Europäer eine gewisse Vorstellung, wenn man das Wort Harem hört. Diese Vorurteile werden in den Erwartungen des deutschen Arztes bei seiner Ankunft wiedergespiegelt. Ihm gelingt als Mann das Unmögliche, einen Blick in diesen geheiligten Ort zu werfen. Mit Bedauern muss er erkennen, dass es weniger erotisch und exotisch zugeht, als er es sich ausgemalt hat. Von den beiden Freundinnen war mir Eliza lieber als Fatima. Ihre Gedanken und Beweggründe, waren meinen eigenen Vorstellungen näher als Fatima. Eliza ist rational, sie ergreift Gelegenheiten beim Schopf und wartet nicht darauf, dass Gott sein Urteil spricht, auch wenn sie sich dafür gegen die Konventionen auflehnen muss. Fatima, die den Sultan in einen Gottstatus stellt und alles dafür tut ihn bei Laune zu halten, war mir eher fremd. Zu weich, zu sehr darauf bedacht unter dem Schutz eines Mannes zu stehen und nach dem Verlust ihres Kindes gibt sie sich dem Alkohol hin, anstatt dieser seltsamen Ehe zu entfliehen. Die Kapitel sind kurz, so dass man hin und wieder das Buch zur Seite legen kann, und das Gelesene auf sich wirken lassen kann. Aber ich habe es nie für lange Zeit weggelegt. Das politische wird nie zu sehr ausgeweitet und wenn dann immer mit den handelnden Personen emotional verknüpft, so hatte ich nie das Gefühl wie bei manch anderen historischen Romanen alle Rechercheergebnisse des Autors um die Ohren gehauen zu bekommen.


    Wirklich eine abenteuerliche Geschichte aus der Sicht zweier Freundinnen mit unterschiedlichem religiösem Hintergrund in Zeiten des Wandels und des Aufbruchs.

  8. Cover des Buches Der Bastard von Istanbul (ISBN: 9783836802666)
  9. Cover des Buches Das Haus der Lerchen (ISBN: 9783442464234)
    Antonia Arslan

    Das Haus der Lerchen

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Liisa
    In einem bewegenden teilweise geradezu poetischen Roman hat Antonia Arslan dem armenischen Volk und den Opfern des Genozids an den Armeniern ein würdevolles neues literarisches Denkmal gesetzt. Natürlich kommen einem sofort die wenigen anderen literarischen Denkmäler dieses Völkermords in den Sinn, ein hoher Maßstab. Doch es gelingt Antonia Arslan und es war für mich als Leserin geradezu erstaunlich wie sie diese so düsteren, unsäglich traurigen, brutalen, unmenschlichen Ereignisse auf eine Art erzählt, die leicht daher kommt ohne dabei leichtsinnig zu werden, ganz im Gegenteil. Erzählt wird die Geschichte anhand einer großen armenischen Sippe und deren Mitglieder. Diese Figuren wachsen einem wirklich ans Herz. Besonders beeindruckend sind die Frauengestalten, die versuchen zu retten was zu retten ist, häufig um den Preis des eigenen Lebens. Die Erzählung fließt dahin wie eine dieser traurigen armenischen Melodien und birgt doch immer einen Funken an Hoffnung, an Überlebenswillen. Erschütternd fand ich die Parallelen zu den Juden, die zu entdecken sind. Da sind die Armenier, die ahnen, dass sich etwas über ihren Häuptern zusammenbraut und die es doch nicht rechtzeitig erkennen, da sind die Armenier, die glauben/hoffen sich mit Geld vielleicht freikaufen zu können und häufig genug enttäuscht werden, da sind Armenier, die der Gesellschaft treu dienen und daher glauben, ihnen könne nichts geschehen und sich bitter täuschen und irgendwann gibt es kein Entrinnen mehr. Antonia Arslan ist selber armenischer Herkunft und vieles, was sie in diesem Roman in literarischer Form erzählt sind Erinnerungen ihrer eigenen Familie oder anderer Angehöriger des armenischen Volkes die überlebt haben. Man darf Antonia Arslans "Das Haus der Lerchen" braucht sich neben einem "Die vierzig Tage des Musa Dagh" von Franz Werfel nicht verstecken.
  10. Cover des Buches Der Mond ist unsere Sonne (ISBN: 9783100102362)
    Nuran David Calis

    Der Mond ist unsere Sonne

     (5)
    Aktuelle Rezension von: j125
    Inhalt:
    Alen ist 19 Jahre alt, hat die Schule geschmissen und verdient sich sein Geld als Türsteher, seit sein Vater gestorben ist. Zusammen mit seiner Mutter lebt er in Baumheide, das man als Ghetto bezeichnen würde, läge es nicht in Bielefeld, sondern in Berlin oder New York. Bisher schien Alen ganz zufrieden mit seinem Leben, oder hatte es zumindest akzeptiert - er hatte ja keine Wahl. Wer einmal drin ist in Baumheide, kommt meist nur an zwei andere Orte: Knast oder Grab. Doch dann beginnt Alen sich Gedanken zu machen, über das Leben im allgemeinen und da Leben in Baumheide im speziellen und ob man nicht doch ausbrechen kann, irgendwie.

    Meine Meinung:
    Vor Jahren habe ich Ausschnitte dieses Buches in einer Radiolesung gehört und musste es daraufhin unbedingt haben. Lange stand es auf meiner Wunschliste, dann im Regal und als ich es dann zur Hand genommen habe, war ich mir nicht mehr sicher warum ich das Buch unbedingt lesen wollte. Nun bin ich froh, dass ich es gelesen habe, auch wenn es mir anfangs nicht ganz so gefallen hat. Man muss sich - jedenfalls war es bei mir so - an den Aufbau des Buches gewöhnen. Es besteht aus einem Haupterzählstrang, der Alen bei seiner Arbeit als Türsteher in einem Club bezeichnet. Da die Nächte aber sehr lang sind, denkt er zurück an sein Leben in Baumheide, seine Familie, seine Freunde, Dinge die er erlebt hat. Anfangs fehlte mir häufiger die Verknüpfung zwischen zwei Absätzen, sodass ich nicht wusste ob dieser Abschnitt unmittelbar folgt, oder einfach eine Erinnerung und schon längst passiert ist.  Irgendwann gehwöhnt man sich daran und ungefähr ab der Hälfte, dann wenn sich die Lage allmälich zuspitzt, ist das Buch klar strukturiert durch Zeitangaben.
    Negativ aufgefallen ist mir außerdem, dass es einige Wiederholungen gibt, wie zum Beispiel wie lang sein Vater schon tot ist, oder das er als Türsteher arbeitet und deshalb die Schule geschmißen hat. Für meinen Geschmack hätten die Kapitel auch ein bisschen kürzer sein können.

    Sprachlich hat mir das Buch wirklich großartig gefallen. Ich kann es leider nicht so gut beschreiben, aber der Ausdruck war sehr klar, aber gleichzeitig... bildhaft. Es gibt immer wieder HipHop oder Rap Songtexte, welche die Situationen unterstreichen, auch der Titel des Buches "Der Mond ist unsere Sonne" ist ein Songtitel. Er beschreibt Alen perfekt.

    Fazit:
    Ein sprachlich tolles Buch, über einen jungen Mann, der sich selbst sucht, der den Sinn in seinem Leben sucht. Zu Beginn ein wenig unstrukturiert, aber es wird besser!
  11. Cover des Buches Sojus (ISBN: 9783869139746)
    Martin von Arndt

    Sojus

     (10)
    Aktuelle Rezension von: diebuchrezension

    Der  Autor: 

    Martin Arndt wurde 1968 als Sohn ungarischer Eltern in Ludwigsburg geboren. Er hat Religionswissenschaft, Germanistik und Psychologie in Saarbrücken, Budapest und Würzburg studiert. Er lebt heute als Freier Schriftsteller, Musiker und Dozent in der Erwachsenenbildung in der Nähe von Stuttgart, in Essen und Pécs (Ungarn). Martin Arndt ist Stellvertretender Vorsitzender des Verbands deutscher Schriftsteller (VS) in Baden-Württemberg, und Mitglied im Förderkreis deutscher Schriftsteller. Für seinen Roman "Der Tod ist ein Postmann mit Hut " hat Martin Arndt die Goldmedaille beim "Leserpreis - Die besten Bücher 2009" in der Kategorie Bester Buchtitel gewonnen. (Quelle: www.lovelybooks.de)

    Das Buch

    1956 - Ex-Kommissar Andreas Eckart wird von einem früheren Mitstreiter kontaktiert, der für den MI6 ein explosives Dossier erwerben will: ein ungarischer Geheimpolizist möchte sich in den Westen absetzen und bietet eine Liste mit den Namen von KGB-Agenten und Doppelagenten. Eckart lehnt zunächst ab. Doch dann erfährt er, dass er einen Sohn hat, von dem er bislang nichts wusste, und dass dieser unter dem Decknamen Sojus ebenfalls auf der Liste steht. Er lässt sich umstimmen und begibt sich auf eine heikle Mission nach Budapest, wo gerade die sowjetische Invasion in vollemGange ist und die Stadt in Chaos und Gewalt versinkt ...

    Die Reihe:

    Dieses Buch ist der dritte Band einer Reihe. Sie sollten in folgender Reihenfolge gelesen werden. 

    Band 1: Tage der Nemesis

    Band 2: Rattenlinien

    Band 3: Sojus

    Wer Band 3 lesen möchte, sollte auf jeden Fall die Vorgängerbücher kennen. Ich hatte am Anfang einige Probleme mit den Personen und den Hintergründen, die schon in den vorigen Büchern gehandelt wurden. 

    Fazit: 

    Dies ist der dritte Band einer Reihe von Martin von Arndt. Ich habe die ersten beiden Bücher, "Tage der Nemesis" und "Rattenlinien", nicht gelesen. Vor allem am Anfang fand ich es daher schwierig in die Geschichte hreinzukommen und mich mit den Charakteren anzufreunden. Deswegen blieben mir auch die Charaktere fern und ich hatte eher ein distanziertes Verhältnis zu ihnen, als dass ich die Geschichte mit ihnen erleben konnte. Mir fehlte einfach jegwede Beziehung zu den Charakteren, was ich sehr schade fand. Aber dafür konnte der Autor nichts. 

    In "Sojus" geht es eher um den gesellschaftlichen Aspekt des Ungarnaufstandes. Die politischen Konflikte traten für mich doch sehr in den Hintergrund. Auch wenn ich es immer spannend finde, wenn Zeitzeugenerinnerungen in Büchern verarbeitet werden, fand ich bei diesem Buch die Verknüpfung von historischen Fakten, politischen Ereignissen und dem sozialen Miteinander nicht sehr gelungen. Das Gleichgewicht zwischen den Dingen war sehr unausgeglichen. 

    Verwirrt hat mich auch, dass es zu Beginn des Buches mehrere Zeitsprünge gab und ich bis zum Schluss nicht verstanden habe, warum es diese Sprünge gab bzw. warum diese Ereignisse so wichtig waren im Leben von Andreas Eckart, dass sie unbedingt erzählt werden mussten. Meiner Meinung nach hätte die Geschichte auch an einem anderen Punkt anfangen können. Da ich aber nicht weiß, wie der Vorgängerband endet, kann es natürlich auch sein, dass die Anfangssituation auch die Endsituation im vorigen Buch ist und daher aufglöst werden musste. 

    Der Erzhlstil des Autors ist sehr spannungsreich und actiongeladen gewesen. Bei vielen Szenen habe ich nur gedacht: "Gut, dass es in den 40er und 50er Jahren die heutige Technik noch nicht gegeben hat." Sehr interessant fand ich einige erzählte Passagen, die das Gefühl der Hilflosigkeit verstärkt haben. Die Aspekte mit den russischen Provokateuren fand ich wirklich interessant. Obwohl ich mit dem Thema des Ungarnaufstandes vertraut bin, habe ich davon nichts gewusst. So war ich doch tatsächlich überrascht, dass es gezielt von der Sowjetunion eingesetzte Provokateure gegeben haben soll, die dazu beigetragen haben, den Konflikt zu eskalieren und das Militär nach Ungarn zu bringen. 

    Insgesamt war das Buch schön geschrieben, man konnte es gut lesen.  Ich finde allerdigns, dass die politische und historische Aspekte nicht gut genug rüberkamen. Natürlich ist immer das persönliche Schicksal der Menschen in diesen Aufständen wichtig und auch sehr emotionsgeladen, aber man darf darüber nicht die Fakten vergessen und sollte dem spanennden subjektiven Teil auch einen fundierten historischen /politischen Background geben. Zusammenfassend war das Buch ok, aber mir fehlte daran einfach das Besondere.  


    https://diebuchrezension.de/#/books/book/250

  12. Cover des Buches Tod am Aphroditefelsen (ISBN: 9783426307304)
    Yanis Kostas

    Tod am Aphroditefelsen

     (50)
    Aktuelle Rezension von: Hopeandlive

    Die junge Sofia Perikles ist eine junge, hübsche und sehr erfolgreiche Elitestudentin und leider aufgrund einer politischen Intrige nach Zypern, ihrer Heimat,  versetzt worden. Sie findet sich als Dorfpolizistin in einen recht trostlosen und abgelegenen Dorf nahe der griechisch-türkischen Grenze wieder und dort ist es nicht nur sehr staubig, es hat auch einige sehr skurile Nebendarsteller, mit denen sich Sofia am Anfang nicht so ganz arrangieren kann.

    Doch sie hat keine Zeit, sich übermäßig darüber aufzuregen oder ihren Unmut wie ihr knorriger Chef in Ouzo zu ertränken, denn es geschieht ein Unfall, ein unerklärlicher Unfall und bevor Sofia versieht, ist sie mittendrin in den Ermittlungen, die größere Kreise ziehen als jemals ein Stein, der ins ruhige Wasser geworfen wird, ziehen kann. 

    Dass sie keinerlei Erfahrung als Polizistin hat, stört sie nicht, ihr Engagement und ihre ungewöhnlichen und originellen Ermittlungsideen machen das alles wett und sie bekommt Hilfe von dem einen oder anderen Dorfbewohner und einer hartgesottenen Ermittlerin. 

    Mir hat dieser Krime von Yanis Kostas sehr viel Spaß gemacht, ich mag Sofia und die originellen Nebendarsteller, die Spannung, die sich recht schnell aufbaut gewürzt mit der richtigen Prise Humor und vor allem die Sonne Zyperns.

    Lesenswert, besonders im Winter;)

  13. Cover des Buches Die Stadt der schweigenden Berge (ISBN: 9783426514559)
    Carmen Lobato

    Die Stadt der schweigenden Berge

     (60)
    Aktuelle Rezension von: wampy

    Buchmeinung zu Carmen Lobato – Die Stadt der schweigenden Berge


    „Die Stadt der schweigenden Berge“ erschien 2015 als Originalausgabe im Knaur Verlag. Mein Lesekommentar bezieht sich auf das ebook.


    Klappentext:

    Berlin 1931: Die junge Amarna ist fasziniert von der Kultur der Hethiter und vor allem von deren alter, versunkener Hauptstadt. Sie träumt davon, selbst einmal dorthin zu fahren, und vertieft sich in die Lektüre der Schriften jener Zeit. Doch ihr Vater, ein Altorientalist, verweigert ihr die Reise, obwohl er die Leidenschaft seiner Tochter teilt. Was ist auf jener Expedition passiert, die ihn einst in die verlorene Stadt führte? Und warum spricht er nie von der Mutter, an die Armana kaum eine Erinnerung hat? Mit Hilfe ihres Freundes Paul, der Amarna schon lange liebt, gelingt es ihr schließlich, ihren Traum zu verwirklichen – der sich jedoch bald als Alptraum entpuppt.



    Meine Meinung:

    Dieser historische Roman war für mich ein Missverständnis. Er hat aus meiner Sicht leider den Schwerpunkt Liebesroman. Die Hauptfiguren Amarna und Arman agieren derart liebestoll, dass jede Vernunfthandlung auf der Strecke blieb. Arman wird als der alles überstrahlende Astralkörperbesitzer gezeichnet, dessen Anwesenheit die junge Wissenschaftlerin zum liebestollen Weibsbild mutieren lässt. Ihr liebeskranker Jugendfreund Paul verkommt vor Eifersucht zur tragischen Figur und der Professor ist die einzige etwas komplexere Gestalt.

    In der eingebetteten Geschichte hat sich der hethitische Herrscher in die Frau seines Generals und besten Freundes verguckt und dort kommt es zu einer Katastrophe.



    Fazit:

    Bei diesem Buch lagen Erwartung und Inhalt meilenweit auseinander. Positiv ist der flüssige Schreibstil und einiges Erkenntnisse über die Hethiter, die ich bei der Lektüre erhalten habe. Wer einen Liebesroman erwartet wird sicherlich nicht enttäuscht. Ich hatte anderes erwartet und vergebe nur zwei Sterne (50 / 100).

  14. Cover des Buches Drei Äpfel fielen vom Himmel (ISBN: 9783570006009)
    Micheline A Marcom

    Drei Äpfel fielen vom Himmel

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Liisa
    Was den Holocaust angeht, haben wir inzwischen Literatur der 2. und teilweise schon 3. Generation, die sich mit dem damaligen Geschehen befasst. Die Armenier haben ihren eigenen Genozid erlebt und sind in Folge dessen in alle Welt zerstreut worden. Es gab außer einiger Literatur von Überlebenden bzw. Augenzeugen anderer Nationalitäten lange Jahrzehnte kaum Literatur, die sich mit diesem Genozid befasst hätte. Nun ändert sich das langsam aber offensichtlich. 2005 erschien der Roman »Das Haus der Lerchen« der Armenierin Antonia Arslan, die dafür Erinnerungen von Angehörigen ihrer eigenen Familie zugrunde legte. Schon 2002 erschien der Roman »Drei Äpfel fielen vom Himmel« der Armenierin Micheline Aharonian Marcom. Micheline Aharonian Marcom selbst gehört der Enkelgeneration an, ist bereits im Exil geboren und aufgewachsen. Trotzdem gelingt es ihr in diesem Roman auf besondere Weise den Genozid an den Armeniern literarisch aufzugreifen und zu verarbeiten. Der Titel des Buches »Drei Äpfel fielen vom Himmel« ist die Übersetzung einer üblichen Märchenformel aus dem Türkischen bzw. Armenischen und mit Elementen der Märchenerzählung umhüllt sie die grausigen Vorkommnisse, was zweierlei Effekt hervorruft. Zum einen wird das Grausame so ein wenig erträglicher zu lesen, zum anderen prägen sich die Personen und Geschichten besonders tief ein. Märchen erreichen uns auf einer tieferen emotionalen Ebene und genau das geschieht auch mit diesem Buch. Es ist wieder einmal erschreckend zu sehen, was für tiefe Spuren die damaligen Erlebnisse bei den Nachkommen der Überlebenden hinterlassen haben. Micheline Aharonian Marcom kann das, was sie beschreibt nur von Dritten wissen, beschreibt aber alles so intensiv als hätte sie selbst es erlitten. »Drei Äpfel fielen vom Himmel« ist ein erschütterndes und fesselndes Zeitzeugnis, dem ich aufmerksame Leser wünsche. 2004 hat Marcom ihren zweiten Roman »The Daydreaming Boy« veröffentlicht und schreibt zur Zeit an einem dritten Roman, der dann die Trilogie abschließen soll. Bleibt zu hoffen, dass Bertelsmann auch diese beiden Romane noch übersetzen und veröffentlicht lässt und so den deutschsprachigen Lesern zugänglich macht.
  15. Cover des Buches Anjar 1939–2019 (ISBN: 9783775746656)
    Vartivar Jaklian

    Anjar 1939–2019

     (2)
    Aktuelle Rezension von: annlu

    *...the extraordinary resilience of the people of Musa Dagh did not end with their survival in 1915. It continued through the twentieth century as the community started over, rebuilt and reinvented itself a number of times during that period.*


    Die Kleinstadt Anjar liegt im Libanon und blickt auf eine besondere Geschichte zurück: Im Jahr 1939 wurde das moderne Anjar unter dem Schutz der Kolonialmacht Frankreich für mehrere tausend Armenier gegründet, die dem Völkermord entgangen waren und sich am türkischen Berg Musa Dagh halten konnten. In diesem Bildband wird die Entwicklung der Stadt nachvollzogen um als ein Dokument der architektonischen Errungenschaften der Armenier im Libanon zu dienen.



    Das Vorwort und die Einleitung vereinen Überlegungen zur erzwungenen Migration, zu Verbindungen innerhalb der Diaspora, zur Identitätsbildung und dem Zusammenfinden als Gemeinschaft. Der mühsame Weg in eine neue Heimat, die unterschiedlichen Emotionen dazu aber auch die neuen Herausforderungen werden angesprochen. Dazu zählt auch die Planung der neuen Heimat. Die sechs Dörfer vom Musa Dagh mussten lernen zusammenzuleben, ihre Gemeinsamkeiten zu erkennen aber auch Platz und Raum für ihre unterschiedlichen religiösen Einstellungen und eigenen Traditionen finden. Hier finden sich sowohl Hintergrundinformationen zur Stadt selbst als auch zum Projekt, das zu diesem Buch geführt hat. 


    Durch die Augen des Filmemachers und des Fotografen mit Schwerpunkt Architektur wird ein Blick auf Anjar geworfen, das als einziges armenisches Dorf außerhalb Armeniens als Symbol für einen positiven Umgang mit Flüchtlingen gelten soll. Die schwarz-weiß Fotografien konzentrieren sich auf Blicke auf die Stadt. Neben Straßenkreuzungen sind es Gebäude unterschiedlichster Funktion, die hier gezeigt werden. 


    Auf mich wirkten die Bilder wohl anders, als intendiert ist. Der Verzicht auf Menschen auf den Fotografien – zusammen mit der Tatsache, dass jegliche Farbe fehlt - hat viele der Gebäude auf mich unbewohnt wirken lassen. Gerade wenn es um das Thema Flüchtlinge geht, wäre mein Augenmerk mehr auf den Menschen gelegen. Das Fehlen von Bildunterschriften hat dazu geführt, dass ich nicht immer erkannt habe, warum das Auge des Fotografen gerade auf dieses bestimmte Gebäude gefallen ist. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Bilder für all jene, die einen Bezug zur Stadt oder den Bewohnern haben, interessant wirken, da mir dieser Bezug fehlt, habe ich eine ganz andere Stimmung wahrgenommen, als von den Autoren beabsichtigt. 


    Fazit: Die Einleitung samt den Fakten zur Geschichte der Stadt fand ich sehr interessant – auch die Bilder haben auf mich gewirkt, wenn wohl nicht so, wie beabsichtigt war. Vieles empfand ich als geheimnisvoll und hat mich an Aufnahmen von Lost Places erinnert, was wohl daran lag, dass Menschen auf den Fotografien so gut wie nie zu sehen sind. 

  16. Cover des Buches Die Straße der Geschichtenerzähler (ISBN: 9783833310584)
    Kamila Shamsie

    Die Straße der Geschichtenerzähler

     (84)
    Aktuelle Rezension von: gst

    Juli 1914. Über antike Pflastersteine, unter Feigen und Zypressen hindurch, läuft Vivian Rose Spencer eilig den Hang hinauf und stolpert fast unversehens in ihre erste Entdeckung. Tahsin Bey, ein Freund ihres Vaters, hat die junge Engländerin eingeladen, an Ausgrabungen in der Türkei teilzunehmen. Hier, im sagenhaften Labraunda, lässt sie die strengen Konventionen ihrer Heimat weit hinter sich und wird auch Tahsin Bey auf ganz neue Weise begegnen. 

    Juli 1915. Der Krieg hat alles verändert. Vivian folgt einer Spur ihres verschwundenen Geliebten, als sie einem Zug nach Peschawar Qayyum Gul trifft. Beide ahnen nicht, dass ihre Geschicke sich auf immer verbinden und sie eines Tages, auf der Straße der Geschichtenerzähler, wieder zusammenführen werden.

    Diese Zusammenfassung habe ich - entgegen meiner Gewohnheit – dem Buch entnommen. Einem Buch, das mich dank seiner trockenen Schreibe und verzwickten Erzählweise teilweise verwirrt zurückließ. Trotzdem entwickelte es auch einen gewissen Sog, dem ich nicht widerstehen konnte. Ich wollte schon wissen, wie die Geschichte weitergeht, in der der Kampf um Freiheit eine wichtige Rolle spielt. 

    Als Leser wird man in eine fremde Welt mit exotischem Flair versetzt – eine Welt, die sich die Briten zu eigen machten, ohne an diejenigen zu denken, die dort zu Hause waren. Noch bevor es 1930 zur Meuterei in Peschawar kommt, erleben wir einen wissbegierigen Jungen, der sich von Vivian ins antike Karien (heute Türkei) „entführen“ lässt. Obwohl seine Familie es als ungehörig ansieht, dass er bei einer Engländerin Unterricht nimmt, ist seiner Mutter doch klar: „Wie soll man einem fliegenden Vogel die Flügel nehmen?“

    Die unverschleierte Engländerin mit ihren kurzen Röcken unterschied sich fundamental von ihren in einer Burka verborgenen Geschlechtsgenossinnen, wodurch der Kulturunterschied sehr deutlich hervorgehoben wurde. Der 1973 geborenen Autorin ist es meiner Meinung nach gut gelungen, die Stadt Peschawar vor den Augen ihrer Leser lebendig werden zu lassen. Trotzdem war ich mit der Lektüre nicht rundum zufrieden. 


  17. Cover des Buches Das Märchen vom letzten Gedanken (ISBN: 9783492215053)
    Edgar Hilsenrath

    Das Märchen vom letzten Gedanken

     (11)
    Aktuelle Rezension von: awogfli
    Edgar Hilsenrath ist ja ein Genozidspezialist der besonderen Sorte. Er schreibt Geschichten über das nahezu unbeschreibliche - aber ganz anders als alle anderen Autoren. In seinem Roman Der Nazi und der Friseur rollt er das Thema mit Humor aber von der Täterseite her auf - das hat mir sehr gut gefallen. In seinem Roman Nacht geht er in einem Stil des entmenschlichten Realismus über Hunger und Tod im Ghetto so weit, dass ich das Buch abbrechen musste, denn es war für mich zu unerträglich.

    Im Märchen vom letzten Gedanken beschäftigt er sich mal nicht mit dem Holocaust, sondern mit AGHED, dem Genozid an den Armeniern und pontischen Griechen und verpackt die unmenschliche Grausamkeit der Jungtürken und ihrer Schergen, Befehlsempfänger, Mitläufer und gedungenen Mörder in Form eines Märchens. Diese Strategie scheint aufzugehen, denn die ersten Kapitel der Folter an Wartan Khatisian und die Absicht, durch völlig groteske Aussagen eine Armenische Weltverschwörung zu konstruieren, waren gerade noch erträglich. Als dann im Anschluss die Geschichte der Familie und des Dorfes Jedi Su in Märchenform aufgerollt wird, hat es mich schon gestört, denn der ganze christlich orthodoxe Aberglaube der beteiligten Personen kommt in dadurch doppelt so hirnverbrannt rüber. Durch diese Auswalzung hat der Roman auch so seine Längen. Am Ende war die Geschichte für mich wieder nahezu fast nicht zu ertragen, vor allem weil ich durch die Geschichte meiner Familie persönlich betroffen bin.

    Wie beim späteren Holocaust werden in der Vorbereitung des Schlachtens die Armenier, Griechen und Teufelsanbeter (Jessiden) als Ratten bezeichnet, die zwar schon Jahrtausende und vor den Türken im okkupierten Land siedeln, aber die man eben ausrotten müsste, weil sie Ratten sind. Mir kommt noch heute die Galle hoch, dass die Türken diesen Genzozid, der übrigens als Vorbild für die Deutschen diente (die waren ja zu dieser Zeit Verbündete und Gesandte bei ihren türkischen Partnern) so perfekt vertuscht haben, dass man bis heute nicht über dieses Ereignis redet, weil die westliche Welt einfach vergessen oder verdrängt hat. Im Gegenteil, die Opfer und alle, die dieses unfassbare Verbrechen ansprechen, werden wegen Beleidigung des Türkentums noch heute ins Gefängnis gesteckt (5 Jahre gibt es dafür noch immer von der heutigen Türkischen Regierung). Das ist abartig!

    Ich gebe dem Roman 3,5 Sterne, aber das ist eine sehr persönliche Beurteilung. Wäre ich nicht betroffen, hätte es mehr gegeben.
  18. Cover des Buches Tage der Nemesis (ISBN: 9783747202944)
    Martin von Arndt

    Tage der Nemesis

     (21)
    Aktuelle Rezension von: Scheherazade

    In Berlin wird im Jahr 1921 ein ehemaliges türkisches Staatsoberhaupt ermordet. Dieser war in Berlin untergetaucht, da er einer der Hauptverantwortlichen für den Völkermord an Armeniern in der Türkei war. Der Attentäter gehört wahrscheinlich zu einer Terrororganisation, die die Opfer des Genozids rächen will. Kommissar Andreas Eckart beginnt zu ermitteln und gerät zwischen die politischen Fronten in einem verfeindeten Europa.

    „Tag der Nemesis“ verpackt ein sehr brisantes Thema in der Geschichte in einen packenden Thriller. Dabei gelingt es hier sehr gut historische Fakten mit Fiktion zu verbinden. Die Fakten sind dabei sehr gut in den Thriller eingearbeitet, in die Handlung wie auch in viele Dialoge. Es wird dabei nie langweilig und wirkt auch an keiner Stelle wie ein Geschichtsunterricht. Die Konflikte zu dieser Zeit werden sehr gut dargestellt und auch die Rolle von Deutschland wird verständlich erklärt.

    Die Geschichte wird meist aus der Perspektive des Kommissars Eckart erzählt. Allerdings gibt es auch kurze Perspektivwechsel. Der Kommissar ist eine sehr vielschichtige Figur und dadurch sehr realistisch. Er hat im ersten Weltkrieg gekämpft und dies hat ihn gezeichnet. Er ist Morphium abhängig und war mir somit nicht immer sympathisch, allerdings waren alle seine Handlungen für mich nachvollziehbar.

    Die Geschichte an sich ist sehr interessant erzählt und der Schreibstil flüssig zu lesen und passt zu dieser Zeit und den Ereignissen. Da die Verstrickungen insgesamt so vielschichtig sind, fällt es dem Leser auch schwer nur für eine Seite Partei zu ergreifen, da man die anderen auch verstehen kann. Dies macht es so spannend. Insgesamt schafft es Martin von Arndt die Spannung bis zur letzten Seite zu halten, sodass man das Buch eigentlich nicht mehr aus der Hand legen will. Von mir gibt es 5 Sterne für einen wirklich gelungenen Politthriller.

    Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der gern Thriller liest, oder sich für diese Zeit interessiert.

  19. Cover des Buches Die letzten Christen: Flucht und Vertreibung aus dem Nahen Osten (ISBN: 9783863341183)
    Andreas Knapp

    Die letzten Christen: Flucht und Vertreibung aus dem Nahen Osten

     (6)
    Aktuelle Rezension von: Dersucher
    Der Autor beschreibt seine Begegnungen mit Christen aus dem Irak und Syrien und gibt ihnen Raum, Erlebtes zu berichten. Heraus kommt ein aktuelles, erschütterndes Buch. Geschrieben ohne politische Korrektheit, dafür aber mit Ehrlichkeit und Liebe.
  20. Cover des Buches Unkalifornische Geschichten (ISBN: B0028OH94G)
    William Saroyan

    Unkalifornische Geschichten

     (0)
    Noch keine Rezension vorhanden
  21. Cover des Buches Middlesex [Unabridged Audiobook] (ISBN: B000TKO3EA)
  22. Cover des Buches Völkermord an den Armeniern (ISBN: 9783776682137)
    Michael Hesemann

    Völkermord an den Armeniern

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  23. Cover des Buches Der gläserne Käfig (ISBN: 9783548604442)
    Barbara Nadel

    Der gläserne Käfig

     (7)
    Aktuelle Rezension von: kassandra1010
    Ikmen ermittelt in seinem zweiten Fall. Ein junger Mann wird tot in seiner Wohnung aufgefunden und ist den Nachbarn völlig fremd. Die Spuren führen alle zu einem reichen Armenier und dessen Spur wiederrum führt zum Gerichtsmediziner und Ikmens bestem Freund. Ein unglaublich guter Fall mit tiefem Einblick in die armenische Geschichte.
  24. Cover des Buches Rosenmord (ISBN: 9783869972640)
    Lisa Scott

    Rosenmord

     (11)
    Aktuelle Rezension von: Laudia89
    Grace Rossi will einfach nicht glauben, dass ihr Geliebter, der Richter Armen Gregorian, Selbstmord begangen hat – zumal Armen vor seinem Tod einer brisanten Korruptionsaffäre auf der Spur gewesen ist. Also beginnt die junge Rechtsanwältin auf eigene Faust zu ermitteln und stößt auf verwirrende Verbindungen zwischen prominenten Justizbeamten und der Mafia. Auf Bestechung und Vertuschung in den höchsten Kreisen der Gesellschaft. Doch erst als ihre kleine Tochter von einem Unbekannten verfolgt wird, erkennt Grace in vollem Ausmaß, in welche Gefahr sie sich begeben hat ...

    Am Anfang hatte ich ein paar Schwierigkeiten rein zukommen.Es liest sich an sich sehr gut und ist fließend geschrieben. Nach ca. einem Viertel kommt der Spannungsbogen langsam in Pfad und man hat Lust weiter zulesen. Es wird aus der Sicht von Grace geschrieben und man fiebert mit ihr mit. Was ich sehr schön fand ist das Ende welches nicht elen lang gezogen ist, sondern das Wichtigste aufzeigt.

    Ein Buch was sehr zu empfehlen ist. ICh bin auf weitere Bücher sehr gespannt.

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks