Bücher mit dem Tag "artenschutz"
66 Bücher
- Maja Lunde
Die Letzten ihrer Art
(186)Aktuelle Rezension von: ArtVandaleyIm dritten Teil ihres Klimaquartetts widmet sich Maja Lunde den Wildpferden und zieht in drei Erzählsträngen einen weiten Bogen über die Entdeckung und den Fang bis zu einer Zeit in der Zukunft im Jahr 2064 in der es um die Natur - man kann es erahnen - schlecht bestellt ist. Das gilt auch für die Pferde.
"Die Letzten ihrer Art" ist mit über 600 Seiten der längste Teil ihres Quartetts. Das gibt uns Gelegenheit, tief in die Charaktere einzutauchen, mit ihnen zu fiebern oder vor allem zu leiden. Dadurch das auch menschliche Schicksale dargestellt werden, wird deutlich, das auch Mensch und Tier sich am Ende doch ähnlicher sind, als mancher wahrhaben will. Das ist ein weiterer neben vielen anderen Gründen, die Natur zu respektieren und zu schützen.
- Kira Mohn
The Sea in your Heart
(195)Aktuelle Rezension von: SchaninMir hat der erste Teil (The Sky in your Eyes) schon nicht so gut gefallen, aber da ich beide Bücher im Doppelpack gekauft habe, wollte ich dem zweiten Teil eine Chance geben. Leider konnte dieser mich aber auch nicht überzeugen, ich weiß nicht ob ich für beide Bücher schon zu alt bin oder ob ich einfach Romane von Kira Mohn meiden sollte. Die Autorin hat einen super Schreibstil, der sehr flüssig ist, doch ich störe mich jedesmal an der Handlung, auch im 2.Teil wieder (achtung, kann Spoiler enthalten): Irgendwie läuft mir alles "zu glatt" in diesem Roman... Natürlich leiht der Chef von Lilja der Organisation sofort ein Boot, natürlich kann sich Lilja eine eigene Wohnung leisten mit einem Teilzeitjob als Spotterin, natürlich können Tomas und Jules mit auf das Schiff (obwohl sie für die Organisation zu nichts zu gebrauchen sind und Jules obendrein auch noch ungeplant auftaucht), natürlich wird Lilja wieder zu Wild&Free zurückgeholt (nachdem sie rausgeworfen wurde), natürlich schmeißt Jules seinen Job hin und natürlich gewinnt Wild&Free den Gerichtsprozess. Mir kam das alles so realitätsfern vor ...
Mich überrascht auch sehr, dass in vielen Rezensionen steht, der Fokus läge zu sehr auf den Walfang. Ich empfand es tatsächlich so, dass zu wenig über den Walfang aufgeklärt wurde, sondern es wurde sehr oberflächlich abgehandelt. Das einzige, was der Leser eigentlich erfährt, ist dass der Walfang in Island (zum damaligen Zeitpunkt 2022) geduldet wurde, das Walfeisch teilweise noch in Restaurants angeboten wird/wurde und dass Japan illegalen, kommerziellen Walfang betreibt. Und diese Infos sind bestimmt für einige Leser auch nichts Neues, wenn man mit dem Thema schonmal in Berührung kam. Und eventuell hätte man auch nochmal mehr darauf eingehen können, dass Whale Watching Touren auch etwas umstritten sind ... Aber das hätte ja das perfekte Bild von Lilja ja etwas getrübt ;)
- T. C. Boyle
Wenn das Schlachten vorbei ist
(116)Aktuelle Rezension von: Olaf_RaackDer von vielen Kritikern angekündigte «furiose» Roman war das aus meiner Sicht nicht. Boyle kann fantastisch schreiben, keine Frage! Er verschachtelt viele Sätze, aber das mag ich durchaus, zumal sie auch beim Punkt noch Sinn ergeben.
Nur leider plätschert die Geschichte, trotz der vielen Perspektiv- und Zeitwechsel enorm dahin. Teilweise kommt eine Form von fast greifbarer Spannung auf, nur um zügig wieder zu versanden. Ich habe bis zur letzten Seite auf einen Knall gewartet, darauf, dass etwas passiert, womit ich nicht gerechnet hätte. Vielleicht war meine Erwartungshaltung auch eine andere, denn das Buch ist kein Öko-Thriller, sondern eine Erzählung, eine Geschichte, wie sie realistischer kaum sein könnte. Mir fehlte das Besondere. Das Buch lässt mich mit gespaltenen Gefühlen zurück, denn das Thema an sich bietet viel Potenzial zum Nachdenken oder eben für einen Roman. Aber irgendwie wurde das hier nicht genutzt.
- Gaea Schoeters
Das Geschenk
(247)Aktuelle Rezension von: ManfredLiestGaea Schoeters’ Das Geschenk hat mich nach meinem eher verhaltenen Eindruck von Die Trophäe dennoch neugierig gemacht. Und tatsächlich: Das Buch zeigt eindrücklich, wie politische Machtspiele funktionieren und wie hilflos Akteure in ihren eigenen Strukturen gefangen sind.
Trotzdem bleibt der Roman für mich hinter seinem Potenzial zurück. Viele Figuren und Situationen wirken überzeichnet, manche Klischees zu bemüht. Vor allem aber fehlt dem Text ein erzählerischer Höhepunkt – die Handlung plätschert solide dahin, ohne je wirklich zu packen.
Unterm Strich ein ordentliches Buch, aber die Autorin und ich werden wohl keine literarischen Freunde.
- Gesa Neitzel
The Wonderful Wild
(95)Aktuelle Rezension von: Ninasan86Ich liebe inspirierende Bücher und ich liebe inspirierende Geschichten! Die liebe Gesa Neitzel hat es mit ihrer eigenen, autobiografischen Geschichte geschafft, mich zu fesseln und nach Afrika zu entführen. Dieses Buch ist allerdings kein Vergleich zu ihrem ersten, das sei direkt dazu gesagt, denn hier geht es wirklich darum: zu inspirieren, um ein glücklicheres und erfüllteres Leben zu führen. Wer also einen weiteren Bericht über ihre Rangerausbildung oder -zeit erwartet, der ist hier leider falsch. Aber ich war vollkommen richtig! In ihrem Buch schafft es Gesa, ihre Erlebnisse in der Natur mit der Tierwelt zu verbinden und auch immer wieder die Brücke zum Menschen zu schlagen. Ihre Erkenntnisse aus dem Tierreich lassen sich auch auf uns übertragen und uns somit von ihnen lernen. Man spürt in jedem Wort, in jedem Satz ihre unbändige Liebe zur Natur und der Tierwelt und genau das ist es, was das Buch so einzigartig macht. Sie vermittelt uns ihre eigenen Lehren, die sie bislang aus ihrer Zeit dort für sich mitgenommen hat und zeigt uns, wie wundervoll (und einfach) es sein kann, ein glücklicheres und erfüllteres Leben im Einklang mit der Natur und sich zu führen. Für mich ganz klar ein wundervolles und sehr - ich weiß, ich wiederhole mich - inspirierendes Buch, das ich nur mit empfehlen kann.
- Dirk Steffens
Über Leben
(27)Aktuelle Rezension von: FranzysBuchsalonBuchinfo
»Wir befinden uns mitten im sechsten Massenartensterben und erleben den größten Artenschwund seit dem Aussterben der Dinosaurier. Der Mensch hat ihn ausgelöst und nur er kann ihn stoppen.« Der bekannte Naturfilmer und Terra-X-Moderator Dirk Steffens engagiert sich seit Jahren für den Artenschutz. Gemeinsam mit dem Wissenschaftsjournalisten Fritz Habekuß zeigt er, wie in der Natur alles mit allem zusammenhängt und warum der Erhalt der Artenvielfalt überlebensnotwendig für die Menschheit ist. Die beiden schlagen Maßnahmen vor, um das Artensterben zu stoppen: drastisch, aber nicht unmöglich – und mit der Chance, unser Verhältnis zur Natur zu revolutionieren. Mit Abbildungen. (Quelle: Amazon)
Meine Meinung
Ich denke Dirk Steffens ist vielen Menschen ein Begriff. Sein Gesicht verbindet man automatisch mit Terra-X (auch wenn die Sendung natürlich auch noch mit viel mehr aufwartet). Als Naturfilmer und "Welterklärer" entführt er uns in die entferntesten Winkel der Erde und zeigt uns die Schönheit von Mensch und Natur. Der Name Fritz Habekuß war mir persönlich erstmal kein Begriff und ich musste mich über ihn informieren. Er ist Redakteur bei der Zeit und beschäftigt sich vorrangig mit der belebten Natur und dem Artensterben.
Also ein Buch von zwei Männern, die wissen, wovon sie sprechen, beziehungsweise schreiben.
Mittlerweile sollte eigentlich jedem Menschen klar sein, dass wir für das massive Artensterben und die Zerstörung des Planeten verantwortlich sind. Ja, ein gewisses Artensterben ist ganz natürlich und das gab es auch schon, bevor der Mensch kam. Allerdings nicht in der Geschwindigkeit, in dem Ausmaß und nicht, weil jemand den Lebensraum fahrlässig zerstört oder Tiere wegen spezieller Besonderheiten jagd und tötet (z.B. für Felle, Stoßzähne, Innereien für Aphrodisiaka und ähnliches).
Die zwei Autoren machten sich nun also wissenschaftlich daran, dieses menschengemachte Artensterben zu untersuchen und Lösungsansätze zu präsentieren. Man merkt beim Lesen, dass sie sich bei diesem Thema auskennen und auch dafür brennen. Als Leser:in bekommt man einen sehr guten Überblick über die Thematik.
Leider fehlte mir aber der rote Faden und nicht jedes Kapitel war für mich persönlich abgeschlossen. Natürlich kann man in einem Buch von der Dicke nicht alles bis ins kleinste Detail besprechen - damit könnte man sicherlich ganze Bibliotheken füllen - aber ich blieb öfters etwas unbefriedigt zurück und musste noch selbst etwas recherchieren, weil ich mit dem "bisschen" nicht zufrieden war. Aber möglicherweise wollten die beiden Autoren auch genau das damit bezwecken.
Vielleicht soll dieses Buch Neugier für das Thema wecken und uns dazu bringen nachzuschlagen, zu hinterfragen und dadurch etwas zu ändern.
Fazit
Ein Buch, das einen guten Einblick in die Materie bietet und zum Nachdenken anregt. Es kratzt in einigen Bereichen an der Oberfläche und animiert dadurch zur selbstständigen Recherche.
Ein bisschen vermisst habe ich einen roten Faden - es wirkte wie ein buntes Potpourri zum Thema Artensterben, was aber ebenfalls wieder zum Nachschlagen anregen kann. - Alexander Ruth
Das Bee-Team - Marshals
(104)Aktuelle Rezension von: akwaabaDas beschauliche Leben im grünen Tumbawunda-Tal, wo sich Tiere und Menschen gegenseitig respektieren und "Umweltschutz" eigentlich schon kein Fremdwort mehr ist, wird jäh durch einen sintflutartigen Regen gestört, vor dem sich Menschen und Tiere nur um Haaresbreite, durch ein Wunder, retten können.
Die Kinder des Tumbawunda-Tales, die auch die Sprache der Tiere verstehen, sind als auserwähltes "Bee-Team Marshals" fortan dafür verantwortlich, die Welt vor dem drohenden Untergang zu bewahren. Die ganzen Welt wird von Katastrophen bedroht, und so reisen sie unter anderem zu Dürregebieten, zu müllverseuchten Ozeanen, zu Ölkastastrophen und lösen die Probleme mithilfe ihrer tierischen Freunde und Magie.
Leider fiel es mir ein wenig schwer, das Buch zu lesen, und ich habe einige Anläufe gebraucht...
Unter anderem aufgrund der Wortwahl konnte ich im Buch nicht gut versinken: es gibt so einige Kraft- und viele "comicartige" Ausdrücke wie "Zack", "Bumm" und "Platsch", und der Schreibstil ist betont lässig gehalten:
" Bäng, machte es, die Monitore flackerten gleichzeitigmit dem regenbogenfarbigen Ball über ihnen, über dem Tumbawunda-Tal auf. Das war hier! Das war hier! Zisch, konnten sie hören, wie der magisch-bunte querschießende Strahl auf dem Feld bei der alten Eiche landete. Bäng, Bäng, Bäng, Bäng, Bäng, machte es final noch einmal. Und dann war es wieder stockenduster...und totenstill."
Im gesamten Buch sind zwischendurch "Ticker"-Meldungen und Illustrationen eingefügt, bei denen man leider nicht erkennen kann, ob sie der Wahrheit entsprechen oder nur erdacht sind.
Das Thema "Umweltschutz" finde ich unsagbar wichtig, und deshalb fand ich schade, dass im Buch auf diese Art Realität und Fiktion sehr durcheinanderpurzeln, so dass man die drohende Klimakatastrophe auch als Teil des ausgedachten fantastischen Szenarios deuten könnte.
Insgesamt kann ich zusammenfassen, dass mir die Grundidee des Buches (samt fröhlich-buntem Bienchen-Cover) sehr gut gefällt, die Umsetzung allerdings leider nicht für mich als Leser passend war.
- Polly Clark
Tiger
(68)Aktuelle Rezension von: Anna_BubeEin sehr intensives Leseerlebnis hatte ich mit diesem Buch über sibirische Tiger, ihr Leben in Gefangenschaft und in Freiheit und ihre Berührungspunkte mit dem Menschen. Die wilde sibirische Taiga ist ihr natürlicher Lebensraum, genau wie der des Volkes der Udehe, für die das Töten eines Tigers das größte Verbrechen ist.
Das Buch ist in mehrere Abschnitte aufgeteilt, die jeweils die Geschichte einer Person erzählen, die eine Verbindung mit dem bedrohten Amurtiger hat. Ein Abschnitt ist auch aus Sicht eines Tigers geschrieben.
Mich hat das Buch sehr gefesselt und die verschiedenen Blickwinkel waren interessant zu lesen, auch wenn ich mir manchmal gewünscht hätte, noch ein wenig bei dem aktuellen Protagonisten zu bleiben, in den ich gerade so richtig eingetaucht war, um zu erfahren wie es dort weitergeht. Letztlich hat sich aber alles sehr gut zusammengefügt und die Abschnitte waren bewusst und gut so gewählt. Einzig das Ende hat mich nicht so überzeugt, aber das ist Geschmackssache und dazu verrate ihr hier natürlich nichts.
- Volker Angres
Das Verstummen der Natur
(4)Aktuelle Rezension von: sommerleseDas Sachbuch "Das Verstummen der Natur" wurde von dem Journalisten Volker Angres und dem Umweltschutzexperten Claus-Peter Hutter verfasst. Es erschien 2018 im Ludwig Verlag und trägt den Untertitel "Das unheimliche Verschwinden der Insekten, Vögel, Pflanzen – und wie wir es noch aufhalten können".
Die Folgen des heimischen Artensterbens sind inzwischen allgegenwärtig sichtbar. Der Mensch vernichtet seine eigenen Lebensgrundlagen, es gibt kaum noch Insekten, Lebensräume für Wildtiere werden unwiderruflich vernichtet und das Meer ist voll mit Plastik. Wie sollen sich Tiere und Pflanzen da noch behaupten?
Claus-Peter Hutter, Präsident von NatureLife-International und Leiter der Akademie für Natur- und Umweltschutz des Landes Baden-Württemberg, und Volker Angres, Leiter der ZDF-Umweltredaktion, zeigen die Gründe für das Artensterben auf und benennen Verursacher und Verantwortliche. Besonders die industrialisierte Landwirtschaft mit ihrem Einsatz von Pestiziden und den endlosen Monokulturen hat hier eine Hauptschuld zu tragen. Was nun von jedem Einzelnen getan werden muss und welche Beispiele es für die Rettung der biologischen Vielfalt gibt, sät ein Körnchen Hoffnung angesichts einer apokalyptischen Entwicklung.
"Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will."
Zitat Seite 129 Albert Schweitzer
Wenn die Vielfalt der Lebewesen auf der Erde stirbt, hat der Mensch auch verloren. Darüber sollte sich jeder bewusst sein.
Früher wurde der Ackerbau in Form einer Dreifelderwirtschaft betrieben, dort konnte sich der Boden regenierieren, die Wildkräuter sich vermehren, die Weidetiere hatten Futter und hinterließen ihren Mist als Dünger für den darauffolgenden Getreide- oder Gemüseanbau. Es was ein Segen für Insekten, Weidevieh, aber auch für die Menschen. Heute sorgt intensivse Bewirtschaftung, die chemische Schädlingsbekämpfung und Überdüngung für die Verdrängung der Flora und Fauna auf den landwirtschaftlich genutzten Flächen.
Die beiden Autoren bringen die Bedrohung der Arten mit den von Menschen gemachten Fehlern in Verbindung, sie erklären und zeigen Beispiele, sie klagen an und bringen Lösungsansätze und Vorschläge für einen besseren Umgang mit der Natur im Kleinen wie im Großen.
Ihre Texte werden gestützt von aktuellem Zahlenmaterial, sie erwähnen Fehler der Politik und auch die Konsumenten, die mit ihrem Kaufverhalten diese tragische Entwicklung mit bewirkt haben.
In einzelnen Kapiteln geht es Stück für Stück den Vernichtungsfaktoren auf den Grund. Hier werden insbesondere die Landwirtschaft, der Klimawandel, Tierfallen, letzte Naturoasen und der Bauwahn in den Städten von allen Seiten beleuchtet und aufklärend dargestellt.
Welche Lebensräume müssen wir schützen? Intakte Wälder, Moore, Wiesen, Bäche und Flüsse, sowie Seen sind extrem wichtig für ein ausgewogenes Verhältnis in der Natur.
Doch die Autoren zeigen auch Rettungsversuche auf. Es gibt noch kleine Hoffnungsschimmer, wenn wir Menschen uns darauf einlassen und wieder mehr versuchen, mit der Natur zu leben und nicht gegen sie.
Zur Rettung der Wiesen gibt es folgende Vorschläge:
- Wissen über Wiesenblumen und die dazugehörigen Tiere an Kinder weiter vermitteln.
- keine Wiesenblumen pflücken
- Anlegen von Naturwiesen
- Wegrandstreifen nicht überdüngen
- keinen E10-Kraftstoff tanken
- Politik: - keine Förderungen für Biogasanlagen und den Maisanbau
Dieses Sachbuch ist sehr umfangreich, wer sich mit den Themen näher beschäftigen möchte, der erhält am Ende noch viele Behördenadressen, Literaturhinweise und Quellenangaben zur eigenen Recherche.
Was mir an diesem Buch besonders gut gefallen hat, ist der erklärende Ansatz, das Ansprechen von Problemen und Gefahren für die Natur und das Aufzeigen von möglichen Perspektiven und Lösungsvorschlägen, um die Natur besser zu schützen, die Arten zu bewahren und die Umwelt nicht noch weiter zu zerstören.
Jeder Mensch ist hier gefragt, sich mit der Thematik zu befassen und sich für seine Natur einzusetzen.
Aufklärung ist wichtig, nur wer seine Fehler kennt, wird sie vermeiden können. Versuchen wir, die Umwelt wieder lebenswerter für viele Arten zu machen, am Ende profitieren wir selbst davon.
Dieses Buch ist eine eindringliche Erklärung, ein Aufschrei für die Rettung von Natur und Umwelt und für den Erhalt der Artenvielfalt. Es ist trotz der negativen Grundthematik aber auch ein hoffnungsvolles, weil motivierendes Buch. - Gert Nygårdshaug
Mengele Zoo
(64)Aktuelle Rezension von: PongokaterIm Wikipedia-Eintrag zum Roman heißt es:"Obwohl der Roman die Welt durch die Augen eines der meist gesuchten Terroristen beschreibt, fällt es dem Leser leicht Minos (= Oberterrorist) Standpunkt einzunehmen." Das klingt ganz harmlos, steht aber in einem Buch, in dem Erzähler und Hauptfigur meinen, dass es doch ganz schön wäre, 200 Millionen "nutzlose" Gringos umzubringen. Einige dutzend Seiten später wird sogar gesagt, das es schön wäre, die Menschheit auf zwei Milliarden Menschen zu reduzieren.
Das Buch des Norwegers Nygardshaug beginnt recht poetisch bei einer Familie im südamerikanischen Regenwald, deren Existenz durch landgierige Firmen vernichtet wird. Der Sohn der Familie, Mino, entgeht der Vernichtung. Zunächst verübt er Rache an Einzelnen, aber dann lässt ihn der Autor eine Terrorgruppe gründen, die Mino unter dem wohl nicht zufälligen Decknamen "Carlos" führt. Die zweite Hälfte des Buches schildert dann wie in einer Sportreportage (jeder Mord wird bejubelt wie ein Tor), wie die Gruppe auf raffinierte Weise beginnt, die Macht- und Wirtschaftseliten der westlichen Welt zu töten, mal Dutzende, mal Hunderte, mehr geht (siehe oben) "leider" nicht. All das geschieht im Namen des Regenwaldes, ja der Natur, der Erde. Deshalb erscheint dem Erzähler und der Hauptfigur auch alles Tun der Ökoterooristen gerechtfertigt.
Warum in Norwegen 400.000 Exemplare dieses blutrünstigen Gesinnungsschmökers verkauft wurden, erschließt sich mir nicht. Passend wäre ein nachträglicher Stalin-Preis für besonders dumpfe und hasserfüllte Propaganda.
- Levin Aurel
Der letzte Fuchs
(14)Aktuelle Rezension von: june_london...und du müsstest darin (über)leben.
Zitat: "Die Hälfte meiner Narben stammt von Menschen und ich habe ihnen verziehen.“
Inhalt: Tiere sind schon vor Jahren ausgestorben bzw. wurden ausgerottet. Es gibt nur noch Ratten und vereinzelt Insekten. Maschinen haben die Aufgaben von Mensch und Tier übernommen. Die Menschen drängen in die Städte, weil auf dem Land Armut herrscht. "Die Behörde" hat die absolute Macht.
Das ist die Welt in der der junge Paris zu überleben versucht. Er bemüht sich, seiner Familie und dem heruntergekommenen Bauernhof zu helfen. Doch die menschliche Natur ist unberechenbar.
Eindruck: Die Idee des Autors hat mich sehr angesprochen. Ich kann und will mir keine Welt ohne Tiere vorstellen. Und schon gar nicht würde ich in ihr leben wollen. Darum war ich neugierig, wie der Autor sich so eine Welt vorstellt und was das für die Menschheit bedeuten könnte.
Dem Autor gelingt es unglaublich gut, die Trostlosigkeit der Welt , in der Paris lebt, darzustellen. Ich habe mich sehr gut in Paris hineinversetzen können. Er hat die letzten Tiere noch miterlebt und vermisst sie sehr. Ich habe mich gefühlt. als würde ich neben Paris durch diese dystopische Welt wandern.
Die Handlung entwickelt sich sehr langsam. Der Autor nimmt sich viel Zeit die Einzelheiten seiner Welt darzustellen. Das führte bei mir leider dazu, dass ich ungeduldig wurde und einen Höhepunkt/Plottwist herbei gesehnt habe. Die Geschichte hätte gerne etwas schneller erzählt werden können. Ich konnte das Buch nur mit langen Pausen lesen, weil mich die bedrückende Atmosphäre der Geschichte auf Dauer sehr deprimiert hat. Diese passt zwar sehr gut zur Handlung, hat mir aber auch das Weiterlesen sehr schwer gemacht.
Fazit: Die Handlung hat mich sehr interessiert, aber die dauerhaft bedrückende Atmosphäre hat mir etwas die Lesefreude genommen. trotzdem empfehle ich das Buch allen, die sich für Dystopien begeistern und sich für Themen wie Umwelt, Klima, Artenschutz etc. interessieren.
- Hazel Prior
Miss Veronica und das Wunder der Pinguine
(56)Aktuelle Rezension von: anne_foxDas Leben der Veronica war nicht leicht. Ihr Leben gerät aus den Fugen als sie sich als junges Mädchen in den italienischen Kriegsgefangenen Giovanni verliebt und von ihm schwanger wird. Durch den frühen Tod ihrer Eltern lebt sie bei einer Tante, die sie sofort ins Kloster schickt als sie von de Schwangerschaft erfährt. Dort nimmt man ihr sofort kurz nach der Geburt das Kind ab. Den Schock hat sie in überwunden. Im hohen Alter mittlerweile ist sie schwerreich, lässt sie nach dem Kindesvater suchen und lernt dabei ihren Enkel Patrick kennen. Es dauert lange bis sie sich näherkommen, erst als er sie auf einer Pinguinstation mitten im Eis besucht. Den Ort wollte Veronica noch sehen bevor sie stirbt und ihr Geld auch für die geliebten Pinguine zu hinterlassen.
Fazit:
Eine bittersüße Geschichte über das Leben einer Frau die ihre große Liebe nie vergessen hat und aus ihrem Alter das Beste macht und dennoch glücklich wird,
- Tanja Busse
Das Sterben der anderen
(4)Aktuelle Rezension von: sommerleseTanja Busses Buch "Das Sterben der anderen" trägt den Untertitel: Wie wir die biologische Vielfalt noch retten können und erscheint im Blessing Verlag.
Langsam kommt niemand mehr an den Meldungen vom Artensterben vorbei. Jeder Tierfreund hat es bemerkt, die Naturschützer schlagen Alarm. Es steht fest, dass die Zahl der Insekten in den letzten 27 Jahren um mehr als 75 Prozent abgenommen hat. Lange Zeit hatte man nur die Bienen im Visier, doch auch bislang weit verbreitete andere Insekten sind in Gefahr. Es ist ein Teufelskreis, denn mit ihnen sterben auch ihre Fressfeinde, die Igel, Maulwürfe, Fledermäuse, Amphibien und Vögel.
Wenn sich bestimmte Arten zu sehr auf spezielle Lebensräume anpassen, kann das zum Teil ihr Überleben sichern, es kann ihnen aber auch zum Verhängnis werden, wenn die Lebensräume verschwinden.
"Zwei Drittel der gesamten Welternte stammen von neuen Pflanzen: Zuckerrohr, Mais, Reis, Weizen, Kartoffeln, Sojabohnen, Ölpalmen, Zuckerrüben und Maniok. Dabei gibt es rund 382000 verschiedene Pflanzen auf der Welt... Doch nur neun davon füllen unsere Teller." Zitat Seite 314Tanja Busse, Landwirtschafts- und Ökoexpertin analysiert und erklärt in verständlichen Worten auch Fachfremden die gegenwärtige Situation im Arten- und Naturschutz und zeigt mögliche Gegenmaßnahmen auf.
Mit eigenen Erlebnissen, Überlegungen und Anekdoten von Forstwirten, Landwirten und Wissenschaftlern bringt Tanja Busse auf den Punkt, welche Gesetze und Ziele für den Erhalt von Arten angepeilt werden und wie schwerfällig, unsinnig und teilweise zu bürokratisch Gesetze der EU umgesetzt werden oder nicht dort ansetzen, wo Regelungen etwas sinnvolles bewegen würden. Die Probleme und Umweltfolgen benennt sie offen und zeigt entsprechende Lösungsansätze auf.
Sie geht mehrfach auf landwirtschaftliche Belange ein, denn hier geht es um Fördergelder zugunsten ökologisch geführter Betriebe. Doch die vielen EU-Gesetze setzen nicht immer am richtigen Punkt an, vielfach erschweren sie z. B. bereitwillig auf Pflanzenschutzmittel verzichtenden Landwirten die Arbeit.
Die EU-Regelungen sind für alle Länder einheitlich geregelt, was aber für den speziellen ökologischen Zustand nicht überall maßgeblich ist. Nicht immer erscheinen die Gesetze sinnvoll und logisch, häufig werden eher die finanziellen Belange der Länder in den Fokus genommen.
Und man mag es kaum glauben, denn wer etwas für den Artenschutz machen möchte, bekommt nicht selten Auflagen, die kaum zu schaffen sind. Schade, denn auch kleine Schritte können im Grunde schon etwas zum positiven bewirken.
"Wir müssen die biologische Vielfalt als unsere Lebensversicherung verstehen." Zitat Seite 114In 14 Kapiteln beschreibt Tanja Busse interessante Inhalte über Kulturpflanzen oder Gentechnik, zum Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln oder von Schutzzonen, die keinen Schutz bringen. Sie macht deutlich was Momokulturen und Flußbegradigungen auslösen, was der Verlust von Allmendeflächen bedeutet.
Die Lektüre öffnet jedem Leser die Augen, denn hier läuft einiges schief. Die Schwerfälligkeit von Gesetzen und ihre bürokratische Umsetzung machen es nicht besser. Im Gegenteil, willige Landwirte verlieren aufgrund vielfältiger Leitlinien und umständlicher Beweislast nicht nur Zeit für ihre Arbeit, sondern auch die Lust, sich hier weiter für die Natur einzusetzen.
Das Buch mutet übrigens wie eine Dokorarbeit an, denn ein umfangreiches Literaturverzeichnis und 26 Seiten mit Anmerkungen bringen weitere Infos über die Quellen.
Dieses Buch erklärt die fachlichen Zusammenhänge des Artensterbens verständlich und zeigt offen die Probleme auf, gibt aber auch Lösungsansätze, die helfen können. Es ist ein Wandel nötig, das muss jedem von uns klar werden. Die Natur ist unsere Zukunft, sterben die Tiere, stirbt irgendwann auch der Mensch.
- Katja Brandis
Schatten des Dschungels
(100)Aktuelle Rezension von: JanniversumSchatten des Dschungels, ein -wie ich finde- sehr gutes Buch. Ich habe mir diese Buch gekauft, weil Katja Brandis meine Lieblingsautorin ist. Das war sie aber nicht immer (-: Der Grund dafür (also Lieblingsautorin) ist nicht weil ich sie irgendwie kenne oder was gewonnen habe oder so -nein- ihr Schreibstil ist einfach unfassbar gut. Ich mag aber nicht nur den Schreibstil, es zieht sich ein roter faden durch das Buch und man lebt sozusagen mit den Charackteren. die Geschichte war sehr fesselnd und hat zum lesne länger gedauert als ich gedacht habe. Dieses buch kriegt von mir auf jeden Fall eine klare Emphelung und ich wünsche dir viel spaß beim lesen.
Mit freundlichen grüßen.
- Theo B. Pagel
111 Geschichten aus dem Kölner Zoo, die man kennen muss
(2)Aktuelle Rezension von: Igelmanu66»Einige Jahre nach der weltweiten Erstnachzucht steht nun Schritt zwei des Engagements für die hochbedrohten Philippinen-Krokodile auf dem Programm. Der Zoo startet ein Wiederansiedlungsprojekt für die Rückführung von zwei Jungtieren auf die Philippinen. Für genetisch variable und überlebensfähige Bestände in Menschenhand zu sorgen und nach Möglichkeit Tiere zur Auswilderung bereitzustellen, ist die »hohe Schule« der Nachzuchtarbeit.«
Der Kölner Zoo ist nicht „mein“ Heimatzoo, aber ich bin regelmäßig dort und mag ihn sehr. Zum 160. Geburtstag des Zoos in diesem Jahr erschien dieses Buch mit 111 Geschichten rund um den Zoo. Jede dieser Geschichten bildet zusammen mit einem passenden Foto ein kurzes Kapitel. Gemeinsam haben sie, dass sie zugleich informativ und unterhaltsam sind, in leicht verständlichen Worten Wissen vermitteln und den Leser regelmäßig schmunzeln lassen. Die Themenvielfalt ist allerdings beachtlich.
Natürlich gibt es einiges Interessante zu Tieren. Welches ist beispielsweise das älteste Tier im Zoo? Die tierischen Superstars (Erdmännchen & Co.) werden vorgestellt oder zu meiner großen persönlichen Freude eins meiner Lieblingstiere, das Erdferkel. Sehr wichtig natürlich auch der hochmoderne Elefantenpark, der Hippodom oder das beeindruckende Aquarium. Ein Besuch bei Geißbock Hennes IX, dem traditionellen Maskottchen des 1. FC Köln steht ebenfalls an oder die Erläuterung der Frage, wie man eigentlich einen Elefanten transportiert.
Unmittelbar verbunden mit den Tieren sind natürlich Fragen rund um Artenschutz und Forschung. Moderne Zoos arbeiten nach ständig überarbeiteten und verbesserten Haltungsrichtlinien und stellen für nicht wenige Tiere eine Arche dar. Lange vorbei sind die Zeiten, als Tiere aus der Natur entnommen wurden, im Buch wird dargestellt, wie das Engagement des Kölner Zoos in Sachen Erhaltungszuchtprogramme aussieht und um welche Naturschutzprojekte er sich kümmert. Hier erfährt man dann auch, wie man mit seinem alten Handy Menschenaffen helfen kann.
Menschen werden ebenfalls vorgestellt. Sehr beeindruckend fand ich zum Beispiel die Geschichte von Elisabeth Reichert, die dem Zoo ihr Vermögen vermachte. Und wer hätte vermutet, dass der Zoo eine erfolgreiche Fußballmannschaft hat? Ich erfuhr ferner einiges über die Direktoren, die Tierpfleger, Gärtner und Tierärzte, Interessantes über die Arbeit des Nachtwächters oder des Kurators und – ganz besonders fesselnd – über den Indiana Jones vom Rhein.
Auch in Sachen Architektur und Kunst gibt es was zu sehen, so stehen beispielsweise zwischen den modernen Anlagen einige beeindruckende historische Gebäude. In normalen Jahren darf man sich zudem auf das faszinierende China Light Festival freuen.
Fazit: Viele faszinierende Geschichten rund um einen der ältesten Zoos in Deutschland. Auch ich als regelmäßige Zoobesucherin habe noch Neues erfahren und hatte viel Spaß.
- Barbara Voigt
Mein Patenkind heisst Jumbo
(1)Aktuelle Rezension von: Igelmanu66»Das Elefantenbaby scheint höchstens drei Wochen alt zu sein, aber wie viele Stunden voller Lebensangst hat es schon hinter sich? Seine Herde muss in Panik davongestürmt sein vor einer der bewaffneten Wilderer- Banden, die zu dieser Zeit in Kenia unter den Elefanten wüten wie die Berserker. In dem ganzen Durcheinander fiel das verschreckte Elefantenkind in einen tiefen Graben – unter der unbarmherzigen Sonne dem Tod bald näher als dem Leben.«
Erwachsene Elefanten sind große und starke Tiere, denen eigentlich nur der Mensch gefährlich werden kann. Elefantenbabys hingegen sind hilflos und auf ihre Mutter angewiesen, die ihnen die einzige für ihr empfindliches Verdauungssystem geeignete Ernährung gibt, die sie regelmäßig einstaubt und eine Unterstellmöglichkeit bietet, um die zarte Haut vor dem Verbrennen durch die Sonne zu bewahren und die sie vor Raubtieren schützt. Ein Elefantenbaby, dessen Mutter getötet wurde, ist selber zum Tode verurteilt.
Daphne Sheldrick ist in Kenia aufgewachsen und schon als Mädchen begann sie damit, Wildtier-Waisen zu versorgen. Sie zog zahlreiche Antilopen, Zebras, Dikdiks, Büffel und sogar Nashörner groß und entließ sie wieder in die Freiheit. Natürlich wollte sie auch Elefantenbabys retten – aber das gestaltete sich enorm schwierig.
Dieses Buch erzählt ihre Geschichte, wobei die kleinen Rüsselträger von Anfang bis Ende im Mittelpunkt stehen. Der Leser erfährt von den Schwierigkeiten, einem Elefantenbaby die Mutter zu ersetzen und den meist schwer traumatisierten Kleinen neuen Lebensmut zu geben. Und schließlich sollen die Elis nicht zu Zootieren werden, sondern frei und wild bleiben. Nicht leicht, aber es funktioniert.
Der Verein „Rettet die Elefanten Afrikas e.V.“ unterstützt seit über 25 Jahren die Arbeit von Daphne Sheldrick und den Keepern, die sich um die kleinen Elis kümmern, bis sie mit etwa acht oder neun Jahren groß genug sind, um sich aus der Waisen-Familie zu verabschieden und sich einer wilden Herde anzuschließen. Die Arbeit wird ausschließlich über Spenden und Sponsoren finanziert, weshalb für die Baby-Elefanten nicht nur die Hilfe vor Ort zählt, sondern auch das Vorhandensein von Pateneltern.
Das Buch schildert den Alltag der Keeper mit ihren vierbeinigen Schützlingen. Viele wundervolle Fotos lassen das Herz eines jeden Tierfreundes höherschlagen, die dazu gehörenden Berichte sind einfach schön und abwechselnd ergreifend, beeindruckend oder lustig. Die Berichte stellen aber nur einen Teil des Buchs dar, es gibt auch viele Sachinfos rund um die gesamte Thematik.
Das Buch entstand bereits 1995, was für den Leser in drei Punkten wichtig ist. Erstens: Die kleinen vorgestellten Elis sind mittlerweile natürlich nicht mehr klein, wer die sehr informative Webseite des Vereins aufsucht, wird mit Berichten über die aktuell betreuten Babys versorgt. Zweitens und von sehr viel größerer Bedeutung: Im Buch konnte man noch nicht wissen, ob das Projekt langfristig erfolgreich sein wird. Diese Frage kann man mittlerweile getrost mit einem „Ja“ beantworten. Und drittens: Man hoffte damals, dass sich die bedrohliche Situation der Elefanten nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen von 1990 in der Zukunft verbessern würde. Leider ist das nicht eingetreten, die Zahl der noch in Afrika lebenden Elefanten sank allein von 2007 bis 2014 um rund 30 % und seitdem jährlich um etwa 8 %. Hauptursache ist nach wie vor die Wilderei. Diese Zahlen machen die Arbeit Daphnes und der Keeper umso wichtiger.
Fazit: Informativ und berührend. Dieses Buch lässt keinen Tierfreund kalt.
»Elefanten strahlen einen solchen Frieden aus, zeigen so ein soziales Verhalten, dass man sofort anfängt, über sich selbst nachzudenken.«
P.S. Mein Patenkind heißt übrigens Tagwa.
- Josef H. Reichholf
Schmetterlinge
(2)Aktuelle Rezension von: KompassqualleIn dem Sachbuch von Josef Reichholf geht es in der ersten Hälfte um das Leben einiger ausgewählter Schmetterlingsarten. Dabei werden faszinierende Lebensstrategien beleuchtet und wissenschaftliche Erkenntnisse zum Leben der Schmetterlinge thematisiert. So wird zum Beispiel erklärt, wie man Schmetterlingsbestände zählt und welche Schwankungen normal sind und welche auf einen langfristigen Rückgang der Population schließen lassen.
Der zweite Teil des Buches beschäftigt sich mit der Entwicklung der Schmetterlingspopulationen. Und da sieht es düster aus. Während in der Stadt und im Wald die Bestände weitestgehend in Ordnung sind, zeichnet sich in den offenen Landschaften ein dramatischer Rückgang, sowohl an Arten, als auch an Individuen ab. Fundiert begründet erklärt der Autor Ursachen für diesen Rückgang, die zum größten Teil in der intensiven Landwirtschaft und der Grünpflege zu sehen sind. Er beschäftigt sich auch mit weiteren möglichen Gründen, wie der Klimaerwärmung und der Lichtverschmutzung in Städten. Es wird klar, dass inzwischen Großstädte häufig eine größere Artenvielfalt und Bestände haben als Gebiete in offener Flur, ein erschreckender Trend. Plausibel erklärt der Reichholf, welche Maßnahmen zum Schutz der Schmetterlinge erforderlich sind.
Meinung:
Dieses Buch dient nicht in erster Linie der Unterhaltung. Entsprechend enthält es teilweise längere Passagen, die sich mit Methoden der Wissenschaft und Ergebnissen von Studien beschäftigen und einen langen Atem erfordern. Dabei ist die Sprache aber immer gut verständlich und flüssig. Es lohnt sich wirklich, das Buch in Ruhe zu lesen und über die Inhalte nachzudenken. Entgegen landläufiger Meinungen wie "Auf dem Land ist die Natur noch in Ordnung und die Großstädte sind naturfeindliche Betonwüsten" ergibt sich hier ein gänzlich anderes Bild. Die Thesen in diesem Buch regen zum Nachdenken und teilweise auch zur Schwermut an, da die Entwicklungen im landwirtschaftlichen Bereich verheerende Folgen für die gesamte heimische Tier- und Pflanzenwelt haben. Die Inhalte des Buches haben mich noch lange im Kopf beschäftigt und ich hoffe, wenn mehr Leute Bücher wie dieses lesen, ändert sich das allgemeine Denken im Naturschutz. Dieses Buch ist daher wirklich empfehlenswert, wenn man sich für die heimische Tierwelt und die Zusammenhänge in der Natur interessiert und deutlich tiefgründiger als die meisten Bücher zu heimischen Naturthemen. Es geht also nicht nur um heile Welt und schöne Schmetterlinge, erweitert aber den Horizont und hat mich sehr beeindruckt. Der Autor hat an vielen Studien selbst geforscht und ist seit vielen Jahren in der Schmetterlingsforschung aktiv.
- Anthony Sheridan
Europas Zoo unter der Lupe: Sheridans Handbuch der Zoos in Europa
(1)Aktuelle Rezension von: Igelmanu66»Die Schwierigkeit der Erstellung von Ranglisten sind mir durchaus bewusst! Ich bemühe mich, meine Vorgehensweise mit jeder neuen Rangliste zu verbessern und zu verfeinern. … Die große Akzeptanz mit der mein Projekt, einen objektiven Leistungsvergleich zwischen den europäischen Zoos durchzuführen, aufgenommen wurde, sowie die großartige und enge Zusammenarbeit mit den allermeisten der Zoodirektoren, haben mich bei meiner Arbeit immer wieder ermutigt.«
Zoos sind heutzutage von großer Wichtigkeit, nicht nur als Publikumsattraktion, sondern auch in ihrer Rolle als Bewahrer biologischer Artenvielfalt. Für nicht wenige Menschen findet der „Erstkontakt“ zur Tierwelt über Zoos statt und so manche Tierart würde es ohne sie gar nicht mehr geben. Aber die Anforderungen an einen modernen Zoo sind hoch, möglichst artgerechte Haltung gilt es mit wirtschaftlichen Faktoren in Einklang zu bringen. Dazu sollte der Zoo idealerweise noch einen Bildungsauftrag erfüllen und Artenschutzprogramme unterstützen.
Anthony Sheridan bereist seit vielen Jahren Zoos, dieses Buch entstand auf der Grundlage von mehr als 650 Zoobesuchen, vielen Gesprächen mit Direktoren und leitenden Angestellten und Besuchen von Veranstaltungen der Zoo-Fördervereine. Es ist auch nicht sein erstes Werk dieser Art, zuletzt hatte er 2011 Europas Zoos kritisch „unter die Lupe“ genommen, aber in den Jahren danach wurden in vielen Zoos große Fortschritte gemacht, die hier analysiert werden. Außerdem wird ein Ausblick auf die kommenden Jahre gewagt.
Die Kriterien, die zur Bewertung herangezogen wurden, sind: Besucherfaktoren, Bildung, Natur- und Artenschutz, Wirtschaft und Organisation. Das Ergebnis ist ein beeindruckendes Ranking, das Stärken und Schwächen aufzeigt und sicher dazu beitragen kann, die gute Entwicklung in Zoos weiter voranzutreiben.
Sehr viel Fachspezifisches erfährt der Leser hier. Themen wie das Europäische Erhaltungszuchtprogramm werden genauso behandelt wie die 2014 verabschiedete gesetzliche Richtlinie zur Haltung von Säugetieren in Zoos, deren Umsetzung so manchen Tierpark vor große Herausforderungen stellt. Deutlich merkt man die generelle Entwicklung, die Anzahl der gehaltenen Arten zu reduzieren, um so die höheren Ansprüche zu erfüllen.
Zu jedem der bewerteten Zoos gibt es einen umfangreichen Bericht, in dem auch dargestellt wird, was der Zoo in den letzten Jahren getan hat, was modernisiert wurde, in welchem Umfang investiert wurde und wie die Pläne (samt einer Einschätzung der Durchführbarkeit) für die nächsten Jahre aussehen. Die besten Zoos sowie die, die eine besonders beeindruckende Entwicklung aufweisen können, werden explizit hervorgehoben. Außerdem werden Besonderheiten vorgestellt, wie zum Beispiel das weltweit einzigartige „Micropia“ in Amsterdam, ein Projekt zur Enthüllung der unsichtbaren Welt der Mikrobiologie.
Des Weiteren wird über einige Artenschutzprojekte berichtet, auch diese Abschnitte fand ich sehr interessant. Dem Autor liegt besonders ein Schutzprojekt für Gibbons in Vietnam am Herzen, das er (auch durch die Bucheinnahmen) finanziell unterstützt.
Ich habe so einiges Neue erfahren, fand die Ausführungen hochinformativ und habe ein paar (mir noch unbekannte) Zoos auf meine persönliche Besuchsliste gesetzt. Man muss aber wirklich Interesse an der Grundthematik haben, wer nur einen Ausflugstipp fürs nächste Wochenende sucht, hat hier vermutlich ein zu umfangreiches Buch. Ich werde in ein paar Jahren die Augen nach einem Folgeband aufhalten, denn die weitere Entwicklung interessiert mich brennend!
Zwei Kleinigkeiten habe ich zu bemängeln. Zum einen fände ich es gut, wenn einige Fachbegriffe zumindest kurz erläutert würden. Wer nicht vom Fach ist, weiß vermutlich nicht ohne Weiteres, was unter „In-situ-Artenschutz“ zu verstehen ist oder wofür die Abkürzung „EAZA“ steht. Punkt Nummer zwei bezieht sich auf das Tabellenwerk. Das ist zunächst einmal toll und sehr umfangreich, was ich mag. Da ich die tägliche Arbeit mit Tabellen gewohnt bin, lese ich sie auch gründlich und habe dabei ein paar kleine Fehler entdeckt, die einem Korrekturleser normalerweise auffallen sollten. In Anbetracht des Gesamteindrucks ziehe ich dafür aber lediglich einen halben Punkt ab.
Fazit: Beeindruckendes Zoo-Ranking. Ich hoffe, der Autor schaut den Zoos weiter so genau auf die Finger!
Im November 2015 wurden die Ranglisten sogar in der Printausgabe und auf der Webseite des deutschen Verbrauchermagazins Stiftung Warentest veröffentlicht und lobend kommentiert: „Das Sheridan Zoo-Ranking gilt als die wichtigste Bewertung europäischer Zoos.“
- Usch Luhn
Emilia Blumenherz, Band 1 - Das geheime Pflanzeninternat
(77)Aktuelle Rezension von: AgnesMIch habe „Emilia Blumenherz – Das geheime Pflanzeninternat (Band 1)“ gemeinsam mit meiner achtjährigen Tochter gelesen und wir waren beide richtig begeistert. Die Geschichte ist schön und spannend erzählt und hat ein angenehmes Tempo, genau richtig für Kinder. Man kann wunderbar miträtseln und wird gleichzeitig ganz entspannt durch die Handlung getragen.
Besonders gefallen hat uns diese zauberhafte Welt rund um Emilia, das Internat und all die Pflanzen, Gewächse und Naturideen. Das Ganze ist nicht nur fantasievoll, sondern bringt Kindern auch auf eine richtig schöne Art die Natur näher. Eine wirklich tolle Idee.
Emilia selbst ist eine super sympathische Hauptfigur, neugierig, offen und einfach liebenswert. Man fühlt sich schnell mit ihr verbunden und begleitet sie gern durch ihr Abenteuer. Wer die Bücher von Usch Luhn kennt, wird auch hier sofort ihren typischen Stil wiedererkennen.
Auch optisch ist das Buch sehr gelungen. Das Cover ist bunt, fröhlich und ansprechend und im Inneren gibt es kleine Illustrationen, die alles noch lebendiger machen. Es gibt viel zu entdecken, was das Lesen zusätzlich spannend macht.
Die Geschichte ist nicht durchgehend actionreich, sondern hat auch ruhigere und einfach schöne Momente. Genau diese Mischung hat uns gut gefallen. Als Erwachsener hat man an manchen Stellen allerdings das Gefühl, dass einiges etwas oberflächlich bleibt. Da hätte es für mich ruhig noch ein bisschen mehr Tiefe geben dürfen. Meine Tochter hat das dagegen überhaupt nicht gestört. Sie war komplett im Geschehen drin, hat mitgefiebert und fand die Geschichte einfach toll. Für sie war alles genau richtig so und sie war sehr zufrieden.
Für uns ist es auf jeden Fall ein gelungener Auftakt der Reihe und wir freuen uns schon sehr auf Band 2. Gerade weil es ein Kinderbuch ist und meine Tochter so begeistert war, gibt es von uns eine volle Leseempfehlung.
- Luisa Hartmann
Kleiner Pinguin ganz groß
(17)Aktuelle Rezension von: Sterntaler1512Klapptext: Einmal ein Held sein! Davon träumt der kleine Pinguin Philip, den alle nur Phips nennen. Stattdessen ärgert ihn seine große Schwester. Und vor Tscharlie und seiner Bande hat er einfach nur Angst.
Aber dann entdecken er und seine Freunde ganz in der Nähe der Pinguinkolonie ein neues Menschenlager. Schnell bemerken Philip, Chris und Wendy, dass diese Leute nichts Gutes vorhaben: Die Antarktis ist in Gefahr! Die Tierkinder fühlen sich hilflos. Philipp zögert … Sollen sie sich wirklich mit ihren schlimmsten Feinden verbünden, um die Kolonie zu schützen?Cover: Das Cover ist total witzig. Ich musste sofort schmunzeln. Direkt war mein Interesse geweckt. Der Titel lässt auch eine spannende Geschichte vermuten. Es ist wirklich ansprechend und ausdrucksstark.
Illustrationen: Es gibt vereinzelne, meinst kleinere Zeichnungen, die sehr schön sind und mir auch sehr gut gefallen haben. Sie lockern die Geschichte gut auf. Im Teil über den Lebensraum der Antarktis sind die Zeichnungen größer und wirklich toll gestaltet.
Schreibstil: Die Geschichte ist fließend und leicht verständlich. Sie eignet sich auch super zum vorlesen. Sie ist spannend und altersgerecht geschrieben.
Meinung: Ich kann dieses Buch jeden nur ans Herz legen. Es ist nicht nur eine wirklich spannende Geschichte über Freundschaft und Zusammenhalt, sondern bietet auch viele Informationen über die Arktis. Diesen Teil fand ich echt toll.
Fazit: Ich empfehle das Buch "Kleiner Pinguin ganz groß" von Luisa Hartmann gerne weiter und vergebe hier 5 Sterne.
- Nadine Radermacher-Ilski
Traumreise
(12)Aktuelle Rezension von: RajetEine Liebe zwischen Traum und Wirklichkeit. Es hört sich an wie eine ganz gewöhnliche Liebesgeschichte. Suria liebt Jackson. Jackson liebt Suria. Perfekt! Doch was, wenn der Geliebte nur in den eigenen Träumen existiert. Suria träumte seit fast einem Jahr von Jackson. Die Träume lassen die Realität wie graue Bilder wirken. Und doch war für Suria immer klar, diese Liebe musste ein Phantasiegebilde sein. Als sie aber dann nach Malaysia zu Ihrer Großmutter reisen muss, kommt alles ganz anders.
Würde sie das Rätsel um Jackson und ihre Träume lösen? Und was hatte der Tiger in ihren Träumen damit zu tun? Konnte sie sich ihrer großen Aufgabe stellen? Findet sie den Weg zwischen Traum und Wirklichkeit?
Der Schreibstil ist wunderbar magisch, flüssig zu lesen und spannend.
Das Cover in hellem Blau gehalten wird von dem Tiger im Schnee in der Bildmitte beherrscht, dieser hat eine bestimmte Rolle inne die du nach dem lesen des Romans verstehen wird. Hinter dem Titel sieht man noch eine Hibiskus Blüte – sag nur Duft. Total passend zum Romaninhalt.
Der Klappentext macht gespannt auf einen Roman um Träume, um Malaysia und seine Kultur und um das Finden der Liebe, vielleicht auch auf Umwegen.
Fazit:
Ein wunderschöner Roman über Traumdeutung und ihre Folgen, in diesem Fall ein Menschenleben in eine andere Richtung zu bringen (mehr werde ich nicht verraten). Sehr spannend auch das in Malaysia von den Senoi solche Traumdeutungen aus Tradition noch immer ausgeübt werden – im Roman wird aber noch weiter gegangen. Den Suria stellt sich als Traumreisende heraus die Träume real erleben kann und in diese eingreifen kann. Und wie sich herausstellt ergibt sich hier nicht nur eine romantische Liebesgeschichte, sondern viel mehr. Mir gefällt auch der Tierschutzaspekt der Teil des Romans ist und den die Autorin einfließen lässt.
Man sollte allerdings beachten das es um eine fiktive fantastische Geschichte und Personen handelt.
Ich finde der Autorin ist es gut gelungen dies alles in einen wunderbaren romantischen und spannenden Roman zu verpacken.
- Claudia Praxmayer
Wildes Paradies
(24)Aktuelle Rezension von: tardyClaudia Praxmayer nimmt uns mit in ihr wildes Paradies, das sie sich zusammen mit ihrem Mann im Chiemgau geschaffen hat, oder besser gesagt von der Natur hat zaubern lassen. Dabei erzählt sie uns in neun Kapiteln, wie sie ihren großen Traum verwirklichen konnte. Umrahmt von vielen stimmungsvollen Fotos macht das Buch großen Spaß und ich hatte richtig Lust sofort loszulegen. Das angenehme Format lässt sich gut in der Hand halten.
Die Autorin schildert aber nicht nur die positiven Erlebnisse, sondern lässt uns auch an Rückschlägen teilhaben, ein Thema, das viele Gärtner kennen. Ihre oft unkonventionellen Methoden zeigen, dass man manchmal vom herkömmlichen Weg abweichen kann, wenn man sein Ziel nicht aus den Augen verliert. Das Hin und Her transportieren der Tomatenpflänzchen erinnert mich stark an einen Urlaub in Frankreich, an dem nicht nur die Familie mit im Auto saß, sondern auch unser Bonsai, dessen Pflege ich unserer neuen Nachbarin nicht zugetraut habe.
Claudia Praxmayer schreibt sehr angenehm und so liest sich ihr Buch schnell und spannend und macht, wie schon erwähnt, große Lust darauf, es ihr nachzutun. Leider lässt sich dieser Traum vom eigenen Hof nicht für jedermann erfüllen und so müssen für mich die Töpfe und Kästen am Balkon und auf den Fensterbänke reichen. Da habe ich kürzlich sogar einen schönen Löwenzahn entdeckt. Der darf gerne bleiben.
Wilde Paradiese können überall entstehen und wer das ausprobieren möchte, sollte sich unbedingt dieses Buch zu Gemüte führen.
- Hannah Emde
Abenteuer Artenschutz
(15)Aktuelle Rezension von: BuechermonsterBlogSchon im Alter von sieben Jahren war für Hannah Emde klar, dass sie eines Tages einmal „Tiereztin“ werden und sich gegen „Tierkweler“ einsetzen würde – so schrieb sie es nämlich als junges Mädchen in ihr Freundebuch. Etwas mehr als zwei Jahrzehnte später ist aus der kleinen Hannah nicht nur eine erwachsene Frau geworden, sondern die derzeit vielleicht bekannteste Tierärztin Deutschlands. Nicht nur dass sie mit dem hier rezensierten Werk „Abenteuer Artenschutz“ bereits einen Sachbuch-Bestseller geschrieben und im Alter von 25 Jahren ihre eigene Tierschutzorganisation gründete, hat sie seit Anfang des Jahres 2022 auch noch ihre eigene Dokuserie im NDR: „Hannah goes wild“.
Nebelparder statt Hauskatze, wilder Ara statt Wellensittich
Wie der Titel dieses Buches nahelegt sind Emdes Patienten aber im Regelfall keine Kätzchen, Schoßhunde und Wellensittiche in einer kleinen Tierarztpraxis oder Pferde, Kühe und Schafe auf dem nächstgelegenen Bauernhof, denn derlei alltägliche Haustiere waren für Hannah schon zu Beginn ihres Studiums an der Tierärztlichen Hochschule Hannover etwas zu gewöhnlich – zu diesem Zeitpunkt hatte sie nämlich bereits einen zwölfmonatigen Freiwilligendienst auf den Philippinen hinter sich und die Bekanntschaft mit weitaus exotischeren Tierarten gemacht.
Vom Tierarztstudium in die Dschungel der Erde
In „Abenteuer Artenschutz“ erzählt die Tierärztin in fünf Abschnitten, wie es zu ihrer Leidenschaft für den Tierschutz gekommen ist, wo überall auf der Welt sie bereits im Einsatz war und gibt im letzten Teil des Buches auch einen kleinen Einblick in ihre aktivistischen Tätigkeiten und ermuntert ihr Publikum zum Mitwirken. Sie führt die Leser:innen in kurzweiligen Reiseberichten u.a. zu den Lemuren auf Madagaskar, Orang-Utans und Zwergelefanten auf Borneo, Bullenhaien in Costa Rica oder Papageien in Guatemala und bringt einem anschaulich unfassbar aufregende und vielfältige Lebensräume und Tierarten näher, die für die meisten vermutlich ein Leben lang unerreichbar bleiben werden und die man höchstens aus Dokumentarfilmen oder dem heimatlichen Zoo kennt.
Begeisternd statt belehrend
Sehr angenehm ist dabei, dass die Autorin zu keiner Zeit belehrend oder besserwisserisch daherkommt, sondern ganz im Gegenteil meistens wirkt wie die aufgeregte junge Studentin, die hier gerade ihrer absoluten Leidenschaft nachgeht und sich mit jedem Tag im Dschungel einen Lebenstraum erfüllt. Ihre Demut gegenüber der überwältigen Natur ist auf jeder Seite spürbar, ebenso wie ihr Respekt vor gleichgesinnten Einheimischen, Ärzten und Tierschützern, die teilweise ihr ganzes Leben dem Erhalt bedrohter Tierarten gewidmet haben. Zugleich ist es absolut beeindruckend, mit welcher Neugier, welcher Unbekümmertheit und auch welchem Mut sich Hannah Emde von einem Abenteuer ins nächste stürzt und kaum Berührungsängste zu haben scheint – nicht einmal so richtig wenn es um Spinnen geht, die sie laut eigener Aussage eigentlich überhaupt nicht leiden kann. Wer vielleicht selbst in der Schulzeit noch vor einem Auslandsjahr zurückgeschreckt ist und sich lieber im gewohnten Umfeld weiterentwickelt hat, der wird mit Staunen verfolgen, mit welcher Zielstrebigkeit, Geschwindigkeit und vor allem Begeisterung die damals noch angehende Tierärztin immer neue Erfahrungen sucht und Wissen regelrecht aufsaugt.
Faszinierend, aufweckend und ungemein unterhaltsam
Allerdings erlebt man die Autorin nicht nur bei den paradiesischen Seiten ihrer Arbeit, sondern ist auch dabei wenn schier endlos scheinender Regen im Dschungel aufs Gemüt drückt oder nach Wochen fernab der Zivilisation der Lagerkoller zuschlägt, und muss ebenso miterleben, wie das Paradies immer weiter bröckelt und vom Klimawandel oder schädlicher Landwirtschaft massivst bedroht wird. Allerdings findet Hannah Emde hier eine ausgewogene Mischung aus Aufklärung und Warnung und lässt einen nach rund 300 Seiten nicht deprimiert und hoffnungslos zurück, sondern entfacht bei ihrem Publikum viel mehr das Feuer, auch selbst etwas zu tun, um die beeindruckende Natur und Artenvielfalt dieses Planeten zu erhalten – und wenn es auch nur der Verzicht auf zerstörerisch angebaute Bananen und Ananas ist, deren monotone Plantagen die Abenteurerin ebenfalls mit eigenen Augen erlebt. Das alles macht „Abenteuer Artenschutz“ zu einem faszinierenden, aufweckenden und obendrein auch einfach ungemein unterhaltsamen Buch, das man nicht nur Tierliebhabern wärmstens ans Herz legen kann.























