Bücher mit dem Tag "arthur schnitzler"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "arthur schnitzler" gekennzeichnet haben.

26 Bücher

  1. Cover des Buches 1913 (ISBN: 9783596520534)
    Florian Illies

    1913

     (272)
    Aktuelle Rezension von: Annilove

    für Geschichts- und Kunstliebhaber sehr zu empfehlen, wer aber nichts daran sieht der wird in dem Buch auch nichts finden

  2. Cover des Buches Liebesbriefe großer Männer (ISBN: 9783865391872)
    Sabine Anders

    Liebesbriefe großer Männer

     (106)
    Aktuelle Rezension von: Edith_Hornauer
    Pessoa, eins seiner Bücher habe ich immer bei mir. Ob Briefe, Gedichte, Geschichten - sie erzählen vom Leben, von der Vorstellung davon, mit  allem, was  dazu gehört... Was soll ich noch schreiben,
    ich habe mich in seine Literatur verbissen... 
  3. Cover des Buches Das Hotel New Hampshire (ISBN: 9783937793092)
    John Irving

    Das Hotel New Hampshire

     (722)
    Aktuelle Rezension von: PeWe

    "Das Hotel New Hampshire" (1981) ist ein Roman von John Irving, der die skurrile und schräge Geschichte einer US-amerikanischen Familie im gesellschaftlichen und politischen Umfeld der 1940er bis 1960er Jahre erzählt.

    Zum Inhalt:
    Der Ich-Erzähler, John Berry, der mittlere von fünf Geschwistern, erzählt die Geschichte seiner Familie aus seiner Sicht. Die Familie macht einige schlimme Erfahrungen, erlebt Unglück und Tragödien, aber auch viel Liebe, Glück und Zusammenhalt. Es ist eine Geschichte des Wachsens, des Erwachsenwerdens und des Über-sich-Hinauswachsens. Und auch die Geschichte derer, die dabei verloren gehen.
    Dabei müssen sie sich nicht nur mit den eigenen sondern auch mit politischen und gesellschaftlichen Spannungsfeldern auseinandersetzen.
    Und bei all dem spielen eigensinnige Bären, Klasse-Hotels und Freud eine herausragende Rolle.

    Persönliche Einschätzung:
    Der Schreibstil ist insgesamt flüssig und gut lesbar mit teils ausgefeilten Formulierungen, aber gerade in der ersten Hälfte des Romans durchzogen von einer Masse an vulgären Begriffen und Schimpfwörtern sowie abgehackten Dialogen.
    Der Einstieg ist etwas schwierig, da die ersten Seiten überladen sind von Informationen zu den verschiedenen Personen und der Familiengeschichte. Später folgen einige langatmige Passagen ohne richtiges Geschehen. In der zweiten Hälfte des Romans ändert sich das völlig bis hin zu einem großartigen Schluss.
    Anfangs ist das schwer einzuordnen, später wird klar, dass sich Schreibstil und Dynamik der Geschichte mit den Personen mitentwickeln. Die stilistischen und inhaltlichen Extreme machen den Wachstumsprozess umso deutlicher.
    John Irving hat einen ganz eigenen, ausgefallenen Stil.

    Nachdem ich das Buch zu Beginn ganz in Ordnung fand, dann zur Mitte hin aufgeben wollte, gefiel es mir in der zweiten Hälfte von Seite zu Seite immer besser – ganz so wie sich eben alles in diesem Buch entwickelt.

    Fazit: Ein gutes Buch, lesenswert, aber stellenweise etwas zu vulgär und langatmig. (3,5 von 5 Sternen)

    ---

    (1) Zitat aus dem Buch

  4. Cover des Buches Ein Winter in Wien (ISBN: 9783499271564)
    Petra Hartlieb

    Ein Winter in Wien

     (90)
    Aktuelle Rezension von: Mrs. Dalloway

    Das Buch sieht von außen wunderschön aus und hat mich direkt angesprochen. Ich wurde auch vom Inhalt nicht enttäuscht!

    Ich bin ein großer Fan von Literatur über Kindermädchen. Bis auf Mary Poppins und die Tagebücher einer Nanny gibt es da aber kaum bedeutende Werke - nun reiht sich allerdings ein Buch in die Sammlung ein. Zudem geht es um den berühmten Arthur Schnitzler, was ein weiterer Pluspunkt ist. Der Schreibstil ist wunderschön, ebenso die aufkeimende Liebesbeziehung zwischen Marie und ihrem Buchhändler. Wien im Winter ist wundervoll und es ist eine Freude, dieses Buch zu lesen. Man kann sich sehr gut vorstellen, wie es in dieser Stadt damals zuging.

  5. Cover des Buches Wenn es Frühling wird in Wien (ISBN: 9783832164799)
    Petra Hartlieb

    Wenn es Frühling wird in Wien

     (54)
    Aktuelle Rezension von: rose7474

    Nachdem ich den ersten Teil mit Begeisterung gelesen hatte wollte ich unbedingt wissen wie es weitergeht. Diese Fortsetzung hat mir auch wieder gut gefallen und vergebe 4 Sterne. Ich empfehle das Buch gerne weiter an Leser, die nostalgisches mögen. 

  6. Cover des Buches Traumnovelle (ISBN: 9783746767505)
    Arthur Schnitzler

    Traumnovelle

     (367)
    Aktuelle Rezension von: Harry_Robson

    Ich mag die alten Geschichten von Schnitzler. Er schreibt gefühlvoll aus einer Zeit, in der es weder Homeoffice noch Internet gab. Zu seiner Zeit wurde das Telefon erfunden und auch nur benutzt, wenn es wirklich nötig war.

  7. Cover des Buches Arthur Schnitzler (ISBN: 9783218010641)
    Max Haberich

    Arthur Schnitzler

     (14)
    Aktuelle Rezension von: awogfli
    Wer mit diesem Sachbuch eine Biografie erwartet hat, die dem Leser den Menschen und Literaten Arthur Schnitzler näherbringt – so wie ich – der wird leider sehr enttäuscht sein.

    Irgendwie schaut das Werk auf drei Viertel seines Umfangs so aus, als ob es ursprünglich als literaturwissenschaftliche Arbeit eines Doktoranden konzipiert worden wäre, der seinem Germanistikprofessor beweisen wollte, wie viel er von Schnitzler gelesen hat und wie gut er dessen Werke nacherzählen kann. Das sich wahrscheinlich daraus ergebende ohne wesentliche Änderungen publizierte Buch passt sich so gar nicht an die Bedürfnisse und Erwartungen des Lesers an. Als Werkschau werden im Stakkato die Stücke von Schnitzler im Telegrammstil sinnlos und lähmend zusammengefasst – teilweise drei bis vier Stücke auf einer Seite. Wenn ich als Leserin die Werke Schnitzlers kennenlernen will, geh ich zum Schmied und nicht zum Schmiedl, ergo lese ich entweder vorher oder parallel noch die wichtigsten Stücke des Autors, die mir fehlen, oder an die ich mich nicht mehr so gut erinnern kann.

    Als Charakterstudie des Literaten, der im Untertitel auch noch als Anatom des Fin de Siècle bezeichnet wird, ist dieses Sachbuch recht ordentlich misslungen. Lediglich wenn Max Haberich Schnitzlers Identität als Deutsch/Österreicher und als Jude thematisiert und auch den in Europa grassierenden Antisemitismus zeitgeschichtlich aufrollt, wird der Inhalt endlich sehr spannend und leidlich biografisch. Ansonsten wird aber fast gar nichts zur Persönlichkeit Schnitzlers enthüllt: Nebensätze zu seiner Krankheit und Hypochondrie, kurze Anspielungen zu Frauen und Kindern. Das hätte Schnitzler so gar nicht gefallen. Nur auf seine jüdische Identität und auf den Antisemitismus reduziert und nicht als Mensch dargestellt zu werden – da wär dieser literarische Meister und Analyst der menschlichen Psyche total ausgeflippt.

    "Ich betrachte mich keineswegs als einen jüdischen Dichter, sondern als einen deutschen Dichter, der, soweit sich so etwas überhaupt nachweisen läßt, der jüdischen Rasse angehört.[…]

    Ich schreibe in deutscher Sprache, lebe innerhalb des deutschen Kulturkreises, verdanke gewiss von allen Kulturen der Deutschen am meisten […]

    Daran, dass ich ein deutscher Dichter bin, wird mich weder jüdisch-zionistisches Ressentiment, noch die Albernheit und Unverschämtheit deutscher Nationalisten, im geringsten irre machen; nicht einmal der Verdacht, dass ich mich beim Deutschtum oder gerade bei seinen kläglichsten Vertretern anbiedern möchte, wird mich daran hindern, zu fühlen was ich fühle, zu wissen was ich weiß […]


    Auch die Parallelen im literarischen Werk durch den ursprünglichen Beruf als Arzt, die Rolle als Militärarzt und einfließende, damals aktuelle Methodiken der Psychoanalyse, Traumdeutung und Hypnose – ergo der Einfluss von Freud und Konsorten auf Schnitzlers Werk – wurden so gut wie gar nicht breiter untersucht.

    Erst am Ende des Buches, als seine Tochter Lili Selbstmord begeht, blitzt ein bisschen der Mensch Schnitzler aus dieser Wüste an Werksbeschreibungen und Zeitgeschichte hervor. Dabei bräuchte man hier gar nicht spekulieren, es gibt tonnenweise Material – wie dieses vor den Nazis gerettet und auf abenteuerliche Weise nach Cambridge gebracht wurde, verschweigt uns Haberich natürlich auch geflissentlich. Der Briefverkehr mit seiner Frau, der dem Leser klar die Eheprobleme im Hause Schnitzler darlegt, wird auch nicht analysiert sondern gleich in den Anhang verschoben, soll sich der Leser doch selbst bemühen, die Geschichte zu schreiben und sich eine Meinung bilden. Insofern waren das letzte Kapitel und der Anhang der spannendste Teil des Sachbuchs.

    Fazit: Ich bin überhaupt nicht begeistert, da ich mir eine richtige Biografie erwartet habe, dennoch habe ich ein paar Informationen mitgenommen. Erstens habe ich zur Eskalation des Antisemitismus um die Jahrhundertwende in Österreich einige neue Fakten gelernt. Zweitens habe ich durch dieses Buch recherchiert und bin zufällig darüber gestolpert, dass das Theaterstück Prof. Bernardi im November 2017 Premiere in der Josefstadt hat. Da muss ich unbedingt hin. Drittens werde ich die Novellen Der Sohn und die Traumnovelle demnächst lesen. Und viertens und letztens weiß ich endlich, wo das Schnitzlerhaus steht, das in der Praterstraße weder ausgeflaggt, noch auf den offiziellen Tourismuskarten verzeichnet ist, was mich wieder mal in meiner Meinung bestätigt, dass Wien selten sehr nett zu seinen berühmten Söhnen und Töchtern ist, vor allem wenn sie renitent waren bzw. keine Volksmusiksänger oder Wintersportler sind. 😜 2,5 Sterne, da ich die Tendenz zur Mitte habe, auf 3 Sterne mit viel Bauchweh aufgerundet.
  8. Cover des Buches Casanovas Heimfahrt (ISBN: 9783864060618)
    Arthur Schnitzler

    Casanovas Heimfahrt

     (3)
    Aktuelle Rezension von: renie
    Klassiker sind zeitlos und machen Spaß. Der Sprachstil mag im ersten Moment altmodisch und gewöhnungsbedürftig erscheinen. Doch dann stellt man fest, dass Klassiker anders gelesen werden als "neuere" Bücher. So geht es mir zumindest. Ich lese aufmerksamer und bedächtiger und gebe dieser ungewohnten Sprache eine Chance, ihren ganz besonderen Zauber zu entwickeln. Und schnell stellt man fest, dass auch ein altmodischer Sprachstil seinen Charme hat und den Leser in den Bann ziehen kann. So auch bei Arthur Schnitzler’s „Casanovas Heimfahrt“, erstmalig veröffentlicht im Jahre 1918. Ich habe diese Novelle in einer illustrierten Neuausgabe der Edition Büchergilde gelesen, die Ende letzten Jahres veröffentlicht wurde.
    Worum geht es in dieser Novelle?Casanova ist verarmt und in die Jahre gekommen. Mit 53 Jahren ist er des Reisens müde geworden und sehnt sich nach seiner Heimatstadt Venedig. Doch durch seine Eskapaden ist Casanova vor vielen Jahren verbannt worden und darf Venedig nicht mehr betreten. Nun hofft er auf Begnadigung, damit er seinen Lebensabend in seiner geliebten Heimat verbringen kann. Auf seinen Reisen nähert er sich Venedig  "gleich einem Vogel, der aus luftigen Höhen zum Sterben allmählich nach abwärts steigt, in eng und immer enger werden Kreisen"(S. 5). Eines Tage begegnet ihm Olivo und dessen Familie. Casanova hat vor vielen Jahren an der Hochzeit von Olivo und seiner Frau Amalia teilgenommen und dem Paar mit einem großzügigen Geldgeschenk den Weg in die Zukunft versüßt. Seitdem sieht sich Olivo in Casanova’s Schuld. Als er seinem alten Wohltäter wieder begegnet, lädt er ihn ein, einige Tage in seinem Haus zu verbringen. Zu der Familie gehören 3 Töchter sowie die Nichte Marcolina - eine außergewöhnliche junge Dame: hübsch, geistreich, selbstbewusst und klug. Sie ist eine Herausforderung für Casanova und hat sofort seinen "Jagdinstinkt"geweckt. Und schon begibt er sich auf einen "Eroberungsfeldzug", was angesichts seines Alters nicht mehr ganz einfach ist. "In der Fremde vermochte er längst nicht mehr ein Glück dauernd an sich heranzuzwingen. Noch war ihm zuweilen die Kraft gegönnt, es zu erfassen, doch nicht mehr die, es festzuhalten. Seine Macht über die Menschen, Frauen wie Männer, war dahin. Nur wo er Erinnerung bedeutete, vermochte sein Wort, seine Stimme, sein Blick noch zu bannen; seiner Gegenwart war die Wirkung versagt. Vorbei war seine Zeit!" (S. 80)Casanova und die AnderenCasanova lebt von seinem Ruf. Er ist ein Narziss, der die Eroberung von Frauen für sein Ego benötigt. Er will das Alter nicht wahrhaben und in den Momenten, wo es ihm doch bewusst wird, empfindet er das Altern als Fluch. Er glaubt immer noch an seine ganz besondere Wirkung auf das weibliche Geschlecht. Insbesondere die älteren Frauen lassen sich von seinem Ruf als Liebhaber beeindrucken und biedern sich ihm an. An Möglichkeiten würde es Casanova nicht mangeln. Sobald er eine Frau erobert hat, lässt er sie voller Verachtung wieder fallen. Die Frau hat ihren Zweck erfüllt. Er ist an den jungen und unverbrauchten Frauen interessiert. Sein Beuteschema hat sich in den Jahren nicht geändert. Er ist zwar älter geworden, seine Objekte der Begierde sind jedoch jung geblieben.
    Andere Männer sehen in ihm einen Rivalen, dem man mit Respekt begegnet, ja sogar mit Bewunderung für die Heldentaten, die er in jungen Jahren vollbracht hat und seinen Ruf, den er sich dadurch erworben hat. "Nur eine Sekunde lang überlegte Casanova, an wen ihn Lorenzi erinnerte. Dann wusste er, dass es sein eigenes Bild war, das ihm, um dreißig Jahre verjüngt, hier entgegentrat. Bin ich etwa in seiner Gestalt wiedergekehrt?, fragte er sich. Da müsste ich doch vorher gestorben sein .... Und es durchbebte ihn: Bin ich's denn nicht seit langem? Was ist denn noch an mir von dem Casanova, der jung, schön und glücklich war?" (S. 62)Bei der jungen und schönen Marcolina haben Casanova’s Annäherungsversuche keinen Erfolg. Sie sieht in ihm genau das, was aus ihm geworden ist: ein alter, eitler Mann, der in der Vergangenheit lebt und in der Gegenwart nicht angekommen ist. Wenn sie sich mit ihm auseinandersetzt, merkt man, dass sie ihn nicht ernst nimmt. Bestenfalls begegnet sie ihm mit einer Höflichkeit, die Mitleid und Ekel überdeckt. "Aber in Marcolina hatte er eine Gegnerin gefunden, die ihm sowohl an Kenntnissen wie an Geistesschärfe wenig nachgab und ihm überdies, wenn auch nicht an Redegewandtheit, so doch an eigentlicher Kunst und insbesondere an Klarheit des Ausdrucks weit überlegen war." (S. 46)Interessant ist, wie Arthur Schnitzler seine Charaktere präsentiert. Er lässt kein gutes Haar an seinen Protagonisten und hat einen Heidenspaß daran, sie ins Lächerliche zu ziehen: Casanova – der eitle alte MannOlivo – der dümmliche Familienvater, der Casanova umschwänzelt wie ein Hund sein HerrchenAmalia – auch nicht mehr die Jüngste, die sich Casanova an den Hals wirftMarcolina - nicht so tugendhaft, wie sie vorgibt zu sein und die manchmal etwas Durchtriebenes an sich hatLorenzi – der eitle, hochnäsige und ungestüme junge Leutnant, der kein Respekt vor dem Alter hatVertreter des Adels und der Kirche – eitel, habgierig, genusssüchtig
    Arthur Schnitzler vermittelt den Eindruck, dass in der damaligen Gesellschaft (18. Jahrhundert, z. Zt. des Rokoko) Ehebruch zum guten Ton zu gehörte. Auch, wenn man nicht darüber sprach, schien es doch jeder zu tun. Insbesondere die Ehefrauen in Schnitzler's Novellen sind ständig auf der Jagd nach besonderen Liebhabern." Dass sich in ihrem Blick nichts von jenem Leuchten zeigte, wie es ihn früher so oft begrüßt, auch wenn er als Nichtgekannter im berückenden Glanz seiner Jugend oder in der gefährlichen Schönheit seiner Mannesjahre erschienen war, das musste Casanova freilich als eine längst nicht mehr neue Erfahrung hinnehmen. Aber auch in der letzten Zeit noch genügte meist die Nennung seines Namens, um auf Frauenlippen den Ausdruck einer verspäteten Bewunderung oder doch wenigstens ein leises Zucken des Bedauerns hervorzurufen, das gestand, wie gern man ihm eine paar Jahre früher begegnet wäre." (S. 26)Der Sprachstil und IllustrationenDie Sprache Schnitzler’s ist lebhaft. Sie lässt den Leser in die Seele der Protagonisten blicken und vermittelt deren Stimmungen. Die Beschreibung seiner Charaktere ist sehr gelungen. Man kann sie sich bildlich vorstellen, was noch durch die wundervollen Illustrationen in dieser Ausgabe unterstützt wird.Die Illustrationen von Cynthia Kittler sind farbenfroh und haben etwas Frivoles an sich. Dabei hat die Illustratorin versucht, eine Verbindung zwischen Casanova’s Lebzeiten – dem Rokoko – und der jetzigen Zeit zu schaffen. Dies ist ihr eindrucksvoll gelungen. Die Illustrationen sind modern, vermitteln aber trotzdem einen Bezug zu der damaligen Zeit.

    FazitArthur Schnitzler (1832 - 1931), der sich für das Un- und Unterbewusste interessiert hat, lässt diese Erfahrungen in die Darstellung seiner Charaktere einfließen. Er gewährt dem Leser einen Einblick in die Seele seiner Protagonisten und liefert somit ein eindrucksvolles Bild der damaligen Gesellschaft. Der besondere Sprachstil vermittelt einen Charme, dem man sich nicht entziehen kann und macht daher die Lektüre spannend und unterhaltsam.Ergänzt und abgerundet wird diese Novelle durch die besonderen Illustrationen von Cynthia Kittler, die dem fast 100-jährigen Werk etwas Modernes verleihen. Dieses Buch in der Neuausgabe in bibliophiler Ausstattung der Edition Büchergilde ist ein wahrer Lese- und Augenschmaus!
    © Renie

  9. Cover des Buches Therese (ISBN: 9783423141147)
    Arthur Schnitzler

    Therese

     (19)
    Aktuelle Rezension von: Sokrates
    In trauriger, die schwierigen Verhältnisse der Therese Fabiani fast in dokumentarischem Stil schildernder Objektivität erzählt Schnitzler hier die Geschichte eines "Frauenlebens", das sein Leben irgendwie nicht in sichere Bahnen lenken will. Therese, Tochter eines mit den Jahren verrückt gewordenen und schließlich in der Irrenanstalt landenden Offiziers, soll zunächst - betrieben durch die adlige Mutter - mit einem reichen Grafen verkuppelt werden. Das Unterfangen misslingt; den geliebten Jugendfreund hingegen verlässt Therese und beginnt seltsame, ebenso erfolglose Beziehungen zu Männern. Sie wird Lehrerin und Gouvernante;doch auch hier eher ungücklich. Eines ihrer Abenteuer führt zu einer ungewollten Schwangerschaft; sie quält sich durch die Schwangerschaft und sieht zu, dass das Kind alsbald nach der Geburt in die Obhut von Menschen auf dem Lande kommt. Doch, so muss Therese erkennen: der Sohn wird ein Missratener, er wird Straffälliger; und: der Sohn wird der Mutter am Ende der Geschichte noch zur Gefahr... - Schnitzler hat in diesem Buch eine sehr tragische Frauengestalt gezeichnet, der einfach überhaupt nichts gelingen will, deren Glück auf allen Ebenen immer wieder zunichte gemacht wird. Dass am Ende auch noch der ungeliebte, eigentlich nicht gewollte uneheliche Sohn zum ärgsten Feind wird, bringt die Absurdität dieses Lebens auf die Spitze. Inwieweit Ähnliches in Wiener Verhältnissen um 1900 vorzufinden war, bleibt fraglich; in geringerer Abschwächung wird es hin und wieder ähnliche Fälle im Kleinbürgertum gegeben haben,denn uneheliche Kinder, das erfolglose Streben nach persönlichem Glück mit ebensolchen Abstürzen sind allgegenwärtig gewesen. Schnitzler schreibt klar, streng, unverblümt offen über die Gedanken, Handlungen und Ausdrucksformen der Protagonisten und entlarvt auf diese Weise - auch ohne ihre Gedanken auszubreiten - ihre Motivation und innere Einstellung. Der Stil erinnert eher an einen Dokumentarfilm, der eine Entwicklung ohne Wertung in ihren Nuancen darstellt. Und dennoch kann man ein klein wenig Sympathie Schnitzlers für Therese empfinden, der in all dem arg übel mitgespielt wird. Es will eben einfach nicht gelingen, ihr Leben.
  10. Cover des Buches Der Weg ins Freie (ISBN: 9783847266396)
    Arthur Schnitzler

    Der Weg ins Freie

     (10)
    Aktuelle Rezension von: Franzi
    Sammlung Fischer
  11. Cover des Buches Die griechische Tänzerin und andere Novellen (ISBN: 9783849545994)
  12. Cover des Buches Reigen / Liebelei (ISBN: 9783596270095)
    Arthur Schnitzler

    Reigen / Liebelei

     (27)
    Aktuelle Rezension von: Sandrica89

    Arthur Schnitzler ist ja bekannt, dass er in dieser Richtung gerne provoziert. "Die Novelle" war mein erstes Stück von ihm und nun wollte ich mich seinem nächsten widmen und war durchaus gespannt, was er kreiert hat.

    Im Grunde begegnen sich 5 Paare; 5 Weiblein und 5 Männlein, die aufeinander treffen, ins Gespräch kommen und schliesslich übereinander herfallen. Eine Dirne trifft auf einen Soldaten, dieser geht zum Stubenmädchen und schlussendlich landet der Graf zur Dirne. Jedem von ihnen wird ein Akt gewidmet, wie sie miteinander reden, in welchem Verhältnis sie stehen und was der Grund ist, weshalb sie schlussendlich diesen Schritt tun. Jeder hat seinen eigenen Grund, warum er sich in die Arme einer/s anderen werden und jeder geht dementsprechend anders damit um. Bei jedem endet es gleich, und dennoch ist es nicht das selbe.

    Es war wirklich amüsant diese 10 Akte zu lesen. Die Charaktere sind oberflächlich beschrieben, im Mittelpunkt steht eher der Verhältnis zum anderen und die Erklärung, warum sie dem Rausch verfallen. Damals waren ja solche Liaisons nicht gerade gerne gesehen, umso spannender war es zu lesen, wie sie es schliesslich anstellten. Schnitzler hat allerlei Schichten aufeinander prallen lassen (Graf und die Dirne, Stubenmädchen und der junge Herr...) und gezeigt, dass es schlussendlich nicht drauf ankommt, sondern darauf, sich fallen lassen zu können. 

    Prickelnd, skandalös, amüsant, überraschend. Ein guter Klassiker, den man gelesen haben muss.

  13. Cover des Buches Reigen (ISBN: 9783872912329)
    Arthur Schnitzler

    Reigen

     (75)
    Aktuelle Rezension von: awogfli

    Schnitzler selbst wollte den Reigen ursprünglich nicht veröffentlichen, weil er ihn literarisch für zu wenig anspruchsvoll hielt. Dieser ersten und ursprünglichen Einschätzung des Autors muss ich bedauerlicherweise vollends zustimmen. Ich glaube, ich habe nur einen schlechteren Schnitzler als den Reigen gelesen, und ich hab sehr viele gelesen.

    Wenn mal mal vom Skandal, den das Werk zu seiner Zeit verursacht hat, absieht und das Theaterstück im Lichte der heutigen Zeit betrachtet, dann bleiben nur noch extrem platte Dialoge übrig, die der Güte von Schnitzlers Fabuliertalent recht unwürdig sind.

    Lediglich eine Geschichte fand ich von der Konstruktion her ansprechender: Die junge Frau und der Ehemann. Als der betrügende Ehemann von der Tugend von Frauen faselt, seine Frau sogar dazu anhält, dass sie sich sogar nicht mit Freundinnen abgeben soll, die ihrerseit ihre Ehemänner betrügen, nichts ahnend dass seine Frau ihm schon längst die Hörner aufgesetzt hat. Einerseits treibt er es selbst mit verheirateten Frauen, kommt aber nie auf die Idee, dass ein anderer Mann so etwas auch tun könnte. Wo sollen denn all diese untreuen Frauen sonst herkommen. Das ist irgendwie naiv und auch köstlich, denn er nimmt sich in der Ehe etwas heraus, was er bei seiner Frau nicht einmal zu denken wagt und bekommt hinterrücks die Rechnung präsentiert.

    Ein zweiter innovativer Punkt des Dramas ist die Szenenanordnung. Wie ein Staffelholz der Liebelei oder wie eine Geschlechtskrankheit wird der sexuelle Akt von einem zum anderen weitergegeben - quer durch die Gesellschaftsschichten von Nutte auf Soldat auf Dienstmädchen auf feiner Herr auf feine verheiratete Dame auf Ehemann auf süßes Mädel ... bis wir am Ende wieder auf die Nutte der ersten Szene treffen. Das klingt nach einem seriellen Gang Bang in dem das Token (Ausdruck aus der IT) in einem Ring weitergegeben wird. Token-Ring war übrigens eine Form von Netzwerkstruktur, nicht mehr ganz aktuell aber so passend auf dieses Stück wie nur was.

    Diese zwei positiven, beziehungsweise innovativen Aspekte, die ich hervorgehoben habe, sind auch der Grund, warum sich das Werk bei mir das zweite Sternderl verdient hat, ansonsten ist nix dran am Reigen. Nun werde ich mir den Reigen reloaded zu gemüte führen, der das Werk in die heutige Zeit versetzen will - ich bin schon gespannt ob der Remix von heute besser wird als das Original.

    Fazit: Lest einen Schnitzler, aber einen anderen! Im Rahmen der Theaterstücke kann ich Das weite Land empfehlen bei Schnitzlers Novellen ist fast alles gut.

  14. Cover des Buches Arthur Schnitzler (ISBN: 9783499502354)
    Hartmut Scheible

    Arthur Schnitzler

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  15. Cover des Buches Leutnant Gustl / Fräulein Else (ISBN: 9783596902682)
    Arthur Schnitzler

    Leutnant Gustl / Fräulein Else

     (18)
    Aktuelle Rezension von: Annesia
    Else ist eine junge Frau, die ihrem Vater helfen muss, indem sie Geld von einem anderen Mann leiht. Sonst wird ihr Vater im Gefängnis landen.
    Der Mann will ihr jedoch das Geld nur geben, wenn sie sich ihm dafür nackt zeigt. Natütlich hat sie von ihren Eltern gelernt, so etwas niemals zu tun, doch andererseits wollen sie nun, dass sie Geld beschafft. In Else findet ein Konflikt statt, der sie letztendlich in den Tod treibt.
    Ich fand Fräulein Else wirklich gut und vor allem nachvollziehbar.
    Leutnant Gustl, ein Mann, der sich umbringen möchte, weil er vom Bäckermeister "dummer Bub" genannt wurde, und sich somit seiner Ehre beraubt fühlt, fand ich dann doch etwas überzogen.
  16. Cover des Buches Traumnovelle / Die Braut. (ISBN: 9783150181591)
    Arthur Schnitzler

    Traumnovelle / Die Braut.

     (41)
    Aktuelle Rezension von: dominona
    Man kennt das Buch aus der Kategorie Klassiker und Verfilmungen gibt es auch genug, aber nichts geht über die originale Vorlage. Natürlich denkt man beim Lesen sofort an Freud, was beim Autor aber auch nicht weiter verwunderlich ist. Für uns sind sexuelle Fantasien auf die geschilderte Art nichts Neues, aber für die Literatur ist das ungewöhnlich und trotz des Themas liest es sich angenehm. Defintiv keine verschwendete Zeit.
  17. Cover des Buches Das Zeitalter des Doktor Arthur Schnitzler (ISBN: 9783596194575)
    Peter Gay

    Das Zeitalter des Doktor Arthur Schnitzler

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Sokrates
    Peter Gay widmet sich der Wiener Oberschicht, die er exemplarisch an der Biographie des Schriftstellers Arthur Schnitzler charakterisiert. Herausgekommen ist eine opulente Gesamtschau der Wiener Kultur der letzten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die auch einen Sigmund Freud hervorgebracht hat. Wer sich mit Lebensgewohnheiten, Sitten und Lebensstil der Wiener Oberschicht beschäftigen möchte, dem sei dieses Buch empfohlen; auch demjenigen, der eine fundierte kulturgeschichtliche Biographie zu Arthur Schnitzler sucht. Allen anderen seien Peter Gays sexualgeschichtlichen Werke über das 19. Jahrhundert empfohlen, denn das vorliegende Buch hat doch den Fokus arg eng auf Arthur Schnitzler gerichtet und versteht sich auch als Biographie.
  18. Cover des Buches Fräulein Else (ISBN: 9783746715186)
    Arthur Schnitzler

    Fräulein Else

     (112)
    Aktuelle Rezension von: awogfli

    Es ist schon eine Kunst, wenn ein Autor einer sehr verstaubten Novelle, die ja schließlich die Moralvorstellungen nicht vom letzten sondern vom vorletzten Jahrhundert vertritt, diese so zu konzipieren vermag, dass die Nöte der Protagonistin, die auf Grund dieser Moral entstehen, so konsistent und genial vermittelt werden, dass wir sie auch heute noch nachvollziehen zu vermögen.

    Zudem ist Fräulein Else wie schon der Leutnant Gustl stilistisch in Form eines ziemlich genialen inneren Monologs konzipiert. Man bedenke, dass diese Erzählform von Schnitzler VOR dem meiner nach total überschätzten James Joyce weitaus brillianter eingeführt wurde, da Schnitzlers Monologe erstens angenehmst kürzer, und viel tiefgängiger als jene des Ulysses verfassst wurden, die ja im Gegensatz zu Schnitzler keine substantiellen Probleme der Protagonisten sondern nur nichtiges Geschwätz beinhalten. Die Novellen von Leutnant Gustl und Fräulein Else stellen für mich ohnehin die Highlights aus Schnitzlers Werk dar, obwohl mir ein paar Theaterstücke und die Traumnovelle auch ganz gut gefallen haben.

    Aber nun zum Inhalt:
    Schnitzler wirft die Leserschaft in die Welt einer glorreichen Fassade hinter der alles verrottet ist. Das junge schöne Fräulein Else ist mit der guten Gesellschaft in der Sommerfrische im Ausland und bekommt einen unangehmen Expressbrief von Mama. Der Herr Papa hat Gelder von Mündeln veruntreut und gestohlen. Wenn sie nicht bis morgen 30.000 Gulden vom unsympathischen Herrn Dorsday bekommt, muss Papa ins Gefängnis. Bald stellt sich heraus, was der schmierige Herr Dorsday von dem 19-jährigen Mädl, das außer Schwärmereien noch gar keine sexuellen Erfahrungen hatte, verlangt. Sie soll sich um Mitternacht mit ihm im Wald treffen und sich ihm splitternackt präsentieren. Zwar schwört der alte Wüstling Stein und Bein, von ihr sonst nichts weiter zu verlangen, aber so einer Situation alleine mitten in der Nacht im Wald würde ich mich nicht einmal heutzutage aussetzen, aus Sorge, vergewaltigt zu werden.

    In ihrem inneren Monolog wälzt die junge unerfahrene Else ihre Probleme und denkt sogar daran, sich das Leben zu nehmen. Ist auch glaubwürdig, dass sie mit dem Tod kokettiert, wenn sie sich für die Ehre des Herrn Papa ihren Körper an den Herrn Dorsday verschachern muss und sich eben im Gegenzug zur Rettung des Vaters der lebenslangen Schande aussetzen muss und sich opfern sollte. Schlussendlich fordert der Vater in einer zweiten Depesche fast doppelt so viel Geld, also wird sie auch mehr geben müssen. Zudem ist sie ja mit 19 Jahren noch Jungfrau, da würde ich in der Situation und unter diesem enormen Druck auch mal an Schlaftabletten denken

    Was für ein Arschloch von Papa, so etwas außerdem nicht einmal selbst zu erbitten, sondern dies indirekt über die sehr naive Mutter, die die Schuldkeule schwingt, zu verlangen. Anstatt dass der Vater für sein Versagen und für seine Taten geradesteht und die Schande des Diebstahls und des Gefängnisses annimmt, soll sich Else einer ganz anderen Schande opfern. So zahlen die Kinder die Schulden der Eltern. Else fragt sich zu Recht, warum eigentlich sie die Fehler des Vaters ausbaden soll und dem geilen Bock von Geldgeber zu Willen sein muss. Das Mädchen wäre lebenslang ruiniert, gesellschaftlich wie finanziell, denn Arbeit geht nicht, sie hat ja nix Gscheites gelernt und Ehe ist danach auch nicht mehr möglich, wenn sich der Dorsday im Wald am Mädl vergreift, denn er hat ja für die Nutte ordentlich bezahlt. Sie wird ohne eigentlich ursprünglich involviert zu sein, zwischen den beiden fordernden Männern und den gesellschaftlichen Konventionen zermalmt. Immer wieder konzipiert sie im Kopf Fluchtwege und Notausgänge aus dieser Situation.

    Sehenden Auges wird auch eine andere Dramatik offenbar, denn der Vater ist ja nicht einzigartig und zufällig in einer derartigen Notlage, sondern die hoffnungslose Spielsucht des Papas und deren jahrelange und stetige Vertuschung mit den Auswirkungen wie Unterschlagung und Diebstahl hat auf die öffentliche Offenbarung der Schande der Familie ja nur eine kurze, aufschiebende Wirkung. Der Kater lässt trotz aller Beteuerungen das Mausen (das Spielen und das Prassen) nicht.

    Letztendlich scheitert jeder Notausgang und Else opfert sich völlig unnotwendig einem verantwortungslosen Vater, einem geilen Bock und den gesellschaftlichen Konventionen, indem sie sich umbringt. Sie hat im Fieberwahn der Ausweglosigkeit das Versprechen eingelöst, sich nicht nur Herrn Dorsday, sondern der gesamten Gesellschaft nackt gezeigt und sich dann ob der Schande mit Veronal vergiftet. Na hoffentlich hat der Herr Papa wenigstens das Scheiß-Blutgeld bekommen und einen Aufschub seiner Schande erhalten, denn Else hat ihr Wort gehalten und die 50.000 Gulden redlich für die Familie verdient. Wenn sie auch diese Peinlichkeit nicht ertragen konnte und sich entleibt hat. Was für ein tragisches Opfer, das Else in den letzten Sekunden ihres Lebens auch noch bereut!

    Fazit: Ein zeitloser Klassiker, der auch heute noch gut zu lesen und zu verstehen ist. Nicht deshalb, weil wir so etwas ohnehin heute auch noch verstehen können, sondern weil uns Schnitzler die Nöte und Ängste des Mädches derart nahezubringen vermag, dass das Mitfühlen und Verstehen ganz einfach gelingt.

  19. Cover des Buches Wien (ISBN: 9783458349785)
    Susanne Schaber

    Wien

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Duffy
    Der Insel-Verlag hat in seiner Reihe mit literarischen Städtestreifzügen eine großartige Idee in die (Veröffentlichungs-) Tat umgesetzt. London und Barcelona sind die mir bekanntesten Bände. Da reihen sich hervorragend die Wien- Spaziergänge von Susanne Schaber ein. Sie versteht es, die Stadt und ihre literarischen Protagonisten zu verbinden, man lernt nicht nur ein wenig Geschichte, sondern wird mit der interessanten Vita der großen Wiener Autoren bekannt gemacht. Das alles ergänzt durch eine Auswahl interessanter Bildbeiträge, ergibt unter dem Strich einen wunderschönen kleinen Stadtführer, den man genussvoll nachlaufen und sich von der Atmosphäre der Stadt und der sie begleitenden Lebensläufe gefangen nehmen lassen kann. Ein empfehlendswertes und zudem noch preisgünstiges Vergnügen
  20. Cover des Buches Die Schnitzlers (ISBN: 9783701732791)
    Jutta Jacobi

    Die Schnitzlers

     (15)
    Aktuelle Rezension von: Giorgo
    Jutta Jaccobi schreibt eine Familienbiographie über die Schnitzlers. Sie beginnt mit Johann Schnitzler im Jahre 1850 und endet heute mit der 4. Generation. 
    Die Schnitzlers hatten es nicht immer einfach. Sie waren Juden und zwischen den 1. und 2. Weltkrieg mussten sie oft in ein anderes Land auswandern. 
    Sie stammten ursprünglich aus Wien. Eines hatten die verschiedenen Genrationen gemeinsam, nämlich die Liebe zum Theater. In jeder Generation war mindestens ein Sohn im Theater aktiv. Auch deren Ehefrauen - es gaben viele Frauen, Heirat und Scheidungen in der Familie Schnitzler - waren oder wollten durch das Schauspielern bekannt werden. 

    Es gibt viele Zeilen, die aus Tagebüchern stammen. Jutta Jaccobi hat sehr viel recherchiert. 
    Aber ihr Schreibstil hat mir nicht so gut gefallen. Am Anfang kam ich nicht immer ganz draus, ob die Handlung in der Vergangenheit oder in der Gegenwart spielt. Je weiter ich gelesen habe, desto mehr begann ich ihren Schreibstil zu mögen. 

    Richtig beurteilen kann ich das Werk nicht, weil ich bisher weder eine Familienbiographie noch ein Buch von Jutta Jaccobi gelesen habe. Im Grossen und Ganzen gefiel mir der Inhalt. 
    Beim Dank hat sie nicht nur Namen aufgelistet, sondern geschrieben, wie es ihr während dem Schreibprozess erging und wie sie voran kam. Das fand ich schön zu Lesen, endlich stehen nicht nur Dutzende von Namen...!
  21. Cover des Buches Schnitzlers Wien (ISBN: 9783854312789)
    Anne-Catherine Simon

    Schnitzlers Wien

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  22. Cover des Buches Das große Lesebuch (ISBN: 9783596903825)
    Arthur Schnitzler

    Das große Lesebuch

     (10)
    Aktuelle Rezension von: Dubhe
    Arthur Schnitzler war einer der wenigen, die die deutsche Literatur und auch ihre Formen revolutioniert haben. Er ist eine Art Legende im Deutschunterricht und vielmals gefürchtet von den Schülern. In diesem Buch sind seine berühmtesten Dialoge, Nouvellen und Kurgeschichten versammelt, die bis jetzt vielen Schülern das Fürchten gelehrt haben! . Ja, auch ich habe über diesen Mann einige Sachen im Unterricht gelernt und war auch nicht gerade begeistert von ihm. Doch ich muss sagen, dass sein Stil etwas alt, umgangssprachlich und auch leicht ist. Er schwängert die Sprache nicht mit zu vielen Adjektiven und benützt auch keine allzu großen Umschreibungen, für die es oftmals einfache Wörter gibt. Doch trotz all den Loben unseres Deutschprofessor hat er mir nicht so gut gefallen. Sein Stil ist mir zu umgangssprachlich und mittlerweile ist das veraltet. In 100 Jahren kann man ihn wahrscheinlich wieder lesen und sagen, dass es damals die höchste Form der Literatur war, wie nun bei Schiller und Goethe (obwohl ich sagen muss, dass die zwei wirklich gut schreiben haben können). Vielleicht bin ich schon zu verdorben oder zu verwöhnt von den ganzen Romanen und der ganzen Literatur, die ich bereits gelesen habe, doch für die Ergüsse dieses Mannes kann ich mich leider nicht erwärmen.
  23. Cover des Buches Leutnant Gustl (ISBN: 9783746715162)
    Arthur Schnitzler

    Leutnant Gustl

     (129)
    Aktuelle Rezension von: awogfli
    😂😂 normalerweise kann ich diese sabbernden sudernden labernden nutz- und geistlosen Leute - seien sie aus der russischen Oberschicht wie bei Dostojewski, dem gähhnend langweiligen amerikanischen Mittelstand, aus dem österreichischen Militär oder sonstwoher, die einen inneren Monolog bezüglich ihrer Luxusproblemchen führen, so gar nicht ausstehen, aber bei Schnitzler ist dies alles anders.

    1. Der Lieutnant Gustl bzw. Schnitzler hält sich sehr kurz, knapp und bündig und lamentiert sich nicht auf 200-800 Seiten in einem Crescendo einen Wolf und bringt damit mich als Leserin nicht nahezu in ein gehirndurchbrochenes katatonisches Lesekoma.
    2. Das Luxusproblemchen und die Sinnlosigkeit in vorliegender Novelle ist sogar bei Protagonisten dieser Schicht und dieses Lebensstils derart grotesk überspitzt vom Autor konzipiert, dass auch ich als normalerweise genervte Leserin ob so eines Irrsinns herzhaft lachen musste.

    Dieser Lieutnant Gustl (eigentlich müsste er Ungustl heißen) ist ein typischer Vertreter des österreichischen Militärs, ein wohlhabender, unterbeschäftigter Lebemann, zudem offenbart sich tatsächlich ein relativ schlechter Charakter: Antisemitismus, Kriegstreiberei, gnadenlose Selbstüberschätzung-und dieses weinerliche Gesudere, als ob ihm die ganze Welt was schuldig wär.

    In vorliegender Novelle will sich der Herr Lieutnant doch tatsächlich umbringen, weil ihn ein bekannter Bäckermeister im Theater einen dummen Bub genannt hat, was er ja auch realiter ist.
    Durch die Aufbauschung dieser Petitesse zum lebensbedrohlichen Drama inklusive Pflicht zur Selbstentleibung zerlegt Schnitzler den traditionellen Ehrbegriff der K&K-Monarchie umso mehr, weil sie derart satirisch überhöht und somit alle daraus resultierenden Hirngespinste und geplanten Reaktionen völlig unrealistisch sind. Kein Wunder, dass Schnitzler bei einigen seiner Zeitgenossen alles andere als beliebt und als subversiver Brunnenvergifter und Zerstörer von Moral und Anstand berüchtigt war. Nichts ist schlimmer, als diesen unverrückbaren Begriff von männlicher Ehre derart der Lächerlichkeit preiszugeben.

    Sprachlich ist das Werk relativ kurios aber auch sehr kurzweilig in seiner abgedrehten Verschrobenheit des Hauptprotagonisten, der in seinem Wahnwitz von Ehre sowohl sprachlich als auch als Figur sehr konsistent herüberkommt, solange man sich nur kurz mit so jemandem  beschäftigen muss. Das Ende ist übrigens grandios und überraschend.

    Fazit: Lesenswert.

    Im ausführlichen Nachwort werden auch noch ein paar spannende Details offenbart. Da wäre beispielsweise die Form des inneren Monologs, die Schnitzler im Lieutnant Gustl schon Jahre vor Joyce anwandte, der eng gesteckte Zeitrahmen des Werkes und die Erkundung der Stadt Wien durch eindeutige Ortsangaben. Kommt Euch das nicht bekannt vor? Wurde Ulysses von Gustl inspiriert?

    Weiters gibt es eine witzige biografisch-historische Konsequenz aus dieser Novelle: Schnitzler war definitiv infolge seines Medizinstudiums und des einjährigen freiwilligen Engagements als Sanitäter beim Militär im Offiziersrang. Er wusste also genau, was er kritisierte. Neben dem Umstand, dass die K&K Militärs über die Novelle not amused waren, was verständlich ist, wurde der Autor zudem von der bürgerlichen Zeitung „Die Reichswehr“ aufs heftigste persönlich attackiert, In Militärkreisen erwartete man nun offenbar mit unerschütterlicher Automatik, dass Schnitzler als Offizier den Chefredakteur zum Duell fordern würde. Als der Autor den Teufel tat und sich in seiner Meinung über die Absurdität des Duellzwangs nicht erschüttern ließ, erklärten man ihn des Offizierscharakters für verlustig, ergo man revidierte sein Offiziersdiplom und stufte ihn zum einfachen Soldaten hinab.
  24. Cover des Buches Blickfeld Deutsch Oberstufe - Ausgabe 2003 / Blickfeld Deutsch Oberstufe (ISBN: 9783140282277)

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