Bücher mit dem Tag "arthur"
48 Bücher
- Joanne K. Rowling
Harry Potter und der Orden des Phönix (Harry Potter 5)
(9.968)Aktuelle Rezension von: Simy96Schrift super klein für die vielen Seiten. Zwischendurch hatte ich eine kleine Flaute, habe mich jedoch zusammen gerissen, da die Erzählung an sich wirklich sehr spannend ist! An den Schreibstil von J.K. Rowling habe ich mich mittlerweile nach 5 Bände gewöhnt.
Zur Geschichte an sich.. ich habe mir die Filme zik Mal angeschaut und wollte nun endlich mal die Bücher lesen. Bei jedem Buch bis jetzt erzähle ich meinem Mann von den Differenzen oder den fehlenden Szenen von Film zu Buch. Die Bücher MUSS man gelesen haben! Die Gefühle die im Film vielleicht nicht so rüberkommen, kommen auf Papier um so mehr zur Geltung. Ich finde J.K. Rowling hat wirklich sehr sehr gute Arbeit geleistet, was die Beschreibung der Gefühle angeht. Ich spüre die Gefühle wirklich raus.
Die Wut die ich beim lesen in mir gespürt hatte und das alles nur wegen Dolores Umbridge oder als ich an der Szene von Sirius Tod angelangt bin, da konnte ich nicht anders wie Weinen! Da hat mir jedoch etwas gefehlt eine kleines Winziges Wort welches Sirius zu Harry sagte, dass viel ausmacht.. “gut gemacht, James!” stand im Buch leider nicht so drin..Fazit: wie erwähnt muss man die Bücher einfach gelesen haben um Harry Potter wirklich bis ins tiefste zu verstehen, da wirklich viele Szenen (verständlich aufgrund der Länge) im Film fehlen, die ich aber wirklich gerne verfilmt gesehen hätte. Ich habe das Buch geliebt aufgrund der vielen Details, daher wirklich immer sehr zu empfehlen!
- Kerstin Gier
Silber - Das dritte Buch der Träume
(3.073)Aktuelle Rezension von: _lxrxnx_Mit „Silber – Das dritte Buch der Träume“ verabschiedet sich Kerstin Gier von Liv Silber und ihrer traumhaften Parallelwelt – und schafft es, ihre Geschichte mit Wärme, Witz und ganz viel Herz zu Ende zu bringen. Schon nach wenigen Seiten war wieder dieses vertraute Gefühl da, als würde man alte Freunde treffen: Liv mit ihrer unverblümten Art, Mia mit ihrem klugen Sarkasmus, Henry mit seiner charmanten Unzuverlässigkeit und natürlich Grayson, der nach wie vor als Fels in der Brandung fungiert.
Was ich an Kerstin Gier so schätze, zeigt sich hier noch einmal deutlich: Sie schreibt mit einer Leichtigkeit, die täuscht. Zwischen all den humorvollen Dialogen, den Familienmomenten und den peinlich-ehrlichen Gedanken steckt erstaunlich viel Beobachtungsgabe. Sie trifft genau diesen Punkt zwischen Witz und Echtheit – so, dass man lacht und gleichzeitig denkt: Ja, genauso fühlt sich das an, sechzehn zu sein und die Welt nicht zu verstehen.
Der Roman bleibt durchweg unterhaltsam, verliert aber ein klein wenig von der geheimnisvollen Spannung, die die ersten beiden Bände so stark getragen hat. Die Traumwelt, einst voller Rätsel und Andeutungen, tritt hier stärker in den Hintergrund. Stattdessen stehen die Figuren und ihre Beziehungen im Vordergrund – was schön ist, aber auch dazu führt, dass die Magie, die „Silber“ ursprünglich so besonders machte, ein wenig verblasst.
Man merkt, dass Gier sich mehr auf das emotionale Finale konzentriert: auf Vertrauen, Freundschaft, Liebe und das Erwachsenwerden. Das ist feinfühlig umgesetzt, nimmt aber etwas Tempo aus der Handlung.Dennoch überzeugt der Abschluss durch seine gewohnt klugen Dialoge und den unverkennbaren Humor. Besonders Livs innere Kommentare sind wieder ein Highlight – herrlich ehrlich, manchmal leicht sarkastisch, aber nie verbittert. Auch die Dynamik der Familie Silber bleibt ein großer Pluspunkt: chaotisch, liebevoll, manchmal absurd, aber immer realistisch.
Ich habe das Buch mit einem Lächeln geschlossen – und mit einem kleinen Stich Wehmut, weil sich diese Reihe für mich immer ein bisschen wie ein sicherer Ort angefühlt hat. Vielleicht, weil Gier es schafft, Geschichten zu schreiben, die leicht wirken, aber im Kern etwas ganz Menschliches erzählen: das Bedürfnis, verstanden zu werden – auch in einer Welt, die sich manchmal wie ein Traum anfühlt, aus dem man nicht ganz aufwachen will.
4 von 5 Sternen.
Ein warmherziger, humorvoller Abschluss, der weniger auf große Wendungen setzt, dafür aber auf echte Gefühle. Nicht der spektakulärste, aber der emotional ehrlichste Teil der Trilogie – und damit ein schöner Abschied von Liv Silber und ihrer wunderbaren Traumwelt. - Sebastian Fitzek
Das Paket
(2.810)Aktuelle Rezension von: isabellepfMit „Das Paket“ beweist Sebastian Fitzek einmal mehr, warum er zu den erfolgreichsten Psychothriller-Autoren gehört. Von der ersten Seite an erzeugt die Geschichte eine bedrückende Atmosphäre, die den Leser direkt in Emmas Angstwelt hineinzieht. Ihre Paranoia, ausgelöst durch ein traumatisches Erlebnis, ist eindringlich geschildert und lässt einen ständig zweifeln: Was ist real und was entspringt ihrer Furcht?
Fitzek spielt gekonnt mit Erwartungen, falschen Fährten und überraschenden Wendungen. Besonders stark ist, wie alltägliche Situationen – ein Haus, ein Nachbar, ein Paket – plötzlich zu Auslösern purer Anspannung werden. Die kurzen Kapitel sorgen für ein hohes Tempo und machen das Buch schwer aus der Hand zu legen.
Zwar wirkt die Handlung stellenweise bewusst überzeichnet, doch genau das gehört zum Fitzek-Stil und sorgt für maximalen Nervenkitzel. Das Finale ist überraschend und regt zum Nachdenken an.
Ein spannender, psychologisch intensiver Thriller, der lange nachhallt, nichts für schwache Nerven, aber ein Muss für Fans von Sebastian Fitzek.
- Douglas Adams
Per Anhalter durch die Galaxis
(3.295)Aktuelle Rezension von: Daniel_RogerPer Anhalter durch die Galaxis von Douglas Adams ist pures Chaos und genau das meine ich im besten Sinne. Der Humor ist schräg, trocken und oft völlig unerwartet. Man stolpert von einer verrückten Idee in die nächste und muss ständig schmunzeln oder laut lachen. Die berühmte 42 steht dabei fast sinnbildlich für den ganzen Wahnsinn dieser Reise. Trotz all der Absurdität steckt auch ein kleiner Gedanke über das Leben und das Universum dahinter. Für mich ist es ein Buch, das man nicht einfach liest, sondern erlebt.
- Bernard Cornwell
Der Winterkönig
(275)Aktuelle Rezension von: AleshaneeIch bin schon seit meiner Kindheit ein Fan der Artus Sage durch die Ritter Filme, die es damals gab - hab das ganze aber lange Zeit aus den Augen verloren... als ich dann T. H. Whites »Der König auf Camelot« gelesen hab, bin ich bei dem Versuch leider gescheitert. Ich fand es vom Stil sehr anstrengend und hab die Neuauflage mit allen vier Bänden abgebrochen.
Zum Glück ging es mir mit "Der Winterkönig" anders!
Es liest sich zwar auch ein bisschen wie eine Sage und wirkt etwas antiquiert und nüchtern, aber das passt einfach auch hervorragend zu dieser von vielen Mythen umwobenen Geschichte! Der Autor erzählt mit vielen Details in sehr umfangreicher Form, was Namen, Ortschaften und Daten betrifft - oder auch die ganzen Kämpfe, die geführt wurden. Ich war trotzdem durchweg gefesselt, weil sich diese Passagen immer gut mit interessanten Wendungen abgewechselt haben!
Wir erleben das ganze durch den Bericht eines Mönches, der in Jungen Jahren als frei gelassener Sklave in der Obhut von Merlin auf Tor (Avalon) aufwuchs. Merlin glänzt aber erstmal mit Abwesenheit, ebenso wie Arthur, denn der Mönch, der den Namen "Derfel" angenommen hat, berichtet von all den widrigen Umständen im umkämpften Britannien zur Zeit, als Großkönig Uther mehr oder weniger im Sterben liegt.
Dessen Hoffnung liegt auf seinem einzigen, übrig gebliebenen, legitimen Nachkommen: seinem Enkel Mordred, der leider noch ein Säugling ist, als Uther stirbt. Daraus ergeben sich viele Entwicklungen, was die Streitigkeiten untereinander betrifft, als auch den gemeinsamen Feind, der in ihr Land einfällt: die Sachsen.
Aber das Schicksal ist, wie Merlin uns immer eingepaukt hat, unerbittlich. Das Leben ist nichts als ein Witz der Götter, pflegte Merlin gern zu behaupten, und Gerechtigkeit gibt es nicht. Du musst lernen zu lachen, hatte er mir einmal erklärt, sonst wirst du dich zu Tode weinen.
Zitat Seite 198
Wer sich mit der Artus Sage ein bisschen auskennt, wird sicher die Namen Merlin, Avalon, Mordred, Morgane, Nimue, Guinevere oder Lancelot gehört haben. Ihre Darstellung fand ich sehr interessant, weil sie teilweise sehr abweicht von dem bisschen Wissen, was ich darüber bisher gehört hatte...
Gerade Merlin wirkt äußerst selbstgerecht und überheblich, eigentlich absolut unsympathisch, weil er so viele Schicksale außer Acht lässt und "nur" das große Ganze sieht und seine Ziele ohne Rücksicht verfolgt. Seine Auftritte waren dennoch immer ein kleines Highlight und seine Rolle hatte immer eine große Wirkung!
Sie alle spielen eine wichtige Rolle, kommen aber erst nach und nach auf den Schauplatz dieser folgenreichen Geschichte! Sie ist angesiedelt im 5. Jahrhundert nach Christus. Die Sachsen fallen von allen Seiten über Britannien ein, das durch eigene Zerwürfnisse uneins ist - und Arthur mit allen Mitteln zum Frieden bringen möchte, um gemeinsam gegen den verhassten Feind vorzugehen.
Auch die Religionen spielen eine Rolle, denn Druiden sind heilige Männer und der Glaube an die alten Götter stark - doch man merkt den zunehmenden Einfluss der christlichen Priester, die überall mit ihren Predigten zu überzeugen suchen.
Ich aber war auf dem Tor aufgewachsen, wo Menschen aller Rassen und aller Stämme zusammenlebten, und obwohl Merlin selbst ein Stammeshäuptling war und jeden, der sich Brite nennen durfte, hitzig in Schutz nahm, lehrte er niemals Hass auf andere Stämme. Seine Lehren hatten mich untauglich für das gedankenlose Abschlachten von Fremden gemacht, die umgebracht wurden, nur weil sie Fremde waren.
Zitat Seite 204
Dass diese Geschichte von Derfel erzählt wird fand ich einen guten Schachzug. Aus seiner Sicht und Einschätzung bekommt man einen guten Überblick über die Geschehnisse und Charaktere und erlebt seine Erlebnisse hautnah. Auch war bei mir immer der Gedanke im Hinterkopf, wie er vom Leben als junger, freigelassener Sklave schließlich in die Rolle eines christlichen Geistlichen gelangt, der diese Geschichte verfasst. Und sein Weg ist geprägt von vielen überraschenden Wendungen - ich hab ihn von Anfang an ins Herz geschlossen :)
Eine Stellen sind mit brutalen Details geschmückt, grade auch, was manche Rituale anbelangt, wird kein Blatt vor den Mund genommen. Die Wirkung hat dabei die nüchterne Erzählweise etwas aufgehoben, was ich eher positiv gesehen hab.
Ich hab mich jedenfalls gut in dem Stil einfinden können und fand die beschriebenen Figuren und Details zu den Erlebnissen sehr bildhaft und auch die Atmosphäre, dass ich hier einem alten Mythos auf den Grund gehe, perfekt getroffen! Am Ende gibt es dann auch noch ein großes Finale in einer Schlacht, die mit viel Finesse und einer scheinbar aussichtslosen Hoffnung geschlagen wird - und die neugierig macht, wie es wohl im nächsten Band weitergeht!
Die Schlacht ist ebenfalls ein Angriff auf die Sinne, und dieser Angriff löst Angst aus, während Gehorsam der dünne Faden ist, der aus dem Chaos der Angst ins Überleben führt.
Zitat Seite 312
4.5 Sterne von mir :)
Weltenwanderer - Nele Neuhaus
Im Wald (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 8)
(638)Aktuelle Rezension von: KeksTrommelEin Fuchs und ein Junge verschwinden. Jahre später wird eine totkranke Frau ermordet. Wollte sie ihr Gewissen erleichtern und drohte die Wahrheit ans Licht zu kommen? Oder hat beides nichts miteinander zu tun? Es bleibt nicht der einzige Mord.
Das Cover finde ich ganz passend gestaltet, wenn man mehr von den Geschehnissen Kenntnis erhält.
Es war mein erstes Buch von Nele Neuhaus. Das war aber nicht weiter schlimm, da es ein unabhängiger in sich geschlossener Fall war.
Das Buch wurde aus verschiedenen Sichtweisen erzählt.
Der Fall an und für sich war spannend erzählt, das Ende war schlüssig.
Ganz Ruppertheim war hier im Fokus, weil die ehemaligen Kinder zusammenhielten und über die Geschehnisse der Vergangenheit schweigen. Auch Bodenstein ist tief in den Fall verwickelt.
Mir gefallen die Charaktere. Pia ist noch etwas unsicher, als sie die Leitung übernimmt. Das merkt man ihr an und das ist für mich als Leser nachvollziehbar. Das Bodenstein dennoch ermittelt, weil der damals verschwundene Junge sein Freund und der verschwundene Fuchs sein Haustier war, ist für mich ebenso nachvollziehbar.
Das Buch hat mir viele spannende Lesestunden geboten, auch wenn es am Ende etwas in die Länge gezogen wurde, weshalb ich es weiter empfehlen kann.
- Marc Levy
Solange du da bist
(1.048)Aktuelle Rezension von: Katzenbaer12Die Grundidee fand ich wirklich pfiffig. Die Umsetzung aber weniger.
Immer wieder habe ich langweilige Stellen überblättert, in der Hoffnung, dass es besser wird. Als es darum ging, ihr Leben zu retten, hat er auch ziemlich dümmlich gehandelt. Vieles hätte man weglassen können, Nebenhandlungen, die keine Rolle spielen, etc.Schon der Anfang war eigentlich sehr öde. Ich habe das Buch nur gelesen, weil es mir meine beste Freundin geschenkt hat. Bis ins Kleinste durchzukauen, wie jemand seinen durchschnittlichen Tag beginnt, ist nur wenig vergnüglich.
- Cassandra Clare
Lord of Shadows (The Dark Artifices)
(56)Aktuelle Rezension von: sasa_moonNachdem mich Lady Midnight wirklich restlos begeistern konnte, musste ich gleich danach zu "Lord of Shadows" greifen. Auch wenn er in meinen Augen etwas schwächer, als der Vorgänger war, konnte mich dieser Teil erneut sehr gut unterhalten.
Der Schreibstil ist erneut genial und passt perfekt zu der actiongeladenen Geschichte. Mehr werde ich dazu nicht sagen, ich würde mich nur wiederholen.
Auch die Handlung war diesmal wieder sehr gelungen: die Beziehung zwischen Emma und Julian wird ihnen immer mehr zum Verhängnis und sie können nun nicht mehr ihre Gefühle zueinander verbergen. Doch das bleibt nicht ihr einziges Problem und so kommt es, dass sie zu den Feenwesen aufbrechen müssen - um einen möglichen Krieg zu verhindern. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, aber es lohnt sich!
Ebenfalls konnten mich auch die Charaktere in diesem Band wieder begeistern. Besonders Livvy, Ty und Kit mochte ich als Trio unheimlich gerne. Kit lernten wir erst ziemlich am Ende des 1. Bandes kennen, doch ihn konnte ich schnell ins Herz schließen. Auch mit Mark freundete ich mich endlich mehr an, als im Band zuvor. Konnte ich ihn damals noch nicht so richtig einschätzen, zählt er nun mit zu meinen Lieblingen. Emma, Julian, Cristina, Diana und Dru waren auch wieder dabei und über sie habe ich ebenfalls sehr gerne gelesen. Einzig Kieran ist mir noch sehr widersprüchlich, aber das macht ihn gleichzeitig so interessant - mal schauen, wie er sich noch weiterentwickeln wird.
Letztendlich habe ich nicht viel zu bemängeln, nur entstanden in diesem Band einige Längen, die meinen Lesefluss etwas gestört haben. Er ließ sich insgesamt nicht so flüssig lesen, wie "Lady Midnight", dafür hat er mich mehr berührt, besonders was das Ende anging. (Es hat mich immer noch nicht ganz losgelassen)
Trotz kleinerer Kritikpunkte spreche ich eine Leseempfehlung aus und vergebe gute 4/5 Sternen!
- Merit Niemeitz
Starling Nights 1
(222)Aktuelle Rezension von: Maya_MatzollMerit Niemeitz erschafft in Starling Nights eine Welt, die sich anfühlt wie ein Traum, den man nicht ganz greifen kann, aber unbedingt festhalten möchte. Ihre Sprache ist zart und zugleich kraftvoll, wie ein Flügelschlag im Dunkeln. Jede Szene wirkt, als wäre sie mit Sternenstaub bestäubt – funkelnd, melancholisch und voller Sehnsucht.
Die Figuren bewegen sich durch die Geschichte wie Schatten, die langsam Konturen gewinnen. Man spürt ihre Verletzlichkeit, ihre Hoffnungen, ihre unausgesprochenen Wünsche. Besonders beeindruckend ist, wie Niemeitz es schafft, Emotionen nicht nur zu beschreiben, sondern sie fühlbar zu machen. Man liest nicht über Einsamkeit, man sitzt mit ihr im selben Raum. Man liest nicht über Liebe, man hört ihr leises Pochen zwischen den Zeilen.
Die Handlung entfaltet sich in einem Rhythmus, der an ein nächtliches Flüstern erinnert – nie laut, aber immer eindringlich. Und gerade diese Zurückhaltung macht den Roman so unwiderstehlich. Er ist kein Feuerwerk, sondern ein Stern, der langsam heller wird, bis man nicht mehr wegsehen kann.
Starling Nights ist ein Buch für Menschen, die Geschichten lieben, die sich Zeit nehmen. Für Leserinnen und Leser, die zwischen den Zeilen atmen und in Stille Schönheit finden. Es ist ein Roman, der nicht nur erzählt, sondern verwandelt.
Fazit: Ein poetisches, atmosphärisches Meisterwerk, das das Herz berührt und den Geist zum Leuchten bringt. Wer sich darauf einlässt, wird mit einer Geschichte belohnt, die wie eine sternenklare Nacht nachhallt.
- Guillaume Musso
Vierundzwanzig Stunden
(338)Aktuelle Rezension von: FeatherstoneInhalt:
Als Arthur eine seit Jahrzehnten zugemauerte Tür öffnet, die sich im Keller eines alten Leuchtturms befindet, ahnt er nicht welch unvorhergesehene und dramatische Geschehnisse dadurch ausgelöst werden. Als er durch die Tür tritt springt er ein ganzes Jahr in die Zukunft und es bleibt nicht bei diesem einen Zeitsprung: Von nun an erlebt er stets nur 24 Stunden ehe er erneut ein ganzes Jahr in die Zukunft springt. Er wird vierundzwanzig Jahre seines Lebens in nur vierundzwanzig Tagen durchleben. Arthur ist verzweifelt, denn er hat das Gefühl, dass sein Leben einfach an ihm vorbeirauscht ohne dass er es richtig lebt. Außerdem verpasst zeitgeschichtliche Ereignisse und findet sich zusehends schlechter in der Welt zurecht. Als er sich in Lisa verliebt stellt sich die Frage ihre Liebe eine Zukunft haben kann, wenn sie nur einen einzigen Tag pro Jahr gemeinsam verbringen können…
Denn ich bin der Mann, der verschwindet. Der Mann ohne Zukunft. Der schemenhafte Mann. Der Mann mit dem Lebenshunger, der jedoch nichts versprechen kann. Der sein Leben schnell leben, der jedem Tag die Intensität einer Achterbahnfahrt geben muss. Der die Zeit in die Länge zu ziehen versucht, die er bei seinem Weggang hinterlässt, wenn er wieder fortgeht. (S. 221)
Meine Meinung:
Die spannenden und mysteriösen Vorkommnisse in deren Zentrum sich die Hauptperson Arthur wiederfindet haben schnell mein Interesse für diese Geschichte geweckt. Die kurzen Kapitel beginnen jeweils mit wunderschönen und poetischen Zitate (u.a. von Victor Hugo, Oscar Wilde, Hermann Hesse, Antoine de Saint-Exupéry, Ernest Hemingway, Gabriel García Márquez, Francois Truffaut, John Irving, Stephen King, Charles Dickens...). Der angenehme Schreibstil tragen ihr Übriges dazu bei, dass man dieses Buch kaum aus der Hand legen kann. Hier eine paar besonders schöne Zitaten, die den Kapiteln vorangestellt wurden:
Lieben ist ein Abenteuer ohne Karte und ohne Kompass, in der allein die Vorsicht in die Irre führt. (Romain Gary) (S. 121)
Erfahrung ist nicht das, was einem zustößt. Erfahrung ist das, was man aus dem macht, das einem zustößt. (Aldous Huxley) (S. 181)
Auf gefahrlose Wege schickt man nur die Schwachen. (Hermann Hesse) (S. 219)
Vielleicht ist die beste Zeit unseres Lebens immer schon vorüber. (James Sallis) (S. 349)
Anfangs hatte ich keine Ahnung was als nächstes passiert und worauf die Geschichte hinausläuft. Später dachte ich, dass ich das Ende der Geschichte ahne, aber ich lag falsch. Das überraschende und unglaublich bewegende Ende habe ich nicht kommen sehen und gerade das ist aus meiner Sicht eine große Stärke dieser Geschichte.
Während anfangs vor allem die spannenden und mysteriösen Geschehnisse und die Liebe zwischen Arthur und Lisa im Vordergrund stehen, entwickelt die Geschichte im weiteren Verlauf und vor allem zum Ende hin einen Tiefgang, den ich so nicht erwartet hätte. Es geht unter anderem um den Umgang mit Verlusten, Zukunftsängste und verpassten Gelegenheiten. Außerdem geht es darum, dass man manchmal bereit sein muss für das, was einem wichtig ist, zu kämpfen und dennoch keineswegs gewiss ist, dass alles so wird wie man es sich erträumt.
Die Zeitsprünge und das damit eingehergehende Gefühlschaos bei Arthur und auch bei Lisa werden sehr eindrücklich beschrieben. Arthur hat zunehmend das Gefühl, nicht mehr in diese Welt zu passen, weil er so wenig Anteil am Leben seiner Liebsten nehmen kann und so viele prägende zeitgeschichtliche Ereignisse und Entwicklungen verpasst hat. Lisa wiederum muss sich damit abfinden den Großteil ihres Lebens allein zu verbringen und darauf zu warten, dass Arthur irgendwann zu ihr zurückkehrt.
Von den Nebenfiguren hat mir Arthurs Großvater besonders gut gefallen. Anfangs kann man ihn und seine Beweggründe noch nicht richtig einschätzen und er und Arthur sind sich noch fremd. Es wird toll beschrieben wie die beiden sich schließlich annähern und wie sie für den jeweils anderen zu einer wichtigen emotionalen Stütze werden und wie sehr sie gegenseitig ihre Leben zum Besseren wenden.
Das Ende der Geschichte kam für mich vollkommen überraschend und ging mir sehr zu Herzen. Obgleich einige Aspekte des Endes mich sehr traurig gestimmt haben finde ich es dennoch passend und stimmig. Zudem wird man trotz der dramatischen Enthüllungen nicht vollkommen hoffnungslos zurückgelassen, weil alles darauf hindeutet, dass Arthur noch viele glückliche Momente bevorstehen. Es wird am Ende deutlich, dass man nie aufgeben sollte, weil es auch in schlechten Zeiten noch Hoffnung geben kann und das Leben noch Gutes für einem bereithalten kann. Vor allem das unerwartete Ende macht dieses Buch zu etwas Besonderem, das es von anderen unterscheidet und gerade deshalb wird mir die Geschichte in Erinnerung bleiben.
Fazit:
Dieses Buch ist etwas ganz Besonderes. Obwohl ich schon viele Zeitreisegeschichten gelesen habe hat das Ende vermocht mich zu überraschen. Beim Lesen dieses Buches unternimmt man eine sehr emotionale Reise, die man nicht so schnell vergisst. Wem dieses Buch gefällt, dem kann ich auch Weil ich dich liebe empfehlen, das ebenfalls von Guillaume Musso geschrieben wurde und das auch eine sehr besondere und berührende Geschichte erzählt. Ich werde auf jeden Fall noch weitere Bücher von ihm lesen.
Zum Schluss noch ein besonders berührendes Zitat aus dem Buch:
„Man glaubt immer, noch viel Zeit zu haben. Man glaubt, die verpassten Augenblicke aufholen zu können, aber das stimmt nicht.“ (S. 353)
- Bernard Cornwell
Der Schattenfürst
(147)Aktuelle Rezension von: AleshaneeNach dem großen Kampf von Lugg Vale geht es nahtlos weiter. Sehr schön fand ich, dass am Anfang die Handlung von Band 1 zusammengefasst wurde, damit man gut wieder reinkommt! Wird ja leider selten in Reihenbänden gemacht.
In das Personenregister würde ich aber nicht reinschauen, das enthält zu viele Spoiler ;)
Der mittlerweile gealterte Mönch Derfel erzählt wieder aus seiner Sicht die damaligen Ereignisse, die sich um den Frieden drehen, den Arthur mit allen Mitteln erkämpfen will - sowie die Suche nach den 13 Kleinodien der Götter, die in den letzten Jahrhunderten verloren gingen.
Das fand ich übrigens sehr interessant, denn über diese Kleinodien hatte ich bisher noch gar nichts gehört oder gelesen. Sie waren ein Schutz der Götter, die in Streit mit anderen Göttern geraten sind und mit diesen mächtigen Artefakten "ihre" Schützlinge in Britannien beschützen wollten. Das Zusammentragen dieser verschollenen Gegenstände setzt Merlin mit unendlich großer Macht gleich und die Rückkehr der wahren Magie.
Der Schreibstil bleibt gleich auf eine nüchterne, aber doch sehr bildhafte Art, die die Geschehnisse sehr anschaulich beschreiben. Es gibt wieder viele Kämpfe und Schlachten, aber auch Verhandlungen über den Frieden, die ruhig, aber doch fesselnd beschrieben sind. Der erste Band hatte mich ja schon beeindruckt, aber der zweite hat mich noch mehr überzeugt! Es gab so viel Abwechslung und Entwicklungen der Figuren, die man immer besser kennenlernt, dass ich von der ersten bis zur letzten Seite mitgefiebert habe!
Arthur bleibt seinem Weg treu und möchte ein vereintes Britannien ohne die Sachsen, muss aber mit schweren Schicksalsschlägen kämpfen.
Merlin möchte die Macht der alten Götter mithilfe der Kleinodien zurück und die Christen vertreiben, die sich immer mehr ausbreiten.
Derfel schätzt beide sehr und versucht, ihnen gerecht zu werden. Für ihn freut es mich besonders, dass er seine Liebe gefunden hat - auf höchst überraschende Weise.
"Vielleicht beten sie eine Forelle an. Was weiß ich? Bis jetzt verehren sie bereits einen heiligen Geist, eine Jungfrau und einen Zimmermann. Warum also nicht auch einen Fisch?"
Zitat Seite 420
Die krassen Gegensätze der Heiden und Christen mit all ihren Ritualen ihres unterschiedlichen Glaubens werden sehr interessant aufgezeigt. Blutige Zeremonien, täuschende Flüche, Angst schürende Bräuche und fanatische Gläubige zeigen, wie tief verwurzelt die Hoffnung auf etwas Übernatürliches ist. Etwas, das größer ist als wir selbst und das Schicksal auf Erden lenken kann und ein besseres Leben verspricht. Dieser Zwang, andere vom eigenen Glauben überzeugen zu müssen und dafür Kriege zu führen, zu töten und andere zu bezwingen schwingt hier sehr deutlich mit. Und zieht sich ja leider auch unentwegt durch die Jahrhunderte.
Die Dinge, die er sich wünscht, sind rührend simpel: Gesetze, Gerechtigkeit, Ordnung, Sauberkeit. Er wünscht sich aufrichtig, dass alle glücklich sind, und das ist schlechthin unmöglich.
Zitat Seite 330
Das steht auch Arthurs tiefstem Wunsch nach Frieden im Weg. Er ist ein sehr simpel gestrickter Mensch, voller Ideale und zutiefst mit einer allumfassenden Ordnung verwoben. Er möchte ein einfaches Leben ohne Kampf und Streit, ein glückliches Leben in dem alle Menschen zufrieden sind.
Ein Wunsch, den wir wohl alle haben und der leider so oft durch die äußeren Umstände vereitelt wird. Arthur muss das hier sehr schmerzhaft erfahren.
Es werden natürlich auch viele bekannte Begriffe und Ereignisse erwähnt. "Camelot" zum Beispiel, das Hof des mythischen britannischen Königs Artus bekannt ist, umfasst hier das gesamte Land. Scheint aber, wie im Nachwort des Autors erwähnt, gar nicht hierher zu passen, da dieser Begriff erst im 12. Jahrhundert aufkam.
Die Ritter der Tafelrunde hat sicher auch schon jeder mal gehört - aber auch dieser Mythos wird hier ganz neu interpretiert und als Trugschluss aufgedeckt.
Auch die Sage von Tristan und Isolde findet hier ihren Platz, wenn auch ebenfalls verändert, aber sie fügt sich perfekt ins Gesamtbild.
Überhaupt fand ich die ganzen Ereignisse erfrischend anders und mag diese Art der Erzählweise, als würde man tatsächlich einer alten Sage lauschen, die der alte Derfel in seinen letzten Tagen aufs Pergament bringt. Ich freu mich jetzt schon sehr auf den dritten und letzten Band! - Lena Kiefer
Knights – Ein gefährliches Vermächtnis
(264)Aktuelle Rezension von: marenwltIch hatte ehrlicherweise keine immense Erwartung, aber ich wurde mehr als positiv überrascht. Die Thematik interessiert mich sowieso, aber wie die einzelnen Protagonist*innen und auch deren Vorfahren in der Geschichte miteinander verflochten sind war großartig! Es war vom ersten Moment an spannend. Die Erzählweise für mich absolut mitreißend und die ganze Welt großartig dargestellt. Ein überraschendes Highlight, von dem ich jedes Wort genossen habe!
- Alyson Noël
Stealing Infinity
(300)Aktuelle Rezension von: Sandra8811Warum habe ich mich für das Buch entschieden?
Ich habe vor 15 Jahren die Evermore-Reihe der Autorin geliebt und war direkt gefesselt von dem Klappentext dieses Buches.Cover:
Am Cover kann man direkt erkennen, um was sich das Buch dreht, besonders wenn man den Inhalt schon kennt. Es passt gut und durch die hellen Elemente auf dem schwarzen Untergrund sticht es ins Auge.Inhalt:
Nach einem seltsamen Nachmittag erwacht Natascha und ihr ganzes Leben gerät aus den Fugen. Ihr wird Diebstahl vorgeworfen und sie fliegt von der Schule. Ihr einziger Ausweg scheint die Gray Wolf Academy zu sein. Schnell stellt sie fest, dass nicht nur die Schüler Geheimnisse haben, sondern die gesamte Akademie.Handlung und Thematik:
Dark Academia-Setting rund um das Thema Zeitreisen. Ein wirklich überzeugendes Worldbuilding mit gut dosierten Romance-Elementen. Spannender Trilogie-Auftakt mit vielversprechendem Cliffhanger der viele Geheimnisse zurücklässt.Charaktere:
Natasha war mir direkt sympathisch. Sie ist direkt mutig und hat doch eine sehr spezielle Art an sich, was ihre Reaktion auf das eigene Grab zeigt. Wie sie mit den anderen und ihren Geheimnissen umgegangen ist, war sehr authentisch. Braxton mochte ich direkt, auch wenn er dennoch sehr viele Geheimnisse hat. Bin gespannt wie sich das mit ihm und auch mit Killian noch entwickelt. Auch die Nebencharaktere konnten mich überzeugen, denn sie besaßen die notwendige Tiefe.Schreibstil:
Die kurzen Kapitel und der flüssige Schreibstil sorgten dafür, dass ich das Buch sehr schnell gelesen habe. Wobei mir die erste Hälfte gefühlsmäßig besser gefallen hat als die zweite. Dennoch konnte mich die Story von der ersten bis zur letzten Seite packen. Es gibt sehr viele Geheimnisse und man weiß nicht recht, wem man trauen kann und wem nicht. Das Zeitreise-Setting ist großartig und auch die gesamten geschichtlichen Fakten die mit eingeflochten wurden. Die Charaktere überzeugten mich und der Cliffhanger macht mich neugierig auf den nächsten Teil.Persönliche Gesamtbewertung:
Ein gelungener Trilogie-Auftakt einer fantasievollen Zeitreise-Romance. Von mir gibt’s eine Leseempfehlung für Fans von Romantasy und Zeitreisen.Serien-Reihenfolge:
1. Stealing Infinity
2. Ruling Destiny
3. Chasing Eternity - John Matthews
Die Legende von König Arthur und den Rittern der Tafelrunde
(58)Aktuelle Rezension von: DoraLupinCamelot – die unvergleichliche Welt von Merlin, Lancelot, Sir Gawein, Morded und der schönen und nicht immer treuen Guinevere.
Die Abenteuer König Arthurs und der Ritter seiner Tafelrunde sind eine der reichsten und farbigsten Quellen phantastischer Literatur überhaupt. Sie erzählen von dem Jungen, der zum König wurde, weil er ohne Mühe ein verzaubertes Schwert aus dem Stein ziehen konnte, und so fasziniert sie Leserinnen und Leser seit Jahrhunderten immer wieder aufs Neue. Kein anderes Werk der Fantasyliteratur hat so einzigartig gezeigt, was ein Ritter ist und was ein Zauberer, wie die Erzählungen über König Arthur, den Zauberer Merlin, Lancelot und seine Gefährten. Zahllose Abenteuer müssen sie bestehen und Britannien gegen Angreifer behaupten. Das Unglück beginnt, als Arthur zu einem Duell mit einem König Frankreichs aufbricht und seinem Sohn Mordred den Auftrag gibt, das Land zu verwalten… Wird des Königs eigener Sohn zum schlimmsten Verräter? Bis heute ist es ein Rätsel, ob Arthur den Wunden aus einem Kampf erlegen ist oder ob er nur auf die sagenumwobene Insel Avalon gebracht wurde, von der er eines Tages wiederkehren wird.Natürlich sind einem die Geschichten von König Arthur und seinen Rittern der Tafelrunde bekannt, aber in diesem Buch wurden auch weniger bekannte und für mich neue Geschichten zusammengetragen, die ich gerne gelesen habe. Der Schreibstil war dabei leicht zu lesen und dennoch sehr bildhaft und schön.
Fazit: Wer gern mehr über König Arthur und seine Ritter lesen möchte der ist hier richtig. Nur zu empfehlen.
- Julianna Grohe
Räuberherz
(277)Aktuelle Rezension von: bibliophilaraAnfang des Jahres habe ich mit „Mondprinzessin“ von Ava Reed meinen ersten Roman aus dem Drachenmond Verlag gelesen. Mit „Räuberherz“ von Julianna Grohe ist es dieses Jahr schon das dritte Werk aus dem Kleinverlag. Inzwischen ist der Hype zwar ein wenig abgeklungen, so steht in meiner Stammbuchhandlung nur noch ein Roman des Verlags regulär aus. Als die Verkaufszahlen 2018 ihren bisherigen Höhenpunkt erreicht hatten und der Drachenmond Verlag einen Umsatz von knapp 1 Millionen Euro erzielte, habe ich mich damals für zwei Bücher entschieden, die beide ein absoluter Coverkauf waren. Eines davon war „Räuberherz“. Es erschien 2017 und ist der Romantasy zuzuordnen.
Die 16-jährige Ella Bowen lebt alleine in einem verlassenen Haus in Brookville im US-Bundesstaat Pennsylvania. Vor ihrem spielsüchtigen und aggressiven Vater ist sie geflohen, zur Schule geht sie aber weiterhin. Dort versucht sie verzweifelt sich nichts anmerken zu lassen. In der Nacht von Halloween bricht plötzlich ein hünenhafter Mann in das verlassene Haus ein und entführt Ella. Als sie aufwacht, findet sie sich in einer alten umzäunten Villa wieder, aus der es keinen Ausweg gibt. Der Hausherr Crys verlangt von ihr in Zukunft seine Haushälterin zu sein, und das bedeutet: putzen, kochen, waschen. Sollte Ella sich fügen, erwartet sie ein Leben in Sicherheit. Sollte sie sich weigern, erwartet sie der Tod.
„Das Mädchen, das er ausgewählt hatte, stapfte in der Dämmerung mit gesenktem Kopf die Straße entlang, die Kapuze der schwarzen Jacke tief ins Gesicht gezogen.“, ist der erste Satz des Prologs, welcher aus der personalen Erzählperspektive im Präteritum vom männlichen Protagonisten Crys geschildert wird. Erst ab dem ersten Kapitel „Gothic Girl“ wechselt die Erzählperspektive zu Ella, die man aus der Ich-Perspektive verfolgt. Das Romantasy-Buch besteht aus annähernd 400 Seiten, einem Prolog, 29 Kapiteln und einem Epilog. Dass das Werk aus 29 Kapiteln besteht, ist auf den ersten Blick leider nicht leicht zu erkennen, da die Kapitel zwar Titel, aber keine Nummerierung haben. Kein Problem, dann schaut man halt einfach ins Inhaltsverzeichnis und zählt die Kapitel ab. Jedoch sucht man auch ein Inhaltsverzeichnis hier völlig vergebens, weshalb ich das Buch durchblättern musste, um die Kapitel durchzuzählen. So umständlich war es selten, die Anzahl der Kapitel herauszufinden. Doch das war nur das erste verwirrte Kopfschütteln einer langen Periode.
Kommen wir aber zuerst einmal zur Protagonistin Ella Bowen. Zu Beginn der Geschichte ist sie ein 16-jähriges Mädchen, das sich selbst als eher pummelig bezeichnet. Sie hat kastanienbraune Haare, die sie aber bevorzugt schwarz tönt. An ihrem Gesicht sollen vor allem ihre kleine Nase, Sommersprossen und zu ihrem Leidwesen Pickel besonders auffällig sein. Wie der Name des ersten Kapitels „Gothic Girl“ schon andeutet, hat Ella einen sehr klaren Kleidungsstil mit einer dominierenden Farbe: schwarz. Schwarze Haare, schwarze Pullover mit Emo-Sprüchen wie „Darkness is my illumination“, zu Deutsch „Dunkelheit ist meine Erleuchtung“ und obendrein schwarzer Lippenstift. Nur das Gesicht schminkt sie sich ungesund weiß. Wenig überraschend, dass sie damit das Mobbingopfer ihrer Klasse ist, was durch die mangelnde Körperhygiene, da im maroden Haus keine Möglichkeit zum Duschen besteht, noch verstärkt wird. Auch wenn Ella dies verletzt und sie am liebsten in Ruhe gelassen wird, reagiert sie auf Anfeindungen doch erstaunlich bissig, was aber nicht unverständlich ist. Sie wirkt stets wie ein in die Ecke gedrängter Hund, der aus Notwehr zuschnappt. Trotz ihres sozial schwierigen Umfelds liegt ihr ein guter Schulabschluss sehr am Herzen. Sie ist fleißig und träumt von einem Stipendium, um Medizin studieren zu können, was zu ihrer sonst so misanthropischen und einzelgängerischen Haltung augenscheinlich nicht passen will. Außerdem liest sie leidenschaftlich gerne. Insgesamt ist Ella, bis auf ihre passiv aggressive Art, die sich aber mit der Zeit auswächst, ein angenehmer Charakter mit ausreichend Tiefgang. Das war also nicht das Problem, das ich mit diesem Buch hatte.
Womit ich vielmehr ein Problem hatte, war der männliche Protagonist Crys und Ellas Verhältnis zu ihm. In einem Romantasy-Roman nehme ich wohl nicht zu viel vorweg, wenn ich sage, dass sich zwischen den beiden Hauptfiguren eine Liebesgeschichte entwickelt. Crys entführt Ella, um sie als Haussklavin zu halten. Dabei wird sie verhältnismäßig gut behandelt. Sie hat ein eigenes Zimmer mit Bad, genügend Freizeit, darf sich fast auf dem gesamten Gelände aufhalten und hat Zugang zur Bibliothek, was ihr besonders zusagt, übrigens eine weitere Parallele zu „Die Schöne und das Biest“. Genauso wie Crys‘ Spitzname für Ella, der Bella lautet, wie eine Mischung aus Belle und Cinderella. Dass sich ein Mädchen in ihren Entführer verliebt, klingt schon unangenehm nach Stockholm-Syndrom. Verschlimmert wird dies aber, wenn man sich genau anschaut, warum sich Ella in Crys verliebt. Dafür gibt es nämlich nur einen Grund: er ist verdammt sexy und reich. An dieser Stellen werfe ich mal meine ‚Lieblingsphrasen‘ ein: „Automatisch fiel mein Blick auf seine muskulösen Arme und die breiten Brustpartien“ oder auf sein „anbetungswürdiges Sixpack“. Sie fragt sich Dinge wie „Wie kann jemand so abgrundtief Schlechtes so perfekt aussehen?“ oder „Wie es wohl war, von ihm geküsst zu werden?“. „Reich und schön. […] Einmal mehr erlag ich seiner unwiderstehlichen Anziehungskraft.“ Beim Anblick seiner Freunde denkt sie: „Das waren nicht nur irgendwelche Männer. Das waren Prachtstücke!“ Damit bekommt Ella den nun von mir eingeführten Titel „Miss feuchtes Höschen 2021“ verliehen. Ihre Begegnungen mit Crys bestehen immer nur aus Anschmachten und Geiern. Viel mehr hat Crys auch nicht zu bieten, denn er behandelt Ella anfangs wie Dreck. Er beleidigt oder bedroht sie mit Sätzen wie „,Schwing dein fettes Hinterteil endlich hierher‘“, „,Wenn auch nur ein winzig kleines bisschen Hoffnung bestände, dass du mal dein Hirn einsetzt, würde ich dich windelweich prügeln.‘“, oder „,Vielleicht werde ich dich einmal ficken.‘“ Zu allem Überfluss ist er ihr gegenüber wiederholt gewalttätig: „Keinen Wimpernschlag später hatte er meine Kehle gepackt und drückte mich gegen die Wand“, oder „Er schüttelte mich, um seinen Worten Nachdruck zu verleihen“, oder auch „Mit einer Hand packte er die Haare in meinem Nacken und riss sie nach hinten, sodass mein Schädel schmerzhaft gegen die Wand stieß“. Das ist aber nicht weiter schlimm, schließlich zirkuliert das Blut bei Ella vorwiegend zwischen den Beinen, sodass sie die Vorfälle wohl wieder gekonnt vergisst: „doch er hatte mir nie wehgetan!“ Bei so viel Blödsinn fehlen mir jetzt die Worte.
Um das Ganze kurz auf den Punkt zu bringen: Crys ist ein unausstehliches Ekelpaket, häusliche Gewalt wird nahezu verherrlicht und die Beziehung der beiden beginnt unfassbar toxisch, auch wenn dies im Verlauf abflacht. Mit gesundem Menschenverstand hätte sich keine Frau der Welt in ihn verliebt, ganz unabhängig davon, was für ein heißer Kerl er ist. Ella und Crys haben überhaupt keine Chemie, die über die stumpfe Erotik hinausgeht. Wer also nach einer tiefgreifenden Romanze sucht, sucht hier vergebens. Dies ist auch eines der Hauptprobleme an „Räuberherz“: Es wird als Märchenadaption von „Die Schöne und das Biest“ verkauft, entpuppt sich dann jedoch als ,Das sabbernde Mauerblümchen und der sexy Bad Guy‘. Die Moral aus dem ursprünglichen Märchen geht dabei verloren, nämlich dass man wahre Schönheit im Inneren eines Menschen findet, und sich nicht von der Optik täuschen lassen sollte.
Leider war es das noch nicht mit Problemen, die das Buch zu bieten hat. Es gibt auch noch ein paar inhaltliche Fehler, die erneut für verwirrtes Kopfschütteln gesorgt haben. Da wäre beispielsweise das Kapitel „Das Geheimnis der Tiere“, in dem Ella feststellt: „Morgen musste der erste Advent sein. Advent.“ Ja. Advent, Advent, die Autorin pennt, spielt das Buch doch irgendwo in den USA, wo Ella auch aufgewachsen ist. Natürlich gibt es in den USA auch die Vorweihnachtszeit, in der Plätzchen gebacken und das Haus geschmückt werden. Das Konzept des Advents mit den vier Sonntagen und Kerzenkranz gibt es dort jedoch nicht. Nur Familien mit deutschen Wurzeln, die Traditionen bewusst weiterleben, feiern den Advent, wie wir ihn verstehen. Hinweise auf deutsche Wurzeln bietet der Nachname Bowen jedoch eher nicht. Solche Fehler resultieren daraus, dass man als deutsche Autorin den Handlungsort in die USA verlegt, um einen möglichst schicken internationalen Flair zu generieren, um dann gedankenverloren deutsche Konventionen und Gepflogenheiten mit einzubinden. Aber auch der Satz „Diese leuchtenden eisblauen Pupillen waren wirklich faszinierend.“, hat mich ordentlich zum Lachen gebracht. Das geiernde Anschmachten um Crys und seine blauen Augen, die mehrfach Erwähnung finden, ist insofern witzig, dass auch jeder Arzt blaue Pupillen äußerst faszinierend fände, weil sie nämlich kein Mensch der Welt besitzt. Was eigentlich gemeint ist, ist die Iris, die bei jedem Menschen eine individuelle Farbe hat. Die Pupille dagegen ist das Loch, durch das das Licht auf die Netzhaut fällt, und die ist bei jedem schwarz, oder bei Blitzlichtfotos rot. Die Verwechslung zwischen Iris und Pupille ist übrigens ein Fehler, den ich auch schon bei „Clockwork Prince“ von Cassandra Clare entdeckt habe.
Nachdem ich mir vor lauter Kopfschütteln schon fast den Hals gebrochen habe, möchte ich aber noch einmal kurz betonen, was mir an „Räuberherz“ gefallen hat. Einerseits wären da Arthur und James, die Haustiere, die man gewissermaßen als Sidekicks bezeichnen kann. Andererseits mochte ich den Schreibstil, der locker und flüssig war, zumindest abseits von den uninspiriert kitschigen Schwärmereien. Gepaart mit dem gut gewählten Tempo und den düsteren Geheimnissen der Villa sorgte er für einen Spannungsbogen, durch den ich das Buch, trotz Schwächen, recht zügig beendet habe. Die Sprache dagegen war manchmal derb, plump und vulgär, weshalb diese weniger punkten konnte.
Das Ende hat „Räuberherz“ dann sozusagen den Todesstoß versetzt. Es ist zwar durchaus spannend. Nicht alle Figuren überleben das brutale und actionreiche Finale. Jedoch entbehrt die Art und Weise, wie Konflikte gelöst werden jeder Logik. Um nicht zu spoilern, bleibe ich gezielt vage, aber die Argumente für spezielle Ausnahmefälle sind mehr als löchrig, und werfen Zweifelsfälle und neue Gegenfragen auf, auf die im Epilog maximal noch rosa Zuckerguss gegeben wird.
Wenn einem eine Märchenadaption versprochen wird, welcher die absolute Quintessenz fehlt, wird man wohl grundsätzlich eher enttäuscht sein. Ohnehin verspricht der Klappentext der Leserschaft eine ganz andere Geschichte, als sich letztendlich herausCRYStallisiert. Sorry, der musste sein! „Räuberherz“ von Julianna Grohe konnte in den meisten Punkten leider nicht überzeugen. Vor allem der Romantisierung einer toxischen und gewalttätigen Beziehung, die nur auf oberflächlichen Schwärmereien mit Einbezug von Sabber basiert, mangelt es völlig an Charme. Aber auch die inhaltlichen Fehler und das schlecht zusammengezimmerte Ende tragen ordentlich zu einer ernüchternden Wertung bei. Hinzu kommen, zugegebenermaßen, ein paar Kleinigkeiten wie die plumpen Schimpfworte. Da können der solide Spannungsbogen, eine meist angenehme Protagonistin und die Sidekicks nur noch Schadensbegrenzung leisten. Deswegen kann ich dem Romantasy-Werk aus dem Jahr 2017 nur zwei von fünf Federn geben. Man sollte ein Buch nicht nach seinem Umschlag beurteilen. Das gilt, wie hier erkennbar, in beide Richtungen. Vorerst werde ich wohl keine Bücher von Grohe mehr lesen.
- Rebecca Yarros
Weil ich an dich glaube – Great and Precious Things
(228)Aktuelle Rezension von: MaryKateInhalt:Zwei Dinge hat Camden Daniels sich für seine Rückkehr in seine Heimatstadt Alba in Colorado vorgenommen: Er wird seinem kranken Vater die medizinische Behandlung ermöglichen, die dieser sich wünscht. Und er wird seine Kindheitsliebe Willow auf Abstand halten – die Frau, die er schon immer geliebt hat, die er aufgrund der Vergangenheit aber nicht lieben darf.
Willow ist allerdings ganz und gar nicht gewillt, sich von Camden fernzuhalten. Als die beiden sich unwillkürlich nahekommen und Willow sich in aller Öffentlichkeit bedingungslos hinter Camden stellt, könnte das jedoch alles zerstören, was ihnen wichtig ist …
Meine Meinung: Zwei Junge Menschen, die sich schon seit ihrer Kindheit kennen. Camden Daniels kehrt nach langer Zeit in seinen Heimatstadt Alba in Colorada zurück. Sein Vater braucht medizinische Hilfe um die Behandlung zu bekommen die er möchte. Willow die er schon seit seiner Kindheit kennt und liebt auf Abstand zu halten doch aufgrund seiner Vergangenheit darf er sie nicht lieben. Willow setzt sich für ihn ein und stärkt ihm in der Öffentlichkeit den Rücken. Eine berührende und herzerwärmende Geschichte die einen berührt. Der Schreibstil wirkt lebendig und und frisch und verleiht der Story eine gewisse Dynamik. Beide Charaktere sind gut beschrieben und man lernt beide gut kennen. Eine schöne romantische Geschichte mit viel Herz und Gefühl.
- Sandra Grauer
Clans of London - Hexentochter
(302)Aktuelle Rezension von: MandthebooksRezension: (kann Spoiler enthalten)
Ich war sehr gespannt, auf das Buch, weil ich auch bereits eine andere Reihe der Autorin bereits daheim habe, die auf mich wartet.Tatsächlich fand ich die Idee mit den Hexen und den Flüchen super cool und Caroline war eine interessante Protagonistin. Ich bin mit ihr gerne in die Welt der Clans eingetaucht und durch London gestreift, um ihr Schicksal abzuwenden.Ich fand nur Ash super anstrengend. Einerseits war er mir erst noch recht sympathisch und ich verstehe auch seine Beweggründe, mir war dieser Zwiespalt zwischen Familie und Caroline aber zu anstrengend. Und das Liebesdreieck, das sich da anteasert, wird in Band 2 hoffentlich nicht präsenter, denn es wäre irgendwie ein wenig schräg. Naja, mal sehen, ob es in Band 2 dann vielleicht doch stimmig ist.Grundsätzlich fand ich die Handlung ja spannend und die Idee gut, auch wenn mir der Love Interest nicht so zusagt, daher bin ich mal gespannt auf die Fortsetzung, vielleicht ist sie ja besser.
3,5 Sterne - Anabelle Stehl
Runaway
(136)Aktuelle Rezension von: sarah_booksanddreamsAuf Elias' Geschichte habe ich mich, vom ersten Moment an, gefreut.
Was er bereit war, für seine Geschwister aufzugeben, zeugte einfach von einem unglaublich tollen Charakter.
Dass ausgerechnet er und die ruhige, süße Miriam zueinander finden könnten, hat mich besonders neugierig auf den dritten und letzten Band der AWAY Trilogie gemacht.
Die Geschichte der Zwei hat mir insgesamt auch gut gefallen.
Sowohl Miriam als auch Elias müssen für sich und ihre Entscheidungen einstehen.
Bei Miriam geht es dabei um eine aus vergangenen Tagen, die aber für mächtig Konfliktpotenzial sowohl in der Gesellschaft als auch in ihrem familiären Umfeld sorgt.
Elias wiederum sieht sich der Frage gegenüber, ob er für die Familie und den Familienbetrieb bereit ist, seine Lebenswünsche hinten anzustellen.
Die Stimmung im dritten Teil ist eher nachdenklich, die Geschichte recht ruhig.
Die Lovestory geht eher in die Richtung Slow Burn.
Ich mochte vor allem die Momente, in denen sich Elias und Miriam näher kommen,
und sich ihre Sorgen und Gedanken anvertrauen.
Das war sehr süß!
Im Verlauf, ist mir die Entwicklung zwischen ihnen, aufgrund der hier verarbeiteten Themen, jedoch zu sehr in den Hintergrund gerückt.
Und statt sich näher und näher zu kommen,
hatte ich dann zeitweise eher das Gefühl, dass sie sich eher wieder voneinander entfernen.
Den Weg, den Miriam und Elias bestreiten,
allen voran einzeln, aber auch gemeinsam,
fand ich insgesamt aber sehr schön und schlüssig.
Manchmal fühlte es sich etwas langatmig an, dennoch und trotz der sensiblen, bewegenden Themen, hinterließ die Geschichte letztlich ein angenehmes Gefühl bei mir.
4 Sterne
- Terence H. White
Der König auf Camelot
(43)Aktuelle Rezension von: AleshaneeAuf den ersten Seiten hatte ich hier wirklich Sorge, ob ich das Buch lesen kann ... der Schreibstil ist mehr als gewöhnungsbedürftig und der Start ist ziemlich misslungen mit einer Aufzählung von Fertigkeiten und Übungen, die Artus und sein Vetter Kay zu vollbringen haben.
Der Stil bleibt schwierig, zumindest für mich, aber die Geschichte weckt dann doch Interesse, da vieles in Erinnerung gerufen wird, was ich kannte. Ich hab die Artus Sage ja nie komplett gelesen, nur manche Schnipsel aus Filmen oder Büchern im Kopf gehabt, die Elemente aus dieser alten Sage über das Stein im Schwert, den Zauberer Merlin, die Dame vom See, die Ritter der Tafelrunde usw. Aber so richtig in Zusammenhang bringen konnte ich das ganze nicht und hab mir deshalb hier - auch durch die vielen guten Bewertungen - eine schöne Zusammenfassung erhofft.
Das erste Buch "Das Schwert im Stein" hat mich etwas enttäuscht. Die vielen lustig gemeinten Passagen haben meinen Humor nicht wirklich getroffen und der Stil ist einfach nicht so meins. Vielleicht hat sich der Autor hier nah am Original halten wollen, das weiß ich nicht, aber ich hab mir echt schwer getan. Man lernt Arthur kennen, der von allen als Spitzname nicht "Art" genannt wird, sondern "Wart" (die Warze) und wie er zusammen mit seinem Stiefbruder Kay am Hof von Sir Ector aufwächst.
Der Zauberer Merlin tritt bald auf den Plan, um Arthur zu unterrichten, was sich hier hauptsächlich darin zeigt, dass er ihn in verschiedene Tiere verwandelt. Hier lernt er tatsächlich auch einiges und es gibt auch interessante Stellen mit philosophischen Einsichten; die umständliche Schreibweise dabei macht es aber sehr zäh.
Das Turnier und die Krönig König Arthurs sind am Ende dann relativ schnell abgehakt.
Weiter gehts mit dem zweiten Buch "Die Königin von Luft und Dunkelheit" und damit der Königin Morgause mit ihren vier Söhnen. Sie ist die Schwester von der mir eher bekannten Morgan le Fay und der mir bisher unbekannten Elaine. Sie sind die Töchter von Igraine, die von König Uther Pendragon verführt wurde. Diese Abschnitte habe ich teilweise nur noch überflogen, weil ich immer wieder den Faden verloren habe. Der Autor schweift immer wieder ab und es fiel mir zusehends schwer, mich auf die Geschichte zu konzentrieren.
Ebenfalls Gegenstand in diesem Teil ist König Arthur, der mittlerweile im Krieg mit den anderen Königen im Norden Britanniens und entwickelt die Idee, sie alle an einem runden Tisch zu versammeln und ihr Machtgebaren auf andere, ritterliche Weise zu nutzen. Also die Idee von den "Rittern der Tafelrunde". Auch wenn mich grade dieser Aspekt interessiert musste ich an dieser Stelle das Buch abbrechen.
So viele Rezensionen sind begeistert von der Umsetzung durch T. H. White, aber ich konnte mit dem Humor und dem wirren Stil leider gar nichts anfangen. Auch seine vielen Vergleiche mit zukünftigen Ereignissen, die er mit eingewoben hat - da Merlin ja sozusagen rückwärts lebt hat er zukünftiges in seiner Jugend erlebt - haben mich eher irritiert als dass ich es als gewitzten Zug hätte sehen können.
Einzig die Botschaften, die Merlin dem jungen Arthur bis dahin mitgegeben hat sind für mich positiv hervorzuheben, alles andere war einfach nicht meins.
Im dritten Buch "Der missratene Ritter" wäre Lanzelot im Mittelpunkt gestanden. Seine Liebe zu Ginevra hat ihn in einen Konflikt mit seiner Loyalität zu König Arthur gebracht.
Im vierten Buch "Die Kerze im Wind" schließlich befasst sich mit den weiteren Ereignissen rund um König Arthur, Lanzelot und den Intrigen von Mordred, Arthurs Sohn.
Das fünfte und letzte "Das Buch Merlin" ist hier leider nicht mehr enthalten.
Wer die Artus Sage kennt und sich auf eine humorvollen, unorthodoxe Fassung einlassen will, kann es hiermit auf jeden Fall versuchen. Ich würde aber dazu raten, vorab in eine Leseprobe reinzuschauen.
Weltenwanderer - Conny Amreich
Belle - Der Fluch von Balmoral Castle
(34)Aktuelle Rezension von: Sandrica89Da ich ja ein so grosser Fan von "Die Schöne und das Biest" bin, musste natürlich dieses Buch bei mir einziehen, als ich es per Zufall in einer Buchhandlung gesehen habe. Mir war klar, dass es sich um eine Adaption handeln würde. Vor allem als ich las, dass es sich in Schottland abspielt. Dieses Detail hat mich erst recht neugierig gemacht. Nachdem ich das Buch etwa ein Jahr lang in meinem Regal unbetastet stehen gelassen habe, war heute nun der Tag gekommen und hab mich in die Welt von Belle eintauchen lassen...
Belle's Vater ist angesehener Tierarzt in ihrem Dorf. Als er plötzlich von der Queen den Auftrag bekommt, zu ihr zu reisen und um ihr geliebtes Pferd zu heilen, ist er hin und weg. Natürlich muss Belle auch mitgehen. Schliesslich will sie in die Fussstapfen ihres Vater treten. Leider wird das nicht gerne gesehen: eine weibliche Tierärztin. Schliesslich leben sie im Jahre 1877. Bevor sie aufbrechen können werden sie vom Staatsanwalt aufgehalten: den gut aussehenden Alberdon. Schon lange hat er ein Auge auf sie geworfen, obwohl er jede haben könnte. Doch Belle weigert sich auch nur in seiner Nähe zu sein. Als sie verkünden, dass die Königin sie aufgesucht hat, um ihr Pferd zu pflegen, macht er ihnen widerwillig Platz. Dorf eingetroffen versucht ihr Vater das Pferd zu untersuchen. Vorher hat er jedoch etwas zu tief ins Glas geschaut und ist etwas betrunken. Als Belle ihre Meinung sagt und vorschlägt, wie sie dem armen Pferd helfen soll, wird das vom Stallburschen abgelehnt. Bis die Königin höchstpersönlich ins Stall kommt und Belle auffordert weiterzumachen. Wie sie vermutet hat, bestätigt sich ihr Verdacht und dem Pferd sollte es bald besser gehen. Als der Abend einbricht will Belle wieder nach Hause reiten, um sich um all ihre Tiere zu kümmern. Leider kommen sie vom Weg ab, die Kutsche überschlägt sich und Belle fällt ihn Ohnmacht. Als sie wieder aufwacht, ist ihr Vater nirgendwo zu finden. Sie schnappt sich das Pferd und reitet los, bis sie auf ein Schloss stösst, dass sie nicht kennt. Eine Frau führte sie hinein und findet dort im Kerker ihren Vater fort. Bevor sie auch versucht ihn da rauszuholen, taucht eine bestialische Gestalt vor ihr auf. Um ihren Vater zu retten, bietet sie ihm ein Angebot an: sie bleibt freiwillig bei ihm, wenn ihr Vater gehen darf und verspricht, niemandem von dieser Gestalt zu erzählen.Gleichzeitig treibt ein Serienmörder sein Unwesen in ihr Dorf. Bisher wurden drei Mädchen auf unnatürliche Art und Weise tot aufgefunden. Natürlich will Alberdon diesen Mörder finden und sich dadurch einen noch höheren Rang verschaffen. Leider weiss niemand, was er wirklich vor hat.Belle versucht, mit diesem Tiermensch irgendwie zurecht zu kommen. Doch er lässt sich kaum blicken. Und wenn, dann ist er wegen irgendwas wütend auf sie und wird aggressiv. Doch sie will endlich die Wahrheit erfahren. Sie will alles wissen: wie er heisst, was er angestellt hat, wieso überall indische Sachen in seinem Turm rumstehen. Er weigert sich ihr alles zu erzählen. Nicht mal sein Dienstmädchen macht Anstalten, ihr zu helfen. Also ergründet sie Kinord Castle auf eigene Faust. Nur durch Zufälle erfährt sie zwar etwas mehr, doch sie wird nicht wirklich schlau daraus. Was sie aber gar nicht versteht ist, dass sie sich dennoch zum hm hingezogen fühlt. Sie sieht ihn nicht als Bestie, denn er kann durchaus nett und charmant sein. Dies hat er von allem an ihrem Geburtstag bewiesen. Dennoch bricht er ihr das Herz, als er sie von ihm wegstösst und sie gehen lässt. Genau zu diesem Zeitpunkt taucht die Königin auf und verkündet, dass Belle sofort mit ihr mitgehen müsse und das Biest schleunigst verschwinden muss. Denn genau jetzt, plant Alberdon einen Angriff...
Es war echt interessant zu lesen, wie Belle und das Biest im alten Schottland zueinander finden. Gleichzeitig wird auch ein uralter Fluch aus Indien miteingewoben, den ich wirklich interessant fand. Überall sind Verräter und man weiss nicht, wem man wirklich trauen kann. Dass das Biest aber etwas mit der Königin zu hat, war auch ganz was Neues. Besonders bemerkenswert fand ich jedoch den Fluch aus Indien. Wie er zustande kam, wie man ihn immer wieder in der Geschichte wiederfindet. Obwohl einem es erst ganz zum Schluss bewusst wird. Geschockt fand ich aber auch die Taten von Alberdon: dass er im Grunde böse ist, kann man sich ja schon dank des Märchens denken. Aber dass er auf diese Weise Belle für sich gewinnen will, ist einfach nur abstossend. Das auch ein tierischer Nebencharakter auftaucht, ist auch ganz ungewohnt, aber er passte so gut in dieser Geschichte. Die Autorin hat sich da einiges einfallen lassen, um Schottland mit dem alten Indien zusammen zu verbinden. Ich fand es weder kitschig, noch unlogisch. Obwohl mich das Ende doch ein wenig verwirrt hat, war es doch einleuchtend. Das Buch hat ja nur 200 Seiten, aber ist dennoch lesenswert, wenn man Märchenadaptionen liebt. - Joanne K. Rowling
Harry Potter und die Heiligtümer des Todes
(149)Aktuelle Rezension von: DottiRappelDas Hörbuch war nie langweilig und ich konnte kaum eine Sekunde verbringen, ohne darüber nachzudenken .
- Mikael Lindnord
Arthur
(31)Aktuelle Rezension von: KimyTIch bin auf dieses Buch gekommen, da ich in einem Podcast bereits die Geschichte 'hören' konnte und so fasziniert war, dass ich mehr erfahren wollte. Der Weihnachtsmann hatte dann ein einsehen und mir dieses Buch unter den Weihnachtsbaum getan.
Am Anfang war ich leicht verwundert, da es viel um den Autor bzw. Sportler selbst ging. Über sein Leben, was er sich aufgebaut hat, wie er was plant. ABER dieser Teil gehört einfach dazu und hat mich innerhalb weniger Seiten sofort in seinen Bann gezogen.
Das Buch ist sehr mitreißend geschrieben. Man war mit dem Autor auf seinen Wettkämpfen, hat mit ihm gelitten und auch ist man gefühlt in Ecuador immer direkt neben ihm gelaufen. Ebenso emotional fiel dann aus, in dem Arthur zu ihm gefunden hat. Es war einfach mitreißend, man hat mitgefiebert und sich teilweise geärgert. Also pure Emotion. Zudem wird einem das Herz ganz schwer, wenn man über das Schicksal der Hunde in Ecuador nachdenkt.
Klare Leseempfehlung von mir. Aber immer beachten, ca. 40 % des Buches sind vor Arthur, die weiten 60 % dann mit Arthur.
- Evie Dunmore
Die Rebellinnen von Oxford - Unerschrocken
(94)Aktuelle Rezension von: rosarium„Die Rebellinnen von Oxford – Unerschrocken“, von Evie Dunmore, ist der zweite Band der Rebellinnen von Oxford – Reihe.
Lucinda war ein brillanter Charakter. Ihrer Zeit, den Gepflogenheiten und Gedanken weit voraus, auch jetzt noch. Ich mochte auch, wie ihre Emotionen und ihre Vergangenheit aufgearbeitet wurden und sie sich entwickelte. Und das alles rund um Oxford geschah, was ein bildschöner Anblick mitsichbrachte. Auch der männliche Protagonist Tristan war gut dargestellt und zeigte vor allem unterschwellig, wie er Opfer war von toxischer Männlichkeit und Kontrollsucht. Tristan und Lucinda gemeinsam hatten eine tolle Dynamik und lernten vor allem viel voneinander. Die Freundesgruppe rund um Lucinda brachte einmal Konflikte mit sich, zum anderen aber auch Hilfe und Unterstützung und das war toll zu lesen. Generell mochte ich auch, wie gut recherchiert einzelne Themen zu den Frauenrechten 1890 waren und verbunden wurden mit der Emanzipation, der Selbstentscheidung einer Person. Der Schreibstil war flüssig, sehr emotional und der Zeit gemäß passend. Die Story war einfach nur grandios und ich hatte so viel Spaß an ihr. Von den kleinen Momenten, wie Lucinda und Tristan sich näher kamen, bis hin zu den politischen Debatten, den zwischenmenschlichen Konflikten und der Tatsache, dass es Sachen gibt, die an die Öffentlichkeit müssen und um die es sich zu kämpfen lohnt. Ich fand auch den Endkonflikt, in dem es mehr um Gerechtigkeit ging, als um Liebe, super realistisch für Lucindas Charakter. Für das gesamte Buch.Fazit. Wow. Ich bin hin und weg. Dieses Buch erzählt so schön die Geschichte einer Frauenrechtlerin, die Liebe findet und doch für ihre Rechte, ihre Wahlen, kämpft. Ich hatte super viel Spaß an der Geschichte und kann sie nur wärmstens empfehlen.
Das Buch hat von mir 5/5🌹bekommen.
Liebe Grüße El. Rosé Bellarium🌹
- Bernard Cornwell
Arthurs letzter Schwur
(121)Aktuelle Rezension von: AleshaneeHier gab es leider keine keine Zusammenfassung der vorherigen Ereignisse wie in Band 2 - da ich ihn aber direkt danach gelesen habe, war das nicht schlimm. Vor allem hat Cornwell auch hier wieder Details eingeflochten, die die Erinnerungen auffrischen und die vielen Verwicklungen wieder deutlich machen, die den Weg von Arthur, Derfel und Merlin - ja ganz Britannien geprägt haben!
Der Anfang wirkte etwas behäbig auf mich, aber ich war schnell wieder gefesselt. Denn natürlich ist der lang erkämpfte Frieden mal wieder bedroht und während eine Menge Kämpfe und Schlachten zu bestehen sind, möchte Merlin endlich mit einem alten und grausamen Ritual die Götter wieder zurückholen.
Auch und gerade in diesem Band geht es sehr brutal zu, denn die vielen Gefechte und Scharmützel werden sehr bildhaft und umfassend beschrieben. Das ist nicht für jeden so fesselnd und an manchen Stellen war es mir auch etwas zu viel, andererseits zeigt es sehr eindrücklich, wie Kriege zu dieser Zeit ausgesehen haben müssen. Wenn man die Bilder aus Herr der Ringe gewohnt ist, in denen Zehntausende aufeinander treffen, scheinen hier die paar Hundert Mann der Kriegshorden verschwindend klein zu sein. Aber die beschriebenen Szenen, die Taktiken, die Schildwälle, die Raserei beim Aufeinandertreffen und die Wildheit der Kämpfe wurde hier sehr lebendig und glaubhaft dargestellt.
Nicht nur in den Kämpfen, auch sonst steckt Bernard Cornwell viel Liebe ins Details, wenn es um die Protagonisten, das Land, die Sitten und Bräuche und allgemein die Menschen und ihr (Über)Leben geht. Gerade auch die rituellen Feste und die magischen Zeremonien der Druiden fand ich total spannend!
Aber auch die Entwicklungen der Figuren, denn gerade Arthur und auch Nimue trifft es sehr hart, was ihren weiteren weg und ihre Entscheidungen stark beeinflusst. Gerade Arthur hat mich tief berührt, denn hier strebt er weder nach Macht noch nach Besitz und möchte eigentlich nur ein friedliches Britannien, in dem jeder glücklich leben kann, während er sich selbst nach einem einfachen Heim sehnt, in dem er zufrieden alt werden kann. Durch die Bürde seines Eides wird ihm das jedoch nicht vergönnt.
Der Glaubenskonflikt ist ebenfalls immer noch präsent, der mit vielen Intrigen und Zwängen daherkommt und auch wieder sehr gut aufzeigt, wie die einzelnen Menschen reagieren, beeinflusst werden und dabei hoffen oder auch verzweifeln und welche Auswirkungen das im Kleinen und Großen hat.
Ein starker Abschlussband, der vor allem durch Schlachten geprägt ist, in dem man endlich erfährt, wie Derfel seine Hand verlor und in dem auch der berühmte Barde Taliesin endlich auftaucht. Sein Name betitelt ja den ersten Band der Pendragon Saga von Stephen Lawhead, die ich auch unbedingt lesen möchte!
Natürlich möchte ich jetzt auch mehr von Cornwell lesen und die Uthred Saga wird wohl die nächste sein, mit 13 Bänden aber auch wieder eine ganz schön lange Reihe :)























